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Gutenberg > Pedro Calderón de la Barca >

Das Versteckspiel

Pedro Calderón de la Barca: Das Versteckspiel - Kapitel 3
Quellenangabe
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typecomedy
authorPedro Calderón de la Barca
booktitleMeisterlustspiele der Spanier
titleDas Versteckspiel
publisherPropyläenverlag
seriesMeisterlustspiele der Spanier
volumeZweiter Band
year1925
firstpub
translatorLudwig Fulda
correctorreuters@abc.de
senderkoch.text@t-online.de
created20091106
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Zweiter Akt

Dieselbe Dekoration

Erster Auftritt

(Früher Morgen.) Don Cesar, Mosquito (kommen aus der Seitentür links ins Wohnzimmer)

Mosquito
Herr, dieses Haus ist offensichtlich
Erbaut von einem Zauberer,
Der eifersüchtig eine Fee
Behüten wollte; denn es gibt
In ihm nicht Luke, Ritze, Loch,
Wodurch ein Mäuschen könnt' entschlüpfen
Ja nicht mal ein Mosquito.

Don Cesar
                Würde
Der Geist sich mühn, das wunderlichste
Der Abenteuer auszuspinnen,
Könnt' er's erfindungsreicher dichten,
Als hier die Wirklichkeit es schuf?
Muß man nicht glauben, daß man träumt?
Nur so viel weiß ich: Falls nicht bald
Ich einen Weg zur Flucht entdecke,
Dann reißt mir die Geduld.

Mosquito
                Das ist
Noch nicht das Schlimmste.

Don Cesar
Was denn könnte
Noch schlimmer sein?

Mosquito
Das fragt Ihr noch?
Ei, daß wir nichts zu essen haben.
Denn jener magre Hammelknochen,

Der in dem Kochtopf auf dem Herd
Vergessen ward, und aus dem Wandschrank
Das halbe Brot sind längst verschlungen.
So nötigt uns die Hungersnot
Zur Übergabe, da die Festung
Nicht für zwei Stunden mit Proviant
Versehen war.

Don Cesar
        Besäß' ich nur
Den Schlüssel noch aus jener Zeit,
Als während ihres Bruders Fernsein
Ich öfters Celia besuchte.
Wie dumm, daß ich ihn ihr zurückgab
Vor meiner Flucht! Wer könnt' auch so was
Voraussehn?

Mosquito
        Bleicher Lichtschein kündet
Den Tag schon an. Was wollt Ihr tun?

Don Cesar
Es bleibt mir nur ein einzig Mittel.

Mosquito
Das wäre?

Don Cesar
        Hör genau mir zu:
Im Erdgeschoß, wie Celia
Mir mitgeteilt, wohnt ein Geschäftsmann;
Dem hab' ich vor mich zu entdecken.
Denn besser ist es immerhin,
Daß noch ein Fremder eingeweiht wird,
Als daß ich hier ermordet werde,
Was unbezweifelbar Don Felix
Bei diesem überstürzten Auszug
Im Schilde führt.

Mosquito
        Wie soll der Fremde
Verständigt werden?

Don Cesar
        Laß uns pochen
An den Verschlag.

Mosquito
Ich wette drauf,
Man wird bereits beim ersten Ton
Vermuten, daß es Räuber sind,
Und wird mit Knüppeln uns erschlagen,
Bevor den Mund wir aufgetan.

Don Cesar
Es bleibt uns keine Wahl. Ich muß es
Versuchen.
(Während er in das Kabinett gehen will, wird an der Mitteltür rechts gepocht)
        Was bedeutet das?

Mosquito
Der fremde Mann von unten kommt
Mit Pochen uns zuvor. Was gilt's,
Auch er ist eingesperrt.

Don Cesar
                Ach was!
Dort an die Tür pocht man von außen.
(Neues Pochen)

Mosquito
Wer da?

Don Cesar
        Was fällt dir ein, du Tropf!
Schweig!

Mosquito
        Dem, der pocht, will ich bedeuten,
Daß er den Schlüssel holen soll.

Don Cesar
Still! Jedes Lebenszeichen wäre
Gefährlich.

Mosquito
        Laßt zum mindesten
Mich gucken durch das Schlüsselloch,
Zu schaun, wer 's ist.

Don Cesar
        Nun, meinethalb.
Mosquito
(durchs Schlüsselloch sehend)
Ach, eine saubere Bescherung!

Don Cesar
Wer ist es?

Mosquito
Die Gerichtsbarkeit.

Don Cesar
Gerichtsbarkeit?

Mosquito
Ja, Herr; schaut selber.

Don Cesar
Wahrhaftig! Alles hätt' ich eher
Gedacht, als daß ein Edelmann
In solcher Art sich rächen könnte!

Mosquito
Herr, Celia hat Euch verkauft.

Don Cesar
Nein, nein, das kann ich ihr nicht zutraun.
(Hammerschläge gegen die Tür)

Mosquito
Ich doch; weshalb ist sie verschwunden?

Don Cesar
Wird da nicht schon am Schloß gestemmt?

Mosquito
Jawohl, ich kenne diese Schläge.
Dieselben sind's, die man zum Zeichen
Des Anfangs gibt in der Komödie.

Don Cesar
Was jetzt?

Mosquito
        Ich schlage vor, wir beichten,
Weil unser letztes Stündlein kam.

Don Cesar
Das gilt vielleicht nicht uns. Am besten,
Wir gehen wieder ins Versteck
Und spitzen heute schärfer dort
Als gestern abend unsre Ohren.
(Beide durchs Kabinett und die Geheimtür ab)

Zweiter Auftritt

(Die Mitteltür rechts wird von außen aufgeschlossen.) Ottavio, ein Gerichtsdiener, ein Gerichtsschreiber (und) einige Wächter (kommen von dort. -- Dann) Otaniez, Don Diego

Ottavio
Wozu versuchtet ihr die Tür
Zu sprengen? Hab' ich doch die Schlüssel
Und stieg, als ich das Klopfen hörte,
Von meiner Wohnung unten eilends
Herauf. Was, meine Herrn, begehrt ihr?

Gerichtsdiener
Wir suchen einen Herrn mit Namen
Don Felix de Acunia hier,
Weil einen Mann in meinem Vierte!
Er gestern abend umgebracht.

Ottavio
(für sich)
Die führ' ich irre. (Laut) Ja, ganz recht,
Ein solcher wohnte hier, ist aber
Schon vor sechs Wochen ausgezogen.
Die Schlüssel zu der Wohnung ließ
Er mir zurück, da mich der Hausherr
Ermächtigt hat, sie zu vermieten;
Ihr seht ja selber, sie steht leer.

Gerichtsdiener
Er ist entwischt.

Schreiber
        Was wollt Ihr tun?

Gerichtsdiener
Zu Protokoll die Sache geben.

Otaniez
(durch die Mitteltür rechts)
Ich soll Euch, Herr Ottavio,
Bestellen, daß mein Herr Don Diego
Euch sprechen will.

Ottavio
        Siehst du denn nicht,
Du Narr, daß ich beschäftigt bin?
Ich komme gleich zu ihm hinunter
In mein Kontor.

