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Das Geschlecht der Zukunft

Edward Bulwer-Lytton: Das Geschlecht der Zukunft - Kapitel 11
Quellenangabe
typefiction
authorEdward Bulwer
titleDas Geschlecht der Zukunft
publisherTheosophisches Verlagshaus Leipzig
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20061009
projectidc8e2d65f
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Elftes Kapitel

Nichts hatte mich mehr verwirrt, als ich den Gedanken an ein Dasein von Regionen im Inneren der Erde zu fassen suchte, die von Wesen bewohnt sind, deren Organismus den Bewohnern der Oberwelt verwandt ist, als der Widerspruch zur Lehre, die wohl die meisten Geologen und Philosophen vertreten, nämlich daß, obgleich bei uns die Sonne der Urquell der Wärme ist, letztere doch zunimmt, je tiefer wir in das Innere der Erde gelangen, und zwar von fünfzig Fuß unter der Erdoberfläche an um einen Grad mit jedem Fuße.

Aber obgleich die höher gelegenen Besitzungen des betreffenden Stammes der Erdoberfläche verhältnismäßig so nahe waren, daß ich die Temperatur dem organischen Leben angemessen schätzte, so war es doch in den Tälern und Schluchten dieses Reiches weniger heiß, als es die Philosophen bei einer solchen Tiefe für möglich halten würden – es war nicht heißer als im südlichen Frankreich oder höchstens in Italien. Es wurde mir erzählt, daß noch unermeßlich tiefer im Inneren der Erde, in Gegenden, wo unserer Meinung nach nur noch Salamander existieren könnten, unzählige Völker mit derselben Organisation wie die unsere wohnten. Ich kann mir nicht anmaßen, den Grund für eine Tatsache anzugeben, die so in Widerspruch mit den Gesetzen der Wissenschaften steht, auch Zee vermochte mir zu keiner Erklärung zu verhelfen. Sie glaubte nur, daß unsere Philosophen das Innere der Erde nicht für genügend porös hielten. Daß sie die Größe ihrer Höhlen und Unregelmäßigkeiten, die freien Luftzug und heftige Winde erzeugten, und die verschiedenen Weisen, die Wärme auszuströmen und zu entfernen, nicht hinreichend erkannt hätten. Sie gab jedoch zu, daß in einer gewissen Tiefe die Wärme für ein organisches Leben, wie es der Vril-ya bekannt war, unerträglich sei, obgleich ihre Philosophen glaubten, daß man sogar selbst an jenen Orten geistige und empfindende Wesen finden würde, wenn man imstande wäre, so weit vorzudringen. »Seien Sie versichert, daß der ALLGÜTIGE keines seiner Gebäude unbevölkert läßt. Leere Wohnungen liebt ER nicht.« Sie fügte jedoch hinzu, daß die Temperatur und das Klima an vielen Orten durch Vril-ya eine große Umänderung erlitten habe und daß sich bei derartigen Wechseln die Wirkung des Vril als sehr erfolgreich erwiesen habe. Sie beschrieb ein zartes lebenerweckendes Mittel, Lai genannt, das, wie ich glaube, gleichbedeutend sei mit Dr. Lewins' ätherischem Oxygen, in dem alle die einander verwandten, in dem Namen Vril vereinigten Kräfte arbeiten, und behauptete, daß wenn dieses Mittel genügend in Anwendung gebracht würde, um den verschiedenen Kräften des Vril freien Spielraum zu lassen, eine den höchsten lebenden Wesen zusagende Temperatur erhalten werden könnte. Sie sagte weiter, daß ihre Naturkundigen glaubten, die Blumen und die ganze Vegetation, die ursprünglich entweder aus Samen entsprossen sei, der bei den ersten Erschütterungen der Natur von der Erdoberfläche herabgetrieben worden war, oder die durch die Stämme, die zuerst ihre Zuflucht in diese höhlenartigen Schluchten genommen hatten, mit hierher gebracht worden war, seien durch das Licht, das fortwährend auf ihnen geruht hatte, und durch das allmähliche Vorwärtsschreiten der Kultur so wunderbar entfaltet worden. Sie sagte auch, daß, seit das Vril-Licht alle anderen lichterzeugenden Körper überflüssig gemacht hatte, die Farbe der Blätter und Blumen viel prächtiger, und das Wachstum der Vegetation viel üppiger geworden sei.

Ich überlasse es denen, die maßgebender sind als ich, sich weiteren Betrachtungen darüber hinzugeben und widme einige Seiten den sehr interessanten Fragen über die Sprache der Vril-ya.

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