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Lou Andreas-Salomé: Das Haus - Kapitel 3
Quellenangabe
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typefiction
authorLou Andreas-Salomé
titleDas Haus
publisherDeutsche Buch-Gemeinschaft G.m.b.H.
year1921
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senderwww.gaga.net
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III.

Mit roter Bandschleife am Hals, ungefähr auf der Grenze, wo er schon nicht mehr Terrier und noch nicht ganz Mops war, wurde Salomo zum Bahnhof geführt, und die Leute staunten ihm nach – was ihn freudig stimmte. Er hielt viel von roten Bandschleifen, und auch Gitta wollte ihn zu ihrem Empfang festlich sehen.

Anneliese sah im letzten Augenblick auch Branhardt an den Zug kommen – obgleich es zu einer Stunde war, wo er sich sonst kaum frei machen konnte –, und obgleich es kaum möglich schien, über Salomos Gemütsbewegung hinweg Gitta in menschlicher Weise zu begrüßen.

Sie kehrte noch genau so zeitgemäß wunderschlank zurück, wie sie fortgegangen war, aber auch trotz ihres unfertigen, schmalen Wuchses in Aussehen und Bewegung von derselben, Branhardts Arztblick förmlich labenden Gesundheit wie immer. Ihm blieb nur gerade Zeit, das Gepäck abzuwarten und Frau, Tochter, Koffer und Salomo in einen Wagen zu verladen – doch hinterher sprang er auf einmal noch mit hinein.

Das war recht unvernünftig, denn jeder Schritt entfernte ihn weiter von den Kliniken. Allein – Gitta hatte es nun einmal an sich, die Leute leichtsinnig zu machen, fand Anneliese stets.

Dazu brauchte nicht einmal der Inhalt ihrer Mitteilungen ihn zu interessieren: in ihrem dritten oder vierten Jahr hatte er ähnlich hingenommen zugehört, wenn sie ihm aus umgekehrt vor die Augen gehaltener Zeitung mit Wichtigkeit vorlas – und nicht nur das, sondern später auch, wenn sie ihm wahrhafte Nichtsnutzigkeiten bekannte.

Anneliese sagte bisweilen: von dieser bedenklichen Seite habe sie selber ihn erst kennengelernt dadurch, daß sie ihm diese Tochter gab.

Zu Hause angelangt, als Gitta in ihrer kleinen Stube neben dem elterlichen Schlafzimmer oben den Hut ablegte, nahm Anneliese die einzige Veränderung wahr, die sich doch mit ihr zugetragen hatte: wieder war – zum wievielten Male schon – die Haarfrisur eine neue. Und das nichts weniger als üppige, etwas wellige dunkelblonde Haar fügte sich ganz merkwürdig allen Experimenten.

Gitta, im Geplauder mit der »Mumme«, wie die Mutter bei ihr hieß, fuhr beim Auspacken in der Stube herum, deren Fußboden, nicht sehr ästhetisch, schützende Lappen deckten, da er etwas verspätet gestrichen worden war. Gitta behauptete, ihre Frisur habe sie der Einhornreiterin auf dem »Schweigen im Walde« nachgemacht, das noch aus ihrer Kinderzeit an der Wand hing, in ihren Träumen eine Rolle spielte und bei Frau Lüdecke unausrottbar »Genoveva« hieß.

Auf dem Tisch darunter stand sonst ein goldener Wecker. »Der mußte schleunigst zu Helmold zurückgebracht werden«, bemerkte Anneliese; »weißt du noch, wie er ihn dir lieh mit der scherzhaften Motivierung: ›Der greulichen Langschläferin‹, weil du fast dein Examen verschlafen hattest? Nun reist Helmold wirklich ganz fort.«

»So?« äußerte Gitta etwas zerstreut, denn schon war sie mit ihren Gedanken wenig dabei; sie strebte aus der Stube, dem Hause hinaus. Sie mußte mit Salomo in den Hühnerhof, das einzige Stück innerhalb der Wirtschaft, wofür sie sich ernsthaft interessierte. Max, der Hahn, kannte sie noch, er entstieg sofort seinem warmen Torfmull und krähte in Ekstase, die letzte seiner stolzen Schwanzfedern, die ihm von der Mauserung übriggeblieben, wie eine windschiefe Fahne schwenkend. Zwei Hennen aber, Lena und Margareta, fehlten! Gitta wußte, wo sie geblieben waren, zornrot lief sie hinein zu Frau Lüdecke.

