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Das vierte Gebot

Ludwig Anzengruber: Das vierte Gebot - Kapitel 3
Quellenangabe
typedrama
booktitleDas vierte Gebot
authorLudwig Anzengruber
year1995
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-000418-7
titleDas vierte Gebot
pages1-6
created19990513
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1878
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Sechste Szene

Vorige, Sidonie und Hedwig (aus dem Trakte).

Hutterer. Hedwig, gib dem Herrn Klavierlehrer den Hut.

Hedwig (die den Hut in Händen hat, hält ihn mit leisem Zittern Frey hin).

Hutterer. Na, nehmen S' ihn! (Zu Hedwig.) Dieser Herr wird unser Haus nicht mehr betreten. Du kannst dein Klavierspiel als aufgegeben betrachten; es sind dabei Saiten angeschlagen worden, die mir nicht behagen. Überhaupt wird nunmehr jedes Spiel für dich ein Ende haben, und der Ernst des Lebens wird an dich herantreten. (Sieht Frey, der noch immer auf selbem Flecke steht.) Ja, – gehorsamer Diener!

Frey (grüßt stumm und schreitet gegen den Trakt).

Hutterer. Wohin denn wieder?

Frey. Meine Zigarrenspitze muß auf dem Piano liegengeblieben sein.

Hutterer. So holn Sie's. So a vergessener Ding, das ging' ein'm noch ab. (Zu Hedwig.) Also, wo sind wir stehn geblieben? Ja, der Ernst des Lebens wird an dich herantreten, du wirst deine Bestimmung erfüllen, – kurz und gut, ich hab' eine Partie für dich, an der nichts auszusetzen ist, tu mir also den Gefallen und setz' auch daran nix aus.

Frey (erscheint im Hintergrunde an der Türe).

Sidonie. Mach' das arme Kind nicht verzagter, als's eh schon is. Sag' doch, wer, damit man weiß, wo es hin will.

Hutterer (zu Hedwig). Du kennst den jungen Stolzenthaler?

Sidonie. Was, der Stolzenthaler? Ah, das ist etwas anderes!

Hutterer. Gelt, da schaust?

Sidonie. Du denkst halt doch an dein Familie. (Umarmt Hedwig.) Kind, du wirst die reichste Frau am Grund.

Hedwig. Verlang' ich's?

Hutterer (zu Hedwig). Also ich bitt' mir eine Antwort aus. Kennst du den jungen Stolzenthaler?

Hedwig. Ich hab' ihn nur paarmal flüchtig gesehn.

Hutterer. So nimm dir die Zeit und schau dir 'n gehörig an. I hab' seine Photographie mitgebracht. (Hat ein Bild aus der Tasche gezogen, das er ihr aufdrängen will.) Da!

Hedwig (wehrt ab). Ich danke.

Hutterer. Mach' keine Geschichten!

Sidonie (macht hinter Hedwigs Rücken Zeichen entrüsteter Abwehr). Pfui, Anton!

Hutterer (wirft einen Blick auf das Bild). O, sapperlot, das ist a verbotene, – vom Hausierer. (Steckt es rasch ein, zu seiner Frau.) Es war halt gestern so a bissel lustig... (Zu Hedwig.) Du willst das Bild nicht sehen! Gut, kriegst es auch nicht zu sehen! (Zu Sidonie.) Es war halt gestern so a Abend... (Zu Hedwig.) Du nimmst ihn ung'schaut. Punktum!

Sidonie (streng). Na, jetzt laß das Kind erst zu sich kommen.

Hutterer (sehr zahm). Na, wie du halt glaubst, meine liebe Sidi! Ich mein' nur, so stark wird s' doch sein, daß s' ja oder nein sagen kann.

Sidonie. Sie wird's schon sagen. Laß mich nur machen, sie wird ja sagen. Nicht wahr, mein Herzbünkerl? (Schmeichelt ihr.) Du wirst a Leben haben als Frau von Stolzenthaler und dabei wirst auch unser höchste Freud' sein; es kost't dich nur a kleinwinzigs Wörtel. Na, druck' die Augerln zu, mach's Goscherl auf und sag' ja.

