Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Charles Dickens >

Denkwürdigkeiten des Pickwick-Klubs. Erster Teil

Charles Dickens: Denkwürdigkeiten des Pickwick-Klubs. Erster Teil - Kapitel 29
Quellenangabe
typefiction
authorCharles Dickens
titleDenkwürdigkeiten des Pickwick-Klubs. Erster Teil
publisherGutenberg-Verlag
addressHamburg
seriesDickens Werke
volume1
editorPaul Th. Hoffmann
translatorCarl Kolb
correctorhille@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20100525
modified20180816
projectid313eb055
Schließen

Navigation:

Siebenundzwanzigstes Kapitel.

Das eine kurze Erzählung von dem weitern Verlauf des Prozesses zwischen Bardell und Pickwick enthält.

Da Herr Pickwick durch Jingles Entlarvung den Hauptzweck seiner Reise erreicht hatte, so beschloß er, alsbald nach London zurückzukehren, um sich mit den Maßregeln bekannt zu machen, die die Herren Dodson und Fogg während dieser Zeit ergriffen haben mochten. Diesen Entschluß mit der ganzen Kraft und Entschiedenheit seines Charakters verfolgend, stieg er am Morgen nach den merkwürdigen Ereignissen, die wir in den beiden vorhergehenden Kapiteln der Länge nach erzählt haben, auf den Rücksitz der ersten Kutsche, die Ipswich verließ, und langte mit seinen drei Freunden und Herrn Samuel Weller am selben Abend glücklich und wohlbehalten in der Hauptstadt an.

Hier trennten sich die Freunde auf kurze Zeit. Die Herren Tupman, Snodgrass und Winkle zogen sich in ihre verschiedenen Wohnungen zurück, um die Vorbereitungen zu treffen, die ihr bevorstehender Besuch zu Dingley Dell erforderte, und Herr Pickwick und Sam schlugen ihr einstweiliges Quartier in einem sehr guten, altmodischen und bequemen Gasthofe, nämlich bei »Georg und Geier«, Gast- und Kaffeehaus, George Yard, Lombard-Street, auf.

Herr Pickwick hatte gespeist, seine zweite Flasche extra guten Portweins geleert, sein seidenes Taschentuch über den Kopf gezogen, seine Füße gegen das Kamingitter gestellt und sich in einen bequemen Armstuhl zurückgelehnt, als ihn der Eintritt des Herrn Weller mit seinem Mantelsack aus seinen stillen Betrachtungen weckte.

»Sam«, sagte Herr Pickwick.

»Sir«, antwortete Herr Weller.

»Ich habe soeben daran gedacht«, sagte Herr Pickwick, »daß ich bei Frau Bardell in der Goswellstraße noch viele von meinen Sachen liegen habe, die ich gern holen lassen möchte, ehe ich die Stadt wieder verlasse.«

»Ganz recht, Sir«, versetzte Herr Weller.

»Ich könnte sie zwar für den Augenblick bei Herrn Tupman unterbringen«, fuhr Herr Pickwick fort, »aber bevor wir sie dort hinholen, müssen sie notwendig durchgemustert und zusammengepackt werden. Ich wünsche daher, daß du in die Goswellstraße gingest und sie in Ordnung brächtest.«

»Sogleich, Sir?« fragte Herr Weller.

»Sogleich«, erwiderte Herr Pickwick.

»Und halt, Sam«, fügte Herr Pickwick hinzu, indem er seine Börse hervorzog. »Wir sind noch mit der Hausmiete im Rückstand. Die Miete ist zwar erst Weihnachten fällig, aber bezahle sie nur, dann ist die Sache im reinen. Wir haben monatliche Kündigung. Hier ist der Mietvertrag. Gib ihn Frau Bardell und sage ihr, sie könne die Wohnung abgeben, wann es ihr beliebe.«

»Ganz recht, Sir«, versetzte Herr Weller.

»Haben Sie sonst noch etwas zu befehlen, Sir?«

»Nein, Sam.«

Herr Weller ging langsam nach der Tür, als warte er noch auf etwas, öffnete sie langsam, trat langsam hinaus und zog sie langsam bis auf ein paar Zoll zu, als ihm Herr Pickwick nachrief –

»Sam!«

»Hier, Sir«, erwiderte Herr Weiler, eiligst zurückkehrend und die Tür hinter sich schließend.

