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Der Graf von Monte Christo. Sechster Band.

Alexandre Dumas (der Ältere): Der Graf von Monte Christo. Sechster Band. - Kapitel 17
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typefiction
authorAlexander Dumas d. Ä.
titleDer Graf von Monte Christo. Sechster Band.
publisherFranckh'sche Verlagshandlung
illustratorFritz Bergen
translatorMax Pannwitz
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
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Die Sühne.

Es wäre schwierig, den Zustand der Betäubung zu beschreiben, in dem sich Herr von Villefort befand, als er den Palast verließ, das Fieber zu schildern, das jede Arterie schlagen, jede Faser seines Leibes erstarren ließ und jede Vene zum Zerspringen anschwellte. Er schleppte sich mühsam die Gänge entlang; er warf die Toga des Beamten von seinen Schultern, weil sie für ihn jetzt eine niederdrückende Last geworden war. Er kam wankend bis zur Cour Dauphine, erblickte seinen Wagen, öffnete selbst den Schlag und sank, mit dem Finger die Richtung des Faubourg Saint-Honoré andeutend, auf die Kissen.

Das ganze Gewicht seines zusammengestürzten Glückes war auf sein Haupt gefallen; dieses Gewicht drückte ihn nieder, ohne daß er genau die Folgen davon kannte; er hatte diese nicht ermessen, er fühlte sie nur.

Gott! murmelte er, ohne nur zu wissen, was er sagte.

Der Wagen rollte rasch fort; heftig sich auf den Kissen hin und her bewegend, fühlte Villefort einen Gegenstand, der ihn belästigte, es war ein Fächer, den Frau von Villefort zwischen den Kissen des Wagens hatte liegen lassen; dieser Fächer erweckte eine Erinnerung, und diese Erinnerung war wie ein Blitz mitten in der Nacht.

Villefort dachte an seine Frau.

Oh! oh! rief er, als ob ein glühendes Eisen sein Herz durchdränge.

Seit einer Stunde hatte er in der Tat nur eine Seite seines Unglücks vor Augen, und nun bot sich seinem Geiste plötzlich eine andere, nicht minder furchtbare.

Diese Frau! Er war gegen sie kurz zuvor als unerbittlicher Richter verfahren, er hatte sie zum Tode verurteilt. Und vom Schrecken ergriffen, von Gewissensbissen niedergeschmettert, in den Abgrund der Schande gestürzt, den er durch die Beredsamkeit seiner vorwurfsfreien Tugend vor ihr geöffnet hatte, schwach und wehrlos gegen seine unumschränkte oberste Gewalt, schickte sich die arme Frau in diesem Augenblick vielleicht an, zu sterben!

Eine Stunde war seit ihrer Verurteilung abgelaufen. Ohne Zweifel stellte sie sich in dieser Minute in ihrem Gedächtnis alle ihre Verbrechen vor, bat Gott um Gnade und schrieb einen Brief, um auf den Knien die Verzeihung ihres tugendhaften Gatten anzuflehen, eine Verzeihung, die sie mit ihrem Tode erkaufte.

Villefort stieß ein zweites Gebrüll des Schmerzes und der Wut aus.

Ah! rief er, sich auf dem Atlaskissen seiner Karosse wälzend, diese Frau ist nur Verbrecherin geworden, weil sie mich berührt hat. Ich schwitze das Verbrechen aus, und sie ist davon angesteckt, wie man vom Typhus, von der Cholera, der Pest angesteckt wird, und ich bestrafe sie! Oh! nein! nein! sie wird leben . . . sie wird mir folgen . . . Wir fliehen, verlassen Frankreich und wandern fort und fort, solange uns die Erde trägt. Ich sprach zu ihr vom Schafott! . . . Großer Gott! Wie konnte ich es wagen, dieses Wort auszusprechen! Auch mich erwartet das Schafott . . . Wir werden fliehen . . . Ja, ich will ihr beichten; ja, jeden Tag will ich mich demütigen, ihr sagen, daß ich auch ein Verbrechen begangen habe. Oh! Herrliche Verbindung des Tigers und der Schlange! Oh! Würdige Frau eines Mannes, wie ich bin! Sie soll leben, meine Schande soll die ihrige noch überstrahlen und sie verschwinden lassen.

