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Das Geld auf der Straße

George Randolph Chester: Das Geld auf der Straße - Kapitel 2
Quellenangabe
typefiction
authorG. R. Chester
titleDas Geld auf der Straße
publisherErich Reiß Verlag
yearo.J.
translatorC. A. Bratter
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20140828
projectida5102f67
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1. Kapitel.
Worin J. Rufus Wallingford auf eine brillante Erfindung verfällt.

Schwarzer, öliger Straßenschmutz dehnte sich in dünnen Streifen längs der Asphaltränder, und was er berührte, bekam seinen häßlichen Fleck weg. Er machte sich auf dem Schuhwerk aller Fußgänger, auch der achtsamsten, unverschämt bemerkbar und zog mit unangenehmer Deutlichkeit einen Grenzstreifen von gelblicher Tonerde um die schweren Schuhe David Jaspers, der gerade nahe am Straßenrand auf dem Bürgersteig vor dem großen Hotel stand. Neben ihm sein junger Freund Eduard Laemmle. Die beiden sehr ungleichen Männer waren in ihr Lieblingsthema, ihre Logenangelegenheiten, vertieft – denn beide gehörten derselben Loge desselben Ordens an – so daß sie des feinen Sprühregens zu ihren Häupten und des Schmutzes zu ihren Füßen kaum achteten. Aber ein schwarzer Schmutzspritzer, der jedem der beiden plötzlich ins Gesicht klatschte, hatte doch die Wirkung, daß sie im Gespräch innehielten und sich nach dem Urheber dieser Überraschung umsahen. Diese rührte, wie sich herausstellte, von einem Wagen her, der gerade vor ihnen seinen eiligen Lauf einstellte und stoppte. Ihr rasch aufsteigender Unmut legte sich jedoch ebenso schnell, als sich der Wagenschlag öffnete und dem Gefährt eines jener imponierenden menschlichen Wesen entstieg, für die alle die besten Dinge dieser Welt eigens geschaffen zu sein schienen. Es war ein »Gentleman«. Ein Gentleman von stattlichem Wuchs; ein distinguierter Gentleman; einer, dem der Anzug nicht bloß gut saß, sondern der sein Aussehen hob, seine Stattlichkeit hervortreten ließ; einer, dem man die Wohlhabenheit und das Wohlleben von weitem ansah, wenn man sich dabei auch denken mochte: wenn der ißt, so wird er rot im Gesicht; und die Würde, die von dieser Wohlhabenheit ausstrahlte, umgab den ganzen Menschen wie ein Lichtschein. Ohne die beiden einfachen Bürger, die sich den Schmutz von den Schuhen wischten, im geringsten zu beachten, schritt er majestätisch ins Hotel. David Jasper aber und Eduard Laemmle blieben draußen im Regen stehen.

Der Buchhalter machte, als der Gast seinen Namen in das Fremdenbuch eingetragen hatte – »J. Rufus Wallingford aus Boston« – eine tiefe Verbeugung. Er hatte den Namen nie zuvor gehört, aber er hatte raschen Blickes einen eleganten Reiseanzug, eine wertvolle Krawattennadel, eine goldene Kette, einen Ring, eine Hutschachtel, Handkoffer, Handtasche und anderes an dem Reisenden entdeckt, – alles teure, erstklassige Dinge.

»Wohnzimmer und Schlafzimmer nach der Straße!« bestellte Mr. Wallingford. »Mit Bad. Das Badezimmer muß eine große Wanne haben.«

Der Buchhalter riskierte ein leises Lächeln des Verständnisses. Der massive Herr da brauchte schon eine große Wanne. »Sehr wohl, Mr. Wallingford,« sagte er, »Boy, Zimmer 44a. Hier ist der Schlüssel. Sonst etwas, Mr. Wallingford?«

