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Denkwürdigkeiten des Pickwick-Klubs. Zweiter Teil

Charles Dickens: Denkwürdigkeiten des Pickwick-Klubs. Zweiter Teil - Kapitel 25
Quellenangabe
typefiction
authorCharles Dickens
titleDenkwürdigkeiten des Pickwick-Klubs. Zweiter Teil
publisherGutenberg-Verlag
addressHamburg
seriesDickens Werke
volume2
editorDr. Paul Th.Hoffmann
translatorDr. Carl Kolb
correctorhille@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
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Sechsundfünfzigstes Kapitel.

Herr Salomo Pell ordnet mit Hilfe eines auserlesenen Kutscherkomitees die Angelegenheit des älteren Herrn Weller.

»Samuel«, sagt Herr Weller am Morgen nach dem Begräbnis zu seinem Sohne, »ich habe es gefunden, Sammy. Ich dachte wohl, es werde da sein.«

»Was habt Ihr gefunden?« fragte Sam.

»Das Testament deiner Stiefmutter; Sammy«, erwiderte Herr Weller, »kraft dessen die Anordnungen zu treffen sind, wovon ich dir gestern nacht gesagt habe, nämlich in Beziehung auf die Fonds.«

»Ei, hat sie denn nicht gesagt, wo sie es aufbewahrt hat?« fragte Sam.

»Kein Wörtlein, Sammy«, erwiderte Herr Weller. »Wir legten gerade unsere kleinen Zwistigkeiten bei, ich suchte sie aufzuheitern und aufrechtzuerhalten, und so vergaß ich alles darüber. Und wenn ich auch daran gedacht hätte, so weiß ich nicht, ob ich es wirklich getan haben würde«, fügte Herr Weller hinzu: »denn es ist eine ganz eigene Sache, Sammy, nach dem Vermögen eines Menschen zu schnüffeln, während man ihn auf dem Krankenbett pflegt. Das ist gerade, wie wenn man einem herabgefallenen Außenpassagier auf die Kutsche hinaufhilft und dabei die Hand in seine Tasche steckt, indem man ihn mit einem Seufzer fragt, wie er sich befinde.«

Bei dieser bildlichen Erläuterung seiner Ansichten öffnete Herr Weller seine Brieftasche und zog einen schmutzigen Bogen Briefpapier heraus, worauf allerlei Buchstaben in merkwürdigem Gemenge untereinander geschrieben waren.

»Dies da ist das Dokument, Sammy«, sagte Herr Weller. »Ich fand es in dem kleinen schwarzen Teetopf auf dem Sims im Kabinett. Sie pflegte ihre Banknoten darin aufzubewahren, ehe ich sie heiratete, Samuel. Ich habe hundertmal gesehen, wie sie den Deckel abnahm, um eine Rechnung zu bezahlen. Die arme gute Frau, sie hätte alle Teetöpfe im Hause mit Testamenten anfüllen können, ohne sich selbst etwas zu entziehen; denn sie trank in der letzten Zeit sehr wenig Tee, außer an den Mäßigkeitsabenden, wo man immer den Grund mit Tee legte, um die Geister munter zu erhalten.«

»Was steht denn darin?« fragte Sam.

»Was ich dir schon gesagt habe, mein Junge«, antwortete sein Vater. »Ein Schein von zweihundert Pfund für meinen Stiefsohn Samuel, und den ganzen Rest meines Vermögens, welcher Art und Gattung es sein möge, meinem Mann, Herrn Tony Weller, den ich zu meinem einzigen Testamentsvollstrecker ernenne.«

»Und ist das alles?« fragte Sam.

»Ja«, erwiderte Herr Weller. »Und da nun alles ganz recht und zu deiner und meiner Zufriedenheit ausgefallen ist und wir die einzigen Parteien sind, die die Sache angeht, so könnten wir ja ebensogut diesen Wisch ins Feuer werfen.«

»Ei, was seid Ihr doch für ein Mondkalb!« sagte Sam, seinem Vater das Papier entreißend, als dieser in aller Unschuld bereits das Feuer schürte, um seinem Worte Kraft zu geben. »Ihr seid mir ein sauberer Testamentsvollstrecker, Ihr.«

»Warum nicht?« fragte Herr Weller, indem er mit dem Schüreisen in der Hand schnell um sich blickte.

»Warum nicht?« rief Sam. – »Seht Ihr, es muß vorher bewiesen, gutbefunden, beschworen werden und eine Menge solcher Förmlichkeiten.«

»Ist das wirklich dein Ernst?« fragte Herr Weller, das Schüreisen niederlegend.

Sam steckte das Testament sorgfältig in eine Seitentasche und gab inzwischen durch einen Blick zu verstehen, daß er es wirklich so meine, und zwar in allem Ernst.

