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Das Leben und die Meinungen des Herrn Magister Sebaldus Nothanker

Friedrich Nicolai: Das Leben und die Meinungen des Herrn Magister Sebaldus Nothanker - Kapitel 69
Quellenangabe
typefiction
booktitleDas Leben und die Meinungen des Herrn Magister Sebaldus Nothanker
authorFriedrich Nicolai
year1991
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-008694-9
titleDas Leben und die Meinungen des Herrn Magister Sebaldus Nothanker
pages443-459
created19990827
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1773
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Zuverläßige Nachricht
von einigen
nahen Verwandten
des Hrn. Magister
Sebaldus Nothanker.

Aus ungedruckten Familiennachrichten gezogen.

Der Vater unsers Sebaldus war ein ehrlicher Handwerksmann, in einem kleinen Städtchen in Thüringen, der durch Fleiß und Sparsamkeit ein Vermögen von einigen hundert Thalern erworben hatte, und in solches Ansehen kam, daß er zum Rathmann und zum Vorsteher des Gotteskastens in seiner Vaterstadt erwählt ward. Diese Ehrenstellen aber, die verschiedene von seinen Vorgängern bereichert hatten, brachten ihm gar keinen Nutzen. Denn er war ein so schlechter Wirth, daß er nicht allein, für seine Arbeit zum gemeinen Besten, keine Einkünfte annehmen wollte, sondern auch zum gemeinen Besten verschiedenes aufwendete, wozu er gar nicht hätte können genöthigt werden. Es kann also der ökonomische Leser leicht ermessen, da Sebaldus Vater, bey seinen Aemtern, keine Einnahme und nicht wenige Ausgaben hatte, daß sein Vermögen sich habe verringern müssen. Den Ueberrest desselben zehrte die Vormundschaft über verschiedene arme Waisen auf, die er freiwillig übernahm, so daß er bey seinem Tode gerade so viel hinterließ, daß er begraben werden konnte.

Er war Vater von drey Söhnen, Erasmus, Sebaldus und Elardus, welche seine Frau, Hedwig, die mehr ihrer Frömmigkeit, als ihres Verstandes wegen bekannt war, schon in Mutterleibe dem Priesterstande wiedmete.

Erasmus, der älteste, war fünf Fuß und zehen Zoll hoch, breitschulterig, wohlgewachsen, und weiß und roth im Gesichte. Von seiner ersten Jugend an liebte er seine eigene Person und hatte von seinen Talenten eine sehr hohe Meinung. Nach geendeten Universitätsjahren, brachte ihm sein wohlgewachsner Körper eine Hofmeisterstelle in einem vornehmen Hause zuwege, wo man wohlgewachsne Leute liebte. Von da ward er Prediger, in einer Stadt, wo ihm seine ansehnliche Leibesgestalt, sein ernsthafter wohlbedächtiger Gang, und seine vernehmliche Stimme, unter seinen Kirchkindern nicht wenig Liebe und Ehrfurcht erwarben. In kurzem wußte er eine junge reiche Wittwe von ein und zwanzig Jahren, sein Beichtkind, so zu gewinnen, daß sie ihn heurathete. Von der Zeit an legte Erasmus sein Amt nieder, ob er gleich den geistlichen Stand, des Ansehns wegen, das er dadurch in der Stadt zu erhalten vermeinte, beibehielt. Er genoß nunmehr seinen Reichthum, und wendete ihn zu allen Dingen an, wodurch er sich ein Ansehen zu geben glaubte. Er ließ Waisenkinder erziehen, stiftete Stipendien, ließ Kirchen ausputzen und Altäre kleiden, pränumerirte auf alle Bücher, denen die Namen der Pränumeranten vorgedruckt wurden, nahm Zueignungsschriften gegen baare Bezahlung an, schenkte Geld zum Bau der Kirchthürme und Orgeln, u. dergl. mehr. An bestimmten Tagen, theilte er Geld und Brodt unter die Armen aus, welche sich schaarenweise vor seiner Thür versammelten. Und weil er nicht allein seinen Reichthum, sondern auch seinen Verstand und seine Person zur Schau tragen wollte, pflegte er freiwillig, alle sechs oder acht Wochen, eine zierliche Predigt zu halten, bey welcher sich alle seine Klienten einfinden mußten, und schon den Wink hatten, sich nach Beschaffenheit der Umstände, durch Weinen in der Kirche, oder durch lautes Lob außer der Kirche, in seine fernere Gunst einzuschmeicheln.

