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Der Aufgang des Abendlandes

Karl Bleibtreu: Der Aufgang des Abendlandes - Kapitel 58
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authorKarl Bleibtreu
titleDer Aufgang des Abendlandes
publisherWilhelm Borngräber Verlag
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firstpub1925
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15. Immanente Gerechtigkeit und kein Untergang.

I

Nur von einer Lichtwelle der Ideenelektronen läßt sich Scheidung der heute wogenden geistigen Nebelgase in neue Gebilde erwarten. Nur Ideenerkenntnis kann über dem sozialen Chaos tagen: Es werde Licht! Chamberlain empört sich in seinem Kantbuch über »geistigen Verfall, beschränkte Empirie« der Naturwissenschaft, von der unserer gesamten Kultur die schwerste Gefahr drohe, zeigt sich aber in seiner Bekrittelung indischer Denkart und seiner Abneigung gegen Giordano ganz im Banne der »Exaktheit«, wobei er schwere Entstellung nicht scheut. Es erheitert, wie er innern Zusammenhang von Kant und Plato herstellt, sich aber an Platos »Erinnerung« vorbeidrückt, statt den Satz »das frühere lieben, wo wir Gott nachwandelnd Wahrheit erblicken« einfach als Reinkarnations- und Karmalehre zu lesen, wie denn Emerson richtig Platos Berührung mit indischem Denken erkannte. Da Brunos Verwandtschaft mit Plato, gegen dessen Antipoden Aristoteles er sich ja hauptsächlich richtet, auch im Umweg über die Neuplatoniker offenkundig ist, so darf man sein Innen Schauen gewiß nicht in Gegensatz zu Plato und Kant stellen. Gerade Plato ahnte zuerst, daß der Sehnerv im Hirn und nicht im Auge liegt. Der Durchschnittsmensch, dessen Blick oberflächlich an den Erscheinungen haftet, »schaut« nichts, er »sieht« nur, was der Sprachgebrauch unterscheidet. Alles wirklich Geschaute wird von innen heraus betrachtet und das Betonen des »Schauens« schielt zweideutig, wenn man dabei das leibliche Auge nach außen strahlen läßt. Buddha nannte seine transzendenten Tiefblicke sehr richtig Schauungen. Goethe verfuhr auch als Naturforscher wesentlich ideenbildend, nicht experimentell. Der zuletzt in theosophischer Mystik Gelandete wußte nur noch von innerm Schauen, »jedoch im Innern leuchtet helles Licht« und Sätze Brunos werden wörtlich kopiert: »Das Zentrum suche du da innen!« »Was wäre ein Gott, der nur von außen stieße!« Denn daß Gott in der Welt sein muß, zugleich immanent und transzendent, darüber sind alle wahren Schauer mit der indischen Urweisheit und den christlichen Mystikern einig. Den Verborgenen kann man aber nicht mit Materiefernrohren erblicken.