»Dann will ich dir sagen, was es ist«, sagte Herr Weller nach kurzem Nachdenken: »es ist das ein Fall für den vertrauten Freund des Lordkanzlers. Pell muß die Sache untersuchen, Sammy. Er ist der Mann für eine schwierige Rechtsfrage. Wir werden die Sache sogleich vor den Zahlungsunfähigkeits-Gerichtshof bringen, Samuel.«

»Ich habe meiner Lebtage noch nie einen so schwindelköpfigen, alten Kerl gesehen«, rief Sam gereizt. »Alte Kanzleien, Zahlungsunfähigkeits-Gerichtshof, Alibis und aller mögliche Unsinn gehen ihm beständig durch sein Hirn. Es wäre gescheiter. Ihr zöget Euren Sonntagsanzug an und ginget mit diesem Geschäft in die Stadt, als daß Ihr da über Sachen redet, von denen Ihr gar nichts versteht.«

»Ganz gut, Sammy«, erwiderte Herr Weller. »Ich bin mit allem einverstanden, was das Geschäft befördert, Sammy. Aber merk dirs wohl, mein Junge, niemand anders als Pell – niemand als Pell darf unser Advokat sein.«

»Ich verlange auch sonst niemand«, erwiderte Herr Weller, der, nachdem er mit Hilfe eines kleinen am Fenster hängenden Spiegels sein Halstuch zugeknöpft hatte, jetzt mit den größten Anstrengungen an seiner Oberkleidung herumarbeitete.

»Wart noch eine Minute, Sammy. Wenn du einmal so alt bist wie dein Vater, so wirst du auch nicht mehr ganz so leicht in dein Jackett hineinschlüpfen, wie du es jetzt tust, mein Junge.«

»Wenn ich es nicht leichter tun kann, als so, dann soll mich der Teufel holen, wenn ich überhaupt eines trage«, versetzte sein Sohn.

»So denkst du jetzt«, sagte Herr Weller mit der Würde des Alters, »du wirst aber schon finden, daß man um so weiser wird, je weiter oder dicker man wird. Dicke und Weisheit, Sammy, wachsen immer miteinander.«

Als Herr Weller diesen unfehlbaren Grundsatz, das Ergebnis vieljähriger persönlicher Erfahrung und Beobachtung, preisgab, gelang es ihm durch eine gewandte Drehung des Körpers, den untersten Rockknopf seiner Bestimmung gemäß anzuwenden. Nachdem er wenige Sekunden pausiert hatte, um wieder Atem zu schöpfen, bürstete er seinen Hut mit seinem Ellbogen und erklärte sich bereit.

»Vier Köpfe sind besser als zwei, Sammy«, sagte Herr Weller, als sie miteinander auf dem Postwagen nach London fuhren, »und da alle diese Habseligkeiten eine sehr große Versuchung für einen Advokaten sind, so wollen wir ein paar von meinen Freunden dazunehmen, die sehr schnell über ihn herfahren werden, wenn er sich eine Unregelmäßigkeit erlaubt: zwei von denen, die dich damals im Fleet besuchten. Sie sind die allerbesten Pferdekenner, die du je gesehen hast«, fügte Herr Weller in halbem Flüstern hinzu.

»Sind sie aber auch Advokatenkenner?« fragte Sam.

»Wer ein richtiges Urteil über ein Tier zu fällen imstande ist, kann auch ein richtiges Urteil über alles andere abgeben«, erwiderte sein Vater so überzeugt, daß Sam es nicht wagte, den Satz zu bestreiten.

Infolge dieser bemerkenswerten Entscheidung wurden die Dienste des pausbäckigen Herrn und zweier anderer sehr dicker Kutscher, die Herr Weller wahrscheinlich aus Rücksicht auf ihre Wohlbeleibtheit und auf die daraus folgende Weisheit auserwählt hatte, in Anspruch genommen. Sodann begab sich die Gesellschaft nach dem Gasthaus in der Portugalstraße, von wo aus sogleich ein Bote in den Zahlungsunfähigkeits-Gerichtshof hinübergeschickt wurde, um Herrn Salomo Pell zu bitten, daß er sich alsobald einfinden möchte.

Der Bote fand Herrn Salomo Pell glücklicherweise im Gerichtshofe mit einer nicht gar zu schweren Arbeit, nämlich mit einer kleinen kalten Zwischenmahlzeit, bestehend aus Abernethyzwieback und einem Hühnchen, beschäftigt. Die Botschaft war ihm kaum ins Ohr geflüstert, als er seinen Mundvorrat nebst verschiedenen amtlichen Dokumenten in seine Tasche steckte und mit solcher Munterkeit über den Weg eilte, daß er das Gastzimmer erreichte, ehe der Bote noch den Gerichtshof verlassen hatte.

»Meine Herren«, begann Herr Pell, seinen Hut berührend, »seien Sie mir alle gegrüßt. Ich sage es nicht, um Ihnen zu schmeicheln, meine Herren; aber es gibt nicht noch fünf andere Männer auf der Welt, denen zuliebe ich heute den Gerichtshof verlassen hätte.«

»So beschäftigt, he?« fragte Sam.

