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Das peinliche Gericht

Alexander Benzion: Das peinliche Gericht - Kapitel 3
Quellenangabe
authorAlexander Benzion
titleDas peinliche Gericht
publisherJosef Singer Verlag
yearo.J.
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
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Wahn

Ludwig von Zumbusch

Die Hexe Rebecka Lemp

Es war zur Zeit des großen Hexenbrennens in Deutschland.

Einige päpstliche Bullen hatten eingehend dargelegt, wie der Teufel zu immer größerer Macht auf Erden gelange, und die Christenheit ermahnt, dem höllischen Feinde kräftiglich zu wehren. Auf diese Weisungen sich gründend, war im Jahre 1487 der Hexenhammer entstanden, jenes Gesetzbuch, in dem mit Fleiß und großer Genauigkeit auseinandergesetzt wurde, wie man gegen die, so mit Satan im Bunde stünden, vorzugehen habe. Allenthalben wurden nun Weiber, an deren Gesicht schon man absehen konnte, daß sie Hexen seien, oder die von Nachbarn wegen Zauberei verklagt wurden, gefänglich eingezogen. Wagten sie halsstarrig zu leugnen, so folterte man sie so lange, bis sie ihren Umgang mit dem Teufel, ganz so, wie er im Hexenhammer beschrieben stand, zugaben; worauf sie dann, wie Rechtens, auf den Scheiterhaufen gebracht wurden. So gelang es – lediglich durch die Verbrennung von Tausenden von Hexen – das von Satan gesäte Unkraut gründlichst auszurotten.

In der Reichsstadt Nördlingen war bis in die achtziger Jahre des sechzehnten Jahrhunderts nichts vom Treiben des bösen Feindes verspürt worden. Da aber kam das Gerede auf, daß es am Ort wohl auch etwelche Hexen gäbe, und der Bürgermeister Georg Pferinger beschloß mit Hilfe der beiden Doktoren der Rechte Sebastian Röttinger und Konrad Graf das Stadtgebiet von dem Geschmeiß zu säubern. Drei arme Weiber wurden im Jahre 1589 gefänglich eingezogen und sollten ihre Schuld bekennen; allein sie gestanden auch auf der Folter nichts und mußten freigelassen werden.

Das Verfahren des Magistrats erregte den Zorn des Superintendenten Wilhelm Lutz, der in zwei Predigten den Rat abkanzelte, weil er offenbar Unschuldige verfolgt habe; er erzählte, etliche Leute seien so leichtfertig gewesen, ihm selber ihre Schwiegermütter, ja sogar ihre Frauen als Hexen anzugeben; wohin solle das noch führen? Aber die wirklich Schuldigen werde der Rat wohl entschlüpfen lassen!

Durch solche Reden wurden Bürgermeister und Magistrat gereizt: sie beschlossen jetzt mit aller Strenge vorzugehen und niemanden, wer es auch sei, zu schonen. Viele Weiber, nicht nur aus den niederen Ständen, sondern auch aus den angesehensten Familien der Stadt wurden verhaftet und eingetürmt; die Witwen mehrerer Ratsherren und des erst im Jahre 1589 verstorbenen Bürgermeisters Gundelfinger befanden sich darunter. Man handhabte die Folter nun schonungslos; schon im Mai 1590 konnten drei Hexen, die ihren Verkehr mit dem Teufel eingestanden, verbrannt werden, und acht Wochen später wiederum drei andere.

Eine der auf die Folter Gespannten hatte ausgesagt, daß auch Rebecka, die Frau des Zahlmeisters Peter Lemp, eine Hexe sei. In Abwesenheit ihres Mannes wurde sie im April 1590 verhaftet, und ihre Kinder mußten mit ansehen, wie die Mutter gepackt und in den schrecklichen Turm abgeführt wurde. An einem der nächsten Tage schrieben sie ihr:

Unsern freundlichen kindlichen Gruß, herzliebe Mutter! Wir lassen dich wissen, daß wir wohlauf sind. So hast du uns auch entboten, daß du wohlauf seiest, und wir vermeinen, der Vater wird heut, will's Gott, auch kommen. So wollen wir dich's wissen lassen, wann er kommt. Der allmächtige Gott verleihe dir seine Gnad und heiligen Geist, daß du, Gott woll, wieder mit Freuden und gesundem Leibe zu uns kommest. Gott woll. Amen.

