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Das Seidene Buch

Otto Julius Bierbaum: Das Seidene Buch - Kapitel 7
Quellenangabe
typepoem
authorOtto Julius Bierbaum
firstpub1904
year1904
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
addressStuttgart und Leipzig
titleDas Seidene Buch
pages3-10
created20060125
sendergerd.bouillon
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Ritter, Narren, Schäfer und allerhand Verliebte

Ritter rät dem Knappen dies

        Sitz im Sattel, reite,
Reite auf die Freite,
Freie dir die Fee der Freien,
Freie sie im milden Maien;
Mit Narzissen in den Händen
Geh ihr nah, doch an der Lenden
Schwebe dir dein Schwert.

Sprich zu ihr: Madleine,
Rose, Rose, reine,
Willst du dich mir freundlich neigen?
Willst du mir den Himmel zeigen?
Und sie wird die Blicke senken,
Wird dir alle Himmel schenken.
Nimm sie auf dein Pferd.

Sitz im Sattel, sause,
Reit mit ihr nach Hause;
Zwischen seidenbunten Decken
Sollst du dir dein Glück verstecken.
Alle Tore zugeschlossen!
Dämmergold ist ausgegossen
Über euern Herd.

Lied des Knappen

        Das ist mein schlankes, blankes,
Mein gutes grades Schwert,
Das halt' ich lieb wie eine Braut
Und über alles wert.

Das soll mir dich gewinnen,
Du Garten dieser Welt,
In dem die rote Blume Glück
Den Kelch mir offen hält.

Das soll mir dich gewinnen,
Die ganz im Glanze steht,
Du Blanke, Schlanke, Schöne, der
Mein Stolz entgegengeht.

Der Pfingstjunker

            Den Maien führ ich an meiner Hand,
Den Degen an der Seiten,
Pfingstjunker bin ich zubenannt
Und will in das gelobte Land
Auf einem Schimmel reiten.

Auf einem Schimmel blührieselweiß
Mit seidenen Schabracken.
Der Mai ihn wohl zu führen weiß
Mit einem Apfelblütenreis.
Stolz trägt er seinen Nacken.

Doch nicht allein ich reiten mag,
Mag nicht alleine reiten,
Mich soll durch Tag und Nacht und Tag,
Mich soll durch Feld und Wald und Hag
Ein Mädel jung begleiten.

Ein Mädel jung, das soll mit mir
Auf meinem Schimmel schacken.
Hui da, du helle Maienzier!
Durchs Grüne galoppieren wir,
Der Wind bläht die Schabracken.

Nun gehe, Mai, und klopfe an,
Wo liebe Mädel hausen,
Und sag, ich bin ein rischer Mann,
Der seinen Schimmel reiten kann
Und im Galoppe sausen.

Führ her zu mir an deiner Hand,
Die lieb mich will begleiten.
Der Schimmel scharrt schon in den Sand,
Ich muß in das gelobte Land
Mit einer Holden reiten.

Michel mit der Lanze

        Michel mit der Lanze
Reitet durch den lichten Hain.

Michel, was träumst du?

»Freitraud im Rosenkranze
Tanzt ganz allein.
Freitraud hat goldene Haare,
So, so, so fein.
Freitraud hat Augen klare,
Wie Sonnenschein.
Ich möchte Freitraud küssen,
Und 's kann nicht sein.«

Michel mit der Lanze
Reitet durch den dunkeln Tann.

Michel, was träumst du?

»Kann ich nicht sein beim Tanze,
Was tu ich dann?
Ich such' mir einen Drachen,
Den geh' ich an.
Will ihm den Garaus machen,
Recht als ein Mann.
Will zeigen, daß ich fechten
Und siegen kann.«

Des armen Narren Brummständchen

( Präludium auf der Maultrommel ad libitum )
 

    Hätt ich Geld, ich wüßte wohl,
Was ich tät genau:
Hätt ich Geld, ich nähme dich
Augenblicks zur Frau,
Nähme dich und schleppte dich
In den Liebesbau,
Den ich baute, – hätt ich Geld.
Hätt ich Geld, ach, hätt ich Geld,
Wärst du meine Frau.

