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Das Geld auf der Straße

George Randolph Chester: Das Geld auf der Straße - Kapitel 7
Quellenangabe
typefiction
authorG. R. Chester
titleDas Geld auf der Straße
publisherErich Reiß Verlag
yearo.J.
translatorC. A. Bratter
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20140828
projectida5102f67
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6. Kapitel.
Worin erstaunliche Dinge über J. Rufus enthüllt werden.

Die erste Aktionärversammlung der »U. S. T. G.« gestaltete sich recht fröhlich. Der Tisch, um den die fünf Männer sich setzten, würde (das wußte man schon) eine Stunde später mit einem feinen Tafeltuch bedeckt werden; denn wenn J. Rufus Wallingford Geschäfte erledigte, so mußte er – es ging einfach nicht anders – dabei gut essen und trinken, und alle, die mit ihm Geschäfte machten, mußten desgleichen tun. Die Aktionäre, die sämtlich anwesend waren, wählten ihre Beamten und ihre Direktion. Mr. Wallingford wurde zum Präsidenten, Mr. Laemmle zum Sekretär, Mr. Jasper zum Schatzmeister, Mr. Lewis (ein intimer Freund Jaspers) zum Vizepräsidenten gewählt; diese vier bildeten auch, zusammen mit Mr. Nolting, den Aufsichtsrat. Bald darauf einigte man sich über Text und Form der Aktien und über die Statuten; dann beschloß die Versammlung, das Aktienkapital auf 100 000 Dollars zu erhöhen. Darauf vertagte man sich.

Während des Frühstücks hielt der Präsident eine kleine Ansprache, während der er den Anwesenden andauernd einen Teppichnagel vor Augen hielt, dessen rauhe Fläche mit karminrotem Stoff überzogen war. Er erwähnte immer wieder die unschätzbaren Dienste, die ihr junger Freund, Mr. Eduard Laemmle, der Sache geleistet habe, indem er den zu fabrizierenden Nagel zu einem tadellosen, in jeder Beziehung vorzüglichen Gebrauchsartikel machte. Er setzte den Anwesenden ausführlich die Größe des »Eureka«-Unternehmens auseinander, ihre enormen Nettogewinne, ihre verblüffend hohe jährliche Dividende, den fabelhaft hohen Kurs, zu dem ihre Aktien notierten (und dabei war kein Stück verkäuflich!) – und dieses ganze gigantische Geschäft, meine Herren, baut sich auf einem einfachen, gewöhnlichen Stift auf! Auf einem Stift, meine Herren, der nicht entfernt, nicht an-nähernd ein so vorzüglicher, das Publikum zum Kauf einladender, so gewinnverheißender Handelsartikel ist wie dieser kleine, ausgezeichnete, perfekte Gegenstand des täglichen Gebrauchs, den ich hier in meiner Hand halte. Die Herren durften sich beglückwünschen (meinte Mr. Wallingford weiter), denn ihnen steht eine lichten: Zukunft bevor, ein größeres Vermögen, als sie je besessen haben; alle Anwesenden durften sich dazu beglückwünschen, daß das Schicksal sie zusammengeführt hat. Und da die Herren so gütig, da sie so gutgläubig waren, ihm, ohne lange zu fragen ihr Vertrauen zu schenken, so halte er es für seine Pflicht, ihnen die Versicherung zu geben – wenngleich es einer solchen Versicherung nicht erst bedürfe – daß er tatsächlich derjenige sei, als den er sich gebe; er fordere seinen Freund, den Sekretär der »U. S. T. G.«, Mr. Eduard Laemmle, auf, der Versammlung die Briefe vorzulesen, die, wie er gehört habe, von einigen Firmen eingelaufen seien: von der »Rio Grande Gummi-Gesellschaft«, von der »St. Johns Blutorangen-Anpflanzungs-Gesellschaft«, von der »Los Pocos Bleierz-Gewinnungs-Gesellschaft«, von der »Sierra-Zinnober-Bergwerksgesellschaft« und von anderen.

Mr. Laemmle – bitte: Sekretär Laemmle – erhob sich voll Selbstbewußtsein und Würde, die er in anmutige Lässigkeit zu kleiden suchte. »Es ist eigentlich kaum der Mühe wert,« sagte er munter, »mehr als einen zu verlesen, denn sie gleichen sich alle. Wenn jemand etwas von unserem Präsidenten wissen will, so schicken Sie ihn nur zu seinem Freunde Eddy!« Darauf las er die Briefe vor.

