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Das Geschlecht der Zukunft

Edward Bulwer-Lytton: Das Geschlecht der Zukunft - Kapitel 3
Quellenangabe
typefiction
authorEdward Bulwer
titleDas Geschlecht der Zukunft
publisherTheosophisches Verlagshaus
addressLeipzig
translatorn.n.
correctorhille@abc.de
secondcorrectorGerd Bouillon
senderpmsporer@gmx.com
created20060518
noteOriginal: Vril, the Power of the Coming Race
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Drittes Kapitel

Langsam und vorsichtig schritt ich die mit Lampen erleuchtete Straße entlang, dem großen Gebäude zu, das ich beschrieben habe. Die Straße selbst erschien mir wie ein breiter Alpenpaß, der sich zwischen hohen Felsen erstreckte, zu denen auch der gehörte, durch dessen Klüfte ich herabgekommen war. Tief unten zur Linken lag ein weites Tal, mit untrüglichen Anzeichen von Kunst und Kultur. Auf den Feldern wucherte ein seltsames Getreide, das keinem von denen, die ich auf der Erde gesehen habe, glich. Es war nicht grün, sondern von dunkler Bleifarbe oder goldig rot.

Es waren Teiche und Bäche da, die in künstliche Ufer eingedämmt zu sein schienen. Einige hatten klares Wasser, andere glänzten wie Naphthaquellen. Zu meiner Rechten zeigten sich zwischen den Felsen durch künstliche Pässe verbunden Schluchten und Höhlen. Sie waren mit Bäumen besetzt, die meist Riesenfarren glichen. Das federartige Laub war von wunderbarster Mannigfaltigkeit, und ihre Zweige glichen dem Palmenbaume; andere erinnerten mehr an unser Zuckerrohr, nur waren sie viel größer und trugen üppige Blütenbüschel; wieder andere hatten die Form mächtiger Schwämme: kurze, dicke Stämme trugen ein großes turmartiges Dach, von dem lange, schlanke Zweige herabfielen. Alles war soweit das Auge reichte, von unzähligen Lampen erhellt. Diese Welt ohne Sonne war so hell und warm wie eine italienische Landschaft zur Mittagszeit, nur die Luft war weniger drückend, und die Hitze milder. Auch fehlte es nicht an Zeichen lebender Bevölkerung. Ich konnte in der Ferne, an den Ufern der Teiche und Bäche oder auf kleineren Anhöhen, inmitten von Pflanzen und Bäumen ganz deutlich Gebäude unterscheiden, die jedenfalls menschliche Wohnungen sein mußten. Ja, ich entdeckte sogar, wenn auch weit in der Ferne, Gestalten. Sie bewegten sich in der Landschaft und schienen menschliche Formen zu haben. Als ich stehen blieb, um genauer hin zu sehen, bemerkte ich, wie zu meiner Rechten etwas rasch durch die Lüfte glitt. Es sah wie ein kleines Schiff aus und wurde von Segeln in Form von Flügeln getrieben. Bald entschwand es meinen Blicken und verlor sich im Schatten des Waldes.

Gerade über mir war statt des Himmels ein höhlenartiges Dach. Dieses Dach entfernte sich mehr und mehr von der Landschaft, bis es nach und nach unsichtbar wurde.

Als ich meinen Weg fortsetzte, fuhr ich erschreckt vor einem Gewächse zurück, das einem großen Busche Seegras, mit farrenartigen Sträuchern und Pflanzen vermischt, glich – es stand da ein wunderliches Tier von der Größe und Gestalt eines Rehes.

Als ich ein paar Schritte zurückwich, wandte es sich um und blickte mich fragend an. Da sah ich daß es den Rehen, wie wir sie auf der Erde haben, nicht glich. Es erinnerte mich an eine Gipsform, die ich in irgend einer Ausstellung von vorsündflutlichen Tieren, gesehen hatte. Das Geschöpf schien ziemlich zahm zu sein. Nachdem es mich ein, zwei Minuten angesehen hatte, fuhr es ruhig fort, auf der seltsamen Wiese zu weiden.

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