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Das Halsband des Kaisers

George Webb Appleton: Das Halsband des Kaisers - Kapitel 6
Quellenangabe
typefiction
authorGeorge Webb Appleton
titleDas Halsband des Kaisers
publisherVerlag von Robert Lutz in Stuttgart
printrunDritte Auflage
translatorHeinrich Müller
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20130903
projectidd58dc5f3
wgs9121
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Fünftes Kapitel.

Mittlerweile ging Sir John Selhurst, Baronet, wenige Schritte entfernt in seinem Studierzimmer anscheinend in großer Aufregung auf und ab.

Er war eine schlanke, geschmeidige Gestalt, so grade wie ein Pfeil, mit kurzgeschnittenem eisengrauen Haar, buschigen Augenbrauen über einem Paar durchbohrender kohlschwarzer Augen, einem totenbleichen glattrasierten Gesicht mit Zügen, so scharfgeschnitten wie eine Kamee, dünnen farblosen Lippen, grimmigen viereckigen Kinnbacken – alles in allem ein grausam hartes, entschlossenes, aber schönes Gesicht, und ein Mann, augenscheinlich reich an Manneskraft und tatkräftiger Energie, mit dem es gefährlich sein würde, zu sehr zu spielen. All dies würde jeder unumwunden nach einem Blick auf ihn eingestanden haben.

Er war in zorniger, rachsüchtiger Stimmung, und es war leicht zu erraten, daß er durch einen bösen Zufall Zeuge der eben stattgehabten Szene im Gewächshause gewesen war.

In bitterm Nachgrübeln durchmaß er schnell und nervös das Zimmer, mit fest zusammengebissenen Zähnen und festgeballten weißen Fingern. Er war am Abend vorher von seiner Frau öffentlich beschimpft worden und hatte sie seitdem nicht gesehen. Sie war den ganzen Tag in ihren eignen Gemächern geblieben, und er wußte nicht einmal, ob sie abends an der Tafel erscheinen würde oder nicht. Sie war in offener Empörung, und das erschien ihm unduldbar. Er empfand auch grimmige Wut auf seinen Neffen und Sir Harry Ogilvie. Instinktiv ahnte er in ihnen ein paar Feinde, die sich miteinander gegen seinen Frieden verschworen hatten. Ihre Anwesenheit gerade jetzt war ihm nicht nur verhaßt, sondern auch kränkend und unerträglich. Er verlangte mit seiner Frau, allein zu sein, den aufrührerischen Geist in ihr zu vernichten, sie zu demütigen. Ach! wenn er das hätte tun können! Denn es war ihm unmöglich, die verhaßte Gewißheit von sich abzuwehren, daß sie Hubert Darrell immer noch liebte; wenn sie auch vorübergehend Achtung für ihn, ihren Gatten, gehabt haben mochte, so hatte diese sich nun in Abneigung verwandelt. Dieser Gedanke hatte den ganzen Tag über sein Gemüt beherrscht und beherrschte es auch jetzt, und, wie ich schon sagte, er fand das Nachsinnen darüber unerträglich.

Plötzlich hielt er in seinem Umherwandern inne und warf sich in einen Sessel. Dann sagte er mit einem kalten, bösen, fast teuflischen Lächeln:

Wir wollen schon sehen, wir wollen schon sehen.

In diesem Augenblick klopfte es laut an die Tür.

Sir John fuhr auf. Konnte es Lady Selhurst sein? Er verschloß sein Schreibpult, das offengestanden hatte, und steckte den Schlüssel ruhig in die Tasche.

Herein, sagte er.

Es war ein Lakai, der vor Schreck halb gelähmt schien.

Diebe, Sir John! stammelte er.

Diebe! Wo?

Hier, im Hause, Herr, in diesem Augenblick! Alle Diamanten Ihrer Ladyschaft sind fort, Herr!

Sir John war augenscheinlich ein Mann der Tat, wenn es die Gelegenheit erforderte. Seine Befehle waren schnell, scharf und bestimmt.

Schicke gleich François zu mir. Dann alarmiere den Stall und telephoniere an Carter, daß er die Bluthunde im Park losläßt und in fünf Minuten ein Pferd und eine kleine Chaise an der Tür bereit hält. Dann alles elektrische Licht anzünden und nachsehen, ob jede Außentür versperrt und verriegelt ist und daß niemand das Haus verläßt.

Als der Lakai fort war, öffnete er wieder sein Schreibpult und fing an, hastig ein Billett zu schreiben. François trat geräuschlos ein. Er war Sir Johns Kammerdiener und war erst eben in seinen Dienst getreten – ein spüräugiger, glattrasierter blasser Mann von etwa fünfzig Jahren. Aber so ruhig, reserviert, unausforschbar er in der Regel war, bei dieser Gelegenheit war in seinem Wesen eine übermächtige Erregung, ein seltsamer Blick in seinen Augen, als sie zuerst blitzschnell im Zimmer umherglitten, als ob sie jemand oder etwas suchten, und dann auf seinem Herrn haften blieben mit einem Ausdruck, den man Furcht oder Neugier oder List oder sogar Uebelwollen, oder alles zusammen hätte nennen können – alles in allem war ein unerklärbares Etwas in des Mannes Benehmen, das augenblicklich die Aufmerksamkeit eines scharfen Beobachters gefesselt haben würde.

