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James Fenimore Cooper: Der Bravo - Kapitel 7
Quellenangabe
typefiction
authorJames Fenimore Cooper
titleDer Bravo
publisherVerlag Das Neue Berlin, Berlin
isbn3-360-00073-0
translatorRichard Zoozmann
year1987
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
projectid258ed961
created20061222
modified20170303
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Sechstes Kapitel

»Hast du den bemerkt, der eben von mir ging?« fragte Signore Gradenigo eifrig.

»O ja!«

»Hinlänglich, um seine Gestalt und seine Züge wiederzuerkennen?«

»Es war ein Fischer von den Lagunen, namens Antonio.«

Der Senator ließ seinen ausgestreckten Arm sinken und sah den Bravo mit einem Blick an, in dem sich Erstaunen und Bewunderung mischten. Er fuhr fort, das Zimmer auf und nieder zu gehen, während der andere auf sein Geheiß wartete. So gingen ein paar Minuten hin.

»Du hast ein scharfes Auge, Jacopo«, hob der Patrizier nach dieser Pause wieder an. »Hast du mit dem Mann zu tun gehabt?«

»Niemals.«

»Und du weißt gewiß, daß es –«

»Ew. Exzellenz' Milchbruder ist.«

»Ich hab nicht gefragt, ob du von seiner Jugend und von seiner Geburt weißt, sondern von seinen gegenwärtigen Umständen«, sagte Signore Gradenigo und wandte sich ab, sein Gesicht vor dem brennenden Blicke Jacopos zu verbergen. »Hat ihn dir irgendein Mann von Bedeutung bezeichnet?«

»Nein! Mein Beruf hat mit Fischern nichts zu tun!«

»Unsere Schuldigkeit, junger Mann, kann uns noch in niedrigere Gesellschaft führen. Wer die schwere Last des Staates auf seinen Schultern hat, muß nicht die Beschaffenheit dessen, was er trägt, ansehen. Wie ist dir dieser Antonio bekannt geworden?«

»Ich hab ihn als einen Mann kennengelernt, den seine Kameraden schätzen, der sein Gewerbe versteht und sehr gewandt ist in den Kunststücken der Lagunen.«

»Du meinst, er ist ein Schmuggler?«

»Durchaus nicht. Er arbeitet viel zuviel von früh bis spät, um von was anderem zu leben als von seinem Gewerbe.«

»Du weißt, Jacopo, wie streng unsere Gesetze in bezug auf die Steuern sind.«

»Ich weiß, daß die Gerechtigkeit San Marcos nirgends leise auftritt, wo der eigene Vorteil angetastet wird.«

»Du bist nicht aufgefordert, über diesen Punkt Betrachtungen zu machen. Jener Mann pflegt um das Wohlwollen seiner Kameraden zu buhlen und seine Stimme zu erheben in Dingen, darüber nur seine Obern richtig urteilen können.«

»Signore, er ist alt, und das Alter löst die Zunge.«

»Das ist nicht Antonios Fall. Die Natur hat ihn nicht stiefmütterlich behandelt. Wären seine Geburt und seine Erziehung seinen Fähigkeiten angemessen, so würde er im Senat gern gehört worden sein. – Jetzt aber fürchte ich, er schwatzt sich um seine eigene Ruhe.«

»Freilich, wenn er spricht, was San Marcos Ohr nicht gern hört.«

Ein lebhafter, mißtrauischer Blick des Senators traf den Bravo, als wollte er den wahren Sinn seiner Worte ergründen. Da aber der Senator den gewohnten Ausdruck von Selbstbeherrschung in den Zügen fand, die er durchforschte, nahm er wieder das Wort und stellte sich so, als wäre ihm nichts aufgefallen.

»Wenn er, wie du sagst, dergleichen spricht, was die Republik gefährdet, so haben ihn seine Jahre nicht besonnen gemacht. Der Mann ist mir lieb, Jacopo! Man ist gewöhnlich eingenommen für die, die dieselbe Brust genährt hat.«

»O ja, Signore.«

»Und da meine Schwachheit für ihn so groß ist, so wünschte ich, daß man ihn zur Vorsicht ermahnte. Du kennst ohne Zweifel seine Ansichten über die neuliche dringende Maßregel, alle jungen Leute von den Lagunen zum Dienst in den Flotten des Staates einzustellen?«

»Ich weiß, daß ihm die Aushebung den Jungen, der in seiner Gesellschaft arbeitete, entrissen hat.«

»Um ehrenvoll, und vielleicht nicht ohne Gewinn, für das Wohl der Republik zu arbeiten.«