Diesen Briefen nach war Mr. Wallingford ein Gentleman von makellosester Rechtschaffenheit; ein Mann, moralisch und finanziell gleich untadelhaft; ein kaufmännisches Genie; er war wegen seines unvergleichlichen Scharfsinnes und wegen des überragenden Ansehens seines Namens von allen Geldfürsten Bostons aufgesucht worden; er war, mit einem Wort, der größte Segen, der sich je auf eine Stadt herabgesenkt hatte; und wer so glücklich sei, mit ihm irgendwie geschäftlich zu tun zu haben, könne sich wirklich selig preisen. Die Briefe machten die Runde. Die einen hatten Firmenköpfe mit erhabenem Druck, andere wenigstens in Lithographie, andere waren in Zweifarbendruck ausgeführt und wiesen hübsch gezeichnete Bilder von großen mexikanischen Ländereien, Plantagen in Florida und Bergwerken in Nevada auf. Alle aber machten großen Eindruck, und als sie wieder dem Sekretär Laemmle überreicht wurden, folgten ihnen vier Paar Augen mit so begehrlichem Ausdruck, als wenn diese Augen auf Goldbarren ruhten.

In der darauffolgenden Woche war der »Fabrikausschuß« der Gesellschaft, bestehend aus den Herren Wallingford, Laemmle und Jasper, eifrig bemüht, ein passendes Gebäude für die Fabrik zu finden. Sie jagten herum, besichtigten und frühstückten, bis sie eine kleine Baulichkeit gefunden hatten, die »für den Betrieb im ersten Jahre« genügen mochte. In zwei Tagen war das Gebäude gereinigt und die Bureaus prächtig eingerichtet; und dann begann Wallingford, nachdem er dem Sekretär die ihm obliegende Arbeit zugewiesen hatte, sich seinen rein privaten, ganz persönlichen Geschäften zuzuwenden. Das erste war eine ganz private Unterredung mit dem Patentanwalt Christopher.

»Von vier Seiten ist Einspruch gegen Ihr Patent erhoben worden,« teilte dieser betrübt mit, »und dieser Einspruch ist in allen vier Fällen hinlänglich begründet.«

»Verschaffen Sie mir ein Patent!« befahl Wallingford kurz.

Der Anwalt zögerte mit der Antwort. (Sein Bureaurock war an den Ellenbogen durchlöchert, und sein guter Rock war an den Nähten glänzend.) Nach langem inneren Kampfe sagte er: »Ich muß Ihnen geradeheraus sagen, daß ich allerdings ein Patent besorgen könnte, daß es aber keinen Dollar wert sein wird.«

»Ob einen Dollar, Franken oder Gulden, ist mir sehr gleichgültig«, entgegnete Wallingford brüsk. »Auf die Währung kommt es mir ganz und gar nicht an. Verschaffen Sie mir ein Patent, ob so eines oder so eines, ist mir ganz Pomade, wenn nur ein Band und ein Siegel darauf ist. Ich denke, Ihre berufliche Moral gebietet Ihnen, Mr. Christopher, über gewisse Dinge mit niemandem als mit Ihren Mandanten zu reden.«

»Hm ... ja«, gab der Anwalt zu.

»Gut. In dem vorliegenden Falle bin ich Ihr einziger Mandant. Sie verstehen mich. Und ich sage Ihnen: verschaffen Sie mir ein Patent! Genau besehen, hat ein Patent doch keinen größeren effektiven Wert als ein Dollar in einem Luxushotel. Doch, zu etwas ist ein Patent immerhin gut; um die Rechtsgrundlage für einen großen, kostspieligen Prozeß zu bilden. Sie verstehen mich schon.«

Und ob Mr. Christopher ihn verstand! Ein großes Licht ging ihm auf. Und sein Gewissen war ganz beschwichtigt.

Inzwischen drehten sich die majestätischen Räder der Staatsobrigkeit, und in der zweiten Versammlung des Aufsichtsrates war der Sekretär in der Lage, den Anwesenden die hohe Erlaubnis des Gemeinwesens mitzuteilen, Aktien der neuen Gesellschaft in Höhe von 100 000 Dollars auszugeben. Noch mehr: der Sekretär war bereits in der Lage, ihnen Entwürfe für die Aufmachung der Aktien, sowie das große Siegel der »U. S. T. G.« vorzulegen. Ihr eigenes Siegel! Stolz und in Ehrfurcht erschauernd betrachteten sie es. Auch diese Versammlung verlief übrigens sehr fröhlich. Die Direktoren, die schon im vorhinein wußten, was sie zu tun hatten, stimmten einhellig dafür, daß dem Mr. Wallingford und dem Mr. Laemmle 60 000 Dollars in Aktien für ihre Patentrechte überwiesen würden. Die drei übrigen Mitglieder der Direktion und der eine Aktionär, dem man aus Höflichkeit gestattet hatte, an der Versammlung teilzunehmen, übernahmen sodann je 5000 Dollars der Aktien und verpflichteten sich, bis Ende der Woche vier weitere Einzahlungen zu besorgen; zwei davon wurden sofort geleistet. Nachdem diese 30 000 Dollars in bar in der Kasse hinterlegt worden waren, wurde sofort eine außerordentliche Aktionärversammlung einberufen. In dieser wurde beschlossen, wieder eine neue Gesellschaft mit etwas verändertem Namen zu begründen; sie sollte fortan »Universal-Stoffbelag-Nägel-Gesellschaft« (U. S. N. G.) heißen, also ohne das Wort »Teppich«, und ihr Nominalkapital sollte sich auf 300 000 Dollars, wovon 200 000 Dollars bereits subskribiert waren, erhöhen.