»Ich habe nichts dagegen, Sam, wenn du zu erfahren versuchst, wie Frau Bardell gegenwärtig gegen mich gesinnt ist, und ob wohl die niederträchtige, grundlose Klage bis aufs äußerste getrieben werden soll. Ich sage, ich habe nichts dagegen, wenn du das tun willst, sofern dir selbst daran liegt, Sam«, sagte Herr Pickwick.

Sam nickte beifällig mit dem Kopfe und verließ das Zimmer. Herr Pickwick zog das seidene Taschentuch noch weiter über den Kopf herunter und schickte sich zu einem Schläfchen an. Herr Weller ging rasch seines Weges weiter, um seinen Auftrag auszurichten.

Es war nahe an neun Uhr, als er die Goswellstraße erreichte. Im kleinen Wohnzimmer vorn brannten ein paar Kerzen, und in der Fensterblende schatteten sich ein paar Hauben ab. Frau Bardell hatte Gesellschaft.

Herr Weller pochte an die Tür, und nach ziemlich langer Zeit, währenddessen Sam eine Melodie pfiff und die Hausbesitzerin eine kurze, widerspenstige Kerze zu überreden suchte, sich anzünden zu lassen, klapperten ein paar kleine Stiefel über den Hausflur, und der junge Herr Bardell stand vor dem harrenden Weller.

»Nun, junger Dachs«, sagte Sam, »wie steht's mit der Frau Mutter?«

»Es geht ihr ganz gut«, erwiderte Master Bardell; »und mir auch.«

»Na, Gott sei Dank«, versetzte Sam; »sag ihr, ich möchte sie gern sprechen, mein Goldkind.«

Also gebeten stellte Master Bardell das Licht unten an die Treppe und verschwand hinter der Tür des Wohnzimmers, um seine Botschaft auszurichten.

Die beiden Hauben, die sich an der Fensterblende abzeichneten, gehörten einigen von Frau Bardells vertrautesten Freundinnen, die soeben gekommen waren, um in Ruhe eine Tasse Tee zu trinken und sich ein paar Ferkelfüßchen mit geröstetem Käse schmecken zu lassen. Der Käse schmorte auf eine höchst einladende Weise in einem kleinen holländischen Backofen vor dem Feuer, und die Ferkelfüßchen schwammen ganz köstlich in einem zinnernen Topf. Frau Bardell und ihre beiden Freundinnen schwammen ebenfalls ganz köstlich in einer ruhigen Unterhaltung, die sich mit allen ihren vertrauten Bekannten und Freundinnen befaßte. Da kam Master Bardell von der Haustür zurück und richtete die Botschaft aus, die ihm Herr Samuel Weller anvertraut hatte.

»Herrn Pickwicks Diener?« rief Frau Bardell erblassend.

»Gott steh uns bei!« sagte Frau Cluppins.

»Wahrlich, das hätte ich nicht geglaubt, wenn ich nicht zufälligerweise selbst hier wäre«, rief Frau Sanders.

Frau Cluppins war eine kleine, rührige, geschäftig aussehende Frau, und Frau Sanders eine große, wohlbeleibte Person mit einem Vollmondsgesicht. Und diese beiden bildeten die Gesellschaft.

Frau Bardell hielt es für zweckmäßig, die Aufgeregte zu spielen; und da keine von den dreien genau wußte, ob unter den obwaltenden Umständen mit Herrn Pickwicks Diener ohne die Vermittlung der Herren Dodson und Fogg ein Gespräch geführt werden dürfte, so waren alle in einiger Bestürzung. In diesem Stande der Unentschiedenheit war das erste, was sie tun zu müssen glaubten, den Knaben dafür zu knuffen, daß er Herrn Weller an der Tür gefunden hatte. Seine Mutter versetzte ihm also verschiedene Püffe, und der Knabe schrie nach Noten.

»Halt dein Maul, du junger Taugenichts«, rief Frau Bardell.

