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Das Leben des Grafen Federigo Confalonieri

Ricarda Huch: Das Leben des Grafen Federigo Confalonieri - Kapitel 31
Quellenangabe
typefiction
booktitleDas Leben des Grafen Federigo Confalonieri
authorRicarda Huch
year1922
firstpub1910
publisherInsel-Verlag
addressLeipzig
titleDas Leben des Grafen Federigo Confalonieri
pages433
created20180730
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Auf die Nachricht, daß die Arconati durch eine jähe Krankheit ihren einzigen Sohn Carlo verloren hätten und, um der unerträglichen Leere ihres Hauses zu entgehen, auf Reisen gegangen wären und sich in einem französischen Bade aufhielten, eilte Confalonieri dorthin, um die unglücklichen Freunde seines Mitempfindens zu versichern. Konstanze, die er allein antraf, da ihr Mann, um sich zu zerstreuen, zur Musik gegangen war, weinte, faßte sich aber bald und lenkte das Gespräch von ihrem Verlust ab auf Federigo, den sie günstig verändert fand. Da er bemerkte, daß er, alt und gebrechlich, an Stelle des heiteren, zukunftfreudigen Carlo hätte sterben sollen, schüttelte sie den Kopf und sagte mit herzlichem Blick: »Warum Gott den Tod unseres Lieblings wollte, weiß ich nicht, aber daß er Euer Leben erhält, das verstehe ich, und das freut mich. Ihr habt es Euch wiedererobert, und es muß Euch lieben und Euch treu sein um Eurer Tapferkeit willen.« Er sprach davon, wie verständnisvoll sie ihm damals beigestanden hätte, als er elend und hoffnungslos nach Europa gekommen sei, und wünschte, er könne ihr zu einem kleinen Teil so hilfreich und tröstlich sein, wie sie ihm gewesen wäre. Das könne er, sagte sie, ihm die Hand reichend, sein Beispiel mache ihr Mut, indem es beweise, was der Wille ausrichten könne. Auf einer Veranda sitzend, sahen sie Arconati in Gesellschaft eleganter Damen, denen er augenscheinlich den Hof 370 machte, aus den Anlagen zurückkehren. Als er Confalonieris ansichtig wurde, verabschiedete er sich von jenen, begrüßte ihn und zog ihn in eines der Zimmer, die sie bewohnten. In Tränen ausbrechend, klagte er sich an, Federigo die Liebe seines Sohnes mißgönnt zu haben und aus Eifersucht es an Freundschaft und Mitgefühl für ihn, den Unglücklichen, Vereinsamten, fehlen gelassen zu haben. Nun sei er selbst verwaist, sein Herz gebrochen; seit dem Tode seines Kindes sei ihm kein Augenblick von Qualen frei gewesen. Konstanze habe ihn an diesen Ort geführt, um ihn zu zerstreuen; sie habe es gut gemeint, aber die fröhlichen Menschen um ihn her vermehrten nur sein Elend. Sein Gesicht, das kurz vorher Lebhaftigkeit und Liebenswürdigkeit ausgestrahlt hatte, fiel zusammen und gab ihm das Ansehen eines Kranken.