Frey (ist durch das Gittertor getreten und schlägt es jetzt hinter sich zu).

Hedwig (aufschreckend). Nie!

Hutterer. Was?

Sidonie. Aber Kind!

Hedwig (laut). Ich lass' nicht von mein Robert! (Sieht nach dem Gittertor.)

Hedwig. Er wird auch mich nicht verlassen! (Wieder mit einem Blicke nach dem Gittertore.)

Sidonie. Hedwig!

Hutterer (kommt vor Aufregung erst allmählich zu Atem). Das getraust du dir uns, deinen Eltern, gegenüber? – Das muß man sagen, du hast eine saubere Erziehung genossen! – Aber den Menschen hast du in sein Verderben geredt, – auf alle Fälle, wie d' dich a besinnst, der muß unschädlich g'macht werd'n, – schau' dir 'n in zwei Monaten an, – in kein Haus, wo ich aus und ein geh', mehr a Lektion!

Hedwig (mit gefalteten Händen). Vater!

Hutterer. Das geschieht ihm. Aus ist's! Und du besinn' dich, was du deinen Eltern schuldig bist. Ein Gehorsam, verstehst? Eltern wissen allemal besser, was den Kindern taugt, und müßt' ich dich zwingen, so würd' ich dich auch zu dein Glück zwingen. Du sollst es auf der Welt besser haben als wie wir, dafür sollen eben die Eltern sorgen, daß es den Kindern immer um a Stückl besser geht, als es ihnen selber ergangen is. Da an der Stell' hat das vor kurzem noch unser Hausmeister gesagt, und ich werd' doch als Vater nit gegen ein Hausmeister zurückstehn! Komm, Sidi, lass'n wir s' jetzt gehn. Sie soll sich das ganz alleinig überleg'n. (Geht voraus nach dem Trakt.)

Sidonie. Liebs Kind, von dem Klavierlehrer kann jetzt keine Red' mehr sein, der Vater ist zu aufgebracht gegen ihn, tu dem armen Menschen nit noch schaden, gib ihn auf, dann wollen wir schon machen, daß das wegen den Lektionen nur geredt bleibt. Sei gescheit!

Hutterer. Red' ihr nit viel zu. Sie soll von selber darauf kommen.

Sidonie. Sie wird schon gescheit sein.

Hutterer. I will's hoffen!

(Beide in den Haustrakt ab.)

 
Siebente Szene

Hedwig, dann Frey.

Hedwig. Sie wollen mich zwingen zu meinem Glück. Jemanden zwingen, glücklich zu sein! (Legt beide Hände an die Stirne.) O mein Gott! Das ist ja ein unsinniger Gedanke!

Frey (sich vorsichtig umsehend, tritt ein und kommt vor). Fräulein Hedwig!

Hedwig. Robert! (Leidenschaftlich mit beiden Händen die seinen erfassend und ihn etwas zur Seite ziehend.) Warum sind Sie weggegangen, als ich Ihnen zu Gehör geredet, mich nicht zu verlassen?

Frey. Konnte mein Dazwischentreten etwas nützen?

Hedwig. In Ihrer Gegenwart hätte ich den Mut gehabt, alles zu sagen, was mir auf dem Herzen liegt.

Frey. Und dadurch wäre der unangenehme Auftritt nur verlängert und verschärft worden.

Hedwig. Wie bedächtig! Robert, ich breche Ihnen den Finger, um Sie aus dieser Gelassenheit zu bringen. Sagen Sie, was nun zu tun ist?

Frey. Sie kennen den Mann nicht genauer, der Ihnen bestimmt ist; ich werde Ihnen denselben schildern, und wenn Sie es dann nicht wissen, was zu tun ist... (Zuckt die Achsel.) Es ist dies ein Mensch ohne alle Bildung, ohne jede bessere Anlage; seinem Vater rühmt man wenigstens Tätigkeit nach, der Junge aber rührt keine Hand und läßt andere für sich arbeiten, er hat sich nur die Aufgabe gestellt, das Leben zu genießen, und wenn Sie erst wissen, was ihm Genuß ist, dann können Sie nur mehr ein Gefühl für ihn haben, das des Ekels!

