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Das Seidene Buch

Otto Julius Bierbaum: Das Seidene Buch - Kapitel 176
Quellenangabe
typepoem
authorOtto Julius Bierbaum
firstpub1904
year1904
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
addressStuttgart und Leipzig
titleDas Seidene Buch
pages3-10
created20060125
sendergerd.bouillon
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Aussicht in den Garten

      Liegt ein Buch am Fensterbrette,
Aber keiner liest darin,
Denn es locken Blumenbeete
Frei ins Freie Blick und Sinn.

Anfangs ging ich brav und weise
Seitenzeilen hin und her,
Daß ich nach Gebot und Fleiße
Recht ein Weisheitswandrer wär,

Aber, ach, die Blumen standen
Allzu nahe nebenbei,
Und die leichten Blicke fanden,
Daß es draußen schöner sei,

Wo die weiten Wiesen wogen,
Wo die schwanken Büsche stehn,
Wo in himmelhohen Bogen
Leichte, weiße Wolken gehn,

Wo der Bäume Wipfel leise
Sich im Winde neigen. – Nein,
Heute mag ein andrer weise
Und ein Bücherleser sein.

Wenn es regnet, wenn es schauert,
Bin, o Buch, ich wieder da,
Doch solang schön Wetter dauert,
Lockt mich keine Kabbala.

Bleibe nur am Fensterbrette!
Weisheit, lüfte dich heut aus!
Ich geh in die Blumenbeete,
Hol noch einen Blumenstrauß.

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