Elardus, ein mageres blasses Männchen, vier Fuß und zwey Zoll hoch, war, als das jüngste Kind, von Jugend auf das geliebte Söhnchen seiner Mutter, die, von seiner ersten Jugend an, Sorge trug, daß er täglich wohl mit Speisen gestopfet, und mit dem Lernen nicht sehr angegriffen würde. Indessen glaubte er doch, in seinem fünf und zwanzigsten Jahre genug begriffen zu haben, um eine Predigerstelle bekleiden zu können, welche zu erlangen sein äußerster Wunsch war. Dieß wollte ihm aber, so viel Mühe er sich auch deshalb gab, auf keine Weise gelingen; daher er beynahe dreyßig Jahre alt ward, ehe er recht wußte, was er einmal in der Welt vorstellen sollte. Zwar bekam er einstmals, durch Empfehlung seines Bruders, den Antrag, Rechnungsführer bey einer Stutterey und Hundezucht zu werden, welche ein benachbarter Fürst zum besten seiner Parforcejacht angelegt hatte, ein Amt, wozu nur Rechnen und Schreiben erfodert ward, und das doch an achthundert Gulden eintrug. Elardus aber, der die Würde des gelehrten Standes gehörig zu schätzen wußte, wies ein so ungelehrtes Amt, mit Verachtung, von sich. Indessen ließ er sich, nach nochmaligem zweyjährigem Harren, bereden, die Stelle eines Konrektors an einer Lateinischen Schule anzunehmen, die ebenderselbe Fürst, um des ungestümen Anhaltens seiner Landstände loszuwerden, in seiner Residenz gestiftet hatte. Hier waren ihm zwanzig Gulden fixes Gehalt, ein halber Wispel Rocken, etwas Flachs, und andere Naturalien, nebst freyer Wohnung, ausgesetzt, welche letztere aber, vor der Hand, wegen Baufälligkeit nicht gebraucht werden konnte. Alles war ungefähr auf achtzig Gulden geschätzt, weil der Fürst der gnädigsten Meinung war, den Unterweisern seiner Unterthanen nur ungefähr den zehnten Theil dessen zukommen zu lassen, was die Erzieher seiner Pferde und Hunde foderten. Die Geheimen Räthe des Fürsten hielten dieß für sehr billig; theils, weil es ungleich leichter seyn müßte, vernünftige Menschen zu erziehen, als unvernünftige Bestien abzurichten; theils, weil jedes Schulkind noch wohl wöchentlich einen oder zwey Groschen Schulgeld geben könnte, welches die Füllen und jungen Hunde nicht aufzubringen vermöchten.