»Ja; plage deine arme Mutter nicht so«, sagte Frau Sanders.

»Sie ist ohnehin schon geplagt genug, Tommy«, fügte Frau Cluppins mit teilnehmender Resignation hinzu.

»Ach, wie unglücklich das arme Lamm ist!« rief Frau Sanders aus.

Bei all diesen moralischen Betrachtungen heulte Master Bardell nur um so lauter.

»Was soll ich jetzt tun?« sagte Frau Bardell zu Frau Cluppin«.

»Ich denke, Sie sollten ihn vorlassen«, erwiderte Frau Cluppin«: »aber auf keinen Fall ohne einen Zeugen.«

»Ich meine, zwei Zeugen wären noch gesetzmäßiger«, bemerkte Frau Sanders, die, wie die andere Freundin, vor Neugierde beinahe platzte.

»Es ist vielleicht am geratensten, ihn hereinkommen zu lassen«, sagte Frau Bardell.

»Ohne Zweifel«, versetzte Frau Cluppins, den Gedanken begierig auffassend. »Treten Sie herein, junger Mann, und schließen Sie vorher noch gefälligst die Haustür.«

Herr Weller folgte der Einladung sogleich, trat ins Wohnzimmer und begann sich seines Auftrags an Frau Bardell mit folgenden Worten zu entledigen:

»Tut mir sehr leid, wenn ich Ihnen persönlich beschwerlich falle, wie jener Räuber zu der alten Dame sagte, als er in ihr Haus eingebrochen war und sie auf das Feuer legte. Aber da ich und mein Herr eben erst in der Stadt angekommen sind und wir sogleich wieder abreisen wollen, so wollte ich Ihnen doch wenigstens meine Aufwartung machen.«

»Natürlich, der junge Mann ist an dem Fehler seines Herrn unschuldig«, sagte Frau Cluppins, von Herrn Wellers Persönlichkeit und Begrüßung tief ergriffen.

»Ohne Zweifel«, stimmte Frau Sanders ein, die, nach gewissen sehnsüchtigen Blicken auf die kleine Zinnplatte zu urteilen, eine genaue Berechnung anzustellen schien, wieweit wohl die Ferkelfüßchen reichen dürften, im Falle Sam zum Abendessen eingeladen würde.

»Alles, weswegen ich gekommen bin, ist kurz dies«, sagte Sam, ohne die Unterbrechung zu beachten. – »Erstens, den Mietvertrag meines Herrn zurückzugeben – hier ist er. Zweitens, die Miete zu bezahlen – hier ist sie. Drittens, zu sagen, daß alle seine Sachen zusammengepackt und einer Person eingehändigt werden sollen, die er danach schicken wird. Viertens, daß Sie die Wohnung, sobald es Ihnen beliebt, vermieten können – und das ist alles.«

»Was immer auch vorgefallen sein mag«, sagte Frau Bardell, »ich habe es immer gesagt und werde es immer sagen, daß sich Herr Pickwick in jeder Rücksicht, außer in einer, stets wie ein vollendeter Gentleman benommen hat. Das Geld war immer so sicher – wie die Bank von England – immer.«

Während Frau Bardell das sagte, hielt sie ihr Taschentuch vor die Augen und ging aus dem Zimmer, um die Quittung zu schreiben.

Sam wußte sehr gut, daß er nur zu schweigen brauchte, um die Weiber zum Sprechen zu bringen; er blickte daher in tiefer Stille abwechselnd nach der zinnernen Platte, dem gerösteten Käse, der Wand und der Zimmerdecke.

»Arme Freundin«, seufzte Frau Cluppins.

»Armes Ding«, rief Frau Sanders aus.

Sam sagte nichts. Er sah, daß sie zur Sache kamen.

»Ich kann mich wahrlich gar nicht fassen«, bemerkte Frau Cluppins, »wenn ich an eine solche Treulosigkeit denke. Ich möchte nicht gern etwas sagen, was Ihnen wehtun könnte, junger Mann, aber Ihr Herr ist ein Ungeheuer, und ich wollte, er wäre hier, daß ich es ihm ins Gesicht sagen könnte.«

»Auch ich wünschte, er wäre hier«, erwiderte Sam.