Kant und Klopstock begrüßten treuherzig den Pariser Feuerschein als Morgenrot, doch deutscher Brennstoff lodert anderswo. Als die Vernunftelei mit den Weimarern einen »Spaziergang« durch die Allee der »Ideale« machte und klassizistisches Techtelmechtel mit Messinabräuten, Jungfrauen von Orleans, natürlichen Töchtern den guten Ruf der Dame Muse mit Geheimnissen einer alten Mamsell befleckte, da hob ein neues Götzgeschlecht die eiserne Hand und erschreckte das Firmament mit Lanzensplittern vor der künstlichen Burg des bösen Zauberers Klingsor. So schimpfte Goethen der Ritter Novalis-Ofterdingen, der freilich nie ein Nibelungenlied aus des Lebens bitterm Born geschöpft hätte. Seine lyrische Silberader wird sehr überschätzt, in Tiecks mondbeglänzter Zaubernacht geisterte es feiner von magnetischen Perllichtern, Wolkenphysiognomien, verwunschenen Bergnasen, als in Novalis' Leichenliebe. Doch als Bergwerksassessor des Subliminalen fuhr der Moriturus in tiefe Schächte, förderte okkulte Erze und blaue Blumen. Das ungebärdige Zurückwerfen der Kant-Goethischen Vernunftmajestät entsprach »immanenter Gerechtigkeit« (Gambettas glücklicher Ausdruck), weü der Altmeister vielen Idealen seiner Jugend untreu wurde, Shakespeare an Voltaire verriet, abtrünnig ein unechtes Land der Griechen mit der Seele suchend, um Frau v. Stein oder Frl. v. Imhof antikeren Faltenwurf oder Leonorenmieder auf den Leib zu probieren. »Sie saßen und tranken am Teetisch und sprachen von Liebe viel.« Heute macht man den Geheimrat der Poesie, die durch den alten Herrn aufs Glatteis, wie durch Kotzebue auf den Hund kam, zum Nationalgötzen, wie schon Schlosser grimmig fauchte, die Goethereifen sind aber zu unreif, um sich seine beißenden Maximen über Wissenschaftler und Naturforscher hinters Ohr zu schreiben. Nicht der gezierte Steifbold mit dem Ministerstern auf der Brust, dessen feierlicher Grandezza sein jovialer Herzog zurief: »Kerl, mach' kein dummes Zeug!« und dem der tiefe Denker und geniale Plauderer Grillparzer so bitterböse gram wurde, sondern der einsame Gewaltige, dessen geheime Tragödie wir ahnen, verdiente nicht, daß sein glorreiches Andenken von einer Kaste bebuhlt wird, die seine philiströsen Schwächen und den heidnischen Hosenlatz beweihräuchert, doch von seiner heimlichen Dämonie nicht einen Hauch verspürt. Er wäre der Allerletzte, den die Schulmeistersippe als Kollegen verehren sollte. Der Amerikaner Ticknor schüdert 1815 Goethes düstre Abgeschlossenheit und Menschenscheu, der Engländer Crabb Robinson rief der Staël zu: »Sie werden Goethe nie verstehen«, doch wie wenig er Goethe begriff, zeigt sein Triumph, 1851 in Berlin Rankes englische Gattin von Byron bekehrt zu haben, zu dem Goethe allein als wahlverwandt sich hingezogen fühlte. Laut Lourier soll er kurz vor seinem Tode ein Schriftstück vergraben haben, das er laut Brief an Humboldt in halb bewußtloser telepathischer Verzückung verfaßte. »Dämonie«, »Magie« sind die Gaben immanenter Gerechtigkeit an jene, die sonst in der Alltagswüste verdorren müßten.

Doch aller Selbstvergottung vergeht der Übermut, Luther sagt bündig: »Der Name Freier Wille ist ein Titel, den Niemand führt als Göttliche Majestät.« Gottes »mütterliche«(!) Liebe wird von Wilberforces duftiger Unschuld plötzlich gerettet durch Bekenntnis zur Willensunfreiheit, während der Indologe Schröder »Willensfreiheit zum Glauben« ins Treffen führt, Deussen sekundiert, Determinismus sei Anarchismus, später sagt er genau das Gegenteil: sie und ihr Gott scheinen schwach in der Logik. Bayles böser Demiurgos und die Teufelsanbeter in Mosul stimmen zur Apokalypse, daß Gott auf lange die Erde dem Drachen überlieferte. Gott will und kann die Kausalität des Bösen nicht ändern, gestundete Schuld wird plötzlich einkassiert, der Verbrennungsprozeß geht seinen Gang, jedes Häuflein Asche wird zur Wiedergeburt zusammengefegt. (Beiläufig erbost sich Orthodoxie über Reinkarnierung, obschon Ev. Matthäi sie ausdrücklich anerkennt, Johannes sei einst Elias gewesen.) Ist das Böse das Nichtseinsollende, warum behält es seine dämonische Macht? Als Welt- und Nachkrieg vom radikal Bösen die Maske abrissen, wo waren die Reverends, die dem Lügenfeldzug ihr Ohr erschlossen? Die Harmageddonschlacht der Apokalypse atmet Zoroasters Kampfzorn, wo bleibt der christliche Eros, den Philo aus dem Griechischen ins Hebräische übersetzte? Im Weltkrieg blieb christliche Liebe hübsch neutral, die Christensekten verspeisten schmunzelnd den Blutdreck, ließen überm Gemetzel der Brüder in Christo den Opferrauch für Jehova aufsteigen.