»O, außerordentlich«, erwiderte Pell: »ich bin ganz abgehetzt, wie mein Freund, der verstorbene Lordkanzler, manchesmal zu mir sagte, wenn er aus dem Oberhaus kam, wo man allerhand Fragen an ihn gerichtet hatte. Der arme Mann! Solche Anstrengungen griffen ihn sehr an, und die Fragen pflegten ihm außerordentlich ans Herz zu gehen. Ich glaubte wirklich mehr als einmal, er müsse unter der Last seiner Arbeiten notwendig erliegen.«

Hier schüttelte Herr Pell den Kopf und hielt inne, worauf der ältere Herr Weller seinen Nachbar mit dem Ellbogen stieß, um ihn auf die hohen Verbindungen des Anwalts aufmerksam zu machen, und fragte, ob die eben erwähnten Amtsgeschäfte irgend bleibende nachteilige Wirkungen auf das Befinden seines edlen Freundes hervorgebracht hätten.

»Ja«, versetzte Pell, »ich glaube, er hat sich nie mehr ganz davon erholt; sie haben ihm gewiß den Rest gegeben. ›Pell‹, pflegte er oft zu mir zu sagen, ›wie zum Henker Sie all diese Kopfarbeiten aushalten können, das ist mir ein wahres Rätsel.‹ – ›So wahr ich lebe‹, pflegte ich ihm zu antworten, ›ich begreife es selbst nicht.‹ – ›Pell‹, setzte er dann seufzend hinzu, indem er mich mit ein wenig Neid – einem freundschaftlichen Neid, müssen Sie wissen, meine Herren, einem reinen, freundschaftlichen Neid, an dem nichts Böses war – ansah, ›Pell, Sie sind ein wahrer Wundermann.‹ O, meine Herren, Sie hätten ihn gewiß auch sehr liebgehabt, wenn Sie ihn gekannt hätten. Heda, liebes Kind, bringen Sie mir doch für drei Pence Rum.«

Während Herr Pell diese letzte Bemerkung im Tone unterdrückten Schmerzes an die Kellnerin richtete, seufzte er, sah auf seine Schuhe hinab, dann zur Decke hinauf, und da der Rum inzwischen angekommen war, trank er ihn aus.

»Indes«, sagte Pell, indem er einen Stuhl an den Tisch rückte, »ein Geschäftsmann hat kein Recht, an seine Privatfreundschaften zu denken, wenn sein juristischer Beistand verlangt wird. Beiläufig gesagt, meine Herren, seit ich Sie das letztemal hier sah, haben wir ein sehr trauriges Ereignis zu beweinen gehabt.«

Herr Pell zog ein Taschentuch heraus, als er an das Wort »Weinen« kam, machte aber keinen weiteren Gebrauch davon, als daß er ein Tröpfchen Rum, das an seiner Oberlippe hängengeblieben war, damit abwischte.

»Ich habe es im Anzeiger gelesen, Herr Weller«, fuhr Pell fort. »Gütiger Gott, nicht mehr als zweiundfünfzig Jahre! Wahrhaftig – wenn ich nur daran denke.«

Diese Pröbchen von Nachdenklichkeit wurden an den pausbäckigen Mann gerichtet, der seine Augen zufällig auf Herrn Pell geheftet hatte, worauf der pausbäckige Mann, dessen Furcht vor Geschäftssachen im allgemeinen neblichter Natur war, sich unruhig auf seinem Sitze bewegte und seine Meinung dahin aussprach, daß er auf diese Art nicht einsehe, wie die Sachen weiter gefördert werden könnten: eine Bemerkung, die, da sie einen jener spitzfindigen Vorschläge in sich schloß, denen beim Disputieren schwer zu begegnen ist, von niemanden bekämpft wurde.

»Ich habe gehört, daß sie eine sehr schöne Frau gewesen, Herr Weller«, sagte Pell im Tone des Mitgefühls.

»Ja, Sir, das war sie«, erwiderte der ältere Herr Weller, dem diese Art, von der Sache zu sprechen, nicht sehr behagte, obgleich er fest glaubte, der Anwalt müsse von seiner langen vertrauten Bekanntschaft mit dem verstorbenen Lordkanzler her am besten wissen, was guter Ton sei. »Sie war eine sehr schöne Frau, Sir, als ich sie kennenlernte. Sie war damals eine Witwe.«

»Nun, das ist doch sonderbar«, sagte Pell, mit kummervollem Lächeln um sich blickend; »meine Frau war ebenfalls eine Witwe.«

»Das ist ja ganz merkwürdig«, meinte der pausbäckige Mann.

»Wirklich ein seltsames Zusammentreffen«, sagte Pell.