Ja, Lena und Margareta waren Suppenhennen geworden. Gegen die überzähligen Hähnchen im Frühjahr mußte man ebenfalls das Herz verhärten. Würde Gittachen nicht manchmal verreisen, so gäb's bald einen Hühnerhof von lauter Greisinnen und Knaben, was den Eiern unmöglich gut bekommen konnte. Es war gegen die Weltenordnung. – Frau Lüdecke hielt davon noch mehr als von Weltordnung.

Herr Lüdecke aber nicht. Er verbesserte es leise. Trotz der Baumschere, die er in der Hand hielt, denn er ging gerade die Hecken zu beschneiden, nahm er sich mit seinem gehaltenen Wesen und der goldenen Brille, die er ständig trug, fast wie ein Bankier aus, der Gartenliebhaber wird zu Entfettungszwecken.

Von Lüdeckes mußte Gitta noch weiter hinabsteigen bis ins letzte Kellergelaß, wo auf Holzgestellen das Obst lagerte. Auch dort mußte sie jemanden wiedersehen: einen lieben Igel, der die Mäuse fraß. Aus diesem Grunde war er im Hause sehr wohlgelitten, obschon, was Gitta anbetraf, er anstatt dessen auch Mäuse hätte hervorbringen können. Er hieß Justus, und manchmal, nach Tisch, wurde er in den Kreis der Familie gezogen.

Und nach Justus kam der Garten dran: die Vogelbegrüßung. Von dem, was noch sichtbarlich durchs kahle Gezweig flog, konnte man ja die Meinung hegen, es stelle sich ein Gitta zu Ehren, die allwinterlich den Altan zum Schlaraffenland werden ließ; was weiterhin ins Undeutliche sich verlor – ein Tönchen, ein Flügelschlagen –, gehörte vielleicht zur Insassenschaft des Berghausgartens gar nicht mehr, aber Gitta beargwöhnte es darum noch lange nicht als der Fremde Zuzuzählendes: lieber weitete sie dem Garten seine Grenzen.

Lange währte es deshalb, bis sie mit allen Begrüßungen zustande gekommen war. Es blieb Gittas Geheimnis, wo die Welt ihrer Hausgenossenschaft endete.

Nun stand sie, die Augen nach den Fenstern gerichtet, in den Stuben still. Das schien ihr das schönste am kleinen, alten, weißen Hause, daß es aus so vielen Fensteraugen blickte.

Jetzt schaute es auf lauter Winter hinaus: am Buschwerk nur oder an niederen Zweigen saß hier und da noch ein kränkliches Blatt, selbst bei stiller Luft erzitternd – furchtsam, daß ihm Wind gemacht würde. Alle ragenden Wipfel dagegen zeichneten nackt – die grüne Maske abgeworfen – ihrer Züge Rhythmik in strengen, reinen Linien in die Tageshelligkeit.

Das Haus besaß zwei Aussichten; eine über den abfallenden Garten hinweg auf Tal und Stadt und Höhenzüge: die Fernsicht – und die andere den Bergwald hinauf, der zur Sommerzeit mit einer Mauer von Baumwipfeln davorstand. Jetzt jedoch wirkte das fast entgegengesetzt: oft wurde, wie soeben, das Tal von Winternebel bedeckt, die Ferne verhangen; der entlaubte Bergwald dagegen wies plötzlich allerorten Wege, die ins Ferne gingen, denn serpentinenartig wand sich der Pfad zwischen seinen Hängen hinauf. Weithin sah man, und noch ein Stück über das Hochplateau oben, und was dann kam, das glaubte man zu sehen.–

Dies alles kannte Gitta nun hinlänglich, es konnte nichts Überraschendes für sie haben, zu keiner Jahreszeit mehr. Allein immer von neuem kam es ihr überraschend vor oder so, als habe sie es noch nie ergründet.