Überm heute so beliebten neckischen Vexirspiel: wo ist die Katz, wo jeder dem andern eine Schuldlüge aufhalst, dröhnt Calderons Vers: »Denn die wahre Schuld des Menschen ist, daß er geboren ward«, doch es ziemt sich, zu prüfen, ob nicht alle materiellen Reibungen ein ethisches Gleichgewicht unterhalten. Wer sich zur Allseele aufrafft und ›ganz in der Idee lebt‹ (Goethe), ist nicht nur religiöser als sämtliche Kirchengänger, sondern auch freier und glücklicher als alle Materiesklaven. Wenden wir uns von den chemischen Experimenten ab, die man wie den Kot des Dalai-Lama anbeten soll und wo die Zerfallsprodukte des Naturstoffwechsels zur Ergründungsrekonstruierung des Lebens herhalten müssen, so stößt man in allem, was man Natur nennt, auf raffiniertesten »Geist«. Wir erachten telepathische und spiritistische Manifestationen als etwas vollkommen Natürliches, wie denn das Wort Okkultismus nur besagen kann, daß nichts in widernatürlichem Sinne okkult bleiben solle. Denn alle von gewöhnlicher Erdschwere entbundenen Erscheinungen bewegen sich doch noch im Kreis des Sichtbarwerdens, daher gehört alles der gewöhnlichen Materiebindung Entzogene noch mit zum Naturwesen, dessen Wesenheit sich hiermit als wesentlich psychisch offenbart. Man darf sagen: kein Spirit ohne Mensch, kein Mensch ohne Spirit, d. h. nichts Spirituelles wird dem Menschen sichtbar ohne individuelle menschliche Beziehung, nichts Menschliches aber bleibt ohne spirituelle Beziehung zum Unsichtbaren. Aus dieser Wechselbeziehung folgert Beständigkeit der Vorgänge: Jenseits ist objektiv schon im Diesseits da, es wird nur immer mehr Unsichtbares subjektiv enthüllt. Mit gleicher Schärfe, mit der Buddha alles Sein ewigem Werden unterwarf, kann man das Werden als Wechsel illusorisch erachten. Die buddhistische Parabel »Du kannst nie in gleichem Fluß baden«, ist schief gefaßt, denn das Flußwasser als Element bleibt immer das gleiche, sowie zerschellte Brandungswogen stets am gleichen Fleck zu gleicher Salzwassermenge sich ballen.