»Möglich, Signore.«

»Du bist heute abend kurz in deinen Reden, Jacopo! Wenn du aber den Fischer kennst, so ermahne ihn zur Behutsamkeit. San Marco duldet die dreisten Ansichten seiner Klugheit nicht. Es ist schon das dritte Mal, daß man diesen Fischer wegen seines Vorwitzes hat tadeln müssen; die väterliche Fürsorge des Senats darf nicht Mißvergnügen in den Gemütern einer Klasse sich einnisten lassen, die er seiner Pflicht gemäß und mit Freuden beglücken möchte. Suche Gelegenheit, ihn diese ersprießliche Wahrheit hören zu lassen. Ich möchte wirklich nicht gern, daß ein Unglück den Sohn meiner alten Amme besonders in seinen letzten Jahren beträfe.«

Der Bravo beugte seine Gestalt zum Zeichen, daß er den Auftrag übernehme, während Signore Gradenigo im Zimmer auf und nieder ging, aufrichtige Teilnahme in seiner Haltung verratend.

»Du hast gehört von dem Rechtsspruch in Sachen des Genuesen?« hob er wieder an, nachdem ihm eine neue Pause Zeit gegeben hatte, seine Gedanken anderswohin zu lenken. »Die Tribunale haben schnell entschieden, und obgleich eine Mißhelligkeit zwischen den beiden Staaten bevorzustehen scheint, wird die Welt nun sehen, wie streng dennoch auf unseren Inseln Gerechtigkeit geübt wird. Ich vernehme, man wird dem Genueser ansehnliche Geldbußen auferlegen, und einige von unseren eigenen Bürgern werden um große Summen gestraft werden.«

»So hab ich auch seit Sonnenuntergang auf der Piazetta gehört, Signore!«

»Und sprechen die Leute nicht von unserer Unparteilichkeit und mehr noch von unserer Schnelligkeit? Bedenk doch, Jacopo, es sind erst acht Tage, daß die Sache vor den Senat gebracht wurde.«

»Keiner zweifelt an der Schnelligkeit, mit der die Republik Beleidigungen ahndet.«

»Noch an der Gerechtigkeit, will ich hoffen, lieber Jacopo! Es ist eine solche Schönheit und ein solches Ebenmaß in den Bewegungen der Staatsmaschine bei unserer Verfassung, daß der Beifall der Menschen uns zuteil werden muß. Die Gerechtigkeit hilft den Bedürfnissen der Gesellschaft ab und zähmt die Leidenschaften mit einer so stillen und würdigen Kraft, als kämen ihre Beschlüsse vom Himmel herab. Also haben die Maskierten heute von der Rechtlichkeit unseres letzten Dekrets gesprochen?«

»Signore! Die Venezianer sind kühn, wenn Gelegenheit da ist, ihre Herren zu loben.«

»Meinst du, Jacopo? Mir scheinen sie immer geneigter, ihr aufrührerisches Mißbehagen zu äußern. Aber es ist den Menschen eigen, karg im Lob und im Tadel ausschweifend zu sein. Das Dekret des Tribunals muß im Gespräch bleiben, nicht bloß die bare Gerechtigkeit gelobt werden. Unsere Freunde sollten in den Kaffeehäusern und auf dem Lido viel darüber sprechen. Sie brauchen nichts zu fürchten, wenn sie dabei ihre Zungen ein wenig gehenlassen.«

»Freilich, Signore!«

»Ich rechne auf dich und deine Kameraden, daß die Sache nicht zu schnell vergessen werde. Die Erwägung von solchen Handlungen wie diesen muß in der öffentlichen Meinung die verborgene Saat der Tugenden zeitigen. Wer immerfort Exempel der Rechtlichkeit vor Augen hat, muß diese Eigenschaft am Ende lieben lernen. Der Genuese, hoffe ich, wird zufrieden abreisen?«

»Ohne Zweifel, Signore! Ihm ward alles, was einen Gekränkten zufriedenstellen kann, sein Eigentum mit Wucher zurück und Rache an seinen Beleidigern.«

»Ja, so lautet das Dekret, vollständige Ersatzleistung und Zuchtstrafe. Wenige Staaten würden so gegen ihren eigenen Vorteil erkennen, Jacopo!«

»Geht denn die Sache des Kaufmanns den Staat an, Signore?«

»Als seines Bürgers, freilich! Wer seine eigenen Glieder kasteiet, leidet doch. Wer kann sich von seinem eigenen Fleisch scheiden ohne Betrübnis? Sag, Bursch?«

»Es gibt Nerven, die empfindlich gegen Berührung sind, Signore, und ein Auge oder ein Zahn ist kostbar, aber ein beschnittener Nagel oder ein ausgefallenes Haar ist nicht von Belang.«

»Wer dich nicht kennt, Jacopo, sollte meinen, du stehest im Interesse des Kaisers. Es fällt kein Sperling vom Dache in Venedig, ohne daß die väterlichen Gefühle des Senats den Verlust beklagten. Genug. Geht unter den Juden noch immer das Gerede von einer Abnahme des Goldes? Zechinen sind freilich nicht mehr so in Überfluß da wie früher, und die Prellerei dieser Klasse sieht das nicht ungern, in Hoffnung größeren Gewinns.«