Unglücklicherweise hatte der ehrliche Elardus nicht recht gelernt, was zu einem tüchtigen Schulmanne erfoderlich ist. Im Hebräischen war er beym kleinen Danz stehen geblieben, im Griechischen konnte er zwar, ziemlich ohne Anstoß, das neue Testament, und die goldenen Sprüche des Pythagoras exponiren, mehr aber nicht; und ob er zwar Lateinisch ganz gut verstand, um es zu lesen, so wollte es doch mit der Lateinischen Schreibart nicht recht fort, und Lateinische Verse konnte er gar nicht machen. Es ist wahr, er hatte einen ziemlichen guten natürlichen Verstand, hatte seine Muttersprache so gut in seiner Gewalt, daß er einen ganz artigen Deutschen Aufsatz machen konnte, welches er auch besonders seine Schüler lehrte, und sich alle Mühe gab, ihnen von Geographie, Geschichte, Sittenlehre und andern Sachen, wovon er glaubte, daß sie sie in der Welt brauchen möchten, einige Begriffe beyzubringen. Weil aber die Einwohner der Residenz ihre Söhne, in der längst erwünschten neuen Lateinischen Schule, nun auch zu rechten gelehrten Leuten erzogen wissen wollten, so hatten sie zu des Elardus Deutscher Lehrart gar kein Vertrauen, sondern schickten ihre Kinder in die Privatstunde zum Rektor, einem grundgelehrten Manne, der alle halbe Jahre ein Lateinisches Programm schrieb, der die Alterthümer lehrte, und, außer den gewöhnlichen gelehrten Sprachen, noch Syrisch, Samaritanisch und Arabisch verstand. Der gute Elardus mußte sich also sehr schlecht behelfen, wenigstens des Tages zwölf Stunden öffentlich lehren, und Privatunterricht im Dekliniren und im Rechnen etc. geben. Daneben, weil er seinen sehnlichen Wunsch, sich einst aus dem Schulstaube zu dem Predigerstande zu erheben, nie vergaß, arbeitete er bis nach Mitternacht an geistlichen Reden, und predigte, aus eignem Triebe, fast alle Sonntage, bald für diesen, bald für jenen Prediger. Aber Elardus war, wie schon gesagt, nur klein von Person, hatte eine schwache Stimme, und aus Mangel gründlicher Gelehrsamkeit, weil er weder die Philologie studirt, noch die Dogmatik, Polemik und Hermeneutik genugsam getrieben hatte, waren seine Predigten blos moralisch; daher fanden sie keinen Beyfall, und er predigte, zu seiner unbeschreiblichen Kränkung, meist den leeren Chören und Kirchstühlen. So brachte er sein Leben in Gram und Kummer zu, und starb an der Schwindsucht, im sechs und dreyßigsten Jahre seines Alters.

Erasmus hatte einen einzigen Sohn, Cyriakus genannt, einen Polyhistor und schönen Geist. Alles wußte Cyriakus, und was er nicht wußte, dünkte er sich zu wissen. Er selbst dachte eben nicht viel, aber wohl wiederholte er, was andere gedacht hatten, so oft, daß er meinte, er habe es selbst gedacht. Er las sehr viel, und ihm gefiel alles, was er las, und was ihm gefiel, wollte er nachmachen. Daher versuchte er alle Schreibarten, und schrieb wechselsweise, hoch, wie Klopstock, sanft, wie Jakobi, fromm, wie Lavater, weltlich, wie Clodius, tiefdunkel, wie Herder, populär, wie Gleim. In allen Wissenschaften und schönen Künsten war er auch gleich stark. Man hat einmal von ihm, in Einer Messe, eine Schrift von den Dudaim des Ruben, einen Band Anakreontischer Gedichte, eine Abhandlung von der Natur der Seele, und ein halbes Alphabeth historischer Erzählungen gelesen. Ein Amt hat Cyriakus nie bekleidet; denn in seiner Jugend war sein Vater ein reicher Mann, und er glaubte also, sich nicht auf Brodtwissenschaft legen zu dürfen. Nachdem aber Erasmus, durch viele Unternehmungen, die seinen Namen verewigen sollten, sein Vermögen sehr verringert, und Cyriakus, nach dessen Tode, den Rest desselben, aus Liebe zu den schönen Künsten und Wissenschaften, auf der Universität verschwendet hatte, so befand sich der letztere in sehr bedürftigen Umständen. Er trieb sich an verschiedenen Orten herum, so daß von verschiedenen Jahren seines Lebens die zuverläßigen Nachrichten fehlen. So viel weiß man, daß er eine Zeitlang Hofpoet, bey einem jovialischen Abte, in einem Kloster in Franken gewesen, daß er hernach Lehrer der Philosophie bey einem Kreisregimente geworden, dessen Officiere, weil sie sonst nichts zu thun hatten, Gelehrte werden wollten, und daß er zuletzt bey einer kleinen gelehrten Republik, auf einer sichern Deutschen Universität, welche ihre Landtage, in Ermanglung eines Eichenhains, in einem Kaffegarten vor dem Thore hielt, als Nasenrümpfer gestanden hat.

