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Der Graf von Monte Christo. Vierter Band.

Alexandre Dumas (der Ältere): Der Graf von Monte Christo. Vierter Band. - Kapitel 7
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typefiction
authorAlexander Dumas d. Ä.
titleDer Graf von Monte Christo. Vierter Band.
publisherFranckh'sche Verlagshandlung
illustratorFritz Bergen
translatorMax Pannwitz
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
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Heiratspläne.

Am Tage nach dieser Szene machte Debray Frau Danglars keinen Besuch.

Gegen halb zwei Uhr verlangte die Dame nach ihrem Wagen und fuhr aus.

Danglars hatte, hinter dem Fenster stehend, dieses Ausfahren, das er erwartete, beobachtet. Er gab Befehl, ihn zu benachrichtigen, sobald seine Frau wiedererscheinen würde; doch um zwei Uhr war sie noch nicht zurückgekehrt.

Von Mittag bis zwei Uhr war Danglars in seinem Kabinett geblieben, wo er Depeschen entsiegelte, immer düsterer wurde, Ziffern auf Ziffern häufte, und unter anderen Besuchen auch den des Majors Cavalcanti empfing, der stets gleich blau, gleich steif und gleich pünktlich zu der am Tage vorher bezeichneten Stunde sich einfand, um seine Angelegenheit mit dem Bankier abzumachen.

Um zwei Uhr forderte er seine Pferde, begab sich in die Kammer, zeigte sich hier sehr aufgeregt und war herber und bitterer gegen das Ministerium, als je. Nach der Sitzung stieg er wieder in seinen Wagen und befahl dem Kutscher, ihn nach der Avenue der Champs-Elysées zu fahren.

Monte Christo war zu Hause, nur befand sich jemand bei ihm, und er bat Danglars, einen Augenblick im Salon zu warten.

Während der Bankier wartete, öffnete sich die Tür, und er sah einen als Abbé gekleideten Mann eintreten, der, statt zu warten wie er, ohne Zweifel vertrauter in dem Hause, ihn grüßte, in das Innere der Gemächer ging und verschwand.

Einen Augenblick nachher öffnete sich die Tür, durch die der Priester eingetreten war, abermals, und Monte Christo erschien.

Verzeihen Sie, lieber Baron, sagte er, einer meiner Freunde, der Abbé Busoni, den Sie wohl bemerkt haben, ist soeben angekommen; wir waren seit langer Zeit getrennt, und ich hatte nicht den Mut, ihn sogleich zu verlassen; ich hoffe, daß Sie mich deshalb entschuldigen.

Wie! rief Danglars, das ist ganz einfach, ich habe meine Zeit schlecht gewählt und entferne mich.

Keineswegs, im Gegenteil, setzen Sie sich! Aber, guter Gott! Was haben Sie denn? Sie sehen ganz sorgenvoll aus, in der Tat, Sie erschrecken mich; ein betrübter Kapitalist ist wie ein Komet und weissagt der Welt stets ein großes Unglück.

Mein Herr, das Unglück ruht seit ein paar Tagen auf mir, und ich erfahre nur Schlimmes, antwortete Danglars.

Mein Gott! haben Sie einen Umschlag an der Börse erlebt?

Nein, davon bin ich geheilt, wenigstens auf einige Tage; es handelt sich für mich um einen Bankerott in Triest.

Wirklich? Meinen Sie etwa Jacopo Manfredi?

Ganz richtig! Denken Sie sich einen Menschen, der, ich weiß nicht seit wie langer Zeit, für 8 bis 900 000 Franken Geschäfte jährlich mit mir macht. Nie ein Verrechnen, nie eine Zögerung; ein Mann, der bezahlte wie ein Fürst immer bezahlte. Ich lasse mich auf einen Kredit von einer Million mit ihm ein, und der Teufel von Jacopo Manfredi stellt seine Zahlungen ein! Das ist ein unerhörtes Unglück. Ich ziehe auf ihn 600 000 Livres, die mir unbezahlt zurückkommen; mehr noch! Ich bin der Inhaber von 400 000 Franken Wechsel, von ihm unterzeichnet und zahlbar Ende dieses bei seinem Korrespondenten in Paris. Wir haben den dreißigsten, ich schicke hin, um einkassieren zu lassen, ah, ja wohl! der Korrespondent ist verschwunden. Mit der spanischen Geschichte macht das einen schönen Monatsschluß. – Sagen Sie, bringen Ihnen die spanischen Papiere wirklich Verlust?