»Schicken Sie mir einen Kellner und einen Diener aufs Zimmer.«

Abermals gestattete sich der Buchhalter ein leises Lächeln. Diesmal aber erst, nachdem der stattliche Gast sich entfernt hatte. Er zweifelte nicht im geringsten daran, daß die Rechnung Mr. Wallingfords eine fürstliche Höhe erreichen, und er wußte auch, daß sie bezahlt werden würde; aber er empfand eine unbestimmte Neugierde, wem die schmerzliche Aufgabe zufallen werde, diese fürstliche Rechnung zu bezahlen. Sein Scharfblick verdiente alle Anerkennung; denn in diesem Augenblick beliefen sich die Barbestände des neuen Ankömmlings tatsächlich auf nicht ganz 100 Dollars, und Mr. Wallingford hatte auch nicht die geringste Ahnung, wo er neue Gelder herbekommen könnte. Diese Ungewißheit verursachte ihm jedoch nicht die geringste Pein. Er wußte, daß es noch genug Geld auf der Welt gibt und daß es nirgends festgenagelt und verlötet ist; und diese beruhigende Gewißheit prägte sich in seiner Haltung deutlich aus. Als er pomphaft den Korridor entlang schritt, folgte ihm eine ganze Schar von Boys mit scharfer Witterung für Trinkgelder, und sie blickten neidisch auf den grinsenden Gepäckträger, der dem noblen Gast Koffer und Handtasche ins Zimmer trug.

Gerade als der Boy den Schlüssel in das Schloß des Zimmers 44a schob, kam ein hochgewachsener, magerer Mann in eng anliegendem schwarzen Anzug mit langschößigem Gehrock den Gang entlang, ein Herr, den man für einen Geistlichen hätte halten können, wenn nicht ein übermäßig geschniegelter schwarzer Schnurrbart und stechende schwarze Augen diesen ersten Eindruck verwischt hätten. Der Herr in Schwarz war so tief in Gedanken versunken, daß er beinahe an Mr. Wallingford vorbeigegangen wäre; dieser aber hatte seine Augen überall.

»Wohin so eilig, Blackie?« fragte er freundlich.

Der so Angeredete machte eine flinke, scharfe Wendung, wie ein Mann, dem es Gewohnheit geworden ist, sich gegen etwaige unangenehme Überraschungen in Schutzbereitschaft zu halten.

»Hallo, J. Rufus«, rief er aus, und die beiden wechselten einen Händedruck. »Ist Boston ganz ausgequetscht?«

Wallingford schmunzelte, und seine breiten Schultern hoben sich. »Jawohl. Habe eben die Schalen fortgeworfen. Komm in mein Zimmer.«

»Blackie« hieß mit seinem bürgerlichen Namen Mr. Daw. Als »Blackie« war er einem kleinen, aber erlesenen Kreise von Gentlemen bekannt, deren Beruf es ist, sorgfältig verschlossene Gelder aus ihrer Gefangenschaft zu befreien und schleunigst in Umlauf zu bringen. »Blackie« also ließ sich mißmutig auf einen Stuhl fallen und betrachtete in verdrossenem Schweigen seine wohlgepflegten Fingernägel, während sein imposanter Freund dem Boy und dem Diener Weisungen erteilte und sich dann umkleidete.

»Schon zu Mittag gegessen?« fragte Wallingford, der eben die letzte Hand an seine Toilette legte.

»Noch nicht«, knurrte Blackie. »Ich habe eine solche Wut auf mich selbst, daß ich nicht einmal Lust habe, ordentlich zu essen, weil mir das Freude machen könnte. Außerdem bin ich, wie man so sagt, ausgemistet.«

Wallingford schüttelte lachend den Kopf. »Ich sitze selbst platt«, beeilte er sich seinem Freunde mitzuteilen. »Ich glaube nicht, daß ich hundert Dollars mein eigen nenne. Wo fehlt's bei dir?«

»Bin ein richtiger Tölpel«, brummte Blackie mürrisch. »Bin wie der erstbeste Dummkopf hereingefallen. Bin eigens hierher gekommen, um ein Geschäft zu entrieren, das sich per Post wie ein großer Treffer ansah, wie ein Schlager erster Güte. Ein Treffer und ein Schlager war es auch, ein schwerer Schlager, aber einer auf meinen Schädel. Sag' einmal, J. Rufus, sehe ich so dumm aus, wie ich bin?«

»Nein, Blackie, und das ist dein Glück.«

»So ist's recht, verspotte mich noch dazu!« rief der so schmerzlich Enttäuschte aus. »Ich sage dir, Jimmy, wenn ich mir die Beine abnehmen könnte, so möchte ich mir mit ihnen Fußtritte versetzen, von hier bis nach Boston. Und ich würde nicht ein einzigesmal daneben hauen.«

Wallingford befestigte eben mit geschicktem Daumen ein Ende seines Hemdkragens am Knopf.