So allein darf man auch Geschichte lesen, an der Steiners Schule jetzt herumdilettiert oder die Spengler in starres System bringen möchte. Schon Herders Anregungen waren vom Fortschrittswahn beherrscht. Tritt man mit solchen Hypothesen an die Menschheitsüberlieferung heran, so findet man eben, was man sucht, wie Goethe teils spöttisch, teils tiefsinnig ausspricht. Voraussetzungslose Betrachter finden dort weder Untergang noch Fortschritt, doch viel Großartigeres und Geheimnisvolleres. Jede bluttriefende Geschichtsseite gleicht einem für barbarischen Hausgebrauch überkritzelten Palimpsest, worunter Geheimschrift in geisterhafter Tinte sich verbirgt: Wunderbare Gerechtigkeit einer göttlichen Notwendigkeit, untrüglich weise. Karthagos grausame Vernichtung war notwendiggerecht, sonst wäre Europa dem zermürbenden Semitismus noch früher anheimgefallen und die Welteroberung der gräcolateinischen Zivilisation verhindert worden, doch die eigene Selbstsucht Roms wurde ihm gleichfalls heimgezahlt. Unterwerfung der echtdeutschen Angelsachsen (Völlerei, träumerischer Pseudoidealismus, Scheelsucht und Hader bis zum Landesverrat) durch die nüchtern harten Normannen war voll verdient und wohltätig, sonst hätte England sich nie aus insularer Isoliertheit losgerissen, doch die Tyrannei des Normannenadels beging später verdienten Selbstmord, der emporgezüchtete Imperialismus haftet noch heute an ihrem Erbe als unkündbare Hypothek des Karmafluchs. Über den Konzentrationslagern des Burenkriegs schwebte Astralrache des Buschmännervölkchens, gewissenlos gemeuchelt durch diese benedeiten Burenohme, doch die eigennützige britische Raubgier machte politisch das schlechteste Geschäft dabei und es wird noch alles mit Zinseszins der Schuldtilgung eingetrieben werden. Schändliche Hinschlachtung der Azteken und Inkas erzwang Einbeziehung Amerikas in europäischen Völkerkreis, doch Spanien erstickte an seinem Raub wie Crassus, dem man Gold in den Schlund goß, indessen waren auch die Azteken mit ihrem Vizlipuzli keine Unschuldsengel. Der Sieg des Unrechts sieht fast immer so aus, daß Energie und Klugheit über feige Faulheit und Dummheit Herr werden, ohne daß zwischen Siegern und Besiegten ein ethischer Unterschied obwaltet. Geschähe jedem nach Recht, wer wäre vor Prügeln sicher! sagt Hamlet. Deutschland erlitt im Dreißigjährigen Krieg die verdiente Strafe, weil es die großgeistige Reformationsbewegung zu Fürsten- und Pfaffenzank erniederte und seit Arminius' Ermordung durch neidische Verwandte allzeit rheinbundschwanger den Nationalsinn verleugnete. Da aber andererseits ungewöhnliche Tüchtigkeit und Begabung den Deutschen auszeichnen, trat ein anderes ehernes Gesetz in Kraft, das wiederum wohlwollendes Entgegenkommen unsichtbarer Mächte verbürgt. Beim Westfälischen Frieden sank die Bevölkerungsziffer angeblich auf 4 Millionen, was freilich statistisch so wenig sicher wie die frühere Einwohnerzahl, die möglichenfalls 12 Millionen betrug. Daß Übertreibung vorherrscht, lehrt die neueste Kunde, wonach die Steuerkraft nach dem Unheilkrieg sich hob, auch darf man nicht, wie die Deutschen dies weinerlich tun, die Heimsuchung für abnorm halten, denn der 100 jährige Hugenottenkampf oder englische Bürgerkriege von Simon de Montfort bis Heinrich VII. richteten noch größere Verheerungen an, laut Gibbon raffte die große Hungersnot vor Untergang des römischen Reichs die Hälfte der Bevölkerung weg, was für verjüngenden Ersatz durch einströmende Germanen Raum schaffte. Wir finden nun 150 Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg die Deutschen wieder auf 24 Millionen gewachsen, und war auch ihr Renaissancereichtum dahin, so breitete sich doch gleichmäßig bescheidene Wohlhabenheit aus, die nur im Vergleich zum prunkenden Reichtum des englischen und französischen Adels ärmlich schien, dagegen nicht das grenzenlose Elend des Volkes unter den Bourbons und dem britischen Merkantil-Imperium kannte.

