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Das Haus zur Flamm'

Helene Böhlau: Das Haus zur Flamm' - Kapitel 4
Quellenangabe
typefiction
booktitleDas Haus zur Flamm'
authorHelene Böhlau
year1907
firstpub1907
publisherEgon Fleischel
addressBerlin
titleDas Haus zur Flamm'
pages373
created20140310
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Und wie Marianne Gamander es vorhergesagt, so kam es. ›Gnädige Frau,‹ rief eine etwas steife Stimme vor dem Fenster. Bernus stand geärgert auf, ›da haben wir's, da kommen sie – die –.‹

Man konnte sich etwa nach der Stimme draußen einen sehr korrekten, langen, steifen Menschen vorstellen. Marianne beugte sich zum Fenster hinaus. ›Guten Abend, Herr Bezirksrichter.‹ Sie sah zwei Gestalten. ›Guten Abend.‹ ›Wirklich,‹ sagte sie, ›bringen Sie Ihren Freund mit, das ist schön von Ihnen.‹ ›Gnädige Frau, haben uns freundlich gestattet.‹ ›Natürlich,‹ brummte Bernus hinter der Szene.

›Gnädige Frau,‹ sagte jetzt eine lebendige Stimme aus der Dunkelheit herauf, ›sind außerordentlich gastfrei, mit mir ist aber keinerlei Staat zu machen. Lassen wir's. Ich schlendere eben so gerne unter Ihren Bäumen hier auf und nieder, während mein Freund bei Ihnen plaudert.‹

61 ›Bravo,‹ sagte Bernus, ›soll's nur tun.‹

Frau Marianne aber lud den Fremden warm ein.

›Mutter Natur gab Ihnen eine lebendige Stimme,‹ sagte der unten, ›wollen sehen, also auf meine und Ihre Verantwortung.‹

Marianne begrüßte sich mit den Ankömmlingen in der Tür des Hauses. Sie trug den siebenarmigen Leuchter, den sie liebte, mit den sieben brennenden Kerzen.

›Jüdische Leuchte,‹ sagte der vom Bezirksrichter Mitgebrachte. ›Jüdisches Blut?‹

›Ja,‹ sagte Marianne. ›Gott sei Dank, daß meine Mutter aus dem alten Testamente kam.‹

›Dann wag ich's eher, dann ist's immerhin möglich. Ohne das glaube ich, kehrte ich auf der Schwelle um. Einen Funken Orient sollte jeder Germane haben, dann würde es um einige Grad wärmer in Deutschland werden, – vielleicht.‹

Dabei waren sie in den Vorplatz getreten. Bernus und Hermann standen wie Verbündete und hatten zugehört. Bernus: ›Einen Funken Orient, ja, aber nur den glühenden, der aus den Feuerherzen der Makkabäer stammt.‹

Der Fremde schaute gespannt auf Bernus, den Geheimrat.

62 ›Es wäre hinterlistig,‹ sagte er herb, ›mich hier einzudrängen. Herr Bezirksrichter, wenn du deinen Besuch beendet hast, suche mich unter den Nußbäumen. Auf den Spitzbubenpfiff hör ich. Einen guten Abend, und gute Unterhaltung,‹ und fort war er.

›Ich muß mich entschuldigen‹, sagte Herr von Rößler, der Bezirksrichter, ›gnädige Frau. Verzeihen Sie, mein Freund ist etwas unberechenbarer Natur.‹

Marianne sprach ihr Bedauern aus, daß nun schließlich der geheimnisvolle Freund wieder abgesprungen sei.

›Geheimnisvoll, gnädige Frau, ist kaum das richtige Wort. Für mich ist er eine sehr einfache Natur.‹

Herr von Rößler war eine wirklich elegante, etwas zu korrekt geratene Persönlichkeit. Seine Stimme hatte nicht getäuscht, auch die Steifheit seiner Stimme hatte nicht getäuscht. Er machte den Eindruck eines Mannes, der viel auf sich hält.

Seit wenigen Wochen war er erst in das kleine Nest, das am Fuße von Frau Mariannens Berghaus lag, versetzt worden. Er ließ im Gespräch durchblicken, daß er an ganz andere Verhältnisse gewöhnt sei.

›Fader Kerl,‹ flüsterte Bernus seiner guten Freundin unbemerkt zu.

63 Marianne goß dem Gast ein Glas Wein ein. ›Nun sagen Sie, weshalb blieb er nicht?‹

›Weil er,‹ sagte Herr von Rößler, ›mit sogenannt wohlsituierten Leuten eigentlich nicht verkehrt und sie vielleicht mit ihm nicht.‹

Bernus lächelte und stieß mit dem korrekten Herrn an.

›Kein Ding ohne Ausnahme.‹

›Ja, bei mir liegt der Fall eigentümlich.‹ Herr von Rößler bekam etwas ganz besonders Zugeknöpftes.