»Bin hergekommen,« fuhr Blackie grimmig fort, »um ein Lamm zu scheren. Am Höllenfeuer soll es braten, und seine Asche soll der Wind fortwehen! Habe mich durch pompös gedruckte Briefbogen und eine ebenso pompöse Unterschrift beduseln lassen ... Habe, ehe ich herkam, bei mir zu Hause eine besonders geräumige Stahlkammer gemietet, in der ich meine Beute unterzubringen gedachte. Hatte mir vorgenommen, dem Lamm sein ganzes Hab und Gut, sein Bankkonto, sein Haus und alles abzuknöpfen. Die Kleider hätte ich ihm allenfalls gelassen, wenn er brav sein würde. Es ist aber anders gekommen, ganz an-ders! Jimmy, wie diese Stadt hier sich in letzter Zeit verändert hat, davon machst du dir keine Vorstellung! Du mußt dich nach allen Richtungen ausweisen, mußt dich von allen Seiten beschnüffeln lassen. Alles wollen sie von dir wissen, ehe sie sich mit dir einlassen. Ich kenne keinen Menschen hier in dieser gottverlassenen Stadt, dem man ohne Chloroform und Hacke auch nur einen Dollar abnehmen könnte. Wenn du klug bist, J. Rufus, so folge meinem Rat: Nimm deine hundert Dollars, steige in einen Zug, schenke sie dem Schaffner und sage ihm, daß er dich dafür so weit wie möglich von hier fortbringt.«

Wallingford betupfte seine Krawatte und blickte dabei wohlgefällig in den Spiegel.

» Mir gefällt die Stadt«, sagte er. »Ich sehe große, vielstöckige Häuser hier. Und ich rieche grüne Banknoten, die lockeren, weißt du, die sich leicht in meine Tasche praktizieren lassen. Ich kenne diesen Geruch. In dieser Stadt hier wird man für ein honoriges Geschäft zu haben sein. Meinst du nicht?«

»Etwa wie für deine Milchpropfen-Gesellschaft?« höhnte Blackie. »Was ist eigentlich aus deiner Bostoner Milch-Gesellschaft m. b. H. geworden?«

»Sie sollte sich auflösen,« antwortete der andere, »aber das war unmöglich, weil es nichts mehr zum Auflösen gab. Als ich die armen, mageren, entkräfteten Aktionäre zum letzten Male sah, saßen sie ringsum im Kreise und rauften sich büschelweise die Haare aus.«

»Bist doch ein ganzer Kerl«, meinte der Schwarzhaarige mit dem Ausdruck ehrlicher Bewunderung. »Überläßt nie etwas dem Zufall, steckst ein, was sich in Sehweite befindet, und gibst den anderen keine Gelegenheit, dir auf den Leib zu rücken.«

»Ich mache nie Geschäfte, die sich nicht streng im Rahmen des Gesetzes halten«, entgegnete J. Rufus, ohne mit der Wimper zu zucken. »Und was die Bostoner Sache anbetrifft, so kann mir niemand nachsagen, daß ich Geld von dort verschleppt hätte.«

»Daran ist Boston wahrhaftig unschuldig. Du hast, solange du dort warst, nicht weniger als 5000 Dollars monatlich gezogen. Daß du das Geld nicht mitgenommen, sondern in Boston verausgabt hast, steht auf einem andern Blatt.«

»Ich mußte doch leben.«

»Das müssen die Opferlämmer auch,« bemerkte Mr. Daw weise, »aber sie schränken sich ein. Sie verbrauchen nicht 5000 im Monat, sondern leben von Pflaumen für 4 Cents den Tag, und das übrige legen sie auf die hohe Kante, bis die Schafschur kommt. – Übrigens, wie geht es deiner Frau?«

»Einzig, unvergleichlich«, prahlte der Große, der eben das Aroma des ihm servierten Champagners kritisch prüfte. »Fanny ist jetzt in Neuyork, wo sie ihre Diamanten aufißt. Als ich mich von ihr verabschiedete, verzehrte sie gerade den Rest ihrer Brosche, und heute vormittag soll sie ihr Perlenhalsband zu konsumieren anfangen. Damit wird sie wohl einige Tage langen, und bis dahin hoffe ich wieder auf den Beinen zu sein.«

Ein Kellner trat mit einer Speisekarte ein, und Mr. Wallingford bestellte ein auserlesenes Diner für zwei Personen, ein Diner, das reichliches Trinkgeld in Aussicht stellte; das Diner sollte in dreiviertel Stunden an einem sorgfältig ausgesuchten Tisch in der Nähe der Musikkapelle serviert werden.