»Nicht im geringsten«, bemerkte der ältere Herr Weller verdrießlich. »Es heiraten mehr Witwen als ledige Frauenzimmer.«

»Ganz gut, ganz gut«, sagte Pell; »Sie haben vollkommen recht, Herr Weller. Meine Gemahlin war eine sehr elegante und vollendete Frau. Ihr feiner Anstand war der Gegenstand allgemeiner Bewunderung in unserer Nachbarschaft. Ich war stolz, diese Frau tanzen zu sehen; sie hatte etwas so Festes, so Würdevolles und doch Natürliches in ihrer Bewegung. Ihr Benehmen, meine Herren, war die Einfachheit selbst. Doch gut, gut! Entschuldigen Sie die Frage, Herr Samuel«, fuhr der Anwalt mit gedämpfter Stimme fort. »War Ihre Stiefmutter schlank?«

»Nicht sehr«, antwortete Sam.

»Aber meine Gemahlin war eine schlanke Figur«, sagte Pell, »eine herrliche Frau mit einer edlen Haltung, und einer Nase, meine Herren, ganz dazu geschaffen, zu gebieten und majestätisch zu sein. Sie war mir sehr zugetan – sehr – hatte aber auch sehr vornehme Verwandte, meine Herren: ihrer Mutter Bruder, meine Herren, fallierte um achthundert Pfund als Staatspapierhändler.«

»Schon gut«, sagte Herr Weller, der während dieser Rede etwas unruhig geworden war: »aber gehen wir einmal ans Geschäft.«

Dieses Wort war Musik für Pells Ohren. Er hatte sich immer darüber besonnen, ob wohl ein Geschäft abgemacht werden solle, oder ob man ihn bloß zu einem freundschaftlichen Glas Grog oder einer Bowle Punsch oder sonst einem ähnlichen Achtungsbeweise eingeladen habe; und nun wurde sein Zweifel beseitigt, ohne daß er auf die Lösung desselben im mindesten gedrungen zu haben schien. Seine Augen funkelten, als er den Hut auf den Tisch legte und sagte:

»Was ist es für ein Geschäft? Wozu? – Wünscht einer von den Herren etwas beim Gerichtshof abzumachen? Wir verlangen einen richterlichen Ausspruch; mit einem freundschaftlichen richterlichen Ausspruch ist es geschehen, müssen Sie wissen; wir sind alle zusammen gute Freunde,«

»Das Dokument, Sammy«, sagte Herr Weller, das Testament seinem Sohne fortnehmend, der sich an der ganzen Verhandlung ungemein zu ergötzen schien. »Was wir verlangen, Sir, ist bloß eine Beglaubigung von diesem da.«

»Also eine gerichtliche Abschrift, mein werter Sir«, sagte Pell.

»Meinetwegen, Sir«, versetzte Herr Weller ärgerlich; »das wird wohl auf eines hinauskommen. Wenn Sie nicht verstehen, was ich meine, so werde ich schon andere Leute finden, die es tun.«

»Sie werden doch nicht böse sein, Herr Weller«, sagte Pell bescheiden. »Sie sind der Vollstrecker, wie ich sehe«, fügte er hinzu, indem er seine Augen auf das Papier warf.

»Ja, Sir«, erwiderte Herr Weller.

»Und diese andern Herren sind ohne Zweifel Legatare?« fragte Pell mit einem glückwünschenden Lächeln.

»Nein, Sammy ist der einzige Legatar«, erwiderte Herr Weller; »diese andern Herren sind Freunde von mir, und nur gekommen, um den Handel mit anzusehen: – eine Art Schiedsrichter.«

»Ah«, sagte Pell; »sehr gut. Ich habe durchaus nichts dagegen. Nur muß ich um fünf Pfund Vorschuß bitten, bevor ich anfange.«

Das Komitee entschied, die fünf Pfund sollten vorgeschossen werden. Herr Weller bezahlte die Summe, und nun fand eine lange Beratung über die Sache im allgemeinen statt, wobei Herr Pell zur vollkommenen Befriedigung der Herren Schiedsrichter den Beweis führte, daß, wenn die Leitung des Geschäftes nicht ihm anvertraut worden wäre, es notwendig schief hätte gehen müssen, aus Gründen, die zwar nicht ganz klar, aber ohne Zweifel genügend waren. Nachdem dieser wichtige Punkt ins reine gebracht war, erfrischte sich Herr Pell auf Kosten der Beteiligten mit einigen guten Bissen, und zwar sowohl mit malzigen, als mit andern geistigen Getränken, worauf sie sich alle zu Doktors Commons begaben.

