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Der Aufgang des Abendlandes

Karl Bleibtreu: Der Aufgang des Abendlandes - Kapitel 44
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authorKarl Bleibtreu
titleDer Aufgang des Abendlandes
publisherWilhelm Borngräber Verlag
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firstpub1925
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II

Die Verworrenheit des Zeitgeists, mit der Steiner die Steine seines Goetheaneums kunterbunt zusammenfügte, erzeugt auch das Kompromisseln in Dietgens »kritischem Materialismus«. Dieser verabreicht zwar dem Rohempirischen einige Katzenköpfe, bringt aber Einheit von Objekt und Subjekt wesentlich in bloßem Materiemonismus um. Einen solchen kann es nicht geben aus dem einfachen Grunde, weil das Gesetz aller Materialisierung in absoluter psychischer Ungleichheit besteht, Einheit kann nur gesucht und gefunden werden außerhalb des Sichtbaren. Der Materialist verkennt, daß nicht wahres Sein ist, was nur symbolisch (Helmholtz) wahrgenommen wird, der ältere Transzendentalist verkennt, daß nicht bloß Schein ist, was sich als Symbol von etwas Unerkanntem auf tut. Auf sich selbst gestellte Anthroposophie ist aber wirklich nur Schein schwindelhafter Überhebung, wahre Theosophie kann nur auf Sein der Weltseele abzielen.

Die Unstimmigkeit des Materiemonismus rief den Dualismus unter die Waffen, siehe den Klarismus von Elisarion und seines Interpreten E. v. Mayer. Dieser deckt den Hunger als Spiritus Rektor jedes Götzendienstes und jedes Philosophensystems auf! Aus dem Paradoxen übertragen: Wer Ewiggültiges spenden möchte, bleibt von des Gedankens Blässe seines Zeitmilieus nicht unangekränkelt. Wenn Plato nicht Grieche, was wird aus den »Ideen« als statuarischen Götterbildern! Hochschäumende Renaissance bestimmt Bruno, englische kaufmännische Buchführung Mill und Spencer, Pflichtmuß des kargen Preußenstaats Kant. So ähnlich denkt Mayer: Hungerfron und Hungerwahn führen zu Staat und Gemeinsinn, ethisch ist, was der Masse nützt, Altruismus setzt sich in Keim-Form des Sozialismus um. Er hätte hier Benthams »Für die größte Masse das größte Glück« zitieren können, welcher naive Utilitarismus den Malthusianismus und die ebenso einseitige Manschesterdoktrin als scheinbaren Gegendruck wachrief. Jedenfalls proklamiert die Nationalökonomie bis Marx den Materiellen Hunger als Maß aller Dinge, als ob der Magen das Hauptorgan des Lebens und nicht bloß Mittel zum Zweck wäre. Nietzsches Wille zur Macht hungert auch nur nach materiellem Wahn, gefräßig wie ein Riesenpolyp. Nur hat der Klarismus den Tiefblick: die Wirrwelt der Materie sei geradeso ewig wie die Klarwelt des Psychischen, dieser fruchtbare Gedanke wird aber nebensächlich behandelt, weil man sich über logische Folgerung nicht klar scheint. Das Chaos war seit Anbeginn geradeso wesenhaft wie das Zentrallicht; was keinen Anfang hat, hat auch kein Ende, also währt die sichtbare Unordnung geradeso ewig wie unsichtbare Ordnung, und doch findet sich auch bei Mayer der wirklich wirre Evolutionswahn. Infolgedessen wähnt er, die Menschheit könne durch Klarismus emporgezüchtet werden, freier Wille zur Klarheit evolutioniere Eigenwesen. Hier schmeicheln sich verhüllt teils theologische Willensfreiheit, teils Haeckel und Nietzsche wieder ein. So