Trotz des Mitleidens, das Federigo namentlich mit Konstanze empfand, stieg ein Gefühl siegreicher Kraft in ihm auf. Es war ihm zumute wie einem, der sich durch eine steile und wüste Schlucht durchgerungen hat, und der, obwohl noch unter unfreundlichem Himmel und mit zitternden, zerschundenen Händen, aufatmet und Vertrauen faßt, daß er sein Ziel erreichen werde. Daß Sophie, die nun seine Braut wurde, sich durch ihn beglückt zeigte, bestärkte ihn in dem Gefühl, als sei er noch einmal der Reiche, der verschwenderisch austeilen könne. Die Freunde begrüßten die Heirat fast wie eine verdienstvolle Tat, obwohl die meisten von ihnen im Grunde enttäuscht waren, daß die tragische Ehe mit Teresa Casati ein bedeutungsloses Nachspiel erhielt. Porro, der von jeher eine bewundernde Zuneigung für Teresa gehabt hatte, ließ zuweilen seinen Kummer und seine Empfindlichkeit merken. Auf alle Auseinandersetzung Federigos, warum dieser Schritt für ihn zweckmäßig und warum Sophie eine passende Frau für ihn sei, fiel ihm immer die Entgegnung ein: »Aber 371 Teresa!« die er schließlich unterdrückte, ohne doch anderer Meinung geworden zu sein. Zwar gefiel ihm Sophie, die für alle menschlichen Verhältnisse Verständnis hatte, auf alles einging und immer guter Laune war; aber er konnte es nicht ändern, daß ihm zuweilen, mitten in einem anregenden Gespräch mit ihr, die schöne, stille Teresa einfiel, von der er nie gezweifelt hatte, daß sie alles am besten wisse, und der Federigo Mangel an Geist vorgeworfen hatte. Gerade in diesem Punkte mußte man indessen Sophiens Benehmen bewundernswert finden; denn sie war stets bereit, mit vornehmer Bescheidenheit hinter der Verstorbenen zurückzustehen und dem heilig gehaltenen Schatten den ersten Platz einzuräumen.

Hatte sie diese Selbstverleugnung von Anfang an ihrer leidenschaftlichen Natur mit Anstrengung abgerungen, so wurde es ihr immer schwerer, je häufiger Teresas Andenken ihren Mann wieder beschäftigte. Sie waren einige Monate verheiratet, als es einmal nach einem in Gesellschaft zugebrachten Abend zu einem heftigen Auftritt zwischen ihnen kam. Es war davon die Rede gewesen, daß Federigo bald nach Mailand würde zurückkehren können, und er sagte bei dieser Gelegenheit, daß er es um seines Vaters willen tun würde, daß er sonst aber aus vielen Gründen die Stadt meiden würde, die voll banger Erinnerungen sei; auch möchte er das Haus nicht sehen, wo er mit Teresa gewohnt, nicht die Kirchen, wo sie für ihn gebetet habe. Er würde dort das Gefühl haben, als habe er nicht das Recht mehr, unter den Lebendigen zu verweilen. Er wurde dann still und schien in entlegene Gedanken zu versinken; das Gespräch ging an ihm vorüber wie an einer künstlichen Figur, die sich zuweilen bewegt, aber keinen Anteil im Innern nehmen kann. Auch Sophiens Blicke, die zuweilen traurig, zuweilen vorwurfsvoll auf ihm ruhten, schien er nicht zu bemerken, noch schien er zu 372 wissen, warum sie weinte, als sie zu Hause angekommen waren.

Durch seine Gleichgültigkeit gereizt, schüttete sie aufbrausend ihre Klage vor ihn hin: daß er so gedacht und so gesprochen habe, als ob sie nicht da sei, als ob er sie und sie ihn nichts angehe. Er betrage sich nicht wie einer, der eine Frau geheiratet, sondern der eine Pflegerin angestellt habe. Seine Liebe, seine Sorgfalt, sein Mitgefühl gelte stets nur anderen, für sie, die nur für ihn da sein solle, sei er nicht da.

Er war durch ihre Heftigkeit so betroffen, daß er zuerst um eine Erwiderung verlegen war; dann sagte er, er sei sich nicht bewußt, ihr Anlaß zur Klage gegeben zu haben. Daß er alt und krank sei, habe sie gewußt, ebenso daß Teresa ihm stets das teuerste Heiligtum bleiben würde. Sie habe ihm oft beteuert, daß sie es als ihr höchstes Glück betrachten würde, ihn pflegen und ihn erheitern zu können. Sie hätte ihn nie anders gekannt als an schwermütigen Stimmungen leidend, und es habe sie ihm wert gemacht, daß sie es so gut verstanden habe, solche zu übersehen oder durch anmutige Heiterkeit zu verscheuchen.

