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Das Buch der guten Werke 1914-1918

Bernhard Diebold: Das Buch der guten Werke 1914-1918 - Kapitel 17
Quellenangabe
authorBernhard Diebold
titleDas Buch der guten Werke 1914-1918
publisherSocietäts-Verlag
year1932
correctorJosef Muehlgassner
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Flucht und Heimkehr

Franzose

Es war im Jahre 1919. Zu dieser Zeit waren die französischen Kriegsgefangenen von Deutschland schon längst ausgeliefert; nur die deutschen Kriegsgefangenen waren noch in Frankreich. Jeden Morgen um sieben Uhr mußten wir im Lager zum Appell und zur Arbeitseinteilung für den kommenden Tag antreten. Hier kamen französische Zivilpersonen, meistens Bauern, um sich billige Arbeitskräfte zu holen. So geschah es nun, daß auch ich eines schönen Tages an der Reihe war. Ich wurde morgens von einem Bauern abgeholt und abends wieder in das Lager zurückgebracht. Schon am ersten Tag erzählte er mir, daß sein Sohn auch drei Jahre in deutscher Gefangenschaft gewesen sei, daß es ihm dort sehr gut gegangen, und daß er dies an mir auch wieder vergelten wolle. Er hielt auch Wort.

Ich hatte nie über Behandlung und Nahrung zu klagen. Meine Arbeit bestand nun darin, daß ich beim Dreschen des Kornes, beim Holzhacken und anderen leichten Hausarbeiten helfen mußte. Die angenehme Beschäftigung wurde durch öftere Pausen unterbrochen, in denen ich essen und trinken durfte, und wobei mir die Tochter des Hauses immer genug Brot und Wurst, ja sogar Wein zuschob. Bei solch einer Gelegenheit erzählte ich auch von Deutschland und von meiner Sehnsucht nach der Heimat.

Eines Tages kam ich auch mit dem Sohn des Bauern zusammen. Wir erzählten uns von Deutschland, wo er ja auch drei Jahre gefangen lag, und sprachen von diesem und jenem. Er ließ sogar durchblicken, daß ich doch ausreißen solle. Ich erwiderte ihm darauf, daß ich mit noch zwei Kameraden wohl schon einmal über eine Flucht nachgedacht hätte, aber wegen Mangel an Lebensmitteln, Geld und vor allen Dingen Zivilsachen sie nicht ausführen könnte. Er lächelte nur und verlangte von mir das Versprechen, die Flucht unbedingt vom Lager aus zu unternehmen, damit er nicht in den Verdacht käme, dieselbe begünstigt zu haben.

Es vergingen keine drei Tage, als er mir beim Frühstück sagte, daß er drüben am Rande eines Gebüsches in einer alten Tonne einen Sack mit Fleischkonserven und nicht weit davon in einem Granattrichter einige Zivilsachen für uns versteckt hätte. Der Zufall wollte es, daß er am anderen Tag nach V. fahren mußte, um Einkäufe zu machen. Wenn wir es nun so einrichten würden, daß wir in dieser Nacht fliehen wollten, könnte er uns bis nach V. mitnehmen. Es wurde vereinbart, daß wir heute in der Nacht fliehen und uns auf der Landstraße nach V. aufhalten sollten, wo er vorbeikäme und uns mitnehmen wolle. Wir sollten nur in den Wagen steigen, er würde tun, als merke er nichts.

Erst hörte sich das alles so unbegreiflich verlockend an, als wolle uns der Franzose in eine Falle ziehen. Je öfter ich aber darüber nachdachte, desto mehr kam es mir zum Bewußtsein, daß er es ehrlich meinte. Es war eine riskante Sache. Auf alle Fälle erzählte ich es meinen beiden andern Kameraden. Wir beschlossen auf die Gefahr hin, von dem Bauer verraten zu werden, in dieser Nacht zu fliehen. Wenn der Bauer mit seinem Wagen eben nicht kam, konnten wir ja immer noch zu Fuß gehen. Die Hauptsache war ja, daß wir Zivilsachen und Lebensmittel bekamen.