Hedwig. O, was Sie auch über ihn sagen mögen, ich glaube Ihnen, ich glaube Ihnen alles! Aber nicht nach ihm habe ich Sie gefragt, was sollen wir beginnen?

Frey. Es ist ein gewagter Schritt, den ich Ihnen vorschlage, aber es ist der einzige und Zeit und Umstände drängen. Hedwig, vertrauen Sie sich ganz meiner Ehrenhaftigkeit an, – laufen Sie mit mir in die weite Welt!

Hedwig. Und wenn das nicht anginge, wenn ich mich gerade dazu nicht entschließen könnte?

Frey. Dann ist unser Schicksal entschieden. Ich habe mich für den Fall entschlossen, sofort wieder zum Militär einzurücken, und die Lektionen, die ich den Rekruten auf dem Exerzierplatze zu erteilen habe, wird mir Ihr Herr Papa nicht streitig machen. (Mit einem Seufzer.) Und Sie, Hedwig, – (Wendet sich ab, kleine Pause.) Wollen Sie Ihre Briefe zurück haben?

Hedwig. Nein. In Ihren Händen weiß ich sie sicher.

Frey. Verbrennen Sie die meinen.

Hedwig. Niemals. Ich behalte sie als ein teueres Angedenken auf.

Frey. Tun Sie es nicht. Der Zufall könnte diese armen Blätter einmal ans Licht bringen, und Sie ahnen nicht, welche Roheiten Sie dann von dem Manne zu gewärtigen hätten.

Hedwig (an seine Brust sinkend). Robert!

Frey (jubelnd). Hedwig! Du gehst mit mir!?

Hedwig (sich aus der Umarmung lösend). Ich habe den Mut nicht – ich bin nicht leichtsinnig genug.

 
Achte Szene

Vorige. Hutterer und Sidonie erscheinen unter der Türe des Traktes.

Frey. Du hast nicht den Mut, den Schein des Leichtsinns auf dich zu laden, um dir ein treues Herz fürs ganze Leben zu gewinnen? O, um aller Heiligen willen, habe nur nicht die Schwäche, dich willenlos ins Elend stoßen zu lassen. Erhalt' mir dein Bild rein, laß mich's nicht denken herabgekommen und befleckt durch den steten Umgang mit der Gemeinheit. Hedwig, laß mich ganz aus dem Spiele, gedenke meiner gar nicht, vergesse mich, nur um deiner selbst willen, mit Hand und Fuß und jeder Fiber sträube dich gegen diese unselige Verbindung!

Hutterer (vorstürzend). Ah, bravo, das is schön, ein Kind gegen die eigenen Eltern verhetzen! Sie elender, undankbarer Mensch, ist das der Lohn, daß wir Ihnen in unsern Haus ein Jahr und sechs Monat' Geld hab'n verdienen lassen?!

Frey (wütend). Mißbrauchen Sie doch nicht den geheiligten Elternnamen, Sie opfern Ihre Tochter ja doch nur einer Laune – einer reichen Verschwägerung – Sie schlagen Kapital aus Ihrem Kinde!

Hedwig (ist auf eine Gartenbank gesunken).

Hutterer. Herrr – Sidi, halt' mich, sonst geschieht heut noch ein Unglück!

 
Neunte Szene

Vorige. Schön und Anna haben Eduard, in ihrer Mitte, über den Hof geführt, eintretend.

Schön. Gnä' Herr, gnä' Herr, da is er!

Anna. Da hab'n wir 'n schon.

Schön (halblaut). Ui, da hat's was g'setzt.

(Pause allgemeiner Verlegenheit.)

Hutterer (faßt sich, tritt Eduard entgegen). Ah, freut mich sehr. (Gibt ihm die Hand.) Hochwürden kommen eben recht. (Führt ihn vor.) Bitte, klären Sie meine Tochter auf über die Pflichten, die ein Kind gegen seine Eltern hat! Wir wollen nur ihr Glück – und selbst für den Fall, daß sie das Glück nit für a Glück halt, – gerad heraus, ohne Umschweife, – was soll sie tun?