Don Diego
(durch die Mitteltür rechts)
        Wollt mir verzeihn …

Ottavio
Entschuldigt …

Gerichtsdiener
        Herr, für uns ist hier
Nichts mehr zu holen.

Schreiber
        Hätte man
Schon gestern abend zugepackt,
So wär' er jetzt in unsrer Hand.

Gerichtsdiener
Wir haben ja die ganze Nacht
Umsonst geforscht nach seiner Wohnung.
(Er geht mit dem Schreiber und den Wächtern ab Mitteltür rechts)

Dritter Auftritt

Ottavio. Don Diego. Otaniez

Don Diego
Ich hört' in Euerem Kontor,
Ihr wäret, Herr Ottavio,
Hier oben mit Gerichtspersonen,
Und Angst um Euch trieb mich herauf.
Nochmals vergebt, wenn ich so früh
Schon störe. Mich verlangt zu wissen,
Ob mit der Post, die von Italien
Euch gestern zuging, der Dispens
Gekommen, den ich nötig habe
Für die Vermählung meiner Tochter
Mit ihrem Vetter Don Juan;
Denn sehr bin ich in Ungeduld,
Mich zu befrein von dieser Sorge.

Ottavio
Nun denn, Ihr könnt mir Botenlohn
Entrichten; der Dispens ist da.

Don Diego
Wie dank' ich Euch!

Ottavio
        Und das Gericht
Erkundigte sich bloß bei mir
Nach einem jungen Edelmann,
Der wegen eines Ehrenhandels
Unlängst aus dieser Wohnung auszog
Und seine Schwester mit sich nahm.

Don Diego
Ach, jeder Vorfall dieser Art
Mahnt mich an meinen eignen Kummer.
Nie werd' ich meInes Sohnes Tod
Verschmerzen und daß mir der Mörder
Entkam. Fürwahr, ich hätt' ihn sonst …

Ottavio
Habt Ihr von ihm nie mehr gehört?

Don Diego
Die Erde, scheint's, hat ihn verschluckt.
Jedoch nichts mehr davon, ich bitt' Euch.

Ottavio
Weswegen schaut Ihr so gespannt
Euch um?

Don Diego
        Es dünkt mich, daß ich hier,
Wie man zu sagen pflegt, zwei Fliegen
Mit einer Klappe schlagen kann.
Denn da die Heirat nun gesichert,
So wünsch' ich meinen Schwiegersohn
Und Neffen in mein Haus zu nehmen;
Doch weil darin der Raum zu eng,
Such' ich nach einer größren Wohnung
Seit Wochen schon, und die da würde
Nach ihrer Lage sehr mir passen.

Ottavio
Wenn sie Euch zusagt, soll's mir lieb sein;
Ich hätt' als Mittelsmann Profit.

Don Diego
Wie viele Zimmer hat sie?

Ottavio
                Wollt
Nurnachschaun. (Er führt ihn nach rechts) Hierein Kabinett.
(Nachdem Don Diego hineingschaut hat, führt er ihn nach links, öffnet die Seitentür)
Hier ein Gemach, woran die Küche
Sich anschließt.
(Er führt ihn zur Mitteltür links, schließt sie auf)
        Hier die weitren Zimmer,
Mit eignem Ausgang nach dem Flur.
(Sie gehen hinein und kehren gleich darauf zurück; Ottavio schließt wieder ab)

Don Diego
Ja, gut gefällt mir diese Wohnung,
Zumal sie leicht sich in zwei Teile
Zerlegen läßt. Hier diesen vordern
Kann Don Juan bis nach der Hochzeit
Bewohnen; dann werd' ich hier einziehn
Und lasse jenen größern Teil
Dem jungen Paar. Wißt Ihr, was jährlich
Die Miete kosten soll?

Ottavio
                Zweitausend
Realen.

Otaniez
        Das ist viel zu teuer,
Da jetzt die Häuser wohlfeil sind.

Don Diego
Wer ist der Hausherr? Auf der Stelle
Möcht' ich ihn sprechen.

Ottavio
                Sprecht mit mir.

Der Eigentümer, der mein Freund ist
Und jetzt sich aufhält in Granada,
Hat Vollmacht mir erteilt.

Don Diego
                Wohlan,

Ich miete zum genannten Preis,
Weil ich mit Euch nicht feilschen will.
Gebt mir die Schlüssel; denn noch heut
Wünsch' ich den Einzug vorzunehmen.

Ottavio
Ihr sollt sie haben. Zu Besuch
Will ich nachher aufs Land, und niemand
Lass' ich daheim zurück. Drum kommt,
Damit ich, weil Ihr's eilig habt,

Sogleich Dispens und Mietsvertrag
Euch übergebe.

Don Diego
        Höchst zufrieden
Bin ich darob.

Ottavio
        Und ich begrüße
Mit Freuden Euch als Hausgenossen.
(Alle gehen ab durch die Mitteltür rechts. Diese wird von außen abgeschlossen)

Vierter Auftritt

Don Cesar, Mosquito (kommen aus der Geheimtür und gehen ins Wohnzimmer)

Don Cesar
Hast du gehört?

Mosquito
        Nur ein paar Brocken.

Don Cesar
Muß denn sich Zufall stets auf Zufall,
Ereignis auf Ereignis häufen,
Damit sich mein Geschick verknäult
Und meine Drangsal sich vergrößert!
Weil einen Totschlag er beging,
Deswegen zog Don Felix aus,
Und um Lisarda möglichst schnell
Mit ihrem Vetter zu vermählen,
Sucht (ich vergeh' vor Eifersucht!)
Ihr Vater den Ottavio
Hier oben, mietet flugs die Wohnung
Und trägt mit sich die Schlüssel fort!
Ja, was dem Ungemach die Krone
Noch aufsetzt: Auch mein Plan, zu pochen
An dem Verschlag, wird mir vereitelt;
Denn niemand bleibt im Haus zurück.
Will Gottes Zorn, daß nimmermehr
Die Kette meiner Leiden endet?

Mosquito
Daß jemand eine Wohnung nimmt,
Die schon mit Möbeln ist versehen,
Kommt in Madrid alltäglich vor.
Doch das ist eine neue Mode,
Daß eine Wohnung wird gemietet,
In der das Mobiliar besteht
Aus einem Herrn und einem Diener.
Gut wenigstens, daß all den Übeln
Ein Trost gesellt ist.

Don Cesar
        Was für einer?

Mosquito
Daß erstens Herr Ottavio
Nichts weiß von der geheimen Treppe,
Daß zweitens der Besitzer fern ist:
Der hätte dem Don Diego sicher
Auch die gezeigt, und dieser hätt' uns
Beim Treppentrappeln dort ertappt.

Don Cesar
Nun freilich, noch ist nichts verloren,
Und ich bin keineswegs der Mann,
Der so geringen Widerständen
Sich kampflos unterwirft.
(Er zieht einen Dolch hervor und versucht die Mitteltür rechts damit zu öffnen)

Mosquito
        Was macht Ihr?

