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Das Ende vom Lied

Joseph Conrad: Das Ende vom Lied - Kapitel 11
Quellenangabe
typenovelette
authorJoseph Conrad
booktitleGeschichten vom Hörensagen
titleDas Ende vom Lied
publisherS. Fischer Verlag
year1959
firstpub
translatorErnst Wolfgang Freißler
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080429
projectidc99363d2
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XI

Sterne überquerte das Deck auf der Spur des Ersten Ingenieurs. Jack, der Zweite, zeigte ihm, während er rücklings die Leiter zum Maschinenhaus hinabkletterte und dabei immer noch seine Hände abwischte, ein unverständliches Blecken weißer Zähne aus dem rußschwarzen Gesicht; Massy war nirgends zu sehen. Er mußte geradenwegs in seine Kabine gegangen sein, und Sterne kratzte leise an der Tür, legte dann die Lippen an die Rosette des Ventilators und sagte:

»Ich muß Sie sprechen, Herr Massy. Bitte schenken Sie mir eine Minute oder zwei.«

»Ich bin beschäftigt. Gehen Sie von meiner Tür weg.«

»Aber bitte, Herr Massy...«

»Gehen Sie weg! Hören Sie? Packen Sie sich – ans andere Ende des Schiffes – ganz fort meinetwegen...« Die Stimme wurde plötzlich leise. »Zum Teufel.«

Sterne machte eine Pause und fragte dann sehr ruhig:

»Es ist dringend. Wann glauben Sie wohl, für mich frei zu sein?«

Die Antwort hierauf war ein verzweifeltes »Niemals!« worauf Sterne mit entschlossenem Gesicht den Türgriff umdrehte.

Herrn Massys Staatskabine – eine enge einbettige Kabine – roch scharf nach Seife und bot sich dem Blicke rein gewaschen, abgestaubt und schmucklos sauber dar; doch grenzte die Schmucklosigkeit an Öde, und die Strenge des Raumes wirkte unmenschlich, wie die des Stationszimmers in einem öffentlichen Krankenhause, oder besser – wegen der geringen Größe – wie die letzte Zuflucht eines verzweifelt armen, peinlich ordentlichen Menschen. Kein einziger Photographierahmen schmückte die Schotte; kein einziges Kleidungsstück, nicht einmal eine Mütze hing an den Messinghaken. Die Innenwände waren einfarbig blaßblau gestrichen; zwei große Schiffskoffer mit Segeltuchüberzügen und Vorlegeschlössern paßten genau in den Raum unter der Koje. Ein einziger Blick genügte, um die ganze Fläche des sauber gescheuerten Bretterfußbodens innerhalb der vier unverstellten Ecken zu umfassen. Das Fehlen der üblichen Ruhebank war auffallend; der Oberteil des Waschtisches, aus Teakholz, schien luftdicht verschlossen ebenso wie der Deckel des Schreibtisches, der aus der Zwischenwand am Fußende der Bettstelle hervorragte; auf dem Bett lag eine Matratze, dünn wie ein Pfannkuchen, unter einer fadenscheinigen Decke mit verschossenen, roten Streifen und einem zusammengefalteten Moskitonetz, für die Nächte im Hafen. Nirgends war ein Papierschnitzel zu sehen, keine Stiefel standen auf dem Fußboden, nirgends der kleinste Abfall oder ein Staubfleck; nicht einmal Spuren von Pfeifenasche, was bei einem starken Raucher geradezu aufreizend wirkte, wie unverschämte Heuchelei; und die Sitzfläche des alten, hölzernen Armstuhls (der einzigen Sitzgelegenheit), von vielem Gebrauch blankgewetzt, sah aus, als wäre ihrer Schäbigkeit mit Wachs aufgeholfen worden. Das Gewirr der Blätter am Ufer, das wie abgerollt, endlos an der runden Öffnung der Stückpforte vorbeiglitt, schickte ein zitteriges Netzwerk von Licht und Schatten in den Raum.

Sterne hielt die Tür mit einer Hand offen und schob Kopf und Schultern durch den Spalt. Bei diesem überraschenden Einbruch sprang Massy, der durchaus gar nichts getan hatte, sprachlos auf.

