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Das wunderbare Schreibzeug

Heinrich Seidel: Das wunderbare Schreibzeug - Kapitel 6
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authorHeinrich Seidel
titleDas wunderbare Schreibzeug
publisherHera-Verlag
printrun2. Auflage
year1950
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Erika

Draußen auf der braunen Heide lag ein einsames Haus zwischen einigen jungen Tannen, die bis an das niedere Dach reichten. Von ferne hätte man es mit seinem von Moos und Hauslauch bedeckten Strohdach für einen einsamen Hügel in der weiten Ebene halten können, wenn nicht zuweilen blauer Rauch aus seinem Schornstein aufgestiegen wäre. Dort wohnte ein alter Mann mit seiner Tochter Erika und seinen Bienen ganz allein; meilenweit im Umkreise war kein anderes Haus anzutreffen. Selten kam ein Wanderer in die Nähe; dort war nur Himmel, Luft und die weite, flache Heide, ab und zu Tannen oder Birken, einzeln oder in kleine Häufchen zusammengedrängt, im Sommer das rotblühende Heidekraut mit summenden Bienen und schwirrendem Sommergetier und im Winter die weite weiße Schneefläche, darin die dunklen Tannen standen mit beschneiten Ästen.

Die kleine Erika war immer allein. Die Mutter war schon lange tot, und bei der hohen einsamen Tanne lag sie begraben neben dem großen Steine. Dort befand sich auch ein wilder Rosenstrauch von außerordentlicher Schönheit, der einzige in weitem Umkreis. Wenn der im Frühling in Blüte stand, war es schön zu sehen, wie er sich hinbreitete und seine langen blühenden Zweige über den grauen Stein und das einsame Grab ranken ließ. Das war Erikas Lieblingsplätzchen. Dort saß sie oft und schaute über die Heide hinaus, die im Sonnendufte dalag, durch die zitternde Luft zu den zarten blauen Höhenzügen, zwischen denen fern der Fluß einherzog, wo sich die Heide in grüne Wiesen und wogende Felder verlor. Oft auch horchte sie dem Vater zu, wenn er bei den Bienen saß und ihr erzählte von den Ländern, die er in seiner Jugend gesehen hatte, von den mächtigen Bergen, Wäldern und schäumenden Gebirgswassern, von breiten, gewaltigen Strömen und prächtigen Gärten mit wunderbaren Blumen, von großen Städten und dem Drängen und Treiben der Menschen. »Ach, ist das schön!« sprach sie. »Werde ich das alles auch einmal sehen?«

»Vielleicht, wenn du groß bist«, antwortete der Vater. Dann ging sie wieder zu dem grauen Stein, schaute hinüber zu den blauen Bergen und sehnte sich nach den Herrlichkeiten, von denen sie soeben gehört hatte.

Einst, an einem schönen Frühlingsmorgen, als die Rosen in Blüte standen und die Luft voll singender Heidelerchen hing, saß sie wieder dort. Die Sonne glänzte in ihren braunen lockigen Haaren, und der leichte Wind, der über die Heide ging, spielte mit ihnen. Einige frühe Schmetterlinge waren auch schon dort und flatterten über den jungen Rosen. Da kam es mit leichtem Flügelschlage angerauscht, und ein großer bunter Vogel setzte sich über ihr in die Tanne. Solchen wunderbaren Vogel hatte Erika noch nie gesehen. Sein Gefieder schimmerte in allen schönen Farben, und als er sich von der Tanne herniederschwang und sich nahe vor ihr auf ein Bäumchen setzte, schwebte sein langer Schwanz wie ein blitzender Feuerstreif hinter ihm her. Dort saß er nun und schaute Erika mit seinen klugen Augen zutraulich an. Sie stand auf, um ihn in der Nähe zu sehen, aber der Vogel flog wieder auf, schwebte glänzend vor ihr her auf einen kleinen Erdhaufen und schaute sich wieder um.

Wie war der Vogel schön! Vielleicht kam er nie wieder; den mußte Erika doch in der Nähe sehen, und sie folgte ihm weiter und weiter wie verzaubert. Einmal sah sie sich um. Das Haus lag schon ziemlich weit hinter ihr, der helle Rauch stieg daraus auf gerade in die Luft. Es war ihr, als müsse sie umkehren, und die Heidelerchen in der blauen Luft sangen alle:

»Kehr um, kehr um, noch ist es Zeit!
Die Welt ist groß, die Welt ist weit!
Kehr um, kehr um, noch ist es Zeit!«

Es war ihr, als hörte sie ihren Vater rufen: »Erika! Erika!« und eine Biene summte an ihren Ohren:

»Summ, summ, kehr um!
Summ, summ, kehr um!«

Dann sah sie aber wieder nach dem Vogel, der dicht vor ihr in einer niedrigen Birke saß und seine Flügel in der Sonne wiegte, daß sie glänzten wie eitel Gold und Edelgestein, und sie folgte ihm wieder.