Don Cesar
Aufbrechen will ich diese Tür,
Um aus dem Hause fortzukommen,
Bevor's vom Feind umzingelt wird.
Zwar ist Gefahr, daß auf der Straße
Man mich beim ersten Schritt ergreift;
Was aber soll mir noch das Leben,
Wenn sich mit Don Juan Lisarda
Vermählen wird? Ich mag im Unglück
Nicht ihres Glückes Zeuge sein.

Mosquito
Herr, Ihr habt recht; nur fort von hier,
Wenn auch die Tür in Trümmer geht.
(Geräusch von außen)

Don Cesar
Doch was bemerk' ich? Man versucht
Von außen aufzuschließen.

Mosquito
                Schnell
In das Versteck!

Don Cesar
Ist es Don Diego,
Dann hilft nichts andres.

Mosquito
                Rücksichtslos,
Daß er die Zeit nicht besser wählt!
(Beide eilen durch das Kabinett und die Geheimtür ab)

Fünfter Auftritt

Beatriz, Otaniez (durch die Mitteltür rechts, die sie aufgeschlossen haben)

Beatriz
(auf der Schwelle)
Ist's hier?

Otaniez
        Jawohl.

Beatriz
                Eh wir uns rühren,
Zuerst ein Kreuz geschlagen; dann
Hinein, den rechten Fuß voran.

Erschrecklich knarren alle Türen;
Das Treppenhaus ist viel zu schmal,
Die Fenstergitter übertrieben,
Und -- eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben --
Auch ungrad ist der Balken Zahl.
Otaniez, geh zum Herrn und sag,
Falls er das Geld nicht für die Miete
Vorausbezahlte, daß ich riete,
Hier nicht zu wohnen einen Tag,
Bevor er schriftlich ausgemacht,
Daß alle Türen man erneuert,
Dem Übelstand der Treppe steuert
Und zufügt Balken Nummer acht.

Otaniez
Der Teufel packe dich beim Kittel
Für deines Einzugs ersten Gruß,
Den vorgesetzten rechten Fuß
Und all dein naseweis Gekrittel,
Für deine Balkenzählerei,
Für schmale Trepp' und Türenknarren.
Vermutlich brachte diese Sparren
Dir deine Urgroßmutter bei.

Beatriz
Warum auch nicht? Ich hört' ihr zu,
Damit ich ihre Weisheit nütze;
Die hatte zehnmal soviel Grütze
Im Ärmel als im Schädel du.

Otaniez
Man merkt's am guten Christentum,
Das ihrer Enkelin sie lehrte!
Jedoch du bist auf falscher Fährte,
Siehst hier du dich nach Balken um.
Nein, wie der Herr dir aufgetragen,
Feg, Beatriz, die Wohnung aus.

Es haust ein Hausgeist hier im Haus;
Der wird mir alles wiedersagen.

Beatriz
Ein Hausgeist hier, mit Hilfe dessen
Du spionierst?

Otaniez
        So ist es.

Beatriz
                Nein,

Das wird der böse Geist wohl sein,
Von dem du lang schon bist besessen.

Otaniez
Du Schnattergans, du Satansweib,
Du höchst verderbliches Gewächse,
Du warst als Kind schon eine Hexe
Und hast den Beelzebub im Leib.
Sprich du mit mir in andrer Art!

Beatriz
Du jammervolle Schneiderelle,
Du klapperbeiniges Gestelle,
Du Almanach der Höllenfahrt,
Du, der versinkt in seiner Hosen
Unüberwindlichem Gewirr,
Der selbst sich dient zum Nachtgeschirr
Sowie zum Kammervirtuosen,
Du Knochen einer alten Mähre,
Du Hobelspan, du Bettelstab,
Du Requiem fürs eigne Grab,
Du schlotterichtes Miserere,
Du Inbegriff der Lungensch wäche.
Du lächerlicher Besenstiel
Und noch dreihundertmal soviel --
Wie willst du, daß man mit dir spreche?

Otaniez
Du Schandmaul, preise dein Geschick,
Daß unsre Herrin vorgefahren
Am Haus und hier im Augenblick
Erscheint; sonst würd' ich bei den Haaren
Dich schleppen zur Inquisition.

Sechster Auftritt

Vorige. Lisarda (durch die Mitteltür rechts)

Lisarda
Mein Vater drängt zu großer Eile,
Als wär' zu seinem Seelenheile
Der Einzug nötig heute schon.
Er sandte mich deshalb voraus,
Um unser neues Heim zu sichten
Und möglichst passend einzurichten.

Otaniez
Ihr dient zum besten Schmuck dem Haus.

Beatriz
Ein Vater, dem nicht Klugheit fehlt;
Denn eigen ist's den Frauen allen,
Daß nichts erweckt ihr Wohlgefallen,
Was nicht sie selber ausgewählt.
Hätt' ich die Möbel ausgelesen
Und hingestellt so recht bequem,
Ich glaube fast, von alledem
Wär' nichts nach Eurem Sinn gewesen.

Lisarda
Es scheint, wir haben gut gemietet.

Otaniez
Dies Zimmer ist für Don Juan,
Bis er des Glücks genießen kann,
Das Ihr mit Eurer Hand ihm bietet.

Beatriz
Otaniez, lauf hinab; schau zu
Da drunten, daß man aus dem Wagen
Die Möbel bringt heraufgetragen.

Otaniez
Gesagt und schon getan im Nu.
(Ab Mitteltür rechts)

Lisarda
(wirft einen Blick in das Kabinett)
Dies, wenn ich erst vermählt sein werde,
Wird wohl mein Ankleidzimmer. -- Ach!

Beatriz
Ihr seufzt, als war's ein Ungemach,
Daß bald Ihr weilt am eignen Herde.

Lisarda
Ja, Beatriz, mich drückt Beschwerde.

Beatriz
Und wer bewirkt sie?

Lisarda
        Don Juan.

Siebenter Auftritt

Lisarda. Beatriz. Don Juan (durch die Mitteltür rechts. -- Zuletzt) Castanio

Don Juan
Zu guter Zeit komm' ich hier an,
Da zum Empfang als frohe Kunde
Mein Name mir aus deinem Munde
Entgegentönt, Lisarda.

Lisarda
        Kann
Es nicht statt Glückes Unglück sein,
Was mich veranlaßt, ihn zu nennen?

Don Juan
Ich kann darin nur Glück erkennen.

Lisarda
O Himmel!

Don Juan
        Denn gedenkst du mein,
War's auch, weil trügerischer Schein
Mich deine Gnade ließ verscherzen,
Ist doch mein Glück nicht auszumerzen;
Am Schlag erkennt man ja die Uhr:
Sie folgt mit ihrer Stimme nur
Dem Räderwerk in ihrem Herzen.

Lisarda
Doch tritt es manchmal auch zutag,
Daß uneins mit dem Uhrenschlag
Die Zeiger eigenwillig kreisen
Und eine andre Stunde weisen.

Don Juan

Aus welchem Grund verdien' ich, sag,
So schroffen Ton?