*

Neben der kleinen Holzveranda hinten am Haus, unter der die sogenannte »Truhenstube« lag, stand Anneliese inzwischen mit Herrn Baumüller aus Brixhausen, der dabei war, ein paar morsch gewordene Stufen an der schmalen Seitenstiege auszubessern, die vom Garten zur kleinen Veranda hinaufführte. Sie unterredeten sich wegen der Baumüllerschen Ältesten, Therese, Thesi genannt, welche sich bei Frau Lüdecke zu einer »perfekten« Köchin ausgebildet hatte, allein nirgends Stellung finden konnte, weil sie heillos stotterte.

Baumüller, groß, ungeschlacht, an Kräften seiner Frau würdig, war hintereinander, auch miteinander, Fuhrmann, Maurer, Metzger, Tischler und noch einiges gewesen – ein Alleskönner, trotzdem er, einmal vom Gerüst gefallen, ein Bein nachschleppte und ihm auch gelegentlich etwas rasch gekündigt worden war. Durch Not aufs Ausbeuten bedacht, entbehrten Mann wie Frau der Rechtschaffenheit im strengeren Sinn, und das vermochte ihre Tüchtigkeit nicht immer zu ersetzen. Anneliese wußte es, hielt möglichste Gelegenheit zu Arbeit und Geldverdienst für das einzige Heilmittel dagegen, und wenn ihre guten Bekannten die Köpfe dazu schüttelten, daß sie die Baumüllers reichlich heranzog, anstatt sich an Tadellosere zu halten, dann dachte sie wohl manchmal ähnlich wie ihre Tochter Gitta im Hühnerhof und angesichts von Frau Lüdeckes unerbittlicher »Weltenordnung«: »Wir richten uns die Dinge auch gar zu praktisch ein.«

Sie redete noch über Thesi, als Branhardt, etwas zeitiger, als er angesagt, heimgekommen, nach seiner Frau rief. Er hielt einen kleinen Maiglöckchenstrauß, wohl für Gitta bestimmt, in der Hand, sah aber dabei höchst verstimmt aus.

Gitta hörte bald den Vater im Hause, lief nach ihm und fand ihn im Eßzimmer, neben dem schon gedeckten Tisch, mit der Mumme. Sowie sie jedoch eintrat, verstummten die beiden, und so sonderbare Mienen machten sie, daß Gitta betreten stehenblieb.

Branhardt blickte sie an. »Ich habe Helmold, weil er fortreist, den goldenen Wecker zurückgebracht, den er dir einmal lieh«, sagte er nur.

»Den Wecker –?« stammelte sie verständnislos. Aber plötzlich wuchs dieser unselige Wecker riesengroß herauf in ihrem Gedächtnis, wo er sich, weiß der Himmel wie, versteckt hatte, und sein Schlagwerk, das sie heimlich immer abgestellt, durchdröhnte sie wie eine Posaune des Jüngsten Gerichts.

Branhardts Augen wichen nicht von ihrem Gesicht.

»Er wurde dir nicht einfach geborgt damals – wie wir glaubten. Helmold hat dir gesagt: Entweder käme der Tag, wo er euch alle Stunden gemeinsam wiese – oder die Rücksendung sollte bedeuten, es sei für immer eine Hoffnung für ihn zu Ende. – Hat er dir das gesagt?«

Gitta sah ganz elend aus, sie rieb sich mit dem Rücken am Ofen, da sie auf keine Weise hineinkriechen konnte, und schwieg erschrocken still. Der Vater bekam so weiße, schmale Lippen. –

Und jetzt schlug er mit der Faust auf den Eßtisch, daß das Geschirr darauf hochsprang.

