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Der Aufgang des Abendlandes

Karl Bleibtreu: Der Aufgang des Abendlandes - Kapitel 33
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authorKarl Bleibtreu
titleDer Aufgang des Abendlandes
publisherWilhelm Borngräber Verlag
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firstpub1925
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II

Als Fliege im eigenen Spinngewebe verfangen, steht Wissenschaft vor dem Urquell der Bewegung (Parabrahman) wie der Ochs vor der Mauer, dagegen wußte Kant, die Seele sei in so unauslöschlicher Gemeinschaft mit der Geisterwelt, daß sie dauernd in sie wirke und von ihr Eindrücke empfange. Sie vermittelt offenbar als Ätherbindeglied zwischen Materie und Denken das Logoslicht. In ihm schwimmt jede Monade ganz für sich, kann weder vorwärts schreiten noch sich entwickeln, noch vom Wechsel der Zustände, wo sie physisch hindurchgeht, beeinflußt werden. Sie ist ein Ding für sich, das die von Leibniz gebrauchte »Apperzeption« nicht betasten kann. Die wirkliche Sonne und der wirkliche Mond sind so unsichtbar wie der wirkliche Mensch, sagt ein okkulter Spruch und unsere eigene Lehre braucht nicht Sinnetts »Geheimbuddhismus« dazu. Die Menschheit ist freilich reicher an geistig affenähnlichen Menschen als an menschenähnlichen Affen, die als Degenerierungsprodukt gelten können, zu dem alles zurücksinken mag, was »mehr vom Simia als mehr vom Seraph hat«. Die Embryologie des Kosmos gehorcht aber sicher gleichem Gesetz wie die irdische organische.

Origines polemisierte gegen die »7 Schöpfungen« des Gnostikers Celsus. Soll dies nur allegorisch verstanden sein, so ist ja auch Atomismus nur Symbologie, worunter jeder Zweig der Naturwissenschaft sich etwas anderes denkt. Sie ist nämlich so exakt, daß sie sich alle paar Jahre inexakt findet, wie jemand witzig sagte. Wie findet sie also den Mut, über die durch Millionen Jahre bestätigte übereinstimmende exakte Erfahrung der Alten die Nase zu rümpfen! Jene symbolisierten den Mond als Regierer, Erzeuger, Erhalter des Erdlebens, den Planeten Hermes-Merkur als Erleuchter der Weisen. Das entspricht nicht nur der heutigen Astrologie (Konjunktion von Mond und Merkur), sondern entspringt okkulter Erfahrung. Mutet man uns zu, über solche »Ammenmärchen« zu lachen, so wissen wir jedenfalls eins: Mondeinfluß auf gewisse Menschen, gewisse Meere, gewisse Kräuter, alle atmosphärischen Verhältnisse sind erwiesene Tatsache, warum soll sein Bestimmen sexualer Fruchtbarkeit, wie die Brahmanen es angeben, nicht dem entsprechen? Bringt Wissenschaft selber soviel Verbürgtes oder auch nur Wahrscheinliches? Was hat sie eigentlich dagegen einzuwenden, daß die heilige Zahl 7 ein Urprinzip sei: 7 Rassen, 7 planetarische Geschichtsepochen in unserem Manvantarazyklus, 7fältige Menschennatur? Eins steht jedenfalls fest: 7 Hauptplaneten heute wie damals. Wer sie als Götter und Schutzgenien der Erde auffaßt, muß daraus 7fältige Einwirkung folgern. Gibt es kosmogenische Hypothesen, die auf so unbestreitbarer Sichtbarkeit fußen? Heute bezweifeln einige sogar die Heliozentrik, doch die 7 Planeten regieren unangefochten.Ob Venus für uns der wichtigste Planet sei, wie man okkult behauptet, lassen wir dahingestellt.