Bald dachte sie gar nicht mehr daran umzukehren, sondern sie sah nur den schönen Vogel wie einen Goldstreif vor sich herziehen und ging immerfort hinter ihm her. Die Sonne glühte auf ihren Wangen, – sie merkte es nicht. Es ward Mittag, und dann rollte die Sonne langsam zum Horizont hernieder. Erika aber sah nur den bunten Vogel und folgte ihm. Allmählich ward es grüner und grüner, die Heide verlor sich, blühende Gründe lagen dort, und sanfte bewaldete Hügel zogen sich weit hin, und endlich, spät am Nachmittage, als die Sonne, wie eine glänzende, strahlenlose Scheibe anzusehen, tief am hellgrauen Himmel stand, kam sie an einen breiten Fluß, der ruhig sein Wasser zwischen sanften grünen Hügeln fortziehen ließ. Dort lag am Ufer ein Kahn; der Vogel flog auf seine Spitze und schaute sich flügelwiegend um. Erika stieg hinein, und langsam löste sich der Kahn vom Ufer und glitt sanft den Strom mit ihnen hinab. Jetzt flog der Vogel zutraulich an sie heran und schmiegte sich gegen ihre Hand, als sie ihn sanft streichelte. Er war so glänzend, daß sie dachte, die Funken müßten unter ihren Fingern davonfliegen.

Die Sonne lag nun groß und rund zwischen zwei Hügeln, wie eine gewaltige Goldfrucht in einer dunklen Schale, und versank langsam dazwischen. Das Abendrot glühte hinter ihr auf, leichte Nebel wallten über den Strom hin, und aus dem blaugrauen Himmel blinkten schon einzelne Sterne hervor. Erika hatte gar nicht darauf geachtet, denn sie hatte nur den wunderschönen Vogel betrachtet; aber nun schaute sie ängstlich auf, da sie so allein auf dem dunklen Wasser schwamm. Sie dachte auf einmal an ihren Vater, den sie verlassen, und an den weiten Weg, den sie zurückgelegt hatte, und wußte sich keinen Rat vor Betrübnis. Sie sah voll Angst hinaus über das Wasser zu den Ufern, die sie in der Dunkelheit und im schwimmenden Nebel kaum unterscheiden konnte. Unterdessen war auch der Mond zwischen den Bäumen groß und rot hervorgekommen und ins Blau emporgestiegen; er glitt über den Hügeln immer neben ihr her und sah ernsthaft auf sie hernieder. So schauerlich einsam und still war es auf dem Flusse; nur die kleinen Wellen plätscherten gegen den Kahn an, und manchmal rauschte und gurgelte es aus dem Wasser geheimnisvoll empor, als wenn jemand aus der Tiefe heraufstiege. Dann erhob sich der Nebel stärker und ballte sich über den Strom hin zu allerlei schreckhaften weißen Gestalten, die ineinander und auseinander flossen und die Arme nach der kleinen Erika ausstreckten, so daß diese zusammenschauerte, das Gesicht verhüllte und vor Schreck und Angst in Weinen ausbrach.

Als sie es wagte, wieder aufzuschauen, sah sie gerade auf den Vogel, der auf der Spitze des Kahnes saß und einen hellen, milden Schein um sich hatte. Sie bemerkte keine weißen Nebelgestalten mehr, sondern ringsum war alles dunkel, nur der Kahn schwamm in einem sanften Lichtschein dahin. Da ward ihr ganz tröstlich zumute; sie sah auf den Vogel, der ganz ruhig dasaß; dann wiegte sie allmählich das sanfte Schaukeln des Kahnes und das leise Plätschern der Wellen in Schlaf.

Am anderen Morgen, als sie erwachte, fuhren sie ganz dicht. am Ufer des Stromes einher. Die mächtigen Bäume neigten sich weithin über das Wasser, und die Flut beplätscherte ihre knorrigen Wurzeln. Der Morgensonnenschein aber tanzte durch die Zweige auf dem Gewässer, und in den Wipfeln schmetterten unermüdlich die Finken. Da sah Erika schlanke Rehe und gewaltige Hirsche wandeln zwischen den Stämmen, Eichhörnchen kletterten in den Zweigen und schauten auf sie herab.