»Hat er dir das gesagt?«

»Ja!« rief sie in bitterlicher Reue. »Gesagt hat er es! Sogar genau so! Daß er das aber auch so wörtlich genau behalten hat! Ich dachte auch daran. Sehr oft sogar. Aber manchmal doch auch nicht. Dann vergaß ich es. Und das war jetzt ein Augenblick, wo ich es gerade vergessen hatte. Ich komme ja auch gerade erst an –«

Frau Lüdecke, ahnungslos, wie schlecht am Platz ihr feierliches Lächeln sei, brachte mit herdroten Wangen das dampfende Essen herein. Sie war sich einer Zubereitung bewußt, die jeden Koch beschämt hätte.

Man schwieg notgedrungen. Branhardt ging hin und her im Zimmer.

Anneliese suchte zu vermitteln. Heftig wurde Branhardt doch sonst nie.

»Es ist ein Mißverständnis dabei, man muß es aufklären. Helmold wickelt das Ding aus dem Papier, starrt es an, fragt: War das ihr freier Wille, mir das zurückzuschicken? Und wird –«

»Schweig von ihm!« fuhr ihr Branhardt rasch dazwischen. Erschreckt sah Gitta ihm in die Augen, diese lichtbraunen, so groß im Schnitt, daß sie auch noch extra viel Platz hatten für all den schrecklichen Zorn. Gitta hätte gewünscht, sie möchten ganz klein werden. »Daß er sich's zu Herzen nehmen konnte – er –! Daß du ihm was damit antun konntest – ihm, einem Mann, der tüchtig ist vor vielen, der's mal sein wird für viele – einem ganzen Mann! Daß du dich nicht scheutest, so einen zum Narren zu machen! Zum Himmeldonnerwetter! Achtung vor Männerwert und Männersachen! Mit deinen Frauenzimmerfingern fort davon!«

Er empfand: gleich würde man sich niedersetzen, speisen, die Schüsseln wurden ja schon kalt! Das Alltagsgeschehen würde alles begütigen. Die Empörung in ihm wollte sich das nicht gefallen lassen, explodieren wollte sie vorher – die Empörung des Mannes für den Mann.

Der kleine Maiglöckchenstrauß lag noch, dürstend, beiseite auf dem Tisch. Er hatte jedenfalls bei Gittas Gedeck stehen sollen. Anneliese füllte ein schmales Glas aus der Wasserkaraffe und tat das Dutzend blühender Stengelchen hinein. Dann schob sie es aber doch lieber mehr in die Tischmitte.

Sie setzten sich, fingen an zu essen, zum Schein erst. Dann mußte man's mit mehr Ernst tun, denn Frau Lüdecke kam zum Tellerwechsel herein, und beim zweiten rechnete sie auf eine kleine Mitunterhaltung.

Ihre schöne Torte, die sie zur Feier des Tages bereitet, stand gewichtig zwischen den Schüsseln. Neben ihr der kleine Maiglöckchenstrauß, der, so klein er war, sich nun unter alle teilen mußte.

Salomo, den Kopf auf die rote Bandschleife gesenkt, die großen Fledermausohren lauschend gespitzt, saß beim Ofen auf seinem Thron und schien halbgeschlossenen Auges zu überlegen, wie die Sache am besten beizulegen sei.

Sobald es irgend anging, schlichen sich Gitta und Salomo schnell und verdonnert hinaus.

Aber Ruhe fand Gitta auch auf ihrem Zimmerchen oben nicht. Die Eltern böse wissen am Heimkehrtage! Und der Vater – wie rührend war es doch eigentlich von ihm, daß er gar nicht seiner selbst wegen zürnte – seiner komischen Rolle wegen, zu der er da, mit dem Wecker in den Händen, kam – nein, nur Helmolds wegen. Oh, wie bequem und herrlich wäre es, wenn Helmold plötzlich nie existiert hätte. Die Eltern wären wieder gut.