Eduard. Gehorchen und das Glück Gott anheimstellen!

Hutterer. So ist's! Sie sind mein Mann!

(Zwischenvorhang fällt rasch.)

 
Verwandlung

Verwahrlostes Zimmer, halb Werkstätte, halb Wohnraum. Mitteltüre, eine Seitentüre links, welche offen steht. Im Hintergrunde zu beiden Seiten der Türe Betten, ein solches steht auch an der Wand links neben der Seitentüre. An der Wand rechts Schränke. Im Vordergrunde rechts ein Sofa, davor ein Tisch, links eine Drehbank.

Zehnte Szene

Barbara, Johann, Michel.

Wie der Vorhang aufgeht, ist Johann an der Drehbank geschäftig, Barbara tritt durch die Mitte ein, sie trägt eine große Blechtasse, worauf mehrere Kaffeeschalen und ein großer Hafen stehen, ein Gebäckkörbchen hält sie nebenher zwischen ein paar freien Fingern. Michel ist noch nicht sichtbar.

Barbara. Da is der Kaffee. Herr Johann, hörn S' vom Arbeiten auf. (Sie stellt das Mitgebrachte auf den Tisch und ruft.) Michel! Setzen S' Ihnen daher, Herr Johann! (Deutet auf das Sofa.)

Johann. O, ich bitt', Frau Meisterin, wie komm' ich dazu –?

Barbara. Machen S' keine Umständ', wir sind alle nur Menschen. (Lauter rufend.) Michel, hörst nit?

Michel (von innen). Ja, Meisterin! (Tritt gähnend und sich reckend aus links.) Ah!

Barbara. Hast wieder g'schlafen?

Michel. Ja, und träumt, daß ich Draxler werd'n soll.

Barbara (zu Johann.) Es is ein Skandal, der Meister schaut gar nit auf ihn, auf einmal wird sein Lehrzeit um sein, und er wird nix verstehn.

Michel. Das macht nix, die Genossenschaft muß mich doch von der Draxlerei freisprechen – wegen Mangel an Beweis.

Barbara (rückt ihm eine Schale und eine Semmel hin). Den Kaffee tragst hinunter, wenn der Herr da is!

Michel. Da lass' ich 'n lieber glei herob'n.

Barbara. Du tragst ihn hinunter, auch wenn der Herr nit da is! (Zu Johann.) Aber greifen S' zu, lieber Herr Johann (rückt ihm den großen Hafen hin), da is das Tröpferl, das Ihnen vermeint is.

Johann. So viel! –

Barbara. Greifen S' zu, es kommt vom Herzen.

Michel (beiseite). Die Meisterin muß a groß's Herz haben, wenn so a Häfen Kaffee drin Platz findt.

Barbara. Marschier' und bleib' glei unten im Laden, damit ma doch nit 'n ganzen Tag 'n Dienstboten alleinig im G'schäft laßt!

Michel. 's könnt sich ja a d'Meisterin abisetzen.

Barbara. Geht das di was an, kecker Bub? 's G'schäft is 'm Meister sein Sach'. Ich hab' im Haus z' tun.

Michel. Oder d'Fräuln Pepi.

Barbara. Die hat außerm Haus z' tun.

Johann (seufzend). Ah ja.

Barbara. Jetzt steh' mir nit weiter da herum!

Michel. Frau Meisterin, wenn der Herr nit da is, was g'schieht denn nachher mit 'm Kaffee?

Barbara. Kannst 'n selber trinken.

Michel. Vergelt's Gott! (Setzt die Schale an den Mund.)

Barbara. He, was treibst denn?

Michel. A wengerl abtrinken, daß ich nix verschütt', wär' schad drum; sicher is er mir ja eh. Küss' die Hand, Frau Meisterin. (Geht durch die Mitte ab.)

Barbara (hinter ihm abgehend). Komm mir nit so bald wieder unter die Augen, das sag' ich dir!