Ach, rief sie aus, das alles wären nur Worte, die den eigentlichen Punkt nicht träfen. Sie habe vorausgesetzt, daß er sie liebhabe, und er habe das gewußt. Sie sei noch jung und ihr Blut warm. Er sei erfahren genug, um zu wissen, was ein liebendes Herz an Opfern verheißen, und was man davon annehmen oder gar beanspruchen könne. Sie erwarte nicht die erste Leidenschaft eines Jünglings, nicht einmal die starke Liebe eines Mannes; aber doch Anteil und freundliche Gesinnung, eine seelische Gemeinschaft, die ihr zum Bewußtsein brächte, daß sie seine Gattin, nicht eine gemietete Krankenpflegerin sei.

Federigo hörte still zu, und seine Augen füllten sich 373 langsam mit Tränen. »Du hättest recht,« sagte er, »wenn ich ein Mann wie ein anderer wäre. Aber ich habe dir nie verhehlt, daß ich einer bin, der eine eiserne Kette nachschleppt und sich nicht bewegen kann wie alle anderen. Ich habe gesehen, daß sie mir abgenommen wurde, aber ich fühle sie noch immer. Du mußt mir verzeihen, wenn mein Herz dir nicht so viel geben kann, wie es möchte und sollte.« Schnell gerührt und umgewandelt, ergriff sie seine Hand, küßte sie und versicherte ihm, mit so viel Wärme und Milde, wie er ihr jetzt eben zeige, würde sie zufrieden, ja glücklich sein. Nur wenn er sie ganz vergesse, vergesse, daß sie zu ihm gehöre und für ihn lebe, das entmutige und verbittere sie. Er schüttelte den Kopf und sagte, er fürchte, sie habe sich zuviel zugemutet, der Quell seines Lebens sei vertrocknet, sie müsse neben ihm verschmachten. Er sehe es ein, ohne es ändern zu können.

Seine weiche Stimmung gab ihr sofort die einstige Frische und Zuversicht zurück; allein schon nach wenigen Tagen überkam sie wieder das fröstelnde Gefühl seiner schweren, kalten Seelenlosigkeit. Diesmal sagte er ihr, sie müsse sich abgewöhnen, den Maßstab persönlicher Wünsche an alle Verhältnisse zu legen. Die überschwengliche Hochflut des Lebens sei ihrer Natur nach vorübergehend. Die Ehe sei keine verlängerte Schäferstunde; Gatten sollten sich nicht lieben, sondern sich vertragen. Er konnte einen Ton unzugänglicher Zurückhaltung annehmen, der sie lähmte. Suchte sie sich durch einen Vorwurf oder eine Vorstellung davon zu befreien, so kam es zu Auftritten, die, je öfter sie sich wiederholten, beiden desto widerwärtiger wurden und niemals ein nützliches Ergebnis hatten.

Allmählich gab es Sophie auf, ein Glück zu erhoffen, das seine Farbe von irgendeinem Grade der Liebe oder der freundschaftlichen Zusammengehörigkeit hatte. Sie betrug sich 374 zuvorkommend und sorgsam gegen Federigo, wie etwa eine Gesellschafterin; und nur selten einmal schimmerte ihr Wesen in einem Schmelz von Zärtlichkeit. Anstatt dessen suchte sie Befriedigung in allerhand Äußerlichkeiten, namentlich darin, von allen Freunden und Verwandten ihres Mannes wegen ihrer Liebenswürdigkeit und ihres Taktes anerkannt zu werden. Federigo sah ein, daß die gleichmäßigere Verkehrsart, die sich daraus ergab, ersprießlich war; nur verlor sie damit den Zauber, der sie früher für ihn umgeben hatte, wie sie ihrerseits immer weniger einen Dulder und Helden als einen reizbaren Kranken in ihm sah.