»Ich habe neuerlich Gesichter auf dem Rialto gesehen, die nach leeren Börsen schmecken. Die Christen scheinen ängstlich und in Not, während die Ungläubigen ihre Kittel mit zufriedeneren Mienen als sonst tragen.«

»Man hat das erwartet. Macht das Gerücht irgendeinen Juden namhaft, der jungen Adeligen Geld auf Wucherzinsen zu leihen pflegt?«

»Zu der Klasse können alle gezählt werden, die was zu verleihen haben; die ganze Synagoge, Rabbiner und alles ist dabei, wenn es sich um christliche Geldbeutel handelt.«

»Du liebst die Juden nicht, Jacopo, aber sie leisten doch der Republik gute Dienste. Wir zählen alle zu unsern Freunden, die im Notfall mit ihrem Geld zur Hand sind. Doch soll die junge Blüte Venedigs ihr Vermögen nicht in unvorsichtigem Handel vergeuden, und wenn du von einigen Vornehmen hörst, die recht in ihren Klauen stecken, so wirst du wohltun, die Beaufsichtiger des Gemeinwohls davon zu unterrichten. Wir müssen behutsam mit denen umgehen, die den Staat stützen helfen, aber wir müssen auch vorsichtig mit denen umgehen, die ihn nun bald ausmachen sollen. Hast du mir in der Art nichts zu sagen?«

»Man spricht davon, daß Signore Giacomo ihre Gunst am allerteuersten bezahlt.«

»Jesus, Maria! Mein Sohn und Erbe! Betrügst du mich nicht, Mensch, um deinen eigenen Haß gegen die Hebräer zu befriedigen?«

»Ich hege gegen dies Volk sonst keine Bosheit als nur einen heilsamen christlichen Widerwillen. Soviel, denk ich, muß einem frommen Mann erlaubt sein, außerdem aber hasse ich keinen Menschen. Es ist allbekannt, daß Euer Sohn mit seinem dereinstigen Vermögen etwas frei schaltet und es zu einem Preise hingibt, wie geringere Aussichten ihm nur auferlegen könnten.«

»Das ist wichtig! Der Junge muß so schnell als möglich an die übeln Folgen erinnert werden, und man muß Sorge tragen, daß er künftig vorsichtiger sei. Der Jude soll bestraft werden zum feierlichen Exempel für das ganze Volk, und die Schuld soll einbehalten werden zum Besten des Schuldners. Wenn sie dies Beispiel vor Augen haben, werden die Schurken nicht so bereitwillig sein mit ihren Zechinen. Großer San Teodoro, es wäre Selbstmord, wenn man einen jungen Mann von solchen Erwartungen durch einen Mangel an Vorsicht zugrunde gehen ließe. Ich will mir selber die Sache als eine besondere Pflicht angelegen sein lassen, und der Senat soll nicht sagen können, daß ich seine Interessen vernachlässige. Hast du neuerlich Beschäftigung gehabt in deinem Beruf als Rächer von Privatbeleidigungen?«

»Nichts von Bedeutung – es sucht jemand meine Hilfe eifrig nach, aber ich weiß noch nicht vollständig, was er wünscht.«

»Dein Geschäft ist von zarter Natur und heischt Vertrauen; sein Ertrag aber, wie du wohl weißt, ist gewichtig und sicher.« Er sah die Augen des Bravo funkeln und hielt unwillkürlich inne. Bald aber herrschte wieder jene merkwürdige Ruhe auf Jacopos bleichem Gesichte, und der Redner fuhr fort, als hätte keine Unterbrechung stattgefunden. »Ich wiederhole es dir, der Staat wird bei seiner Belohnung Milde nicht vergessen. Im Punkte der Gerechtigkeit ist er unerschütterlich streng, aber im Verzeihen herzlich und freigebig in seinen Gunsterweisungen. Ich hab mir viel Mühe gegeben, dir diese Tatsachen zu beweisen, Jacopo. Aber du hast mir den nicht genannt, der so ernstlich um dich wirbt.«

»Da ich seinen Handel noch nicht kenne, wird es gut sein, Signore, ehe ich etwas Weiteres tue, zu erfahren, was er wünscht.«

»Diese Zurückhaltung ist am unrechten Ort. Du brauchst der Klugheit der Staatsbeamten nicht zu mißtrauen, und es sollte mir leid tun, wenn die Inquisitoren eine üble Meinung von deinem Eifer bekämen. Jenes Individuum muß namhaft gemacht werden.«

»Ich klage ihn nicht an. Alles, was ich sagen kann, ist, daß er Lust hat, sich heimlich mit jemandem einzulassen, mit dem sich einzulassen fast ein Verbrechen ist.«