Die Organisation der neuen Gesellschaft dauerte nur etwas über einen Monat. Sie erwarb die alte Gesellschaft für 200 000 Dollars, zahlbar in neuen Aktien. Hocherfreut kauften die »neuen Aktionäre« von sich selbst, als den alten Aktionären, die alte Gesellschaft für diesen Betrag, wobei jeder zwei Aktien im Nominalwert von 100 Dollars für je 100 Dollars seiner alten Aktien erhielt. Es war das erstemal, daß sie am »Verwässern« beteiligt waren, und ihre Freude darüber war unbeschreiblich. Aber ihre Freude war nichts im Vergleich zu der J. Rufus Wallingfords; denn er besaß jetzt Aktien in Höhe von 90 000 Dollars Nennwert, deren Reellität niemand anzweifeln konnte, und deren Marktwert ausschließlich durch seine glatte Zunge bestimmt wurde; das heißt, er konnte sie zu jedem Kurse innerhalb des Nominalwertes verkaufen, wenn er (und dessen war er sicher) Käufer finden und sie dazu überreden konnte. Außer den 900 Aktien zu je 100 Dollars besaß er jetzt ein Haus für 10 000 Dollars, ein Automobil für 5000 Dollars und unbeschränkten Kredit. Und dieser nämliche Mann war erst vor knapp zwei Monaten in der ihm ganz fremden Stadt angekommen, ohne einen Heller Kredit auf dem ganzen Erdenrund und mit weniger als 100 Dollars in der Tasche!

Es wirft ein helles Licht auf die Ehrlichkeit der amerikanischen Geschäftsmethoden, daß so viele Geschäfte lediglich auf Treu und Glauben abgeschlossen werden. Ganz ohne Frage war die Stellung J. Rufus Wallingfords in der Handels- und Finanzwelt durchaus fest begründet. Abgesehen von den oberflächlichen Anfragen, die Eduard Laemmle gemacht hatte, war es keinem Menschen eingefallen, sich nach der Vergangenheit des Gründers zu erkundigen. Den Kaufleuten, mit denen Wallingford zu tun hatte, kam es nicht in den Sinn. Besaß er nicht ein reich eingerichtetes, neues Haus in Gildendale, und fuhr er nicht täglich in einem feinen, neuen Automobil vor? Dazu kam, daß er, nachdem er von dem einen Kaufmann Kredit erhalten hatte, sich bei dem zweiten auf den ersten bezog, bei dem dritten auf den zweiten und bei dem vierten auf den dritten. Das war alles, was J. Rufus zu tun brauchte. Fragte der vierte bei dem dritten nach, so erhielt er den Bescheid: »Jawohl, wir haben Mr. Wallingford ein Konto eröffnet und wir halten ihn für gut.« Infolgedessen konnte Frau Wallingford in dem kleinen »runabout«, dem Zwergauto, das ihr Mann ihr »gekauft« hatte, überallhin fahren und Einkäufe machen, und sie machte davon reichlichen Gebrauch. Sie war, gleich ihrem Manne, eines jener auserlesenen Wesen, für die alle die kostbarsten Schätze dieser Welt eigens geschürft, verarbeitet, gewebt und genäht werden; und je schöner eine Frau, desto schönere Dinge verlangt sie, um den Glanz ihrer Schönheit zu erhöhen. In der ganzen Stadt war nichts zu gut für die beiden, und sie verschafften sich alles, was sie begehrten, – ohne Geld. So machte Wallingford z. B. keine Miene, auch nur eine Anzahlung auf sein Auto zu leisten; und als eine sehr zuverlässige innere Stimme ihm warnend zurief, daß der Verkäufer ihn bald mahnen werde, ging er ruhig zu ihm, suchte sich das hübsche kleine »runabout« für seine Frau aus und ließ es sich mit auf die Rechnung stellen. Als das kleine Auto mit ihm davonfuhr, war der Händler ein wenig über sich selbst erschrocken; er hatte sich fest vorgenommen, das nächstemal, wenn er Mr. Wallingfords ansichtig würde, wenigstens auf einer Teilzahlung zu bestehen; statt dessen hatte er wieder einen Wagen für 2000 Dollars aufs ungewisse hergegeben, und der ganze Gegenwert, den er vorläufig für seine 7000 Dollars besaß, bestand in einem halben Dutzend Nägeln mit Stoffüberzug, die J. Rufus ihm gegeben hatte und über deren Kapitalswert er nach Belieben nachdenken konnte. Inzwischen war Laemmles Darlehen von 1000 Dollars auf 2000 Dollars gestiegen; Wallingford hatte ihm unter irgendeinem plausiblen Vorwande weitere 1000 Dollars abverlangt.