Johann (allein). Ja – die Fräuln Pepi – daß die immer außerm Hause ist!

 
Elfte Szene

Johann, Barbara (zurück).

Barbara. So, mein lieber Johann. (Setzt sich an das andere Ende des Sofas, streift sich die Schürze glatt.) Aber Sie essen ja gar nichts!

Johann. Nein!

Barbara. Is er vielleicht nicht süß genug? A Stückerl Zucker? Nehmen S' doch, a Semmerl oder ein Kipferl. Lassen S' Ihnen nix abgehn.

Johann (nimmt eine Semmel). Ich bin so frei, wenn's erlaubt ist.

Barbara. Weil wir just so gemütlich beieinander sitzen, muß ich Ihnen doch sagen, obwohl Sie erst kurze Zeit bei uns sind, hab' ich Ihnen doch was ang'merkt, Sö Schlankl, Sö.

Johann. Was ang'merkt – mir?

Barbara. Na, na, lassen S' es gut sein, junge Leut' sein amal junge Leut', und i hab's nit ungern, wann s' a G'fühl zeigen. Mein Pepi sticht Ihnen halt in die Augen.

Johann (würgt an einem ungeheuren Brocken). Uhum.

Barbara. Das is weiter kein Sünd' –

Johann (lacht verlegen). Hehehe, nein, nein, hehe.

Barbara. Aber a Unsinn.

Johann. Ja, aber warum denn?

Barbara. Mein Tochter is nix für Ihnen. Erstens tät's alle zwei miteinander nix hab'n –

Johann. Nein. Vorläufig –

Barbara. Und dann hat sie ja die Bekanntschaft mit unserm Hausherrnssohn.

Johann (seufzend). Ja.

Barbara. Da muß man halt g'scheit sein. Schaun S' Johann, (vertraulich näher rückend) muß's denn grad so a jungs Flitscherl sein?

Johann (rückt etwas weiter). Wissen S', mir wär's lieber.

Barbara. Das is halt Gustosach', aber wenn's wer mit einem gut meint, so muß man 'n nit nach 'm Taufschein frag'n. – Essen S', lassen S' nix über, die Semmeln derfen nit überbleiben, wurden ja altbacken. Stecken Sie s' ein. (Sie steckt ihm mit der rechten Hand eine Semmel in die rechte Tasche und, indem sie den Arm um seinen Leib legt, mit der linken eine andere in die linke Rocktasche.) So – sehn S' – so!

Johann (bläst).

Barbara. Schaun S' mich einmal an, Johann.

Johann (hält mit beiden Händen eine Semmel, die er brechen will, über den Hafen). Wenn's die Frau Meisterin schafft. (Wendet sich etwas nach ihr.)

Barbara (näher rückend). G'fall' ich Ihnen gar nit?

Johann (läßt vor Schreck die Semmel in den Kaffee fallen). Ah! (Springt auf und blickt in den Hafen.) Da ist mir jetzt die ganze Semmel...

Barbara (hat sich gleichfalls erhoben). Is ja kein Unglück. Werden s' gleich wieder herausfischen, wo schwimmt s' denn? (Sie steht neben ihm, hat die Linke um seinen Leib gelegt, ihr Gesicht dem seinen ganz nahe gebracht und schlägt ihn jetzt mit der Rechten auf die Wange.) Johann!

Johann (reißt sich los). Loslassen! – Potiphar! – Verstanden? Wissen S', ich bin ein katholischer Gesell'! Lieber ungegessen ins Himmelreich, als mit allen Taschen voll Proviant in d'Höll! (Zieht eine Semmel nach der andern heraus und wirft sie ihr vor die Füße.) Da, – da. (Es wird außen geläutet.)

Barbara (klaubt die Semmeln auf). Ja, ja, komm' gleich. (Wirft das Gebäck ins Körbchen, mit einem zornigen Blick auf Johann.) So ein dummer Mensch is mir noch nit vorkommen! Was glauben S' denn von mir? (Wütend ab.)

Johann. So was is mir noch in keiner Arbeit passiert.

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