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Der gute Ton für die heranwachsende Jugend

Hedwig Dransfeld: Der gute Ton für die heranwachsende Jugend - Kapitel 5
Quellenangabe
typetractate
authorHedwig Dransfeld
titleDer gute Ton für die heranwachsende Jugend
publisherVerlag von Reinhard Wilh. Thieman
year1924
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20131205
projectid9a6cc07a
wgs
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Auf der Straße

Der gute Ton schreibt für das Benehmen auf der Straße den Kindern lange nicht so viele Regeln vor, als den Erwachsenen. Selbst die heranwachsende Jugend, namentlich die Knaben, sind in dieser Hinsicht noch ziemlich frei. Doch ist es notwendig, daß ihr euch wenigstens die Grundregeln einprägt, damit ihr euch auf jeden Fall als wohlerzogene Kinder oder junge Leute zu benehmen wißt.

Wenn jüngere Kinder die Straße zuweilen noch als Spielplatz betrachten und auf derselben herzhaft in ihren Apfel oder ihr Butterbrot beißen, so ist das durchaus nicht schlimm. Größere aber sollten sich schon merken, daß auf der Straße ebensowohl eine anständige Haltung zu bewahren ist, wie in jeder gebildeten Gesellschaft.

Laufen sollte man auf belebteren Straßen niemals. Diese Regel gilt namentlich für Mädchen, auch schon für die jüngeren, die das zwölfte oder dreizehnte Jahr zurückgelegt haben. Müßtet ihr aber einmal euern Schritt beschleunigen, etwa weil ihr zu spät zur Kirche oder zur Bahn zu kommen fürchtet, so geschehe es mit aller Vorsicht, ohne ein halbes Dutzend Leute anzurennen; es könnte ja vorkommen, daß eines von diesen Opfern eures Ungestüms keinen Spaß verstände und seiner Meinung über euch ziemlich barsch Ausdruck gäbe. Dann wäret ihr die Blamierten und nicht einmal mit Unrecht.

Habt ihr jemand aus Versehen gestoßen, so ist ein sofortiges, höfliches »Entschuldigen Sie« am Platze, selbst wenn der Gestoßene nur ein Tagelöhner und die Übeltäterin eine elegante Schülerin der höheren Töchterschule sein sollte. Namentlich die jungen Mädchen haben sich zu merken, daß man durch Höflichkeit sich selbst ehrt, und daß jeder, der Arme und der Reiche, der Gebildete und der Ungebildete, Anspruch auf eine taktvolle Behandlung hat. Werden wir auf der Straße unhöflich behandelt, und wir leiten daraus das Recht her, ebenfalls unhöflich zu sein, so stellen wir uns dadurch genau auf den Standpunkt jener andern und haben mithin keinen Grund zur Klage.

Auch zu langsam dürfen wir nicht gehen, nicht nachlässig und im Zickzack über den Bürgersteig taumeln, und nicht bei jeder Gelegenheit stehen bleiben. Die Haltung sei gerade, ohne aber irgendwie auffallen zu wollen. Es macht auch einen unangenehmen Eindruck, wenn junge Leute sich ohne Grund schwer auf Stöcke und Regenschirme stützen, statt dieselben leicht in der Hand zu tragen. Sie geben sich hierdurch ein schwerfälliges, wenn nicht träges Aussehen. – Ebenso verfehlt würde es sein, Stöcke und Regenschirme in der Luft tanzen zu lassen, da man hierdurch die übrigen Passanten auf ganz empfindliche Weise belästigen kann. Auch soll man sie nicht quer unter den Arm nehmen; es ist nämlich schon vorgekommen, daß Kinder in solch bequem gehaltene Mordinstrumente hineingeraten sind und im schlimmsten Falle sogar das Augenlicht eingebüßt haben.

Die Hände werden nicht auf den Rücken gelegt und nicht nachlässig in die Taschen versenkt. Gebildete Leute werden sich auch hüten, mit den Armen hin- und herzuschlenkern oder mit den Fingern auf eine Person oder ein Gebäude hinzuweisen. Das letztere ist schon den Kindern untersagt, da ein solches Benehmen von den Passanten leicht mißdeutet werden kann.