In der Fabrik begann jetzt ein reges Leben. Im dritten Stockwerk des Gebäudes wurde ein Maschinenraum eingerichtet; Kostenpunkt 3000 Dollars. In einiger Entfernung von dem Gebäude wurde eine Versuchswerkstätte für Maschinen zur Herstellung kreuzweise gezahnter Nägel eingerichtet, und diese Werkstätte arbeitete unausgesetzt. Der geniale Wallingford hatte sich heimlich Zeichnungen und Pläne von Nägelmaschinen verschafft und kleine Änderungen erdacht, durch die ein Konflikt mit bestehenden Patenten vermieden werden sollte, und an diesen so veränderten, bewährten Maschinen hatte er Stanzen zur Herstellung rauher Nagelköpfe angebracht. An dem Tage, an dem die erste »verbesserte« Maschine die ersten Nägel hervorbrachte, die jetzt des Stoffüberzuges harrten, wurden die Aktionäre in den Maschinenraum gerufen, um Zeugen des holden Wunders zu sein; und sie verließen die Fabrik in der festen Überzeugung, daß das Glück in Armeslänge vor ihnen stehe. Sie hatten ihr erstes Patent erhalten, auf steifem Pergament mit einem Endchen hellen Bandes und einem Siegel darauf, und dieser Anblick wirkte auf die Aktionäre wie der Blick auf eine Jahresbilanz mit hohen Dividenden.

Aber gerade um diese Zeit der Hoffnungsblüte begann sich die erste Gewitterwolke auf dem Himmel der »U. S. N. G.« zusammenzuziehen. Man kann auch, prosaischer, sagen: die erste Katze wurde aus dem Sack gelassen. Die unangenehme Kunde kam zunächst dem Sekretär Laemmle zu Ohren, und zwar durch die Erkundigungen einer Auskunftei; und diese Kunde lautete ungefähr, daß der Bostoner »Kapitalist« der »U. S. N. G.«, was seine Vermögenslage betreffe, eine übertünchte Grabstätte sei (die Auskunft war nicht ganz so bildhaft, aber ganz so unzweideutig abgefaßt); Mr. J. Rufus Wallingford besitze nicht einen Pfennig. Der Sekretär sagte ihm dies, als sie allein im Bureau saßen, geradezu ins Gesicht, und Wallingford gestand seine Vermögenslosigkeit ein, ohne mit der Wimper zu zucken.

»Ich bin recht froh,« sagte er kühl, »daß es jetzt heraus ist. Er paßt mir augenblicklich ganz ausgezeichnet. Wäre die Auskunft nicht gekommen, so hätte ich es euch in ein paar Tagen selbst mitgeteilt. Wer hat auch übrigens je gesagt, daß ich Geld hätte? Ich gewiß nicht.«

»Das nicht – aber Ihre ganze Lebensweise ...«

»Ich habe immer so gelebt und werde immer so leben«, erklärte Wallingford kategorisch. »Es ist nicht nur wahr, daß ich kein Geld besitze, sondern ich muß sogar sofort welches haben.«

»Ich kann Ihnen keines mehr leihen.«

»Das verlange ich auch nicht von Ihnen, Eddy. Ich sage nur, daß ich unbedingt und ungesäumt Geld haben muß. Ich werde von Leuten, denen ich Geld schuldig bin, gedrängt. Und mehr als das, ich kann die Arbeiten an der Stoffbelag-Maschine nicht fortsetzen, ehe ich es habe.«

Er bestellte sich in aller Seelenruhe telephonisch sein großes Automobil.

In den nächsten fünf Minuten saßen beide still im Bureau. Dem Sekretär begann die Lage, in der er und die übrigen sich befanden, langsam aufzudämmern. Er begriff, daß sie sehr übel daran wären, wenn J. Rufus sie im Stiche lassen sollte, bevor die Stoffbelag-Maschine perfekt war. Die Gesellschaft hatte schon über 20 000 Dollars für die Einrichtung der Fabrik und des Bureaus, die Maschinen, Werkstätten und die Versuche mit dem Stoffüberzug aufgebracht, daneben sehr viel kostbare Zeit.

»Verkaufen Sie doch etwas von Ihrem Aktienbesitz«, riet ihm Laemmle.

»Wir haben doch eine Vereinbarung getroffen, die Kontrolle über die Gesellschaft zu behalten«, entgegnete Wallingford.

»Sie könnten immerhin einiges verkaufen, ohne den erforderlichen Betrag zu überschreiten. Ich werde keine Aktie verkaufen.«

»Ich habe schon hundert verkauft«, erklärte Wallingford bündig. Er zog aus seiner Tasche einen auf 100 Stücke lautenden Schein hervor. »Überschreiben Sie 50 davon an L. W. Ramsay, 25 an E. H. Wyman und die anderen an C. D. Wyman.«

Ramsay und die Brüder Wyman! Ramsay war der Inhaber der Automobilfirma, und die Brüder Wyman waren Wallingfords Schneider.