Lisarda
        Nicht klar ist mir,
Ob ich auf deine Wißbegier
Verpflichtet bin, Bescheid zu geben;
Mit Beatriz sprach ich soeben
Und spreche weiter nur zu ihr.
Ja, Beatriz, mein Vetter glaubt,
So scheint mir, wenn in nächste Nähe
Ein Mann gerückt sieht seine Ehe,
Sei Anstandsmangel ihm erlaubt,
Und absehn dürf' er überhaupt
Von Ritterdienst und Artigkeiten.
Vergessen hat er schon beizeiten,
Daß man die Liebe von jeher
Für schwächlich hielt, wenn sie nicht mehr
Imstand ist, Sorge zu bereiten.
Denn als ich gestern fuhr aufs Land,
Späht' ich nach Don Juan vergebens;
Doch ward ich aus Gefahr des Lebens
Befreit von eines andern Hand,
Und hab' ich meinen Dank bekannt
Ihm, der solch wackren Mut besessen,
So schuld' ich dem, der mich vergessen,
In gleichem Grade meinen Groll,
Damit mir keiner sagen soll,
Ich hätt' ihn ungerecht gemessen.
Ich kehrte heim nach diesem Schauer;
Jedoch den ganzen Abend nicht
Kam dieser Herr mir zu Gesicht.
Zu merken, von wie kurzer Dauer
Sein Schmachten war, weckt mir nur Trauer,
Nicht Eifersucht, und ich gewann
Ernüchterung, weil Don Juan,
Schon vor der Hochzeit umgewandelt,
Nicht anders heute mich behandelt,
Als war' er längst mein Ehemann.

Don Juan
Wenn ich bei dir Gehör nur fände,
Zu schildern, was mit mir geschehn,
So würde rasch dein Groll vergehn.
Zu Zeugen ruf ich diese Wände;
Drum hör, Lisarda, mich zu Ende;
Ja, hör …

Lisarda
        Ich unterhalte mich
Mit Beatriz; drum unterbrich
Nicht mein Gespräch.

Don Juan
        Sei nicht verdrießlich:
Sprachst du mit Beatriz ausschließlich,
Zu Beatriz nun sprech' auch ich.
Als gestern ich gelangt aufs Land,
Nach meiner Base suchend, fand
Ich den, der ihren Bruder fällte;
Voll Gier, den Mord zu rächen, stellte
Ich flugs ihm nach, und mir verband
Sich Felix, der in diesen Mauern
Gewohnt. Wir zwei gemeinsam lauern
Ihm auf, und in der blinden Wut
Vergieß' ich eines andern Blut.
Zu meinem äußersten Bedauern
Ward Felix von der Polizei
Erkannt; nach Pflicht stand ich ihm bei,
Bis ich in Sicherheit ihn wußte.
Doch nicht genug, ich selber mußte
Nachforschen, ob ich sicher sei.
Zu meinem Glück ward mir bestellt,
Daß mich kein Schergenblick erkannte.
Dies ist's allein, was mich verbannte;
Sonst gäb's kein Schrecknis auf der Welt,
Das von Lisarda fern mich hält.

Beatriz
Da man den Fall mir vorgetragen,
Hab' ich den Urteilsspruch zu sagen.
Er heißt: Es sollen die Partein
Einander ausgesöhnt verzeihn,
Dieweil sie nur aus Liebe klagen.

Don Juan
(zu Lisarda)
Mir ist es recht; voll Ungeduld
Hoff ich die Rückkehr deiner Huld.

Lisarda
So leicht kann sie nicht wiederkehren;
Erst mußt du Bürgschaft mir gewähren,
Daß wirklich frei du bist von Schuld.

Don Juan
Zum Zeichen, daß ich dein gedacht,
Nimm ein Geschenk von mir entgegen …

Lisarda
Du willst mir neuen Zorn erregen.
(Ab Mitteltür rechts)

Don Juan
(zu Beatriz)
Was deiner Herrin ich gebracht,
Darauf gib du mir sorgsam acht.
Castanio!

Castanio
(durch die Mitteltür rechts)
        Herr...

Don Juan
                Gib aufzuheben
Den Pack der Beatriz.
(Ab Mitteltür rechts)

Achter Auftritt

Beatriz. Castanio

Beatriz
        Das Geben
Ist solche Lust für den, der nimmt,
Daß, wenn's auch nicht für mich bestimmt,
Ich gern das Nehmen mag erleben.
Weil hier noch alles wüst und leer,
Drum bring in jenes Nebenzimmer,
Das meine Herrin wählen will
Zum Putzgemach und Schummerwinkel,
Behutsam deine Schätze hin.

Castanio
Da wirst du staunen. Tausend Sachen
Schenkt ihr mein Herr; ich hole sie.
(Er öffnet die Mitteltür rechts)
Da draußen sind bereits die Träger.
(Ab)

Beatriz
(ihm nachrufend)
Sie sollen kommen!
(Mehrere Träger bringen durch die Mitteltür rechts allerlei Möbelstücke)

Beatriz
(zu den Trägern)
        Stellt einstweilen
Die Möbel ab, wie's grade trifft;
Und in den Hinterzimmern schlagt
Hernach die Betten auf.

Castanio
(kehrt zurück, mit vielen Schachteln und Kästchen beladen)
        Da hab' ich
Die Herrlichkeit.

Beatriz
(zeigt auf einen soeben hereingetragenen Tisch)
        Leg sie hier drauf;
So können am bequemsten wir
An Ort und Stelle sie befördern.

(Nachdem Castanio die Sachen auf den Tisch gelegt, tragen sie diesen ins Kabinett und stellen ihn dicht vor die Geheimtür. Die Träger bringen während des Folgenden noch andere Möbel ins Wohnzimmer; dann tragen sie ein Bett und weitere Einrichtungsstücke in den Raum hinter der Seitentür links. Zuletzt gehen sie ab)

Castanio
(die Schachteln ordnend)
Hier Zuckerwerk aus Portugal.

Beatriz
Zuckrig und doch an Süßigkeit
So süß nicht wie die süße Braut.

Castanio
Aus Mexiko hier Schokolade,
Und dies da Hauben, Gürtel, Strümpfe,
Handschuh', Pantoffel, Arbeitsbeutel,
Geldbörsen, Täschlein, Räucherkerzchen,
Essenzen.

Beatriz
        Oh, wie fein das duftet!

Castanio
All diese Düfte, Beatriz,
Sind ja den Frauen unentbehrlich,
Damit sie selbst nicht übel duften,
Und namentlich den Ehefraun.

Beatriz
Du Spitzbub!

Castanio
        Das war das. Nun kommen
In diesem Kästchen, das wahrhaftig
Ein Zauberkästchen ist, Juwelen
Und auserlesenes Geschmeid'.

Beatriz
Sehr schön; doch etwas mangelt noch.

Castanio
Was?

Beatriz
        Ein gewisses Festtagskleid,
Das mir zum Überfluß man stiftet,
Um auf der Hochzeit es zu tragen.

Castanio
Zum Überfluß -- ja, gut gesagt!
Denn welches Kleid, bei Licht besehn,
Wär', Beatriz, kein Überfluß?
So eines wollt' ich zwar dir bringen;
Doch gibt's ein großes Hindernis.