Vorübergehende darf man nicht keck und anhaltend betrachten; noch viel weniger wird man sich auffallend umwenden, um ihnen nachzuschauen.

Es ist Regel, daß man auf dem belebten Bürgersteig nach rechts ausweicht; begegnet ihr aber einer Person, der ihr besondere Achtung schuldig seid, etwa einem älteren Verwandten oder Vorgesetzten, so werdet ihr diesem die bequemere Seite überlassen, also diejenige an den Häusern. Daß ihr dabei grüßt, versteht sich von selbst.

Über das Grüßen sind einige feststehende Regeln zu merken. Knaben und kleinere Mädchen grüßen unter allen Umständen zuerst, größere Mädchen nur dann, wenn sie einer Dame begegnen. Beim Zusammentreffen mit Herren haben sie deren Gruß abzuwarten und ihn durch ein leichtes Neigen des Hauptes zu erwidern. Ausgenommen sind natürlich die älteren Herren der Verwandtschaft und Bekanntschaft und direkte Vorgesetzte, z. B. Geistliche und Lehrer, die das junge Mädchen unbeschadet seiner Würde als heranwachsende junge Dame zuerst grüßen darf und grüßen muß. Im allgemeinen gilt dagegen für erwachsene Damen die Regel, niemals zuerst zu grüßen.

Knaben lassen sich beim Grüßen oft einen häßlichen Fehler zu Schulden kommen. Aus jugendlicher Nachlässigkeit oder auch zuweilen aus Trägheit oder Geringschätzung machen sie mit der Hand nur die Bewegung des Hutabnehmens, statt die Mütze ordentlich zu ziehen. Kein gebildeter Mann wird ein solches Benehmen seiner würdig finden, nicht einmal Untergebenen gegenüber, geschweige denn gegen seinesgleichen oder höhergestellte Personen. Geradezu abstoßend aber wirkt diese Nachlässigkeit bei der Jugend, von der wir ein frisches, lebhaftes und doch respektvolles Verhalten erwarten dürfen.

Der Hut wird beim Grüßen an der Krempe gefaßt; er wird schon ein paar Schritte vor der Person, welche man grüßen will, abgenommen und zwar mit der von ihr abgewandten Hand. Die Höhlung ist nach innen zu kehren und der Hut so lange schwebend zu erhalten, bis die betreffende Person vorüber ist. Dabei habt ihr sie freundlich, doch nicht starr anzusehen. Spricht sie euch an, so behaltet ihr die Mütze während des Gesprächs in der Hand, es sei denn, daß sie euch auffordert, sie wieder aufzusetzen. Diese Regeln gelten für den Verkehr mit Damen, älteren Herren und Vorgesetzten; im Verkehr mit guten Bekannten und jüngeren Personen seid ihr natürlich viel freier. Doch ist es gut, auch hier den äußeren Anstand zu wahren.

Der Gruß ist vor einer Dame oder einer älteren Person natürlich viel tiefer, als vor einem Herrn oder einer jüngeren Person. – Kleinere Mädchen machen zur Begrüßung einen Knix, größere neigen leicht den Kopf und den Oberkörper wie Erwachsene. Wann der wichtige Lebensabschnitt einzutreten hat, da ihr von der kindlichen Begrüßungsform zum Verbeugen übergeht, dürft ihr den Eltern und der herrschenden Sitte, überlassen. Im allgemeinen wird das dreizehnte oder vierzehnte Jahr hierzu passend erscheinen.