Am nächsten Tag war ein neuer Besuch in Doktors Commons, wo man viel mit einem zum Zeugen aufgerufenen Hausknecht zu schaffen hatte, der betrunken war und zum großen Ärgernis der Prokuratore und des Bevollmächtigten sich weigerte, andere als profane Eide zu schwören. In der folgenden Woche mußten abermals mehrere Besuche in Doktors Commons gemacht werden, sowie auch einer auf dem Vormundschaftsamt. Es mußten Pacht- und Geschäftsverträge eingehen, dieselben ratifiziert, Inventarien gemacht, Lunche eingenommen, Schmäuse gehalten und so viele profitable Dinge getan und eine solche Masse Papiere aufgehäuft werden, daß Herr Salomo Pell und der Bursche und der blaue Sack alle miteinander so dick wurden, daß niemand sie für denselben Mann, denselben Burschen und denselben Sack gehalten hätte, die vor wenigen Tagen um die Portugalstraße herumgeschlendert waren.

Nachdem diese wichtigen Angelegenheiten in Ordnung gebracht waren, wurde ein Tag festgesetzt, um die bestimmte Summe in den Fonds anzulegen, was durch Vermittlung des Staatspapiermaklers Wilkins Flasher Esq. in der Nähe der Bank von London geschah. Herr Salomo Pell hatte ihn dazu empfohlen.

Es war das eine festliche Veranlassung, und die beteiligten Personen schmückten sich daher auch angemessen. Herr Weller ließ sein Haar neu frisieren und ordnete seinen Anzug mit besonderer Sorgfalt; der pausbäckige Herr trug in seinem Knopfloch eine prachtvolle Dahlie mit vielen Blütenblättern, und die Röcke seiner zwei Freunde waren mit Lorbeersträußen und anderm Immergrün geschmückt. Alle drei trugen den strengsten Festornat, d. h. sie hüllten sich bis ans Kinn ein und zogen so viele Kleider an, wie nur immer möglich war, was seit der Erfindung von Postkutschen bei den Postkutschern von jeher zum Begriff von großer Gala gehört hat und noch gehört.

Herr Pell erschien zur bestimmten Zeit am gewöhnlichen Versammlungsorte, und auch er trug ein paar Handschuhe und ein frisches Hemd, letzteres durch vieles Waschen am Kragen und den Vorderärmeln bedeutend abgescheuert.

»Ein Viertel auf drei«, sagte Pell, auf die Stubenuhr blickend. »Wenn wir ein Viertel danach zu Herrn Flasher kommen, so ist das gerade die beste Zeit.«

»Was würden Sie zu einem Tröpfchen Bier sagen, meine Herren?« meinte der pausbackige Mann.

»Und zu einem bißchen kalten Beefsteaks?« sagte der zweite Kutscher.

»Oder zu ein paar Austern?« fügte der dritte hinzu, der ein heiserer Herr war und von sehr runden Beinen getragen wurde.

»Hört! hört!« sagte Pell, »nur um Herrn Weller gratulieren zu können, daß er nunmehr in den Besitz seines Eigentums gekommen ist. Haha!«

»Vollkommen einverstanden, meine Herren«, erwiderte Herr Weller. »Sammy, läut einmal!«

Sam gehorchte. Der Porter, das kalte Beefsteak, die Austern wurden schnell gebracht, und dem Lunch widerfuhr reichlich Gerechtigkeit. Wo jedermann so tätigen Anteil nahm, da ist es beinahe gehässig, dem einen vor dem andern den Vorzug zu geben, aber wenn ein Individuum größere Fähigkeiten erprobte als ein anderes, so war es der Kutscher mit der heiseren Stimme, der ein ganzes Maß Weinessig zu seinen Austern nahm, ohne die geringste Bewegung zu verraten.

»Herr Pell«, sagte der ältere Herr Weller, ein Glas Branntwein mit Wasser emporhebend, welches Getränk jedem der Herren vorgesetzt wurde, als die Austernschalen entfernt waren: »Herr Pell, es war meine Absicht, bei dieser Gelegenheit die Fonds hochleben zu lassen, aber Samuel hat mir ins Ohr geflüstert –«

Hier rief Herr Samuel Weller, der mit ruhigem Lächeln schweigend seine Austern verzehrt hatte, mit sehr lauter Stimme: »Hört!«

– »Hat mir ins Ohr geflüstert«, fuhr sein Vater fort, »daß es schicklicher sein würde, das Glas auf Ihre Gesundheit und Ihr Wohlergehen zu trinken und Ihnen so für die Art zu danken, wie Sie dieses Geschäft da zustande gebracht haben. Also auf Ihr Wohl, Sir!«

»Aufgepaßt, meine Herren!« fiel der pausbackige Gentleman mit plötzlicher Energie ein; »schauen Sie einmal mich an, meine Herren!«

So sprechend, erhob sich der pausbackige Gentleman, und die andern Gentlemen erhoben sich auch. Der pausbackige Gentleman überschaute die Gesellschaft und streckte langsam seine Hand empor, worauf jeder der Herren (mit Einschluß des Pausbackigen) tief Atem holte und sein Glas an seine Lippen hob. In einem Augenblick drückte der pausbackige Gentleman seine Hand wieder herab, und sämtliche Gläser wurden leer auf den Tisch gestellt. Es ist unmöglich, die durchdringende Wirkung dieser bedeutsamen Zeremonie zu beschreiben – so würdevoll, feierlich und eindrücklich vereinigte sie alle Elemente des Großartigen in sich.

