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Das Geschlecht der Zukunft

Edward Bulwer-Lytton: Das Geschlecht der Zukunft - Kapitel 19
Quellenangabe
typefiction
authorEdward Bulwer
titleDas Geschlecht der Zukunft
publisherTheosophisches Verlagshaus
addressLeipzig
translatorn.n.
correctorhille@abc.de
secondcorrectorGerd Bouillon
senderpmsporer@gmx.com
created20060518
noteOriginal: Vril, the Power of the Coming Race
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Neunzehntes Kapitel

Als wir nach der Stadt zurückkehrten, nahm Taë einen neuen und weiteren Weg, um mir zu zeigen, was ich, um einen bekannten Ausdruck zu wählen, die Station nennen will, das heißt, den Platz, von wo aus Reisende oder Auswanderer ihre Reise antreten. Ich hatte bei früherer Gelegenheit einmal den Wunsch geäußert, ihre Fuhrwerke zu sehen. Diese waren von zweierlei Art, die einen für Landreisen, die anderen für Luftreisen. Erstere gab es von allen Größen und Formen. Einige waren nicht größer als ein gewöhnlicher Wagen, andere bewegliche Häuser von einem Stockwerke mit verschiedenen Zimmern, die mit dem Komfort und Luxus der Vril-ya eingerichtet waren. Die Luftfahrzeuge waren von leichteren Substanzen; sie ähnelten keineswegs unseren Ballons, viel eher unseren Booten und Jachten, hatten Steuer und Ruder, große Flügel als Schaufeln und in der Mitte eine große Maschine, die durch Vril in Bewegung gesetzt wurde, wie alle Fahrzeuge, sowohl die für Land als die für die Luft. Ich sah einen solchen Zug, der sich auf die Reise begab. Er bestand aus nur wenigen Passagieren und enthielt hauptsächlich Handelsartikel; denn unter den Stämmen der Vril-ya herrscht ein bedeutender Handelsverkehr. Ich will gleich hier mit bemerken, daß ihr gangbares Geld nicht aus kostbaren Metallen besteht. Diese sind zu diesem Zweck nicht kostbar genug. Die kleinere Münzsorte zum alltäglichen Gebrauche wird aus einer Muschel gefertigt, dem verhältnismäßig geringen Überrest einer in frühesten Zeiten stattgehabten Überschwemmung oder irgend einer Umwälzung der Natur, durch die eine geprägte Münzsorte verloren ging. Sie ist klein und flach wie eine Auster und erhält einen edelsteinartigen Glanz. Diese Münze zirkuliert bei allen Stämmen der Vril-ya. Ihren größeren Umsatz machen sie in sehr ähnlicher Weise wie wir, durch Wechsel und dünne Metallplatten, die dem Zwecke unserer Banknoten entsprechen.

Ich will die Gelegenheit benutzen und hinzufügen, daß die Besteuerung dieses Stammes im Verhältnisse zur Bevölkerung eine sehr hohe war. Aber nie habe ich gehört, daß jemand unwillig darüber gewesen wäre, denn die Steuern wurden für das Allgemeinwohl und für Dinge, die zu der Zivilisation des Stammes notwendig waren, verwendet. Die Beleuchtung, die Versorgung der Auswandernden, die Erhaltung der öffentlichen Gebäude, in denen sich die verschiedenen Anstalten für nationale Bildung befinden, von den ersten Erziehungsanstalten für Kinder bis zu der Abteilung, wo das Colleg der Weisen fortwährend neue Versuche in der Wissenschaft der Mechanik macht. Alles das erfordert einen bedeutenden Staatsfonds. Hier muß ich einen Punkt hinzufügen, der mich anfangs seltsam berührte. Wie ich bereits erwähnte, werden alle Arbeiten, die Menschenhände erfordern, von Kindern bis zu ihrem heiratsfähigen Alter verrichtet. Diese Arbeiten bezahlt der Staat, und zwar mit einem ganz unvergleichlich höheren Preise, als bei uns selbst in den Vereinigten Staaten für Arbeitskräfte bezahlt wird. Ihrer Ansicht nach soll jedes Kind, Knabe oder Mädchen, wenn es das heiratsfähige Alter erreicht hat und damit die Arbeitsperiode zu Ende ist, genug zu einem unabhängigen Auskommen fürs Leben verdient haben. Da alle Kinder, ohne Rücksicht auf die Vermögensverhältnisse der Eltern, dienen müssen, werden sie alle je nach den verschiedenen Altern oder der Art ihrer Arbeiten gleich bezahlt. Wo Eltern oder Freunde vorziehen, ein Kind zu ihrem eigenen Dienste zu behalten, müssen sie eine Summe in die öffentlichen Fonds einzahlen, die verhältnismäßig so viel beträgt, wie der Staat einem Kinde zahlt, das er beschäftigt. Diese Summe wird dem Kinde nach Vollendung der Dienstzeit ausgehändigt. Dieses Verfahren dient jedenfalls dazu, einen jeden mit dem Begriffe sozialer Gleichheit vertraut zu machen, ihm diesen Begriff angenehm zu machen. Wenn man sagen darf, daß alle diese Kinder eine Demokratie bilden, so ist es auch wahr, daß die Erwachsenen die Aristokratie bilden. Die außerordentliche Zuvorkommenheit und Eleganz in den Manieren dieser Vril-ya, die Großmut ihrer Empfindungen, die unumschränkte Muße, mit der sie ihre Privatangelegenheiten verfolgen, die Anmut ihres häuslichen Verkehres, in denen sie, wie die Glieder eines edlen Ordens, einander in keinem Worte, keiner Tat mißtrauen können, das alles macht die Vril-ya zu dem vollendetsten Adel, den ein weiser Schüler Platos oder Sidneys sich als das Ideal einer aristokratischen Republik dachte.

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