Diese Familiennachrichten dem Publikum mitzutheilen, wird man veranlasset durch eine Schrift, betitelt:

Predigten des Herrn Magister Sebaldus Nothanker, aus seinen Papieren gezogen. Leipzig in der Weigandischen Buchhandlung 1774. 8.

Es könnte schon sehr sonderbar scheinen, daß ein Fremder diese Predigten aus den Papieren des Herrn Magister Sebaldus Nothanker sollte gezogen haben, da dieser noch bey gutem Wohlseyn lebt, seine sämmtlichen Papiere besitzt, und noch nicht geneigt zu seyn scheint, etwas daraus, am wenigsten aber Predigten, herauszugeben. indessen, wenn diese Predigten nur dem Charakter des Hrn. Magister Sebaldus Nothanker gemäß, geschrieben wären, so würde man doch sein Urtheil noch zurückhalten, und dahingestellt seyn lassen, ob etwan die Handschrift derselben, auf eine unbekannte Art, dem Herausgeber möchte in die Hände gerathen seyn; aber derjenige, der den Hrn. Magister Sebaldus etwas genauer und persönlich gekennet, wird gleich einsehen, daß diese Predigten unmöglich von diesem guten Manne herrühren können.

Wenn man nur S. L. der Vorrede, die Anmerkungen lieset, die am Rande der Handschrift der Predigten sollen gestanden haben, so siehet man gleich, daß darinn ein unerträglicher Egoismus herrschst, der dem von allem Eigendünkel entfernten Charakter des Sebaldus ganz zuwider ist.

Z. B. »Ich danke meinem Gott alle Tage, daß er mich in einen Stand gesetzt hat, in welchem ich zur Erleuchtung des Landmannes so viel beitragen kann.«

So hätte Sebaldus nie von sich geredet, der in aller Einfalt seine Pflicht that, und Gutes stiftete, so viel er konnte, ohne zu glauben, daß er so viel thäte, ohne feierlich auszurufen: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin, wie andere Leute!

Eben so ist die Anmerkung S. LII. beschaffen:

»Ich gebe meine Predigten nicht für Muster aus, wornach meine Kollegen sich bilden sollten. Wenn sie nur daraus absehen, was ungefähr sie vortragen etc. etc.«

O! wie hätte der bescheidene Sebaldus, der, wenn er predigte, und seine Kirchkinder tröstete, und sie zum Guten ermahnte, nur ganz gewöhnlicher Weise seine Pflicht gethan zu haben glaubte, sich auch nur die Idee in den Sinn kommen lassen, er könne jemand ein Muster werden, oder es könnten andere von ihm etwas absehen!

Daß ferner bey diesen Predigten keine biblischen Texte vorhanden sind, zeigt auch genugsam, daß sie weder Sebaldus, noch irgend sonst ein Prediger, der die Gesinnungen der Landleute kennet, gemacht haben kann. Sebaldus wußte viel zu gut, wie viel Gewalt auch nur der bloße Ton eines biblischen Spruchs über die Seele eines Bauren hat, als daß er ein so unschädliches Hülfsmittel nützliche Wahrheiten einzuprägen, hätte vernachläßigen sollen.

Doch, selbst aus der Nachricht des Herausgebers, wie er zu der Handschrift dieser Predigten gekommen sey, erhellet nicht allein deutlich, daß diese Handschriften nicht wohl vom Sebaldus gewesen seyn können, sondern wir kommen dadurch auch auf eine sehr wahrscheinliche Vermuthung, wo sich diese Handschriften eigentlich herschreiben mögen.