Bis 1820 war die brahmanische Literatur völlig unbekannt, bis 1840 bestritt man die graue Herkunft der Veden und erklärte Sanskrit für einen dem Griechischen entlehnten Dialekt, heute weiß jeder, daß beide »dem fernsten Altertum angehören« (M. Müller). Im 20. Jahrhundert werde die Urquelle Gupta-Vidya erschlossen werden, prophezeit die Blavatzky; wenn aber Müller aussprach, Christen und Mohamedaner würden die Eitelkeit ihrer Streitereien einsehen und erkennen, es gebe nur eine Religion, die Verehrung von Gottes Geist – da kann er noch lange warten! Jener Monismus, der seine Verballhornung aus materialistischer Schablone zieht, stützt seinen Siegeszug auf Majoritätsstimmvieh. Selbst Epikur und Lukrez waren nie in solchem Sinne Atheisten, nur aus Opposition gegen persönliche Götter und Mißkenner des Symbolismus von Materieallegorien. Demokrits Lehrer Leukippos lehrte ewige Rotation der seit Ewigkeit angehäuften Atome, alle anerkannten Universalbewegung schöpferischen Atems. Die indische Materialistenschule kennt gleichfalls keinen Atheismus, denn über allen Vergänglichkeiten Brahmas schwebt die unerforschliche Substanz, über die man nicht spekulieren darf. Schankarajaria sagt: »Die empirischen Bestrebungen sind Schöpfer des Ich,« dies Ich der Nichterkenntnis und der Bestrebungen sei »das einzigartig Empfindende im Lebensprinzip«, dagegen das transzendente Ego ein allgemeines Selbst, »ungeboren unendlich« fern dem Körperschein. »Das Selbst (Atma) ist das Eine, nur in der Erscheinungswelt herrscht Vielheit, wie könnte daher der Geist mit der Vielheit identisch sein?« Alles ist aus Brahma-Atma hervorgegangen, alles so Entstandene Brahma selbst, auch der physische Leib, man darf ihn so wenig mit Atma verwechseln »wie die Tonerde mit dem Krug, der aus ihr gemacht ist«. Es fragt sich eben nur, ob einzigartiges Empfinden nicht im Debensprinzip nötig, um Individualitäten als klare Veranschaulichung von Attributen des allgemeinen Selbst zu sammeln und ob Vielheit nicht ebenso ein Attribut des Atma ist wie Einheit. So erscheinen uns die Inkarnationen nicht nur kausalnotwendig, sondern als Manifestationen überhaupt. Wir sind einverstanden mit der Geheimlehre: »Das Tier kann nie Mensch, der Mensch nie Tier werden ... Menschenaffen sind Kinder einer früheren Menschheit«, d. h. Bastarde verderbter Menschenart. Doch der indische Volksglaube, ein Mensch könne zur Strafe in ein Tier zurückfahren, z. B. grausame Sultane in Königstiger, ist nicht glatt abzuweisen, da Ägyptens Esoteriker es gleichfalls lehrten. Um bloßen Atavismus kann es sich nur in übertragenem Sinne handeln, denn weil in manchem Menschen Tigerhaftes oder Schweinisches überwiegt, wie Voltaire seine Landsleute Tigeraffen nannte, so wäre wohl möglich, daß die 3 unteren der 7 Prinzipien des Menschenwesens in besonderen Fällen verdammt würden, sich eine Tierhülle zu suchen. Solche Folgerungen sind weniger phantastisch als viele der Wissenschaft.

Okkultismus kennt kein Erstes, was bedingt und endlich wäre, sondern nur ursachlose Ursache, wurzellose Wurzel, keine unabhängigen Wirklichkeiten, nur Aspekte des Absoluten. Leben ist mehr als Form, Form aber überdauert das letzte Atom, Inkarnationen sind Notwendigkeiten des zyklischen Karma, nur persönliche Anstrengung des Ego in vielen Ubungsschulen erschafft jene volle Individualität, die erst zuletzt jede elementare Form abstreifen und innerhalb ihres Zyklus zu unabhängiger Buddhaexistenz werden kann. Darf man fragen, was Wissenschaft eigentlich dagegen einzuwenden hat, da dies doch ideell ihre geliebte Evolution bedeutet? Da verlangt man wirklich zu viel von ihr, da sie überhaupt nie ideell arbeitet, daher ihr Identität einer logischen Idee mit einer von ihr abgeleiteten Tatsachenmöglichkeit, d. h. Vorstellung einer Transzendentalevolution böhmische Dörfer sind. Man sollte sich doch freuen, daß der Evolutionstraum, obschon für das Sichtbare verpufft, sichere Zuflucht im Unsichtbaren findet. Da merkt man den Teufelsfuß, daß es den Darwinisten nur um den Materialismus zu tun ist, sie pfeifen auf alles andere.