Villefort stieß heftig das Vorderfenster seines Coupés herab und rief mit einer Stimme, die den Kutscher von seinem Sitze auffahren ließ: Vorwärts! Geschwinder! Geschwinder!

Von Furcht getrieben, flogen die Pferde bis an sein Haus.

Ja, ja, wiederholte sich Villefort, während er sich seiner Wohnung näherte, ja, diese Frau soll leben, sie soll bereuen und meinen Sohn erziehen, mein armes Kind, das einzige Wesen meiner Familie, das außer dem unzerstörbaren Greise der Vernichtung entgangen ist. Sie liebte den Knaben; für ihn hat sie alles getan. Man darf nie an dem Herzen einer Mutter verzweifeln, die ihr Kind liebt; sie wird bereuen, und niemand wird erfahren, daß sie schuldig war. Die in meinem Hause verübten Verbrechen werden mit der Zeit vergessen; oder erinnern sich ihrer einige Feinde, so nehme ich sie auf das Register meiner Frevel. Meine Frau wird leben, sie wird noch glücklich sein, weil sich ihre ganze Liebe in ihrem Sohne zusammendrängt und ihr Sohn sie nicht verläßt. Ich werde eine gute Handlung verrichtet haben, und das erleichtert das Herz.

Und der Staatsanwalt atmete freier, als er es seit langen Minuten getan. Der Wagen hielt im Hofe des Hotels an.

Villefort stürzte von dem Fußtritt auf die Freitreppe; er sah, wie die Diener darüber staunten, daß er so schnell zurückkam. Er las nichts anderes auf ihrem Antlitz; keiner richtete das Wort an ihn; man blieb vor ihm stehen, wie gewöhnlich, um ihn vorbeigehen zu lassen – mehr nicht.

Er kam an Noirtiers Zimmer vorüber und erblickte durch die halb offene Türe etwas wie zwei Schatten; doch ihn kümmerte es nicht, wer bei seinem Vater war; seine Unruhe trieb ihn vorwärts.

Gut, sagte er, die kleine Treppe hinaufsteigend, die zu dem Vorplatze führte, auf den die Wohnung seiner Frau und Valentines Zimmer mündeten, gut, es hat sich hier nichts geändert.

Er schloß vor allem die Tür des Vorplatzes.

Niemand darf uns stören, sagte er; ich muß frei mit ihr sprechen, mich vor ihr anklagen, ihr alles mitteilen können.

Er näherte sich der Tür, legte die Hand auf den kristallenen Knopf, die Tür gab nach.

Nicht geschlossen! Oh! Gut, sehr gut! murmelte er und umfaßte mit einem Blicke den ganzen Salon. Niemand, sagte er; ohne Zweifel ist sie in ihrem Schlafzimmer.

Er eilte nach der Tür. Hier war der Riegel vorgeschoben. Schauernd blieb er stehen und rief: Heloise!

Es kam ihm vor, als verrücke man einen Schrank.

Heloise! wiederholte er.

Wer ist da? fragte die Stimme der Gerufenen.

Er glaubte, diese Stimme sei schwächer als gewöhnlich.

Öffnen Sie, öffnen Sie, rief Villefort, ich bin es.

Doch trotz dieses Befehles, trotz des ängstlichen Tones, mit dem er gegeben wurde, öffnete man nicht.

Villefort stieß die Tür mit einem Fußtritte ein.

Am Eingang des Zimmers, das in ihr Boudoir ging, stand Frau von Villefort, bleich, mit verzogenem Gesicht und schaute ihn mit furchtbar starren Augen an.

Heloise! rief er, was haben Sie, sprechen Sie!

Die junge Frau streckte ihre starre, leichenblasse Hand gegen ihn aus.

Es ist geschehen, mein Herr, sagte sie mit einem Röcheln, das ihren Schlund zu zerreißen schien: Was wollen Sie noch mehr von mir?