Allerdings, nicht weniger als 700 000 Franken!

Wie, zum Teufel, kam es, daß Sie, ein alter Luchs, eine solche Schule durchmachen mußten?

Es ist der Fehler meiner Frau. Es träumte ihr, Don Carlos sei nach Spanien zurückgekehrt; sie glaubt an Träume. Allerdings spielte sie nicht um mein Geld, sondern um das ihrige. Doch gleichviel, Sie begreifen, wenn 700 000 Franken aus der Tasche der Frau gehen, so merkt es der Mann immer ein wenig. Wie! Sie wußten das nicht? Die Sache hat doch ungeheueres Aufsehen gemacht?

Ich habe davon sprechen hören, kannte aber die einzelnen Umstände nicht, auch verstehe ich nicht das geringste von Börsengeschäften.

Sie spielen also nicht?

Ich! wie soll ich spielen? Habe ich doch so schon Mühe genug, meine Finanzen in Ordnung zu halten. Ich wäre genötigt, außer meinem Intendanten noch einen Kommis und einen Kassengehilfen zu nehmen. Doch was Spanien betrifft . . . mir scheint, die Frau Baronin hat Don Carlos' Rückkehr nicht völlig geträumt; erzählten nicht die Zeitungen davon?

Das ist gerade das Unerklärliche, daß diese Rückkehr des Don Carlos wirklich eine telegraphische Nachricht war.

Somit verlieren Sie diesen Monat ungefähr siebzehnhunderttausend Franken? Teufel! für ein Vermögen dritten Ranges ist dies immerhin ein Schlag, sagte Monte Christo.

Dritten Ranges, entgegnete Danglars etwas gedehnt, was verstehen Sie darunter?

Ich mache drei Rangklassen; ersten Ranges sind Vermögen, die, in liegenden Gütern, in Bergwerken und dergleichen angelegt, einen Gesamtbetrag von hundert Millionen ausmachen; zweiten Ranges sind Vermögen mit einer Rente von 1½ Millionen, d. h. einem Kapital von fünfzig Millionen und dritten Ranges solche, die sich wie das Ihrige auf fünfzehn Millionen eingebildetes oder wirkliches Kapital belaufen. Daraus geht hervor, fuhr Monte Christo mit unzerstörbarer Ruhe fort, daß ein Haus dritten Ranges mit sechs Monatsschlüssen, wie dieser, im Todeskampfe läge.

Wie rasch Sie zu Werke gehen! versetzte Danglars mit bleichem Lächeln.

Setzen wir sieben Monate, sagte der Graf mit demselben Tone. Sagen Sie mir, haben Sie zuweilen daran gedacht, daß siebenmal siebzehnhunderttausend Franken ungefähr zwölf Millionen machen? Nein . . . Nun, Sie haben recht, denn bei dergleichen Betrachtungen würde man nie seine Kapitalien einsetzen, die für den Finanzmann ungefähr das sind, was für den zivilisierten Menschen die Haut ist. Wir besitzen mehr oder minder kostbare Kleider, das ist unser Kredit; doch wenn der Mensch stirbt, hat er nur seine Haut, wie Sie, wenn Sie aus dem Geschäft austreten, nur Ihren wirklichen Besitz, das heißt, höchstens fünf oder sechs Millionen, haben. Von diesen fünf bis sechs Millionen, die Ihr wirkliches Aktivvermögen bilden, haben Sie in jüngster Zeit etwa zwei verloren, ein Verlust, der zugleich Ihr eingebildetes Vermögen, das heißt Ihren Kredit, vermindert; das bedeutet, mein lieber Herr Danglars, Ihre Haut ist durch einen Aderlaß geöffnet worden, der, viermal wiederholt, den Tod nach sich ziehen würde. Ei! ei! nehmen Sie sich in acht, Herr Danglars. Brauchen Sie Geld, soll ich Ihnen leihen?