Der Fluß ward breiter und breiter, die Ufer wichen immer weiter zurück, und der Kahn fuhr in einen gewaltigen See hinaus, der glatt in der glänzenden Sonne dalag. Bald verschwanden die Ufer an den Seiten ganz, aber am Horizont tauchte ein blauer Streif auf wie eine ferne Insel. Der Kahn fuhr schneller und schneller, und der Vogel, der bis dahin ganz still dagesessen hatte, ward unruhig und schwang sich zuweilen in die Luft empor, als wollte er sich umschauen, so daß Erika immer fürchtete, er würde wegfliegen; aber er kam immer wieder und ließ sich von ihr streicheln. Das gegenüberliegende Ufer ward grüner und deutlicher; Erika unterschied bewaldete Hügel und Baumgruppen. Dann leuchtete es blau und rot, gelb und weiß darin auf von mächtigen Blumen, die alle Zweige bedeckten.

Rings um das Ufer im Wasser standen dicht gedrängt riesenhohe schilfartige Gewächse mit breiten schwertförmigen Blättern; daraus waren gewaltige Blumen aufgeschossen an langen schwankenden Stengeln, die leuchteten wie weiße Sonnen.

Erika begriff nicht, wie sie durch diese grüne Mauer kommen würde, aber der Kahn fuhr gerade darauf zu; da rauschte die Schilfwand auseinander, und wie durch ein grünes Tor schoß er hinein und glitt sanft ans Ufer. Erika stieg aus auf eine wunderschöne, sanft ansteigende Wiese, die rings von gewaltigen Bäumen eingeschlossen war; von der Höhe floß ein leiser Bach durch sie hin. Der Vogel flog vor Erika her einen schmalen Weg entlang, der sich zwischen schwankenden Blumen hinzog. Zuweilen waren zwischen den niederen Gewächsen gewaltige Pflanzen aufgeschossen, breitblätterig und fabelhaft, die sonnengleiche, strahlende Blumen trugen, und überall schwankten riesengroße Schmetterlinge taumelnd umher.

Endlich trat sie aus dem Walde hinaus auf einen weiten freien Platz, der mit sanftem Rasen bedeckt war. In seiner Mitte erhob sich ein gewaltiger, von Schmetterlingen umflatterter Baum, dessen Zweige bis auf die Erde niederhingen, als würden sie von der Last der buntfarbigen Glockenblumen niedergezogen, die sie über und über bedeckten. Nun erhob sich der Vogel in die Luft, flog auf den Baum zu und verlor sich in dessen Zweigen.

Erika stand allein auf der grünen Wiese vor dem Baume und fürchtete sich fast, denn es gingen da ernsthafte große Vögel einher mit langen roten Beinen und einem gravitätischen Schnabel, die aussahen, als hätten sie dort sehr viel zu sagen; aber sie taten ihr nichts, sondern sahen sie ganz gutmütig an. Auf einmal rauschten die Zweige des Baumes auseinander, und hervor trat eine wunderschöne Frau in langem weißem Gewande, die nahm Erika bei der Hand und sprach: »Liebe Erika, willst du bei mir bleiben auf meiner schönen Insel?«

Da fiel Erika auf einmal ihr alter Vater ein und das kleine Haus auf der Heide und der Rosenstrauch auf dem Grabe ihrer Mutter, und sie rief: »Nein, nein, ich muß fort! Mein Vater grämt sich um mich! – Ach, ich bin sehr schlecht gewesen, daß ich fortgelaufen bin!«, und dann weinte sie.

»Sei still, Erika«, sagte die schöne Frau und streichelte ihr das braune Haar, »du sollst ihn bald wiedersehen; aber es ist weit von hier, und du mußt dich ausruhen.« Dann ging sie mit Erika unter den blühenden Baum zurück, der seine mächtigen, weitragenden Äste zu einer wunderbaren Grotte wölbte. Der leichte Wind säuselte in seinen Zweigen, und es war ein leises Wispern und Klingen unter seiner Halle wie sanfte Musik. Hier setzten sie sich auf prächtige Decken, die dort ausgebreitet waren, und ein Mahl stand bereit in zierlichen silbernen und goldenen Gefäßen, rotfunkelnder Wein in Kristallflaschen und goldglänzende Früchte in Schalen von Edelstein. Die Fee nahm einen Becher roten Weines und bot Erika zu trinken an. Da war es ihr wieder, als hörte sie die Heidelerche singen:

»Kehr um, kehr um, noch ist es Zeit!
Kehr um, kehr um, noch ist es Zeit!«

und ganz aus der Ferne tönte es wie der Ruf ihres Vaters: »Erika! Erika!«

Doch die Fee lächelte holdselig und sprach: »So trink doch, Erika!« Und der Wein duftete so betäubend, daß sie unwillkürlich den Becher ansetzte und einen tiefen Zug tat. Da ward es ihr rosenrot vor den Augen, und es ging ein Sausen durch ihren Kopf, als wenn alles fortzöge, was bis jetzt darin gewohnt hatte, dann hörte sie ein liebliches Klingen und Läuten, und als sie wieder zu sich kam, hatte sie von dem Zaubertranke alles vergessen, den Vater, das einsame Haus auf der Heide und alles.