›Er ist Ihr Freund?‹ frug Marianne.

›Jawohl – ja – mein Freund.‹

›Sagen Sie, Herr Bezirksrichter, Sie machten doch neulich eine Andeutung, oder hab ich mißverstanden – er ist . . . . wie soll ich sagen?‹

›Er ist Büßer,‹ unterbrach er sie – ›umschreiben wir's: Büßer.‹

Herr von Rößler wurde steifer und steifer. Sein schwarzer Gehrock schien noch tadelloser als bisher zu sitzen. Seine Wäsche leuchtete vor Vollkommenheit. Seine Kleider, sein Rock, sein Schuhwerk, alles sprach für ihn und mit ihm. Noch nie war in der kleinen Stadt so ein Bezirksrichter gewesen wie dieser. Immer hatten sie kleine dicke, etwas ausrangierte Herren gehabt.

›Ei der tausend,‹ sagte Geheimrat Bernus.

64 ›Ja, sonderbar, nicht wahr?‹

›Das sind ja eigentümliche Verhältnisse hier,‹ meinte Bernus amüsiert.

›Wie man's nimmt. Die Gefängnisverhältnisse sind ganz abweichender Art – sagen wir liberal.

›Es könnte sein, daß mich gerade diese bewogen hätten – – lassen wir das. – Den Baumgarten muß man kennen. – Wenn man ihn kennt – – man kann nicht anders.‹

›Sie sprechen in Rätseln, Herr Bezirksrichter,‹ sagte Bernus.

›Ja, verehrter Herr, es bleibt mir nichts übrig; auch wenn ich ganz klar sprechen würde, rätselhaft bliebe es Ihnen auf alle Fälle.‹

›Sagen Sie mal ernstlich, er sitzt also jetzt augenblicklich wirklich bei Ihnen unter ihrer richterlichen Obhut? Und wie kommt es denn, daß sie mit ihm – so vertraulich – verzeihen Sie . . . .‹

Herr von Rößler sah dem heitern Geheimrat fest ins Auge. ›Herr Geheimrat, er ist jetzt – soeben auf Urlaub, – sozusagen.‹

›Ist er,‹ frug Marianne teilnahmsvoll, ›durch Unglück in diese Lage gekommen?‹

›Durch Unglück?‹ wiederholte der Bezirksrichter – ›Nein.‹ Er rieb sich mit der Hand über die Stirne. 65 ›Außergewöhnliche Verhältnisse, meine Gnädigste. Er lebt, wie er will; es ist eine Freude mit ihm zusammen zu sein. Er kommt zu uns, weil es ihm beliebt. Er befindet sich bei uns wohl. Es liegt eigentlich kein rechter Grund vor, – vielmehr ist's so eine Art Marotte von ihm. Wir klügeln den Grund gewöhnlich miteinander aus. – Freilich ist das keine Sache für einen Bezirksrichter – wenn man alles bedenkt.‹ Das sagte er lachend und fuhr fort: ›Mein Freund ist nie alltäglich. – Er rüttelt einen immer auf – und das braucht man. Den zu verstehen – ich sage Ihnen, da fallen wir alle durchs Examen! Ja wohl, Herr Geheimrat.‹ So sprach Herr von Rößler ungeschickt, steif und verlegen von seinem sogenannten Freunde.

›Vielleicht lernen sie ihn kennen, trotzdem er keine rechten Ehrgeize hat. Er treibt sich den ganzen Sommer zwischen Bauern und Volk umher. Wenn ich ihm nicht von der gnädigen Frau erzählt hätte, würde ich ihn schwerlich bis hierher gebracht haben.‹

›Ja, von der gnädigen Frau,‹ sagte Bernus schelmisch, ›der fliegt so manches zu. Sei es wie es sei: ein Bezirksrichter, der mit seinem Strolch, oder Büßer, wie Sie sagten, nachts einsame, verschwiegene Wege 66 geht, findet sich wie von selbst zu Frau Marianne, der Allverstehenden.

›Überhaupt, was täten wir ohne so manche liebe Frau, die still und wissend durch die Welt geht und vereinsamte Herzen begreift. Das Unbekannteste auf Erden ist die Frau. Das ist mal Tatsache. – Jetzt machen sich die Herren Professoren und gelehrten Herren darüber her, das Rätsel zu lösen. – Aus dieser Löserei ist so eine Art Hexenverbrennung im modernen Stil geworden – und die gelehrten Herren sind gerade noch so kollerig und zutappend und allweise wie Anno dazumal.‹

›Unserer lieben Frau Gamander!‹ Bernus hob sein Glas und nickte seiner Freundin zu.