Herzliebe Mutter, laß dir Bier kaufen, und laß dir Schnittlein backen, und laß dir kleine Fischlein holen, und laß dir ein Hühnlein holen bei uns, und wenn du Geld 'darfst, so laß holen, du hast's in deinem Säckel wohl. Gehab dich wohl, meine herzliebe Mutter, du darfst nit sorgen um das Haushalten, bis du wieder zu uns kommst.

Rebecka Lempin, deine liebe Tochter.
Anna Maria Lempin, deine liebe Tochter.
Maria Salome Lempin, deine liebe Tochter.
Joannes Conradus Lempius, tuum amentissime filius.
Samuel Lemp, dein lieber Sohn.

Tausendmal eine gute Nacht geb dir Gott!

Die Kinder sind noch ziemlich klein gewesen, die lateinischen Schnitzer des ältesten Buben bezeugen es, und bei einer anderen Schrift, die auch von ihnen allen unterzeichnet wurde, steht angemerkt, daß der Vater dem Jüngsten die Hand beim Schreiben führte.

Was die Unglückliche im Gefängnis außer der leiblichen Not quälte, – man brachte die wegen Hexerei Angeklagten in einen scheußlichen, dunklen und feuchten Kerker, um sie mürbe zu machen – das war die Sorge, ihr Mann möchte sie auch für schuldig halten. Sie schrieb ihm darum bald nach seiner Rückkehr folgenden Brief:

Mein herzlieber Schatz, sei ohne Sorg, wenn ihrer tausend auf mich aussagten, so bin ich doch unschuldig, oder es sollen alle Teufel kommen und mich zerreißen. Und ob man mich sollt strenglich fragen, so könnt ich nichts bekennen, wenn man mich auch zu tausend Stücke zerrisse. Sei nur ohne Sorg, ich bin auf mein Seel unschuldig; wenn ich gemartert werde, so glaub nit an meine Schuld, denn ich bin gar gerecht. Vater! wenn ich der Sach schuldig bin, so laß mich Gott nit vor sein Angesicht kommen immer und ewig. Wenn man mir nit glaubt, so wird Gott der Höchste darein sehen und ein Zeichen tun; denn wenn ich in der Not muß stecken bleiben, so ist kein Gott im Himmel. Verbirg doch dein Antlitz nit vor mir, du hörst ja meine Unschuld, um Gottes willen, laß mich nit in der schwülen Not stecken!

Es begannen jetzt die Verhöre der Gefangenen. Schon beim ersten wurde sie mit der Folter bedroht, und man rief, um sie zu schrecken, den Henker in die Stube. Aber sie bekannte nichts. Als sie beim zweiten Verhöre wiederum ihre Unschuld beteuerte, legte man ihr die Daumenschrauben an und schnürte ihre Füße in spanische Stiefel. Aber trotz der großen Schmerzen blieb sie auch noch bei der dritten Marter standhaft. Sie trat mit Entschiedenheit dem Vorwurf entgegen, daß ihr Mann auf ihr Betreiben hin Geschenke versprochen habe, wenn sie freigelassen würde. Bloß Wenzels Frau habe sie zugesagt, auf der Messe einen Pelz für sie zu kaufen, aber keineswegs in schlechter Absicht.

Die Martern wurden verstärkt. Beim vierten Verhör – es war am Nachmittag des 30. Juli – entkleidete man sie, man band ihr die Hände hinter dem Rücken zusammen, zog sie an einem um diese gebundenen Strang langsam in die Höhe und ließ sie rasch fast bis zur Erde nieder. Als man diese Marter mehrmals wiederholt hatte, da gestand sie endlich.