Seid ihr bei euren Eltern, und dieselben werden gegrüßt, so habt ihr unter allen Umständen mit ihnen zu danken, selbst wenn ihr die Person, welche euch begegnet, noch nie gesehen hättet. Etwas anderes wird die Regel, wenn ihr euch in Gesellschaft von ziemlich fernstehenden Bekannten befindet. Grüßt nämlich ein Herr einen Vorübergehenden, namentlich eine Dame, so haben alle seine männlichen Begleiter mitzugrüßen, wie alle männlichen Begleiter der begrüßten Person danken müssen, selbst wenn sie sich vollständig fremd sind. Umgekehrt braucht eine Dame an der Seite eines Herrn den ihrem Begleiter geltenden Gruß nicht zu erwidern und auch nicht mitzugrüßen, wenn derselbe einem ihr fernstehenden Herrn oder auch einer Dame diese Ehre erweist.

Es ist dieses die Grundregel für Erwachsene, der sich aber jüngere Mädchen noch nicht sklavisch unterzuordnen brauchen. Knaben müssen es natürlich, da von ihnen auch später die Ehrenbezeugungen verlangt werden, die ihnen schon in der Jugend vorgeschrieben sind. Bei den Mädchen aber liegt die Sache anders; denn die Sitte gewährt ihnen eine gewisse Vergünstigung. Doch wird es niemand unschicklich finden, wenn das heranwachsende Mädchen auch einmal eine Ausnahme macht und freundlich dankt, wo es streng genommen nicht dazu verpflichtet ist. Besonders auf Personen, die niedriger gestellt sind, wird ein solch liebenswürdiges Benehmen den besten Eindruck machen.

Ein Herr, der einen andern auf der Straße überholt, hat immer zuerst zu grüßen. Beim einfachen Gruß wird die Tageszeit nicht genannt, sondern nur, wenn man näheren Bekannten gegenüber ein paar freundliche Worte damit verbinden oder ein Gespräch anknüpfen will. – Ein solches Gespräch auf der Straße darf niemals zu lange dauern. Jüngere Personen dürfen dasselbe nicht mit älteren, Untergebene nicht mit Vorgesetzten, Herren nicht mit Damen beginnen; einer Aufforderung dazu aber haben sie höflich und gefällig Folge zu leisten. Einladungen, Glückwünsche und Bestellungen bei etwaigem Begegnen auf der Straße zu erledigen, ist nur den allernächsten Bekannten gegenüber gestattet. Doch ist dieses Vorgehen bei wichtigeren Angelegenheiten nur als etwas Vorläufiges zu betrachten; Glückwünschen hat in der Regel trotzdem der Besuch zu folgen, und Einladungen zu größeren Festlichkeiten müssen schriftlich erneuert werden.

Einige Leute haben die sehr tadelnswerte Angewohnheit, sich während des Sprechens breit auf den Bürgersteig zu stellen und auf diese Weise den Passanten den Weg zu versperren; oder sie unterhalten sich so laut und mit solch lebhaften Bewegungen, daß sie die Aufmerksamkeit aller Vorübergehenden erregen. Gebildete Leute werden in dieser Hinsicht schon Maß zu halten wissen.

Natürlich dürfen jüngere Leute ein Gespräch, in das sie von älteren Personen gezogen worden sind, nicht willkürlich abbrechen; mangelt jedoch die Zeit, oder haben sie sonst einen schicklichen Vorwand, so ist die höfliche Bitte um Entlassung gestattet.

Wenn es eben möglich ist, sollte man lieber langsam weitergehen, als daß man längere Zeit auf der Straße stehen bleibt. Sind die Wege nicht dieselben, so dürft ihr älteren Personen und auch Vorgesetzten eure Begleitung anbieten, falls dieselben noch einige Fragen zu stellen wünschen. Nie aber werdet ihr verlangen oder dulden, daß sie eurethalben ihren Weg verändern. Vor dem Weggehen verabschiedet ihr euch durch eine höfliche Verbeugung.

Hat man vor einem Hause auf jemand zu warten, so ist es ebenfalls ratsam, langsam auf- und abzugehen, statt sich wie eine Schildwache an den Türpfosten oder vor ein Schaufenster zu postieren. Doch darf das Warten nicht zu lange dauern, da man dadurch Aufsehen erregen kann.