Was für ein schlechter Rechner sind Sie! sagte Danglars, indem er seine ganze Philosophie und seine ganze Verstellungsgabe zu Hilfe rief; zu dieser Stunde ist das Geld durch andere Spekulationen, die mir gelungen sind, wieder in meine Kasse zurückgeflossen; das durch den Aderlaß entzogene Blut hat sich durch Nahrung wieder ersetzt. Ich habe eine Schlacht in Spanien verloren, ich bin in Triest geschlagen worden, doch meine Kriegsflotte in Indien wird wohl einige Gallionen genommen und meine Bergleute in Mexiko werden wohl eine Mine entdeckt haben.

Sehr gut! sehr gut! doch die Narbe bleibt und öffnet sich wieder bei dem nächsten Verluste.

Nein, ich bin meiner Sache ganz gewiß, fuhr Danglars mit der Alltagsberedsamkeit des Charlatans fort, der gewöhnt ist, seinen Kredit herauszustreichen; um mich zu stürzen, müßten drei Regierungen untergehen. Doch da wir von Geschäften reden, fügte er, froh, einen Grund zur Veränderung des Gespräches zu finden, hinzu, sagen Sie mir doch, was ich für Herrn Cavalcanti tun kann.

Geben Sie ihm Geld, wenn er einen Kredit auf Sie hat, und dieser Kredit Ihnen gut scheint.

Vortrefflich! er hat sich heute morgen bei mir eingefunden mit einer Anweisung von 40 000 Franken, zahlbar nach Sicht, auf Sie, unterzeichnet Busoni, und durch Sie mit Ihrem Indossement an mich zurückgeschickt; Sie begreifen, daß ich ihm auf der Stelle seine vierzig Scheine auszahlte.

Monte Christo machte mit dem Kopfe ein Zeichen, das seine ganze Beistimmung andeutete.

Doch das ist noch nicht alles, fuhr Danglars fort; er hat seinem Sohne bei mir einen Kredit eröffnet.

Sagen Sie, wieviel gibt er dem jungen Manne, wenn ich, ohne unbescheiden zu sein, fragen darf?

5000 Franken monatlich.

60 000 Franken jährlich. Ich dachte mir's, sagte Monte Christo, die Achseln zuckend, die Cavalcanti sind Filze. Was soll der junge Mann mit 5000 Franken monatlich machen?

Sie begreifen, wenn er ein Paar tausend Franken mehr braucht . . .

Tun Sie das nicht, der Vater würde Sie nicht entschädigen; Sie kennen diese italienischen Millionäre nicht, es sind wahre Geizhälse. Und durch wen ist dieser Kredit eröffnet worden?

Oh! durch das Haus Fenzi, eines der besten in Florenz.

Ich will durchaus nicht sagen, daß Sie dabei Gefahr laufen; doch halten Sie sich genau an den Buchstaben des Kreditbriefes.

Sie hätten also kein Vertrauen zu diesem Cavalcanti?

Ich würde ihm sechs Millionen auf seine Unterschrift geben. Seines gehört zu den Vermögen zweiten Ranges, nach meiner Einteilung, mein lieber Herr Danglars.

Und wie einfach ist er dabei! Ich hätte ihn für einen Major gehalten, nichts anderes.

Und Sie würden ihm damit, denke ich, noch eine Ehre angetan haben, denn in der Tat, er besticht nicht durch sein Aussehen. Als ich ihn zum erstenmal sah, machte er auf mich den Eindruck eines alten, unter der Epaulette verschimmelten Leutnants. Doch alle Italiener sind so; sie gleichen alten Juden, wenn sie nicht wie die Magier des Orients blenden.

Der junge Mann sieht besser aus, sagte Danglars.

Ja, vielleicht ein wenig schüchtern, doch im ganzen kam er mir anständig vor. Ich war seinetwegen in Unruhe.

Warum?

Weil er, als Sie ihn in meinem Hause gesehen haben, wenigstens, wie er mir sagt, eben erst in die Welt eingetreten ist. Er reiste mit einem sehr strengen Hofmeister und war nie in Paris.

Alle diese Italiener von Stande haben die Gewohnheit, sich untereinander zu verheiraten, nicht wahr? fragte Danglars scheinbar gleichgültig; sie lieben es, ihre Reichtümer znsammenzuhäufen.