»Ein Verbrechen verhüten ist besser, als es bestrafen. Du wirst mir den Namen deines Korrespondenten nicht vorenthalten!«

»Nun denn, es ist ein edler Neapolitaner, der sich wegen wichtiger Angelegenheiten und wegen des Anrechts auf einen Sitz im Senat seit einiger Zeit hier in Venedig aufhält.«

»Ah! Don Camillo Monforte! Hab ich recht, Bursche?«

»Allerdings, Signore.«

Es erfolgte eine Pause, nur unterbrochen durch die Turmuhr vom großen Platze, die elf schlug, die vierte Stunde der Nacht nach italienischer Weise. Der Senator fuhr auf, sah auf eine Uhr seines Zimmers und sagte darauf: »Es ist gut. Deiner Aufrichtigkeit und Pünktlichkeit soll gedacht werden. Sieh nach dem Fischer Antonio. Man muß nicht zugeben, daß das Murren des alten Mannes Mißfallen erwecke um eine solche Kleinigkeit, daß man seinen Enkel von einer Gondel zu einer Galeere versetzt hat. Besonders aber beobachte die Gerüchte auf dem Rialto. Der Glanz und das Ansehen eines adligen Namens sollen nicht wanken um einiger Jugendverirrungen willen. Aber dieser Fremde – geschwind deine Maske und deinen Mantel – gehe aus dem Hause, als wärst du nur ein Freund, der die müßigen Spielereien dieser Tageszeit mitmacht.«

Der Bravo verhüllte sich mit der Gewandtheit, die ihm die lange Übung gab, aber mit einer Ruhe, die sich nicht so leicht aus ihrer Haltung bringen ließ als die des Senators. Dieser sagte nichts weiter, aber ein ungeduldiger Wink seiner Hand bedeutete Jacopo, sich eilig zu entfernen.

Als sich die Tür geschlossen hatte und Signore Gradenigo allein war, sah er noch einmal nach der Uhr, fuhr mit der Hand langsam und nachdenkend über seine Stirn und ging wieder auf und ab. Beinahe eine Stunde dauerte diese Übung ohne äußere Unterbrechung fort. Da ward leise an die Tür geklopft, und nach dem gewöhnlichen Hereinruf erschien ein anderer dicht maskierter Mann, wie denn dies allgemeiner Gebrauch zu jener Zeit in Venedig war. Der Senator schien seinen Gast an der Gestalt zu erkennen und empfing ihn wie einen Erwarteten und mit zierlichem Anstand.

»Der Besuch Don Camillo Monfortes ist mir eine Ehre«, sagte er, während dieser Mantel und Maske abstreifte. »Ihr kommt aber so spät, daß ich schon dachte, irgendein Zufall hätte mich des Vergnügens beraubt, Euch zu sehen.«

»Ich bitte tausendmal um Entschuldigung, edler Senator, jedoch die Furcht, Euch die kostbare Zeit zu früh zu rauben, hat mich verspätet.«

»Pünktlichkeit ist nicht das größte Verdienst der vornehmen Herren in Unteritalien«, erwiderte Signore Gradenigo trocken. »Die jungen Leute sind so darauf erpicht zu leben, daß sie darüber die Minuten vergessen, die ihnen entwischen. Wir Alten lassen es uns hauptsächlich angelegen sein, die Versäumnisse der Jugend einzubringen. Wir wollen aber nicht verschwenderischer mit den Augenblicken umgehen, als nötig ist. – Können wir von dem Spanier bessere Ansicht der Sache erwarten?«

»Ich habe nichts versäumt, was irgend auf einen vernünftigen Mann wirken kann, besonders habe ich ihm vorgestellt, welche Vorteile ihm die Achtung des Senats gewähren würde.«

»Daran habt Ihr klug getan, Signore, sowohl in Rücksicht auf seine als auf Eure. Der Senat ist denen, die ihm dienen, ein freigebiger Zahlmeister und denen, die dem Staate schaden, ein furchtbarer Feind. Ich hoffe, die Sache wegen der Sukzession ist ihrem Schlusse nahe.«

»Ich wünschte, daß man dies sagen könnte. Ich liege dem Tribunal an mit allem erforderlichen Eifer und versäume keine Pflicht persönlicher Aufwartung und Bitte um Verwendung. Es gibt keinen gelehrteren Doktor von Padua als meinen Anwalt, und doch zieht sich die Sache hin wie in einem Schwindsüchtigen das Leben. Wenn ich mich nicht als würdiger Sohn des heiligen Marco in dieser Angelegenheit mit dem Spanier erwiesen habe, so liegt die Schuld an meinem Mangel an Übung in politischen Verhandlungen, ist aber nicht auf meinen Eifer zu schieben.«