Das All ist ein vollkommener Kreis mit Wurzelpunkt in der Mitte (nicht die Kreuzscheibe der christlichen Rosenkreuzer), es entsteht durch siebenfache Hierarchie göttlicher Keimkräfte, Offenbarung eines Urgesetzes in den Naturgesetzen, die nicht mit ihm identisch sind, wie menschlicher Vorwitz hineinklügelt. Es gab eine Schöpfung kosmologisch elementarischer Schöpfer (Elohim), sie schuf ein feuriger Wirbelwind, dessen Gasnebel sich als Sonnenuniversum verdichtete. Dieser Akt ist so riesenhaft über alle menschlichen Begriffe, daß man ihn nur im allgemeinen denken kann, während die Hypothesen »Äther, Weltnebel, Atome« für nüchternen Verstand wie für Einbildungskraft gleich nichtssagend bleiben. Man kann eine Schlacht nicht damit veranschaulichen, daß man auf einem Brett, das man Schlachtfeld nennt, ein paar Klötze aufbaut und ihnen Namen gibt, ohne angeben zu können, wie und auf wessen Geheiß sie sich in Bewegung setzten und wann. Der gute Papa Kronos ist selbst schon etwas Hervorgebrachtes, Zeit ein Agens des Raumes, Illusion der Bewußtseinsstände, deren Unterscheidung in Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft gleichfalls illusionär. Die Zukunft ist schon da, nur dies erklärt das telepathische Hellgesicht. Naturforschung aber, insbesondere Evolutionsschnickschnack, zerfällt ohne Grundlage der Zeit als einer bestimmten Wirklichkeit, wobei Geologie um die Kleinigkeit von 1 bis 10+000 Millionen Jahren in Abschätzung der Erdexistenz schwankt. So ist auch ein getrennt vom Stoff handelnder Nous der Eleaten nur anthropomorphische Illusion, denn das Unendliche kann nicht das endliche Attribut des Denkens haben, es handelt unbewußt als Allbewegung. Fichte, Schelling, Hegel denken sich einen »höchsten Geist« in menschlichem Sinne, Hartmanns absoluter Geist ist noch lange nicht das Absolute, Versenken des Individuums ins universale Bewußtsein (Fichte) unmöglich für ein nicht selber universales Bewußtsein, auch kann das Absolute nicht den Trieb zur Selbstemanation haben (Hegel), sofern sich damit ein Selbstwille verbinden soll nach menschlicher Vorstellungsart von Selbstgefühl. Solche Begriffe eignen sich nur für unsere Erscheinungswelt, eine Projektion oder Fata Morgana des Unveränderlichen. Indessen sind auch solche Spekulationen so wenig neu wie der »Archäus« von Parazelsus und van Helmont, die Urreligion bekräftigt sie sogar, doch eben nur angewandt auf das geoffenbarte All, nicht auf das letzte Absolute. Das Verlangen nach fühlendem Sein ist natürlicher Reflex des Gottgedankens, daß die Welt sichtbar werden solle, sozusagen eine göttliche Reflexion. So wie der Embryo sich vor der Geburt ein Leben nicht vorstellt und es von seinem Standpunkt als Tod oder Nichtsein betrachten würde, so ist Nichtsein eine dem Menschen unfaßliche Vorstellung. Der »verborgene Herr«, der mit dem Absoluten eins ist, wird als »elternlos« bezeichnet; was unser endlicher Intellekt intuitiv erfahren kann, ist auch nur Endliches, was Eltern hat, nämlich den unteren Logos des Weltphänomens in unserem besonderen Manvantara. Der »oberste Werkmeister« der Freimaurer ist kein erkannter Allgott, sondern die Alten erfaßten die Schöpfer im Plural der Elementargeister, die dies All aufbauten und periodisch in »Brahmas Nacht« zerstören, um es erneut wieder aufzubauen, Gott ist unerkennbar dahinter in der Ewigkeit. Auch jene »Diamanthalter« (Gleichnis der Unzerstörbarkeit) als aus menschlichen Buddhas gehärtete Mahatmas kennen nur die Schöpfer, nicht den letzten zureichenden Grund, selbst Christus, der laut Hegel die ewige »Geschichte des Geistes« durchlief, behalf sich mit dem Menschenbegriff »Vater«, was freilich in griechischer Adeptensprache auch Urgrund bedeutet.

