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Das Salzburger große Welttheater

Hugo von Hofmannsthal: Das Salzburger große Welttheater - Kapitel 8
Quellenangabe
typedrama
booktitleDas Salzburger große Welttheater
authorHugo von Hofmannsthal
year1990
publisherSuhrkamp Verlag
addressFramkfurt am Main
isbn3-518-01565-6
titleDas Salzburger große Welttheater
pages3-6
sendergerd.bouillon@t-online.de
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König tritt vor, blickt nach oben, nimmt die Krone vom Haupt, betrachtet sie
Wie? solch ein Schattenspiel! so schnell dahin!
Und schien voll Wirklichkeit und Pracht und Sinn!
Mein Augenwink, an dem sie alle hingen –
Mein Aug, bald selber liegts bei weggeworfnen Dingen.
Du Reif, du schienst ein Teil des Hauptes selbst zu sein,
Nun lösest du dich leicht und wahrest deinen Schein.
O Schein, o edler Schein, Schein über allem Schein!
Wer sich zu dir erschwäng, dem wärst du wahres Sein,
Herrliche Wesenheit, gewaltig, zu bezwingen
Den dumpfen Widerstreit von selbgebundnen Dingen.
Wem laß ich dich! wo ist die dreimal würdige Hand,
Darein ich scheidend leg dies geisterhafte Pfand?

Er tut einen Schritt auf die Weisheit zu.

Du heilig weise Frau, für die der Schein nicht scheinet,
Das Scheinen mit dem Sein zu höhrem Schein sich einet,
Willst du mir hüten dieses Zeichen,
Dem Höchsterkornen einst es reichen?

Er will der Weisheit die Krone überreichen.

Welt steht jäh auf und tritt dazwischen
Mir! Mir! Ich hab euch all in meinem Haus,
Ich zieh euch an und zieh euch aus.
Mir gibs und geh. Und sorg dich weiter nicht!

Nimmt dem König die Krone aus der Hand. Setzt sich wieder und hält die Krone auf dem Schoß.

Tod
Abgehn! Das Zögern kann nicht frommen!

König
O Meister überm Spiele, sieh mich kommen! Er geht.
Nun muß ich schwacher Kniee und mit Zagen
Den Spieler eines Königs vor dich tragen! Ab.

Schönheit tritt angstvoll von ihrem Platz und ringt die Hände
Wo muß er hin? Was ist geschehen?
Wie kann das sein? Er muß von hinnen gehen?
Wer wagts, dem Mächtigen zu befehlen?
Was wird aus mir? Er hat mich so geliebt!
Durch ihn nur war ich schön, in seinen goldnen Sälen!
Wohin mit mir? Wo ist das Land, das mir ihn wiedergibt!
Wohin mit mir Verlassenen?

Reicher tritt vor Zu mir!

Schönheit tut unwillkürlich einen Schritt von ihm weg auf Weisheit zu.

Reicher
Zu mir! An meiner Seite ist dein Platz,
Du im geheimen längst mir zugeeignet,
All meiner Schätze höchster Schatz!

Schönheit erschrocken, bang
Weh mir!

Reicher stärker Zu mir! Was hat sich viel ereignet?

Schönheit
Der Mächtige, der mein Gebieter war
Und deiner und von diesen allen,
Vom Volk geliebt, umhuldigt von Vasallen,
Hast du denn nicht gesehn? Begreifst du's nicht für wahr?

Reicher
So müsse denn die Maske endlich fallen!
Zu mir! Nun faßt dich dieser Arm – für ihn!
Denn ich bin wahrhaft, was er schien.

Schönheit weicht vor ihm zurück.

Reicher folgt ihr, sie kommen beide nach vorne
Wenn er zum Schein auf goldnem Wagen stand,
Die Zügel lenkte diese Hand!
Ich war Gewalt, die hunderthändige!
Ich wars und bins allein, der dieses Ganze bändige!
Den Schein verschmähend, für den Pöbel stumm,
Wend ich den Himmel wie die Erde um.
Da ist kein Wesen, das sich mir entzöge
In Abgrundsnacht, und keines himmelhoch getürmt,
Das meine Kraft mir nicht erflöge,
Die Feste ist nicht, die ich nicht erstürmt.
Hier kam die Herrlichkeit der Welt zu erben,
er deutet auf seine Brust
Hierher auch du! Der Rest sind Scherben!