Hätt ich Geld, ich wärmte dir
Wohl ein Nesterl aus,
Hätt ich Geld: bums in der Falle
Säße meine Maus,
Nimmer ließ ich, nimmer sie,
Nimmer sie heraus
Aus der Falle, – hätt ich Geld,
Hätt ich Geld, ach, hätt ich Geld,
Meine liebe Maus.

Hab kein Geld. Was ist denn das,
So ein Kassenschein?
Hab kein Geld. Ja Phantasie,
Phantasie ist mein.
Güter hab ich auf dem Mond
Und im Herzen dein.
Leise brumm' ich: hätt ich Geld,
Hätt ich Geld, ach, hätt ich Geld,
Wär das Mädel mein.

Des Narren Regenlied

      Regenöde, regenöde
Himmel, Land und See;
Alle Lust ist Last geworden,
Und das Herz tut weh.

Graugespinstig hält ein Nebel
Alles Sein in Haft,
Weher Mut weint in die Weiten,
Krank ist jede Kraft.

Die Prinzessin sitzt im Turme;
Ihre Harfe klingt,
Und ich hör, wie ihre Seele
Müde Sehnsucht singt.

Regenöde, regenöde
Himmel, Land und See;
Alle Lust ist Last geworden,
Und das Herz tut weh.

Des Narren Nachtlied

        In der Nacht, in der Nacht, heidideldumdei!
Sing, sing, süße Geige, und lache, Schalmei!
In der Nacht gibt's Wunderwerk mancherlei.
Wollt ihr eins hören?

O Sterne, o Stille, o mondliche Pracht!
Wer hat in den tieftiefen Wald mich gebracht?
An den schwarzen See in der schaurigen Nacht?
Kalt wehen die Winde.

Krank bin ich und müde, und hier steh ich nackt.
Zwei Arme haben mich rauh gepackt;
Es hämmern die Spechte in gräßlichem Takt.
Da lieg ich am Boden.

Zwei Männer in Larven sind über mir her.
Sie graben mich ein. Die Erde ist schwer.
Des Windes Wehen hör ich nicht mehr.
Allalles ist stille.

Der Narren Herbstlied

    Bunt wie mein Mantel und Kleid
Wird nun die Welt, o weh.
Lacht mir das Herz im Leib,
Wie ich das seh.

Einst war ich jung und frisch,
Eija, da war ich grün,
Grün wie die Weide, daran
Maikätzchen blühn.

Dann kam die Zeit, die schnitt
Falten ums Maul mir schief.
Grinsen lernte ich da
Und weinte tief.

Trug bald ein bunt Gewand,
Schuppen und Schellen daran,
Wehe, es klirrt, wenn ich spring,
Ich alter Mann.

Holla, ein bunter Narr!
Holla, ein Klimperkleid!
Holla, die Welt wird bunt,
Und ich gescheit.

Laßt mich nun schlafen gehn,
Legt mich ins Grab hinein!
Über ein Kleines, ach,
Wird Frühling sein.

Der melancholische Narr

                    Aus einer jungen Linde hab
Geschnitzt ich meinen Narrenstab;
Mein eigner Schädel wackelt drauf
Zwischen Schellen und Bändern als bunter Knauf.
Lacht er?
Küß mich, küß mich, Klingelstock mein,
Sei mein Lieb, und ich bin dein.
Ach, ich armer Narre!

Pst, pst, der Junker Lenz ist drauß,
Die ganze Welt sieht blühsam aus.
Du, Schellenschädel, rühr dich, sag:
Lacht er uns auch, der Frühlingstag?
Er schüttelt.
Küß mich, küß mich, Klingelstock mein,
Sei mein Lieb, und ich bin dein.
Ach, ich armer Narre!