»Nun gut, meine Herren!« begann jetzt Herr Pell, »alles, was ich sagen kann, ist, daß solche Beweise von Vertrauen einem Geschäftsmanne im höchsten Grade erfreulich sein müssen. Ich möchte nicht gerne etwas sagen, was nach Selbstlob riechen könnte, meine Herren, aber um Ihrer selbst willen bin ich herzlich froh, daß Sie zu mir gekommen sind und damit Punktum. Wären Sie zu irgendeinem geringen Mitglied meines Standes gegangen, so ist es meine feste Überzeugung, und ich versichere es Ihnen wie eine Tatsache, daß Sie bald auf den Holzweg geführt worden wären. Ich möchte nur wünschen, mein edler Freund wäre noch am Leben gewesen, um meine Behandlung dieses Falles sehen zu können. Das sage ich nicht aus Stolz, aber ich denke – doch meine Herren, ich möchte Sie damit nicht langweilen. Ich bin in der Regel hier zu finden, meine Herren, aber wenn ich auch einmal nicht anwesend oder auf der Reise bin, so ist hier meine Adresse. Sie werden meine Bedingungen sehr wohlfeil und billig finden. Niemand ist tätiger für seine Klienten als ich, und ich hoffe von meinem Geschäfte etwas zu verstehen. Wenn Sie Gelegenheit haben, mich irgendeinem Freunde zu empfehlen, meine Herren, so werde ich Ihnen sehr verbunden sein, und Ihre Freunde werden es Ihnen ebenfalls danken, wenn sie mich einmal kennenlernen. Ihre Gesundheit, meine Herren!«

Mit dieser Darlegung seiner Gefühle legte Herr Salomo Pell Herrn Wellers Freunden drei kleine beschriebene Karten vor, sah dann wieder auf die Uhr und sagte, es sei Zeit zu gehen. Auf diese Andeutung hin bezahlte Herr Weller die Rechnung, und Testamentsvollstrecker, Erben, Advokaten und Schiedsrichter brachen auf, um ihre Schritte nach der City zu richten.

Das Büro des Wilkins Flasher Esq. von der Stockbörse war Parterre in einem Hofe hinter der Bank von England. Das Haus des Wilkins Flasher Esq. war in Brixton, Surrey; das Pferd und der Wagen des Wilkins Flasher Esq. standen in einem Mietstall in der Nähe; der Groom des Wilkins Flasher Esq. war auf dem Weg nach Westend, um einiges Wildpret abzuliefern. Der Schreiber des Wilkins Flasher Esq. war zum Mittagessen gegangen, und so rief Wilkins Flasher Esq. in eigener Person »herein«, als Herr Pell mit seinen Begleitern an die Tür des Kontors klopfte.

»Guten Morgen, Sir«, sagte Pell mit höflicher Verbeugung. »Wir möchten gerne eine kleine Übertragung machen, wenn es Ihnen gefällig ist.«

»Ah, schön!« sagte Herr Flasher. »Setzen Sie sich einen Augenblick. Ich werde Ihnen sogleich aufwarten.«

»Danke Ihnen, Sir«, sagte Pell, »es hat keine Eile. Nehmen Sie einen Stuhl, Herr Weller.«

Herr Weller nahm einen Stuhl, Sam nahm eine Kiste und die Schiedsrichter nahmen, was sie bekommen konnten und besahen sich den Kalender wie auch ein paar an die Wand geklebte Papiere mit so offenbarer Ehrfurcht, als ob es die schönsten Ausführungen alter Meister gewesen wären.

»Nun gut, ich wette ein halb Dutzend Flaschen Bordeaux; schlagen Sie ein«, sagte Wilkins Flasher Esq., die Unterhaltung wieder aufnehmend, die durch Herrn Pells Eintritt eine augenblickliche Unterbrechung erlitten hatte.

Diese Worte waren an einen sehr eleganten jungen Gentleman gerichtet, der seinen Hut auf seinem rechten Backenbart liegen hatte und, nachlässig über ein Pult hingestreckt, mit einem Lineal Mücken totschlug. Wilkins Flasher Esq. wiegte sich mit beiden Beinen auf einem Schreibbock, eine Oblatendose mit einem Federmesser durchspießend, das er dann und wann mit großer Gewandtheit gerade in den Mittelpunkt einer kleinen roten Oblate fallen ließ, die außen angeklebt war. Die beiden Gentlemen trugen sehr weit offenstehende Westen und sehr weit zurückgeschlagene Kragen, sehr kleine Stiefel und sehr dicke Ringe, sehr kleine Uhren und sehr große Uhrketten, knapp anliegende Hosen und duftende Taschentücher.