Schönheit
O Schwester, nimm dich meiner an!
Schütz mich vor diesem ungeheuren Mann!

Weisheit
Dies Licht, das fürchterlich in Dunkel sinkt,
Kann es dich nicht in deiner Seele mahnen?

Reicher
Närrin, die du in Einsamkeit dich brüstest,
Durch die hindurch ein totes Lichtlein blinkt,
Wen du von da bis da den Weg der Dinge wüßtest,
Klug wärest, nur die Wahrheit zu erahnen,
So ahnte dir: daß du und deinesgleichen,
Daß ihr besteht in schützenden Bereichen,
Es ist von mir mit großem Sinn geduldet,
Was Geist ist, was euch hebet übers Tier,
Ist meines Tuens Blüte, mir geschuldet.
Tritt aus dem Weg, es ist nichts außer mir!

Tod tritt in die Mitte und spricht herab
Du Schöne, tritt jetzt von der Bühne.
Dein Spiel ist schon zu End.

Er bleibt danach an der gleichen Stelle stehen.

Schönheit in Angst sich an Weisheit klammernd Zu End, weh mir!
Bei dir! schütz mich! nicht ganz vergehen!

Reicher tritt zurück, steht wie erstarrt.

Weisheit die fast ohnmächtige Schönheit in ihren Armen haltend und stützend
Kannst du denn, Seele, ganz vergehen?

Schönheit
Angst!

Weisheit Fasse dich! Erfaß ein mächtig Wort,
Es trägt dich wie mit Flügeln fort.

Schönheit
Was für ein Wort?

Weisheit »Ich bin bei euch.«

Schönheit Sprichst du mit mir?
Bist du bei mir? Ich sprech mit dir!

Weisheit sucht sie von sich loszuwinden.

Tod zur Weisheit
Geh hin mit ihr, auch deine Zeit ist um.

Weisheit schickt sich an zu gehen, wobei sie die Schönheit stützt
Ich geh mit dir!

Schönheit Mit mir! mit mir! jetzt fort!
Sag jetzt das Wort – sag immerfort das Wort!
Bei mir! Bei mir!

Welt steht auf und tritt ihnen in den Weg, zur Schönheit Gib deinen Spiegel her,
Dort, wo du hingehst, brauchst du ihn nicht mehr.

Zur Weisheit:

Und du dein Kreuz!

Schönheit gibt wie bewußtlos den Spiegel hin, sie gehen.

Weisheit bleibt stehen, hebt ihren Blick zu Gott Nimm hin: in jenen Reichen
Strahlt Wesenheit, dort brauchts kein Zeichen.

Schönheit
Sprich du für uns!

Weisheit
O du, des Namen ich vor Zittern jetzt nicht nenne,
Gib ohne Grenzen mir, damit ich dich erkenne.
Ich bin das Nichts und hab an allem Not,
Du, der du Alles bist, gib diesem Nichts
Von deinem All in seinen armen Tod.
Du hast ja nicht gegeizt, als du der Sterne Glast
An Himmel warfst, die Nacht mit Sonnen überschienst,
In denen tausend Sonnen widerschienen
Der du auch mich aus Nacht geschaffen hast,
Verklär mich ohne jegliches Verdienst,
Ich habe nicht vermocht, mir zu verdienen.

Schönheit
Amen. Sie gehen.

Tod ist von der oberen Bühne auf die untere herabgestiegen. Er scheint den Bauer zu suchen, der hinter seinem Baum duckt. Doch wirft er auch auf den Reichen einen langen Blick. Endlich hebt er die Hand gegen den Bauer und ruft ihm zu:
Abtreten, du, dein Spiel ist aus.

Bauer tut, als hörte er nicht.

Tod stärker
Du dort, tritt ab!