Weg! Alle Fenster dichte zu!
Wir zwei alleine, ich und du,
Wir wissen doch das Glück gewiß;
Du, glöckle in der Finsternis
Und grinse!
Küß mich, küß mich, Klingelstock mein,
Sei mein Lieb, und ich bin dein.
Ach, ich armer Narre!

Das Herz in der Linde Das ausschließliche Recht zur Komposition besitzt Herr Oscar Straus.

( Des Narren Abschied)
 

      Mich hat das Leben abgerauft,
      O weh,
Drum hab ich einen Strick gekauft,
      Juchhe.
Daran will ich mich hängen
In diesen Laubengängen.
Pfütigott, schöne Welt, ade.

Die Linde hier, die soll es sein,
      Juchhe!
Einst schnitt ich ihr ein Herze ein,
      O weh!
Ein Herz und einen Namen;
Lebt wohl ihr holden Damen;
Pfütigott, schöne Welt, ade.

Die Lindenblüten duften süß,
      O weh!
Sie lachte, als sie mich verließ,
      Juchhe!
Mein Herz in dieser Rinden
Ist nicht mehr aufzufinden.
Pfütigott, schöne Welt, ade.

Vernarbt mein Herz in deinen Bast,
      O weh!
Nun nimm mich auf als deinen Gast,
      Juchhe!
Es ist der Liebe Flamme
Begraben in dem Stamme.
Pfütigott, schöne Welt, ade!

Sankt Jörg

        Ich bin Sankt Jörg,
Steh auf dem Berg,
Steh auf der Wache.
Schlug ich auch tot
Den Wurm der Not:
Der alte Drache
Ließ junge Brut,
Die nimmer ruht;
Sie schleicht im Tale.
Ich bin bereit
Und führ den Streit
Zum andern Male.

Arie des Schäfers

      Traurig war ich, ach so sehr,
Und viel Tränen sind geflossen.
Klagen hab ich hin und her
In die leere Luft gestöhnt –
Ach so sehr!
Nur das Echo hat gehöhnt;
Niemand nahte, mich zu trösten,
Und mein Herz blieb unversöhnt,
Kummerschwer und freudeleer.

Da kam heut ein schöner Tag,
Sonne kam und trieb die Wolken,
Sah mich, der ich müde lag,
Mit verliebten Augen an.
Schöner Tag!
Und ich wurde wieder Mann,
Blies auf meiner lieben Flöte,
Sang mir dieses Liedchen dann,
Das mein Mädchen hören mag.

Gavotte des Verliebten

        Wie ging ich durch mein Leben hin?
An einem roten Bande;
Dran führte mich meine Königin
Durch lauter selige Lande.
Bald auf, bald ab, bald quer, bald krumm,
Mal rechtsherum, mal linksherum,
Doch stets am Liebesbande.

So war ich Knecht mein Leben lang?
Der Knecht am roten Bande?
O nein: es war ein Königsgang
Durch unterworfene Lande;
Ein Königsgang, ein Königstanz,
In freier Kraft durch Glück und Glanz
Am roten Liebesbande.

Ländler des Verliebten

Mein Mädel hält 's Bändel,
So lauf ich durchs Ländel
Hurr her und hurr hin;
Verbotene Wege,
Verwachsene Stege,
Nichts hemmt unsern Sinn,
Und starren Verhäge:
Hupp drüber und drin!
Mein Mädel hält 's Bändel,
Wir laufen durchs Ländel
Hurr her und hurr hin.

Durch Wälder und Wiesen,
Es gibt kein Verdrießen,
Wie schön ist die Welt!
Ich küss' ihr das Händel,
Ich küsse das Bändel,
An dem sie mich hält.
Das ist ein Getändel,
Wie mir es gefällt.
Durch Wälder und Wiesen,
Es gibt kein Verdrießen,
Wie schön ist die Welt!

Mein Mädel hält 's Bändel,
Wir tanzen durchs Ländel
Hurr her und hurr hin;
Sprung, Reihen und Wende!
O gütige Hände,
Wie selig ich bin!
Es klingt bis ans Ende
Der fröhliche Sinn:
Mein Mädel hält 's Bändel,
Wir tanzen durchs Ländel
Hurr her und hurr hin.