»Sparen Sie sich die Schimpfworte«, murmelte Sterne hastig. »Ich will nicht beschimpft werden. Ich habe nichts als Ihr Bestes im Sinn, Herr Massy.«

Es folgte eine Pause, wie von äußerster Überraschung. Beide schienen die Sprache verloren zu haben. Dann fuhr der Erste ziemlich geläufig fort:

»Sie können sich einfach nicht vorstellen, was an Bord Ihres Schiffes geschieht. Es könnte Ihnen keinen Augenblick lang in den Sinn kommen. Sie sind zu gut – zu – aufrecht, Herr Massy, um einem Menschen etwas Derartiges zuzutrauen, etwas so... Die Haare könnten einem darüber zu Berge stehen.«

Er lauerte auf die Wirkung: Massy seinen verblüfft und verständnislos. Er strich nur mit der Handfläche über die kohlschwarzen Haarsträhnen, die auf seinem Scheitel angepickt waren. Sterne wechselte unvermittelt den Ton und fuhr kühn vertraulich fort:

»Erinnern Sie sich daran, daß der Vertrag nur noch sechs Wochen läuft...« Der andere sah ihn steinern an... »und so werden Sie also jedenfalls in nicht allzu langer Zeit einen Kapitän für das Schiff brauchen.«

Da erst, als hätte diese Äußerung ihn wie rotglühendes Eisen ins Fleisch getroffen, fuhr Massy auf und schien schreien zu wollen. Er bezwang sich mit größter Mühe.

»Einen – Kapitän – brauchen«, wiederholte er langsam und verächtlich. »Wer braucht einen Kapitän? Sie wagen es, mir zu sagen, daß ich einen von euch aufschneiderischen Seeleuten brauche, um mein Schiff zu führen? Sie und Ihresgleichen haben sich durch Jahre an mir gemästet. Mir wäre es leichter gefallen, mein Geld über Bord zu werfen. Un – ver – schäm – te, unnütze Tagediebe. Das alte Schiff versteht genauso viel wie der Beste unter euch.« Er schnappte hörbar die Zähne zusammen und knirschte dazwischen hervor: »Das dumme Gesetz verlangt einen Kapitän.«

Sterne hatte sich inzwischen wieder gefaßt.

»Und die dummen Kerle von der Versicherung desgleichen«, sagte er leichthin. »Aber lassen wir das. Was ich fragen wollte, ist: warum sollte ich das nicht machen können, Herr? Ich sage ja nicht, daß Sie nicht so gut wie einer von uns Seeleuten Ihr Schiff durch die Welt führen könnten. Es könnte mir nicht einfallen, Ihnen etwa sagen zu wollen, daß es eine allzu große Kunst ist...« Dazu stieß er ein kurzes vertrauliches Lachen aus. »Ich habe das Gesetz nicht gemacht – aber es ist nun einmal da; und ich bin ein tätiger junger Bursche; ich pflichte Ihren Ideen völlig bei; ich kenne Ihre Ansichten nun schon, Herr Massy. Ich würde nie versuchen, mich aufzuspielen, wie der – hm – der Faulpelz von einem alten Mann dort oben.«

Er legte besonderen Nachdruck auf den letzten Satz, um Massy von der Fährte wegzulocken... doch zweifelte er nicht daran, daß ihm nun der Erfolg gewiß war. Der Erste Ingenieur schien außer sich, wie ein langsamer Mensch, den man auffordert, eine Art Kreisel zu fangen.

»Was Sie brauchen, Herr, das ist ein Kerl ohne alle Anmaßung, der sich damit zufrieden gibt, einfach Ihr Navigationsoffizier zu sein. Das ist auch ganz in Ordnung. Nun, ich tauge für den Posten genauso gut wie der Serang. Denn darauf läuft es hinaus. Wissen Sie denn, Herr, daß ein verdammter Malaie wie ein Affe Ihr Schiff unter sich hat – und niemand sonst! Hören Sie nur, wie seine Füße über uns auf der Brücke hin und her klatschen – ganz wie ein Offizier vom Dienst. Er führt das Schiff stromaufwärts, während der große Mann sich in seinem Stuhl herumlümmelt – vielleicht schläft; und täte er das, so wäre es darum auch nicht viel schlimmer – mein Wort darauf.«

Er versuchte, sich weiter vorzuwagen. Massy stand mit gesenkter Stirn da, mit einer Hand die Armlehne des Stuhles umklammernd, und rührte sich nicht.

»Sie glauben, Herr, daß der Mann Sie in seinem Vertrag festgelegt hat...« Hierbei hob Massy sein wuchtiges, finsteres Gesicht... »Nun, Herr, man kann ja nicht anders, als an Bord gelegentlich davon hören. Es ist kein Geheimnis. Und es hat durch Jahre den Gesprächsstoff an Land gebildet; ich kenne Leute, die deswegen Wetten abgeschlossen haben. Nein, Herr! Sie sind es, der ihn auf Gnade und Ungnade in der Hand hat. Sie werden mir sagen, daß Sie ihn nicht wegen Gleichgültigkeit entlassen können. Schwer vor Gericht zu beweisen und so weiter. Nun ja. Aber wenn Sie mir das rechte Wort sagen, Herr, so kann ich Ihnen etwas über seine Gleichgültigkeit erzählen, das Ihnen das sonnenklare Recht geben wird, ihn auf der Stelle hinauszufeuern und mich für das Ende dieser selben Reise an seine Stelle zu setzen – jawohl, Herr, bevor wir Batu-Beru verlassen – und ihn einen Dollar im Tag zahlen zu lassen, bis wir zurückkommen, wenn es Ihnen so gefällt. Nun, was sagen Sie dazu; Kommen Sie, Herr! Sagen Sie das Wort. Es ist wirklich der Mühe wert, und ich bin durchaus bereit, mich mit Ihrem bloßen Wort zufriedenzugeben. Eine bindende Zusage von Ihnen ist mir genauso gut wie ein Vertrag.«

