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Der beiden Quitzows letzte Fahrten

Karl May: Der beiden Quitzows letzte Fahrten - Kapitel 1
Quellenangabe
publisherKarl-May-Stiftung
copyrightKarl-May-Stiftung
typefiction
titleDer beiden Quitzows letzte Fahrten
authorKarl May
senderredaktion@karl-may-stiftung.de
firstpub1877
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Karl May

Der beiden Quitzows letzte Fahrten

Historischer Roman aus der Jugendzeit des Hauses Hohenzollern

Feierstunden

Der beiden Quitzows letzte Fahrten, ein historischer Roman aus der Jugendzeit des Hauses Hohenzollern, erschien von November 1876 bis Juni 1877 im Unterhaltungsblatt »Feierstunden am häuslichen Heerde«. Einige Monate zuvor, Anfang August 1876, hatte May als Redakteur eine Fortsetzung zum Roman »Fürst und Junker« angekündigt, der von Friedrich Axmann verfaßt worden war:

Denjenigen Lesern des »deutschen Familienblattes«, welche sich mit den späteren Lebensschicksalen Dietrichs von Quitzow bis zu seinem Tode bekannt zu machen wünschen, dürfte die Nachricht nicht unwillkommen sein, daß der Autor dieses Thema zum Gegenstande eines ebenso fesselnden, wie ergreifenden Romans: »Dietrichs von Quitzow letzte Fahrten« gewählt hat, welcher in Nummer 20 der diesjährigen »Feierstunden am häuslichen Heerde«, einer im Münchmeyerschen Verlage erscheinenden belletristischen Zeitschrift, beginnen wird.
[Deutsches Familienblatt, Heft 49, S. 770.]

Der angekündigte Quitzow-Roman startete früher als geplant in Nummer 10 der »Feierstunden« unter dem Autorennamen »Karl May«. Ob Friedrich Axmann zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben war, ist nicht bekannt, aber sehr wahrscheinlich. Und auch May ließ Quitzows Schicksal unvollendet.

In dieser Zeit der Entwicklung [Februar 1876] war es, daß Münchmeyer von auswärtigen Behörden wegen der Verbreitung des »Venustempels« [Geschichte der Prostitution und ihre Entstehung] angezeigt wurde. ... Es wurde Münchmeyer von irgendeiner Seite verraten, von welcher, das weiß ich nicht, daß eine Haussuchung nach dem »Venustempel« stattfinden werde. ... Man schaffte eine Menge der gefährdeten Bücher in die Privatwohnungen und verbarg sie sogar unter den Betten der Kinder. Das ging so schnell und gelang so gut, daß die Polizei, als sie sich einstellte, kaum eine ganz geringe Nachlese fand, und noch lange hat man sich im Münchmeyerschen Hause des Schnippchens gerühmt, welches damals der sonst so findigen Dresdener Behörde geschlagen worden sei. Ich erfuhr erst später, viel später hiervon und zog meine Konsequenzen. Meines Bleibens war hier nicht. Ich wollte aus dem Abgrund heraus, nicht aber wieder hinunter!

Im Sommer 1876 stand Karl May unter Anklage wegen seiner Mitarbeit am Buch der Liebe (Nachfolgewerk des Venustempels). Ferner angeklagt waren Münchmeyers Bruder Friedrich als Herausgeber sowie Otto Freitag als Redakteur des Venustempels. In dieser Situation drängte Pauline Münchmeyer, die Frau des Verlegers, Karl May zur Ehe mit ihrer Schwester Minna Ey. Damit war das Ende der Redakteurzeit besiegelt:

Ich sagte »nein« und kündigte, denn nun verstand es sich ganz von selbst, daß ich nicht bleiben konnte, zumal es um diese Zeit war, daß ich über jenen Streich, den man der Dresdener Polizei gespielt hatte, das Nähere erfuhr. ... Als das Vierteljahr vorüber war, zog ich von Münchmeyers fort, doch nicht von Dresden.

Noch während der vierteljährlichen Kündigungszeit wurde May freigesprochen. Er hatte mit seinem Buch der Liebe unsittliche Stellen abgemildert. Ende Oktober 1876 (spätere Äußerungen des Dichters verweisen immer auf das Jahr 1876) verließ May die Münchmeyer-Redaktion und zog in die Pillnitzer Str. 72, wo er noch notwendige Manuskripte schrieb – den Quitzow zunächst fortsetzte.

Beendet wurde Mays Quitzow schließlich von Dr. Heinrich Goldmann, seinem Nachfolger in der Münchmeyer-Redaktion, der noch vor Erscheinen der Schlußlieferungen am 9. Mai 1877 plötzlich verstarb.

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