Wenn sie zurückdenken wollte in die Vergangenheit, war alles dunkel, und nur die Gegenwart war schön, rosig und lustig. Die Fee zog sie an sich und küßte sie, denn nun gehörte sie ihr ganz, und dann aßen sie zusammen von den Früchten, bis die ernsthaften Vögel kamen und die Gefäße mit ihren Schnäbeln forttrugen, welches alles sie sehr pünktlich und schweigsam verrichteten. Dann kam ein mit weißen Pfauen bespannter Wagen herangeflogen, und die Fee sprach: »Liebe Erika, ich fahre jetzt fort und komme erst am Abend wieder; unterdessen magst du dir die Insel besehen. Einer von den Vögeln wird dich umherführen, und wenn du willst, magst du auch auf ihm reiten; fürchte dich nur nicht!« Dann traten sie aus der Baumhalle hinaus, und die Fee flog mit ihrem Wagen davon, hoch hinein in die blaue Luft, bis sie zuletzt, in ihrem weißen, glänzenden Gewand wie ein schimmernder Stern anzusehen, am blauen Himmel verschwand.

Erika ging dann umher und betrachtete den Baum, der mit seinen Glocken wie ein gewaltiger, farbig blühender Berg vor ihr stand. Da sah sie, wie fortwährend neue Blumen hervorwuchsen und verblühte niedersanken; aber sie kamen nicht zur Erde, denn im Fallen verwandelten sie sich in Schmetterlinge und flatterten fort in den Wald. Auch Früchte saßen daran wie glänzende Kugeln; von Zeit zu Zeit sprang eine davon auf, und ein schimmernder Vogel flog daraus hervor und setzte sich in die Zweige oder zog nach dem Walde hinüber. Als sie noch so stand und schaute, kam einer der großen Vögel herbei, verneigte sich gravitätisch vor ihr, ging dann vor ihr her und führte sie überall umher. Als Erika sah, wie sanft und zutraulich er war, bekam sie Lust, auf seinen Rücken zu steigen, was ihr von einem Baumaste aus auch ganz gut gelang; aber wie erschrak sie, als er plötzlich einen Anlauf nahm, die mächtigen Flügel regte und mit ihr in die Luft hinaufstieg. Sie klammerte sich angstvoll an seine Federn; aber bald fürchtete sie sich nicht mehr, denn es saß sich auf seinem Rücken so sanft und sicher wie in einer Wiege, und es war herrlich, so von oben auf Land und Wasser niederzuschauen. Zuerst stieg der Vogel hoch hinauf, daß die Insel im See erschien wie ein farbiger Teppich auf blauem Grunde. Dann aber schwamm er in langsamen Kreisen in der Luft umher und senkte sich sanft zur Insel nieder. Unterdessen war es Abend geworden, und die Sonne tauchte rotglühend von dem wolkenlosen Himmel in den See; da sank der Vogel schnell mit Erika zur Erde nieder und setzte sie bei dem blühenden Baume ins Gras.

Jetzt flogen in der Dämmerung Leuchtkäfer wie kleine Laternen umher, und in jeder Blume saß einer und illuminierte, daß sie alle ein sanftes weißes oder farbiges Licht ausstrahlten. Vor Erika her aber flogen immer zwei gewaltige Laternenschmetterlinge und leuchteten ihr. Als sie nun den glänzenden Käfern nachsah, die sich in der Luft kreuzend umhertummelten wie fliegende Sterne, bemerkte sie plötzlich gegen den dunklen Himmel ein strahlendes Licht in der Höhe, das größer und größer erschien, als es sich näherte. Bald erkannte sie die Fee auf ihrem schimmernden Wagen, gezogen von den weißen Pfauen, die jetzt auf den Köpfen einen strahlenden Stern trugen. Sie begrüßte Erika und brachte sie dann unter den Baum, wo die Vögel bereits eine weiche schaukelnde Hängematte unter den Ästen ausgespannt hatten. Da legte sich Erika zum Schlafen hinein. Durch die Zweige leuchteten sanft die Blumenglocken auf sie hernieder; zuweilen irrte summend ein Käfer wie ein Feuerfunke durch den Baum, die beiden Laternenschmetterlinge aber hatten ihre Lichtlein ausgemacht, saßen ihr zu Häupten und fächelten mit den Flügeln, und unter dem Summen der Käfer und dem leisen Wiegengesang des Baumes entschlief sie süß und sanft. Erika lebte nun viele Tage bei der Fee auf der schönen Insel. Des Morgens, wenn der Rand der Sonne eben aus dem See hervorschaute und seine Strahlen in die Wipfel der Bäume warf, sprang sie aus ihrem schwebenden Bettlein und stieg auf einem der niederhängenden Äste wie auf einer natürlichen Treppe in den Baum hinauf. Dort schlief die Fee in einer dichten Grotte von Blättern und Zweigen. Dann stiegen sie zusammen auf den Wipfel des Baumes, wo man die Insel übersehen konnte, setzten sich dort auf die dichten Zweige, und Erika kämmte mit einem goldenen Kamme die langen goldfarbenen Haare der Fee; die Schmetterlinge umtanzten sie, und die Vögel flogen über sie hinweg. Ringsherum lag der blühende Wald und ferner weit hinaus der blaue See, bis er sich in einer feinen Linie mit dem dämmernden Horizont begrenzte. Bald nachher flog die Fee fort auf ihrem Pfauenwagen, und Erika war allein den ganzen Tag. Sie spielte dann mit den Blumen, Schmetterlingen und Vögeln und war lange Zeit fröhlich und glücklich.