›Sonderbar, Hans,‹ sagte Marianne, ›du bist doch ein dankbarer Mensch! Es ist wahr, nur ein dankbarer Mensch mit seinem Gedächtnis kann die Frauen begreifen. Was wir auch tun und sagen, verschwindet wie Wellenbewegung. Nirgends ist's aufgeschrieben wie in den Herzen der Menschen, und die sind hart wie härtester Stein oder weich wie Butter. Im besten Falle verschwinden wir in die große Schar der guten Geister, die wie schönes Wetter an den Männern vorüberfliegen. Um ihnen lebendig zu bleiben, müßte man sich ihnen schon materieller in Erinnerung bringen. 67 Weißt du noch, als wir einmal, zu lustiger Stunde, uns das Dankbarkeitsmenü von einem Lebemann ausdachten?

›Jede Frau, die er geliebt hat und die für ihn mit dem Räuschchen verschwand, verwandelte sich aus purer Güte in seine Lieblingsspeise. Es könnte einer am Ende seiner Liebeslaufbahn oft ein ganz stattliches Menü beieinander haben. Die erste zarte Liebste, weißt du noch, versänke wie alle späteren und wäre dann ein köstliches Wunschsüppchen geworden, im zierlichen Gefäß, der Anfang zu einem Tischchen deck dich. Wieder eine verschwände und statt ihrer besäße er eine Kristallflasche voll ewig frischen Weines, frisch und stark wie des Weibes Liebe war. An Weinen, Forellen, zarten Braten, würzigen Puddings und Zuspeisen aller Art würde es dem Herrn nicht fehlen. Selbst die kalte Schöne würde zu Vanilleeis oder irgend einem Creme, und eine ganz besonders kleine feine Schlanke läge als lebenslängliche Henry Clay in seinen Händen; eine andere dampfte als Mokka-Kaffee und erinnerte an pikante Abenteuer, und es wäre eine Ehre und Freude für jede so hinzuschmelzen in Wohlgeschmack für ihn.‹ Mariannens Augen lachten. ›Er verschlänge sie auf diese Weise gern des öftern, treu in der Erinnerung.‹

68 ›Ich habe nicht gewußt, daß gnädige Frau so humoristisch und boshaft sein kann.‹

›Ja, Herr Bezirksrichter, so eine lange, manchmal mißhandelte Sanftheit will auch ihre Feiertage haben.‹

So plauderten die Leute im Berghaus, beschienen von der Benareslampe, und jeder sprach zu Frau Marianne gewendet, nicht aus Höflichkeit zur Frau des Hauses, sondern weil ihr die Herzen zuflogen wie der brennenden Kerze die Falter. Es war auch nicht ihrer Schönheit und ihrer geistigen Regsamkeit wegen; das alles nebenbei. In ihr strömte das Leben stark und gütig und voller Wonne am Dasein, in ihrer Nähe erwachten die Halbschläfer, denn sie saßen am Quell des Lebens.

 


 

Draußen klangen eilige Schritte, laufende Schritte. – In großen Sätzen kam es näher. – Die im Zimmer lauschten auf diese Schritte.

Die Türe zum Hause ging auf. Die alte Treppe knarrte. Nicht stufenweise, sondern springend über 69 zwei, drei Stufen wurde sie betreten. Ehe die im Zimmer sich besinnen konnten, ward die Türe sachte und höflich geöffnet, und des Bezirksrichters Freund trat ein.

Frau Marianne bekam ihre tadellose förmliche Verbeugung. Mit einem ruhigen Handgriff strich er sich das Haar aus der Stirn. Er schien sich zu sammeln.

›Zwei ganz arme Kerlchen sind in der Nähe Ihres Hauses, ich muß Ihren Frieden stören, gnädige Frau. Zwei Verwundete liegen unter den Nußbäumen. Erschrecken Sie nicht,‹ sagte er, als wenn es sich um etwas vollkommen Alltägliches und Gleichgültiges handelte.

›Ja, um Himmels willen!‹ rief Frau Marianne und Hermann zu gleicher Zeit.

›Eine ganz abgedroschene Liebesgeschichte,‹ unterbrach des Bezirksrichters sonderbarer Freund die aufsteigende Bewegung.

Angesichts der trockenen Ruhe des Freundes kam man im ersten Augenblick trotz aller Betroffenheit zu keinem rechten Bewußtsein der Tatsache.

›Es ist schließlich nicht merkwürdiger als irgend etwas anderes auch, es gibt ganz unauffällige Ereignisse und Scherze, die an sich viel merkwürdiger sind; nur geholfen muß werden,‹ sagte der sonderbare Heilige in größter Gemütsruhe.