edel und großzügig diese ideologische Wirrwelt gedacht, wird unbeirrbare Wahrheitsschau doch mit eiserner Unerbittlichkeit sie klären müssen. Die winzige Zahl der über Hungerfrohn Wegstrebenden bildet allzeit eine bestimmte Konstante von den unbekannten Gott suchenden Klaristen inmitten götzendienerischer Masse. Diese erbetet Hungerstillung oder zittert vor launenhaftem Zorn, wenn sie Pfaffengebote übertrat, oder sie leugnet den unsichtbaren Götzen, macht sich dafür aber sichtbare: Das goldene Kalb oder die eiserne Schlange, Kapital oder Staat oder Massentyrannis der Gleichmacherei, was sie als Selbstvergötterung der Menschheit versteht. Priester wechseln nur den Talar, wie denn Juristen und akademische Körperschaften für nützlich halten, bei Amtsfunktionen ein feierliches Gewand anzuziehen. Immer wüten Scherbengerichte des Massenwahns gegen Unabhängige, Massenfrohn bestimmt Kirche und Staat nicht minder als den Sozialismus, Nietzsche zupft nur am gleichen Garn am andern Webstuhl. Nur ein Weltfremder hofft von Macht brutaler Minderheit Stärkeauslese, Macht wird ergattert durch betrügerische Verwendung der Massenfron in angeblicher Vertretung des Masseninteresses. Also sprach Zarathustra mit neuem Kreischton uralten Herren- und Priesterwahn aus, der selber hörig bleibt. Was Mayer für frei hält, ist determinierte Anlage zum Höherstreben, das sich zwar nicht ersticken, doch auch nicht beschleunigen läßt. Wenn er »Gnadenwahl« verwirft, so übersetzte man eben theologisch falsch »Prädestination«, was Notwendigkeit durch Präexistenz bedeutet. Er mißversteht Karma, daß es materielle Wiedergutmachung vorgaukele, doch wenn ein Kaiser als Bettler und ein Bettler als Kaiser wiedergeboren würden, so soll dies kein äußerlicher Ausgleich sein. Sondern das in Kaiserwahn befangene Ich erlebt neue Erfahrung am entgegengesetzten Ende und desgleichen der vielleicht von Neidwut verzehrte Bettler, sofern er nicht durch geduldige Leiderziehung besser zum Kaiseramt geeignet. Nur schärfere Herausarbeitung wird ihm selbst beigefügt, Notwendigkeit will nicht gerecht sein sondern ist es, weil gerecht und notwendig das gleiche sind. Deshalb betrachten wir auch Wirrwelt als Notwendigkeit, für deren gerechten Nutzen dem materiegetrübten Blick die Einsicht fehlt, Lichtwelt kann nicht bestehen ohne umrahmende Schattenwelt. Allerdings irrt die Floskel »Kein Licht ohne Schatten«, denn nicht Licht, sondern die Dinge werfen ihren Schatten; da sie selber aber nur ein Schattenwurf des Unsichtbaren, so kommt das Verhältnis aufs gleiche hinaus. In der Unendlichkeit herrscht notwendig innere Einheit, dies Grundgesetz kann auch nicht im Diesseits versagen, doch Monismus und Dualismus werden oft zu leeren Worten. Heute möchte man gar ein räumlich und zeitlich begrenztes All berechnen, was einen Materiemonismus erst recht aufhebt, denn es ist unvorstellbar, daß außerhalb eines begrenzten Universums nicht noch anderes Unbegrenztes läge, nach dem Kindertiefsinn »und wer schuf Gott?« Der wahnwitzige Eifer, ein gemessenes Weltbild abzurunden, kommt so vom Regen in die Traufe, denn was hilft ein Naturgesetz Monismus, wenn es für unmeßbare Unendlichkeit draußen nicht gilt! Das wäre wieder der schönste Dualismus, nur daß man für »sichtbar« und »unsichtbar« setzen müßte »meßbar« und »unmeßbar« (unermeßlich).