Und dann: was meinten sie wohl damit, daß man das Mißverständnis »aufklären« müsse? Gitta schwebte dunkel vor, als bedeute das etwas Ähnliches wie eine Verlobung. Die Eltern wußten ja nun plötzlich, wie verlobt sie im Grunde schon war, und auch sie erinnerte sich ja jetzt nur allzu genau dessen.

Lange konnte sie all diese Ungewißheiten unmöglich ertragen, und so stiegen Salomo und sie nach etwa einer Stunde wieder hinunter. Etwas mußte geschehen!

War der Erzürnte auch wesentlich der Vater, fiel es ihr doch mit keinem Gedanken ein, sich für die Verhandlung zuerst ein wenig hinter die Mumme zu stecken. Dazu bildeten beide ein zu unteilbares Ganzes für sie, sogar bei verschiedenen Ansichten: jederzeit konnte, was der eine fühlte, auswandern, um sich beim andern einzufinden, und auch umgekehrt.

Also klopfte sie an Branhardts Stubentür und kam mutig und ehrlich zu den Eltern und sagte:

»Lieber Vater, liebe Mumme, verzeiht es mir, ich will es ganz gewiß nicht wieder tun. – – Und da es nun doch schon ein Mißverständnis ist, so meine ich, daß es am besten gleich dabei bleibt. Wenn man es ganz aufklärt, so wird es nur immer schlimmer.«

Es wurde nicht recht deutlich, was unter dem »Schlimmerwerden« zu verstehen sei.

Anneliese kam auf sie zu und legte den Arm um sie.

»Gittakind, es handelt sich um eine unbeabsichtigte Kränkung. Du bist noch ein solcher Kindskopf, daß du nicht recht weißt, wie kostbare Geschenke es gibt von Mensch zu Mensch, und daß man achtsam umgeht mit ihnen.«

»Ach, Mumme, das weiß ich doch! Aber es ist nicht so leicht, wie du denkst! Bei etwas so Kostbarem gerade weiß man nicht immer, wohin damit – es kommt bei allem in die Quere –, und das macht, daß man es auch gern mal vergißt!«

»Uns hättest du es in Verwahrung geben müssen, anstatt es uns zu verschweigen. – Bist du denn so gewiß, daß nicht einmal ein Tag kommen kann, wo es dir leid sein wird um das, was du jetzt aus lauter Unbesonnenheit einbüßt?«

Gitta sah unsicher zum Vater hinüber, der sich so gar nicht zu beteiligen schien. Ihr mit dem Gesicht ganz abgekehrt, saß er unheimlich gutartig bei einem Bücherschrank, wo er was zu suchen schien. Gitta drückte sich enger heran an Anneliese.

»Weil ich doch – ich – habe –«

Dann stockte sie erschrocken, ob sie's auch sagen solle. Wieder blickte sie nach dem Vater hin. Aber er sah keineswegs neugierig aus nach weiteren Mitteilungen. In großer Ruhe bemerkte er, lediglich zu seiner Frau, als ob seine Tochter sich gar nicht mehr im Zimmer befände:

»Helmold ist selbst schuld: wie kann er sich nur eine Minute darum grämen! Zu bemitleiden ja nur der, der mal so ein launisches Ding freit.«

Da schluchzte Gitta plötzlich auf. Viel zu spät eigentlich und recht zwecklos. Sie schluchzte zu sehr, um zu widersprechen, aber es ging durchs Zimmer als ein lauter, jammervoller Protest.

Gitta weinte gar nicht lieblich, sondern immer gleich mit der Maßlosigkeit, wie kleine Kinder tun, bei denen man lächelnd denkt: Der Schmerz fährt mit aus!

Aber es war doch ganz gut für Branhardt, daß er ihr den Rücken zukehrte.

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