Und sie stürzte plötzlich zu Boden.

Villefort lief auf sie zu und faßte sie bei der Hand, in der sie krampfhaft ein kristallenes Fläschchen hielt.

Frau von Villefort war tot.

Außer sich vor Schrecken wich Villefort bis auf die Schwelle des Zimmers zurück und schaute die Leiche an.

Mein Sohn! rief er plötzlich, wo ist mein Sohn? Eduard! Eduard!

Er stürzte aus dem Zimmer und schrie nach Eduard mit einem solchen Tone der Angst, daß die Bedienten herbeiliefen.

Mein Sohn! Wo ist mein Sohn? fragte Villefort, man entferne ihn von dem Hause, er soll nicht sehen . . .

Herr Eduard ist nicht unten, antwortete der Kammerdiener.

Er spielt ohne Zweifel im Garten; seht nach! seht nach!

Nein, Herr Staatsanwalt, die gnädige Frau hat ihren Sohn vor ungefähr einer halben Stunde gerufen; Herr Eduard ist zu ihr hineingegangen und seitdem nicht mehr herausgekommen.

Ein eiskalter Schweiß überströmte Villeforts Stirn; seine Beine strauchelten, seine Gedanken fingen an, sich wie das in Unordnung gebrachte Räderwerk einer zerbrochenen Uhr in seinem Kopfe zu drehen.

Zu ihr! murmelte er, zu ihr! Und er kehrte langsam um und wischte sich mit einer Hand den Schweiß ab, während er sich mit der andern an die Wand stützte.

In das Zimmer zurückkehrend, mußte er abermals den Leichnam der unglücklichen Frau sehen.

Villefort fühlte seine Zunge im Schlunde gelähmt.

Eduard! Eduard! stammelte er.

Das Kind antwortete nicht; wo mochte das Kind sein, das nach Aussage der Diener zu seiner Mutter hineingegangen und nicht wieder herausgekommen war?

Villefort machte einen Schritt vorwärts.

Der Leichnam der Frau von Villefort lag quer vor der Tür des Boudoirs, in dem sich Eduard befinden mußte; dieser Leichnam schien mit starren, offenen Augen, mit einer gräßlichen, geheimnisvollen Ironie auf den Lippen an der Schwelle zu wachen.

Hinter dem Leichnam ließ der halbaufgehobene Türvorhang einen Teil des Boudoirs, ein Klavier und das Ende eines Diwans von blauem Atlas bemerken.

Villefort machte ein paar Schritte vorwärts und sah auf dem Sofa sein Kind liegen. Es schlief ohne Zweifel.

Er nahm das Kind in seine Arme, preßte es, schüttelte es, rief es; das Kind antwortete nicht. Er drückte seine gierigen Lippen auf seine Wangen; diese Wangen waren bleich und eisig; er rieb seine starren Glieder, er legte seine Hand auf sein Herz, – das Herz schlug nicht mehr. Das Kind war tot.

Ein viereckiges zusammengelegtes Papier fiel aus Eduards Brust. Wie vom Blitze getroffen, sank Villefort auf seine Knie; das Kind entschlüpfte seinen schlaffen Armen und rollte an die Seite seiner Mutter.

Villefort hob das Papier auf, erkannte die Schrift seiner Frau und durchlief es gierig. Es enthielt folgende Worte: Sie wissen, ob ich eine gute Mutter war, da ich mich für meinen Sohn zur Verbrecherin gemacht habe. Eine gute Mutter reist nicht ohne ihren Sohn!

Villefort wollte seinen Augen nicht trauen, seiner Vernunft nicht glauben; er schleppte sich zu Eduards Körper, untersuchte ihn noch einmal mit ängstlicher Aufmerksamkeit, und ein herzzerreißender Schrei drang aus seiner Brust hervor.

Gott! murmelte er beständig, Gott!