Auch irdische Vorgänge kann man begrifflich so oder so drehen. Monismus ist durch Haeckels Nutzanwendung so anrüchig geworden, daß Chamberlain sein Kantbuch mit wahrer Starrwut in Dualismus verankert. Dualistisch soll alles heißen, was eine Psychewelt anerkennt, monistisch alles, was sie leugnet, doch Pseudomonismus vertauscht einfach die Rollen. Bunte Verschiedenheit der Dinge bei völlig ungleichen Ichen erscheint für die Wahrnehmung immer als Vielheit, die nichts Einheitliches einer mechanistischen Grundformel zuläßt. Die Psyche mit ihren fernwirkenden Gedankenstrahlen als Stoffwechsel des sichtbar Körperlichen zu erledigen (etwa wie faules Holz phosphoresziert), hat nichts für sich als Unbegreiflichkeit, mit so ungeheuer verschiedenem Stoffwechsel käme doch Allgemeinheit mechanistischer Methode nicht auf ihre Rechnung. Hingegen wird alles Geschehen begreiflich als allgemeiner Drang des Lebens, von der Materie loszukommen, obwohl blinder Selbsterhaltungstrieb sich dawider sträubt. Allein-Dasein des Stoffes erscheint nur Denkunfähigen möglich, die widersinnig Kraft für sekundäre Stoffeigenschaft erklären, überall zeigt schon das sichtbare Geschehen, daß Stoff erst durch Bildkraft zur Form kommt: Der Tischler, nicht das Holz macht den Tisch. Mögen die Hölzer der Stofflichkeit noch so gegeben sein, erst durch Nutzbarmachung gewinnen sie das Existenzrecht der Form. So zimmert der Erdgeist den Tisch, an dem das Ich sich niederläßt, jede seiner Ausstrahlungen wirft sich auf den Stoff und schnitzt ihn. Wie das Gegenteil sich ausschließt, weil Mechanik selber den Wink gibt, daß alle Leitfäden des Körperlichen vom Hirn ausgehen und jede Muskelbewegung erst gedacht sein muß, so ist Allein-Dasein der Psyche, von der alles Sichtbare ausgeht, durchaus denkbar. So läßt sich das Leben nur dann über monistischen Leisten schlagen, wenn man es als Vermählung von Sichtbar und Unsichtbar erkennt, nie aber, wenn man Stoffmechanik voranstellt, deren angebliche Folgen ganz auseinanderlaufen als Milliarden Welten von Bewußtseinsvorstellungen. Darum gelangt der scheinbare Dualismus von Stoff und Kraft schon hienieden zum psychischen Monismus, denn in unendlicher Ungleichheit der Eigenwesen waltet immerhin gemeinsamer Lebensprozeß. Wie darf man also Wirr- und Klarwelt sondern, die sich vielmehr gegenseitig durchdringen! Jedes Verlegen der Bewußtseinsschwelle verändert die Wirrwelt, deren Wirklichkeit so relativ ist wie die des selbsterdachten Gegensatzes, erst jenseits ihrer Auflösung tagt der Klarismus, der etwas klärt.

»Was wär ein Gott, der nur von außen stieße!« lautet Goethes Echo Brunos, doch was wäre einer, der nur von innen stieße? Die Eigenwesen sollen sich nur auf sich selber stellen? Wer genügend Erfahrung sammelte, verzichtet nie auf transzendente Beihilfe im Eigenkampf; die kindlich Frommen haben den Erfahrungsspruch: Wo die Not am größten, ist Gottes Hilfe am nächsten. »Ich weiß, daß mein Erlöser lebt« trägt eine tröstlichere Gewißheit in sich als die kirchlich gemeinte. Wenn Friedrich der Große das höchste Wesen damit ehren wollte, daß es sich unmöglich um Menschenameisen kümmern könne, so beachtete er nicht die erhabenere Ordnung, daß »kein Haar von unserm Haupte fällt ohne den Willen« der göttlichen Notwendigkeit. Mit Gott haben wir persönlich nichts zu schaffen, wohl aber mit seinen Myriaden »Hütern« und »Wächtern«. Wenn Philo den Telepathiker und Hypnotiker Moses »Herrn der Natur« nannte, so lehren Plotin und die Gnostiker nur Eingreifen hilfreicher Schutzgeister, die den Auftrag haben, am Schicksal der Eigenwesen zu modeln und gegebenenfalls der Materierohheit in den Arm zu fallen. Natürlich geschieht dies äußerlich kausal, doch mit wunderbarer Verkettung scheinbar fernliegenden Dinge. Jeder, der im Leben alt geworden, erfuhr solche Fügungen. Wäre die als teuflisch gewertete Wirrwelt des Teufels, so könnten in ihr überhaupt nicht Gerechtigkeit und moralische Ordnung bemerkt werden.