Ähnlich finden wir Frankreich nach den Todeswehen der Revolution blühender und kräftiger als vorher, den Aderlaß Napoleonischer Kriege ersetzte überall steigende Geburtenziffer. Wenn in Frankreich bei steigendem Reichtum die Menschenzahl sich geringer vermehrte und zuletzt stationär blieb, so lag hierin gerechte Vergeltung begangener Frevel, zugleich Vorbeugung, daß unruhiger Ehrgeiz und gewalttätige Eroberungsgier, vom gallischen Charakter untrennbar, nicht dauernd Europa schädige. Condes zynischer Ausruf nach schwerem Schlachtverlust »Das ersetzt eine Nacht von Paris«, konnte jetzt nicht mehr trösten. Man schwatzt immer von Zweikindersystem als Grund dieses Übels, vergißt aber, daß es nur bei der Bourgeoisie herrschte, der fromme Adel erfreute sich oft zahlreicher Kinder und beim Volke, das in solcher Frage einzig den Ausschlag gibt, blieb das System unbekannt. Daß nationalökonomische Gründe, von Gelehrten mit beneidenswerter Sicherheit vorgetragen, an und für sich Bevölkerungszuwachs nicht beeinflussen, lehrt die Verschiedenheit dieses Phänomens. Das bettelarme Russenvolk bei frugalster Ernährung wuchs von 35 Millionen um 1812 in 100 Jahren auf das Fünffache, das arme Italien vermehrte seine Rasse seither ums Vierfache, das reiche England freilich ums Achtfache, ohne Irland zu rechnen, dessen Bevölkerung durch Hungersnöte zwar auf 5 Millionen sank, doch 12 Millionen nach Amerika abgab. Vom Stillstand der armen irischen Rasse als solcher kann also gar keine Rede sein, während die reichen Franzosen auch in den Kolonien sich äußerst spärlich vermehren. Während das an Lebensmitteln reiche Frankreich im Gegensatz zum lebensmittelarmen England sich kraß rückständig in Volkszunahme erwies, folgte Spanien, einst ein volkreiches Land, nicht dem Beispiel Italiens. Bei der Bedürfnislosigkeit des Spaniers und der Ertragfähigkeit des Bodens außerhalb der Gebirgsgegenden gibt es keine nationalökonomische Erklärung dafür, zumal die spanische Rasse auch in Amerika sich wenig vermehrte. Mit Dänemarks glücklichen Bedingungen hielt Volksvermehrung nie gleichen Schritt, in Belgien und Holland nur scheinbar, denn prozentual im Vergleich zum übrigen Europa nahmen die volkreichen Niederlande früher eine weit höhere Rangstufe ein als heute. Warum die Türken unter dafür günstigen Verhältnissen von Vielweiberei und Agrikultur so geringe Vermehrung aufweisen, verglichen mit stetem Anwachsen der Slawen? Über die verbreitete Annahme, Fortpflanzung beruhe auf physischer Kraft und Gesundheit, sollten Sexualforscher nur lachen. Schon im Tierreich steht kaninchenhafte Fruchtbarkeit aller niederen Organismen in Widerspruch zum nur einmal jährlich erfolgenden Wurf der stärksten und höchsten Arten. Schlechtgenährte und geplagte Frauen des Volkes gebären am leichtesten und meisten Kinder. Der Theologenscherz, die Antike sei an ihren Fleischessünden verdorrt, geht fehl: Italien war übermäßig bevölkert, die Griechen vermehrten sich dauernd in Asien und Afrika, auch die Homosexualität tat hier keinen Eintrag. Die besondere germanische Keuschheit ist taciteischer Mythus. Jedenfalls vermehrten sich die Reichsdeutschen seit 1870 unter günstigen Bedingungen von 40 auf fast 70 Millionen, wobei annektierte Elsässer sich durch abgewanderte Auslanddeutsche mehr als ausgleichen. Aber unter ungünstigsten Bedingungen fortwährender Kriege auf deutschem Boden vermehrte sich deutsche Volkszahl seit dem dreißigjährigen Krieg bis dahin sogar ums Zehnfache. Die Rassenpsyche ging den ihr vorgeschriebenen gleichen Weg durch Glück und Unglück, sie sollte ihre organisierte Arbeitskraft vermehren durch geheimen Impuls.

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