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Joachim Wilhelm von Brawe: Der Freigeist - Kapitel 5
Quellenangabe
typetragedy
booktitleDer Freigeist
authorJoachim Wilhelm von Brawe
year2001
titleDer Freigeist
senderffischer@texttech.de
firstpub1757
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Vierter Auftritt.

Widston.

Widston. Welch entsetzliches Vorhaben! – welch ein Gemisch von Frevel, von Unmenschlichkeit, von widernatürlichen – wie soll ich es nennen? Kein Wort vermag die Abscheulichkeiten dieses Anschlags auszudrücken – ich zittre – wie schrecklich, wie ungeheuer muß er sein! Mir erweckt er Grausen – mir, der ich ein so gefälliger Diener der Bosheit meines Herrn bin, mir, der ich Verbrechen genug verübt, selbst dieses Unmenschen Vertrauen zu gewinnen; – mich lehrt er das entwohnte Mitleiden, die vergeßne Menschlichkeit wieder – ja, ich folge ihrem Rufe, ich folge dem deinigen, o Himmel! Vielleicht öffnest du mir hier einen Weg, alle meine Verbrechen zu vergüten; ich entdecke es dem Clerdon – doch die wütende Rache meines Herrn, wenn er es erführe – ein entsetzlicher Tod – und schreckte er dich, Elender, wenn du zum Frevel eiltest? Nur dann, wenn Tugend ihn auffordert, versagt sich dein Mut ihr – und dennoch könnte man vielleicht – Clerdon kömmt, ich muß ihn vermeiden. In dieser Ungewißheit und Zerrüttung kann ich ihn ohnmöglich sprechen. Ich gehe, ein Mittel zu erfinden, ihn und mich zugleich zu retten.

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