Doch dann erschien es ihr gar nicht mehr so schön auf der Insel. Alles blieb sich gleich, es war immer dasselbe. Der große Baum blühte und blühte, die Blüten fielen ab und wurden Schmetterlinge, und aus den Früchten kamen immer wieder die glänzenden Vögel hervor. Immer war der Himmel heiter, klar und blau, und die Fee flog stets am Morgen weg und kam am Abend wieder; so ging es einen Tag und alle Tage.

Eines Morgens nun, als Erika aufrecht in ihrem Bette saß und recht verdrießlich aussah, denn sie dachte an den langen Tag, der vor ihr lag, und an die ewigen, bunten, schweigsamen Vögel und Schmetterlinge und an alle die Pracht, die sie so genau kannte, da war ihr auf einmal, als höre sie aus weiter Ferne ganz leise den Gesang eines Vogels. Das klang so wehmütig und sehnsüchtig, daß ihr ganz wunderbar ums Herz ward; sie horchte danach, und es war ihr immer, als müsse sie sich an etwas erinnern, was früher gewesen war, aber es wollte ihr nicht einfallen. Sie stand auf und ging dem Klange nach, aber da ertönte es ferner und ferner und verstummte endlich ganz. Da fiel ihr plötzlich ein, daß sie auf der Insel nie den Gesang eines Vogels gehört hatte, denn die bunten Vögel waren stumm, und auf der ganzen Insel hörte man nie einen Ton. Da lief sie schnell zu der Fee und rief: »Du, warum singen die Vögel hier nicht?«

Die Fee lächelte und sprach: »Sie werden schon singen, wenn du sie mit diesem Stäbchen anrührst.« Dabei reichte sie ihr ein goldenes Stäbchen.

Nun lief Erika fröhlich fort in den Wald, lockte die Vögel herbei und berührte sie mit dem Stäbchen, und sofort erhoben sie eine liebliche flötende Stimme und sangen, daß es durch den Wald schallte. Erika jubelte und rührte sogar die großen Vögel auf dem Rasenplatze damit an; aber diese verneigten sich tief vor ihr und gaben ein so rauhes heiseres Gebrüll von sich, daß Erika erschrak und in den Wald lief, um es nicht zu hören. Nun war es auf der Insel wie verwandelt. Wo sich früher kein Ton hören ließ, war nun ein Schmettern, Jubilieren und Flöten, daß es die Ohren betäubte, und Erika lief umher und ward gar nicht müde, die Vögel anzurühren, sie sollten alle singen, alle, die da waren. Gegen Abend aber verstummte einer nach dem anderen, und bald war es auf der Insel still wie zuvor.

Am anderen Morgen, als die Sonne aufging, war Erika schon wach, allein alles war stumm und still; die Vögel flogen glänzend umher im Sonnenlichte, aber keiner gab einen Ton von sich.

Die Fee erklärte es ihr: »Die Berührung wirkt nur auf einen Tag, am Abend verstummen die Vögel und erhalten die Stimme nur durch eine neue Berührung wieder.«

An diesem Tage berührte Erika nur einige Vögel mit ihrem Stäbchen und hörte dem lieblichen Gesänge zu; aber es dauerte nicht lange, da erschien ihr dieser nicht mehr so schön wie vorhin. Die Vögel saßen dort im Sonnenschein, ließen ihr prunkendes Gefieder glänzen und sangen ihr Lied immer wieder von vorn, immer gleich schön, immer dasselbe, als hätten sie ein Uhrwerk im Innern. Es war Erika immer, als fehle die Hauptsache an diesem Gesänge, sie konnte nur nicht sagen, was. Zuletzt wußte sie es auswendig: »Tireli, Tirela, gluck ... gluck ... gluck, zizizizi!« ... Dann lief sie fort, um es nicht mehr zu hören, und am Abend war sie froh, als die Vögel endlich schwiegen.