Seine Augen begannen zu glänzen. Er drängte. Eine einfache Zusage – und dabei dachte er in seinem Innern, er wollte es schon fertigbringen, auf seinem Posten zu bleiben, solange es ihm paßte; das Schiff hatte in seinem Heimathafen einen schlimmen Namen; es würde nicht schwer sein, die Burschen abzuschrecken. Massy würde ihn behalten müssen.

»Eine bindende Zusage meinerseits würde genügen«, wiederholte Massy langsam.

»Jawohl, Herr, das würde sie.«

Sterne schob lustig das Kinn vor und zwinkerte aus nächster Nähe mit der unbewußten Schamlosigkeit, die Massy über jedes Maß hinaus wütend machen konnte.

Der Ingenieur sprach sehr deutlich.

»Hören Sie mich gut an, Herr Sterne: ich würde – hören Sie mich; ich würde Ihnen nicht zwei Pence für eine Mitteilung versprechen, die Sie mir machen könnten.«

Er stieß Sternes Arm heftig weg, faßte den Türgriff und schlug die Tür zu. Der furchtbare Krach verdunkelte einen Augenblick lang die Kajüte vor seinen Augen, wie nach dem Blitz einer Explosion. Gleich darauf ließ er sich in den Stuhl fallen. »O nein! Du nicht!« flüsterte er leise.

Das Schiff mußte an jener Stelle so hart am Ufer vorbei, daß der Blätterwall wie ein Laden eng an der Stückpforte hinstreifte; die Finsternis des Urwaldes schien sich in die kahle Kajüte zu ergießen, zugleich mit dem Geruch faulender Blätter, gärenden Bodens – mit dem starken, schlammigen Geruch der lebenden Erde, die nackt dampfte, nachdem eine Sintflut über sie weggegangen war. Die Büsche rauschten hell dem Schiff entlang; oberhalb gab es ein wiederholtes Knacken, gefolgt von einem Regen kleiner gebrochener Zweige auf die Brücke; eine Schlingpflanze hing sich mit scharfem Rascheln an einen Bootshaken, und jetzt schlug ein langer, üppiger, grüner Zweig zu der offenen Stückpforte herein und ließ auf Herrn Massys Bettdecke ein paar abgerissene Blätter zurück. Dann scherte das Schiff wieder in den Strom hinaus, das Licht begann zurückzukehren, erhob sich aber nicht über eine leichte Dämmerung, denn die Sonne stand schon sehr niedrig, und der Fluß, der sich durch eine Unmenge hundertjähriger Bäume wie auf dem Grunde einer tiefen Schlucht hinwand, lag schon in den sinkenden Schatten – den raschen Vorboten der Nacht.

»O nein, du nicht!« murmelte der Ingenieur nochmals. Seine Lippen zitterten fast unmerklich; ein wenig auch seine Hände; und um sich zu beruhigen, öffnete er den Schreibtisch, breitete ein dünnes, grauweißes Papier, mit einer Unmenge von Zahlen bedruckt, vor sich aus und begann diese, mindestens zum zwanzigsten Male während dieser Reise, aufmerksam durchzustudieren.

Die Ellbogen auf den Tisch, den Kopf zwischen die Hände gestützt, schien er in das Studium eines verzwickten mathematischen Problems verloren. Es war die Gewinnliste für die nächste Ziehung der großen Lotterie, die durch so viele Jahre die wahre Triebfeder für sein Handeln gebildet hatte. Er konnte sich ohne das regelmäßige Auftauchen dieses Blattes Papier kein Leben mehr vorstellen, so wie ein anderer Mann seiner Art nach unfähig gewesen wäre, sich eine Welt ohne frische Luft vorzustellen, ohne Tätigkeit oder Zuneigung. Durch Jahre hindurch hatte sich ein Stoß loser Blätter in seinem Schreibtisch gehäuft, während die Sofala, von dem treuen Jack geführt, bei dem endlosen Hin und Her durch die Meerengen, von Klippe zu Klippe, von Fluß zu Fluß, von Bai zu Bai, ihre Kessel verbraucht und durch diese harte Arbeit eines vernachlässigten, überanstrengten Schiffes nur die schwärzliche Menge dieser Dokumente vermehrt hatte. Massy hielt sie unter Schloß und Riegel, wie einen Schatz. Über ihnen lag, wie über der Lebenserfahrung, der Zauber der Hoffnung, der Reiz des halbgelüfteten Geheimnisses und eines halbgesättigten Wunsches.