70 Marianne hatte sich erhoben. ›Sie wollen uns doch nicht irre führen? Was soll man glauben? Gilt's zu helfen?‹

›Ja, gnädige Frau. Es liegen wirklich zwei Verwundete unter Ihren Nußbäumen, zwei, die eine Liebesgeschichte voreilig abschließen wollten.‹

Der Bezirksrichter fiel ein: ›So sag es doch ganz einfach.‹

›Wüßt es nicht einfacher zu sagen.‹

Marianne war nach dem ersten Schreck so weit gefaßt. Bernus brummte etwas von verfluchter Störerei und niederträchtiger Unverschämtheit. Der Bezirksrichter setzte seine trockenste, unerschütterlichste Dienstmiene auf. Marianne rief nach Nickele, dem Hausmeister und dessen Frau.

›Und wo steckt mein Hausfräulein?‹ rief Marianne erregt und ging eilig, gefolgt von Hermann, zur Tür hinaus.

›Ja, wo wird die stecken,‹ sagte Bernus.

Der alte, kleine, spitzige Hausmeister trat ein und wurde hinunter zum Doktor geschickt und die größte Eile ihm anbefohlen.

Marianne kam mit einem Arm voll Leinen eifrigst ins Zimmer zurück.

›Cognac,‹ sagte Baumgarten.

71 Die Köchin, eine kleine, fette, blonde Person brachte auch allerlei in großer Verwirrung geschleppt und überreichte es Baumgarten mit einem gewohnheitsmäßigen Lächeln, was sie sicher für jedes männliche Wesen zu jeder Stunde bereit hielt. Der Fremde verbeugte sich tadellos mit größter Ehrerbietung vor ihr. ›Schmierbiges Lächeln,‹ sagte er wie zu sich selbst. ›Lächelst du immer noch, Kleopatra?‹ Die Köchin stieß einen leichten Schrei aus.

›Herr Baumgarten, is dös möglich!‹

Marianne blickte erstaunt und unangenehm berührt auf Baumgarten. Dieser gab Geheimrat Bernus ein zerknittertes, von einer Nadel durchstochenes Blatt in die Hand, auf dem mit verwässerter, blasser Tinte, wie man sie in Landgasthöfen findet, zu lesen war:

›Für die Liebe verfeinerter Menschen sind die Lebensumstände zu roh. Überall Beleidigung und Hindernisse. Wir erlösten uns –. Die ihr uns findet, laßt unsere irdischen Reste in vereinten Flammen zum Himmel steigen.‹ Bernus überflog das Blatt, gab es kopfschüttelnd zurück.

Mariannens Korb war inzwischen mit allem Nötigen hastig gepackt, und so machten sie sich auf den Weg, dem geheimnisvollen, bewegenden Ziele zu, 72 geführt von Jonathan Baumgarten. Marianne, Hermann, Bernus, die Köchin mit dem schmierbigen Lächeln, die Hausmeisterin. Sie trafen die Stütze der Hausfrau, die sich bis jetzt nicht gefunden hatte, und fanden sie damit beschäftigt, ein Herz in einen Baumstamm zu schnitzen. Diese Jungfrau schloß sich begierig und aufgeregt den andern an.

›So,‹ sagte Frau Gamander, ›nun bleiben Sie fürs erste einmal alle hier zurück. Sie, Herr Baumgarten,‹ sie wendete sich an den Freund des Bezirksrichters, ›kommen mir vor, als wenn Sie hier zu gebrauchen wären. Alle anderen sollen einstweilen warten. Wir wollen die beiden Ärmsten nicht durch zu viele auf einmal erschrecken.‹

Frau Gamander nahm den Korb, der ihr von der Köchin übergeben war, in Empfang und ging mit Baumgarten unter den hohen Nußbäumen hin.

›Werden Sie sich auch nicht zu sehr erregen?‹ fragte Baumgarten.

›Nein,‹ sagte sie ruhig, ›es wäre mir freilich schon lieber gewesen, ich hätte die beiden heut nachmittag an meinem Teetisch gehabt und wir hätten miteinander über Liebe gesprochen. So was hilft oft.‹

Im hellen Mondschein kauerten, nahe am Wege, zwei Gestalten.

73 ›Bleiben auch Sie zurück,‹ sagte Frau Gamander leise.

Ein grau beschuhtes Füßchen, eine zarte Gestalt in weißem Kleid, ein blondes Köpfchen, hilflos angeschmiegt an die Schulter eines jungen Mannes, der gebeugt dasaß, bleich, leidend, die Stirn blutüberströmt. Die Hand des Weibchens hielt ein blutgetränktes Taschentuch. Ihr Kleid blutbefleckt. Jonathan Baumgarten war mit der Laterne einige Schritte hinter Marianne zurückgeblieben und hörte, wie sie die beiden anredete, mit einer Stimme, die in ihrer blühenden Mütterlichkeit Sterbende beruhigen konnte.

›Die erste liebe wundervolle Menschenstimme, so lang ich auf Erden bin, – die andern haben nur ein ganz notdürftiges Ausdrucksmittel‹ dachte er. Er stand und sah, wie Marianne sich zu den Verwundeten beugte. Sie nahm das Köpfchen der jungen Frau sanft an ihre Schulter und winkte ihrem Begleiter. Es lag etwas wie tiefes Leiden und Freuen der Welt in ihren Bewegungen. Sie war mitfühlend und doch froh lebendig. Es lag auch viel ungestillte Sehnsucht eines großen Temperaments in ihr.

