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Der Fall der Margaret Odell

S. S. van Dine: Der Fall der Margaret Odell - Kapitel 22
Quellenangabe
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typefiction
authorS. S. Van Dine
titleDer Fall der Margaret Odell
publisherVerlag des Druckhauses Tempelhof
printrun31.-55. Tausend
year1949
translatorHans Schiebelhuth
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
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Ein Widerspruch in den Daten

Sonnabend, 15. Sept., 9 Uhr vormittags

Am nächsten Morgen, fünf Minuten nach neun, kamen Markham, Vance und ich auf das Polizeipräsidium. Heath, mit Cleaver im Schlepptau, wartete bereits im Anmeldezimmer.

Als Cleaver eintrat, merkte man ihm an, daß Heath nicht gerade rücksichtsvoll mit ihm umgegangen war. Er sah Markham mit kalten, haßerfüllten Blicken an.

»Befinde ich mich vielleicht in Arrest?« fragte er mit unterdrückter Wut.

»Vorläufig noch nicht«, sagte Markham kurz. »Aber wenn Sie es wären, hätten Sie es sich selbst zuzuschreiben. Nehmen Sie Platz!«

»Warum wurde ich von diesem Detektiv da«, er deutete mit dem Daumen auf Heath, »um halb acht aus dem Bett geholt und mit Haftbefehlen und Gefängniswagen bedroht, weil ich gegen diesen Übergriff Einspruch erhob?«

»Sie sind lediglich mit dem gesetzlichen Verfahren bedroht worden für den Fall, daß Sie meiner Einladung nicht willig Folge leisten würden. Sonnabend ist nur ein halber Arbeitstag hier auf dem Amt, und ich brauchte unverzüglich einige Erklärungen von Ihnen.«

»Verdammt will ich sein, wenn ich Ihnen unter diesen Umständen was erkläre!« Trotz seiner Kaltblütigkeit war es schwer für Cleaver, sich zu beherrschen. »Ich bin kein Taschendieb, daß Sie mich hierherzerren können, wann es Ihnen paßt, mich zu schikanieren.«

»Das freut mich.« Markham sprach unheilverkündend. »Da Sie sich also weigern, als freier Staatsbürger Ihre Angaben zu machen, bleibt mir nichts andres übrig, als Ihren gegenwärtigen legalen Status zu ändern.« Er wandte sich an Heath. »Sergeant, gehen Sie rüber und lassen Sie sich einen Verhaftungsbefehl für Charles Cleaver ausstellen. Dann sperren Sie diesen Herrn ein!«

Cleaver gab sich einen Ruck und zog den Atem zischend ein.

»Auf welche Anschuldigung hin?« begehrte er auf.

»Des Mordes an Margaret Odell!«

Der Mann sprang auf. Sein Gesicht war fahl geworden, und seine Kaumuskeln arbeiteten krampfhaft.

»Halt! Sie gehen verflucht rauh mit mir um! Sie werden kein Glück damit haben. Sie können tausend Jahre warten, bis Sie diese Anschuldigung nachweisen können.«

»Vielleicht auch nicht! Aber wenn Sie hier nicht reden wollen, dann werde ich Sie vor Gericht zur Aussage zwingen.«

»Ich werde hier reden.« Cleaver setzte sich wieder. »Was wollen Sie wissen?«

Markham nahm eine Zigarre und zündete sie gemächlich an.

»Zunächst: warum haben Sie mir gesagt, daß Sie Montag nacht in Boonton waren?«

Cleaver hatte diese Frage erwartet.

»Als ich vom Tod des Kanarienvogels las, wollte ich ein Alibi haben. Mein Bruder hatte mir grade die Vorladung gezeigt, die ihm wegen Schnellfahrens in Boonton ausgestellt worden war. Da war das Alibi fix und fertig in meiner Hand. So benutzte ich es.«

»Warum brauchten Sie denn überhaupt ein Alibi?«

»Ich brauchte es nicht grade, aber ich dachte, es könnte mir Scherereien ersparen. Es war bekannt; daß ich mit der Odell rumgelaufen war, ein paar Leute wußten sogar, daß sie Geld von mir erpreßt hatte, ich Idiot hatte es rumerzählt.«

»Ist das der einzige Grund, weshalb Sie dieses Alibi angaben?« Markham sah ihn scharf an.

