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Der gestiefelte Kater

Ludwig Tieck: Der gestiefelte Kater - Kapitel 18
Quellenangabe
typefairy
booktitleDie Märchen aus dem Phantasus. Dramen
authorLudwig Tieck
year1978
publisherWinkler Verlag
addressMünchen
isbn3-538-05212-3
titleDer gestiefelte Kater
pages205-266
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1797
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Sechste Szene

Eine andere Gegend an einem Flusse.

Gottlieb: Da steh ich nun hier schon seit zwei Stunden und warte auf meinen Freund Hinze. – Er kömmt immer noch nicht. – Da ist er! Aber wie er läuft! Er scheint ganz außer Atem.

Hinze kömmt gelaufen.

Hinze: Nun, Freund Gottlieb, zieh dir geschwind die Kleider aus.

Gottlieb: Die Kleider?

Hinze: Und dann springe hier ins Wasser. –

Gottlieb: Ins Wasser?

Hinze: Und dann werf ich die Kleider in den Busch. –

Gottlieb: In den Busch?

Hinze: Und dann bist du versorgt

Gottlieb: Das glaub ich selber; wenn ich ersoffen bin, und die Kleider weg sind, bin ich versorgt genug.

Hinze: Es ist nicht Zeit zum Spaßen. –

Gottlieb: Ich spaße gar nicht. Hab ich darum hier warten müssen?

Hinze: Zieh dich aus!

Gottlieb: Nun, ich will dir alles zu Gefallen tun.

Hinze: Komm, du sollst dich nur ein wenig baden. Er geht mit ihm ab, und kömmt mit den Kleidern zurück, die er in den Busch hineinwirft. – Hülfe! Hülfe! Hülfe!

Die Kutsche fährt vor, der König sieht aus dem Schlage.

König: Was gibt's denn, Jäger? Warum schreist du so?

Hinze: Hülfe, Ihre Majestät, der Graf von Carabas ist ertrunken.

König: Ertrunken!

Prinzessin im Wagen: Carabas!

König: Meine Tochter in Ohnmacht! – Der Graf ertrunken!

Hinze: Er ist vielleicht noch zu retten, er liegt dort im Wasser.

König: Bediente! wendet alles, alles an, den edlen Mann zu erhalten.

Ein Bedienter: Wir haben ihn gerettet, Ihro Majestät.

Hinze: Unglück über Unglück, mein König. – Der Graf hatte sich hier in dem klaren Flusse gebadet, und ein Spitzbube hat ihm die Kleider gestohlen.

König: Schnallet gleich meinen Koffer ab! Gebt ihm von meinen Kleidern! – Ermuntre dich, Tochter, der Graf ist gerettet.

Hinze: Ich muß eilen. Geht ab.

Gottlieb in den Kleidern des Königs.

Gottlieb – Ihro Majestät. –

König: Das ist der Graf! Ich kenne ihn an meinen Kleidern! Steigen Sie ein, mein Bester – was machen Sie? – Wo kriegen Sie all die Kaninchen her? – Ich weiß mich vor Freude nicht zu lassen! – Zugefahren, Kutscher! –

Der Wagen fährt schnell ab.

Ein Bedienter: Da mag der Henker so schnell hinaufkommen – nun hab ich das Vergnügen zu Fuße nachzulaufen, und naß bin ich überdies noch wie eine Katze. Geht ab.

Leutner: Wie oft wird denn der Wagen noch vorkommen! – Diese Situation wiederholt sich auch gar zu oft.

Wiesener: Herr Nachbar! – Sie schlafen ja.

Nachbar: Nicht doch – ein schönes Stück!

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