Jonathan Baumgarten dachte an ein altes silbernes Madonnenbild, dem die Glutstrahlen wie goldene Kornährenbündel aus den Händen wuchsen. ›Da 74 wäre es, das tägliche Brot, nach dem die Seelen hungern.‹

Er half ihr, aber ließ sie gewähren. Sie tat, was sie tat in Weltvergessenheit, und es gab in diesem Augenblick nur diese beiden verwirrten und entsetzten Kreaturen auf Erden, über die sie ihre sehnsuchtsvoll dürstende Liebe strömen ließ.

Der junge Mann sank in Mattigkeit zurück, nachdem Marianne ihm seine Wunde am Kopf mit Wasser gekühlt und mit weichem Linnen verbunden hatte.

Jonathan Baumgarten, der ihn stützte, flüsterte ihm beruhigende Worte zu. Der Arzt kam bald. Alle hatten zu tun. Marianne ordnete an, im Hause die Betten für die Findlinge bereit zu machen. Vom Arzt wurden Baumgartens Beruhigungen bestätigt. Er machte den Verband des jungen Mannes kunstgerechter, und es stellte sich heraus, daß das ganz in Schrecken aufgelöste Weibchen unverwundet war.

Der Doktor, ein starker Mann mit hängenden, mächtigen Gliedern, lebhaften braunen Augen und einer gewaltigen Stimme. ›Oho, oho,‹ sagte er, als er die kleine Frau sorgsam nach einer Verwundung untersuchte. ›Ganz frei ausgegangen. Gratuliere! Ich bin ganz einverstanden, daß wer die liebe Sonne nicht liebt und die Liebe nicht versteht, sich aus diesem 75 Lebenskreis entfernt. Nun, ich gratuliere, Püppchen,‹ wendete er sich an das zierliche Persönchen, ›sehn Sie, nun kann's weitergehen, nun können wir uns wieder Toilettchen kaufen und so schöne graue Stiefelchen.‹ Darauf nahm der Doktor das kleine, zitternde, lautschluchzende Wesen in die Arme und trug es allen voran, Mariannens Behausung zu.

Jonathan Baumgarten und der Geheimrat nahmen den jungen Mann in ihre Mitte und trugen ihn fast, denn er war vor Schwäche und Erregung kaum bei sich.

Auf dem Wege sang der Doktor ganz unbekümmert um seine schluchzende Last:

›Du liebes Herz
blick erdenwärts
und sieh deß Frühlingsschein,
ein Kuß, ein leichter Druck der Hand
führt uns ins Zauberland.
So mag es uns geschehn.
Ein Blütenduft, ein Vogelsang
schließt uns das Herz schon auf.‹

›Herrgott,‹ sagte Marianne Gamander zu ihrem Sohne, ›wie nur seine Frau so 'n Männergesangverein hat heiraten können, so 'n Orchestrion.‹

›Laß nur, Goldele, wollen froh sein, daß wir ihn erwischt haben. Sieh nur, wie er die kleine eklige 76 Trine schleppt, die wird freilich glauben, sie liegt mit dem Ohr an einer Orgel.‹

›Geh,‹ sagte Marianne, ›wen findest du nicht eklig.‹

›Die beiden mal sicher. Er ist 'ne lyrische Laus. Sei vorsichtig, Goldele.‹

›Kalter Bub,‹ sagte Frau Gamander!

›Mutter, brauchen tote Leut erst totgeschossen zu werden. Die hätten sich's sparen können.‹

›Wie voreilig du sprichst.‹

›Eine dumme Kiste, sage ich dir.‹

›Pfui, Bub!‹

Die beiden Voreiligen waren bald jedes in einem Zimmerchen zu Bett gebracht. Es war nach großer Geschäftigkeit wieder einige Ruhe im Hause eingezogen. Der Doktor saß jetzt mit einem Glase Wein draußen auf einer Bank vor dem Haus und sang. Er hatte sich das so ausgebeten.

Sein Tag war heiß gewesen, und er wollte noch eine ruhige Stunde auf diese Weise genießen. ›Auf so einem Bergesgipfel, mit einem Glase Wein, im hellen Mondschein sitzen und singen wie der Weltenwächter, kann denen drin nur beruhigend sein‹ hatte er gesagt.