»Die Waagschalen der Gerechtigkeit müssen sehr gleich abgewogen sein, daß keine weder fallen noch steigen will. Ihr müßt noch ferneren Fleiß anwenden, Don Camillo, und Euch mit großer Behutsamkeit die Gunst der Patrizier gewinnen. Es wird gut sein, durch fernere Dienstleistungen bei dem Gesandten Eure Anhänglichkeit an den Staat kenntlich zu machen. Man weiß, daß Ihr in seiner Achtung steht und daß ihn Eure Ratschläge zu bestimmen vermögen. Es sollte auch einen so wohlgesinnten und hochherzigen jungen Mann der Gedanke zu Anstrengungen befeuern, daß er, dem Vaterlande dienend, die Sache der Menschheit überhaupt fördert.«

Von der Richtigkeit der letzteren Bemerkung schien Don Camillo nicht sehr überzeugt zu sein. Indessen verbeugte er sich, des Senators Ansicht höflich zugebend.

»Es ist angenehm, Signore, solche Überzeugung zu haben«, sagte er. »Mein Verwandter aus Kastilien ist ein Mann, der Vernunft annimmt, möge sie kommen, woher sie wolle. Er begegnete meinen Argumenten zwar mit einigen Anspielungen auf die abnehmende Macht der Republik, doch bemerkte ich in ihm deshalb nicht eine Verringerung seiner Ehrfurcht vor dem Einflusse eines Staates, der sich solange durch seine Tatkraft ausgezeichnet hat.«

»Venedig, Signore Duca, ist nicht mehr das, was die Inselstadt ehedem war, aber ohnmächtig ist sie noch nicht. Die Flügel unsers Löwen sind ein wenig beschnitten, aber noch springt er weit, und seine Zähne sind gefährlich. Wenn der neue Fürst seine herzogliche Krone fest haben will auf seinem Kopfe, wird er wohltun, sich die Anerkennung seines nächsten Nachbarn zu erwerben.«

»Das ist einleuchtend, und das wenige, was mein Einfluß bei der Sache vermag, soll nicht unterbleiben. Nun aber möchte ich von Eurer Freundschaft Rat erbitten, was ich für meine eigenen, lange vernachlässigten Rechte tun soll.«

»Ihr werdet wohltun, Don Camillo, die Senatoren durch öftere Beobachtung der Höflichkeit, die Ihr ihrem und Euerm Range schuldig seid, an Euch zu erinnern.«

»Das vernachlässige ich nie, da es mein Stand und meine Angelegenheit auf gleiche Weise mir zum Gesetz machen.«

»Man soll auch die Richter nicht vergessen, junger Mann, denn es ist klug, zu bedenken, daß die Gerechtigkeit ein Ohr für Bitten hat.«

»Es kann niemand eifriger diese Pflicht erfüllen als ich, und ich gebe auch allen, denen ich mit meinem Gesuche zur Last fallen muß, die handgreiflichsten Beweise meiner Achtung.«

»Besonders eifrig müßt Ihr es Euch aber angelegen sein lassen, die Achtung des Senats zu verdienen. Dieser Körper übersieht keinen dem Staate geleisteten Dienst, und die geringste Tat für dessen Vorteil wird den beiden Ratskollegien kund.«

»Könnt ich nur mit diesen ehrwürdigen Vätern zusammenkommen! Ich glaube, die Gerechtigkeit meiner Ansprüche würde bald selber ihr Recht geltend machen.«

»Nein, das geht nicht«, erwiderte der Senator ernst. »Diese erhabenen Körperschaften halten ihre Sitzungen geheim, damit sich nicht Ihre Majestät, mit gemeinen Interessen zusammentreffend, beflecke. Gleich der unsichtbaren Macht des Geistes über den Leib regieren sie und bilden die Seele des Staates, deren Sitz gleich dem der Vernunft im Menschen allem Scharfsinn verborgen bleibt.«

»Ich muß mein Verlangen hier als einen bloßen Wunsch ansehen, nicht als etwas, was ich zu erreichen Aussicht hätte«, erwiderte der Herzog von Sant' Agata und hüllte sich wieder in Mantel und Maske, die er beide nicht ganz abgelegt hatte. »Lebt wohl, edler Herr, ich werde nicht aufhören, dem Kastilianer fleißig Rat zu erteilen. Dafür gebe ich meine Angelegenheit der Gerechtigkeit der Patrizier und Eurer Freundschaft anheim.«

Signore Gradenigo geleitete seinen Gast mit Verbeugungen bis in das äußerste Zimmer, wo er ihn der Sorgfalt seines Hauswarts überließ.

