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Das Seidene Buch

Otto Julius Bierbaum: Das Seidene Buch - Kapitel 149
Quellenangabe
typepoem
authorOtto Julius Bierbaum
firstpub1904
year1904
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
addressStuttgart und Leipzig
titleDas Seidene Buch
pages3-10
created20060125
sendergerd.bouillon
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Hans im Gehäuse

      Ach, daß mein Herz noch einmal beben könnte
In dieser ungestümen Seligkeit,
Daß ich das Glück noch einmal leben könnte
Der unbedachten Hingegebenheit.

Als ich mein Leben auf zwei Augen setzte,
In denen ich die Himmel leuchten sah,
Als ich Verstand wie einen Strohwisch schätzte,
Wie war ich Narr, wie war ich König da.

Heut weiß ich viel und bin so voll Verstande,
Daß Wahn und Glück mir gleich verboten sind;
Mein Leben rinnt kalt und bedacht im Sande,
Und meine Augen sind den Himmeln blind.

Ich gäbe viel um jene Torennächte,
Da in die Kissen ich geweint, gestöhnt;
Gebenedeit, wer es mir wiederbrächte,
Dies Tränenglück, das mein Verstand verhöhnt.

Da sitz ich nun und bastele Figuren,
Und mir heißt Glück, daß ich ein Meister bin;
Mein Meisterstück: Zwei gräßliche Lemuren
Verscharren eine blonde Königin.

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