Sir John sah auf und sagte:

Du hast gehört, François, von dem ...

Diebstahl? Ja, Sir John.

Ich habe an den Polizeikommissär von Addlehead geschrieben, fuhr Sir John fort, und zwar folgendes:

Sehr geehrter Herr!

Ein Diebstahl wertvoller Juwelen ist eben in Windwhistle Hall verübt worden. Würden Sie so freundlich sein, gleich mit einem oder zwei Mann zu kommen? Ich werde es als große Gefälligkeit ansehen, wenn Sie auch nach Scotland Yard telegraphieren und von dort mit dem nächsten Zuge einen Detektivbeamten kommen lassen. Der Verlust wird sich, fürchte ich, als ein schwerer erweisen.

Ihr
ergebener
John Selhurst.

P. S. Auf der Eisenbahnstation oder sonstwo sollte scharf auf verdächtige Fremde achtgegeben werden.

Ich wünsche, daß Sie dies sofort nach Addlehead zur Polizei tragen. Sie sind der einzige, dem ich das Haus zu verlassen erlaube, fügte er bedeutsam hinzu.

Ihr Vertrauen in mich ehrt mich, Sir John.

Der Lakai trat wieder ein.

Carter ist vor der Tür, Herr.

Bringe den Polizeikommissär mit, François, und laß die beiden Polizeibeamten in einer Droschke folgen.

Sehr wohl, Sir John.

Einen Augenblick darauf hatte sich die Saaltür hinter ihm geschlossen und war wieder versperrt und verriegelt.

Und nun zu Ihrer Ladyschaft! sagte der Baronet mit sardonischem Grinsen. Vielleicht bringt dies sie von ihrem hohen Pferd herunter. Und er stieg die Treppen zu ihren Gemächern empor.

Er fand sie im Schlafzimmer. Sie war rot im Antlitz und ein bißchen verwirrt, schien aber keinesfalls von dem Unglück überwältigt zu sein.

Ich muß dir mein Bedauern über deinen Verlust aussprechen, sagte er ruhig.

Sie zuckte die Achseln.

Was liegt daran? Ein Unglück kommt nie allein. Es geht mit dem übrigen.

Er sah sie einen Augenblick mit zornig-mürrischem Blick an.

Wann passierte es?

Ich weiß es nicht.

Wann entdecktest du es?

Wenige Minuten, nachdem ich aus meinem Ankleidezimmer kam. Ich brauchte eine Brosche und fand die Sachen so, wie du siehst.

Und sie deutete auf die leeren Juwelenetuis auf dem Fußboden.

Du bist also nicht im Zimmer gewesen?

Ich war den Tag über in meinem Boudoir.

Du hörtest nichts?

Nichts.

Und wo war dein Kammermädchen?

Sie ging heut früh mit meiner Erlaubnis nach London, um ihre kranke Mutter zu besuchen.

Hm! Fatal.

Für dich sehr. Du wirst mir neue Juwelen kaufen müssen.

Wenn man nicht etwa den Dieb fängt –.

Natürlich, begann sie, dann fuhr sie plötzlich mit erbleichtem Gesicht und geöffnetem Munde zusammen. Was ist das?

Nur die Bluthunde. Ich gab Befehl, sie im Park loszulassen. Ich hoffe, sie werden den Dieb in Stücke reißen.

Ihr Gesicht nahm eine noch tödlichere Blässe an, und sie griff nach der Stuhllehne, um sich zu stützen.

Seine Brauen zogen sich zusammen. Was bedeutet das? fragte er ernst.

Mit übermenschlicher Anstrengung erlangte sie wieder die Herrschaft über sich selbst.

Nichts, sagte sie. Ich vermute, es ist mir doch wohl ein wenig auf die Nerven gegangen, und die Idee ist mir fürchterlich, daß Leute von Bluthunden zerrissen werden.

Auch nicht, wenn sie es verdienen?

Vielleicht – sie zögerte.

Vielleicht – was?

Nichts.

Nun wohl, so sei es. Ich verstehe dich nicht, aber ich halte es für meine Pflicht, so zu handeln. Ich habe jedoch jetzt weiter nichts zu sagen. Die Sache wird bald in den Händen der Polizei sein. Laß alles hier, wie es ist.

Sie ging auf ihre Boudoirtür zu.

Verschließ das Zimmer, wenn du willst, sagte sie. Ich werde heut nacht wieder im Boudoir schlafen. Ich ziehe das vor.