Gewöhnlich machen sie es allerdings so; doch Cavalcanti ist ein Original und tut nichts wie die anderen. Ich lasse es mir nicht nehmen, daß er seinen Sohn nach Frankreich schickt, damit er hier eine Fran findet.

Und Sie haben von seinem Vermögen sprechen hören?

Dies ist eben eine zweifelhafte Sache; die einen gestehen ihm Millionen zu, die andern behaupten, er besitze keinen Heller.

Und was ist Ihre Meinung?

Darauf können Sie sich nicht stützen, denn sie ist ganz persönlich.

Und Sie glauben . . .

Ich glaube, daß alle diese alten Podestas, alle diese ehemaligen Condottieri, denn die Cavalcanti haben Heere befehligt und Provinzen regiert, ich glaube, sage ich, daß sie Millionen in Winkeln vergraben haben, die nur ihre Erstgeborenen kennen und deren Kenntnis so von Geschlecht zu Geschlecht überliefert wird.

Das ist gut, rief Danglars, und um so mehr, als man von allen diesen Leuten nicht weiß, ob sie auch nur einen Quadratzoll Land besitzen.

Mindestens sehr wenig, ich weiß es wohl, denn ich kenne als Cavalcantis Grundbesitz nur seinen Palast in Lucca.

Ah! er hat einen Palast! sagte Danglars lachend, das ist schon etwas.

Ja, und er vermietet ihn an den Minister der Finanzen, während er selbst in einem kleinen Häuschen wohnt. Oh! ich habe es Ihnen gesagt, ich halte ihn für einen großen Geizhals.

Sie schmeicheln ihm nicht.

Hören Sie, ich kenne ihn kaum und habe ihn höchstens dreimal in meinem Leben gesehen; was ich weiß, weiß ich von dem Abbé Busoni und von ihm selbst. Er sprach heute morgen mit mir über seine Absichten mit seinem Sohn und ließ durchblicken, daß er es müde sei, in Italien, das ein totes Land sei, beträchtliche Fonds schlummern zu lassen, und ein Mittel suche, um entweder in Frankreich oder in England seine Millionen nutzbar zu machen. Doch wollen Sie immerhin bemerken, daß ich für nichts stehe, obschon ich zu dem Abbé Busoni persönlich das größte Zutrauen hege.

Gleichviel, ich danke Ihnen für den Kunden, den Sie mir zugeschickt haben; es steht ein guter Name mehr in meinen Registern, und mein Kassierer, dem ich erklärte, wie es mit diesem Cavalcanti steht, ist ganz stolz darauf. Doch sagen Sie, – die Frage kommt mir nur eben in den Mund – geben diese Leute ihren Söhnen, wenn sie sie verheiraten, eine Mitgift?

Ei, mein Gott! jenachdem. Ich kannte einen italienischen Fürsten, so reich wie ein Goldbergwerk, einen der ersten Namen von Toskana. Verheirateten sich seine Söhne nach seinem Gefallen, so gab er ihnen Millionen; verheirateten sie sich gegen seinen Willen, so beschränkte er sich darauf, ihnen eine Rente von dreißig Talern monatlich auszusetzen. Nehmen wir an, Andrea verheirate sich nach den Ansichten seines Vaters, so wird er ihm vielleicht eine, zwei, drei Millionen geben. Handelte es sich z. B. um die Tochter eines Bankiers, so würde er wohl Teilhaber des Hauses werden. Mißfällt ihm dagegen seine Schwiegertochter, dann gute Nacht! Der Cavalcanti steckt den Schlüssel in seine Kasse, dreht ihn zweimal um, und mein Andrea ist genötigt, davon zu leben, daß er die Karten zeichnet und die Würfel kneipt.

Der junge Mann wird eine bayerische oder eine peruanische Prinzessin finden; er wird eine Krone haben wollen.

Nein, diese vornehmen Herren heiraten häufig einfache Sterbliche; sie lieben es, das Blut zu mischen. Doch sagen Sie, wollen Sie Andrea verheiraten, lieber Herr Danglars, daß Sie alle diese Fragen an mich stellen?

Meiner Treu, es scheint mir keine schlechte Spekulation zu sein, und ich bin ein Spekulant.