»Es ist schrecklich mit anzusehen, wie entsetzlich sie sich's zu Herzen nimmt, wie schwermütig sie umherwankt, und wie sie an nichts mehr Vergnügen findet, außer wenn ihre Freundinnen aus christlichem Mitleid herüberkommen, um sie zu besuchen und zu trösten«, sagte Frau Cluppins mit einem Seitenblick auf die zinnerne Platte und den holländischen Backofen. »Ja, wahrhaft schrecklich!«

»Barbarisch«, rief Frau Sanders.

»Und Ihr Herr, junger Mann, ein Gentleman mit Vermögen, der den Aufwand für eine Frau gar nicht spürt«, fuhr Frau Cluppins mit großer Zungengeläufigkeit fort, »der also keinen Schatten von Entschuldigung für sich hat. – Warum heiratet er sie nicht?«

»Ja«, erwiderte Sam, »das ist eben die Frage, um die es sich handelt.«

»Frage? wahrlich«, entgegnete Frau Cluppins: »wenn sie meinen Geist hätte, sie würde ihn nicht lange fragen. Es gibt noch Gesetze für uns Frauen, zu welch erbärmlichen Geschöpfen sie uns auch machen möchten, wenn sie könnten, und das wird Ihr Herr auf seine Kosten erfahren, ehe er ein halbes Jahr älter ist.«

Bei dieser tröstlichen Betrachtung klärte sich Frau Cluppins' Gesicht auf, und sie lächelte Frau Sanders zu, und diese lächelte ihr wieder zu.

»Der Prozeß nimmt also seinen Fortgang; da ist kein Zweifel«, dachte Sam, als Frau Bardell mit der Quittung erschien.

»Hier ist die Quittung, Herr Weller«, sagte Frau Bardell, »und hier ist das Geld, das Sie noch herausbekommen. Ich hoffe. Sie werden einen Tropfen annehmen, um sich zu erwärmen, wäre es auch nur um der alten Bekanntschaft willen, Herr Weller.«

Sam sah den Vorteil ein, den er dadurch errang, und nahm das Anerbieten an, worauf Frau Bardell aus einem kleinen Schrank eine dunkle Flasche und ein Weinglas herausnahm. Sie war so tief in ihren Seelenschmerz versunken, daß sie nach Auffüllung von Herrn Wellers Glas noch drei weitere Glaser zutage förderte und sie ebenfalls füllte.

»Ach du meine Güte, Frau Bardell«, rief Frau Cluppins aus; »wo sind Sie, und was machen Sie da?«

»Wie kommen Sie mir vor?« fiel Frau Sanders ein.

»Ach, mein armer Kopf!« seufzte Frau Bardell mit trübem Lächeln.

Sam verstand natürlich das alles, darum sagte er ohne weiteres, er könne vor Tisch nie trinken, außer es trinke eine Dame mit ihm. Darauf wurde denn weidlich gelacht, und Frau Sanders erklärte sich bereit, ihn in dieser Hinsicht zufriedenzustellen: sie schlürfte also einen Tropfen aus ihrem Glase. Dann meinte Sam, es müsse herumgehen und so nahmen denn alle ein kleines Schlückchen. Dann schlug die Frau Cluppins den Toast vor: »auf guten Erfolg des Prozesses Bardell gegen Pickwicks, und dann leerten die Damen ihre Gläser zu Ehren dieses Trinkspruches und wurden alsbald sehr gesprächig.

»Ich vermute. Sie haben vernommen, was vorgeht, Herr Weller?« sagte Frau Bardell.

»Ich habe davon reden hören«, erwiderte Sam.