Wieder trat ein häßlich-düsterer Blick auf sein Gesicht. Er verstand.

Wie du willst, sagte er. Kommst du zum Essen herunter?

Nein. Meine Abwesenheit heut abend bedarf keiner Verteidigung, dessen bin ich sicher. Und sie verschwand im Boudoir und verschloß die Tür.

Hätte er einen Augenblick später hineingesehen, so hätte er sie mit dem Gesicht auf dem Fußboden liegend gefunden. So fand sie Bessie, ihr Kammermädchen, die nach ihrer Rückkehr unerwartete Schwierigkeit im Zutritt zum Hause fand.

Mylady! sagte sie und kniete neben ihr nieder. Mylady! Was ist geschehen?

Sie öffnete die Augen, blickte verwirrt einen Augenblick um sich, dann kam ihr die Erinnerung zurück.

Oh, Bessie! sagte sie und zitterte wie Espenlaub; die Hunde!

Hunde? Was für Hunde, Mylady?

Die Bluthunde. Haben sie ihn gefaßt?

Den Dieb? Ach nein, Mylady. Ich hörte unten, daß er heil davongekommen sei.

Gott sei Dank, Gott sei Dank! Und Freudentränen rannen Lady Selhursts Wangen hinunter.

Bessie kam dieser Freudenausbruch über das Entwischen eines Menschen, der ihr all ihre Juwelen gestohlen hatte, sehr seltsam vor, aber sie machte sich keine Gedanken weiter darüber, und da sie ein verschwiegenes Mädchen war, beschloß sie, kein Wort darüber zu sagen.

Als Sir John die Treppen hinunterstieg, stieß er auf Sir Harry Ogilvie und Jimmie Selhurst.

Hallo! sagte Jimmie, was bedeutet diese ganze Festlichkeit? Das sieht ja aus wie eine Jubiläumsillumination.

Habt ihr nichts gehört? fragte Sir John.

Ich hörte draußen eine Meute Hunde bellen.

Stimmt. Wir hatten einen Besuch. Er blieb nicht lange und hat Lady Selhursts ganze Juwelen als Andenken an seinen Besuch mitgenommen. Ich erwarte die Polizei, die jeden Augenblick eintreffen kann. Mit diesen Worten trat er in das Studierzimmer und schloß die Tür.

Jimmie und Sir Harry sahen einander bestürzt an.

Na, ich bin paff! sagte der letztere. Du sagtest mir, ich würde eine ruhige Zeit hier unten verleben. Was würdest du wohl eine bewegte Zeit nennen? Ich vermute, die Polizei wird unsre Röcke ansehen und uns unsre Taschen umkehren lassen.

Das vermute ich auch, sagte Jimmie. Aber was ist mit Lady Selhurst los? Meinst du nicht, daß nach dem gestrigen schönen Abend dies ein etwas harter Schlag für sie ist?

Beim Zeus! Das meine ich auch; – da läutete das Dinergong. Es wird ein fröhliches Essen heut abend sein. Ich vermute, sie kommt nicht herunter, und –

Die Studierzimmertür öffnete sich.

Wir drei speisen zusammen, sagte Sir John, den Weg nach dem Speisesaal voranschreitend, und im Augenblick schwiegen alle drei still. Nach dem dritten Gang kam der Polizeikommissar an. Sir John entschuldigte sich und verließ die Tafel; Jimmie Selhurst ließ eine frische Flasche kommen.

Der Polizeikommissar war ins Studierzimmer gewiesen worden. Sir John fand ihn dort und gab ihm so genaue Auskünfte, wie er konnte. Es war klar, daß der Dieb sich irgendwo im Hause verborgen halten mußte, sonst hätten ihn die Hunde zerrissen. Darum wünschte er eine genaue Durchsuchung des Hauses vom Dach bis zum Keller, und nur Ihrer Ladyschaft Schlafzimmer sollte bis zur Ankunft der Beamten von Scotland Yard davon ausgenommen bleiben. Sicher hatte der Dieb sich da nicht verborgen. Uebrigens wären er selbst, seine Gäste, zwei an der Zahl, und all die Dienstboten im Haus zu seiner Verfügung.

Der Polizeikommissar stellte eine lange Reihe nichtssagender Fragen, wie es gewöhnlich geschieht, über die Dienstboten, ihren Anhang und ihre verwandten, Fragen, auf die Sir John natürlich nur ganz unzulänglich antworten konnte. In der Tat empfand er es als eine ermüdende Sache.

Eine Abwechselung brachte jedoch das Erscheinen der zwei Polizeibeamten, die in einer Droschke ankamen, und schnurstracks begann ein erschöpfendes Suchen – der einzige »Fund« von einiger Bedeutung war jedoch die zerbrochene Scheibe im Gewächshaus, das nun im elektrischen Licht erstrahlte.