»Ist das nicht Grund genug? Man hätte mir doch die Erpressung als Motiv zugeschoben!«

»Es bedarf mehr als eines Motivs, um unangenehmen Verdacht zu erregen.«

»Mag sein. Mir lag nur daran, nicht in die Sache reingezogen zu werden. Sie können mir keinen Vorwurf daraus machen, daß ich mir die Angelegenheit vom Leib halten wollte.«

Mit einem drohenden Lächeln lehnte sich Markham nach vorn.

»Die Tatsache, daß Miß Odell Geld von Ihnen erpreßt hat, war für Sie nicht der einzige Grund, mich wissentlich irrezuführen. Sie war nicht einmal der Hauptgrund.«

Cleaver saß wie ein Standbild.

»Sie wissen offenbar mehr darüber als ich selber.« Er brachte es fertig, seine Worte beiläufig klingen zu lassen.

»Das nicht, aber immerhin beinah so viel«, verbesserte Markham. »Wo waren Sie Montag zwischen elf und Mitternacht?«

»Das scheint eines von den Dingen zu sein, die Sie wissen.«

»Stimmt! Sie waren in Miß Odells Wohnung.«

Cleaver lächelte höhnisch, aber es gelang ihm nicht, den Schock, den Markhams Anklage ihm versetzt hatte, zu verbergen.

»Sie beweisen mir, daß Sie es trotzdem nicht wissen. Ich habe seit zwei Wochen keinen Fuß in Miß Odells Wohnung gesetzt.«

»Ich habe die Aussage zuverlässiger Zeugen, die das Gegenteil behaupten.«

»Zeugen?« kam es gepreßt von Cleavers Lippen.

Markham nickte. »Sie wurden gesehen, als Sie Miß Odells Wohnung verließen und durch die Seitentür weggingen, und zwar Montag nacht, fünf Minuten vor zwölf.«

Cleaver sperrte den Mund auf. Er atmete hörbar.

»Und zwischen halb zwölf und Mitternacht«, fuhr Markham unerbittlich fort, »ist Miß Odell erwürgt worden. Was sagen Sie dazu?«

Eine gespannte Stille trat ein. Schließlich sagte Cleaver: »Darüber muß ich nachdenken.«

Markham wartete geduldig. Nach mehreren Minuten riß sich Cleaver zusammen. Er war wieder der kalte, selbstbeherrschte Spieler.

»Ich werde Ihnen jetzt erzählen, was ich in jener Nacht tat, und Sie können es annehmen oder es bleiben lassen. Ich scher mich nicht drum, wieviel Zeugen Sie haben. Mehr werden Sie nicht aus mir rausbringen. Ich hätte es Ihnen gleich das erstemal erzählen sollen. Aber ich hatte keinen Grund, den Finger in den heißen Brei zu stecken.«

»Erzählen Sie!« befahl Markham.

»Nicht viel zu erzählen!« begann Cleaver. »Ich ging in Miß Odells Haus kurz vor Mitternacht, aber ich betrat die Wohnung nicht. Tatsächlich habe ich nicht einmal geklingelt.«

»Statten Sie Besuche gewöhnlich so ab?«

»Klingt komisch, nicht wahr? Aber es ist trotzdem die Wahrheit. Ich hatte vor, den Kanarienvogel zu besuchen, aber als ich vor der Tür stand, überlegte ich es mir anders.«

»Einen Augenblick! Wie sind Sie denn ins Haus gekommen?«

»Durch die Seitentür. Ich benutzte sie stets, wenn sie offen war. Miß Odell hatte mich darum gebeten.«