›Frau Marianne, hören Sie nachher auf mich, 77 ich singe Ihnen, was das Herz Ihnen bewegen soll. Ich singe nur für Sie. Aber gehen Sie hinauf in Ihr Zimmer, niemand soll sich um mich bekümmern, ich hab mein Sach auf nichts gestellt.‹

 


 

Jesus Maria Josef und alle Teufel! Himmel und Hölle! Jetzt bleiben wir aber beieinander,‹ sagte Bernus zu Frau Marianne und ihrem Sohn, als sie sich im traulichen Raum unter der Benareslampe wieder zusammengefunden hatten. ›Hol der Teufel alle Romanhelden! Hab ich's nicht immer gesagt: es kommt noch mal einer, der sich in deinem Salon erschießen möchte, weil er auf der Welt keinen geeigneteren Platz dazu finden kann? – Ich werd mich hüten, wieder so etwas vorspuken zu lassen. Na, nun hast du ja allerhand beieinander, um die Seele zu erquicken; – für den Anfang reicht's gewiß! 'nen Zuchthäusler auf Urlaub, einen unbegreiflichen Bezirksrichter, einen ewig treuen Geheimrat, – hör doch nur, einen singenden Mann und zwei halb Erschossene. – Besetzt!‹

›Sei doch still, Bernus. Ich will ihm zuhören. 78 Wundervoll ist die Stimme in der stillen Nacht. – Ein guter Mensch.‹

›Eine nette Gesellschaft für eine geschmackvolle Frau.‹

Marianne lachte ›ja, geschmackvolle Frau! Wie du mich kennst, Herr Geheimrat. Das ist's nicht, was sie alle zu mir führt. Ein bißchen Schein, ein bißchen Geist und Welt; das mag locken – aber was sie zurückführt, ist die barmherzige Mutter. Wahrheit und Stil ist's: daß sie mich zuletzt nur mütterlich empfinden. Kommen sie mit ihren Wunden, ich verbinde sie. Sie wissen gar nicht, ob es eine barmherzige Schwester oder wer es ihnen tut. Du, mein Lieber, kämst längst nicht mehr zur geschmackvollen Frau, die dich enttäuschte, wenn du's nicht hier so warm empfändest, wenn du hier nicht wieder zum guten Kinde würdest.‹

›Glaub mir, mein Kind, versprühte Liebeskraft.‹ sagte Bernus, ›die für einen einzigen bestimmt war.‹

›Der's nicht verbrauchen kann,‹ lachte Marianne. ›Sie sollten nur alle mehr ihre Liebeskraft versprühn. Man sollte den Menschen wundervolle, wohltuende Dinge sagen, aber alles schweigt, wie taubstumme Feinde schweigen sie alle. Eins werden mit jedem Wesen, jedem Baum, jedem Leid, jeder Wiese, jeder 79 Freude! In jedem Lump könnte man das so viel genannte ›Göttliche‹ erwecken. Das könnte ein Leben werden! Was wäre da euer kluger, kühler, nützlicher Verstand dagegen? Was würden wir erfahren, wenn die Herzen zu leben und zu denken begännen! Selbst die Philister würden wie alte Kartoffeln im Keller zu keimen anfangen. Geht mit eurer eingesperrten Liebe! Ihr meint, ihr habt sie, und sie vertrocknet euch. Gottlob, daß meine wach ist!‹ sagte Marianne heiter und schaute in die herrliche milde Nacht hinaus.

Hermann saß an seiner Mutter Schreibtisch und schrieb in sein Tagebuch. ›Mutter,‹ sagte er, ›du mußt mir heute noch etwas auf mein neues Löschblatt schreiben.‹

Sie suchte und nahm drei weiße Blättchen – ›hab's schon, Bub.‹

›Liebste, gnädige Freundin, laß mich's sehn‹ bat Bernus. ›Hier,‹ sagte sie, ›aber lach nicht, du kennst unsere Gebräuche.‹

›Sie sind mir heilig, Marianne.‹ Zögernd und wie ein Kind lächelnd gab sie ihm die Blätter.

Auf dem ersten stand: Sei gut. Denk Gutes. Tu Gutes. Auf dem zweiten: Du gehörst mir, mein Liebling. Auf dem dritten: Sei lieb und gut, auch wenn dich niemand sieht.

80 ›Du Kind,‹ sagte Bernus warm.

Mariannens Augen strahlten sommerlich.

›Nur so weit ein Mensch Kind ist, ist er lebendig, glaub's mir Bernus. In unseren Kindereien liegt das Allersüßeste. Wir könnten beide nicht schlafen gehen, wenn wir unsern Tag nicht aufgezeichnet hätten. Wenn er nicht bei mir ist, tun wir's wenigstens so weit als möglich zur selben Stunde. Du weißt's ja. Er schreibt mir in mein Buch auf jede Seite das Datum mit rotem Stift und ich ihm. Und oft finden wir gegenseitig unvermutet ein liebes Wort. Ist das lieb so ein herzliches: Da bin ich bei dir! Du kennst uns ja, Bernus. Daß die meisten Menschen ohne sanfte Gebräuche beieinander leben, das entfernt sie so voneinander, glaub's mir.‹

Bernus legte seine Hand auf Hermanns Schulter. ›Glücklicher Kerl,‹ sagte er.