Der Verliebte berichtet von einem himmlischen Abenteuer:

        Heut nacht war ich ein Reiter
Und ritt Galopp, hussa,
Tausend Meilen und noch weiter,
Als ich ein Wunder sah.
Was sah ich? Eine Leiter,
Die stand im freien Felde da
Und ging bis in den Himmel.

Vom Pferd herabgeschwungen
Und Spross auf Sprosse hinauf.
Vom Himmel hat's gesungen:
Komm schnell, komm, komm! Herauf!
Da hab' ich übersprungen
Viel Sprossen schnell im heißen Lauf
Und stieg bis in den Himmel.

Da, auf der höchsten Sprossen,
Im blauen Blumenkleid,
Von lauter Licht umgossen,
Ein Engel stand bereit.
Den hab ich unverdrossen
Geküßt die halbe Ewigkeit.
Es küßt sich gut im Himmel.

Da kam ein plötzlich Lachen
Von meines Engels Mund:
»O, o, was heiße Sachen!
Er treibt es mir zu bunt!«
Es tät die Leiter krachen,
Und ich saß unten auf dem Grund
Und war nicht mehr im Himmel.

Doch neben mir zur Seite
Der liebe Engel stand
Im blauen Blumenkleide
Und gab mir seine Hand.
O süße Augenweide:
Da hab ich sie erkannt
Und war erst recht im Himmel.

Von Engeln ein Gewimmel
Hat hell mich ausgelacht,
Gekicher und Gebimmel –
Ihr Engel, gute Nacht.
Wir ha'm auf einem Schimmel,
Kuß, hussa, Kuß, uns aufgemacht
Direkt in unsern Himmel.

Auszählvers für Verliebte

Pumpeldipum,
Prinz Amor geht um,
Vorm Aug eine Binden,
Kann doch jede finden.
Hat die Rosenhecken
Geplündert und Stecken
Aus Rosenzweigen gemacht mit Spitzen,
Die nun in den Herzen der Mädchen sitzen.
Rum . . pum . . pum.

Stiller Zwiegesang

Er:
            Hinter dem Vorhang am Spiegel vorm Bett
Steht meine Liebste und steckt sich die Haare,
Steht meine Liebste und schmückt sich für mich.

Komm doch, o komm doch, mein einziges Mädchen,
Oder ich springe zu dir in die Kammer;
Komm, o du Liebliche, laß mich nicht warten:

Mit einem Sprunge bin ich im Fenster
Hinter dem Vorhang am Spiegel vorm Bett.

Sie:
Draußen im Winde am Baum hinterm Zaun
Wartet mein Liebster mit klopfendem Herzen,
Wartet mein Liebster mit Küssen auf mich.

Wart noch ein Weilchen am Baum hinterm Zaune;
Noch eine Rose ins Haar, eine rote,
Will ich mir stecken, für dich eine Rose:

Gleich dann, gleich komm ich und küß dich im Winde,
Draußen im Winde am Baum hinterm Zaun.

Schlagende Herzen

        Über Wiesen und Felder ein Knabe ging;
Kling-klang schlug ihm das Herz,
Es glänzt ihm am Finger von Golde ein Ring,
Kling-klang schlug ihm das Herz.
»O Wiesen, o Felder,
Wie seid ihr schön!
O Berge, o Wälder,
Wie seid ihr schön!
Wie bist du gut, wie bist du schön,
Du goldene Sonne in Himmelshöhn!«
Kling-klang schlug ihm das Herz.

Schnell eilte der Knabe mit fröhlichem Schritt,
Kling-klang schlug ihm das Herz.
Nahm manche lachende Blume mit.
Kling-klang schlug ihm das Herz.
Ȇber Wiesen und Felder
Weht Frühlingswind,
Über Berge und Wälder
Weht Frühlingswind.
Im Herzen mir innen weht Frühlingswind,
Der treibt zu dir mich leise, lind!«
Kling-klang schlug ihm das Herz.