Als dies geschehen war, richtete der Polizeikommissar, ein schwerfälliger Mann, der aber durch die Wichtigkeit der Sache ein bißchen aus seiner trägen Unschlüssigkeit herausgerissen war, was er aber zu verbergen strebte, sofort ein Untersuchungsgericht in Sir Johns Studierzimmer ein.

Sir Harry Ogilvie und Jimmie Selhurst wurden in Anbetracht ihrer bevorzugten Stellung als Gäste zuerst vorgerufen, um anzugeben, was sie von der Sache wußten.

Sie wußten nichts: hatten bis halb acht Billard gespielt, waren dann hinaufgegangen, um sich zum Essen umzukleiden, und als sie wieder herunterkamen, hatten sie durch Sir John von dem Diebstahl gehört. Das war alles. Sir John bestätigte dies, worauf der Polizeikommissar ihnen dankte und im Begriff war, jemand anders aufzurufen, als Sir Harry ihn unterbrach –

Einerlei, wir wünschen, daß unser Gepäck nachgesehen wird.

Natürlich, sagte Jimmie Selhurst, darauf bestehen wir. Und trotz Sir Johns Widerspruch wurde die Prüfung genau ausgeführt.

Nun, Harry, sagte der mutmaßliche Erbe von Windwhistle Hall einen Augenblick später, nun, wo wir vorschriftsmäßig durchgeräuchert sind und einen Gesundheitsschein bekommen haben, können wir, sobald wir wollen, uns aus dieser verflixten Quarantäne davonmachen.

Wer brachte mich bloß hierher? knurrte der Gardist. Weißt du – nur, um dir zu zeigen, wohin ein Mensch kommen kann –, weißt du, ich werde mich verdammt freuen, das alte gelbe Ziegelgebäude in Albany Street schon morgen wiederzusehen. Wäre es nicht um –

Darrell?

Ja.

Und Kitty, Lady Selhurst?

Nun, ja –

Stimmt. Das hält uns beide hier. Ich sage dir, alter Junge, ich habe böse Vorahnungen.

Hol' mich der Teufel, denke nicht, du hast ein Monopol darauf. Ich habe gerade solche Ahnungen. Laß uns wieder hineingehen und das Verhör bis zum Ende anhören.

Sie fanden es jedoch recht langweilig. Der Lakai wurde gerufen und fortgeschickt, dann die Haushälterin, die eifrig darauf bestand, sofort ihre Kisten und Kasten nachsehen zu lassen.

Das reine Plagiat, flüsterte Jimmie; ich fürchte, wir haben da ein verderbliches Beispiel gegeben.

Nächstdem kam François, der Kammerdiener, an die Reihe. Er zuckte zu allen Fragen nur die Achsel. Er hatte durch Sir John von dem Diebstahl erfahren, das war alles!

Sir John nickte zustimmend.

Ich will ein Auge auf den Kerl haben, flüsterte Jimmie.

Ich auch, sagte Sir Harry.

Dann kam die ganze übrige Dienerschaft auf einmal herein; sie hatten nichts zu sagen. Eine langweilige Geschichte, wobei jeder gähnte, mit Ausnahme des Polizeikommissars und seiner Trabanten. Man erwartete neugierig die Ankunft der Leute von Scotland Yard.

Dann stellte sich heraus, daß bei der Vernehmung ein Zeuge übergangen worden war, nämlich der Haushofmeister Perkins; aber ehe er gerufen werden konnte, erklang eine Glocke, und gleich darauf erschien Inspektor Beale von Scotland Yard im Zimmer; der Lakai, der schon vorher seine Weisungen erhalten hatte, führte ihn ohne Anmeldung herein.

Sir John sah erstaunt auf den Neueintretenden. Er hatte oft von dem klugen Detektiv gelesen, der so viele Verbrecher zur Strecke gebracht hatte (oft im buchstäblichen Sinne), und er fragte sich stillschweigend, ob dieser joviale, blauäugige, blonde, rotbackige Mann mit dem lauten herzlichen Lachen der gefürchtete Inspektor Beale sein konnte, von dem er so viel gehört hatte? Es war kein Zweifel daran. Der Polizeikommissar grüßte respektvoll und nahm sofort auf einem Lehnstuhl Platz.

Kurzgefaßt, welches sind die Tatsachen in unserm Falle? sagte Inspektor Beale. Sir John gab sie an.

Seitdem ist im Zimmer nichts verändert worden?

Nichts.

Gut, wir wollen uns die Sache mal ansehen!