Während jeder Reise pflegte er sich tagelang mit diesen Blättern in seiner Kajüte einzuschließen: der Schlag der arbeitenden Maschinen pulste in seinem Ohr; und er ermüdete sein Hirn, indem er die Reihen der zusammenhanglosen Zahlen durchflog, erstaunlich in ihrer sinnlosen Aufeinanderfolge, wie die Zufälle des Schicksals selbst. Er nährte insgeheim die Überzeugung, daß irgendwo auf dem Grunde dieser Zufallsergebnisse ein logisches Gesetz verborgen sein müsse, das er in seinen Umrissen schon erkannt zu haben glaubte. Sein Kopf wirbelte; die Glieder schmerzten ihn, er sog mechanisch an seiner Pfeife; ein atemloses Schauern verhalf der Unrast seines Wesens zu unbeteiligter Ruhe, wie ein Schlafmittel, ließ aber seinen Verstand ungeschwächt weiterarbeiten. Neun, neun, null, vier, zwei. Er machte eine Anmerkung. Als nächstes Los hatte den Haupttreffer die Nummer siebenundvierzigtausendundfünf gewonnen. Diese Nummern mußten natürlich in Zukunft vermieden werden, wenn er um die Lose nach Manila schrieb. Er murmelte, den Bleistift in der Hand: »... und fünf, hm... hm...« Er feuchtete sich den Finger an; die Papiere raschelten. Ha! Aber was war das? Vor drei Jahren, in der Septemberziehung, hatte die Nummer neun, null, vier, zwei den Haupttreffer gemacht. Sehr merkwürdig! Hier lag der Hinweis auf ein endgültiges Gesetz! Er fürchtete nur, bei dem Übermaß des Studienmaterials irgendwelche verborgenen Andeutungen zu übersehen. Was konnte es sein! Und eine halbe Stunde lang blieb er totenstill, tief über den Tisch gebeugt, ohne einen Muskel zu rühren. Hinter ihm füllte sich die ganze Kajüte mit einer dicken Rauchwolke, als ob, ungesehen und ungehört, eine Bombe darin explodiert wäre.

Endlich schloß er nun den Schreibtisch mit der Entschiedenheit unerschütterten Vertrauens ab, sprang auf und ging hinaus. Er ging mit schnellen Schritten auf dem Teil des Vordecks hin und her, der von dem Kram und den Leibern der eingeborenen Passagiere freigehalten war. Sie waren eine arge Belästigung, doch auch eine Quelle von Einnahmen, die nicht mißachtet werden durften. Er brauchte jeden Pfennig Gewinn, den die Sofala einbringen konnte. Es war ohnedies wahrhaftig wenig genug! Die Unsicherheit des Glücks beunruhigte ihn nicht, denn er war auf Umwegen zu der Überzeugung gekommen, daß im Laufe der Jahre jede Nummer beim Gewinn an die Reihe kommen mußte. Es war einfach eine Frage der Zeit, und überdies kam es darauf an, für jede Ziehung so viele Lose zu kaufen, wie er nur erschwingen konnte. Gewöhnlich kaufte er noch etwas mehr. Alle Einnahmen des Schiffes gingen den Weg, und desgleichen auch das Gehalt, das er sich als Erstem Ingenieur bewilligte. Die Gehälter, die er den anderen zahlen mußte, waren es, die er verbissen und leidenschaftlich bedauerte. Er schalt die Laskaren, die das Deck schrubbten, die Matrosen, die die Messingstangen mit Fettlappen putzten; er war schnell dabei, gegen den armen Zimmermann, einen schüchternen, kränklichen, opiumtrunkenen Chinesen mit weiten blauen Hosen als einzigem Kleidungsstück, die Fäuste zu schütteln und in schlechtem Malaiisch Beschimpfungen zu brüllen, bis dieser sein Werkzeug hinwarf und vor der Wut dieses ›Teufels‹, mit fliegendem Zopf, am ganzen Leibe zitternd, vom Deck davonstürzte. Wenn er aber seine Blicke auf die Brücke hinauf richtete, wo kraft des Gesetzes einer der verdammten Seeleute ständig auf Wache war, da erst wurde er fast verrückt vor Wut. Er verabscheute sie alle; das war noch ein Überbleibsel aus den Tagen, als er zur See gegangen war, ein recht ungehobelter Neuling, mit einer überhohen Meinung von sich selbst. Mit wieviel Geringschätzung war er damals überhäuft worden, wie viele Verfolgungen hatte er von den Kapitänen zu erleiden gehabt – die doch schließlich auf einem Dampfer die reinen Niemande waren. Und jetzt, da er es bis zum Reeder gebracht hatte, waren sie immer noch eine Plage für ihn: er hatte den eingebildeten, unnützen Laffen schweres, gutes Geld zu zahlen. Als wäre einem Ingenieur mit Patent – der überdies noch der Eigentümer war – nicht die gesamte Führung des Schiffes anzuvertrauen gewesen! Er machte ihnen die Hölle richtig heiß; aber das war ein schwacher Trost. Er war dahingekommen, das Schiff wegen der Reparaturen zu hassen, die es brauchte, wegen der Kohlenrechnungen, die zu zahlen waren und wegen der armseligen Frachtgebühren, die es einbrachte. Er ballte im Gehen oft die Hände und führte einen plötzlichen bösen Hieb gegen das Geländer, als könnte er das Schiff den Schmerz fühlen lassen. Und doch konnte er ohne das Schiff nicht sein; er brauchte es; er mußte sich mit Händen und Füßen daran klammern, um den Kopf über Wasser zu behalten, bis die erwartete Hochflut des Glückes ihn in die Höhe reißen und er heil am hohen Ufer seines Ehrgeizes landen würde.