»Man muß den Gang des Gesetzes hemmen, um den jungen Mann zu größerer Emsigkeit in dieser Sache zu treiben. Wer die Gunst des heiligen Marco nachsucht, muß sie durch Eifer für sein Bestes verdienen.«

Diese Betrachtung machte Signore Gradenigo, langsam nach seinem Gemache zurückgehend, sobald er im äußeren Zimmer von seinem Gaste förmlich Abschied genommen hatte. Er schloß die Tür und fing wieder an, die kleine Stube zu durchmessen, mit dem Schritte und Auge eines Mannes, der sorglich allerhand bedenkt. Nach einem Weilchen tiefer Stille wurde eine Tapetentür vorsichtig geöffnet, und das Gesicht eines anderen Besuchers erschien.

»Nur herein!« sagte der Senator, ohne Überraschung zu verraten. »Die Stunde ist schon vorbei, ich habe auf dich gewartet.«

Das herabfließende Kleid, der graue, ehrwürdige Bart, die edel geformten Züge, das schnelle, lauernde Auge und ein Ausdruck von Weltklugheit machten einen Juden vom Rialto kenntlich.

»Nur herein, Hosea, entlaste dein Gewissen«, fuhr der Senator im Tone eines gewohnten Verkehres fort. »Gibt es etwas Neues, was das öffentliche Wohl betrifft?«

»Gesegnet ist das Volk, für das ein so väterliches Auge wacht! Kann der Republik, edler Signore, widerfahren Gutes oder Böses, ohne daß der Senat gerührt fühle sein Herz, gleichwie der Vater sorgt um sein Kind. Glücklich ist das Land, wo Männer von ehrwürdigem Alter und grauen Haaren die Nacht zum Tage machen und vergessen alle Müdigkeit, um dem Staate Gutes und Ehre zu bereiten.«

»Du liebst die morgendländischen Bilder aus dem Lande deiner Väter, guter Hosea, und vergissest, daß du jetzt nicht auf den Stufen des Tempels wachst. Was hat der Tag Wichtiges gebracht?«

»Sagt lieber die Nacht, Signore! Denn es ist heute nichts Erhebliches vorgefallen, daß Ihr es anhört, außer eine Sache von einiger geringer Bedeutung, die hervorging aus dem Treiben des Abends.«

»Sind Stilette auf der Brücke geschäftig gewesen?«

»Es ist niemand verbrecherisch umgekommen. Ich verrichte eben mein Gebet, bevor ich niederlegte mein Haupt, als ein Bote vom Rate mir brachte einen Juwel, um das Wappen zu entziffern und die anderen Symbole des Besitzers. Es ist ein Ring mit den gewöhnlichen Kennzeichen, die eine geheime Anvertrauung begleiten.«

»Hast du den Siegelring?« sagte der Senator, die Hand ausstreckend.

»Hier ist er, und es ist ein gutes Steinchen, ein teurer Türkis.«

»Wo kommt er her, warum hat man ihn dir geschickt?«

»Er kommt, Signore, wie ich mehr entnehme aus Winken und Andeutungen des Boten als aus seinen Worten, von einem Orte, der jenem gleicht, woraus entkam der gottselige Daniel.«

»Du meinst den Löwenrachen?«

»So sagen unsere heiligen Schriften, Signore, in Ansehung des Propheten, und so schien anzudeuten der Bote des Rates in Ansehung des Ringes.«

»Hier ist nichts als ein Federbusch und der Ritterhelm – gehört das einem in Venedig?«

»Salomos Weisheit leite das Urteil seines Knechtes in einer so feinen Angelegenheit! Der Juwel ist von rarer Schönheit, wie ihn besitzen können nur solche, die auch sonst haben Gold in Überfluß.«

»Aber wem kann das Wappen gehören?«

»Es ist zu betrachten wundervoll, was für ein großer Wert kann liegen in so kleinem Raume. Ich habe vollwichtige, schwere Zechinen sehen bezahlen für Dingelchen, die nicht waren so kostbar wie dieser.«

»Wirst du denn deine Bude und deine Handelsleute vom Rialto nun und nimmermehr vergessen? Ich sage dir, du sollst mir den nennen, dessen Familienwappen dieser Ring trägt.«

»Edler Signore, ich gehorche. Der Busch gehört der Familie Monforte, aus der gestorben ist der letzte Senator vor etwa fünfzehn Jahren.«

»Und seine Juwelen?«

»Die sind gekommen mit andern beweglichen Gütern, davon der Staat keine Notiz nimmt, an seinen Verwandten und Nachfolger – wenn es anders dem Senate beliebt, daß dies alte Geschlecht soll haben einen Nachfolger – an Don Camillo von Sant' Agata. Der reiche Neapolitaner, der jetzt vorbringt hier in Venedig seine Ansprüche, ist der Besitzer des Steins.«

»Gib mir den Ring! Man muß die Sache erwägen – hast du sonst noch was zu sagen?«

»Nein, Signore – bloß noch die Bitt, wenn der Juwel sollte werden verkauft, daß er zuerst möchte angeboten werden einem alten Diener der Republik, der zu klagen viel Ursach hat, daß sein Alter nicht bringt soviel Segen wie seine jungen Jahre.«