Von Andryane hatte er mehrmals dringende Einladungen erhalten; aber abgesehen davon, daß er sich stets nur vorübergehend in Frankreich aufhielt, ging er deshalb nicht darauf ein, weil er weder bei der französischen noch bei der österreichischen Regierung Anstoß erregen wollte. Bald nachdem er sich verheiratet hatte, erschienen die ersten Bände von Andryanes Denkwürdigkeiten, die seine Berührung mit den revolutionären Kreisen in Genf, seine Verhaftung in Mailand, seinen Prozeß, seine Bekanntschaft mit Confalonieri und die gemeinsame Reise nach dem Spielberg schilderten. Die Bände lagen tagelang umher, bevor Federigo sich entschloß, sie zu lesen; es graute ihm davor, wie wenn er einen Martergang, den keiner zum zweiten Male tut, in Wirklichkeit erneuern sollte. Endlich ermunterte ihn Sophie dazu, deren Ansicht war, er sei es Andryane schuldig, ihm nicht nur für das Buch zu danken, sondern es auch zu lesen. Nach ihrem eigenen Urteil war es zwar nicht eben musterhaft geschrieben; doch gefiel ihr das jugendliche Bestreben, alles freimütig und wahrhaftig darzustellen, und die begeisterte Schilderung Federigos. Gerade, daß er alles Licht auf seinen Helden sammelte und sich selbst, halb eitel, halb demütig, wie einen jungen, von 375 seinem Herrn unzertrennlichen Knappen daran teilhaben ließ, schien ihr einen kindlichen Sinn anzudeuten, den man lieben müsse. Auf Federigo dagegen wirkte alles anders; er fühlte sich an die Öffentlichkeit gezerrt und durch die Verherrlichung seiner Person, von der er wußte, daß sie dem Publikum übertrieben und abgeschmackt vorkommen würde, lächerlich und verächtlich gemacht; um so mehr, als dieser verklärenden Darstellung auf der einen Seite eine Herabsetzung anderer Leidensgefährten entsprach.

Er schrieb an Andryane, er wisse wohl, daß ihm beim Verfassen dieses Buches die Liebe die Hand geführt habe; aber seine Liebe sei schonungsloser als die Feindschaft seiner Feinde. Sein, Andryanes, Sinn strebe nach Öffentlichkeit, wie es seinem Alter und seinen Kräften auch angemessen sei; er aber, Confalonieri, bedürfe des Schattens, um leben zu können. Auch gehöre der Menge nicht, was zwischen vertrauten Herzen sich ereigne. Er sei nun den Neugierigen und Lästerzungen preisgegeben als ein sich selbst vergötternder Theaterheld, der sich mit eigenem und fremdem Unglück wie mit Flittern herausputze. Wenn er das Buch fortsetzen wolle, müsse er ihm versprechen, seine Person aus dem Spiele zu lassen, und wenn er dabei bliebe, sich über Mitgefangene in herabsetzender Weise zu äußern, so sehe er sich gezwungen, ihn, wenn es darauf ankomme, Lügen zu strafen.

