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Der Aufgang des Abendlandes

Karl Bleibtreu: Der Aufgang des Abendlandes - Kapitel 34
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authorKarl Bleibtreu
titleDer Aufgang des Abendlandes
publisherWilhelm Borngräber Verlag
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firstpub1925
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III

Trotzdem auch die letzte Zeit der Atlantis in Dunkel gehüllt, soll nach griechischer Überlieferung ein Weltkrieg zwischen weißen Ariern und dunklen Atlantiern sich abgespielt haben vor 9000 Jahren, Verwechslung mit Versinken der Plutoinsel Poseidonis, wofür Plato ausdrücklich eine Ziffer von über 9000 Jahren angibt, doch nach esoterischer arischer Rechnungsart bedeutet dies 900+000. Dies hohe Alter wird dadurch wahrscheinlich, daß jener Weltkrieg sich auch in der Mahabaratta und persischen Kämpfen von Diws und Peris verewigt, die mindestens dem Tertiär angehören. Die alte Chronologie galt überall als »Geheimnis der Götter«, die Juden bedrohten jeden mit dem Tod, der die Zahlen der Kabbala veröffentlichte, und doch hat Europa die nur zur Täuschung dienende Bibelchronologie angenommen. Hier ist z. B. Salomo so mythisch wie sein Tempel, in keiner andern Historie bekannt, trotzdem er angeblich Großhandel mit Asien und Afrika trieb. (Neuerdings fand freilich ein Brite angeblich das Tempelfundament, auch will man »Salomos Minen« in Ophir glauben.) Für unsere Adeptin einfach die Sulima der persischen Sage, deren »Buch der Könige« 72 Dynasten aufzählt, deren erster einen Kain und Abel zum Sohn hatte. Wir halten dies für zu weit hergeholt, Erfindung eines dem jüdischen Instinkt angenehmen Großhändlers Salomo mag den Rabbinern gepaßt haben, doch daß er zugleich ein großer Dichter und Erkenntnisprediger, mit dem sich eine erfundene Königin von Saba unterhält, deutet auf symbolische Rätsel, deren Lösung noch nicht spruchreif. Verbindung mit arisch-persischer Namensähnlichkeit ist nicht gar so leicht herzustellen, indessen soll der erste Sulimaskönig Huschenk Altbabylon gegründet haben, sein Nachfolger Ninive, viele Hauptstädte der Urzeit z. B. Delhi sind auf sechs verschiedenen Städten erbaut – wie sollen aber Turanier schon so früh an diesen später so berühmten Örtlichkeiten gehaust haben! Vielmehr deuten diese Sulimas auf wahre Urzeit, Huschenk ritt auf einem zwölfbeinigen Pferd, Sohn eines Nilpferds und Krokodils, in einer »trocknen Insel« d. h. einem Neuland, uns fällt ein, daß dies eher aufs ägyptische Delta verweist. Sein Sohn beritt sogar den Vogel Greif, lange vor Äonen geboren, »84 000« Jahre bedeuten hier esoterisch 8 400+000. Dieser Simurgh wird einst das verlorene Lebensland offenbaren, das am Nordpol liegt! Geheimlehre nennt ihn Sinnbild des ganzen Manvantarazyklus bis zur künftigen siebenten Rasse, in welcher anscheinend Rückbildung zur geschlechtlos geistigen Urrasse stattfinden soll! Das Sagenpferd, Sprößling der heiligen Flußtiere, sei das Meer, wie ja die Griechen das Pferd dem Poseidon weihten, vielleicht wegen Ähnlichkeit der Wellenmähnen.