»Ich wette nie ein halbes Dutzend«, sagte der andere Gentleman. »Ein ganzes Dutzend muß es sein.«

»Gilt, Simmery, gilt!« sagte Wilkins Flasher Esq.

»Aber sogleich zu bezahlen«, bemerkte der andere.

»Versteht sich«, erwiderte Wilkins Flasher Esq.

Und Wilkins Flasher Esq. trug es in ein kleines Büchlein mit einer goldenen Bleistiftröhre ein, und der andere Gentleman trug es ebenfalls in ein anderes kleines Büchlein mit einer anderen goldenen Bleistiftröhre ein.

»Ach, da lese ich eben etwas über diesen Boffer«, bemerkte Herr Simmery. »Der arme Teufel wird heute aus dem Hause gejagt.«

»Ich wette zehn Guineen gegen fünf, daß er sich den Hals abschneidet«, sagte Wilkins Flasher Esq.

»Gilt!« erwiderte Herr Simmery.

»Halt!« sagte Wilkins Flasher Esq. gedankenvoll. »Vielleicht henkt er sich auch.«

»Auch gut«, meinte Herr Simmery, die goldene Bleistiftröhre wieder herausziehend. «Ich nehme die Wette auch so an. Sagen wir also – er macht seinem Leben ein Ende.«

»Er tötet sich selbst«, sagte Wilkins Flasher Esq.

»Ganz recht«, erwiderte Herr Simmery, es aufschreibend. »Flasher, zehn Guineen gegen fünf, Boffer tötet sich selbst. Binnen welcher Zeit wollen wir sagen?«

»Binnen vierzehn Tagen etwa«, versetzte Wilkins Flasher Esq.

»Gott bewahre, nein«, antwortete Herr Simmery, einen Augenblick innehaltend, um eine Mücke mit dem Lineal zu zerquetschen. »Sagen Sie eine Woche.«

»Wir wollen halbwegs zusammenkommen«, sagte Wilkins Flasher Esq., »und zehn Tage machen.«

»Gut, also zehn Tage«, erwiderte Herr Simmery.

Es wurde somit in die kleinen Büchlein eingetragen, daß Boffer binnen zehn Tagen sich selbst töten werde, oder Wilkins Flasher Esq. habe an Frank Simmery Esq. die Summe von zehn Guineen zu bezahlen: wenn sich aber Boffer binnen dieser Zeit selbst töte, so habe dagegen Frank Simmery Esq. an Wilkins Flasher Esq. fünf Guineen zu bezahlen.

»Es tut mir doch sehr leid«, sagte Wilkin« Flasher Esq., »daß er bankerott ist. Er hat so prächtige Diners gegeben.«

»Und so einen herrlichen Portwein gehalten«, bemerkte Herr Simmery. »Wir werden morgen unsern Kellermeister in die Auktion schicken, um etwas von seinem Vierundsechziger zu erstehen.«

»Fatal!« sagte Wilkin» Flasher Esq. »Der meinige geht auch hin. Fünf Guineen, daß mein Mann den Ihrigen überbietet.«

»Gilt!«

Es wurde ein neuer Eintrag mit den goldenen Bleistiftröhren in die kleinen Büchlein gemacht, und nachdem Herr Simmery sämtliche Mücken getötet und sämtliche Wetten aufgezeichnet hatte, begab er sich auf die Börse, um zu sehen, was dort vor sich gehe.

Jetzt ließ sich Wilkins Flasher Esq. herab, Herrn Salomo Pells Instruktionen zu empfangen, und nachdem er einige gedruckte Schemata ausgefüllt, ersuchte er die Gesellschaft, ihn auf die Bank zu begleiten, was diese auch tat. Herr Weller und seine drei Freunde starrten alles, was sie sahen, mit namenlosem Erstaunen an, Sam dagegen besichtigte jedes Ding mit einer Kälte, die nichts zu stören vermochte.

Sie kamen über einen Hofraum, wo großer Lärm und viel Geschäftigkeit war, sodann an ein paar Portiers vorbei, deren Kleidung der roten Feuerspritze glich, die in einen Winkel gebracht war, und traten sofort in ein Büro, wo das Geschäft abgemacht werden sollte, und wo Pell und Herr Flasher sie einige Augenblicke stehen ließen, indes sie selbst die Treppen hinauf auf das Vormundschaftsamt gingen.

»Was ist das für ein Platz?« flüsterte der pausbackige Gentleman dem älteren Herrn Weller zu.

»Das Konsolsbüro«, erwiderte der Testamentsvollstrecker flüsternd.

»Was sind das für Herren, die hinter den Tischen sitzen?« fragte der heisere Kutscher.

»Reduzierte Konsols ohne Zweifel«, erwiderte Herr Weller. »Sind das nicht die reduzierten Konsols, Samuel?«

»Ei, meint Ihr denn, die reduzierten Konsols seien lebendig?« fragte Sam mit einiger Verachtung.