Daß den Kirchenreligionen für allzumenschliche Notdurft dies nicht behagt, begreift man; daß aber denkende Naturforscher sich nicht um den Sinn dieser Kosmogenie bemühen, selbst wenn wir sie nur allegorisch verstehen wollen, wäre unbegreiflich, wenn in diesen Kreisen überhaupt höheres Denken heimisch wäre. Um in ihrer Sprache zu reden: Wasser- und Sauerstoff verbinden sich im Wasser, ihre Verwandlung ist aber nur scheinbar, denn bei Zersetzung des Wassers findet man sie genau wieder. So bleibt das Ursprüngliche überall das Gleiche, obwohl es scheinbar zu existieren aufhört und ein anderes prägnanteres Sein gewinnt (Wasser statt Gas): so hebt zeitweilige Auflösung der Allform das ewig in sich ruhende All nicht auf, Tod nicht das immer gleiche Leben. Sein und Nichtsein sind Illusionsbegriffe. »Leben wird nur erkannt durch den Baum des Lebens« lehrt tiefsinnige Yogavorschrift, d. h. nur wer Wurzel und Wipfel des Daseins denkerisch berührte, kann es richtig erfassen. Dunkelheit ist die Mutter des Lichts, Dunkelheit beleuchtete sich, wie ein Rosenkreuzer sagt, um sich sichtbar zu machen, wozu ihr der oberste stolzeste Erzengel Lucifer verhalf und so die Einheit des dunkelschweigenden absoluten Seins trübte. Selbstgefühl, sich hervorzutun, scheint ein vom phänomenalen untrennbaren Naturdrang, weshalb die Lucifermythe naturgesetzlich begründet. Von ebenso symbolischer Bedeutung ist der Lotus, die Wasserlilie. Vom Äther, der großen Lichtmutter, dem ewig Weiblichen empfängt sie Hitze, d. h. Feuer, den sinnbildlichen Geisterwecker, und entsprießt so aus Wasserschlamm, ihr Same aber enthält schon vollkommen geformte Blätter, ganz die gleichen, die später auswachsen. Gleiches beobachtet man bei vielen Pflanzen, ihr Embryo kommt fertig in Miniatur ans Licht. Beweist das nicht, daß der Erdgeist die Idee des Produkts fertig vorausformt? Heutige Vorbilder kommender Dinge sind im Unsichtbaren, ehe sie sichtbar werden.

Statt tierischen Aufstiegs besteht weit mehr Wahrscheinlichkeit für Menschenursprung aus geistigen Prinzipien, wofür sämtliche Urzeitüberlieferungen als »Sagen« eintreten, für Formung von innen nach außen, wofür sogar physiologisches Beweismaterial nicht fehlt. Daß dann die 3. Rasse immer mehr sich versinnlichte und dann verrohte, die 4. Rasse bereits in wildem Hochmut »Götter« spielen wollte, »Gewaltige vor dem Herrn« aus Kains Geschlecht (alles Atlantiersymbole, wie auch der sog. Turmbau zu Babel später auf Kleinasien übertragen auf dem Umweg über das Buch Enoch), entspricht so sehr der Menschennatur, daß man nachdenklich fragt, ob heutiger Weltkrieg und Bolschewismus nicht eine andere Strafvernichtung wie bei 3. und 4. Rasse prophezeien. Ob in jenen Katastrophen (für Lemurien Erdfeuer, für Atlantis submarin) göttliche Bestrafung lag, wie die Bibel es für Sintflut und Sodoms Vertilgung aussagt, vermag kein Sterblicher zu wissen. Der Karmagläubige findet indessen durchaus sinngemäß, daß sowohl sinnliche Vertierung als »Zauberei«, d. h. naturwissenschaftliche Technik mit einseitiger Ausbildung des Verstandeshochmuts und steigender Gemütsverkümmerung sich selbst eine Züchtigung wachrufen. Uns scheinen die Sünden jener Altvordern beglaubigt, besonders scheußliche Sodomiterei, für die uns der Anthropoidenbestand eine lebende Urkunde bleibt, wir werden daher schwerlich mit naseweisen Materialisten jene schrecklichen Heimsuchungen als blinden Naturzufall betrachten. Viel eigene Blindheit gehört dazu, hier nicht erschauernd düstere Mächte moralischer Weltordnung zu verehren, die sich der Materie als bloßen Werkzeuges bedient.