»So viel sind Sie schuldig! Und in dieser kurzen Zeit! Hundert Aktien auf einmal!« rief Laemmle aus. »Warum haben Sie den Leuten nicht aus dem außerordentlichen Aktienbestand der Gesellschaft verkauft? Dort liegen 20 000 an Stelle der alten 10 000.«

»Warum? Weil ich das Geld brauchte. Von Ramsay habe ich 2500 bar geborgt, und die anderen 2500 sind Anzahlung auf die beiden Automobile. Bei den Wymans habe ich für 1000 Dollars Anzüge gekauft, und 4000 haben Sie mir bar geliehen.«

Laemmle blickte ihn zornig an.

»Hören Sie mal, Wallingford, Sie treiben es aber gar zu bunt! Sie haben also bloß von diesen beiden Firmen 6500 Dollars bar gepumpt, dazu 2000 von mir, und diese 8500 Dollars haben Sie in nicht ganz drei Monaten verbraucht! Seitdem Sie hier sind, haben Sie 3000 Dollars monatlich verzehrt. Dazu noch die vielen unbezahlten Rechnungen, von denen ich weiß. Und trotzdem haben Sie schon wieder kein Geld. Wie ist das nur möglich?«

»Das geht niemanden etwas an«, antwortete Wallingford grob, und die Röte eines gut gespielten Zornes stieg ihm ins Gesicht. »Darüber wünsche ich mich mit Ihnen nicht zu unterhalten. Das Wesentliche ist, daß ich Geld brauche, und daß ich es sofort haben muß.«

Das Auto fuhr an dem Haustor vor, Wallingford setzte seine Sportmütze auf und zog den Rock vom Dreß an.

»Wohin fahren Sie?«

»Nach Rayling.«

Laemmle runzelte die Stirn, Rayling war 60 Meilen entfernt.

»Sie werden also vor Mitternacht nicht zurück sein?«

»Schwerlich.«

»Zum Donnerwetter, Mensch, Sie werden nicht fahren!« rief Laemmle wütend aus. »Die Leute drüben im Maschinenraum warten auf weitere Weisungen von Ihnen für die Stoffbelag-Maschine.«

»Sie werden eben warten müssen!« erklärte Wallingford kurz und schritt zur Türe hinaus.

J. Rufus war ganz programmgemäß, ganz methodisch vorgegangen. Jetzt, dicht vor dem Abschluß der technischen Vorarbeiten und der Versuche, die ohne ihn nicht zu Ende geführt werden konnten, wollte er seine Leute wissen lassen, daß er keinerlei Mittel besitze, und daß sie daher seinen Lebensunterhalt bestreiten müssen. Zum ersten Male hatte er sein geschmeidig-höfliches Benehmen fallen lassen. Laemmle war förmlich in einer Panikstimmung.

Etwa eine Stunde später trat David Jasper ins Bureau.

»Wo ist Wallingford?« fragte er.

»Im Auto ausgefahren.«

»Wann wird er zurück sein?«

»Heute nicht mehr.«

Jaspers Gesicht war bleich, aber die Zornesröte stieg ihm langsam in die Wangen.

»Er müßte heute aber hier sein. Sein Akzept ist fällig.«

»Was für ein Akzept?« fragte Laemmle erschrocken.

»Sein Akzept auf 1000 Dollars, für das ich Bürgschaft geleistet habe.«

»Es wird Ihnen nichts übrigbleiben, als es prolongieren zu lassen oder zu bezahlen«, sagte Laemmle. » Mein Akzept habe ich prolongieren lassen müssen. Dave, dieser Mensch hat einen unersättlichen Schlund, dabei hat er nicht einen Heller im Vermögen. Ich habe es soeben, vor etwa zwei Stunden, erfahren. Warum haben Sie mir übrigens nicht gesagt, daß er sich Geld von Ihnen ausgeliehen hat?«

»Und warum haben Sie mir nicht gesagt, daß er sich Geld von Ihnen ausgeliehen hat?«

Die beiden blickten einander einen Augenblick ärgerlich an, dann mußten sie gegen ihren Willen lachen.

»Möchte nur wissen, wieviel und bei wem er noch gepumpt hat«, sagte Laemmle dann.