Beatriz
Sag, welches?

Castanio
        Man erzählte mir,
Daß du für einen groben Lümmel,
Der jetzt in fernen Landen ist
Und wegen seiner Stachligkeit
Zweimal Mosquito müßte heißen,
Vormals das Knopfloch seiner Knöpfe
Und seiner Schuhe Senkel warst.
Dies zu vernehmen wurmte mich,
Und wenig wär' es mir genehm,
Dürft' einer von Castanio sagen,
Dieselbe Puppe kleid' er an,
Die schon ein andrer ausgekleidet.

Beatriz
Das ist ein albernes Geklatsch.
Mosquito war der Spielball nur
Für meine Launen, und die Wahrheit
Dir zu gestehn, du hast mehr Tränen
In einer Stunde mich gekostet
Als er in einem halben Jahr.
Weil er ein armer dummer Kerl ist,
Liebt' ich ihn aus Barmherzigkeit
Solang, bis ich was Beßres fände.

Castanio
Wohl oder übel rührst du mich.
(Er öffnet die größte Schachtel)
Und kurz und gut, hier ist das Kleid,
Und, Beatriz, hier auch der Schleier.

Beatriz
Und hier ein Kuß.

Castanio
        Ist's also wahr?
Du liebst mich? Und zwar mich allein?

Beatriz
Nur einen lieben ist nicht Mode;
Genug damit, ich liebe dich.
Und da du heut mit deinem Herrn
Hier einziehn wirst, beachte wohl:
Wird jetzt hier Gib und Nimm gespielt,
Wird nächstens Hund und Katz' man spielen.
Nun aber komm. Verschließen muß ich
Die Tür, damit kein fremder Mensch
Sich einschleicht. Mag das Kleid inzwischen
Hier liegen mit dem übrigen.
(Sie gehen ins Wohnzimmer)
Wie schade, daß nicht unsre Herrschaft
Zweimal im Monat Hochzeit hat!

Castanio
Jawohl, das paßt euch Weibern so.

(Beide ab durch die Mitteltür rechts, die sie von außen abschließen)

Neunter Auftritt

Mosquito. Don Cesar

Mosquito
(die Geheimtür halb öffnend)
Bei Gott, ich muß heraus!

Don Cesar
(ihn zurückhaltend)
                Wohin?
Halt, sag' ich!

Mosquito
        Wenn wir doch erlauschten,
Daß man die Tür verschlossen hat
Und daß hier Zuckerwerk zurückblieb,
Wie könnt Ihr da mir »Halt« gebieten?
Denn wär' dies Zuckerwerk auch bitter,
Süß schmecken würd' es dennoch mir,
Weil ich so argen Hunger habe.

Don Cesar
Mach keinen Lärm!

Mosquito
(streckt die Hand heraus, um nach einer Schachtel zu greifen, und wirft dabei den Tisch um)
        Kann ich dafür,
Daß mich der blöde Tisch verhindert,
Die Tür zu öffnen? Ha, schon hab' ich
Ein Schächtelchen; o wär' es doch
Das Zuckerwerk. (Er sieht nach.) Nein, Handschuh' sind's.
Der Teufel hole sie! Zu oberst,
Zu unterst kehr' ich all den Kram.

Don Cesar
(herauskommend)
Was machst du?

Mosquito
        Lärm.

Don Cesar
                Willst du durchaus
Zugrund mich richten?

Mosquito
(hat das Zuckerwerk entdeckt)
                Essen will ich.
(ihm anbietend)
Eßt auch!

Don Cesar
        Den Hals dir lieber umdrehn;
Denn alles das ist Gift für mich.

Mosquito
Ob man an Gift stirbt, ob an Hunger,
Das kommt ja doch auf eins heraus.

Don Cesar
Du wirst nicht ruhen, bis ich alles
Zerschlag', zerbrach' und niederbrenne
Mit meiner Adern Feuerbrand
Oder mit meiner Augen Wasser
Es überschwemme.

Mosquito
        Gott im Himmel,
Besäßet Ihr nur so viel Feuer
Und weintet Ihr nur so viel Wasser,
Daß wir die Schokolade dran
Uns kochen könnten.

Don Cesar
        Anzuhören
Den abgeschmackten Liebeszank
Von Don Juan und von Lisarda,
Sein fad Gezirp, ihr süßes Schmollen --
Und ich verlor nicht den Verstand!

Mosquito
Was das betrifft, so kann auch ich
Ein Liedchen singen. Hört' ich doch,
Wie der kastanienbraune Hengst
Und meine schwarze Stute mich
In diesem Liebesstall zerstampften.
Mich aber schert nicht, was die reden,
Daß nur aus Mitleid sie mich liebte,
Weil ich ein armer dummer Kerl bin;
Ich esse just, was er gebracht,
Denn das ist meine beste Rache.
Was hätte wohl die Eifersucht
Für Wert, wenn sie das Mahl nicht würzte,
Das von dem anderen bezahlt wird?

Don Cesar
Es scheint mir in der Tat am besten,
Zu warten, bis es wieder dunkelt,
Und dann den Ausgang mir zu bahnen,
Im Notfall mit Gewalt.

Mosquito
        Ja, fändet
Ihr auf der Straße Freund' und Vettern,
Durch eine Nachricht vorbereitet,
Dann wär' das Wagnis halb so groß.

Don Cesar
Nun ja, Mosquito, dich kennt niemand.
Du könntest, da so viele Leute
Treppauf, treppab gehn jetzt im Haus,
Unangefochten draus entschlüpfen.

Mosquito
Zu allem, Herr, bin ich bereit,
Wenn ich nur was zu trinken kriege.

Don Cesar
Du wirst von meiner Lage denen
Berichten, deren Namen ich
Dir nennen werde.

Mosquito
        Immerhin,
Ich fürchte …

Don Cesar
        Was hast du zu fürchten,
Selbst wenn man etwa dich entdeckt?

Mosquito
Hm, brenzlig bleibt's und kitzlig auch.
Jedoch ich muß was für Euch tun,
Und -- Blitz, da kommt mir ein Gedanke :
Ich könnte ja verkleidet gehn.
In diesem Kleid von Beatriz
Wird schwerlich jemand mich erkennen;
Helft mir geschwind, es anzuziehn.

Don Cesar
Man öffnet wieder!

Mosquito
        Einerlei:
Wir haben Nahrung und Bekleidung;
Nun möge kommen, was da will.

(Er nimmt das Kleid und mehrere Schachteln. Beide ab durch die Geheimtür)

Zehnter Auftritt

Lisarda, Beatriz (kommen durch die Mitteltür rechts, die sie aufgeschlossen haben)

Beatriz
Ich schwör' Euch, daß in meinem Leben
So wundervolle Kostbarkeiten
Ich niemals noch beisammen sah.

Lisarda
Ich hab's mir überlegt; es müßt'
Ihn kränken, wollt' ich sie nicht anschaun.
(Sie gehen ins Kabinett)
Was aber ist das für ein Chaos?

Beatriz
Ich wette meinen Kopf, es hat
Die Dame Kobold hier gehaust …
Nur fort; hier ist es nicht geheuer.