Symbologisch-historisch scheint ausgemacht, daß die geretteten Heiligen (sumerisches Noahsymbol) vor etwa 850+000 Jahren sich als göttliche Dynastien niederließen, nicht nur in Altägypten, sondern überall, wo man Pyramiden trifft, im neuen Amerika und sogar in Europa. Überall wo atlantische Weisheit blühte, verstand man »Drache«, »Schlange«, offenbar atlantisches Nationalwappen aus Saurierzeit, als Initiation verborgenen Wissens. Das Sternbüd des Drachen soll bei der großen Flut am Pol gestanden haben, 3 Polveränderungen fanden noch später statt, wie die Astronomie nach Einsichtnahme ägyptischer Sterntafeln zugibt. Der Drache galt als Vermittler zwischen der Erde und dem unendlichen Himmelspol. Ob er in der Apokalypse die Sintflut bedeutet, scheint uns zweifelhaft, dagegen mag er ein Sinnbild selbstsüchtiger schwarzer Magie gewesen sein. Wahrscheinlich bedeutet er im Zoroasterkreis den Nordpol, dessen unheilvolle Wendung das heimische Eden der Hyperboräer in Schnee und Wüste verwandelte, so daß die Adame der 3. Rasse nach Baktrien südwärts auswanderten. Die Ägypter symbolisierten den Kosmos als feurigen Kreis mit habichtköpfiger Schlange in der Quere: Erdpol in Elliptik, so daß der siderische Tierkreis sich entzündet mit feurigen Folgen, wobei wir uns fragen, ob sich dies auf Vergangenheit oder Zukunft bezieht. Es kann aber wohl immer nur teilweise Zerstörung der Erdkugel geben, da völlige Umänderung der Planetenumgebung kaum denkbar, aus Erdtrümmern wird stets neue bewohnbare Masse auftauchen, wie das heutige Amerika nach Vernichtung der Atlantis. Auch Vereisung, wie die des Mondes, schließt nicht aus, daß dort Leben anderer Art sprießt. Bei den Alten war alles astronomisch gedacht, der Berg Helion als Hochpunkt der Sonne am Nordpol über dem Horizont sichtbar, am Südpol 32° darunter, daher dort Acheronabgrund. Jakobs Himmelsleiter ist metaphysisch richtig aufgefaßt von der Erde hinauf zum Pol mit auf- und absteigendem Tierkreis als Sprossen. Die Chinesen beteten zum Drachen als Symbol göttlicher Weisheit, auch sie hatten Götterdynastien und folgende Halbgötter als Gründer der Kultur, wie Odin und Osiris, Prometheus und Hermes. Herodot glaubt alles Ägyptische einfach deshalb, weil man in Hellas ziemlich gleiches glaubte, wo die Arkadier sich rühmten, älter zu sein als der Mond.