Dieser Ehrgeiz ging nun dahin, nichts, durchaus nichts zu tun und Geld genug zu besitzen, um sich das leisten zu können. Er hatte die Macht gekostet, die Macht in der reinsten Form, die sich seine begrenzte Erfahrung ausmalen konnte – die Macht des Reeders. Welche Enttäuschung! Eitelkeit aller Eitelkeiten! Er wunderte sich über seine Torheit. Er hatte das Wesen für den Schatten hingegeben. Von den Freuden des Reichtums wußte er nicht genug, um sich an der Vorstellung erlesener Genüsse erhitzen zu können. Wie sollte er das auch, der Sohn eines betrunkenen Kesselschmiedes, der geradenwegs von der Werkstatt in den Maschinenraum eines kleinen Schiffes an der Nordküste gekommen war. Den unbedingten Müßiggang aber, den der Reichtum gestattet, den konnte er sehr gut begreifen. Er schwelgte in der Vorstellung davon, um seine gegenwärtigen Sorgen zu vergessen; er stellte sich vor, wie er durch die Straßen von Hull gehen würde (die er von seiner Knabenzeit her gut kannte), die Taschen mit Sovereigns gespickt. Er würde sich ein Haus kaufen; seine verheirateten Schwestern, deren Gatten, seine alten Kameraden von der Werkstatt, würden ihm endlose Ehren erweisen. Er würde an nichts zu denken haben. Sein Wort würde Gesetz sein. Er war lange stellungslos gewesen, bevor er seinen Haupttreffer gemacht hatte, und erinnerte sich noch daran, wie Carlo Mariani (allgemein bekannt als Charley Dickbauch), der Malteser Gastwirt am schäbigen Ende der Denham Street, abends, als die Nachricht gekommen war, ehrerbietig vor ihm gekatzbuckelt hatte. Der arme Charley gab, wenn er auch aus der Begünstigung verschiedener verwerflicher Laster seinen Lebensunterhalt zog, manch einem der gestrandeten Weißen das Essen auf Borg. Er hatte sich namenlos über die Aussicht gefreut, daß nun seine alte Rechnung bezahlt werden würde, und hatte wohl zuversichtlich eine Reihe von Festlichkeiten in dem unterirdischen Bierkeller erwartet. Massy erinnerte sich an die neugierigen, achtungsvollen Blicke der ›verkrachten‹ Weißen, die das Lokal bevölkerten. Die Brust war ihm geschwollen, und er hatte Charleys verrufene Kneipe augenblicklich, mit der Nase in der Luft, verlassen, sobald er die Möglichkeiten erfaßt hatte, die ihm offenstanden. Späterhin betrübte ihn die Erinnerung an jene Schmeicheleien sehr.

Das war die wahre Macht des Geldes – und dazu brauchte es keine Aufregung und kein großes Nachdenken. Er dachte mit Mühe und empfand heftig; seinem stumpfen Hirn schienen die Probleme, wie sie jedes geordnete Leben mit sich bringt, durch die offene Böswilligkeit der Menschen ihm persönlich in den Weg geworfen. Und alle hatten sich verschworen, um ihn als Reeder zum Nichts zu entwürdigen. Wie hatte er nur so närrisch sein können, das verfluchte Schiff zu kaufen! Er war abscheulich betrogen worden; der Betrug ging immer noch weiter; und während sich als Folgen seines unbedachten Ehrgeizes die Schwierigkeiten um ihn immer mehr häuften, kam er schließlich dazu, jedermann zu hassen, mit dem er je in Berührung gekommen war. Ein von Natur reizbares Temperament und eine verblüffende Feinfühligkeit für die Ansprüche der eigenen Person hatten ihm schließlich das Leben zu einer Art Hölle gemacht – einem Ort, wo seine verlorene Seele den Qualen böser Gedanken ausgeliefert war.