Lisarda
Wer trat hier ein und richtete
Dies Durcheinander an?

Beatriz
        Kein Mensch
Könnt' hier herein; war doch die Tür
Verschlossen, und ich hab' den Schlüssel.

Lisarda
Dann ist es deine Schuld allein.
Der Tisch fiel um, weil du die Sachen
Unachtsam draufgestellt.

Beatriz
        Unmöglich.

Lisarda
Wie sonst? Wer dächte dran, hier bloß
Des Spaßes halber einzubrechen?

Beatriz
Ach, nicht bloß darum! Allbarmherz'ger,
Welch Unglück!

Lisarda
        Fehlt etwas?

Beatriz
                Mein Kleid!
Und noch bevor ich's angehabt!

Lisarda
Was für ein Kleid?

Beatriz
(weinend)
        Das für die Hochzeit
Geschenkt mir ward von Don Juan.

Elfter Auftritt

Vorige. Don Diego, Otaniez (durch die Mitteltür rechts. -- Beginnende Dämmerung)

Don Diego
Was ist denn das für ein Rumor??
(Sie gehen ins Kabinett)

Beatriz
Und auch der Schleier!

Don Diego
        Was geschah?
Lisarda
Vor kurzem stellte Beatriz
Hierher, was Don Juan mir schenkte;
Nun finden wir es hier am Boden,
Und auch ein Kleid von ihr ist fort.

Beatriz
Bevor ich's einmal angehabt!

Otaniez
Und hast es doch schon abgelegt.
Ja, niemals wär' dir das begegnet,
War' hier im Haus ein Balken mehr.

Don Diego
Solch kleine Mißlichkeiten sind
Bei Wohnungswechseln unvermeidlich.
Hebt nur, was da herumliegt, auf;
Und du, mein Kind, zieh dich zurück
In dein Gemach; denn in der Zeit,
In der als Unvermählter noch
Dein Vetter unter einem Dach
Hier wohnt mit dir, verlangt die Sitte,
Daß ihr euch möglichst wenig seht.

Lisarda
Ich geh', dir zu gehorchen, Vater,
Und will, damit ich ihn vermeide,
Sogleich zur Ruhe mich begeben.
Komm, Beatriz, und zieh mich aus.

Beatriz
Ach, diese Kunst versteht noch besser
Der Strolch, der mich hat ausgezogen.
(Alle gehen ins Wohnzimmer)

Lisarda
Still deine Tränen; der Verlust
Ist leicht ersetzt. (Leise) Obgleich ich sagte,
Zur Ruh' begeben woll' ich mich,
Bleib' ich doch wach, um festzustellen,
Um welche Stunde Don Juan
Nach Hause kommt.

Beatriz
        O Kümmernis!
Mein Kleid, bevor ich's angehabt!
Den Schlag werd' ich nicht überleben.
(Sie schließt die Mitteltür links auf; beide gehen dort ab)

Zwölfter Auftritt

Don Diego. Otaniez

Otaniez
Hier tummelte sich so viel Volk
Herum, daß mich's nicht wundern soll,
Wenn mehr noch fehlt als das.

Don Diego
                Otaniez,
Ist auch das Zimmer Don Juans
In Ordnung?

Otaniez
(öffnet die Seitentür links)
        Überzeugt Euch selbst.

Don Diego
Gut! Sorg für Lichter; denn es wird
Schon dunkel.
(Otaniez ab durch die Mitteltür rechts. Don Diego allein)
        Welch ein Freudentag
Dies für mich wäre, wenn mein Sohn
Ihn mit uns hätt' erleben dürfen!
Und nicht einmal ist mir vergönnt,
Mich an dem Schändlichen zu rächen,
Der ihn … Wer kommt hier?

Dreizehnter Auftritt

Don Diego. Celia (verschleiert, durch die Mitteltür rechts. -- Zunehmende Dunkelheit)

Celia
                Edler Herr,
Wenn adlige Geburt verpflichtet,
Bedrängter Fraun sich anzunehmen,
O dann verweigert Euren Schutz
Nicht einer Dame, die vertrauend
Ihr Schicksal Euch zu Füßen legt.
Ein Mann, zum Wächter meiner Ehre
Bestimmt von dem barbarischen
Gesetz, das für des Schuldbeladnen
Vergehn die Unschuld büßen läßt,
Verfolgt mich, und mein Leben hängt
Daran, daß er mich nicht erkenne.
Drum, als der Ritter, der Ihr seid,
Sperrt ihm den Weg; denn sonst …

Don Diego
                Kein Wort mehr.
Ein Edelmann fragt keine Frau,
Die seine Hilfe sucht, nach Gründen;
In Drangsal sie zu schaun, genügt.

Ich geh' hinab, ihn aufzuhalten,
Und können's meine Worte nicht,
So kann's mein Degen; denn ich bin
Wie ein Vulkan: zwar außen Schnee,
Doch innen Feuer. Wartet hier;
Ein andrer Raum steht Euch nicht frei.
Denn nebenan wohnt meine Tochter,
Und vorenthalten möcht' ich ihr,
Was in der heut'gen Welt für Dinge
Geschehn.
(Ab Mitteltür rechts)

Celia
(allein)
        Das Wagestück ist mir
So weit gelungen. Geh' auch fürder
Die Liebe Glück mir, wenn sie Glück
Im Vorrat hat. Ob ich es wage,
Mich der geheimen Tür zu nähern?

(Sie tastet umher, um den Eingang ins Kabinett zu finden)

Vierzehnter Auftritt

Celia. (Aus der Geheimtür kommen ins Kabinett) Don Cesar (und) Mosquito (der als Frau verkleidet und verschleiert ist)

Don Cesar
Die günstigste Gelegenheit
Für dich, unmerklich fortzukommen;
Denn dunkel ist es und kein Licht
Noch angesteckt. Ich aber will,
Auch für den schlimmsten Fall gerüstet,
Auf die besprochne Botschaft warten.
Vergiß nicht, wenn du vor das Haus
Mit den bewaffneten Getreuen
Zurückkehrst, den Pistolenschuß
Als Zeichen, daß ich ohne Scheu
Zu euch hinuntereilen kann.

Mosquito
Gott möge mich geleiten. Amen.
(Er geht ins Wohnzimmer)

Celia
(für sich)
Was für ein Wesen naht sich mir?

Mosquito
(für sich)
Was für ein Wesen steht im Weg?

Celia
(für sich)
Ich wage Cesar nicht zu rufen,
Bevor sich die Gestalt verzieht.
(Sie weichen einander aus)

Mosquito
(für sich)
Der Mensch bemerkt mich nicht; sonst wär' er
Nicht stumm.

Celia
(für sich)
        O wär' der Mensch doch fort!
(Sie verkriecht sich in eine Ecke)

Mosquito
(für sich)
Wenn ich doch nur die Türe fände!

Fünfzehnter Auftritt

Celia. Mosquito. Don Diego (durch die Mitteltür rechts)

Don Diego
(zu Mosquito, den er für Celia hält)
Herrin, das Feld ist rein für Euch;
Denn in der ganzen Straße sucht' ich
Den Mann, der Euch verfolgt, umsonst.