»Du sollst nicht vergessen werden. Ich höre, Hosea, daß mehrere junge Edelleute die Läden deiner Juden besuchen und Geld borgen, das sie jetzt verschwenden, späterhin aber mit bitterer Reue und Selbstverleugnung und mit Unannehmlichkeiten wiederbezahlen müssen, die für die Erben edler Namen unziemlich sind. Nimm dich in acht in diesem Punkte – denn wenn das Mißfallen des Rates einen von deinem Stamme treffen sollte, so wird es weitläufige und ernstliche Abrechnungen geben. Hast du neuerlich mit anderen Siegelringen zu tun gehabt außer dem des Neapolitaners?«

»Bloß auf dem gewöhnlichen Wege unseres täglichen Geschäfts, sonst nichts von Bedeutung, gnädiger Herr.«

»Betrachte dies«, fuhr Signore Gradenigo fort und gab ihm ein mit einem Wachssiegel versehenes Streifchen Papier, das er aus einem geheimen Schubfache hervorsuchte. »Gibt dir dieser Abdruck vielleicht eine Vermutung über den Eigentümer des Petschafts?«

Der Juwelier nahm das Papier und hielt es gegen das Licht, während sein blitzendes Auge angespannt das darauf befindliche Siegel untersuchte.

»Das wäre über die Weisheit von Davids Sohne«, sagte er nach einer langen und scheinbar fruchtlosen Untersuchung, »hier ist nichts als eine grillenhafte Liebhaberdevise, wie sie zu gebrauchen pflegen lustige Kavaliere in der Stadt, wenn sie das schwächere Geschlecht mit schönen Worten in Versuchung führen und verlockenden Tändeleien.«

»Es ist ein Herz von einem Liebespfeil durchbohrt, mit der Umschrift: pensa al cuore trafitto d'amore

»Weiter aber nichts, wenn mich nicht betrügen meine Augen. Ich mein, es ist nicht viel gesagt mit den Worten, Signore!«

»So viel, als darin liegt. Hast du nie einen Edelstein mit dieser Gravierung verkauft?«

»Gerechter Samuel! Wir setzen ab dergleichen alle Tag, an Christen beiderlei Geschlechts, an alt und jung. Ich weiß keine Devise, die besser ginge, woraus ich schließ, daß viel Verkehr getrieben wird mit der Art von leichter Ware.«

»Wer das Siegel benutzte, hat wohlgetan, seine Gesinnung unter so allgemeiner Chiffre zu verbergen! Hundert Zechinen aber dem, der den Eigentümer ausfindig macht.«

Hosea war eben im Begriff, das Siegel als etwas, wovon er nichts wüßte, zurückzugeben; da gerade entfuhr den Lippen Signore Gradenigos diese Äußerung. Im Augenblicke waren die Augen des Juweliers mit einem Vergrößerungsglas bewaffnet und das Papier wieder bei der Lampe.

»Ich hab einen Karneol verkauft von geringem Wert an die Frau des kaiserlichen Gesandten, worein dasselbe geschnitten war; weil ich aber glaubte, daß sie ihn nahm bloß aus einer wunderlichen Grille, so hab ich nicht gebraucht die Vorsicht, mir zu merken den Stein. Ein Herr im Hause des Legaten von Ravenna handelte mit mir auch um einen Amethyst mit derselben Devise; aber ich hab auch bei dem nicht für nötig gehalten eben besondere Umständlichkeit. Ha! Da ist ein besonderes Kennzeichen, das wahrhaftig zu sein scheint von meiner Hand.«

»Findest du ein Merkmal? Was ist es für ein Zeichen, von dem du sprichst?«

»Edler Senator, bloß ein Strichelchen in dem einen Buchstaben, das nicht eben in die Augen fallen würde einem leichtgläubigen Mädchen.«

»Und wem hast du dies Siegel verkauft?«

Hosea zauderte, denn er dachte an die Gefahr, seine Belohnung durch eine voreilige Mitteilung der Wahrheit zu verlieren.