Sir John führte ihn hinauf an den Ort des Diebstahls. Lady Selhursts Privatgemächer bestanden aus einem großen Schlafzimmer nach der Terrasse hin, dann kam innen zuerst ein Boudoir mit Spitzbogenfenstern, das den innern Raum des großen achteckigen Turmes am Westende der Halle einnahm, dann ein Ankleidezimmer und darüber das Schlafzimmer ihres Kammermädchens. Es war also eine »abgeschlossene Wohnung«, wie Hausagenten es zu nennen belieben, aber mit einer Einschränkung: es war eine Verbindungstür zwischen ihrem und Sir Johns Schlafzimmer, und diese beiden Zimmer hatten Türen, welche sich nach dem äußeren Gang öffneten, so daß der Dieb aus einer dieser Türen entwischt sein mußte und entweder die große Treppe, was unwahrscheinlich war, oder die Dienstbotenhintertreppe hinabgegangen sein mußte, was als sehr wahrscheinlich anzunehmen war.

Nehmen Sie Platz, meine Herren, sagte Inspektor Beale, während ich mich ein bißchen umschaue. Hm! sagte er, nachdem er eines der leeren Juwelenetuis aufgelesen und kritisch geprüft hatte; hm! Dies ist schnelle Arbeit gewesen, Sir John. Und er fügte zu sich selbst hinzu: Ja, und noch dazu eine Arbeit von jemand im Hause. Dies haben keine Einbrecher gemacht, sondern Gelegenheitsdiebe, aber schnelle und gewandte. Ein sonderbares Instrument, das diese Etuis öffnete – eine lange Klinge mit scharfer Spitze, die glatt durch die Rückseite hindurchging, und mit einer Ausbuchtung versehen, die wie ein guter Hebel jedes Schloß sprengen oder wie ein Stück Bindfaden zerschneiden mußte. Hm! wiederholte er; dann sagte er plötzlich: Hallo! und setzte seinen Fuß auf einen kleinen weißen Gegenstand, den er auf dem Teppich bemerkte. Darf ich fragen, Sir John, ob Ihre Ladyschaft –

Im anstoßenden Zimmer ist, in ihrem Boudoir? Ja. Möchten Sie dort hinein?

Bitte. Herr Polizeikommissar, wollen Sie freundlichst diese Fenster untersuchen und zusehen, ob sie gut festgemacht sind?

Als beide den Rücken gewandt hatten, bückte er sich schnell, las die Hälfte eines Eisenbahnbilletts auf und steckte es mit einem zufriedenen Kichern in die Tasche.

Einen Augenblick später jedoch, als Sir John ihn in das Boudoir wies und ihn zu Lady Selhurst führte, war er sehr aus der Fassung gebracht. Er hatte ein scharfes Auge für Schönheiten am Weibe, und er gestand später ein, daß diese gebieterische, schwarzäugige junge Schönheit ihn ganz »niedergeschmettert« habe. Dazu ihre völlige äußere Gleichgültigkeit beim Verlust ihrer Juwelen! Frauen sind für gewöhnlich nicht so angelegt, dachte er bei sich selber.

Daß sie jedenfalls keinen Schimmer von Licht über das Geheimnis verbreiten konnte, war vollkommen klar; aber was ihn stutzig machte, war, daß es sie nicht im geringsten zu kümmern schien, ob es ihm glückte, den Dieb aufzuspüren oder nicht. Das war eine neue Erfahrung für ihn, und er ging umher und untersuchte die Fensterverschlüsse und andere Dinge mit dem demütigenden Gefühl, daß sie so gleichgültig auf ihn sah, wie auf einen Menschen, der hereingeschickt worden wäre, um irgend eine harmlose, aber notwendige Ausbesserung am Hause zu machen.

Dem Inspektor Beale gefiel dies nicht, aber er bewunderte Lady Selhurst trotzdem sehr, und seine Bewunderung wuchs noch mit der Zeit, wie wir sehen werden.

Nun, sagte er endlich zum Polizeikommissar, nachdem er eins der zerbrochenen Juwelenetuis zu späterer Prüfung in seine Tasche gesteckt hatte, sagen Sie mir genau, was Sie getan und entdeckt haben.

Ein Besuch im Gewächshaus war das Resultat dieser Frage.

Inspektor Beale prüfte genau die zerbrochene Scheibe.

Ein Mensch könnte sich hier nicht durchzwängen, sagte er, aber Diamanten im Werte von einer Million Pfund könnte man wohl durch dies Loch hinausgeworfen haben. Dazu ist es groß genug. Er bückte sich dicht heran und tastete mit dem Zeigefinger an den zackigen Rändern des zerbrochenen Glases hin. Genau so, sagte er zu sich selbst, als er ein kleines Klümpchen Blut an seinem Nagel kleben sah, wie ich mir's dachte; dann fuhr er laut fort: Herr Polizeikommissar, ich muß die Dienstboten vernehmen, alle, und zwar gleich!

Der Beamte wandte sich an Sir John, der einfach sagte: Gewiß. Und ein paar Minuten später war das vertagte Untersuchungsgericht in Sir Johns Studierzimmer wieder eröffnet.