»Diese Seitentür war also nicht abgesperrt?«

»Wie hätte ich denn sonst reingekonnt? Selbst wenn ich einen Schlüssel gehabt hätte, hätte er mir nichts geholfen, denn die Tür wird von innen abgeriegelt. Allerdings muß ich sagen, daß dies das erstemal war, daß ich die Tür nachts unverriegelt fand.«

»Schön! Sie kamen zur Seitentür herein. Was dann?«

»Ich ging zur Tür von Miß Odells Wohnung und lauschte eine Minute lang. Ich dachte, sie könne Besuch haben, und wollte nur klingeln, falls sie allein war.«

»Verzeihen Sie meine Unterbrechung«, fiel Vance ein, »weshalb dachten Sie, es könne jemand drinnen sein?«

Der Mann zögerte.

»Vielleicht deshalb, weil Sie ein paar Minuten vorher bei Miß Odell angerufen hatten und eine Männerstimme am Apparat antwortete?«

Cleaver nickte langsam. »Ich habe keine Ursache, dies zu bestreiten: Ja, das war der Grund.«

»Was hat Ihnen dieser Mann am Apparat gesagt?«

»Verdammt wenig. Er sagte ›Hallo‹ und teilte mir mit, daß Miß Odell aus wäre ... Dann hängte er ab.«

Vance wandte sich an Markham. »Das erklärt Jessups Aussage über den kurzen Anruf bei der Odell zwanzig Minuten vor zwölf.«

»Vermutlich.« Markham sprach ohne Interesse. Er war zu begierig zu erfahren, was Cleaver weiter zu sagen hatte.

»Sie sagten, Sie lauschten an der Wohnungstür. Was hielt Sie davon ab zu klingeln?«

»Die Stimme eines Mannes in der Wohnung.«

»Eine Männerstimme? Sind Sie dessen sicher?« Markham richtete sich auf.

»Wie ich sagte, eine Männerstimme«, antwortete Cleaver nachdenklich. »Andernfalls hätte ich geklingelt.«

»Konnten Sie diese Stimme identifizieren?«

»Kaum. Sie war sehr undeutlich und klang ein bischen heiser. Sie war mir unbekannt. Ich glaube, sie gehörte demselben Mann, der mir am Telefon antwortete.«

»Konnten Sie verstehen, was gesprochen wurde?«

Cleaver runzelte die Stirn und sah an Markham vorbei ins Leere.

»Ich weiß, wie die Worte klangen«, sagte er sehr langsam. »Damals dachte ich mir nichts dabei.«

»Welches waren die Worte?« kam es ungeduldig von Markham.

»Soweit ich sie verstanden habe, waren die Worte: ›O mein Gott, o mein Gott‹, zwei- oder dreimal hintereinander.«

Eine längere Stille trat ein.

»Was taten Sie dann?« fragte Markham wieder.

»Ich ging leise den Korridor zurück und verließ das Haus durch die Seitentür. Dann ging ich heim.«

Wieder trat eine Stille ein. Schließlich richtete Vance sich in seinem Sessel auf.

»Sagen Sie, Mister Cleaver, was taten Sie zwischen zwanzig vor zwölf, als Sie Miß Odell angerufen hatten, und fünf vor zwölf, als Sie das Haus betraten?«

»Ich fuhr mit der Untergrundbahn von der 23. Straße rauf«, kam nach einer Weile die Antwort.

»Sonderbar.« Vance untersuchte das Mundstück seiner Zigarette. »Dann hätten Sie also unmöglich während dieser Viertelstunde jemanden antelefonieren können?«

Plötzlich entsann ich mich an Alys La Fosses Behauptung, daß Cleaver zehn vor zwölf bei ihr angerufen hätte. Cleaver wurde durch Vances Frage unsicher. Da er anscheinend befürchtete, sich zu sehr festzulegen, machte er eine Ausflucht.