Zwischen Wiesen und Feldern ein Mädel stand,
Kling-klang schlug ihr das Herz,
Hielt über die Augen zum Schauen die Hand,
Kling-klang schlug ihr das Herz.
Ȇber Wiesen und Felder
Schnell kommt er her.
Über Berge und Wälder
Schnell kommt er her.
Zu mir, zu mir schnell kommt er her!
O, wenn er bei mir nur, bei mir schon wär'!«
Kling-klang schlug ihr das Herz.

Die Vereinten

    Zwischen Dornen ging der Weg,
Und wir haben Blut gelassen,
Dafür wollen wir uns jetzt
Fröhlich bei den Händen fassen,
Tief uns in die Augen sehn,
Heiter, ruhig, fühlend gehn,
Wie auf Paradieses Wiesen:
Denn wir lernten uns genießen,
Und wir lernten uns verstehn.

Eheduett

Er:
      Du und ich, wir zwei beiden,
Wir wissen, was Leiden,
Wir wissen, was Lieben und Leiden heißt.
Wir haben's erfahren:
Mit Haut und mit Haaren
Hätte gern uns die Liebe der andern verspeist.
Sie:
Nun wir uns gerettet,
Nun wir uns gebettet
In Ruhe weitab vom Gelärme der Welt,
Nun wollen wir warten
Den blühenden Garten,
Den Lieben und Lachen in Früchten erhält.

Ehemann am Herde

    Das Glück weht zwei zusammen,
Der weiche, warme Wind,
Daß wie des Herdes Flammen
Sie gluteneinig sind.

Die Stürme heulen im Schlote;
Laß heulen den gieren Braus!
Herdfeuer glimmt, das rote,
Und nimmer löscht es aus.

Die Geborgenen

    Draußen, draußen,
Draußen auf der Straße
Ist der Krieg.
Raufend liegen wild sich
In frisierten Haaren
Wohlerzogene Gentlemen
Räuber und Korsaren,
Glatte Amazonen
Mit geschminkten Backen
Knieen augenfunkelnd
Auf besiegten Nacken,
Und der Beutebeutel ist der Sieg.

Innen, innen,
Innen in der Stube,
Da ist's still,
Zwischen meinen Wänden,
Meinen bunten vieren,
Geh ich mit dem Glücke
Arm in Arm spazieren,
Nehme auch zuweilen
Auf den Schoß die Dame,
Während ich in alten
Raschelsträußen krame;
Komm herein zu mir, wer Frieden will!

Goldene Hochzeit

Er:
                      Was hat mir Frieden gebracht,
Mein Leben eingehürdet?
Was hat mich froh gemacht,
Mein Herz unrastentbürdet?
Was hat meinen Herbst, meinen harten Herbst
Zu hellem Lenz gelichtet?
Was hat meines Lebens keuchenden Kampf
Zum leisen Lied gedichtet?
Das hat dein hold reich Herz getan
Und deine süßen Augen, die
Mein Leben übersonnten.
Sieh, sieh mich mit den Augen an,
Die solche Wunder konnten!
Sie:
Was hat mich stolz gemacht,
Meinem Leben Stand gegeben?
Daß ich bei Tag und Nacht
Für dich, dich durfte leben!
Was hat mein Herz, mein ängstliches Herz
Mit fröhlicher Kraft umschmeidet?
Was hat mich alte, schwache Frau
Bis heute froh begleitet?
Das taten die starken Hände dein
Und deine guten Augen, die
Aus Liebe stumm mir dankten.
Schließ mich in deine Arme ein,
Die mich mit Glück umrankten!
Beide:
Es kommt die Nacht, es nahet an
Mit leisem Schritt der bleiche Mann,
Der keinen je vergißt.
Wir nehmen beid ihn an der Hand:
Führ uns, o Tod, in jenes Land,
Wo unsres Kindes Seele ist.
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