Die beiden Opfer flößten ihm Entsetzen ein; er fühlte, wie sich der Schauer der die zwei Leichname bergenden Einsamkeit seiner bemächtigte. Er beugte sein Haupt unter dem Gewichte der Schmerzen, er erhob sich auf seine Knie, schüttelte seine von Schweiß feuchten, vor Schrecken emporgesträubten Haare, – und er, der nie Mitleid mit jemand gehabt hatte, suchte den Greis, seinen Vater, auf, um irgend jemand zu haben, dem er sein Unglück erzählen, bei dem er weinen könnte.

Noirtier schien aufmerksam, freundlich auf den wie gewöhnlich ruhigen und kalten Abbé Busoni zu hören.

Als Villefort den Abbé erblickte, fuhr er mit der Hand nach seiner Stirn. Die Vergangenheit kehrte zu ihm zurück; er erinnerte sich des Besuches, den er dem Abbé zwei Tage nach dem Mittagsmahle in Auteuil gemacht, und des Besuches, den ihm der Abbé am Todestage von Valentine abgestattet hatte.

Sie hier, mein Herr! sagte er; Sie erscheinen also immer nur in diesem Hause, um den Tod zu geleiten?

Busoni richtete sich auf. Als er die verstörten Gesichtszüge des Beamten, den wilden Glanz seiner Augen wahrnahm, begriff er, oder glaubte er zu begreifen, daß die Szene vor dem Schwurgericht sich abgespielt hatte; das übrige wußte er nicht.

Ich bin damals gekommen, um bei dem Leichnam Ihrer Tochter zu beten, antwortete Busoni.

Und warum kommen Sie heute hierher?

Ich komme, um Ihnen zu sagen, daß Sie Ihre Schuld hinreichend bezahlt haben, und daß ich von diesem Augenblicke an Gott bitten werde, er möge zufrieden sein, wie ich.

Mein Gott! rief Villefort erschreckt zurückweichend, diese Stimme ist nicht die des Abbés Busoni!

Nein.

Der Abbé riß seine falsche Tonsur ab, schüttelte den Kopf, und seine langen, schwarzen Haare fielen, vom Zwange befreit, auf seine Schultern herab und umrahmten sein männliches Antlitz.

Es ist das Gesicht des Herrn von Monte Christo, rief Villefort mit stieren Augen.

Auch das ist es nicht, Herr Staatsanwalt, suchen Sie besser und ferner.

Diese Stimme! Diese Stimme! Wo habe ich sie zum ersten Male gehört?

Sie haben sie zum ersten Male in Marseille gehört vor einundzwanzig Jahren, am Tage Ihrer Verlobung mit Fräulein von Saint-Meran. Suchen Sie in Ihren Akten!

Sie sind nicht Busoni? Sie sind nicht Monte Christo? Mein Gott, Sie sind jener verborgene Todfeind! Ich habe in Marseille etwas gegen Sie getan, oh! wehe mir!

Ja, du hast recht, sagte der Graf, die Arme über seiner breiten Brust kreuzend; suche! suche!

Aber was habe ich dir denn getan? rief Villefort, dessen Geist bereits auf der Grenze schwebte, wo sich Vernunft und Unvernunft vermengen und der Wahnsinn droht, was habe ich dir getan? Sage! Sprich!

Sie haben mich zu einem langsamen, gräßlichen Tode verurteilt, Sie haben meinen Vater getötet, Sie haben mir mit der Freiheit die Liebe und mit der Liebe das Glück geraubt!

Wer sind Sie? Mein Gott! Wer sind Sie denn?

Ich bin das Gespenst eines Unglücklichen, den Sie in dem Kerker des Schlosses If begraben haben. Diesem aus seinem Grabe hervorgegangenen Gespenst hat Gott die Maske des Grafen von Monte Christo gegeben, er hat es mit Diamanten und Gold bedeckt, damit Sie es erst heute erkennen sollen.

Ah! Ich erkenne dich, ich erkenne dich! sprach der Staatsanwalt; du bist . . .

Ich bin Edmond Dantes!

Du bist Edmond Dantes! rief der Staatsanwalt, den Grafen beim Handgelenke fassend, so komm.