Natürlich lächeln die Modernen, daß Völker in Kindheitsalter sich Götter erdichten. Das aber ist undenkbar, daß überall auf Erden die gleiche Überlieferung herrschte bei allen Rassen, die örtlich in gar keiner Verbindung standen, wenn nicht eine allgemeine Tatsache zugrunde lag. Alle prähistorischen Rassen übernahmen die gleiche Vorgeschichte der Erde von ihren Ahnen, welche ursprünglich ihnen gemeinsam waren, doch sich nachher in Weiße, Olivengelbe, Gelbe, Braune, Schwarze, Rote spalteten, wobei klimatische Einflüsse nichts bedeuten, da die Verschiedenheit sich besonders im Gesichtstyp ausdrückte. Hätten sie untereinander evolutionäre Beziehung, so müßten die Neger als ältester Typ rangieren, denn das Negroide der Sumerer, wahrscheinlich auch der Atlantier und Aurignacier, bestand nur in ihrer Hautfarbe, die in jedem Klima gleichblieb und nichts mit wirklichen Negroiden in Indochina und Australien gemein hat. Die eigentlichen afrikanischen Neger sind aber historisch viel jünger als Mongolen und selbst Semiten, aus ersteren gingen braune Malaien und vielleicht rote Ameroindianer als Mischrassen hervor, doch scheint dies bei den Rothäuten dunkel und fraglich. Die ganze 5. Rasse als arisch anzusprechen ist eine Willkür Blavatzkys. Die besonderen Arier kamen bestimmt nicht als neue jüngste Rasse in Betracht, der Weiße als letzte Krone der Schöpfung ist eine Fiktion arischer Anmaßung, er war Zeitgenosse der Sumerer und Mittelmeermenschen in Asien, die Inder und Turanier gleichaltrig mit Chinesen, Semiten, wenn nicht gar älter. Jedenfalls ist ausgeschlossen, daß höhere sich aus niederen Rassen erhoben, jede hatte eigenen Ursprung. Da man 10 Millionen Jahre alte Dinosauriereier jüngst in der Mongolei entdeckte, hatten Asien und Amerika die gleiche Fauna, also wohl auch ähnliche Menschentypen.

Altägyptische Hieroglyphen erzählen von Göttern, Seelen (Manas) in gemeinsam entstandener Umwelt. Renan suchte dies wegzutüfteln, doch nicht nur der alte Astronom Eratosthenes, der lange zweifelte, sondern gleich ihm der moderne Champollion bekehrten sich dazu, daß laut dem im Abydos gefundenen Papyros die Dynastenlisten von Göttern und Halbgöttern noch zu Ramses' Zeit so galten, wie sie Maneto einst überlieferte, denn diese Chronologie war Geheimwissen der Priester ohne politisch praktischen Zweck für die Profanen. Nun entstand aber Ägypten später als Frühatlantis, damals war die Sahara Meer, Abessynien Insel, das übrige Afrika ungeboren, gleichwohl belehrten die Priester Herodot, daß Erdpol und Ekliptik zusammenfielen und sie von ihren alten Erzpropheten die Zeichen der Ekliptik lernten. Sie zeigten ihm 350 hölzerne Abbilder vorweltlicher Könige über 3 frühere Rassen; Götter, Halbgötter, Riesen. Diese Geschichte trifft man genau so bei den Indern und Chinesen. Die Saispriester enthüllten Solon die Geschichte der Atlantis, die dann Plato übernahm, laut Theopompus erzählten die Phrygier das gleiche. Auch Kain und Abel treten da auf: in fromme Betrachtung versenkte Arier und für Eisen unverwundbare mörderische Zauberer, da Spätatlantier und Arier gegeneinander kämpften. Sogar sehr skeptische Forscher geben zu, daß solche Übereinstimmung bei allen Völkern schwerlich bloße Chimäre sein kann. Von unserem besonderen Standpunkt aus könnten wir freilich diese Götter und Halbgötter als synonym mit jener kleinen Rasse von Geistmenschen erklären, deren Prozentsatz in jeder Generation ungefähr der gleiche, die aber einst unter vernünftigen besseren Menschen göttliche Verehrung genoß und das Regiment führte, wodurch »Saturns goldenes Zeitalter« blühte. Chimäre? Reicht nicht Erfindung von Feuer, Sprache, Zahl usw. in ungeheuere Ferne zurück? Wir fragen wieder: da das Feuer entdeckt wurde, warum soll Entdecker Prometheus Mythe sein, da doch die Ägypter wußten, daß Isis vor 75+000 Jahren ihnen den Weizen schenkte? Feuer war den Alten symbolisch für geistige Schöpferkraft, Scheu aller Raubtiere vor Feuer ist vielleicht mystisch bedeutungsvoll. Jedenfalls verschmolz sich der Prometheus- mit dem Luzifermythos und stellte nach unserer Meinung die wahre Menschwerdung dar, die Erleuchtung des höheren Manas. Nach der Zohar-Kabbala waren die »Söhne Gottes«, die zur Erde stiegen, durchaus keine gefallenen Engel, sondern inkarnierte Sendboten, die sich mit den Sterblichen vermischten, die Schlange am Baum der Erkenntnis ist die Unsterblichkeit. Alle Hierophanten nannten sich Söhne der Schlange, in Ägyptens unterirdischen Katakomben wurden im »Schlangengang« die Riten vom »Kreis der Notwendigkeiten« abgehalten. Ähnliche Karmafeier zelebrierten die Azteken, auch hier hieß ein Halbgott »Sohn der Schlange«. Die gallischen Druiden nannten sich selber »Schlangen«, Carnac in der Bretagne und Karnak in Ägypten sind Zwillinge. Der Weisheitsdrache wurde Symbol der Sonne, die Sonne Symbol der höchsten Gottheit, weshalb der Ketzerkönig Amenhoteb, von dem Blavatzky nichts zu wissen scheint, nur noch Sonnenkult pflegen wollte. Bezeichnenderweise nannten die Drachensöhne sich auch »Baumeister«, ihre Pyramiden und Riesentempel spotten heutiger Ingenieure. Drachentöter gibt es in jeder Sage, überall erschlagen Sigurds den Lindwurm, doch auch dies verwandelt sich esoterisch zum Symbol: Kampf mit den eigenen Leidenschaften, nach deren Überwindung der Adept zum Mahatma wird und als Drachensohn die Haut der Materie abstreift. Leider scheint der tibetanische »Meister« der Upasika-Blavatzky die Siegfriedsage nicht gekannt zu haben: Siegfrieds Baden im Drachenblut macht ihn unverwundbar, und er versteht alle Vogelstimmen, das auf die Achsel gefallene Lindenblatt mit der einzigen Todesstelle entspricht der Achillesferse und dem Spruch: »Du wirst der Schlange den Kopf zertreten, sie aber wird dich in die Ferse stechen«, wenn nämlich ein Rest menschlicher Schwäche im Drachentöter zurückbleibt. Der »alte Adam«, der »neue Mensch« sind keine christlichen Mysterien, sondern jeder Neophyt der Geheimkulte erstand nach Überstehen der Prüfungen in seelisch neuer Form.

