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Das Zeichen der Vier

Arthur Conan Doyle: Das Zeichen der Vier - Kapitel 14
Quellenangabe
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typenarrative
authorArthur Conan Doyle
titleDas Zeichen der Vier
publisherVerlag von Robert Lutz
seriesGesammelte Detektivgeschichten von Conan Doyle
volumeII
printrun17.-19. Tausend
illustratorRichard Gutschmidt
year1906
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorGerd Bouillon
senderwww.gaga.net
created20111101
projectid8d23c380
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Schluß.

»Also das ist nun das Ende unseres kleinen Dramas,« bemerkte ich, nachdem wir einige Zeit schweigend unsere Zigarren geraucht hatten. »Ich fürchte, es wird die letzte Untersuchung sein, bei der ich Gelegenheit habe, Ihre Methoden zu studieren. Fräulein Morstan hat mir die Ehre erwiesen, mich als künftigen Gatten anzunehmen.«

Holmes ächzte kläglich auf.

»Das habe ich gefürchtet,« sagte er, »ich kann Ihnen wirklich nicht gratulieren.«

Ich war ein wenig verletzt. »Haben Sie irgend eine Ursache mit meiner Wahl unzufrieden zu sein?«

»Durchaus nicht, im Gegenteil. Ich denke sie ist eine der liebenswürdigsten jungen Damen, die ich jemals getroffen habe; auch wäre sie bei der Art von Arbeit, wie wir sie eben durchgemacht haben, vortrefflich zu gebrauchen. Sie besitzt ein entschiedenes Talent in der Richtung. Hätte sie sonst wohl den Agra-Plan vor allen andern Papieren ihres Vaters sorgfältig aufbewahrt? Aber die Liebe ist ein Ding voll Gemütsbewegungen und alles was gefühlvoll ist, steht der ruhigen, gesunden Vernunft entgegen, die ich über alles schätze. Ich selbst würde niemals heiraten, aus Furcht, mein klares Urteil zu beeinträchtigen.«

»Ich hoffe,« sagte ich lachend, »daß mein Urteilsvermögen die Probe überleben wird. Aber Sie sehen angegriffen aus, Holmes!«

»Ja, die Reaktion hat sich schon eingestellt; ich werde die nächste Woche hindurch so schlaff sein, wie ein Waschlappen.«

»Sonderbar,« sagte ich, »wie bei Ihnen die Zustände wechseln. Auf Perioden von beispielloser Thatkraft und Ausdauer folgen Anfälle, die man bei einem andern Menschen Trägheit nennen würde.«

»Ganz recht,« versetzte er, »in mir steckt eben das Material zu einem faulen Nichtsnutz und zugleich zu einem ganz aufgeweckten, tüchtigen Kerl. Ich denke oft an die Worte des alten Goethe:

›Schade daß die Natur nur einen Menschen aus dir schuf.
Denn zum würdigen Mann war, und zum Schelmen der Stoff.‹

»Aber um noch einmal auf die Norwood-Angelegenheit zurückzukommen: Sie sehen, daß Small, wie ich vorausschaute, einen Verbündeten im Hause gehabt hat. Das kann niemand anderes sein, als Lal Rao der Hausmeister; so hat denn wirklich Jones die unbestrittene Ehre, einen Fisch bei seinem großen Fischzug ganz allein gefangen zu haben.«

»Der Lohn ist sehr ungerecht verteilt,« bemerkte ich. »Sie haben alle Arbeit bei dem Geschäft gethan. Ich bekomme eine liebe Frau, Jones trägt den Ruhm davon – was bleibt für Sie?«

»Für mich?« sagte Sherlock Holmes – »für mich bleibt noch die Cocaïn-Flasche.« Und er streckte seine schmale, weiße Hand darnach aus.

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