An dieser Symbologie ist wenigstens eins sicher: Daß die Menschheit einst auf der hyperboräischen Halbinsel saß und das arktische Meer sich unliebsam einmischte, den besten Teil wegriß. Ob Riesenvögel und zwölfbeinige Pferde, wie man Schieferspuren in Südamerika fand, also aus viel späterer Zeit, damals schon existierten? Wichtig scheint unsere obige Andeutung auf Ägypten, auch hier Verbindung aller Rassen in einer einzigen Urreligion. Daß der Himalaja, ob über oder unter dem Meer, sich »als Gürtel um die Erde erstreckt«, ihr Nabel, ist für Geologen von Belang und mag zur Festigung der Erdkruste dienen, jedenfalls wußten Urgeologen eine Menge Dinge, die wir erst mühsam wieder erfahren müssen. Neuamerika, nur etwas älter als Europa, soll gleichzeitig mit Aufschießen europäischer Alpen entstanden sein. Inder beschrieben die letzte Atlantisinsel vor 11+000 Jahren, doch schon seit hunderttausenden von Jahren versank der große Kontinent stückweise. Krischna, die inkarnierte Sonne, kämpfte gegen die Atlantier am Atlas und Teneriffapic, Theodorus berichtet, daß die Atlantiden morgens und abends die Sonne »verfluchten«, d. h. sie mit Zaubersprüchen schwarzer Magie befehdeten. Nach anderer astronomischer Berechnung der Inder begann der Weltkrieg gegen Spätatlantis vor 223+000 Jahren, als der »Stier« mittags senkrecht über Atlantis und der »Löwe« abends senkrecht über der Löweninsel Ceylon stand. Hiermit wird schon etwas Historisches fixiert! Marcellus erzählt von drei Kontinenten, sieben Inseln der Atlantiden, deren Magier im »Licht der großen Schlange«, d. h. Astrallicht arbeiteten.

Der äschyleische Prometheus prophezeit der Jo vom Nil, gemeint ist aber Nila der Blaue, ein Name des Indus: Emigration aus Indien nach Ägypten, das unzweifelhaft viel jünger ist. Wir halten dies für um so glaublicher, als die alten Pharaonenbilder einer Rasse angehören, die man eher arisch als hamosemitisch nennen könnte. Äschylus wurde zum Tode verurteilt und dann verbannt wegen Gotteslästerung, weil er als Initiierter der sabazischen Mysterien die Verteilung der Rassen und Esoterik der Prometheusmythe auf die Bühne brachte, wahrscheinlich noch deutlicher im verloren gegangenen »Entfesselten«, dessen Heraklessymbol später Shelley politisch verkleinlichte. Prometheus ist wahre göttliche Seele, Zeus bei griechischen Philosophenabstraktionen nur der niedere Intellekt, identisch mit dem eifer- und rachsüchtigen Egoisten Jehova, erzeugt aber zuletzt selber den Heiland Dionysos, der mehr ist als Mensch, identisch mit Osiris, Krischna, Buddha (daher Dionysoszug nach Indien), wohl auch mit dem kommenden siegenden Herakles-Christos, der den leidenden Christos-Prometheus erlöst am Ende des düstern Kali-Yoga, unter dem wir noch seufzen. Dann wird das Weib ohne Sünde gebären und alle Brahma, Zeus, Jahve in nichts vergehen zugleich mit Ariman, Typhon, Satan. Diese großartige Theophanie könnte den braven Haeckel begeistern als Evolution des »Wahren, Guten, Schönen«, prophetisch für die Wunder mechanischer Modifizierung vom Affen zum Übermenschen! Das Kindliche muß er hier bei sich selber suchen, man lächelt mitleidig, wie in verbildeten Gelehrtengehirnen der Zeus-Jahve niedern Intellekts mit Prometheus-Lucifer verwechselt wird, dessen supermundane Kraft allein den Übermenschen erhebt. Da aber auch kirchliche Jahveanbeter zu berücksichtigen sind, muß man sich noch mit einer andern Prometheusgestalt beschäftigen, dem Ägypter Moses. Wie mythisch er ist: die ganze Findelgeschichte ist entlehnt vom Babylonierkönig Sargon, sein Sterben auf Berg Nebo verknüpft ihn dem babylonischen Weisheitsgott, sein Errichten der eisernen Schlange verweist ausdrücklich auf die ägyptische Schlange der Geheimlehre. Nebo, Sohn der Mondgöttin und des Sonnengottes Merodach, des Baldurvermittlers zwischen Göttern und Menschen, ist als Planet Merkur identisch mit dem ägyptischen Hermes, Moses also Adept des Nebo, des Merodach-Verkünders. (Das entspricht übrigens neuster Kunde, wonach die Sumerer ihre Kultur nach Ägypten getragen hätten.) Von einem monotheistischen Gott Abrahams, Isaaks und Jacobs keine Spur, sondern nur von chaldäisch-ägyptischem Urwissen!Jetzt will man einen Jehutempel am Sinai ausgegraben haben mit einer Steintafel »althebräischer« Inschrift: »Ich verdanke der Königin Hetsupsut mein Leben, die mich aus den Wassern errettete«, welche Identifizierung Mose wohl nur allegorisch zu verstehen. »Althebräisch« gab es nie, Moabiterinschrift ist was anders, Verwandtschaft mit Mexikanischem verweist nur auf Ursprache = Wurzel. Die Tafel soll 5000 Jahre alt sein, was die Bibelchronologie (Moses um 1450 v. Chr.) ohnehin zerstört.