»O doch! Ich hatte durchaus die Möglichkeit, jemand anzurufen, nämlich, als ich von der Untergrund heraufkam, bevor ich nach dem Block von Miß Odells Haus ging.«

»Durchaus!« murmelte Vance. »Aber immerhin, wenn man es mathematisch betrachtet – Sie rufen Miß Odell um zwanzig vor zwölf an – fahren mit der Untergrund von der 23. zur 72. Straße – gehen einen Straßenblock zu Fuß – treten in das Haus ein und horchen an der Tür – gehen um fünf vor zwölf wieder hinaus – dann können Sie nur schwerlich genügend Freizeit gehabt haben, um unterwegs jemanden anzurufen. Aber ich will mich nicht auf diesen Punkt versteifen. Ich möchte jedoch gar zu gern wissen, was Sie zwischen elf und elf Uhr vierzig taten, also ehe Sie Miß Odell anriefen.«

»Um Ihnen die Wahrheit zu sagen, ich war an diesem Abend ganz außer Fassung geraten. Ich wußte, Miß Odell war mit einem andern Mann ausgegangen. Sie hatte mich versetzt. Eine Stunde oder länger lief ich wütend und gekränkt in den Straßen herum.«

»In den Straßen?« Vance runzelte die Stirn.

»Ja! In den Straßen, wie ich Ihnen sagte«, bestätigte Cleaver feindselig. Er wandte sich ab und sah Markham berechnend an. »Sie erinnern sich, daß ich Ihnen von einem Doktor Lindquist sprach, von dem Sie vielleicht etwas erfahren könnten. Sind Sie der Sache mal nachgegangen?« –

Ehe Markham antworten konnte, fiel Vance ein:

»Ah, das ist's natürlich! Doktor Lindquist. – Soso! Sie sind in den Straßen rumgelaufen, Mr. Cleaver, wohlgemerkt, in den Straßen. Genau so! Sie sagen, ich wiederhole: Straßen! Und Sie, offenbar aus heiterem Himmel, fangen von Doktor Lindquist zu reden an. Warum denn? Niemand sprach von Doktor Lindquist. Aber das Wort Straßen stellte Ihnen die Gedankenverbindung her. Nett, sehr nett ... Nun habe ich eine andere Lücke im Rätsel ausgefüllt.«

Markham und Heath sahen Vance an, als ob er plötzlich verrückt geworden wäre. Vance wandte sich mit vielsagendem Lächeln an Cleaver.

»Es wird langsam Zeit, lieber Herr, daß Sie uns sagen, wo Sie und Doktor Lindquist sich trafen, während Sie in den Straßen rumstreiften. Wenn Sie es nicht tun, dann werde ich es Ihnen auf den Kopf zusagen. Darauf können Sie sich verlassen.«

Cleaver starrte unentwegt ins Leere. Eine geschlagene Minute verging, ehe er wieder sprach.

»Ich habe Ihnen bereits die Hauptsache erzählt. Hier ist der Rest ...« Er lachte ein kurzes, leises, unfrohes Lachen. »Ich ging kurz vor halb zwölf nach Miß Odells Haus. Ich dachte, um diese Zeit würde sie wieder zu Hause sein. Dort traf ich Doktor Lindquist. Er stand am Eingang zu der Passage, sprach mich an und sagte mir, daß jemand bei der Odell zu Besuch sei. Dann ging ich um die Ecke ins Ansonia-Hotel. Nach zehn Minuten rief ich bei Miß Odell an. Wie gesagt, ein Mann antwortete an ihrem Apparat. Ich wartete noch mal zehn Minuten und telefonierte dann einer Freundin der Odell, in der Hoffnung, eine kleine Gesellschaft zusammenzubringen. Das ließ sich aber nicht machen. So ging ich zum Haus zurück. Der Doktor war verschwunden. Ich ging die Passage runter und zum Seiteneingang ins Haus hinein. Nachdem ich eine Minute an der Tür der Wohnung gelauscht hatte und drinnen eine Männerstimme hörte, ging ich weg und machte mich auf den Heimweg. Das ist alles.«

In diesem Augenblick kam Swacker herein und flüsterte Heath etwas ins Ohr. Der Sergeant erhob sich bereitwillig und folgte dem Sekretär hinaus. Er kehrte sofort mit einem großen, wohlgefüllten Briefumschlag zurück.