Mosquito
(mit verstellter Stimme)
Wie gnädig Euer Gnaden sind!

Don Diego
Er birgt sich auch in keinem Haustor.

Mosquito
Das ist mir überaus erfreulich.
(für sich)
Wenn's Engel gibt mit grauen Haaren,
Ist das gewiß mein Schutzpatron.

Don Diego
Kommt mit mir, daß ich Euch begleite,
Wohin Ihr wollt.

Mosquito
        Höchst angenehm.

Don Diego
Ich bitt' um Euren Arm.

Mosquito
        Hier ist er.

Sechzehnter Auftritt

Celia. (Dann) Don Cesar

Celia
(allein; hervorkommend)
Sie gingen weg, die hier gesprochen;
Wovon sie sprachen, hört' ich nicht.
Nun fass' ich mir ein Herz und gehe
Gradaus an die bewußte Tür.
(Sie geht ins Kabinett und klopft an die Geheimtür)
Cesar!

Don Cesar
        Weshalb kommst du zurück,
Mosquito?

Celia
        Nicht Mosquito bin ich,
Don Cesar.

Don Cesar
(den Degen ziehend)
        Nicht? Wer sonst?

Celia
                Halt ein!
Erschrick nicht; ich bin Celia!

Don Cesar
Ist's möglich? Celia!

Celia
        Wer hätte
Das Äußerste für dich gewagt
Aus Liebe, wenn nicht Celia?
Höchst unfreiwillig ließ ich gestern
Dich eingeschlossen hier zurück,
Und heute früh schickt' ich Inés,
Um diesen Schlüssel dir zu bringen,
Der freie Bahn dir schaffen sollte.
Doch traf sie hier die Obrigkeit;
Und wie sie später wiederkam,
Fand sie nach dieser kurzen Frist
Das Haus an deinen Feind vermietet!
Wann freilich hätt' ein Unglück je
Viel Zeit gebraucht? Sie traute sich
Drum nicht, hereinzugehn. Ich aber,
Dich in so böser Klemme wissend,
Obwohl in meines Oheims Haus
Man mich bewacht mit Argusaugen,
Bin draus entwischt, gleichviel, wieso.
Genug, daß durch Erfindungsgeist
Ich diesen nämlichen Don Diego
Bewog, mich freundlichst einzulassen.
Doch ist hier meines Bleibens nicht.
Da, nimm den Schlüssel, daß er dir
Bei Nacht hinaushilft, und leb wohl.
Denn findet mich Don Diego nicht,
Wenn er zurückkehrt an der Stelle,
Wo er mich ließ, schöpft er Verdacht.

Don Cesar
Hör noch …

Celia
        Unmöglich; denn man kommt.
Versteck dich; riegle zu von innen.

Don Cesar
Du gute Celia, wieviel
Verdank' ich dir! Ach, könnt' ich doch
Durch Liebe dir dies alles lohnen.
(Ab durch die Geheimtür)

Celia
(will ins Wohnzimmer gehen, sieht die Eintretenden)
O weh, nun ist er nicht allein.
(Sie bleibt an der Tür zum Wohnzimmer abwartend stehen.

Siebzehnter Auftritt

Celia. (Durch die Mitteltür rechts kommen) Don Diego, Don Juan (und) Otaniez (der einige Lichter trägt)

Don Diego
Kurzum, die Dame wollte nicht
Mich weiter zur Begleitung haben
Als bis zur Straßenecke.

Don Juan
        Seltsam.

Don Diego
Noch einmal heiß' ich, Don Juan,
Willkommen Euch in diesem Haus,
Das Ihr nun teilen sollt mit mir.

Don Juan
Ich preise mich drum glücklich, Oheim.

Don Diego
Otaniez, leuchte meinem Neffen
In sein Gemach. Der Tag war mühsam;
Drum gute Nacht.

(Ab durch die Mitteltür rechts, bis zu der ihn Don Juan begleitet)

Celia
(für sich)
        Wie das? Don Diego
Geht schlafen, ohne dran zu denken,
Daß er da drinnen mich zurückließ?
Wahrscheinlich nimmt er an, ich sei
Vor seiner Rückkehr fortgegangen.

Don Juan
(zu Otaniez)
Ich will besonders zeitig heute
Zu Bette gehn, damit Lisarda
Nicht wieder schmollt.

Celia
(für sich)
        Es ist schon spät;
Man wird zu Hause mich vermissen.
Was aber tun, solang den Weg
Mir meines Bruders Freund versperrt?

Achtzehnter Auftritt

Celia. Don Juan. Otaniez. Castanio (durch die Mitteltür rechts. Dann) Don Felix

Castanio
Herr, draußen ist ein Freund von Euch,
Der dringend Euch zu sprechen wünscht.

Don Juan
Zu dieser Stunde? Führ ihn her.

Castanio
(öffnet die Tür)
Mein Herr läßt bitten.

Don Felix
(durch die Mitteltür rechts)
        Teuerster …

Celia
(für sich)
Weh mir, mein Bruder!

Don Felix
        Ohne Zeugen
Hab' ich mit Euch zu reden.
Don Juan
(zu den Dienern)
                Geht!

(Otaniez, Castanio ab Mitteltür rechts)

Neunzehnter Auftritt

Celia. Don Juan. Don Felix

Celia
(für sich)
O furchtbar! Was beginn' ich nun?
Fort kann ich nicht; es bleibt nichts übrig,
Als hier verborgen mich zu halten.

Don Juan
Wir sind allein. Was habt Ihr? Sprecht!

Don Felix
Ich kann nicht!

Don Juan
        Ihr seid außer Euch.
Kommt mit in jenes Kabinett
Und setzt Euch dort behaglich nieder.

Celia
(für sich)
Wenn er mich sieht, ist alles aus!

Don Felix
Nein, dazu hab' ich keine Ruh'.
Hört an; ich werde kurz mich fassen:
Wie fest wir zwei verbunden
In Freundschaft sind, kann dieses Haus bekunden,
Dies Haus, in dem, verfolgt vom Schicksalsfluche,
Ihr gestern mich gesucht, ich heut' Euch suche,
Weil wir vertauschten in dem einen Tage
Nicht nur die Wohnung, sondern auch die Plage!
Doch fast verstößt es wider gute Sitten,
So schnell Euch um den Gegendienst zu bitten.

Don Juan
Zu jedem Dienste seht Ihr mich bereit.

Don Felix
Ihr habt vermutlich in der Zwischenzeit
Dem Mörder Eures Vetters nachgespürt,
Und wenn die Spur Euch an das Ziel geführt,
Weist mir den Weg zu ihm; denn ihn zu töten,
Ist mehr für mich nun als für Euch vonnöten.

Don Juan
Was hat sich denn begeben mittlerweile,
Das Euch so spät noch spornt zu solcher Eile?

Don Felix
Die Zunge sträubt sich, meine Schmach zu nennen.

Don Juan
Schmach?

Don Felix
        Ja.

Don Juan
                Dem Freunde dürft Ihr sie bekennen.