Niemals darf ein Gruß oder eine Bemerkung über die Straße gerufen werden, besonders nicht von Mädchen. Ebensowenig wird man von einer belebten Straße aus mit einer Person in den oberen Stockwerken eines Hauses sprechen, und diese darf nicht auf die Straße hinunterrufen. Es ist auch unschicklich, auffallend die Fenster eines Hauses zu mustern, um daselbst etwa einen Bekannten zu entdecken. Wenn wir ihn zufällig erblicken, so müssen wir ihn natürlich grüßen. Dieser Gruß wird, namentlich Damen gegenüber, bei jeder Begegnung wiederholt, auch wenn es am selben Tage mehrere Male geschehen müßte. Nur die Promenade und öffentlichen Orte können in dieser Hinsicht eine Ausnahme gestatten, worüber aber noch in einem besonderen Kapitel berichtet wird.

Es ist leider der Kardinalfehler, der heranwachsenden Mädchen und Knaben in gewissen Jahren, Flegeljahren genannt, sich in auffallender Weise über alle Welt lustig zu machen, nicht nur unter sich, sondern auch auf offener Straße, was nicht gerade ein mildernder Umstand ist. Es ist geradezu ein Unglück für einen Passanten, ihre Aufmerksamkeit erregt zu haben. Sie verfolgen ihn, werfen ihm scharf fixierende Blicke zu, stecken dann die Köpfe zusammen, um laut zu lachen und zu kichern, ahmen seine Bewegungen nach oder rufen ihm wohl gar Schimpfworte und höhnische Bemerkungen zu. Dieses Benehmens befleißigen sich nicht nur die sogenannten Gassenjungen mit zerlöcherten Kleidern und schmutzigen Gesichtern, sondern auch und vielleicht in viel impertinenterer Weise manche Schüler und Schülerinnen unserer höheren Lehranstalten, die im übrigen natürlich auf Bildung Anspruch machen. Vielleicht ist es ein armer Krüppel, ein etwas unmodern gekleidetes Mütterchen vom Lande, ein Bauer, der sich im Trubel der Großstadt unbeholfen benimmt, ein Sträfling oder ein Betrunkener, der die Spottlust der jungen Herren und Damen erregt. In den meisten Fällen verrät ein solches Benehmen sehr wenig Herzensbildung, in einigen sogar eine auffallende, verabscheuungswürdige Roheit. – Spott ist ein wohlfeiler Witz; es sind nicht immer die klügsten Menschen, die es in dieser Kunst bis zur Meisterschaft gebracht haben. Denn im Grunde bedarf es nur einer raschen Zunge und einer guten Dosis Lieblosigkeit, um ihn in seiner ganzen verletzenden Schärfe anzuwenden. – Wenn ihr euch jedesmal mit etwas warmfühlendem Herzen selbst an die Stelle der Verspotteten denken wolltet, so würdet ihr schon vorsichtiger werden. – Das Unglück verdient unser Mitleid selbst da, wo es sich in abschreckender oder lächerlicher Form zeigt; und die Lächerlichkeit selbst, namentlich die unbewußte, wird dem wahrhaft edlen Menschen nicht immer einen Vorwand zum Lachen und Spotten bieten, sondern vielleicht ganz entgegengesetzte Gedanken in ihm erregen. Darum bemüht euch, zurückhaltend, bescheiden und höflich zu sein und der jugendlich übermütigen Natur zuweilen Zwang aufzulegen. Das verlangt der Herzenstakt, dieses Fundament aller inneren und äußeren Bildung.

Geht ihr mit euren Eltern oder mit älteren Personen hinaus, so gebührt denselben natürlich der Ehrenplatz auf der rechten Seite, oder, wenn ihr zu mehreren seid, in der Mitte. Eine Ausnahme dürft ihr machen, wenn sich an der linken Seite ein reineres und besseres Pflaster befindet. In Gartenwegen und Alleen, wo die Spaziergänger auf und ab promenieren, braucht ihr beim Umwenden nicht peinlich bemüht zu sein, wieder die linke Seite zu gewinnen. Doch müßt ihr darauf achten, daß ihr beim Umwenden dem Begleiter nicht den Rücken zukehrt.