Der unwahren Bibelchronologie paßt man sich auch an, wenn man die Cheopspyramide auf 3350 oder gar 2170 v. Chr. datiert, was zugleich dem darwinistischen Wunsch entsprang, ägyptische Hochkultur möglichst spät anzusetzen. Doch die Zodiakzeichen im Denderatempel – analog einem Tempel in Vorderindien – ergeben eine Überlieferung von 78+000 (drei siderischen) Jahren! Ägyptologen lassen sich eine Hintertür, die Ägypten gründende vorhistorische Rasse sei schon hochzivilisiert gewesen, bevor sie ins Niltal einwanderte. Ist laut Volney die griechische Kenntnis des Tierkreises schon 17+082 Jahre alt, so ist der ägyptische Gesetzgeber Manas mit 4180 v. Chr. unsinnig spät angesetzt, soll wohl heißen 4+180+000! Mackay schenkt den Ägyptern fünf, Indern und Chinesen 10 Millionen Jahre, dies scheint übertrieben, da es unseres Erachtens bis in die Sekundärzeit reichen würde, jedenfalls muß man aber bis ins Frühtertiär rechnen. Mit welcher Verstocktheit die Indologen indisches Urwissen verfolgen, zeigt die lächerliche Behauptung, Pamini habe erst 200 v. Chr. die Schriftsprache erfunden, weil er die vollkommenste Grammatik schrieb, was gemeinhin erst spät in einer Nationalsprache geschieht (vgl. Diktionär unter Richelieu, von Johnson und Webster erst im 18. Jahrhundert). Die Brahmanen kamen aber aus Iran, wo die Felsen notorisch schon lange zuvor mit Schrift bedeckt waren, nach einigen Paläontologen vor 12+000 Jahren, wahrscheinlich noch viel früher. Die Griechen wollen erst 770 v. Chr. die Kadmosschrift gehabt haben, doch die fortwährend mit ihnen lebenden Phöniker hatten sie vor 1500, Schliemann entdeckte Gefäße mit unbekannter Inschrift aus sehr viel älterer Zeit, tasmanische Runen erlauben sogar die Möglichkeit, daß schon Spätlemurier sich schriftlich verständigten, sicher hatten Atlantier eine volle Schriftsprache, die sich in Hieroglyphen und chinesischen Zeichen vererbte. Nach unserer Meinung fällt Sprachschaffung fast automatisch mit gesteigertem Denken zusammen, schon der Wilde versucht Botschaften irgendwie zu fixieren, Zeichensprache bildlich zu übersetzen. Spekulation über verschiedene Sprachalter ist daher müßig, ein Alphabet irgendwelcher Art wird sich allemal sofort zu Beginn der Zivilisation einstellen. Azteken und Peruaner gebrauchten Hieroglyphen, auch ihr Alter reicht ins Nebelgraue trotz leichtfertig spätdatierter Zahlen, wie sie Spengler auftischt. Jene seltsame Esauanspielung entspricht geographisch-ethnologischer Wahrscheinlichkeit, daß Amerika aus Asien besiedelt wurde.

Daß Prometheus das Feuer »entdeckte«, ist blöd, da schon Lemurier Blitze und Vulkane kannten, Benutzung des Feuers trifft man bei den untersten Wilden, darum brauchte man Prometheus nicht in so hohen Ehren zu halten. Nein, Feuer bedeutet esoterisch Schöpferkraft, Prometheus brachte Vernunfterkenntnis und den göttlichen Seelenfunken der Inspiration, den entdeckte er und entzündete ihn blitzartig durch Reibung mit der Materie, er selber ist Genius des Feuers, transzendentales Menschheitsego. Darum sagt er bei Äschylos, er habe verhindert, daß die Sterblichen zum Hades sanken, d. h. er gab ihnen die Offenbarung der Unsterblichkeit, tat dies aber ebensowohl als indischer Gott oder Osiris und Merodach.