Nie aber hatte er jemand so bitter gehaßt wie den alten Mann, der eines Abends aufgetaucht war, um ihn vor völligem Verderb zu retten – vor der Verschwörung der verdammten Seeleute. Er schien vom Himmel heruntergefallen zu sein. Seine Schritte hallten in dem leeren Dampfer wider, zugleich mit der merkwürdigen, tiefen Stimme, die auf Deck oben fragend wiederholt hatte: »Herr Massy, ist Herr Massy da?« Das alles war wie ein Wunder gewesen. Und als er aus den Tiefen des kalten Maschinenraums aufgetaucht war, wo er mit einer trübseligen Kerze in der ungeheuren Schattenwildnis der Maschinenteile herumgeleuchtet hatte, da war Massy wie gelähmt vor Staunen dem achtunggebietenden alten Mann mit dem Silberbart gegenübergestanden, der in der Dämmerung gegen den leuchtenden Abendhimmel vor ihm aufragte.

»Wollen mich in Geschäften sprechen? Was für Geschäften? Sehen Sie nicht, daß dieses Schiff aufgelegt ist?« Massy hatte sich dem Unglück, das ihn verfolgte, gestellt. Dann aber konnte er seinen Ohren kaum trauen. Wo wollte der alte Bursche hinaus? So etwas kommt ja doch nicht vor! Es war ein Traum! Er würde wohl gleich aufwachen und den Mann nicht mehr vorfinden, verweht wie einen Nebelhauch. Der Ernst, die Würde, der feste und höfliche Ton des riesenhaften alten Fremden hatten Massy Eindruck gemacht. Er fürchtete sich beinahe. Aber es war kein Traum. Fünfhundert Pfund sind kein Traum. Plötzlich wurde er mißtrauisch. Was sollte das? Natürlich war es ein Anerbieten, das man um des lieben Lebens willen annehmen mußte. Aber was konnte dahinterstecken?

Sie verabredeten für den nächsten Morgen ein Zusammentreffen bei einem Rechtsanwalt; doch schon bevor sie sich daraufhin trennten, hatte Massy sich zu fragen begonnen: was ist sein Beweggrund? Er brachte die Nacht damit zu, immer neue Klauseln für den Vertrag zu ersinnen – für diesen Vertrag, der ganz einzig in seiner Art war, dessen Inhalt später auf irgendwelche Weise bekannt und zum Gesprächsstoff des ganzen Hafens wurde.

Massys Hauptsorge war es gewesen, sich möglichst viele Wege offenzuhalten, seinen Partner loszuwerden, ohne ihm sofort seinen Anteil zurückzahlen zu müssen. Kapitän Whalleys Anstrengungen waren darauf gerichtet gewesen, das Geld sicherzustellen. War es nicht Ivys Geld – ein Teil ihres Vermögens, dessen einzigen anderen Bestandteil der dem Alter trotzende Leib ihres Vaters bildete? Gewiß, kraft der Stärke seiner Liebe, für sie alles ertragen zu können, hatte er mit stiller Würde Massys dummschlaue Paragraphen bezüglich seiner Unfähigkeit, seiner Unehrlichkeit, seiner Trunkenheit angenommen, anderen, wichtigeren Abmachungen zuliebe. Nach Ablauf von drei Jahren sollte er frei sein, sich von dem Kompaniegeschäft zurückziehen und sein Geld mit sich nehmen können. Es war vorgesehen, daß eine Rücklage gebildet werden sollte, um ihn auszuzahlen. Wenn er aber die Sofala vor Ablauf der Frist verließ, ganz gleich aus welchem Grunde (Todesfall ausgenommen), dann sollte Massy ein volles Jahr Zeit zur Rückzahlung haben. »Krankheit?« hatte der Rechtsanwalt angeregt, ein junger Mann, der frisch aus Europa gekommen, mit Geschäften nicht überlastet war und dem die Sache Spaß zu machen schien. Massy hatte darauf salbungsvoll erwidert: »Wie sollte das bei ihm zu erwarten sein ...«

»Lassen wir das«, hatte Kapitän Whalley gesagt, mit prachtvollem Vertrauen in seinen Körper. »Fügungen Gottes«, hatte er hinzugefügt. Inmitten des Lebens sind wir immer dem Tode verfallen, er aber vertraute seinem Schöpfer noch rückhaltloser, seinem Schöpfer, der seine Gedanken kannte, seine menschlichen Zuneigungen und seine Beweggründe. Sein Schöpfer wußte, welchen Gebrauch er von seiner Gesundheit machen wollte – wie sehr er sie nötig hatte ... »Ich bin fest überzeugt, daß meine erste Krankheit auch meine letzte sein wird. Ich bin nie krank gewesen, so lange ich denken kann. Lassen wir das.«