»Wie kann ich das wissen«, erwiderte Herr Weller; »ich glaubte einmal, sie sehen so aus. Was sind sie denn?«

»Schreiber«, erwiderte Sam.

»Warum essen sie denn alle Schinken?« fragte sein Vater.

»Vermutlich, weil es zu ihrem Amte gehört«, erwiderte Sam; »es ist ein Teil des Systems und sie tun es den ganzen Tag.«

Herr Weller und seine Freunde hatten kaum einen Augenblick Zeit, über diese sonderbare, mit dem Münzsystem des Landes zusammenhängende Einrichtung nachzudenken, als Pell und Wilkins Flasher Esq. wieder zu ihnen kamen und sie an einen der Tische führten, über dem sich ein schwarzes rundes Brett mit einem großen W befand.

»Wozu ist das, Sir?« fragte Herr Weller, Pells Aufmerksamkeit auf das genannte Schild lenkend.

»Das ist der Anfangsbuchstabe der Verstorbenen«, erwiderte Pell.

»Ich sage nur«, sagte Herr Weller, sich an die Schiedsrichter wendend, »da steckt etwas Schlimmes dahinter. W ist unser Anfangsbuchstabe – so geht die Sache nicht.«

Die Schiedsmänner sprachen sich mit Bestimmtheit dahin aus, man könne unter dem Buchstaben W nicht gesetzlich in dem Geschäfte fortfahren, und aller Wahrscheinlichkeit nach wäre dasselbe zum mindesten noch um einen Tag hinausgeschoben worden, ohne das rasche, wiewohl auf den ersten Anblick nicht eben pflichtmäßige Benehmen Sams, der seinen Vater an den Rockschößen ergriff, an den Schreibtisch zog und daselbst so lange festhielt, bis er seine Unterschrift auf ein paar Bogen Papier gesetzt hatte, was bei Herrn Wellers Gewohnheit, in Druckschrift zu schreiben, so viel Arbeit und Zeit erforderte, daß der diensttuende Schreiber inzwischen drei große Apfel schälte und zerschnitt.

Da der ältere Herr Weller darauf bestand, seinen Anteil unverzüglich zu verkaufen, so begaben sie sich von der Bank aus nach dem Tore der Stockbörse, wo Wilkins Flasher Esq. nach kurzer Abwesenheit mit einem Wechsel auf Smith, Payen und Smith im Betrage von fünfhundertunddreißig Pfund zu ihnen zurückkehrte. Diese Summe hatte Herr Weller nach dem Marktpreis des Tages anzusprechen, hinsichtlich des Ausgleichs durch die von der zweiten Frau Weller angelegten Gelder. Sams zweihundert Pfund standen auf seinen Namen eingetragen, und Wilkins Flasher Esq. ließ, als man ihn für seine Bemühungen bezahlte, das Geld nachlässig in seine Rocktasche gleiten, worauf er nach seinem Büro zurückschlenderte.

Herr Weller war im Anfang hartnäckig entschlossen, seinen Wechsel bloß gegen Guineen auswechseln zu lassen. Als ihm aber die Schiedsrichter vorstellten, daß er einen kleinen Sack kaufen müßte, um sie nach Hause zu bringen, ließ er es sich gefallen, den Betrag in Fünfpfundnoten anzunehmen.

»Mein Sohn«, sagte Herr Weller, als sie von der Bank weggingen: »mein Sohn und ich haben heute nachmittag ein ganz besonderes Geschäft, und es wäre mir lieb, wenn wir diese Sache vorher ins reine brächten; wir wollen daher jetzt irgendwo hingehen und die Rechnungen nochmals überprüfen.«

Es war bald ein ruhiges Zimmer ausfindig gemacht, und die Rechnungen wurden hervorgezogen und geprüft. Herrn Pells Konto wurde von Sam taxiert, und einige Ansätze von den Schiedsrichtern gestrichen: aber trotz Herrn Pells Erklärungen und vielfachen feierlichen Versicherungen, daß man zu hart mit ihm umgehe, war dies doch in manchen Beziehungen das beste Geschäft, das er je gemacht hatte, denn er bestritt mit dem Betrag desselben sechs Monate lang Kost, Wohnung und Wäsche.

Nachdem die Schiedsrichter noch an einem Abschiedstrunk teilgenommen, schüttelten sie einander die Hände und reisten ab, da sie sämtlich noch vor Abend die Stadt verlassen mußten. Herr Salomo Pell nahm ebenfalls, sobald er sah, daß es nichts mehr zu essen und zu trinken gab, aufs freundschaftlichste Abschied, so daß Sam und sein Vater jetzt allein waren.

»Nun hätten wir also«, sagte Herr Weller, seine Brieftasche in seine Seitentasche steckend, »außer den Rechnungen für den Mietkontrakt und solche Geschichten elfhundertundachtzig Pfund beisammen. Jetzt, Samuel, kehre um und fahre nach dem Georg und Geier, mein Junge.«

 

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