Befragt, wo sie den Teufel kennen gelernt habe, erzählte sie: es sei im Hause des Melchior Maier, in dem gerade auch die Bürgermeisterin Gundelfinger Besuch gemacht, gewesen. Es sei ein hoffärtiger und stattlicher Herr ins Zimmer getreten, habe mit den anwesenden Frauen gegessen und getrunken und zu ihr gesagt: ob sie seine Buhle sein wolle? Sie habe das bejaht, es aber gleich bereut, als sie beim Aufstehen vom Tisch seine gar wilden Füße bemerkt. Hierauf habe der Liebhaber, welcher ein wahrhaftiger Teufel gewesen, sie zum Zahlhaus begleitet und sie hernach noch öfter an vielen Orten besucht. Endlich habe sie ihm eine mit schwarzer Tinte geschriebene Verschreibung ihrer Seele ausgestellt und eine Salbe von ihm erhalten, mit der sie viele Menschen getötet.

So furchtbar waren die Schmerzen gewesen, welche die Unselige bei diesem Verhöre erdulden mußte, daß sie auf einem aus ihrem Gebetbuch geschriebenen Blättlein ihrem Manne schrieb:

O, du mein auserwählter Schatz, soll ich mich so unschuldig von dir scheiden müssen, das sei Gott immer und ewig geklagt! Man zwingt eins, es muß eins ausreden, man hat mich so gemartert, ich bin so unschuldig als Gott im Himmel, wenn ich im geringsten ein Pünktlein um solche Sache wüßt, so wollt ich, daß mir Gott den Himmel versaget. O, du herzlieber Schatz, wie geschieht meinem Herzen, o weh, o weh! meine armen Waisen! Vater, schick mir etwas, daß ich sterb, ich muß sonst an der Marter verzagen. Kannst heut nit, so tu's morgen. Schreib mir von Stund an.

R. L.

Und auf die Rückseite schrieb sie:

Das Ringlein trag von meinetwegen, das Kettlein mach auf 6 Teil, laß unsre Kind tragen ihr Lebtag.

O Schatz, man nimmt mich dir mit Gewalt, wie kann's doch Gott leiden? Wenn ich ein Unhold bin, sei mir Gott nicht gnädig. O, wie geschieht mir so unrecht, warum will mich doch Gott nit hören! Schick mir etwas, ich möcht sonst erst meine Seele beschweren!

Dieser Zettel fiel dem Gericht in die Hände. Beim nächsten Verhör gestand Rebecka Lemp auch ein, um Gift gebeten zu haben, weil sie die Schande ihrer weiteren Folterung und der Hinrichtung von ihren Kindern abwenden wollte; es hätte sie aber die ganze Nacht gereut. In der schriftlichen Beteuerung ihrer Unschuld sahen die Richter nichts anderes als eine listige Eingebung Satans; sie zwangen Rebecka, in der Verhörstube ihrem Manne folgendes zu schreiben:

Vater, behüt dich Gott, ich habe meinen Herren unrecht getan, in dem, was ich dir und meinem Bruder angezeigt habe. Ich habe alles wieder bekannt, und ist dem also, daß ich eine solche bin, wie meine Aussage kund tut.

Rebecka Lempin.

Bei den folgenden Verhören äußerte sie, sie wolle gern alles leiden, man solle ihr Gewissen nur nicht dadurch belasten, daß man sie zwinge, Unschuldige anzugeben und in gleiche Gefahr zu stürzen. Sie habe in der Furcht vor der Folter falsche Angaben gemacht, besonders reue sie ihr Zeugnis gegen die Frau Gundelfinger, von der ihre Kinder viel Gutes empfangen hätten. – Die Gundelfingerin wurde späterhin darum doch als Hexe verbrannt.

Peter Lemp, der Mann Rebeckas, war unterdessen nicht müßig gewesen. Als er sah, mit welchem unerbittlichen Ernst man gegen sein Weib vorging, gab er folgende Bittschrift ein:

Untertänige, demütige Supplikation Petri Lempen
an einen ehrsamen Rat der Stadt Nördlingen.