Aber ich denke, nicht mit Ihrer Fräulein Tochter? Sie wollen doch wohl nicht den armen Andrea von Albert ins Jenseits befördern lassen?

Albert, versetzte Danglars die Achseln zuckend, dem liegt gerade etwas daran!

Er ist doch der Verlobte Ihrer Tochter?

Das heißt, Herr von Morcerf und ich sprachen zuweilen von dieser Heirat, aber Frau von Morcerf und Albert . . .

Halten Sie diesen für keine gute Partie?

Jedenfalls denke ich, Fräulein Danglars ist so viel wert wie Herr von Morcerf.

Fräulein Danglars' Mitgift wird in der Tat nicht übel sein, daran zweifle ich nicht, besonders wenn der Telegraph keine neuen Torheiten begeht.

Oh! es handelt sich nicht allein um Mitgift. Aber sagen Sie mir doch bei dieser Gelegenheit, warum haben Sie Morcerf und seine Familie nicht eingeladen?

Ich habe dies getan, doch er entschuldigte sich um einer Reise nach Treport mit Frau von Morcerf, der man die Seeluft angeraten habe.

Ja, ja, sagte Danglars lachend, die muß ihr wohl gut bekommen? – Warum dies? – Weil es die Luft ist, die sie in ihrer Jugend einatmete.

Monte Christo ließ diesen Witz vorübergehen, ohne daß er ihn zu beachten schien.

Aber wenn Albert auch nicht so reich ist, wie Fräulein Danglars, sagte der Graf, so können Sie doch nicht leugnen, daß er einen schönen Namen führt?

Gerade darum würde ich Herrn Andrea Cavalcanti Herrn Albert von Morcerf vorziehen.

Ich denke die Morcerf stehen den Cavalcanti nicht nach, entgegnete Monte Christo.

Die Morcerf! . . . Herr Graf, nicht wahr, Sie sind ein Kenner von Wappen?

Ein wenig.

Nun wohl, schauen Sie die Farbe des meinigen an; sie ist haltbarer, als die von Morcerfs Wappen.

Warum dies?

Weil ich, wenn ich auch nicht Baron von Geburt bin, doch wenigstens Danglars heiße, während er nicht Morcerf heißt.

Wie, er heißt nicht Morcerf?

Keineswegs, mich hat man zum Baron gemacht, und somit bin ich es.

Unmöglich.

Hören Sie, lieber Graf, fuhr Danglars fort, Herr von Morcerf ist mein Freund, oder vielmehr mein Bekannter seit dreißig Jahren. Wohl! als ich noch ein kleiner Kommis war, war Morcerf ein einfacher Fischer, namens Fernand Mondego.

Wissen Sie das sicher?

Er hat, bei Gott! Fische genug an mich verkauft, daß ich ihn kenne.

Warum würden Sie ihm dann Ihre Tochter geben?

Weil Fernand und Danglars beide geadelte, beide reich gewordene etwa gleichwertige Emporkömmlinge sind, abgesehen von gewissen Dingen, die man von ihm gesagt und nie von mir gesehen hat.

Ah! ja, ich begreife; was Sie hier sprechen, frischt mein Gedächtnis für den Namen Fernand Mondego auf. Ich habe diesen Namen in Griechenland gehört.

In Zusammenhang mit Ali Pascha? – Ganz richtig. – Das ist eben das Geheimnis, und ich gestehe, ich hätte viel darum gegeben, es zu entdecken. – Das wäre nicht schwierig, wenn Sie große Lust dazu hätten. – Wieso? – Ohne Zweifel haben Sie einen Korrespondenten in Janina? – In Janina? Ja! – Gut, so schreiben Sie an ihn und fragen ihn, welche Rolle in der Katastrophe von Ali Tependelini ein Franzose namens Fernand gespielt habe.

Sie haben recht! rief Danglars rasch aufstehend; ich will noch heute schreiben.

Tun Sie dies. Und wenn Sie irgend eine belastende Nachricht bekommen . . .

So teile ich sie Ihnen mit.

Sie werden mir ein Vergnügen bereiten.

Danglars eilte aus dem Zimmer und machte gleichsam nur einen Sprung in den Wagen.

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