Doch so früh schon hatte er Massys Feindseligkeit durch die Weigerung erweckt, statt fünf-, sechshundert zu zahlen. »Das kann ich nicht«, war alles, was er erwidert hatte. Ganz einfach, aber so entschieden, daß Massy sofort von allem Drängen abgelassen und sich nur gedacht hatte: »Kann nicht! Alter Knicker. Will nicht! Er muß eine Unmenge Geld haben, aber er möchte wohl am liebsten ein weiches Bett und den sechsten Teil meiner Gewinne für gar nichts eintauschen, wenn er nur könnte.«

Und während dieser Jahre war Massys Abneigung, unter dem Druck eines Gefühls, das Furcht schien, gewachsen. Die Einfalt dieses Mannes wirkte gefährlich. In letzter Zeit allerdings hatte er sich geändert und schien nun weniger ungeheuerlich und in seiner Lebenskraft geschwächt, als hätte er eine geheime Wunde empfangen. Doch immer noch war er unverständlich in seiner Einfalt, Furchtlosigkeit und Geradheit. Und als Massy erfuhr, daß der andere ihn nach Ablauf der Frist zu verlassen gedachte, zu verlassen mitsamt dem ungelösten Problem der Kessel, da steigerte sich seine Abneigung insgeheim zum Haß.

Dieser Haß hatte ihn so scharfäugig gemacht, daß Herr Sterne ihm schon längst nichts mehr hätte sagen können, das er nicht selbst wußte. Er hatte reichlich zu tun, um den heimtückischen Angeber zum Schweigen zu bringen; er wünschte sich allein mit der Sachlage auseinanderzusetzen; – und – so unglaublich das auch Herrn Sterne erscheinen mochte – er hatte immer noch nicht den Wunsch und die Hoffnung aufgegeben, den verhaßten alten Mann zum Bleiben zu bewegen. Es blieb nichts andres übrig, wollte er nicht alle seine Aussichten auf Reichtum begraben. Nun aber, seit Überquerung der Sandbank vor Batu-Beru, schienen sich die Dinge mit größter Schnelligkeit zuzuspitzen. Er war so sehr beunruhigt, daß das Studium der Gewinn-Nummern seine Erregung auch nicht besänftigen konnte. Und das Zwielicht in der Kajüte vertiefte sich immer mehr.

Er legte die Liste fort und murmelte noch einmal: »O nein, mein Junge, du nicht! Nicht, wenn ich es weiß.« Er gedachte sich nicht von dem zwinkernden, horchenden Gauner seine Handlungsweise vorschreiben zu lassen. Er nahm wieder den Kopf zwischen die Hände; seine Unbeweglichkeit dort in der dunklen Abgeschlossenheit des kleinen Raumes schien ihn zu einem Ding zu machen, das durchaus nichts mit der Bewegung und dem Lärm auf Deck zu tun hatte. Er hörte alles: die Passagiere begannen aufgeregt zu schwatzen; jemand schleppte eine schwere Kiste an seiner Tür vorbei. Er hörte Kapitän Whalleys Stimme oben:

»Klar zum Anlegen, Herr Sterne!« und die Antwort von irgendwo vom Vordeck her:

»Zu Befehl, Herr.«

»Wir machen diesmal mit dem Kopf stromaufwärts fest; die Ebbe hat eingesetzt.«

»Kopf stromaufwärts, Herr.«

»Sie werden darauf achten, Herr Sterne.«

Die Antwort wurde von einem lauten Klang der Glocke im Maschinenraum übertönt. Der Propeller fuhr fort, langsam zu schlagen: eins, zwei, drei; eins, zwei, drei – mit Pausen dazwischen, als zögerte er in der Umdrehung. Der Gong schlug einmal ums andere an, und durch die unregelmäßige Bewegung der Schraubenflügel wurde das Wasser längsseits geräuschvoll aufgerührt. Herr Massy regte sich nicht. Ein Küstenfeuer am andern Ufer, eine Viertelmeile vom Fluß weg, tauchte auf, kaum größer als ein kleiner Stern, und zeigte den Halbkreis des Hafens an. Stimmen von Herrn van Wyks Landungssteg antworteten auf die Anrufe vom Schiff aus; Taue wurden geworfen, verfehlten ihr Ziel und wurden abermals geworfen; der flackernde Schein einer Fackel aus einem großen Sampan, der längsseits kam, um den Rajah von der Küste festlich einzuholen, warf ein jähes blutrotes Licht in Herrn Massys Kajüte und über seine ganze Gestalt. Er rührte sich nicht. Nach ein paar letzten, wuchtigen Umdrehungen standen die Maschinen still, und das anhaltende Läuten des Gongs zeigte an, daß der Kapitän mit ihnen fertig war. Eine Unmenge von Booten und Kanus aller Größen drängte sich an der freien Seite der Sofala. Dann erstarb nach einer Zeit langsam das Plätschern, Schreien, der Lärm scharrender Füße, umgestürzter Gepäckstücke und das Hin und Her der von Bord gehenden Fahrgäste. Vom Land her, ganz nahe, fragte eine gepflegte, etwas herrische Stimme:

