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Das Leben der galanten Damen

Pierre de Brantôme: Das Leben der galanten Damen - Kapitel 2
Quellenangabe
typefiction
authorPierre de Bourdeille Seigneur de Brantôme
titleDas Leben der galanten Damen
publisherPaul Aretz Verlag
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
projectid58a9033d
created20070310
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An Seine Gnaden Den Herzog von Alençon Von Brabant und Graf von Flandern, Den Sohn und Bruder unserer Könige

Monseigneur,

Da Ihr mir am Hofe oft die Ehre erwiesen habt, in vertrautester Weise mit mir über verschiedene Anekdoten und Geschichten zu plaudern, die Euch so vertraut und zur Hand sind, daß man sagen möchte, man sieht sie Euch im Munde wachsen, so groß, rasch und fein ist Euer Geist, so fein und köstlich Eure Rede, habe ich es übernommen, diese Gespräche, wie sie geführt wurden, nach meinem besten Können aufzuzeichnen, damit sie Euch, wenn einige darunter Euch gefallen, die Zeit vertreiben und Euch wieder ins Gedächtnis rufen, daß ich bei Euren Gesprächen zugegen war, mit denen Ihr mich beehrt habt wie nur einen Edelmann am Hofe.

Ich widme Euch also, gnädiger Herr, dieses Buch und bitte Euch, es mit Eurem Namen und Eurer Autorität zu decken, Ihr dürft erwarten, daß ich mich mit ernsten Dingen befasse. Ich zeige Euch noch ein anderes an, das ich sozusagen vollendet habe, in dem ich ausführlich vergleichend von sechs großen Prinzen und Feldherren erzähle, deren Ruf heute in der Christenheit verbreitet ist, nämlich: König Heinrich III., Eurem Bruder, Eure Hoheit, Eurem Schwager, dem König von Navarra, Herrn von Guise, Herrn von Maine und Sr. Erlaucht dem Prinzen von Parma, indem ich vor allen andern Eure Tapferkeit, Eure Tüchtigkeit, Eure Verdienste und edlen Taten rühme, worüber ich den Schluß jenen überlasse, die es besser machen können wie ich. Indessen, gnädiger Herr, bitte ich Gott, Euch an Größe, Glück und Erhabenheit stets zu mehren, worin ich für immer verbleibe Euer demütigster und gehorsamster Untertan,

Euer ergebenster Diener        

Bourdeille

Klage über den Tod des Herzogs von Alençon

Ich hatte diesen zweiten Teil meiner »Frauen« meinem vorgenannten Herrn von Alençon bei Lebzeiten gewidmet, da er mir die Ehre erwies, mich zu lieben und sehr vertraut mit mir zu plaudern, und da er nach guten Geschichten sehr begierig war; nun, obgleich sein großherziger, tapferer und edler Leib unter seiner ehrenhaften Klinge liegt, habe ich darum doch nicht die Widmung widerrufen wollen, sondern ich bringe sie seiner ruhmvollen Asche und seinem göttlichen Geist, von dessen Tapferkeit, hohen Taten und Verdiensten ich gelegentlich der anderen erhabenen Prinzen und Feldherren rede; denn wenn einer, dann ist er es sicherlich gewesen, wenn er auch sehr jung gestorben ist.

Von ernsten Dingen ist genug geredet, nun wollen wir ein wenig von den lustigen hören.

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