»Wann fährst du nach Boston zurück, Blackie?« fragte er dann.

»Noch heute abend«, antwortete dieser grimmig. »Ich wollte erst einen Zug nehmen, der die Strecke in neunzehn Stunden zurücklegt, habe aber einen andern entdeckt, der mich schon in 18½ Stunden hinbringt, und den werde ich nehmen. Und wenn die Polizei dort mit der Hälfte der Strafe einverstanden ist, so bin ich's zufrieden und ziehe mich vom Geschäft zurück; verlege mich nicht mehr auf die Jagd nach den grünen Scheinen, sondern sehe zu, daß man sie mir bringt. Ich bin diese wüste Hetze müde.«

Wallingford schloß die Augen und lachte.

»Folge meinem Rat, Blackie, lasse dich in Zukunft nur in honorige Geschäfte ein. Das ist schließlich das einzige, was sich rentiert. Du kannst jeden Menschen dazu bringen, Aktien zu kaufen, wenn du sie erst dazu bringst, diese Aktien selbst drucken zu lassen; und dazu brauchst du sie nur mit irgendeinem kleinen Artikel des täglichen Gebrauchs zu ködern, mit irgendeinem Ding, das man jeden Tag gebraucht und dann fortwirft – sagen wir einmal Pappteller für Speiseeis, Korken, Zigarrenbinden oder – oder – Teppichnägel.« Wallingford, der sich im Zimmer umgesehen hatte, um einen dieser kleinen Artikel erläuternd aufzuzählen, wurde plötzlich von einer Idee inspiriert. Er stand auf, ging an eine Ecke des Teppichs und blickte einen Augenblick sinnend herab. »Sieh einmal her«, sagte er dann. »Dieser elegante rote Teppich ist mit rostigen Nägeln am Boden befestigt. Hier liegt buchstäblich Geld am Boden. Ich habe eine großartige Idee: die Nägel zu diesem Teppich müßten mit rotem Tuch überzogen sein, und zu jedem Teppich müßten Nägel mit dem passenden Stoffüberzug da sein. Das wird meine nächste Erfindung sein, Blackie.«

»Wenn es aber schon Nägel mit Stoffbelag gibt?«, wandte sein Freund, den die Sache nur mäßig interessierte, ein.

»Was liegt mir daran?« entgegnete Wallingford. »Ein Patent kann man sich bald besorgen, und das ist alles, was ich brauche, selbst wenn es das Papier nicht wert ist, auf dem es gedruckt ist. Die Gesellschaft kann um das Patent prozessieren – wenn ich erst einmal heraus bin. Du denkst doch nicht etwa, daß ich mich lange mit der öden Arbeit der Fabrikation des Artikels herumplacken werde?«

»Wie ich dich kenne, gewiß nicht«, sagte der andere mit großem Nachdruck. »Recht hast du, J. Rufus. Ich würde mich ganz gern am Geschäft beteiligen, wenn ich nicht ein ehrlicher Mensch wäre. Aber im Ernst: was gedenkst du hier in dieser Stadt zu unternehmen?«

»Die ›Universal-Stoffbelag-Teppichnägel-Gesellschaft‹ ins Leben rufen«, antwortete Wallingford. »Schon morgen fange ich damit an. Gib mir einmal deine Adressenliste, für die du doch keine Verwendung mehr hast.«

