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Das liebe Nest

Paula Dehmel: Das liebe Nest - Kapitel 48
Quellenangabe
typepoem
booktitleDas liebe Nest
authorPaula Dehmel
firstpub1919
year1919
publisherE. A. Seemann
addressLeipzig
titleDas liebe Nest
created20041205
sendergerd.bouillon
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Lied des Hühnchens

                Tuck – tuck – heut ist Regentag,
    und ich muß mich plagen;
    kratze schon acht Stunden, tuck,
    und noch knurrt mein Magen.
Tuck tuck tuck, pick und schluck,
hab noch immer nicht genug.

    Tuck die Enten, tuck die Enten,
    Enten sind doch Narren;
    gehn ins Wasser, tuck ins Wasser,
    als könnte man da scharren.
Tuck tuck tuck, pick und schluck,
hab noch immer nicht genug.

    Pferde, tuck tuck tuck, und Kühe
    haben große Köpfe,
    aber keine Kröpfe, tuck;
    traurige Geschöpfe!
Tuck tuck tuck, pick und schluck,
hab noch immer nicht genug.

    Tuck, wie war der Hahn galant,
    suchte mir manch Krümchen;
    heute geht er, tuck tuck tuck,
    mit Cochinchina-Mühmchen.
Tuck tuck tuck, pick und schluck,
hab noch immer nicht genug.

    Tuck, du fetter Regenwurm,
    dich muß ich noch ergattern;
    schimpft nur, tuck, vor Neid, tuck tuck,
    Muhmen und Gevattern!
Tuck tuck tuck, pick und schluck,
hab noch immer nicht genug.

    Tuck, wär ich doch endlich satt,
    tuck, das wär ein Segen;
    muß Rumpumpeln, tuck tuck tuck,
    sein Frühstücks-Ei noch legen.
Tuck tuck tuck, pick und schluck,
ach, wann hat man wohl genug?

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