Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Erwin Rosen >

Der Deutsche Lausbub in Amerika - Dritter Teil

Erwin Rosen: Der Deutsche Lausbub in Amerika - Dritter Teil - Kapitel 1
Quellenangabe
pfad/rosen/lausbub3/lausbub3.xml
typeautobiography
authorErwin Rosen
titleDer Deutsche Lausbub in Amerika ? Dritter Teil
publisherVerlag Robert Lutz
printrunZweiundzwanzigste Auflage
year1913
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20081205
projectid52a99b8b
Schließen

Navigation:

Vorwort

Ein Wörtchen der Entschuldigung:

Es tut mir leid, daß ich die absonderlich wahre Geschichte von dem, was in sechs amerikanischen Lausbubenjahren erlebt, gesehen und gearbeitet wurde, betrüblicherweise durchaus nicht in harmonischer Abrundung beschließen kann. Wie erfreulich wäre es zum Beispiel gewesen, wenn sich der Lausbub zu gigantischem Milliardärtum emporgeschwungen hätte; wie nett, würde er einen Goldklumpen gefunden haben und stolz nach Hause zurückgekehrt sein wie die glücklichen Menschen im Märchen; wie gut und schön, hätte er nach diesen gärenden Zeiten der Lebensjagd sich zu klugem, weisem Tun gefunden!

Doch nichts von alledem war zu berichten.

Nur ein drittes Stück wirklichen Lebens konnte ich geben – nur ganz einfach erzählen, wie es mir im amerikanischen Sergeantenrock ergangen ist, was ich als Reporter im Dollarland getan und gesehen habe, in welchen Formen Menschen und Dinge sich in meinem Sinn einst spiegelten. Wer aus dem Erleben des kleinen Reporters das Wesen der amerikanischen Zeitung herausklügeln wollte, der wäre gar närrisch ...

Wer ein unerhörtes Abenteuer mitzuerleben vermeint, wenn er von der Venezuelafahrt liest, die mich zum guten Schluß in die Eigentümlichkeiten exotischer Zustände auf gar närrische Weise ein wenig hineingucken ließ und beinahe ein unfröhliches Ende genommen hätte – der sieht sehr gegen meinen Willen diese Dinge in einem falschen Licht! Denn so fremdartig die Abenteuerlein in diesen Büchern manchmal erscheinen mögen, so winzig und unbedeutend sind sie, gemessen am Maßstab der großen Wirklichkeiten, die in Hunderten und Aberhunderten von Erdenwinkeln und in den Schicksalen von Tausenden und Abertausenden von Menschen die Romantik unserer Zeit verkörpern und aus jedem Zeitungsblatt herauszuahnen sind. Nein; die äußeren Ereignisse in meinem amerikanischen Leben sind unwichtig. Wer aber aus all dem Auf und Nieder, aus all der Tollheit, aus all dem Arbeiten die frohe Lebensbejahung, das Unbekümmertsein, das lustige Sichherumschlagen mit den Nöten der Wirklichkeit herauszulesen und sich zu freuen vermag über die kraftvolle Sorglosigkeit der Jugend – der mag mir Freund und Bruder sein!

Denn er ist ein Mensch nach meinem Herzen.

Hamburg im Sommer 1913

Erwin Carlé (Erwin Rosen)

 Kapitel 2 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.