»Fang' doch nicht gleich verkehrt an«, warnte Blackie. »Probier' zunächst neue Menschen aus. Aber wie du willst. Also: das Käsestück, das mich zum Anbeißen lockte, so daß ich mich, so schnell ich konnte, in einen Pullman setzte und den ganzen Weg über wie eine besoffene Hyäne vor mich hingrinste, war ein Schwachkopf, Eduard Laemmle mit Namen. Als Eddy Laemmle von meinen ›Billion-Goldminen-Aktien‹ hörte und sich bei mir danach erkundigte, schrieb er mir auf großartig aufgemachtem Briefpapier, auf den Briefbogen seiner Firma, in siebzehn Farben gedruckt, und wenn man den Brief las, so konnte man meinen, er würde sich beeilen, eine Hypothek auf das Geschäft seines Vaters aufzunehmen, um ›Billion‹-Aktien zu kaufen, und ich reiste schleunigst hierher, um ihm dabei behilflich zu sein. Übrigens – denkst du nicht auch, J. Rufus, daß ›Laemmle‹ ein prächtiger Name ist? Hörst du nicht förmlich den Menschen blöken?«

Wallingford lachte.

»Und weißt du,« fuhr Blackie wütend fort, »was ich hier vorfand? Daß dieser Eddy Laemmle ein armseliger kleiner Buchhalter ist, der sich langsam und mühselig, Pfennig um Pfennig, 5000 Dollars gespart hat. Aus seinem Gehalt, Woche um Woche gespart, und bei jedem Dollar, den er in die Sparbüchse tat, krachten seine Finger. Und sein ganzer Anhang ist wie er selbst. Freilich bin ich an sie gar nicht erst herangekommen. Eddy ist schlau genug für alle seine Verwandten und Bekannten. Nur meiner christlichen Erziehung hat er es zu verdanken, daß ich ihm nicht den Schädel mit einem Ziegelstein eingeschlagen habe, als wir unsere letzte Unterredung, hatten und ich das schöne Geschäft in nichts zerfließen sah. Weißt du, was der Mensch von mir verlangte? Er verlangte im vollen Ernst, daß ich ihm beweise, daß es tatsächlich eine ›Billion-Goldmine‹ gibt, in der man wirkliches Gold gefunden hat.«

Wallingford hatte aufgehört zu lachen. Sein Gesicht hatte einen nachdenklichen Ausdruck.

»Dein Laemmle werde ich schon gut zuzubereiten wissen«, sagte er. »Für ein honoriges Geschäft wird er gewiß zu haben sein.«

»Mach' mich nicht böse,« zürnte Blackie; »heute abend reise ich ohnehin ab.« Er stand auf, und Wallingford mit ihm.

»Beiläufig bemerkt – ich werde mich auf dich bei Eddy beziehen müssen, Blackie. Hast du übrigens nicht noch andere Adressenlisten außer der für das ›Billion-Minen‹-Geschäft? Von dem darf ich vermutlich überhaupt nicht sprechen, ohne mich der Gefahr der Verhaftung auszusetzen.«

»Ich habe noch vier Listen: 1. die ›Rio Grande Gummi-Gesellschaft‹ im Tremont-Gebäude; 2. die ›St. John's-Blutorangen-Anpflanzungs-Gesellschaft‹, 643 Dritte Straße; 3. die ›Los Pocos Bleierz-Gewinnungs-Gesellschaft‹, 868 Schuttle Avenue, und 4. die ›Sierra-Zinnober-Bergwerks-Gesellschaft‹ am Schuttle-Platz. Für alle diese Adressen ist meine Zentrale die kleine Bude im Tremont-Gebäude, die ich einer Firma im Zimmer Nr. 1126 abgemietet habe, in der ich alle meine Korrespondenzen erledige, und wo alle für mich bestimmten Briefe abgegeben werden. Meine Antworten schreibe ich auf vier verschiedenen Briefbogen. Wenn du mehr Adressen und ›Firmen‹ brauchst, so wird mir Billy Spruce vis-à-vis im Cloud-Gebäude gern behilflich sein und vier bis fünf andere besorgen.«

»Ich werde dem Billy selbst schreiben«, sagte Wallingford. »Bei der Organisierung der ›Universal-Stoffbelag-Teppichnägel-Gesellschaft‹ brauche ich so viele Referenzen, als ich nur beschaffen kann.«

»Referenzen!« hohnlachte Blackie. »Hör' mit deinen Späßen auf.«

»Ich spaße gar nicht«, erklärte J. Rufus sehr ernst. »Komm mit mir in den Speisesaal.«

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