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Das Seidene Buch

Otto Julius Bierbaum: Das Seidene Buch - Kapitel 87
Quellenangabe
typepoem
authorOtto Julius Bierbaum
firstpub1904
year1904
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
addressStuttgart und Leipzig
titleDas Seidene Buch
pages3-10
created20060125
sendergerd.bouillon
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Die Nacht

                    Nun will es Abend werden;
Der rote Himmelsstrich,
Den Eros mit dem Pfeilgefieder
Gemalt zu haben schien, verblich.

Es überbräunt sich leis der Wald;
Die zarten Birkenstämmchen blinken
Nur graulich silbern noch; es ließ
Der Tag die goldene Krone sinken.

Schnell hebt die neidische Nacht sie auf;
Doch ihre kalten Hände eisen
Das Gold zu Silber; durch das Schwarz
Endlosen Raums hebt's an, zu gleißen.

Da rauscht sie feuchteschwer heran.

Von schwarzem Riesenschwangespann
Wird durch das Luftmeer sie getragen.
Sie lehnt in breitem Muschelwagen.

Erst hält sie, still, am Horizont,
Der purpurglüh sich ausgesonnt.
Dann breitet seinen Fittich weit
Der schwarze Schwan, schwimmflugbereit.
Und ihre Arme hebt die Nacht . . .

Das All ist dunkelüberdacht.

Nur noch das Schwanensittichwehn,
Das Brüsteaufundniedergehn
Der stummen Riesin hört die Welt,
Die müdebang den Atem hält.

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