Bauer sieht auf, tut, als bezöge ers nicht auf sich, deutet in die Kulisse
Ah, den meinst, den im Wald da drin,
Dem möchtst was schaffen? Das hast du im Sinn!
Ja mein, drin is er scho, ma hört 'n öfter, wohl!
Holzschlagen hört man 'n, etla mal auch singen,
Jetzt hab i 'n scho recht lang net ghört.
Sollt ich ihm leicht die Botschaft bringen?
Schaffst, daß i hingeh und dir 'n außer hol?

Tod schüttelt den Kopf, tritt ihm näher
Die Botschaft bring ich jedem selber.

Bauer ängstlich, eifrig Selm?
Ja, der verschlieft sich so in Wald hinein,
Den Viechern nach, weil ers halt alleweil kuriert
Und gspaßig gar mit ihnen disputiert – Ruft:
He du! – Er wird do nit taub g'worden sein!

Tod
Dich mein ich, du geh ab, dein Erdgeschäft ist aus.

Bauer
Ah na, beileib nit! War nit aus!
I hab kein Zeit –

Tod stark Dazu ist nun die Zeit!
Du mußt jetzt von der Bühne wandern.

Bauer
Nur stad, nur einen nach 'm andern
Hast gesagt! I hab no z'tuan. San müßige Leut no gnua,
Die umer stehn, da schau dazua.

Tod
Du gehst jetzt. Dann der andre.

Bauer sieht wieder auf den Reichen hin Hab ka Zeit.

Reicher stöhnt
O nicht umfallen unter diesem Blick.
Stehn! Aufrecht stehn! Es geht vorbei!
Oh! Wiederum! Mein Ich, wohin? wohin?
So nichts! Und jetzt so schwer! O wie ein Berg aus Blei!
Mein Ich! Jetzt gräßlich groß bis an die Sterne,
Zergehts, zerflatterts mir in grauenhafter Ferne,
Jetzt wird es klein, so gräßlich klein und fällt und fällt,
Fällt wie ein Stein, wohin denn aus der Welt?
Wohin? wohin denn noch! Er taumelt, fällt. O Wirbel ohne Gnade.
Genug! Genug! Genug! Genug! Genug!

Er trocknet sich die Stirn.

Tod tritt auf den Bauer zu
Nun, Bauer!

Bauer Häufig viel is z' schaffen,
Bevor der Schnee kimmt, und i g'spür ihn schon,
Laubstreu muß einer –

Tod Nein, du mußt davon!

Bauer
Was? I davon? Na ja, nach derer Seiten,
Recht hast, der Mist muß schleunig auf die Leiten!

Tod
Nein, du mußt in dein Grab.

Bauer Jessas! dös a vergessen,
Zaunflechten, Most aus meine Äpfel pressen,
Den Weibern Flachs zum Brechen richten –

Tod stark, indem er ihn bei der Schulter faßt
Aus ist das Bauernspiel. Es ist soweit.

Bauer wankt, kleinlaut
Hab alleweil gemeint, es kommt an Enderl Zeit
– Ausrasten – zuwasitzen auf die Bänk,
Daß i an Aichtl auf mein Herrgott denk
Und Reu erweck für meine Schlechtigkeit
Jetzt reißt mich so dahin. Du laßt an ja ka Zeit,
Jetzt tuats mi g'reun, daß mi so wenig g'reut!
Gschafft hab i viel, bet' hab i net recht viel,
Nimm halt der Meister vorlieb mit dem G'spiel!

Er geht.

Vorwitz nimmt ihm den Spaten ab
Ganz gut hat er sein Abgang gemacht, der Bauer.

Tod zum Reichen
Jetzt fort mit dir!

Gegen die Kulisse mit starker, aber sanfter Stimme

Und du, komm aus dem Wald hervor,
Tritt ab wie alle durch des Grabes Tor!

Zum Reichen:

Noch immer da? Hinweg!

Reicher am Boden, stöhnt dumpf.

Bettler kommt aus der Kulisse. Es ist ihm ein starker weißer Bart gewachsen. Er scheucht einen Vogel weg, der zwitschert
Geh fort! Flieg du zurück in' Wald! Schnell! Schnell!
Hier bist du nicht an deiner rechten Stell!
Hier sind die Menschen!