›Ja, Onkel Bernus, es ist gar nicht so leicht einen Menschen glücklich zu machen. Frag die Mutter. Wenn ich denke, wie reich bin ich! Was erlebe ich gegen all meine Kameraden und wär sonst grad so ein kalter Frosch wie alle andern.‹

Die Köchin brachte jetzt den Tee und den Imbiß, den Marianne nach allen Anstrengungen bestellt hatte.

81 ›Das kenne ich!‹ sagte Bernus, ›wenn die Störenfriede, gleich welcher Art, endlich verweht sind, dann noch so ein gesegnetes Teestündchen zur Belohnung.‹

›Ich dächte auch,‹ sagte Marianne, ›daß wir die verdient hätten.‹

›Gnädige Frau,‹ sagte die Köchin, die Jonathan Baumgartner, der oben noch bei den Kranken wachte, Kleopatra genannt hatte, ›Gnä' Frau.‹ Sie winkte Marianne beiseite und sagte flüsternd, aber sehr erregt: ›Gnä' Frau, das ist ja der Herr Baumgarten, wissen's der, der bei uns in Brenning so oft gesessen is.‹

›Gesessen?‹ frug Marianne zerstreut.

›Ja, nöt auf'n Stuhl.‹ Die Köchin mit ihrem kleinen, blassen, fetten Gesicht, dem blonden Haar, der rundlichen Figur, die ganz aus zartem Fett gebildet zu sein schien, war bis zum Rand mit Neuigkeiten gefüllt. Es brodelte über. Die feuchten Lippen schmeckten die Worte ordentlich. ›Ich will ihm nöt schaden, g'wiß nöt. Er ist 'n guater Mensch – aber dös is g'wiß, g'sessen is er, und spinnen tuat er anständig.‹

Die hübsche kleine Person hatte jetzt noch Bernus und Hermann zu Zuhörern bekommen. Bernus hatte den Arm um Hermanns Schulter gelegt.

›Ja,‹ meinte die Köchin gelassen, ›sitzen tuat er 82 a wieder hier, gnä' Frau. I woas nöt, wie dös alles is. I woas nöt, wie a Mensch so ganz ausg'schamt sein kann, und is dabei so a liaber Kerl so viel fein und freigiebig wie der Herr Staatsanwalt.‹

›Herr von Rößler ist doch Bezirksrichter?‹ fragte Marianne.

›I red ja vom Baumgarten, vom andern,‹ fuhr die Köchin lebhaft auf. Die kleinen grauen Augen, die in dicken, zarten Lidern wie eingebettet steckten, flimmerten. Das ganze schwappliche Persönchen war von Sensationslüsternheit durchdrungen.

›Gnädiger Herr,‹ sagte sie zu Bernus, ›dös will ich beschwör'n, daß der Baumgarten Staatsanwalt war. Draußen, – nöt herinnen –. Der Baumgarten nöt, der andere.‹

›Der Baumgarten?‹ frug Hermann, ›Sie spinnen, Zenzi.‹

›G'wiß nöt, so wahr i selig werden will, gnä' Frau weiß, daß i in Brenning mei zwei Jahr abg'deant hab, bei der Verwalterin in der Gefängniskuchel.‹

›Oho!‹ sagte Bernus, ›das war ja ein nettes Gefängnis, wo so ein Kochgenie, wie die Zenzi, angestellt werden mußte.‹

›Do hätten's g'spannt, gnä' Herr. Alleweil Linsen 83 mit Speck, Erbsen, plentene Knödl. Alle heiligen Zeiten amal a Suppen mit an Suppenfleisch. Dös hat mir auf d' Läng nöt paßt.‹

Die fette kleine Köchin machte ein Näschen als schnupperte sie alle Küchenwohlgerüche, und ihre kleinen runden Hände, mit denen sie eben eine knetende Geste ausführte, bekamen etwas ganz Sündhaftes, in Sinnenfreuden Spielendes.

Bernus zwinkerte Marianne von der Seite an und lachte.

›Nun begreife ich unsere feinen Diners hier auf dem infamen Gipfel.‹

›Lieber Freund,‹ sagte Marianne, ›ich denke, du glaubst bald an meine Lebenskünstlerschaft.‹

›I woaß nöt,‹ sagte Zenzi, die Köchin, ›wenn unsereins sich aufführen tat, wie den Herrn Bezirksrichter sein Spezi, der Herr Staatsanwalt, i mein mal nöt, daß unsereins so eschtimiert würde.‹

›Ach, gehen Sie, Zenzi, mit Ihrem Staatsanwalt,‹ sagte Bernus lachend.

›Freilich, Staatsanwalt is er g'wesen. Davongangen is er ihnen, weils sein Guschto nöt war und runtergekommen is er – – ganz anständig a noch.

