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Der Bund der Rothaarigen und andere Detektivgeschichten

Arthur Conan Doyle: Der Bund der Rothaarigen und andere Detektivgeschichten - Kapitel 2
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authorArthur Conan Doyle
titleDer Bund der Rothaarigen und andere Detektivgeschichten
publisherFranckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart
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In dem großen, dunkel getäfelten Wohnzimmer Doktor Watsons saßen die Gäste um den Kamin. Die Türen zum Garten standen offen, man hörte das feine gleichmäßige Rieseln des Regens auf den schon herbstgelben Blättern. Ein würziger Erdgeruch strömte herein. Das Feuer im Kamin gab dem halbdunkeln Raum wohlige Wärme. Die Schatten der Flammen tanzten an den Wänden, es war wie ein Spiel flüchtiger Gestalten, die sich immer wieder trennen, um sich immer aufs neue wieder zu vereinen.

Die Gespräche, die während des Abendessens so lebhaft geführt wurden, waren verstummt. Jedes überließ sich für eine Weile der Stille und Geborgenheit dieser Abendstunde, die noch erhöht wurde durch den leise fallenden Regen draußen und den eigenen Gedanken, die wie die Schatten an der Wand kamen und gingen, ohne Spuren zu hinterlassen.

»Es ist seltsam, Doktor«, nahm eine junge Frau das Wort und rückte ihren Sessel näher zum Feuer, »es ist seltsam, daß man Ihren Freund, Herrn Holmes, eigentlich nie bei Ihnen antrifft. Liebt er keine Gesellschaften oder hat er tatsächlich keine Zeit dafür?«

Die Frau des Arztes lächelte. »Beides mag wohl in gewissem Sinn zutreffen«, sagte sie. »Wenn Herr Holmes bei uns ist, hat er es auch meist sehr eilig, wieder wegzukommen. Und nicht selten entführt er mir bei dieser Gelegenheit auch meinen Mann«, setzte sie scherzend hinzu.

»Ich habe Herrn Holmes stark im Verdacht, daß er sich gern über uns Frauen lustig macht«, warf eine lebhafte dunkelhaarige Frau ein.

Doktor Watson blies mit leichtem Lächeln den Rauch seiner Zigarette in die Luft. »Es ist nicht ganz so, wie Sie denken«, sagte er. »Freilich hat mein Freund im Laufe seiner Tätigkeit schon allerlei Erfahrungen über weiblichen Scharfsinn gemacht, die – entschuldigen Sie, wenn ich es so offen bekenne – ihn nicht gerade von der überragenden Denkweise der Frau überzeugten, sondern ihn eher belustigten und seinen Spott hervorriefen. Doch einmal hat ihm die Schlauheit einer Frau auch tatsächlich Achtung abgerungen, ja, sie hat ihm dadurch sogar das Spotten abgewöhnt.«

»Wirklich, Doktor?« fragte die lebhafte kleine Frau. Und Kapitän Erswell bat: »Erzählen Sie, Doktor!«

»Ja, bitte, erzählen Sie!« fielen die übrigen Gäste mit ein.

»Schön«, sagte Doktor Watson. Er streckte sich behaglich in seinem Sessel aus, zündete sich eine neue Zigarette an und begann.

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