Es heist S. XLV. der Vorrede: »Vor einiger Zeit kam ein Dessauischer Jude zu mir, der, nebst andern Waaren, verschiedene Paar schwarze seidne Strümpfe, Halskrausen, etc. etc. fast alles in beschriebenes Papier eingewickelt, mir zum Verkaufe anbot. ›Aber, mein guter Mann, sprach ich, wie kommt Er denn zu Christlichen Halskrausen?‹ ›In einem Dorfe, nicht weit von hier, antwortete er, hat sie mir ein Bauer verkauft, der sie, vor einigen Jahren, nebst dem übrigen, an der Landstraße gefunden zu haben vorgab. Kurz vorher hatte ich Nothankers Geschichte gelesen. Gleich fiel mirs aufs Herz, ob diese Sachen nicht von dem geplünderten Postwagen seyn möchten.‹«

Ist diese Erzälung richtig, so hätte auf den Titel gesetzt werden sollen: Aus dem Makulatur eines Dessauischen Juden abgedruckt, nicht aber: Aus Sebaldus Papieren gezogen, denn dieß letztere Vorgeben ist durch nichts erwiesen. Der Herausgeber hat bey seiner Muthmaßung, die er bloß auf seine Erzählung bauet, in der That sehr wenig historische Kritik gezeigt. Hätte er doch mehr auf die Chronologie, welche die Fackel der Geschichte ist, geachtet. Ists wohl warscheinlich, daß Kleidungsstücke, welche 1763 auf einem Postwagen verloren gegangen sind, noch 1773, unverkauft, mit dem Papier worum sie anfänglich gewickelt gewesen, in den Händen eines Juden seyn sollten? Und warum that er an den Juden die unnöthige Frage, »wie er zu Christlichen Halskrausen komme?« da es ja bekannt ist, daß die Juden abgetragene Christliche Kleider mit eben so wenigem Bedenken in ihre Laden aufnehmen, als die Christen manche abgetragene jüdische Lehre in ihre Dogmatik aufgenommen haben. Und wie kann er auf des Juden unbestimmte und unbewiesene Antwort das geringste bauen? Wenn auch alle die Sachen, die der Jude zum Verkauf anbot, wirklich auf der Landstraße gefunden worden wären, so können sie doch gewiß nicht dem Sebaldus gehört haben. Wie wäre er, der zeitlebens in einer ländlichen Einfalt gelebt hatte, und der aus Noth seine besten Sachen hatte verstoßen müssen, zu seidnen Strümpfen gekommen? Wozu hätte er wohl, nachdem er abgesetzt worden, HalskrausenIn einigen Deutschen Provinzen wurde das Wort Halskrausen bloß Halstücher bedeuten; aber der Zusatz Christliche Halskrausen, scheint anzudeuten, daß es runde Priesterkragen, oder Wolkenkragen gewesen, die man in Sachsen, Krausen nennet. mit sich geführt? Und da er, als er wegreisete, wie S. 114 des ersten Theils seines Lebens berichtet worden, seinen ihm so werthen Kommentar über die Apokalypse bey seinem Freunde Hieronymus zurückließ, ists wohl wahrscheinlich, daß er die Koncepte von alten Predigten sollte mitgenommen haben?

Die Muthmaßung des ungenannten Herausgebers ist also höchst unwahrscheinlich. Wenn man nun aber hingegen aus den sichersten Familiennachrichten weiß, daß Cyriakus seines Vaters Kleider Halskrausen und Manuskripte, so wie auch den geringen Nachlaß des frühzeitig verstorbenen Elardus geerbt hat, wenn ferner unwidersprechlich bewiesen werden kann, daß Cyriakus, als er 1772 von Leipzig wegreisen wollte, seine sämmtliche Kleidung, Bücher und Papiere, zu einem Trödler getragen hat, der vor dem Grimmischen Thore, in der Gegend des Richterschen Kaffegartens wohnt, und seinen hauptsächlichen Abzug an Dessauische Juden hat: wird es nun nicht vielmehr wahrscheinlich, daß die dem ungenannten Herausgeber so zufälliger Weise in die Hände gerathenen Predigten, wenn sie gleich nicht von Sebaldus Nothankern sind, dennoch sehr wohl von Erasmus Nothankern, von Elardus Nothankern, und von Cyriakus Nothankern herrühren können?

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