Er reichte ihn Markham hin und sagte leise etwas dazu. Markham schien erstaunt und machte ein unwilliges Gesicht.

»Ich muß Sie bitten, ein paar Minuten im Anmeldezimmer zu warten. Eine andere wichtige Sache ist mir grade dazwischengekommen.«

Cleaver ging, ohne ein Wort zu sagen, hinaus. Markham öffnete den Briefumschlag.

»Ich mag solche Geschichten nicht, Sergeant. Ich sagte es Ihnen bereits gestern, als Sie den Vorschlag machten.«

Heath machte das nur wenig Eindruck. »Wenn diese Briefe in Ordnung sind, dann wird mein Mann sie so wieder zurückbringen, daß kein Mensch auf der Welt es merken kann. Aber wenn die Briefe den Cleaver als Lügner hinstellen, dann haben wir ja 'ne gute Entschuldigung, daß wir sie gegrapst haben.«

Aber Markham ließ sich auf nichts ein. Mißmutig fing er an, die Briefe zu überfliegen; den Daten schenkte er besonderes Augenmerk. Zwei Fotografien steckte er nach einem flüchtigen Blick wieder ins Bündel. Ein Blatt, auf dem anscheinend eine Federzeichnung gewisser Art war, zerriß er angewidert und warf die Fetzen in den Papierkorb. Drei Briefe legte er auf die Seite. Die übrigen steckte ex in den Umschlag zurück. Dann nickte er Heath zu.

»Rufen Sie Cleaver wieder herein.«

Er erhob sich und starrte zum Fenster hinaus.

Sobald Cleaver wieder Platz genommen hatte, sprach Markham, ohne sich umzudrehen: »Sie erzählten mir, Sie hätten im Juni Ihre Briefe von Miß Odell zurückgekauft. Erinnern Sie sich an das Datum?«

»Nicht genau«, sagte Cleaver leichthin. »Es war anfangs des Monats.«

Markham drehte sich schnell um und zeigte ihm die drei Briefe, die er beiseitegelegt hatte.

»Wie kommt es, daß Sie kompromittierende Briefe in Ihrem Besitz haben, die Sie erst spät im Juli an Miß Odell schrieben?«

»Sie sind natürlich auf dem gesetzlichen Wege zu diesen Briefen gekommen«, sagte Cleaver stoisch.

»Ich muß leider zugeben, daß diese Briefe aus Ihrer Wohnung geholt wurden. Ich versichere, es ist gegen meine Anordnung geschehen. Aber da die Papiere unerwarteterweise mir zu Händen gekommen sind, ist es wohl das klügste für Sie, wenn Sie sich darüber äußern. Es stand eine leere Dokumentenkassette in Miß Odells Wohnung. Allem Anschein nach ist sie Montag nacht ausgeraubt worden.«

»Ich verstehe«, lachte Cleaver heiser. »Tatsache ist, daß ich mein Erpressungsgeld nicht vor Mitte August, also vor drei Wochen, bezahlte. Ich gab an, es sei schon Anfang Juni gewesen, weil ich mir sagte, je älter die Affäre ist, desto weniger Aussicht besteht, daß ich verdächtigt werde.«

Markham hielt die Briefe unschlüssig in den Fingern. Es war Vance, der seiner Unentschlossenheit ein Ende machte.

»Ich denke«, sagte er, »du kannst ruhig Mr. Cleavers Erklärung anerkennen und ihm diese Papiere zurückgeben.«

Markham zögerte. Dann nahm er den großen Briefumschlag, steckte die drei Briefe zu den anderen und händigte Cleaver das Bündel aus.

»Es ist mir daran gelegen, Sie wissen zu lassen, daß die Wegnahme dieser Korrespondenz von mir nicht gebilligt wurde. Sie verbrennen am besten das Zeug. Ich will Sie nun nicht länger hier aufhalten. Aber, richten Sie Ihren Aufenthalt so ein, daß ich Sie erreichen kann.«

»Ich werden Ihnen nicht davonlaufen«, sagte Cleaver.

Heath geleitete ihn zum Fahrstuhl.

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