»Haben Sie diesmal Post für mich gebracht;«

»Jawohl, Herr van Wyk«, das kam von Sterne, der über die Reling weg im Ton achtungsvoller Vertrautheit antwortete. »Soll ich sie Ihnen hinaufbringen?«

Aber die Stimme fragte nochmals:

»Wo ist der Kapitäns«

»Noch auf der Brücke, glaube ich. Er hat seinen Stuhl nicht verlassen. Soll ich...«

Die Stimme fiel nachlässig ein:

»Ich will an Bord kommen.«

»Herr van Wyk«, brach Sterne plötzlich lebhaft los, »wollen Sie mir einen Gefallen tun ...«

Der Erste ging rasch auf die Laufplanke zu. Schweigen trat ein. Herr Massy in seiner Kajüte rührte sich nicht.

Er rührte sich nicht einmal, als er langsame Schritte an seiner Tür vorbeischlurren hörte. Er begnügte sich, durch die geschlossene Tür hinauszubrüllen:

»Sie – Jack!«

Die Schritte kamen ohne Hast zurück. Der Türgriff klappte, und der Zweite Ingenieur erschien in der Öffnung, im Schein des Oberlichtes hinter seinem Rücken eben noch erkennbar, mit einem Gesicht, das ebenso schwarz schien wie seine übrige Gestalt.

»Wir haben diesmal sehr lange hier herauf gebraucht«, knurrte Herr Massy, ohne seine Stellung zu ändern.

»Was können Sie anderes erwarten, wenn die Hälfte der Kesselrohre verstopft ist, um die lecken Stellen abzudichten«, verteidigte sich der Zweite lebhaft.

»Keine Ihrer Frechheiten!« sagte Massy.

»Keine Ihrer verrotteten Kessel, sage ich«, gab der treue Diener heiser, doch ohne Erregung zurück. »Gehen doch Sie hinauf und versuchen Sie es, einen Dampfdruck zuwege zu bringen – wenn Sie es wagen. Ich tu's nicht.«

»Dann sind Sie nicht einmal Ihr Salz wert«, sagte Massy. Der andere gab einen schwachen Laut, der ebensogut ein Lächeln wie ein Knurren hätte sein können.

»Besser langsam fahren, als das Schiff ganz zum Stillstand bringen«, ermahnte er seinen bewunderten Vorgesetzten. Endlich regte sich Herr Massy. Er wandte sich in seinem Stuhl um und knirschte:

»Fluch über Sie und das Schiff! Ich wollte, es läge auf dem Grunde der See, dann müßten Sie Hungers sterben.«

Der zuverlässige Zweite Ingenieur schloß leise die Tür.

Massy horchte. Anstatt zum Badezimmer hinaufzugehen, wo er sich hätte reinigen können, ging der Zweite in seine Kabine, die Tür an Tür mit der Massys lag. Massy sprang auf und wartete. Plötzlich hörte er drüben den Riegel einschnappen. Er stürzte hinüber und stieß mit dem Fuße heftig gegen die Tür.

»Ich glaube, Sie schließen sich wieder ein, um sich zu besaufen«, brüllte er.

Nach einer Weile kam eine halberstickte Antwort:

»Meine freie Zeit ...«

»Wenn Sie mir während der Fahrt zu saufen anfangen, werde ich Sie hinauswerfen«, schrie Massy.

Ein hartnäckiges Schweigen folgte auf diese Drohung. Massy ging verblüfft davon. Auf dem Ufer tauchten zwei Gestalten auf, die sich der Laufplanke näherten. Er hörte eine Stimme voll Verachtung sagen:

»Ich möchte Ihre Mitteilung eher bezweifeln. Ich werde aber gewiß mit ihm darüber sprechen.«

Die andere Stimme, die Sternes, sagte im Ton förmlichen Bedauerns:

»Danke. Das ist alles, was ich wünsche. Ich muß meine Pflicht tun.«

Herr Massy war überrascht. Eine kleine, geschmeidige Gestalt sprang leichtfüßig auf Deck und rannte Massy, der außerhalb des Lichtkreises der Fallreepslampe stand, beinahe um. Als der andere nach einem hastigen »Guten Abend« auf die Brücke weitergeeilt war, sagte Massy zu Sterne, der langsam nachkam:

»Was machen Sie sich nun mit Herrn van Wyk zu schaffen?«

»Gar nichts, Herr Massy. Ich bin nicht gut genug für Herrn van Wyk. Sie übrigens seiner Meinung nach auch nicht, fürchte ich. Kapitän Whalley aber schon, so scheint es. Er ist hingegangen, um ihn für diesen Abend zum Essen einzuladen.«

Dann murmelte er finster vor sich hin:

»Ich hoffe, es wird ihm gefallen.«

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