Tod Hier bin ich!

Bettler Wer bist denn du?
Betrachtet ihn, erkennt ihn, sein Gesicht leuchtet auf.
Du!
Er breitet die Arme aus.
Nimmst du mich jetzt hin? zu dieser Stund?

Tod nickt.

Bettler kniet nieder, küßt den Grund.

Tod
Was tust du da?

Bettler Ich küß den lieben Erdengrund,
Der mich aufnehmen wird zu kleiner Ruh.
Süß wird sie sein, des Saatkorns Ruh,
Dann steh ich auf – er steht auf in einem Nu.
Er wendet sich dem Tod zu.
Ich bin schon alt und voller Ungeduld,
Komm doch, erweis mir deine große Huld.

Tod zum Reichen
Hinweg mit dir zuvor, wie ich befahl!

Reicher an der Erde
O bodenloser Abgrund von Verderben,
O nie gelotet Meer von Qual!

Bettler nähert sich dem Reichen
Du! Beugt sich über ihn.
Komm, mein Bruder, komm doch, es geht sterben!

Reicher
Angst! du! Zuckt zurück.

Bettler freundlich Wovor denn?

Reicher Gräßliches Gesicht.

Bettler
Nicht knirschen. Komm! An mir empor dich richt!

Reicher mühsam
Wer bist du?

Bettler Doch dein Bruder!

Reicher ängstlich, nicht verstehend Wie? woher
Kommst du zu mir?

Bettler Aus meiner Herrlichkeit.

Reicher angstvoll
Woher?

Bettler Ei, nicht gar weit.
Dort aus dem Wald. Ich lag auf meiner Blätterstreu,
Da riefs mit Macht nach mir: so schickte ich mich drein
Und schritt hervor aus meinem lichten Kanaan
Und trat herein in eure Wüsten ein,
Zu sehen, was mir aufgetragen wär.
Was ängstet dich? was liegt dir auf der Brust?
Auch du bist ja gerufen! Bruder, auf!
Ist dir die süße Ladung nicht bewußt?

Reicher indem ihm die Zähne klappern
Groß, klein – gewaltig, nichts – gewaltig – nichts –
Bei dir ist Kraft! Ich habe stets die Kraft gesucht.
War ich deswegen ganz und gar verrucht?

Bettler stark
Kraft, herrlich Wort! gesegnet sei der Mund,
Aus dem dies Wort ausgeht in dieser letzten Stund.
Kraft sei bei dir, daß sie mit männlich starker Reue
Dich Sterbenden bis in dein Mark erneue!
Jetzt auf und einmal noch mit Adlersblick
Schwing dich gewaltig über dein Geschick!
Durchschau dies Gaukelspiel, reiß dich aus ihm heraus:
Man ruft uns ab: sie löschen schon die Lichter aus –
Nun auf die krampfigen Händ, damit wir zeigen:
Alles war Requisit! Und nichts blieb uns zu eigen!
Öffnet ihm sanft die Hände.
Jetzt komm, wir wollen gehn und miteinander singen.
Komm nur! Hinunter da! Wir werdens zwingen,
Wir finden hin, wo wir als Spielgesellen
Uns bloß und abgeschminkt vor unsern Meister stellen!

Er nimmt ihn an der Hand, sie gehen weg, der Bettler stimmt ein frommes Lied an.

Tod geht hinüber, stellt sich hinter die Welt. Welt ist schon vordem aufgestanden,

Vorwitz hat den Faltstuhl an sich genommen, die Laute umgehängt.

Engel eilt im Augenblick, da der Bettler mit dem Reichen abgeht, in den Palast des Meisters.

Die Bühne halb verfinstert.

Welt
Hurtig! Nehmt ihnen alles ab, was wir ihnen geliehen haben! Dem Bauer seine groben Schuh, der Nonne noch ihr härenes Hemde, zieht sie flink alle aus, es ist nichts ihrer! Vielleicht soll das Spiel gleich wieder anheben, dann müssen andere in die gleichen Kleider hinein; was gehts mich an! Eilig!