Dies leugnet zwar der Materialist, der ehrlicherweise stets Pessimist sein müßte und dessen wahre Frucht bei den ungebildeten Massen das Verbrechen ist. Der vornehm Erkennende aber belächelt dies Leugnen, er weiß, daß jeder Selbstling, sogar jeder unheilbare Schuft über ungerechtes Schicksal flucht, wenn es ihn am Kragen packt. Der Weltkrieg und seine Friedensfortdauer zeigt die gerechte Vergeltung in den großen Verhältnissen, den Sieger verfolgt sein Karma wie den Besiegten, besonders jene wirren Heuchler, die nur im Gegner den Übeltäter sehen, finden früher oder später den kausalen Lohn. Die ganze Weltgeschichte ist voll davon, doch auch in kleinen Verhältnissen des Privatlebens lügt in seinen Hals, wer seine Unschuld beteuert. Gewiß erlebt man Tücken des Daseinsverlaufs, die das Schicksal noch grausamer erscheinen lassen als Menschen, wir reden nicht bequemem Kanzelgerede das Wort, das Gott mit seinem Zorn gegen Sünder entschuldigt, als ob göttliche Notwendigkeit so erbärmliche Regungen wie Zorn kennte. Jahve wollte Sodom schonen, wenn nur 50 Gerechte darin lebten, und wer Satan als Herrn der Welt verflucht, sollte nachschauen, ob er nicht selber satanisch sei. Wer tief durchdenkt, was ihm widerfuhr, spürt nur zu oft, daß erbitternde Widerwärtigkeiten ihn vor Schlimmerem bewahrten. So retten oft plötzlicher Zusammenbruch und Tod vor sonst kausal unvermeidlichen lebenslangem Leiden. »Wen die Götter lieben, stirbt jung« meinten die »lebensfrohen« Griechen. Wenn Ausleben und Ausreifen genialer Menschen durch Milieuhemmnisse oder frühen Tod geschmälert und vernichtet scheinen, so weiß man ja gar nicht, ob sie sich nicht verausgabt hatten und Tod sie nur von einem fortan zwecklosen Leben befreite. Hätten wir rechten Sehwinkel, würden wir vielleicht klare Gerechtigkeit das Einzel- wie Menschheitsdasein durchleuchten sehen. Man dünke sich nicht heroisch, weil man eine von außen stoßende Force majeure in den Erdhändeln ausschließt, obschon doch alle Völker ein Schicksal anerkannten und das Kismet in einer arabischen Sage in obigem Sinne gelehrt wird. Man zetert über Allahs Härte und gleich nachher zeigt sie sich als rettendes Wohlwollen. Die moralische Weltordnung bedarf keiner Ehrerettung durch Priester und Sophisten. Denn wenn Jesus das Richten verbietet und man alle Verurteilungen als Schablone verurteilen muß, weil eine Menge verwickelter Ursachen nicht berücksichtigt werden, wie erst sollte man sich hüten, Gott zu richten, dessen Beweggründe wir noch weniger kennen!