Die beiden Zuschauer, nämlich Sir Harry Ogilvie und Jimmie Selhurst, waren sehr neugierig, zu erfahren, was der berühmte Detektiv eigentlich bezweckte, als er an den Bücherschrank ging und aufs Geratewohl einen Band herausnahm, den Staub davon blies, sich in einen Stuhl setzte und sagte: Immer drei zu gleicher Zeit, bitte, Sir John!

Sir John klingelte und gab seine Anweisungen, und Sir Harry sagte flüsternd zu Jimmie:

Was, zum Teufel, will er denn mit dem Buch? worauf Jimmie antwortete:

Abwarten und sehen.

Auf die ersten drei schien Inspektor Beales ernste Haltung großen Eindruck zu machen.

Nehmt dies Buch, jeder der Reihe nach; seht es an; kehrt es um und prüft es genau. Erkennt ihr es? Nicht, keiner von euch? Gut, ihr könnt gehen. Die nächsten drei sollen kommen!

Dieselbe Formel wurde mit demselben Resultat wiederholt; dann trat die dritte Abteilung, einschließlich des Kammerdieners François, ein, und Inspektor Beale beobachtete mit Interesse, daß François plötzlich einen schnellen fragenden Blick nach einem in einer entfernten Zimmerecke stehenden Tische hinwarf.

Als die Reihe, das Buch zu prüfen, an den Kammerdiener kam, sah Mister Beale mit freundlichem Lächeln auf und sagte: Einen häßlichen Schnitt habt Ihr Euch da an Eurer Hand zugezogen, lieber Mann. Wir wollen ihn mal ansehen; der ist von einem scharfen Stück Glas, darauf möchte ich wetten.

François' blasses Gesicht rötete sich einen Augenblick, dann sagte er ganz ruhig:

Ja, es war auch Glas. Ein Bierglas zerbrach in meiner Hand.

Gewiß, ein Bierglas, ganz gewiß. Die machen häßliche Schnitte, wenn sie einem in der Hand zerbrechen, und das tun solche Gläser wohl mal. Danke.

Als das Trio abgezogen war, wandte sich der Detektiv an Sir John und sagte:

Das genügt; ich brauche niemand weiter zu sehen.

Nachdenklich schritt er einen oder zwei Augenblicke umher und kam dabei allmählich dem Tisch in der Ecke immer näher.

Ha! sagte er endlich; dabei nahm er vom Tisch einen seltsam geformten Dolch mit juwelenbesetztem Griff auf. Das ist ein sehr hübsches Schmuckstück.

Sir John runzelte die Stirn und sagte: Wie? Das ist ja mein Papiermesser, wie kam das hierher? Das wundert mich.

Ach, wirklich? Ihr Papiermesser? Und Sie haben es gewöhnlich auf Ihrem Schreibtisch liegen?

Stets.

Ich danke Ihnen; mit Ihrer Erlaubnis möchte ich es an mich nehmen. Und wie steht's mit dem Haushofmeister?

Rufen Sie Perkins, sagte Sir John.

Perkins trat mit schuldbeladenem Gewissen ein; Inspektor Beale sah es auf den ersten Blick.

Was wissen Sie von diesem Diebstahl, Perkins? sagte ernst der Detektiv.

Nichts, Herr.

Ach gehen Sie, Sie wissen schon; es geht Ihnen schlecht, wenn Sie nicht die Wahrheit bekennen. Sie müssen nicht mit mir spielen wollen, Perkins; heraus mit der Sprache!

Sir John zog die Brauen fragend in die Höhe, und Sir Harry und Jimmie Selhurst tauschten Blicke unverhohlener Ueberraschung aus.

Auf mein Wort, Herr, ich weiß nichts, obgleich ich zugestehe, daß es unbesonnen von mir war, als ich einen Fremden das Haus verlassen ließ, und –

Einen Fremden? Was für einen Fremden?

Ich weiß nicht, Herr – ein Gentleman – ich stieß in der Halle nach ein halb acht Uhr auf ihn. »Hallo!« sage ich, »wer sind Sie, Herr?« Da setzte er sich aufs hohe Pferd und sagte: »Gehen Sie hin und sagen Sie Ihrer Ladyschaft, daß Sie unverschämt mit ihrem Juwelier – Herrn Berry von der Bond Street – gesprochen haben. Sagen Sie ihr das; sie wird sich darüber sehr freuen.« Und damit setzt er sich in der Halle nieder und deutet auf die Treppen und sagt: »Gehen Sie, ich will hier warten, bis Sie wiederkommen.« Nun, das verschüchterte mich natürlich ein bißchen, und so entschuldigte ich mich und ließ ihn aus der Hallentür heraus. Es tut mir sehr leid, wenn ich etwas Unrechtes getan habe, und ich gestehe das zu, Herr.

Sie sind ein Idiot, Perkins, sagte Sir John ernst; ein dummer Esel.

Der Haushofmeister war tief niedergeschlagen und widersprach nicht.