Diener springen sogleich herzu, verstellen die untere Bühne mit dem Vorhang. – Auf der einen Seite Welt mit ihrem Gefolge, auf der andern der Widersacher, der indessen seine Bücher zusammengepackt und sein Barett aufgesetzt hat, stehen im Proszenium.

Musik. Nach kurzer Weile springen die Diener zurück. Die untere Bühne wird nun ganz leer in einem grünlich-bleichen Licht. Der Baum und der Fels sind weggeräumt.

Man hört in der Ferne das De Profundis singen. Die Seelen – vordem König, Reicher, Bauer, Bettler, Weisheit und Schönheit, alle in gleichen weißen Totenhemden – betreten die untere Bühne, von der Seite her, und zwar in zwei Gruppen, je zu dritt. Sie unterscheiden sich durch nichts als die Gesichter voneinander.

Sie schreiten langsam aufeinander zu, bleiben dann stehen etwa sechs Schritte voneinander entfernt.

Die obere Bühne bleibt leer.

Die eine Seele vormals der König
O Zagen!

Eine andere Seele vormals die Weisheit
O Freude!

Eine andere vormals der Reiche
O gräßlich Erbangen! O nahes Gericht!

Eine andere vormals der Bettler
O frohes Verlangen, o wachsendes Licht!

Zwei der Bauer und die Schönheit zugleich
O Harren! O Zagen!

Zwei andere die Weisheit und der Bettler zugleich
O blitzendes Tagen!

Der Engel schreitet aus dem Palast bis an den vorderen Rand der oberen Bühne.

Welt ruft ihre Knechte an, auf die sechs Toten hindeutend
Wollet ihr noch immer mit einem Ichts prunken ihr Toten! so fahre meiner Verwesung grüner Sturm an euch und wirble euch elende Schatten dahin, daß ihr in tausend Nichts zerstäubet! Eilig! Ein Sturm hebt an.

Engel gebietet dem Sturm Stille, der sich sogleich legt
Tritt weg, Welt, denn deinen Auftrag hast du erfüllt, und dein Meister ist mit dir zufrieden. Diese aber sind dir nicht mehr untergeben: es sind Seelen, unzerstörbare, und was dein Auge an ihnen für eine Miene nimmt, das ist das Siegel ihrer geistigen Wesenheit, damit Er sie gesiegelt hat. Daran rühren deine Stürme nicht. – Du bist entlassen.

Welt neigt sich und tritt zurück.

Engel
Du aber, dem des Bettlers Rolle war,
Dein Spiel vor deinen Spielgenossen allen
Hat unserm Meister wohlgefallen.
So tritt in den Palast und sei von Ihm bedankt,
Und brich mit Ihm das Brot, vor dem die Hölle bangt.

Bettler läßt die andern los und tritt heran.

Engel
Nächst ihm hast, Weisheit, du im Spiel bestanden,
Doch deine Rolle war die minder schwere,
Nächst ihm sei dir des Spieles Preis und Ehre.

Weisheit tritt heran
Und diese hier, die hilflos stehen und zittern,
Beinah vergehend, Höll und Himmel wittern?

Engel
Reich ihnen, Wesen hoher Werke,
Mit deiner Hand ein Etwas deiner Stärke.
Verbunden euch durch goldne Gnadenkette,
Hier vor dem Tor sei ihres Harrens Stätte.

Da Schönheit, die letzte in der Kette, auch dem Reichen ihre freie Hand hinstrecken will:

Engel
Nicht ihm!

Weisheit
Ihm nie? O sprich nicht aus das fürchterliche Wort!
Weis ihm den einsam kalten finstern Ort,
Doch sprich kein Nie!

Engel deutet auf eine Stelle tiefer unten, wo der Reiche hinkniet; dann zu den andern
Hinauf! Vor Meisters Angesicht!
Bereitet euch auf ungeheures Licht.

Er tritt ihnen voran, alle folgen. Aus dem Palast treten fahnenschwenkende Engel. Engel schreitet hinein, Bettler und Weisheit folgen. Schönheit, König und Bauer knien seitlich dem Eingang, der Reiche tiefer unten, im Dunkel. Musik und Gesang.

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