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Das Schöne Mädchen von Pao

Otto Julius Bierbaum: Das Schöne Mädchen von Pao - Kapitel 3
Quellenangabe
typefiction
booktitleDas Schöne Mädchen von Pao
authorOtto Julius Bierbaum
year1910
publisherSchuster & Loeffler
addressLeipzig
titleDas Schöne Mädchen von Pao
pagesI-III
created20020707
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1899
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Vorwort

Die Geschichte des Schönen Mädchens von Pao ist in einem Werke jener Gattung der chinesischen Literatur überliefert, die die Chinesen »wilde Geschichte« nennen. Sie verstehen darunter eine Art historischer Romane, bei denen das eigentlich Geschichtliche indessen mehr im Vordergrunde steht, als wir es bei Werken der verwandten Gattung in unserer Literatur gewöhnt sind. Ich lernte das Bruchstück, in dem die Geschichte des schönen Mädchens von Pao auf zwei Seiten kurz erzählt wird, durch meinen Lehrer am orientalischen Seminar in Berlin, Herrn Professor Arendt, kennen und habe mich nun, zehn Jahre später, fleißig und fröhlich bemüht, die wilde Geschichte noch ein bischen wilder zu machen, als sie schon war. Man findet übrigens einen Auszug aus dem chinesischen Texte in A Chinese Biographical Dictionary by Herbert A. Giles LL. D. London 1897/98.  Bernard Quaritsch. Welche wilden Sachen auf chinesische Rechnung kommen und welche auf meine, – das ist ein zu hübsches Thema für eine Doktordissertation strebsamer Sinologen und Quellenreiniger, als daß ich hier etwas davon verraten sollte.

Das dem Buche beigegebene Porträt stellt Fräulein Pao-Szê dar und ist einer Sammlung chinesischer Staatsaktionen entnommen, in der sich auch das Porträt Hsüan-Wangs und eine Darstellung der Szene auf dem Berge Li befindet.

Die chinesischen Zeichen auf der ersten Seite des Buches lauten: Yu-wang chung Pao-ßê, d. i. zu deutsch: Kaiser Yu erweist der Pao-Szê seine Liebe.

Die Zeichen auf Seite VI lauten: Bi-bao-mo und geben damit den Namen des Verfassers in chinesischer Aussprache. Sie bedeuten etwas sehr hübsches, nämlich: Fürstliches Kleinod und Kostbarkeitstusche. Also, deutscher Nomenklatur angenähert, etwa: Herr Karfunkelstein, der Stilkünstler. Man sieht: Es geht nichts über chinesische Höflichkeit, wenn sie europäische Namen chinesisch ausspricht, und ich habe nur die bange Bitte auf dem Herzen, daß die kritischen Glossen zu dieser sehr östlichen Namensdekoration nicht allzu westlich unhöflich ausfallen mögen.

München auf der Insel, den 10. März 1899.

Otto Julius Bierbaum.

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