Und er zog ihn nach der Treppe, zu der ihm Monte Christo, ohne zu wissen, wohin ihn der Staatsanwalt führte, aber eine neue Katastrophe ahnend, folgte.

Sieh, Edmond Dantes, sagte er, dem Grafen den Leichnam seiner Frau und den Körper seines Sohnes zeigend; sieh hier! Bist du gerächt?

Monte Christo erbleichte bei diesem furchtbaren Schauspiel; er begriff, daß er die Rechte der Rache überschritten hatte; er begriff, daß er nicht mehr sagen konnte: Gott ist für mich und mit mir.

Er warf sich mit einer Empfindung unaussprechlicher Angst auf den Körper des Kindes, öffnete seine Augen, befühlte seinen Puls und stürzte mit ihm in Valentines Zimmer, das er doppelt schloß.

Mein Kind, rief Villefort, er trägt den Leichnam meines Kindes fort! Oh! Fluch! Unglück! Tod über dich!

Und er wollte Monte Christo nachstürzen; aber er fühlte, daß seine Füße wie in einem Traume Wurzel faßten, seine Augen erweiterten sich, als wollten sie ihre Höhlen sprengen. Die Adern seiner Schläfen schwollen an.

Diese Starrheit dauerte mehrere Minuten, bis die gräßliche Umwälzung der Vernunft vollbracht war. Dann stieß er einen Schrei aus, schlug ein langes Gelächter an und stürzte nach der Treppe.

Eine Viertelstunde nachher öffnete sich das Zimmer Valentines wieder, und der Graf von Monte Christo erschien auf der Schwelle. Er war bleich, sein Auge finster, seine Brust gepreßt. Alle Züge des sonst so ruhigen Gesichtes waren vom Schmerz verstört.

Er hielt in seinen Armen das Kind, dem keine Hilfe das Leben hatte zurückgeben können.

Der Graf setzte ein Knie auf die Erde und legte den Knaben mit frommer Gebärde neben seiner Mutter so nieder, daß sein Kopf auf ihrer Brust ruhte.

Dann stand er auf, ging hinaus und fragte einen Bedienten: Wo ist Herr von Villefort?

Der Bediente streckte, ohne zu antworten, die Hand nach dem Garten aus. Monte Christo stieg die Treppe hinab, schritt auf den bezeichneten Ort zu und sah mitten unter seinen Dienern Villefort, der, einen Spaten in der Hand, die Erde mit einer Art von Wut durchwühlte und vor sich hinmurmelte: Es ist noch nicht hier, es ist noch nicht hier!

Monte Christo näherte sich ihm und sprach ganz leise, mit beinahe demütigem Tone: Mein Herr, Sie haben einen Sohn verloren; doch . . .

Villefort unterbrach ihn; er hatte weder gehört noch gesehen. Oh! Ich werde ihn wiederfinden, sagte er; Sie mögen immerhin behaupten, er sei nicht da, ich werde ihn wiederfinden, und müßte ich bis zum Tage des jüngsten Gerichtes suchen.

Monte Christo wich voll Schrecken zurück. Ha! er ist wahnsinnig, murmelte er. Und als hätte er befürchtet, die Mauern des verfluchten Hauses könnten über ihm einstürzen, lief er auf die Straße, zum ersten Male zweifelnd, ob er das Recht gehabt, zu tun, was er getan.

Oh! Genug, genug damit, sagte er, retten wir den letzten!

Monte Christo kam nach Hause und traf Morel, der in dem Hotel der Champs-Elysées umherirrte, schweigsam wie ein Schatten, der den von Gott bestimmten Augenblick, um in sein Grab zurückzukehren, erwartet.

Treffen Sie Ihre Vorkehrungen, Maximilian, sagte er, freundlich lächelnd, zu ihm, wir verlassen morgen Paris.

Haben Sie nichts mehr hier zu tun? fragte Morel.

Nein, antwortete Monte Christo, und Gott wolle, daß ich nicht zu viel getan habe.

Am andern Tage reisten sie wirklich, nur von Baptistin begleitet, ab. Haydee hatte Ali mitgenommen, Bertuccio blieb bei Noirtier.

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