»Einer davon ist Lewis. Er hat dem Wallingford 1500 geliehen. Er hat es mir eben beim Kriegler erzählt.«

Laemmle rechnete und grübelte. Zu den 8500 Dollars, von denen er bereits gewußt hatte, kamen jetzt 2500, von denen Dave ihm eben erzählte. Machte 11 000 Dollars, die der Mann in kaum drei Monaten ausgegeben hatte! Er hatte davon natürlich einige Rechnungen bezahlt, aber der Rest war in alle vier Winde zerflattert. Es erschien Dave und Laemmle unmöglich, daß ein Mensch imstande sei, 125 Dollars täglich auszugeben, aber dieser Mann hatte das Unmögliche fertiggebracht; und das war es zunächst, worüber die beiden so bestürzt waren, daß sie vorerst gar nicht an die schlimmen Möglichkeiten dachten, die ihrer selbst warteten. Sie konnten diese Art Lebensführung einfach nicht begreifen, konnten nicht verstehen, wie ein Mensch so viel Geld durchbringen könne, bis Laemmle sich eines Vorganges erinnerte, der starken Eindruck auf ihn gemacht hatte. Wallingford hatte seine Frau und zwei Freunde eines Abends in die Oper genommen. Zuvor hatte er einen Salon im Hotel gemietet, in dem sie das Diner einnahmen, das mit den Blumen und dem Wein über 100 Dollars gekostet hatte. Die Sitze in der Oper kosteten 50 Dollars. Nach der Vorstellung gab es ein Souper, bei dem teuere Weine bis lang nach Mitternacht flössen. Alles zusammen hatte dieser eine Abend nicht weniger als 300 Dollars gekostet, und auf diesem Fuße hatte der Mann die ganze Zeit über gelebt! Bei sich zu Hause wurden, auch wenn er und seine Frau allein waren, Mahlzeiten zu sieben Gängen serviert. Von riesengroßem Geflügel, das auf den Tisch kam, wurden nur die auserlesensten Stücke angeschnitten, das übrige wurde in die Küche zurückgeschickt und durfte den Herrschaften nicht mehr vorgesetzt werden. Kostbare Weine wurden nach zwei Gläsern stehengelassen, weil Wallingford die Laune hatte, eine andere, noch teuerere Sorte zu versuchen. –

Laemmle blickte so verängstigt drein, daß sein älterer Freund, obschon auch er seinerseits Trostesworte gut gebrauchen konnte, ihm auseinandersetzte, daß Wallingfords Lebenswandel sie doch gar nichts anzugehen brauche.

»Wieviel Geld der Mann ausgibt,« sagte er, »ist doch gar nicht unsere Sache. Unsere Gesellschaft ist solide, und darauf kommt es ganz allein an.«

»So ist's auch!« rief Laemmle in neu entfachter Begeisterung aus. »Der Nagel ist die Hauptsache, und der ist einfach unübertrefflich. Mit jedem Tage nähern wir uns schneller der Zeit, wo wir damit auf den Markt kommen. Soll der Mann schon alle seine Aktien verkaufen – was liegt daran, wenn er nur die eine Stoffbelag-Maschine fertig macht?«

Kurze Pause. Dann brach es bei Dave Jasper wieder los. »Der Mensch ist ein Lügner! Ich wollte, er wäre mit der Maschine fertig und dann weit weg von uns. Ich kann nicht schlafen, solange ich mit einem Lügner zu tun habe!«

»Augenblicklich brauchen wir ihn noch«, mahnte Laemmle. »Und inzwischen werden wir ihm wohl Geld beschaffen müssen, um ihn an der Stange zu halten. Lassen Sie sich doch Aktien als Deckung für Ihr Akzept geben, und geben Sie Lewis denselben Rat. Wir sind dann gegen Verlust geschützt.«

Jetzt war es Dave, der ängstlich dreinblickte.

»Ich kann's nicht machen«, erklärte er. »Als ich die 5000 Dollars Aktien übernahm, hatte ich nur 1500 Dollars in der Bau-Kredit-Gesellschaft, und um den Rest aufzubringen, habe ich eine Hypothek auf meine Häuser aufnehmen müssen. Wenn ich jetzt das Akzept einlösen und 1000 Dollars hinlegen soll, so müßte ich noch eine Hypothek aufnehmen, und habe mich verschworen, die Häuser nicht um einen Pfennig mehr zu belasten.«

»Der Nagel wird alles wieder hereinbringen«, sagte Laemmle dringend und mit Überzeugung.

»Ja, der Nagel ist tatsächlich ein Trost«, pflichtete Dave bei.

Der Nagel! Der hielt sie alle fest beieinander. Laßt doch den Wallingford ein Verschwender, ein Tunichtgut sein – der Nagel war gut. Ihr Glaube, daß der Nagel sie reich machen werde, war unerschütterlich. Laemmle nahm einen vom Schreibtisch auf und reichte ihn seinem Freunde. Der bloße Anblick rief die geschäftige Phantasie wach, die den Stift mit seinem Seidenüberzug auf seinen Platz in einem kostbaren Teppich entführte, in dem er unsichtbar versank; und diese Bilder wirkten außerordentlich beruhigend. Und erst die Visionen, die durch den Namen »Eureka«-Gesellschaft heraufbeschworen wurden! Sie erschien ihnen wie Fortuna mit dem riesengroßen, weit offenen Glückshorn, diese »Eureka«-Gesellschaft, die die »U. S. N. G.« jederzeit um eine Million Dollars aufkaufen würde (wenn sie wirklich so töricht sein sollten, sich aufkaufen zu lassen). Sie hatten somit gar keine Ursache, sich zu ängstigen ...