Offenbar verweist die Sodomsage auf jene Zeit, wo »Sünde und Schande« entstellte Bastarde menschlicher Herkunft zeugten. Stammte aber Menschwerdung von Haeckels Gnaden nicht weiter rückwärts aus Lemurien, wann entstanden die unglaublichen Riesenstatuen der polynesischen Osterinsel, die doch sicher ein übriggebliebener Splitter Lemuriens ist? Nach Geheimtradition erhoben sich die Titanen schon am Ende der dritten Rasse, obschon in geringer Zahl, um dann aus dem vulkanisch zerstörten Lemurien nach Atlantis auszuwandern. Da manche Gelehrte sich auf 320 Millionen Jahre seit Festigung der Erdkruste einigten, so möchten wir mit Zusätzen und Abstrichen die kambrisch-silurische Primordialzeit auf 172, die Steinkohleprimärzeit auf 105, das Jurakreidesekundär auf 38, Tertiär (Eo-Mio-Pliozän) auf vier, Quartär auf eine Million Jahre schätzen. Diese Zahlen beanspruchen nicht unbedingte Richtigkeit, kommen aber der Gegenpartei insofern entgegen, als wir die zwei letzten Stadien bedeutend kürzer ansetzten als manche Geologen. Keinenfalls dürfen aber Thesen wie die Mortillers hier gelten, der zuerst dem Menschen nur 230+000 Jahre zuschrieb, dann ihn mindestens zehnmal weiter ins Miozän versetzte, weiteres Hinausschieben aber verschwor, weil – sonst der Darwinismus verhöhnt würde! Ist das nicht kostbar? Josuas Sonne muß stillstehen, weil sonst eine Hypothesenbibel zu kurz kommt!

Bei fünf geologischen Perioden wird zugestanden, daß schon die Primordialzeit reichliches Meerleben enthielt sowohl vegetabilisch als moluskenhaft. In Primärzeit verdichtet sich die Flora, Fische und erste Reptile bilden sich. Nun kann weder bewiesen noch widerlegt werden, daß damals laut Geheimlehre »himmlische« Menschen umherwandelten oder schwebten, dagegen muß man unbedingt Ursprung des Menschen neben Beuteltieren und Sauriern des Sekundär annehmen. Denn 1. finden sich damals schon Vögel, eigentliche Reptilzeit ist damit fast überschritten, Simurgh-Allegorie beweist, daß der Mensch Riesenvögel kannte; 2. kannte er bestimmt die Riesensaurier, da alle Überlieferungen von China bis Island dabei verweilen. Noch weniger anfechten kann man rückwärts greifende Logik: Besaß er im Tertiär atlantische Hochkultur, dann muß er schon im Sekundär mindestens jene Stufe gehabt haben, wie die geringere spätere Europäerrasse sie angeblich im paläolitischen Quartär besaß, als nach dem großen Zusammensturz nur noch entartete Wilde des Diluviums umherirrten.

Da jede archaische Überlieferung die dritte Rasse ins Sekundär verweist, könnte erste Menschwerdung sogar schon im Primär erfolgt sein. Natürlich liegt auch keinerlei abschließender Beweis vor, daß im Sekundär nur Beutelsäugetiere vorhanden waren, denn daß in den Straten andere Fossilien bisher fehlen, kann reiner Zufall sein, entdeckte man doch erst heute die Dinosauriereier in Asien! Indessen waren sicher nur wenige Säugetierformen im Sekundär vorhanden, am wenigsten der Affe, der Mensch stammt also unmöglich von einem Säugetier ab. Sein volles Dasein im Tertiär zu leugnen ist Dreistigkeit, denn die Beweise für sein europäisches Dasein im Mio- oder gar Eozän sind gegeben, und das Klima war damals zur Lebensentfaltung besonders günstig. Die Säugetiere begannen gerade jetzt in reicheren Arten die Erde zu bevölkern, also wird auch hier ein Deszendenzestammbaum lächerlich, denn, um aus dem Beuteltier auch nur den Halbaffen hervorzubringen, bedürfte es unermeßlicher Zeit für geregelte Stufenleiter der Säugetiere, doch Elefant und Affe waren Zeitgenossen, Auerochs und Renntier erschienen später als der Tertiärmensch. Dieser ist also die vierte Rasse, die fünfte im europäischen Quartär begann etwa mit dem Neanderthaler und setzte sich bis zum Sumerer fort, doch durchlebten die Inder schon früher eine Jahrmillion, die Chinesen noch mehr.

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