›Aber ein seelenguater Mensch – da war koaner, den er nöt getröst hätte, koaner war ihm zu notig. 84 Wenn der November so rankommen is, is der Baumgarten eingerückt. Die Verwalterin hat allemal g'sagt: Was wird er denn heint auspelzt ham. Der, der Hallodri, der.

›Alle ha mer gespannt. In seinen Keichen ha mer an Kranzel gestift mit an ›Willkommen‹ dazu.

›An jeder hat was von ihm g'habt, die Verwalterskinder Nachhilfsstund. Die besten weizenen Knödel hat er machen gekinnt. Die Bücher hat er geführt, den Herrn Bezirksamtmann sei rechte Hand is er überhaupt g'wesen. Sicher is er's noch. – Die beiden Herrn ham z'amg'hockt.‹

›Sagen Sie mal, Zenzi,‹ frug Marianne, ›was um Himmels willen hat er denn aber immer getan, daß er eingesperrt wurde?‹

›Baschquillelen,‹ sagte die Köchin trocken.

›Baschquillelen? Was für eine Art Verbrechen ist denn das?‹

›Reimeln, so Verdrußliadln, Herr Geheimrat, über die Regierung. Wenn er gar nichts mehr hatte, machte er so 'n Baschquillele. In oaner Wirtschaft hat er's dann g'sungen. Da war er bald wieder bei uns; und weil er ein Studierter ist, hat er's immer gleich weg, wie viel's ihm etwa eintragen tät. Bis zum Frühjahr hatten wir ihn immer, dann ging's heiti 85 in die Berge zu den Bauern. Ausg'schamt is er freilich – aber freigiebig – an guater Herr. Singen und lachen kann er, den druckt nix in seiner Ausg'schamtheit.‹

›Netter Herr,‹ sagte Bernus.

›Eine barmherzige Schwester hätte aber nicht sanfter mit unsern beiden sein können, wie er,‹ meinte Marianne.

›Dös glab i,‹ sagte die Köchin trocken.

›Na, und Sie, Zenzi, waren wohl sein Schätzchen?‹

›Na, Herr Geheimrat – da gabs nix, und wenn unsereins g'wollt hätt! Nachher grad nöt. Wia a Hundeschnauz so kalt. Dös is schon ein ganz besunderer Herr. Der hat die hohe Gerichtsbarkeit und Kaiser und König und die hohe Obrigkeit beleidigt. Der is fein ganz eingebild't. Und je ärmer und schlechter oans is, desto süßer tuat der Kerl. Drum scham i mi, wenn er bei mir steht.‹

›Was Sie für Geschichten wissen,‹ sagte Bernus. ›Sie wissen ja die Sünden von allen Leuten. Was mögen Sie erst für Sünden tun?‹

›Herr Geheimrat, die kann i leicht beichten: i dearf nur kei Geig net hörn, Musik überhaupt nöt, die treibt mi zu die Mannsbilder. 's is grad als 86 hättens mir dann oane Lokomotiv vorspannt. Meinens, i hätt in der Stadt nöt die schönsten Plätz hab'n gekinnt. I wollt aber auf 'n Berg, wo koa Musik nöt hinfind. Jetz hab'n mir a do so a singada Maschin vor der Tür. I mach, daß i in mei Kuchl kim. Da hört ma den Singaden nöt. Guten Ab'nd mit anand! Nix für unguat. I wollt Gnädige nur warnen.‹

›Ein Original,‹ sagte Bernus, ›so was bleibt nur bei dir hängen! – Du hast wirklich Dämonen hier, gute und böse.‹

Frau Marianne steckte sich eine Zigarette an. ›Was ihr Männer für große Worte habt.‹ Sie schmeichelte dem Rosenstrauß, der vor ihr auf dem Tische stand. ›Dämonen,‹ da habt ihr auf dem Gymnasium so dicke Worte gelernt und wendet sie falsch an.

›Aber der Dämon in euch selbst, der ist schon am Gymnasium verdorben, in eurer dummen Lernzeit. Das hier ist nicht dämonisch, das ist logisch, daß die bei mir ist. Ich bin auf den Gipfel gekrochen, um der Katzenmusik der Welt auszuweichen, und die ist auf den Gipfel gekrochen, um ihrer Musik auszuweichen. Erst wo die Wahrhaftigen, die Ehrlichen, die Originale hausen, fängt die Logik an. Ihr nennt aber logisch, wenn die Schablone stimmt, und all die 87 Widersprüche, die wie wilde Böcke darunter hausen, merkt ihr nicht. Darüber könnte ich dir vieles sagen, oder wie sagen die Männer: ›beweisen‹, wenn's nicht nachts um zwölfe wäre, da wollen alle Dämonen schlafen, die guten und die bösen – gute Nacht, schlaf wohl.‹

 


 

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