An diesem Abend konnte sie nicht einschlafen. Sie war traurig und wußte nicht warum und starrte in das dunkle Gezweige des Baumes, durch das sanft die Blumen hereinleuchteten. Da hörte sie wieder den sanften Gesang jenes Vogels, und es schien ihr in größerer Nähe zu sein, als schwebe er in der Luft über dem Baume. Nun grübelte sie wieder und sann und sann, und es wollte ihr doch nicht einfallen. Eine tiefe Sehnsucht kam über sie, es war, als zöge sie der Vogel mit seinem wehmütigen Gesange fort, als müßte sie gleich auffliegen und ihm nachfolgen. Endlich ward der Gesang leiser und leiser, und dann schlief sie darüber ein.

Nun hatte Erika gar keine Lust mehr, die anderen Vögel singen zu hören; sie ging trübselig umher, und nichts machte ihr Vergnügen. Alle Abende sang der Vogel; es schien ihr, als säße er jetzt oben in dem großen Baum, und fast die ganzen Nächte konnte sie nicht schlafen vor Sehnsucht und Unruhe, und sie wußte doch nicht wonach. Eines Morgens sprach die Fee zu ihr: »Du bist nicht mehr so fröhlich wie sonst, liebe Erika, du sehnst dich gewiß nach Gesellschaft. Nimm nur dein goldenes Stäbchen und rühre die Blumen damit an; dann werden liebliche Kinder daraus, und du kannst mit ihnen spielen.«

Da jubelte Erika, lief in den Wald hinaus und berührte eine weiße Blume damit, die sie vor allen liebte. Sogleich tauchte aus dem Blumenkelche ein lichtes Kinderantlitz hervor mit hellen weichen Locken, die weißen Blumenblätter flössen zu einem Kleide hernieder, und da stand ein liebliches Mädchen und lächelte sie an. Sie küßten sich gleich, und dann rührte Erika noch mehr Blumen an. Die roten wurden zu schwarzlockigen Kindern mit leuchtenden schwarzen Augen, die blauen wurden blond und die gelben braun von Haar.

Das war nun ein herrliches Leben den ganzen Tag. In dem großen Baume, auf dessen breiten, mit weichem Moos bewachsenen Ästen sie einherlaufen konnten wie auf Fußsteigen und auf dessen dichtbelaubten Zweigen sie saßen wie auf weichen Kissen, tummelten sie sich umher und spielten »Verstecken«, »Besuch« und »Wie gefällt dir dein Nachbar«, und dann tanzten sie alle auf dem Rasen bis zum Abend.

Als die Sonne versinken wollte, verloren sich die Kinder eines nach dem anderen in dem Wald; nur das erste war noch da, das aus der weißen Blume. Erika wollte es festhalten, denn es sollte bei ihr in der Hängematte schlafen, weil sie es so lieb hatte, aber es entwand sich ihr und verschwand im Dämmern des Waldes. Erika war aber doch ganz vergnügt, denn sie dachte: »Morgen werden sie wiederkommen, und dann spielen wir noch schöner als heute.« Mit dem Gedanken schlief sie ein.

Es ließ sich aber am anderen Morgen kein Kind sehen, soviel auch Erika suchte und im Walde nach ihnen rief. Es blieb ihr nichts weiter übrig, als neue Blumen zu verwandeln. Nun war sie aber gar nicht mehr so vergnügt wie am vorigen Tage, denn sie mußte immer denken, wo die anderen wohl geblieben wären.

Heute ritten sie alle auf den großen Vögeln in die Luft hinein, und Erika vergaß fast ihren Kummer, als sie sich mit der ganzen bunten Schar in der Luft herumtummelte und die Vögel prächtige Schwenkungen machten, übereinander hinwegflogen und dann in großen Kreisen langsam wieder zu der Erde niederschwebten. Dann spielten sie am Bach, wo er sanft dahinfloß, machten sich Kähne aus großen Blättern, spannten Libellen davor und fuhren darin spazieren bis an den See hinaus. Dort saßen sie im Rohr und bliesen auf kleinen Pfeiflein, die sie sich schnitten, und spielten mit den Fischen, die zutraulich ihre Köpfe aus dem Wasser steckten. Gegen Abend aber tanzten sie wieder auf dem grünen Platze am Baum. Als die Sonne untergehen wollte, fingen die Kinder wieder an, in den Wald zu laufen, und ehe es sich Erika versah, war nur noch eines dort, das eben mit ihr gespielt hatte.