Größere Gesellschaften haben auf der Straße zu beachten, daß sie nicht eine breite Reihe bilden, sondern zu zweien oder dreien hinter einander hergehen. Ein lautes, auffallendes, keckes Benehmen ist natürlich immer zu verwerfen, da es weniger einen gebildeten, als einen ungebildeten Menschen verrät. Auch das Einhängen, eine namentlich bei jungen Mädchen beliebte Mode, ist auf belebten Straßen nicht immer zu empfehlen, namentlich nicht, wenn drei, vier oder wohl gar noch mehr Personen in dieser Verbindung aufmarschieren.

Nie dürft ihr dulden, daß Damen oder ältere Personen etwaige Pakete selbst tragen, ihr werdet sie ihnen vielmehr mit ein paar höflichen Worten aus der Hand nehmen. Einem älteren Herrn den Stock oder einer Dame Sonnenschirm und Fächer tragen zu wollen, ist dagegen nicht angebracht. Fängt es an zu regnen, so spannt ihr diensteifrig den Regenschirm auf oder bietet den euern an, falls ihr Eltern oder Bekannte ohne einen solchen erblickt.

Es macht auch einen sehr günstigen Eindruck, wenn jüngere Leute ältere und gebrechliche Personen zu führen suchen und vorsichtig bemüht sind, ihnen beim Überschreiten der Straße oder angeschwollener Gossen hilfreiche Hand zu bieten. Diese Rücksicht darf vollständig unbekannten Personen ebensowohl erwiesen werden, wie bekannten, und sichert den freundlichen Helfern auf jeden Fall den Dank und die Anerkennung ihrer Schützlinge. – Überhaupt hat die Höflichkeit auch auf der Straße ein weites Feld; es können nicht alle Gelegenheiten angegeben werden, in denen sie zu betätigen ist. Jeder wohlerzogene junge Mensch hat dafür in seinem eigenen Herzen den besten Gradmesser, und vorteilhaft wird er von seinen spottsüchtigen, herzlosen und kecken Gefährten abstechen.

Stets müßt ihr euch bemühen, mit den älteren Personen, welche ihr begleiten dürft, gleichen Schritt zu halten; ihr dürft also nicht vorauseilen, weil euch die langsamere Gangart derselben vielleicht lästig ist, und nicht ohne Erlaubnis an allen möglichen Schaufenstern stehen bleiben. Gilt es, einen schmalen Weg, eine Brücke oder Treppe zu passieren, so lassen jüngere Personen den älteren und Herren den Damen den Vortritt. Sieht man auf einer schmalen Passage, namentlich auf einer Treppe, eine Dame sich entgegenkommen, so wartet man mit dem Betreten derselben, bis sie vorübergegangen ist.

Es kommt häufig vor, daß unsere Begleiter bei bekannten Personen stehen bleiben, um mit ihnen ein Gespräch anzuknüpfen. Werden sie nicht ausdrücklich aufgefordert, daran teilzunehmen, so tun jüngere Personen gut, sich diskret ein wenig zurückzuziehen. Herren halten während des Wartens den Hut in der Hand, falls die Angesprochenen Damen sein sollten. Verabschiedet sich der Begleiter, so werden auch sie eine leichte Verbeugung machen; ob ihnen die Damen fremd oder bekannt sind, ist dabei nicht maßgebend.

Großartige Begrüßungsszenen sind auf der Straße nicht angebracht, noch viel weniger lautes Disputieren, Streiten und Schimpfen, selbst wenn uns rohe Menschen Anlaß zur Unzufriedenheit gegeben haben. Der gebildete Mensch wird immer am besten fahren, wenn er kleinere Ungezogenheiten übersieht und mit allen Kräften danach trachtet, Aufsehen zu vermeiden. Bei wichtigeren Zwischenfällen ist dann ja die Hilfe der Polizei leicht zu erlangen.

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