Ehrenfeste, fürsichtige, ehrsame, wohlweise, großgünstige, gebietende Herren!

Jüngst vergangener Zeit, als am 1. Juni, hab ich von wegen meiner lieben Hausfrau eine demütige Supplikation übergeben, darin ich um Erledigung meines lieben Weibs gebeten. Ist mir aber eine abschlägige Antwort erfolgt, daß auf diesmal mein Bitt und Begehr nit statt habe. Weil ich aber dieser Zeit her von meinem Weib wahrhaftigen Bericht empfangen, daß sie in Unschuld in diesem ihren bedrängten Gefängnis liege und mich, als ihren nächsten, liebsten und besten Freund, Hauswirt und Ehemann, ermahnen und bitten lasse, ihr in ihrem Kreuz und Leiden 'hülflich zu erscheinen – da müßt ich in der Wahrheit kein christliches Herz nit haben, wenn ich ihr auf ihr Ansprechen nit wollt beiständig sein.

Denn ich bezeuge es mit meinem Gewissen und vielen guten, ehrlichen Leuten, daß soviel ich und andere vermerken konnten, sie zu allen Zeiten gottesfürchtig, züchtig, ehrbar, häuslich und fromm, dem Bösen aber jederzeit abhold und feind gewesen; hat auch mich, als ihren lieben Hauswirt, die Zeit ihres Lebens ehrlich gehalten, darob ich meines Teils zufrieden gewest. Ihre lieben Kinderlein hat sie gleichfalls, wie auch einer treuen Hausmutter gebührt und zusteht, treulich und fleißig nit allein in ihrem Katechismo, sondern auch in der heiligen Biblia, sonderlich aber in den lieben Psalmen Davids unterrichtet und unterwiesen; also daß, Gott sei Lob, ich kein Kind – ohne Ruhm zu vermelden – nit hab, das nit etliche Psalmen Davids auswendig weiß und zu erzählen wüßt.

Überdies kann niemand, niemand sage ich, mit Wahrheit dartun und erweisen, daß sie einmal einem Menschen, es wär Vater oder Sohn, einigen Schaden am Leib oder sonstwo zugefügt hätte, wie das alle diejenigen, die täglich im Zahlhaus zu schaffen haben, bezeugen müssen, und Hiesige und Auswärtige insgemein.

Derohalben ist mein und meiner lieben Kindlein untertänig, demütig Flehen und Bitten um Gottes und des jüngsten Gerichts willen (in welchem Jesus Christus, der gerechte Richter, erscheinen wird), Eure Weisheiten als unsere Obrigkeit wollen hiermit gegen unsere liebe Mutter ein gnädiges Einsehen haben und sie wieder zu uns gelangen lassen.

Solches hab ich neben meinen lieben Kinderlein an Euch wollen gelangen lassen, in der Zuversicht, Eure Herrlichkeit und Weisheit werde mir solches nit für ungut nehmen, und tu mich samt meinem Weib und den lieben Kindlein in aller Untertänigkeit dienstlich empfehlen

Eurer Herrlichkeit und Weisheit
untertänig gehorsamer
Bürger und Diener
Peter Lemp.

Diese Bittschrift bewirkte, daß man Rebecka Lemp noch grausamer mit der Folter zusetzte, um ihre Halsstarrigkeit zu beugen und ihren Ehemann und die Welt zu überzeugen, daß sie als wirkliche Hexe und Teufelsbuhle den Tod verdiene.

Am 9. September 1590 wurde sie verbrannt.

 

Von 1590 bis 1594 endeten in der kleinen Stadt fünfunddreißig Frauen auf dem Scheiterhaufen.

 

Peter Lemp, von dem wir eine Chronik der Stadt Nördlingen haben, geht über diese fünf Jahre stillschweigend hinweg; nur den einen Gefühlsausbruch finden wir: »O Röttinger, o Graf, welch Urteil habt ihr gesprochen!«

Anhang zu »Die Hexe Rebecka Lemp«

Darstellung des Bundes mit dem Teufel in der Bulle Gregors IX. vom Jahre 1233.