Daß er diesem so dringlich ausgesprochenen Wunsche nicht nachkam, entschuldigte Andryane damit, daß der folgende Band schon im Druck sei und nicht mehr zurückgezogen werden könne; auch wich derselbe in der Auffassung und Darstellung nicht von den übrigen ab. Sofort zeigte sich, daß Federigo mit seiner Besorgnis, die Denkwürdigkeiten möchten ein schädliches Aufsehen erregen, recht hatte. Graf Vitaliano war entrüstet über die freventliche Herausforderung Österreichs und über die 376 schamlose Enthüllung von Dingen, die man zuzudecken alle Ursache hätte, und als Freund Andryanes machte er Federigo dafür verantwortlich. Auch Gabrio Casati, der mit Andryane persönlich bekannt und befreundet war, konnte lebhafte Mißbilligung nicht unterdrücken. Die maßgebenden Kreise Mailands sahen in dem Buche ein Erzeugnis pöbelhafter Demagogie, und es war zu befürchten, daß Federigo in dies Urteil mehr oder weniger mit einbezogen würde. Es blieb nicht lange aus, daß Federigo, als er nach Paris kam, auf die österreichische Gesandtschaft gerufen wurde, um allerlei Fragen in bezug auf das Buch und auf seine Beziehungen zum Verfasser desselben zu beantworten. Graf Apponyi, der Gesandte, stellte ihm vor, wie ungeschickt es sei, daß eine so anstößige Veröffentlichung gerade zu einer Zeit gemacht würde, wo der Kaiser von Österreich gesonnen sei, die Prozessierten vom Jahre 1821 auf ihr Ansuchen und gegen ihr Treueversprechen wieder in den österreichischen Untertanenverband aufzunehmen. Sein Benehmen war gewählt und nur dadurch etwas weniger ungezwungen, daß er vermied, Federigo anzureden, weil es ihm peinlich gewesen wäre, ihm den Grafentitel nicht zu geben, den er dem Gesetze nach verloren hatte. Federigo berichtete kurz, welche Schritte er getan habe, Andryane zuerst von der Veröffentlichung von Denkwürdigkeiten überhaupt, dann von der Behandlung seiner Person zurückzuhalten, die ihm beliebt habe. Er halte Andryane für einen Ehrenmann; doch habe ihn die Darstellung dessen, was sie zusammen durchgemacht hätten, so peinlich berührt und die Nichtachtung seiner in bezug darauf geäußerten Wünsche so gekränkt, daß er willens sei, seine Beziehungen zu Andryane abzubrechen. Apponyi meinte, eine solche Maßregel sei wohl hart und werde nicht von ihm verlangt werden können; was seine Regierung wolle, sei nur, eine gewisse Sicherheit über seine Gesinnungen zu 377 gewinnen; allein Federigo entgegnete kühl, das sei ein Schritt, den er zu seiner eigenen Ruhe zu tun für notwendig halte. Übrigens habe er schon mehrfach betont, daß er von seinen früheren Verirrungen zurückgekommen sei, daß er allen politischen Bewegungen fernstehe und nichts erstrebe, als seine letzten Lebensjahre in Mailand als österreichischer Untertan vollenden zu können. Damit erklärte sich Apponyi für durchaus befriedigt, obwohl er es im Grunde nicht war; er konnte zu keinem abschließenden Urteil über diesen Mann kommen, der, wenn er ihm gegenübersaß, so unendlich weit entfernt schien, mit dem er sprach wie mit seinem Stellvertreter, einer wesenlosen Erscheinung, die für ihn herumginge und lebte, während er selbst in dämonischer Verborgenheit den Augenblick seiner Taten erwartete.

An Andryane schrieb Federigo kurz, er werde nie vergessen, was er seiner Liebe danke; da jedoch sein Buch bewiesen hätte, daß sie einander nicht verständen, halte er es zu seinem Schutze für notwendig, die Beziehungen mit ihm abzubrechen. Andryane möchte nicht versuchen, ihn brieflich umzustimmen; sein Entschluß sei ebenso unwandelbar wie teuer erkauft. Als er nach einiger Zeit dennoch einen dicken Brief erhielt, dessen Aufschrift von Alexanders Hand war, zögerte er kaum einen Augenblick, bevor er ihn zurückschickte, ohne ihn eröffnet zu haben. Sophie, die dabei war, konnte ihre Entrüstung über dies Verfahren nicht verbergen. Sie sähe nicht ein, sagte sie, warum Andryane nicht das Recht haben sollte, die Dinge so zu schildern, wie er sie ansähe, und die Menschen so, wie er sie begriffe. Ihr scheine es ungerechtfertigt, wenn Confalonieri mehr Rücksicht auf eine Regierung nehmen wolle, die ihn zum Tode verurteilt habe, als auf einen Freund, dessen einzige Schuld sei, daß er seiner Liebe zu lauten Ausdruck gebe. Federigo antwortete ablehnend; Andryane habe zwischen ihm und 378 dem Beifall eines unverständigen Publikums wählen können, er habe lieber ihn verlieren wollen als die Gelegenheit, von sich reden zu machen.

 

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