»Es ist entsetzlich, auf diese Art zum Stadtgespräche zu werden, Herr Weller«, sagte Frau Bardell. »Aber ich sehe nun ein, daß es das einzige war, was ich tun konnte, und meine Rechtsbeistände, die Herren Dodson und Fogg sagen mir, daß wir mit den Beweisen, die wir vorlegen können, gewinnen müssen. Ich wüßte wirklich nicht, was ich tun sollte, wenn es fehlschlüge, Herr Weller.«

Der bloße Gedanke, Frau Bardell könnte möglicherweise ihren Prozeß verlieren, ergriff Frau Sanders so heftig, daß sie sich in die Notwendigkeit versetzt sah, augenblicklich ihr Glas wieder zu füllen und wieder zu leeren. Sie fühlte, wie sie nachher gestand, sie wäre unfehlbar umgesunken, wenn sie nicht die Geistesgegenwart gehabt hätte, dieses Mittel zu ergreifen.

»Wann wird wohl der Termin stattfinden?« fragte Sam.

»Entweder im Februar oder im März«, erwiderte Frau Bardell.

»Was für eine Menge von Zeugen da auftreten werden!« rief Frau Cluppins aus.

»O gewiß«, versetzte Frau Sanders.

»Und würden die Herren Dodson und Fogg nicht rasend werden, wenn die Klägerin nicht gewönne«, fügte die Frau Cluppins hinzu, »da sie den Prozeß auf Spekulation anfangen?«

»O gewiß«, sagte Frau Sander«.

»Aber die Klägerin muß gewinnen«, bemerkte Frau Cluppins,

»Ich hoffe es«, sagte Frau Bardell.

»O, darüber kann gar kein Zweifel obwalten«, setzte Frau Sanders hinzu.

»Nun«, sagte Sam aufstehend und sein Glas niederstellend, »alles, was ich sagen kann, ist, daß ich wünsche. Sie mögen ihn gewinnen.«

»Ich danke Ihnen, Herr Weller«, erwiderte Frau Bardell mit Inbrunst.

»Und was Dodson und Fogg betrifft, die solche Dinge aus Gewinnsucht betreiben«, fuhr Herr Weller fort, »sowie die übrigen liebevollen und großmütigen Männer ihres Gewerbes, die die Leute für nichts und wieder nichts aufeinander hetzen und ihre Schreiber dazu brauchen, unbedeutende Zwistigkeiten zwischen Nachbarn und Bekannten aufzustöbern und an die Vermittlung des Gesetzes zu verraten – was diese betrifft, so kann ich nur soviel sagen, daß ich wünsche, sie möchten den Lohn bekommen, den ich ihnen gern gäbe.«

»O, ich wünsche, sie möchten den Lohn bekommen, den ihnen jedes liebevolle und großmütige Herz zu geben geneigt wäre«, sagte Frau Bardell, durch diese Worte völlig gewonnen.

»Dazu sage ich Amen«, versetzte Sam, »und sie sollten nur dabei kräftig und glücklich werden! Wünsche Ihnen gute Nacht, meine Damen.«

Zur großen Beruhigung der Frau Sanders durfte Sam sich entfernen, ohne von der Hauswirtin eine Einladung zu den Ferkelfüßchen und dem gerösteten Käse zu erhalten. Diesen Leckerbissen ließen die Damen unter dem jugendlichen Beistand von Master Bardell alsbald vollste Gerechtigkeit widerfahren. Die Gerichte verschwanden wirklich spurlos unter ihren Bemühungen.

Herr Weller wandte seine Schritte zu »Georg und Geier« zurück, und er gab getreulich seinem Herrn Bescheid über die wohlberechneten Anschläge der Herren Dodson und Fogg, die er bei seinem Besuche in Frau Bardells Hause erfahren hatte. Eine Unterredung mit Herrn Perker, die am folgenden Tage stattfand, bestätigte Herrn Wellers Angaben nur zu sehr. Herr Pickwick aber traf Vorbereitungen zu seinem Weihnachtsbesuche in Dingley Dell mit dem erfreulichen Vorgefühl, daß zwei bis drei Monate später vor dem Gerichtshof von Common-Pleas eine Entschädigungsklage wegen Bruchs eines Eheversprechens gegen ihn anhängig gemacht werden würde. Dabei würde die Klägerin alle Vorteile für sich haben, die sich nicht nur aus der Gewalt der Umstände, sondern auch aus der Gewandtheit und dem Scharfsinn der Herren Dodson und Fogg für sie ergeben mußten.

 

 << Kapitel 28  Kapitel 30 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.