Da umschlang Erika das Kind und rief: »Du sollst nicht fortlaufen, du sollst mir sagen, wo ihr bleibt, ich will es wissen.« Das Kind aber wand sich in ihren Armen und strebte fort. Als es sich eben mit Mühe von Erika losgemacht hatte, verschwand der letzte Schimmer der Sonne am Horizont; das Kind schrumpfte zusammen, und eine verwelkte weiße Blüte lag zu Erikas Füßen. Sie weinte laut auf, kniete nieder und küßte die Blume und berührte sie mit dem Stäbchen, aber sie blieb tot und welk.

Als sie dann traurig in ihrem schwankenden Bettlein lag und weinte, da hörte sie wieder den leisen, feinen Gesang, und er kam näher und näher; endlich hörte sie ihn oben im Baume und nun näher und näher, als käme der Vogel die Zweige herniedergehüpft. Dann hörte sie ein leichtes Flattern, und nun sah sie ganz deutlich in dem hellen Scheine, den die Blumen ausstrahlten, ein kleines graues Vögelchen auf einem Zweige dicht über sich sitzen. Das sang und sang so schön, daß Erika die Tränen in die Augen kamen.

»Singe nicht so laut, kleines Vögelchen, die Fee möchte dich hören«, sagte Erika. Nun verstand sie alles, was der Vogel sang.

»Sie hört mich nicht, sie hört mich nicht. Nur du allein hörst mich; für dich singe ich. Weißt du wohl noch, Erika? Kennst du das kleine graue Haus auf der Heide, wo die summenden Bienenstöcke stehen? Hast du wohl einmal an den alten Mann gedacht, deinen Vater, der dich so lieb hat, und der nun ganz allein ist, ganz allein? Erinnerst du dich des Rosenstrauches auf dem Grabe deiner Mutter unter der hohen einsamen Tanne? Erika! Erika!«

Und wie aus einem Nebel tauchten Erika die Erinnerungen auf. Sie sah alles, was der Vogel sang, und es überkam sie eine gewaltige Sehnsucht. »Ich muß fort, ich muß fort, ich muß nach Hause!« sprach sie.

Aber das Vöglein sang weiter: »Wie schön ist die Heide, wie schön, wenn die Heidelerchen darüber stehen wie klingende Sterne. Oder wenn sie rot hinausblüht ins Weite bis an das blaue Himmelsrund, und die Bienen summen im duftigen Kraut, und die Sonne hoch im Blau wandelt und herniederglüht, daß die Luft zittert über dem blühenden Meere, und die blauen Schmetterlinge darüber hinflattern. Wie schön ist die Heide, wie schön!«

Unter dem Gesänge war der Vogel fortgeflattert, ferner und ferner tönte der Gesang, und wie hoch aus der Luft vernahm Erika noch einmal: »Wie schön ist die Heide, wie schön!« Dann war alles still.

Erika saß aufgerichtet in ihrem Bette. »Ich muß fort, ich muß fort, ich muß nach Hause!« sagte sie. Aber wie sollte sie wegkommen? Ringsum floß das Wasser, und die Fee ließ sie gewiß nicht fort; sie fürchtete sich, sie zu bitten, und fort mußte sie, sonst starb sie vor Sehnsucht.

Dann dachte sie wieder an den Vater und an seinen Kummer, daß sie ihn verlassen hatte, und weinte sich endlich in Schlaf. Am anderen Morgen lief sie am Wasser entlang auf der ganzen Insel umher und suchte eine Öffnung in der undurchdringlichen hohen Schilfwand. Aber rings standen dichtgedrängt die scharfen schwertförmigen Blätter wie eine Mauer und schnitten ihr die Hände blutig, wenn sie hindurch wollte. Endlich fiel ihr der Bach ein; sie eilte hin und jubelte auf, als sie ihn sah, daß er durch eine Öffnung in der Schilfwand in den See floß. Nun setzte sie sich nieder und machte sich einen Kahn aus einem großen zähen Blatte, und neben ihr auf einem Zweige saß das graue Vöglein und sang zur Arbeit. Sie hastete sich sehr, denn sie mußte fort, ehe die Fee zurückkam. Die Sonne senkte sich zum Horizont, als sie fertig war. Da brach sie einen Zweig ab zum Rudern, setzte sich getrost in den leichten Kahn und stieß vom Lande ab; das Vöglein flog ihr auf die Schulter. Zuerst fuhr sie zwischen den Schilfwänden hin, denn weit hinaus stand das Rohr in den See. Als sie eben um die Biegung ins Freie hinausfahren wollte, standen da zwei große Vögel im Wasser wie Wächter an beiden Seiten. Die sperrten ihre gewaltigen Schnäbel auf, klappten grimmig damit und hackten nach Erika. »Das Stäbchen, das Stäbchen!« sang ihr das Vöglein ins Ohr. Als sie die Vögel damit berührte, verbeugten sie sich ganz ehrerbietig, daß die langen Schnäbel ins Wasser tauchten, und ließen sie vorüberfahren. Sie ruderte nun in den See hinaus, der still und glatt in der Abendsonne dalag, und weiter und weiter blieb die Insel hinter ihr zurück. Die Sonne versank in schweres Gewölk, das lang hingestreckt am Horizonte lag, und das Abendrot warf einen roten Schein über den See hinaus. Dann erblaßte der Schein, und dunkel ward die Flut, und dunkel ward es ringsum, nur die wimmelnden Sterne glänzten am Himmel, und ihre flimmernden Spiegelbilder ruhten tief im Grunde des Wassers. Bald aber kam der Mond aus den Wolken hervorgegangen und machte eine glänzende Straße über den See hinaus, und Erika fuhr immer darin weiter und ruderte, daß ihre Hände blutig wurden. »Halt aus, halt aus!« sang das Vöglein. Als die Fee nach Hause kam und Erika auf der ganzen Insel nicht fand, stieg sie auf einem Vogel in die Luft empor und erblickte Erika, wie sie im Mondschein weit auf dem See fuhr. Sie hatte aber außer der Insel keine Macht, sie zurückzuholen. Da sie aber sehr zornig war, erregte sie einen gewaltigen Sturm auf dem See, daß Erika ertrinken sollte. Die Wolken zogen vor den Mond, daß es ganz dunkel ward, und der Wind machte sich auf und heulte über den See hin, daß die Wellen sich emporbäumten und wie dunkle Ungetüme mit weißen Kämmen einherzogen und Erika zu verschlingen drohten.