Inspektor Beale, der ihn sehr aufmerksam beobachtet hatte und einsah, daß an dem alten Manne kein Arg war, ergriff nun das Wort:

Wie sah er denn aus, Perkins?

Ach, ein sehr nobler Herr, ein Gentleman, ich möchte sagen von militärischem Aussehen. Ein sehr gut gewachsener junger Mann von etwa fünfundzwanzig Jahren, mit breiter Brust, mindestens sechs Fuß zwei Zoll hoch; einen Sommeranzug trug er. Niemand hätte ihn je für einen Dieb gehalten, dessen bin ich sicher.

Jimmie Selhurst und Sir Harry stießen einander an.

Wir wollen ins Billardzimmer gehen, flüsterte der letztere, und sie verließen ruhig beide das Zimmer; Sir John beobachtete ihr plötzliches Verschwinden mit einem sehr sonderbaren Gesichtsausdruck.

Inspektor Beale entließ den Haushofmeister und wandte sich dann an Sir John.

Kennen Sie einen Herrn Berry aus der Bond Street?

Nein.

Kennt ihn Lady Selhurst?

Ich glaube nicht, aber Sie können sie danach fragen, das wird immer gut sein.

Wir wollen gleich zu ihr, sagte der Detektiv. Wie Sie sehr richtig bemerkten, Sir John, ist Perkins ein Esel; aber er spricht die Wahrheit, vielleicht grade weil er ein Esel ist. Nun aber, was jenen François anbetrifft –

Sie denken doch nicht wirklich, daß – fing Sir John an.

Ich habe nur eine Idee, Sir John, das ist alles. Gehen wir? Und er zeigte auf die Tür. Sir John führte ihn wieder den Weg zum Boudoir hinauf und klopfte an.

Lady Selhurst ließ merken, daß sie sich belästigt fühlte.

Noch einmal? sagte sie, sich von ihrem Sessel erhebend.

Nur noch eine einzige Frage, sagte Sir John mit kalter Ruhe. Rennst du einen Herrn Berry aus der Bond Street?

Nein.

Hörtest auch nie von ihm?

Niemals.

So konnte er also heut auch nicht zu dir gekommen sein?

Wie konnte er das? Ich habe mein Zimmer den ganzen Tag nicht verlassen. Ich habe niemand gesehen. Die Frage ist kindisch. Hast du noch etwas weiter zu fragen?

Danke, nichts.

Sir John und Inspektor Beale gingen wieder zum Polizeikommissar ins Studierzimmer, und eine lange Beratung fand zwischen ihnen statt.

Mittlerweile waren Jimmie Selhurst und Sir Harry Ogilvie ins Billardzimmer eingetreten und schlossen sorgfältig die Tür hinter sich. Sie sahen einander einen Augenblick stillschweigend an. Dann sagte Sir Harry:

Das ist ein Schlag, alter Junge! Du weißt natürlich, wer Berry ist?

Leutnant Hubert Darrell von den Buffs –.

Selbstverständlich. Und er ist heut abend hier gewesen.

Das ist eine überflüssige Bemerkung, nicht wahr?

Ich meine, er wollte sie sehen.

Uns jedenfalls nicht, und so ist die natürliche Annahme –

Recht so. Laß die Phantasie die Einzelheiten ausmalen. Sein Zusammentreffen mit Perkins war nicht vorgesehen und kann unangenehme Folgen haben.

Du meinst, daß –

Er auf Verdacht hin festgenommen werden kann. Ja.

Aber dann müßten die Diamanten und andere Sachen bei ihm gefunden werden, und ich glaube, er besitzt nicht einmal einen Diamantring.

Das kann sein, aber die ganze Lage kann unangenehm werden. Sie müßte es erfahren.

Beim Zeus, du hast recht. Wie können wir das einfädeln?

Sie hörten bald von der ernsten Besprechung in Sir Johns Studierzimmer, machten sich den Umstand zunutze und standen einen Augenblick später Lady Selhurst gegenüber.

Zuallererst, sagte Jimmie ernst, bitte ich Sie, zu glauben, daß wir – Sir Harry und ich – Ihre aufrichtigen Freunde sind.

Das glaube ich, sagte sie mit strahlendem Lächeln, dessen bin ich sicher.

Auch Hubert Darrells Freunde, fügte Sir Harry hinzu.

Auch dessen bin ich sicher, sagte sie.

Nun, fuhr Jimmie fort, wir wollen es so kurz wie möglich machen. Haben Sie von dem Herrn Berry aus der Bond Street gehört?

Ja; aber ich kenne den Mann nicht.

Doch, Sie kennen ihn. Berry aus der Bond Street ist Hubert Darrell. Perkins stieß heut abend in der Halle auf ihn, wollte wissen, wer er war, und ich vermute, der arme Junge sagte im Drang des Augenblicks, er sei »Berry aus der Bond Street«. Das ist alles. Perkins hat ihn Sir John und dem Detektiv beschrieben, und ohne jeden Zweifel wird er morgen festgenommen werden.