David Jasper ging zu seiner Bank und bat sie, das Akzept Wallingfords erst am nächsten Tage zur Einlösung zu präsentieren. Man kam dem Wunsche ohne Widerrede nach, denn Jasper war ihr als »gut« hinlänglich bekannt. Am darauffolgenden Tage wurde er Wallingfords habhaft und veranlaßte ihn, das Akzept prolongieren zu lassen und ihm die Aktien als Deckung zu geben.

Dave war fest entschlossen gewesen, Wallingford nicht zu schonen und ihm seine Meinung derb zu sagen. Es kam aber anders. Als Wallingford sich von Dave verabschiedete, hatte der geriebene Mensch 4000 Dollars bar in der Tasche, denn er hatte jenem nicht für 1000, sondern für 5000 Dollars Aktien verkauft, und Dave hatte doch eine neue Hypothek auf seinen Grundbesitz aufgenommen. Der eine Nagel in seiner Westentasche war zu Dimensionen angewachsen, weit über seine sieben kleinen Häuser hinaus. Ebenso erging es dem Mr. Lewis und einem anderen Aktionär, der gleichfalls ein Akzept von Wallingford in Händen hatte.

Keiner von ihnen hatte anscheinend eine Ahnung davon, daß das Problem, das ihr genialer Wallingford zu lösen hatte, überaus schwierig war. In ihren Augen handelte es sich bei der Stoffbelag-Maschine nur um ein leichtes mechanisches Kunststückchen, das nicht viel schwerer zu bewältigen war als etwa eine Multiplikation. Ein Stückchen Stoff auf einen so kleinen und (in seiner Mehrheit) so unregelmäßigen Gegenstand wie den Kopf eines Stiftes zu kleben, so daß es fest aufliegen bleibt und daß die Ecken glatt zurechtgestutzt sind – dies alles mit Maschinen zu bewerkstelligen, und zwar so schnell, daß Tausende und aber Tausende täglich hergestellt und daß diese Arbeit größere Gewinne abwirft: dies war eine wahrhaft herkulische Leistung, und die Aktionäre wären nicht wenig entsetzt gewesen, hätten sie gewußt, daß J. Rufus es keineswegs eilig hatte, diese Schwierigkeit zu bemeistern. Er dachte nicht im entferntesten daran, mit der Fabrikation und der Verwertung des Artikels zu beginnen. Der gegen sein Patent erhobene Einspruch hatte ihn veranlaßt, in aller Stille Erkundigungen einzuziehen, deren Ergebnisse ihn überzeugten, daß die »U. S. N. G.« an dem Tage, an welchem sie ihr Produkt auf den Markt werfen würde, auch schon durch eine ganze Reihe von Prozessen, von millionenschweren Leuten eingeleitet und energisch durchgeführt, zu existieren aufhören würde. Er hatte in seiner Art recht, wenn er sagte, ein Patent habe lediglich den Wert, eine Rechtsgrundlage für Prozesse zu bilden.

Seiner raffinierten Schlauheit waren indessen Grenzen gezogen durch seine verschwenderische Lebensführung, durch seine unersättliche Genußsucht und sein unaufhörliches Geldbedürfnis. Hätte er sich begnügt, sich ernst und ausdauernd der Verwirklichung seiner Absichten (so unehrlich sie waren) zu widmen, so wären die endlosen Schwierigkeiten, in die er immer wieder geriet, nicht eingetreten. So aber war er ein Musterbeispiel für die alte Wahrheit, daß leicht erworbener Mammon keinen Bestand hat. Seine Frau war klüger als er. Sie hatte, damals wenigstens, keinen gesellschaftlichen Ehrgeiz. Sie waren beide viel zu sehr Bohemiens in ihren Gewohnheiten und Neigungen, um sich den strengen Regeln anzubequemen, deren Beobachtung die Gesellschaft in vielen Dingen verlangt, selbst wenn es ihnen möglich gewesen wäre, Eintritt in den Zauberkreis der Auserlesenen zu erhalten. Ihr lag bloß daran, sich so gut zu kleiden wie die beste Gesellschaft, öffentliche Vergnügungslokale zu besuchen, in denen die beste Gesellschaft verkehrt, sich mit Juwelen zu zeigen, die die Aufmerksamkeit der anderen auf sich zogen, und in Kostümen, die den Neid der anderen erregten; aber sie wurde es müde, immer in dieser Ungewißheit, in diesem Hangen und Bangen zu leben, und sie ermangelte nicht eines gewissen Scharfsinnes.