»Wenn es wichtig ist, genau das zu wissen, Signore«, sagte er, »will ich nachsehen meine Bücher. In einer Sach von Bedeutung soll der Senat nicht werden falsch berichtet.«

»Du hast recht. Die Sache ist wichtig, und daß sie uns so erscheint, beweist dir ja die Größe der Belohnung.«

»Es fiel da ein Wort von hundert Zechinen, sehr edler Signore; aber mein Herz denkt nicht an solche Nebensachen, wenn es sich handelt um Venedigs Wohl.«

»Hundert Stück hab ich dir versprochen.«

»Ich hab einen Siegelring verkauft mit ungefähr dieser Zeichnung an ein Frauenzimmer, die bei dem vornehmsten Herrn dient im Gefolge des Nuntio. Aber dies Siegel kann nicht kommen von ihr, da ein Frauenzimmer ihres Standes –«

»Weißt du das gewiß?« fiel Signore Gradenigo schnell ein. Hosea sah ihn aufmerksam an und las in seinem Gesicht, daß die Auskunft erwünscht war. Geschwind antwortete er: »So gewiß ich stehe unter Moses Gesetz! Das Dingelchen hat mir lang dagelegen, und um nicht ruhen zu lassen mein Geld, gab ich es ihm.«

»Die Zechinen sind dein, vortrefflicher Jude! Jetzt ist die Sache klar über allen Zweifel. Geh, du sollst deine Belohnung haben, und wenn du irgendwas Bemerkenswertes in deinem geheimen Register hast, setze mich schleunigst davon in Kenntnis. Geh nur, guter Hosea, und sei pünktlich wie bisher. Die beständigen Anstrengungen meines Geistes haben mich müde gemacht.«

Der Hebräer empfahl sich, vergnügt über sein Glück, und verschwand durch dieselbe Tür, durch die er eingetreten war.

Es schien, daß Signore Gradenigo heute niemanden mehr zu empfangen hatte. Er untersuchte sorgfältig die Schlösser einiger geheimer Schubfächer in seinem Kabinett, löschte die Lichter aus, verschloß und verriegelte die Türen und entfernte sich. Noch einige Minuten durchschritt er in der äußeren Zimmerreihe eines der Hauptgemächer, bis seine gewöhnliche Stunde zum Schlafengehen erschien. Der Palast wurde nun für diese Nacht geschlossen.

Signore Gradenigo war so gut als andere Menschen mit einem fühlenden Herzen geboren, aber seine Stellung und Erziehung, die nach den Einrichtungen der Republik, wie sie sich nannte, stark gefärbt war, hatten aus ihm ein Geschöpf der herkömmlichen Staatsklugheit gemacht. Venedig schien ihm ein freier Staat zu sein, denn er selbst genoß die Vorteile seiner bürgerlichen Verfassung im Überfluß, und einerseits in den meisten Weltangelegenheiten bewandert und geübt, wurde er, in Hinsicht auf die politische Moral seines Landes, von einer seltenen anschmiegenden Stumpfheit beherrscht. Als Senator stand er in einer Beziehung zum Staat wie der Leiter eines Geldinstituts zu seiner Körperschaft, ein Verwalter allgemeiner Maßregeln ohne persönliche Verantwortlichkeit. Er konnte mit Wärme, auch wohl mit Schärfe über die Grundsätze des Regierens sprechen, und es würde schwer sein, auch in dieser geldnehmenden Zeit einen eifrigeren Anhänger der Meinung zu finden, daß Besitztum nicht eine untergeordnete, sondern eine Hauptangelegenheit des gesitteten Lebens sei. Er konnte mit Fähigkeit über Charakter, Ehre und Tugend, über Religion und persönliche Freiheit sprechen, aber wenn es galt, für diese Interessen zu handeln, so trieb ihn die Richtung seines Geistes, sie alle mit einer weltlichen Politik zu vermengen, die nicht mindere Schwerkraft hatte als die Körper im freien Falle. Als Venezianer war er der Herrschaft eines einzigen ebensosehr als der Herrschaft aller entgegen. Im Verhältnis zur ersteren Staatsform war er wütender Republikaner, in Beziehung auf die letztere zu jener seltsamen Spitzfindigkeit geneigt, wie sie die Majoritätsverfassung eine Regierung vieler Tyrannen nennt: kurz, er war ein Aristokrat und hatte geschickter und glücklicher als irgend jemand sich selbst überredet, daß alle jene Dogmen, nach denen sein Stand der bevorrechtete war, auf dem Grunde der Wahrheit ruhten. Er war ein gewaltiger Verteidiger angestammter Rechte, denn ihr Besitz brachte ihm Vorteil. Er war überaus lebhaft gegen Neuerungen in Sitten und Gebräuchen und gegen Veränderungen in den geschichtlichen Verhältnissen der Familien, denn an die Stelle seiner Liebe zu Grundsätzen trat Berechnung, und er unterließ nicht, gelegentlich zur Verteidigung seiner Meinungen von den Schickungen der Vorsehung die Analogie zu entnehmen. Mit einer Philosophie, die ihn selber zu befriedigen schien, behauptete er, da Gott absteigende Stufen vom Engel bis zum Menschen in seiner Schöpfung eingesetzt hätte, so wäre es das beste, dem Beispiel zu folgen, das die unendliche Weisheit gäbe. So richtig diese Grundlage seines Systems auch war, so lag doch in der Anwendung der große Irrtum, daß unter dem Titel der Nachahmung die Ordnung der Natur verkehrt wurde.

 

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