»Wer wagt zu richten meinen Wahrschluß mit Worten ohne Verstand!« donnert Jahve den Hiob an, was weiß überhaupt der Mensch von Gerechtigkeit, der seine Gier nach materieller Gleichmacherei für Altruismus hält! Der schlichte Mann ruft oft »das ist Gottes Hand«, wenn Tells Geschoß den Übermut ereilt, im lieben zeigt sich weit mehr Gerechtes als Ungerechtes schon für den äußeren Augenschein, wenn man nur in sich ginge und die eigene Verschuldung begriffe; für die dunklere Hälfte, wo äußere Erklärung versagt, muß man sich bescheiden, daß man vielleicht nicht sehen kann. Weil gebratene und ungebratene Tauben nicht in den Mund fliegen, braucht ein Nicht-Schlaraffenland noch keine Wirrwelt zu sein trotz träger Beständigkeit im Ungeklärten, Verwickeltes ist noch nicht Wirres. Unsere unsichtbaren Beobachter und ungeschauten Mitwirker sehen vielleicht nur eine Klarwelt ohne Spaltung, und es wäre wahrer Klarismus, sich demütig einheitlichem Geschehen hinzugeben. Hat der Mensch überhaupt die Fähigkeit, Glück und Unglück, d. h. klar und wirr für sich und gar für andere abzuschätzen? Byron hielt seine Austreibung aus England für sein großes Unglück, diese wundersame Karmafügung zum höchsten Glück seiner Persönlichkeit, ohne die er nie wahre Größe erreicht hätte. Selbst die Wagschale der Wiedergeburt wird besudelt, indem man Wiederkehr des Gleichen wörtlich nimmt, so daß ein in anderer Umwelt Wiedererstandener gleiche Missetat begeht oder am gleichen Krebs stirbt. Die unbegreiflich weise Schiebung der Personalien schafft abweichende Varianten, die Leiden früherer Leidenschaften werden angerechnet, die Karten anders gemischt, die abhebende Hand ist nicht die des Eigenwesens selber. Dem Wunsch des Ego gewährt Wiedergeburt vieles, was Präexistenz vermißte, Identität aber blitzt unheimlich auf bis in »zufällige« Namen hinein wie Rousseaus Annecey Byrons Annesley, doch wozu hier solche Geheimnisse entschleiern! Wäre Wiedergeburt nur Wiederholung, müßte man auf Erlösung verzichten, rohem Schicksalpopanz unterworfen, wo Grillparzers Ahnfrau oder das Geschlecht der Oerindur umgehen. Solche Wirrwelt besteht nur von Gnaden menschlicher Unwissenheit, vielleicht steht ewig gleiche Materiereibung in planvoller Klarwelt als Teil von ihr. Soweit es sein Karma gestattet, wird der Klarist nicht hilflos allein gelassen, sondern er hat geheime Leiter, für die alles klar ist, was ihn wirr bedrückt. Mit dieser höchsten Mystik rechnet nicht, wer den Eigenwesen entscheidende Selbsttätigkeit beimißt, wir rufen ins Gedächtnis »Mit unserer Kraft ist nichts getan, wir sind da bald verloren«: Wer größte Eigenkraft besitzt, fühlt dies am tiefsten. Auch geistige Werte erwirbt man nur durch kosmischen Beirat (Newton als Muschelsammler am Strand der Ewigkeit). Der Weltdichter und seine zahllosen Regisseure sitzen nicht in Intendanten- und Fremdenlogen, durchs Lorgnon das Spiel beäugend, sondern sufflieren Stichworte und geben den Leitfäden die Richtung. Das Problem des Dramas, nämlich Konflikt von Persönlichkeit und Masse, Psychefittich und Naturballast, ist weder wirr noch chaotisch. Den geschürzten gordischen Knoten durchhaut kein plumpes Todesschwert, sondern er wird spielend gelöst durch klaren Psychestrahl. Der berühmte Autorname Gott verbürgt die Bedeutung des Dramas, denn das Ewige heißt Gott, ohne stete Mitwirkung des Unsichtbaren ist jedes Eigenwesen Schall und Rauch.

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