»Jim,« fragte sie eines Abend, »wie steht es mit deinen Geschäften?«

»Ich habe, wie du siehst, immer Geld, nicht wahr? Es fehlt dir an nichts, nicht wahr?« lautete seine ausweichende Antwort.

»Gar nichts. Aber eines brauche ich: eine Schonzeit. Ich möchte nicht mein ganzes Leben lang ängstlich auf die Stunde des Zusammenbruchs warten. Soweit ich dein jetziges Unternehmen beurteilen kann, ist es eine reinliche Sache; aber auch wenn es das ist, so kann ich nicht zuschauen, wie du die Leute anzapfst. Immer wieder müssen sie Tausende und Tausende bluten! Wenn du auch aus diesem Geschäft so herauskommen mußt, wie du aus allen deinen früheren Geschäften herausgekommen bist, so gehe lieber gleich. Realisiere alle Außenstände, laß dir jeden Dollar auszahlen, auf den du Anspruch hast, und wir wollen dann verreisen!«

»Jetzt eben kann ich nicht fort von hier«, entgegnete er.

Sie blickte erschrocken auf. »Es ist doch nichts Krummes dabei, Jim?« fragte sie.

»Krumm!« rief er aus. »Liebe Fanny, ich habe in meinem ganzen Leben nichts getan, was das Gesetz ahnden könnte. Das Gesetz ist mein Freund. Es ist eigens zum Schutze J. Rufus Wallingfords geschaffen worden. Ich kann gewöhnliche Schutzmänner vom Bürgersteig wegschieben und dem Polizeipräsidenten so imponieren, daß er aufsteht und mich grüßt, wenn ich vorbeigehe. In ein Gefängnis kann ich nur kommen, wenn ich eines kaufe.«

Sie schüttelte den Kopf. »Du bist ein zu schlauer Mensch, um nicht ins Gefängnis zu kommen. Die Gefängnisse sind voll von Leuten, die zu schlau waren, sich fangen zu lassen. Du bist ein eigentümlicher Mensch, Jim. Hättest du dich zu ehrlichen Geschäften entschließen können, so würdest du mit deinen Fähigkeiten heute 10 Millionen reich sein.«

Er kicherte und wollte das Gespräch ins. Scherzhafte ziehen; sie war aber dieses Mal für seine Scherze nicht zu haben. »Laß das«, wehrte sie ab. »Du hast Boston verlassen müssen, du hast Baltimore, Philadelphia und Washington verlassen müssen, du wirst auch dieser Stadt den Rücken kehren müssen!«

»Mach dir nichts daraus, Fanny«, mahnte er. »In den Vereinigten Staaten gibt es fünfzig Städte, die für meine Zwecke so gut sind wie diese hier, und in jeder ist Geld zu holen. Man wartet dort schon, daß ich komme und mir das Geld hole, und wenn ich sie der Reihe nach ausprobiert habe, fange ich von vorne an. Überall gibt es Leute, die auf einen Köder anbeißen, und jeden Tag wird in der Münze Geld gemacht.«

»Tu, was du für richtig hältst«, entgegnete seine Frau. »Aber wenn du klug bist, so folge meinem Rat und beschaffe dir etwas Geld, solange du es hier tun kannst, damit wir nicht wieder, wie in Boston, nachts in einem Vorort in einen Zug steigen und ausrücken müssen.«

Wallingford antwortete nicht. Er ging in den Keller, drückte auf den Knopf, der seine Weinvorräte mit elektrischem Licht übergoß, und suchte sich seine Lieblingsmarke aus. Aber während er die Flasche ausschlürfte, dachte er doch sehr ernsthaft nach. –

In der nächsten Versammlung der Direktion teilte er mit, daß die Arbeiten an der Stoffbelag-Maschine rüstig vorwärts schreiten, und zeigte den Anwesenden die Zeichnungen für ein Patent auf diese Maschine, das er anzumelden im Begriff war. Das war ein hoffnungsspendendes Anzeichen, das geeignet schien, das schwer erschütterte Vertrauen in Wallingford wieder herzustellen. Er müsse jetzt eine Vertriebsabteilung einrichten, und in Chicago müsse eine Verkaufsfiliale für den Westen der Vereinigten Staaten errichtet werden, erklärte er. Die Aktionäre nahmen seine Mitteilung mit einem Gemisch von Respekt und Freude entgegen. Schließlich – der Mann hatte sie zwar über seine Vermögenslage getäuscht, aber er verstand sich, sehr zu ihrem Vorteil, auf Dinge, mit denen sie gar nicht Bescheid wußten. Und übrigens: der Nagel, der großartige Nagel!

Wallingford reiste tatsächlich nach Chicago und setzte dort einen Verkäufer für den Westen ein. Ehe er zurückreiste, hatte er weitere 15 000 Dollars seiner Aktien verkauft an Leute, mit denen der Verkäufer ihn bekannt gemacht hatte.

J. Rufus Wallingford bereitete sich auf das »Ausrücken« vor.

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