Don Felix
So wißt, wenngleich die Stimme mir versagt …

Don Juan
Nun?

Don Felix
Ich, Gott sei's geklagt,
Hab' eine Schwester, die ein Dämon ist
An Leichtsinn, Wildheit, Störrigkeit und List.
Sie war es, deren Streiche
Mich heimwärts riefen aus dem Kriegsbereiche,
Und wieviel übler dran
Ist doch ein Bruder als ein Ehemann,
Da man, um diesem Amte zu genügen,
Nur Sorgen hat und keinerlei Vergnügen!
Ein eifersüchtiger Gatte kann zuzeiten
Betäuben seine Qual mit Zärtlichkeiten;
Doch einem Bruder, der die Schwester hütet,
Wird sein tagtäglich Kreuz durch nichts vergütet.
Kurz, gestern abend bracht' ich Celia
In unsres Oheims Haus, und was geschah?
Heut ging sie fort und tat, als ob -- o Lüge! --
Sie nur zu einer Freundin sich verfüge;
Doch wie wir nach ihr schicken,
Ist nicht sie bei der Freundin zu erblicken,
Und die gesteht mit Bangen,
Sie sei von ihr verschleiert weggegangen.
Ihr fragt, was das mit Cesar hat zu tun?
Der Zweikampf, das hab' ich erkundet nun,
Worin ihm Euer Vetter ist erlegen,
War einzig ihretwegen,
Und wenn sie heut verschwand,
Liegt wohl, daß er der Grund ist, auf der Hand.
Drum also gilt's für Euch wie mich, zu rächen
Sein doppeltes Verbrechen.
Laßt uns nicht ruhn, bevor wir ihn entdecken
Und ihn zu Boden strecken.

Don Juan
Ich folg' Euch, wenn auch jetzt in dunkler Nacht
Wir kaum ihn finden.
(Er öffnet die Mitteltür rechts, ruft hinaus)
        Heda, haltet Wacht!

Sperrt bis zu meiner Rückkehr diese Tür:
Kein Mensch darf durch; ihr haftet mir dafür!
(Beide ab durch die Mitteltür rechts, die von außen abgeschlossen wird)

Celia
(allein)
O Himmel, gibt's noch größre Zahl
Von Ängsten, Foltern, Marterungen,
Als die sich gegen mich verschwören?
Was fang' ich an?

Zwanzigster Auftritt

Celia. Lisarda, Beatriz (kommen in Nachtkleidern durch die Mitteltür links)

Lisarda
        Wie, Beatriz?
Ist das auch sicher?

Beatriz
        Allerdings.
Lisarda
Daß Don Juan noch einmal ausging
Zu dieser mitternächt'gen Zeit?

Beatriz
Jawohl.

Celia
(für sich)
Was zögr' ich noch? Ich muß
Versuchen, aus der argen Schlinge
Mich zu befrein.
(Sie tritt ins Wohnzimmer, sieht die beiden)
        O weh!

Lisarda
(sie entdeckend)
                Schau dort!
Beatriz
Warum erschreckt Ihr so?

Lisarda
(geht auf Celia zu)
Wer bist du?

Celia
Ein Weib.

Lisarda
        Wer ist's, den du hier suchst?

Celia
Ein Mann.

Lisarda
        Herunter mit dem Schleier!

Celia
Nein!

Beatriz
(schreiend)
Ha, das ist sie!

Lisarda
(zu Beatriz)
        Schrei nicht so!

Beatriz
Das ist sie, die mein Kleid mir stahl.
(Celia entflieht durch die Seitentür links)

Lisarda
Sie läuft ins Zimmer Don Juans!
Nun ist's erwiesen; er betrügt mich!

Beatriz
Folgt ihr nicht nach, bevor Ihr Leute
Zusammenruft.

Lisarda
        Was ahnst denn du
Von Eifersucht? Nimm dieses Licht!
Sie fassen muß ich und entlarven.
(Beide ab durch die Seitentür links)

Einundzwanzigster Auftritt

Don Cesar (kommt durch die Geheimtür)

Don Cesar
(allein)
Im Haus ist alles still geworden.
Kein Laut. Mit Hilfe dieses Schlüssels
Kann ich den Weg mir endlich bahnen.
Weshalb so linkisch nun, ihr Füße?
Das Unglück schleicht mit Diebesschritten;
Folgt seinem Beispiel.
(Er ist ins Wohnzimmer gekommen)
        Da die Tür.

Unsel'ge Wirrungen, fahrt wohl!
Genieß dein Liebesglück, Lisarda,
Wenn ich's nur nicht mit ansehn muß.

(Während er die Mitteltür rechts zu öffnen sucht, tritt ihm Don Juan von dort entgegen)

Zweiundzwanzigster Auftritt

Don Cesar. Don Juan. (durch die Mitteltür rechts)

Don Juan
Wer da?

Don Cesar
        Verwünscht!

Don Juan
                Wer ist's?

Don Cesar
Ein Mann.

Don Juan
Was für ein Mann hat nachts hier etwas
Zu schaffen?

Don Cesar
        Einer, der zum Trotz
Der ganzen Welt sich ungehindert
Und unerkannt entfernen will.

Don Juan
Das möcht' ihm glücken, hätt' er nicht
Die Rechnung ohne mich gemacht.

Dreiundzwanzigster Auftritt

Vorige. Celia (kommt durch die Seitentür links zurück, von) Lisarda (verfolgt; hinter ihnen) Beatriz

Lisarda
Es half dir nichts, daß hinterm Bette
Du dich verkrochst. Ich will, ich muß
Dir ins Gesicht sehn!

Celia
(zurückweichend)
        Nimmermehr!

Don Cesar
(zu Don Juan)
Wie wollt Ihr mich dran hindern?

Don Juan
(den Degen ziehend)
                So!

Lisarda
(zu Celia)
Wie kannst du mir's verwehren?

Celia
(Das Licht ausblasend)
                So!

(Sie bläst auch die übrigen Lichter aus. Don Juan und Don Cesar fechten miteinander)

Beatriz
Geklirr von Degen! Ich entweiche.
(Ab Mitteltür links)

Don Cesar
(für sich)
Das Haus in Aufruhr! Schnell zurück
Zu meinem heimlichen Asyl!
(Er eilt ins Kabinett)

Lisarda
(ruft)
Bringt Lichter!

Celia
(für sich)
        Keine Rettung sonst,
Als wieder mich verbergen.
(Sie eilt ins Kabinett)

Don Juan
                Schurke,
Weichst du mir aus?

Lisarda
        Wo steckst du, Diebin?

Don Juan
He, Licht!

Lisarda
        Hört niemand?

Don Cesar
(im Kabinett)
                Wer da?

Celia
                        Cesar?
Don Cesar
Komm, Celia; dort bist du sicher.
(Beide ab durch die Geheimtür)

Don Juan
(dringt auf Lisarda ein)
Hab' ich dich, Bube?

Lisarda
        Don Juan,
Erstechen willst du deine Braut?
(Diener bringen Lichter)

Don Juan
(sich umsehend)
Wo kam der Mann hin?

Lisarda
(ebenso)
        Wo das Weib?

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