Verschiedene Mysterien sind sehr tiefsinnig; auf Samotrake und Rhodus, Inseln vulkanischer Bildung, symbolisierte man, daß die Titano-Zyklopen von Zeus verschlungen wurden, doch einst wieder auftauchen werden. Etymologisch sind Satan und Jahve eins, Jahve-Kain sind männliche Menschheit, Abel weibliche, dessen Jungfernblut Kain vergießt: Zeugung tritt in die Welt und damit todbringende Leidenschaft. Letztere symbolische Auslegung würden wir gekünstelt finden, wenn sie nicht so ausgezeichnet zur trotzigen Titanenhaftigkeit und sadistischer Fleischeslust der atlantischen Zauberer paßte, sowohl Technik und Magiermusik der Kainsnachkommen als Sodoms Untergang so gut zur Atlantisgeschichte stimmten. Blavatzky übersieht diese Dinge, es ist aber auffällig, daß sonst keine Ursage sich so deutlich mit Sodomiterei als Untergangsursache beschäftigt. Hierin kommt nicht nur der spezifisch jüdische Zug, alles auf geschlechtliche Phallusfragen zurückzuführen, sondern auch zur Geltung, daß geflüchtete Spätatlantier in Kleinasien ihr Wesen trieben. Die Adeptin irrt, daß die große Flut am Ararat nie stattfand, die Sumerer warfen später nur diese kleinere Überschwemmung mit der atlantischen Sintflut zusammen. Obwohl der Name Noah rein allegorisch, was Blavatzky nicht weiß, so veranschaulicht er doch auch, daß von solchen Spätatlantiern drei Rassen gleichzeitig abstammen: Semiten, Hamiten, Arier. Seth ist Übertragung des ägyptischen Sath (Hermes). Später soll Esau rot und haarig sein, Anspielung auf neukeimende Rasse von Rothäuten, dann wohl sicher in Ostasien, nicht Kanaan! Wer weiß, was sich alles in den sogenannten Büchern Mose verbirgt!

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