Die saß in ihrem kleinen Schifflein und zitterte und blickte angstvoll in die Nacht hinaus. Aber das Vöglein sang ihr ins Ohr: »Halt aus, halt aus!« Da faßte sie wieder Mut und schöpfte mit ihren kleinen Händen hastig das Wasser aus, das in das Schiff lein drang; aber der Sturm ward mächtiger, und die Wogen warfen das Schifflein umher wie einen Spielball; dann kam eine gewaltige Welle angezogen und schlug über sie hinaus, und ihr vergingen die Sinne.

Als sie wieder zu sich kam, lag sie auf einem grünen Rasen am Ufer des Sees, der sich noch in leichten Wellen regte; die Sonne schien schon durch das Gezweige und glänzte über dem Wasser.

Da war nun ein großer wilder Wald, viele Meilen weit; aber sie ging den ganzen Tag, das Vöglein flog vor ihr her und zeigte ihr den Weg. Wenn sie müde war, sang das Vöglein, und die Sehnsucht trieb sie fort über Berge und durch Täler. Die Dornen rissen sie blutig, und die spitzen Steine zerschnitten ihr die Füße; aber sie achtete nicht Schmerz und Hunger; nur im Vorübergehen streifte sie Beeren von den Büschen und aß sie. Des Nachts, wenn sie im Moose lag und schlafen wollte, brüllten die wilden Tiere ringsumher, und gewaltige Eulen mit glühenden Augen flogen geräuschlos über sie hin und riefen schauerlich: »Schuhu! Schuhu!« Aber das Vöglein sang ihr ins Ohr, und sie hörte nicht danach.

Sie war schon viele Tage gegangen, da ward eines Morgens der Wald lichter und lichter, bald standen nur noch einzelne Tannen dort zerstreut, und dann trat sie hinaus auf die Heide, die sich weit, einsam und flach dahinzog. Erika jubelte auf, warf sich auf den Boden und küßte die Erde. Noch aber war der Weg weit, die Sonne brannte glühend vom Himmel, und weit und breit war kein Quell, daß Erika fast verschmachtet wäre.

Aber das Vöglein flog vor ihr her und sang, da fühlte sie den brennenden Durst nicht mehr. Endlich am Nachmittage sah sie einen blauen Rauch am Horizonte in die klare Luft aufsteigen, und hastiger wurden ihre Schritte. Dann tauchte auch das graue Haus hervor zwischen den jungen Tannen – fern lag es wie ein kleiner Hügel in bläulichem Duft – und am Abend, als die Sonne hinter ihr untergehen wollte, war sie dort atemlos vor Hast und rief schon von ferne: »Vater, Vater!« Der stand bei seinen Bienenstöcken und drehte sich hastig um, da flog sie an seine Brust und schluchzte und weinte vor Freude.

Das graue Vöglein aber schwang sich jubelnd in die Luft empor zu den Heidelerchen, die dort oben den stillen glänzenden Abend besangen, und die Sonne versank wie eine mächtige rotgoldene Scheibe am Horizont. Still und groß stand das Abendrot am Himmel, und der Vater drückte seine Erika ans Herz, streichelte ihr die braunen Locken und küßte sie auf den Mund, und es war alles wieder gut.

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