Wenn ein Neuling aufgenommen wird und zuerst in die Schule der Verworfenen eintritt, so erscheint ihm eine Art Frosch, den manche auch Kröte nennen. Einige geben derselben einen schmachwürdigen Kuß auf den Hintern, andere auf das Maul und ziehen die Zunge und den Speichel des Tieres in ihren Mund. Dieses erscheint zuweilen in gehöriger Größe, manchmal auch so groß, als eine Gans oder Ente, meistens jedoch nimmt es die Größe eines Backofens an. Wenn nun der Novize weiter geht, so begegnet ihm ein Mann von wunderbarer Blässe, mit ganz schwarzen Augen, so abgezehrt und mager, daß alles Fleisch geschwunden ist, und nur noch die Haut um die Knochen zu hangen scheint. Diesen küßt der Novize und fühlt, daß er kalt wie Eis ist, und nach dem Kusse verschwindet alle Erinnerung an den katholischen Glauben bis auf die letzte Spur aus seinem Herzen. Hierauf setzt man sich zum Mahle, und wenn man sich nach demselben wieder erhebt, so steigt durch eine Statue, die in solchen Schulen zu sein pflegt, ein schwarzer Kater von der Größe eines mittelmäßigen Hundes rückwärts und mit zurückgebogenem Schwanze herab. Diesen küßt zuerst der Novize auf den Hintern, dann der Meister der Schule und so fort alle übrigen der Reihe nach, jedoch nur solche, die würdig und vollkommen sind; die Unvollkommenen aber, die sich nicht für würdig halten, empfangen von dem Meister den Friedenssegen, und wenn nun alle ihre Plätze eingenommen, gewisse Sprüche hergesagt und ihr Haupt gegen den Kater hingeneigt haben, so sagt der Meister: »Schone uns!« und spricht dies dem Zunächststehenden vor, worauf der dritte antwortet und sagt: »Wir wissen es, Herr!« und ein vierter hinzufügt: »Wir haben zu gehorchen!« Nach diesen Verhandlungen werden die Lichter ausgelöscht und man schreitet zur abscheulichsten Unzucht ... Ist aber die Ruchlosigkeit vollbracht, sind die Lichter wieder angezündet, und alle wieder auf ihren Plätzen, dann tritt aus einem dunklen Winkel der Schule dieser verworfensten aller Menschen ein Mann hervor, oberhalb der Hüften glänzend und strahlender als die Sonne, wie man sagt, unterhalb aber rauch, wie ein Kater, und sein Glanz erleuchtet den ganzen Raum. Jetzt reißt der Meister etwas vom Kleide des Novizen ab und sagt zu dem Glänzenden: »Meister, dies ist mir gegeben, und ich gebe dir's wieder!« – worauf der Glänzende antwortet: »Du hast mir gut gedient, du wirst mir mehr und besser dienen; ich gebe in deine Verwahrung, was du mir gegeben hast!« – und unmittelbar nach diesen Worten ist er verschwunden. – Auch empfangen sie jährlich um Ostern den Leib des Herrn aus der Hand des Priesters, tragen denselben im Munde nach Hause und werfen ihn in den Unrat zur Schändung des Erlösers. Überdies lästern diese unglückseligsten aller Elenden den Regenten des Himmels mit ihren Lippen und behaupten in ihrem Wahnwitze, daß der Herr der Himmel gewalttätiger-, ungerechter- und arglistigerweise den Luzifer in die Hölle hinabgestoßen habe. An diesen letzteren glauben auch die Elenden und sagen, daß er der Schöpfer der Himmelskörper sei und einst nach dem Sturze des Herrn zu seiner Glorie zurückkehren werde; durch ihn und mit ihm und nicht vor ihm erwarten sie auch ihre eigene ewige Seligkeit. Sie bekennen, daß man alles, was Gott gefällt, nicht tun solle, sondern vielmehr das, was ihm mißfällt.

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