Sie fuhr mit weißem, entsetztem Gesicht und geöffneten Lippen auf.

Festgenommen! sagte sie, festgenommen!

Ja, natürlich, fuhr Jimmie fort, es wird ein bißchen peinlich für ihn sein, wenn er erklären soll, weshalb –

Ich weiß, ich weiß, sagte sie.

Aber doch, unterbrach Sir Harry, ist die Sache nicht so furchtbar ernst. Er braucht nur den Mund zu halten. Er braucht nicht zu erklären, weshalb er hier war. Natürlich, wenn sie Diamanten bei ihm finden und ähnliche Dinge –

Natürlich werden sie das, sagte Lady Selhurst matt. Er besitzt Diamanten – eine ganze Tasche voll. Sie gehörten seiner Mutter, und er will sie morgen verkaufen; er erzählte mir das heut abend. O Gott, o Gott, was habe ich getan!

Sir Harry und Jimmie wechselten einen Blick. Beide begriffen sofort die Lage.

Die Sache muß verhindert werden, sagte Sir Harry. Machen Sie sich keine Sorgen, Lady Selhurst. Gleich heut abend gehe ich in die Stadt. Jimmie, du mußt mir helfen, zu entwischen, und mir mein Gepäck morgen nachschicken, versäume ich den letzten Zug, so nehme ich einen Extrazug oder kaufe eine Lokomotive oder nehme ein Pferd und galoppiere in die Stadt. Auf alle Fälle werde ich irgendwie dort ankommen. Wir werden mit Ihnen und Darrell durch Dick und Dünn gehen. Danken Sie uns nicht, wir haben jetzt keine Zeit, das anzuhören. Komm, Jimmie, wir dürfen keinen Augenblick verlieren. Und innerhalb fünf Minuten war er schon halbwegs durch den Park. Von seinen Abenteuern werden wir bald mehr hören.

Zu gleicher Zeit kehrten der Polizeikommissar und seine beiden Unterbeamten nach Addlehead zurück. Inspektor Beale blieb die Nacht im Schloß.

Nun, Sir John, sagte letzterer, als sie allein waren, können Sie mir vielleicht eine Beschreibung der gestohlenen Juwelen geben?

Es tut mir leid, sagte der Baronet, daß wegen Lady Selhursts augenblicklicher Nervosität und Erregung die Sache bis morgen ruhen muß.

Ach! Der Detektiv strich nachdenklich sein Kinn. Sie begreifen, es könnte morgen ein Versuch gemacht werden, das gestohlene Gut zu verkaufen; darum wird es notwendig sein, alle Edelsteinhändler, Pfandleiher und so weiter zu warnen. Vielleicht jedoch war etwas Besonderes, etwas Einziges, Außergewöhnliches darunter, und ...

Es war, sagte Sir John, ein Halsband darunter, ein Erbstück – wenigstens hielt ich es dafür – aus prächtigen Brillanten und einem blauen Diamanten bestehend.

Beale riß die Augen weit auf.

Ein blauer Diamant in einem Halsband! sagte er. Das ist vollkommen genug für den Augenblick. Es genügt mir. Nicht wahr, ein blauer Diamant ist einer der seltensten Steine der Welt?

So ist es.

Und wenn ein Mensch sich fände, der morgen ein Halsband mit einem blauen Diamanten darin verkauft, so würden Sie natürlich annehmen, daß –

Daß er der Dieb war. Natürlich würde ich das.

Ich auch. Um so mehr – und er fühlte in seine Westentasche und brachte ein Stück weiße Pappe zum Vorschein –, um so mehr, wenn ich herausfinden sollte, daß derselbe Mensch die andre Hälfte dieses Eisenbahnbilletts gekauft und gebraucht haben sollte, dann würde ich ihm natürlich auf die Schulter klopfen und sagen: »Lieber Mann, dich brauche ich gerade!«

Aus irgend einem Grund schien Sir John beim Anblick des Billetts zu stutzen.

Ganz recht, sagte er. Aber wo in aller Welt fanden Sie das?

In Myladys Schlafzimmer. Und nun gute Nacht, Sir John.

In seinem Schlafzimmer nahm Inspektor Beale noch einmal erst das zerbrochene Juwelenetui, dann das Dolchmesser aus der Tasche. Das Resultat eines kurzen Versuchs war außerordentlich zufriedenstellend.

So dachte ich es mir, sagte er. Die Arbeit ist von jemand im Hause ausgeführt worden und zwar mit diesem Papiermesser; und drei sind dabei beteiligt – Herr Berry aus der Bond Street, Monsieur François und ein Verbündeter draußen.

Zehn Minuten später schlief Inspektor Beale den Schlaf des Gerechten.

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