Nach dem allabendlichen Appell wurde wie immer Essen empfangen; es schmeckte allerdings keinem von uns. Die letzten Arbeiten zur Flucht wurden getroffen. Die Zeit ging so langsam hin, sie wurde uns zur Ewigkeit. Endlich fing es an zu dunkeln, das Lager wurde abgeschlossen. Wir horchten am Fenster, nichts regte sich mehr; nur die Stimmen drüben aus der Wachstube, wo die Posten Karten spielten, klangen herüber. Da nun eine Wache alle zehn bis fünfzehn Minuten an uns vorbeikam, mußten wir die Zeit so abpassen, daß sie gerade vorbei war. Dann aus dem Fenster heraus!

Unter dem Drahtverhau durch eine schmale Rinne mußten wir unseren Weg nehmen, flach auf die Erde gedrückt und so immer vorwärtsgeschoben, damit man nicht mit den Sachen im Draht hängen blieb. Es ging alles gut, wir waren aus dem Zaun heraus, schnell auf die andere Seite des Weges dem Gebüsch zu, wo wir tatsächlich eine Blechtonne mit den Lebensmitteln und auch nicht weit davon Zivilsachen verstreut vorfanden. Eiligst zogen wir die Sachen über unsere Gefangenen-Uniform; dann noch einmal gehorcht, alles ruhig – und los ging es in gebückter Stellung auf die Landstraße, wo wir den Bauer erwarten sollten.

Wir warteten; vom Dorfe her schlug es bereits elf Uhr – von einem Bauern mit Wagen sahen und hörten wir immer noch nichts. Endlich tauchten Gestalten vor uns auf, aber kein Bauer mit Wagen. Sie gingen zu unserem Glück den Weg links ab ... Endlich wieder Geräusch, diesmal war es das Rollen eines Wagens. Ein Wagen mit großem Verdeck, geschlossen, kam heran. Wir warteten auf das verabredete Signal: dreimal mit der Peitsche knallen und spritzten über die Straße in den Wagen. Der Bauer tat, als merke er nichts. Na, jetzt hatten wir Zeit, wir konnten jetzt fahren, bis es hell wurde. Wir schliefen abwechselnd.

Plötzlich stach jemand mit einem Peitschenstiel in die Säcke. Wir wurden wach, es fing schon an zu dämmern, es war unser Bauer. Wir mußten heraus, wir waren noch etwa einen Kilometer vor V. Einer nach dem andern verließ den Wagen; der Bauer nickte uns noch einmal freundlich zu – und verschwunden waren wir in einem zerschossenen Wald.

Ein alter Unterstand war bald gefunden, hier mußten wir uns den ganzen Tag aufhalten, um in der Nacht weiterlaufen zu können. Es ging alles gut. Nach mehreren durchwanderten, an Strapazen reichen Nächten kamen wir an die Grenze. Noch einmal aufpassen – und drüben waren wir. Hätten wir die Karte und den Kompaß nicht gehabt, die uns der Sohn vor der Flucht noch zugesteckt hatte, wir wären nicht so schnell vorangekommen. Wir klopften in einem Orte B. an, gaben uns hier zu erkennen, meldeten uns beim Bürgermeister und ließen uns Pässe verschaffen, damit wir ungestört durch das besetzte Gebiet kamen.

Und dies alles haben wir nur unserem lieben Bauern zu verdanken, der eine Gelegenheit suchte, uns das Gute zu vergelten, das er in derselben Lage in Deutschland erleben durfte.

Richard Dörnfeld, kaufmänn. Beamter, Frankfurt a. M.

Engländer

Mein Bruder war bei Ausbruch des Krieges auf der Fahrt nach Amerika. Das Schiff mußte England anlaufen, da England inzwischen den Krieg erklärt hatte. Meinem Bruder gelang es zu fliehen, und wochenlang wurde er von einem Fischer, zu dem er auf seiner Wanderung kam, verborgen gehalten. Man besorgte ihm einen Paß auf einen falschen Namen, und als »Jos. Miller« hat er jahrelang in Amerika gelebt. Er schrieb mir, die Leute hätten gewußt, daß er Deutscher war, und hätten doch so rührend für ihn gesorgt, wie es keine Verwandten besser hätten tun können. Weinend und mit Geld versehen, hätten sie ihn dann nachts unter eigener Gefahr zu einem Schiff gebracht, mit dem er schließlich nach Amerika kam. »Niemals in meinem ganzen Leben kann ich diese wackeren Leute vergessen,« so schrieb er mir, »die so an einem Feinde gehandelt haben, ohne die geringste Gegenleistung. Nur aus reiner Menschlichkeit. Und das im Kriege, wo der Haß so groß war.«

Ella Frey, Dreieichenhain.

Russe

Im Februar 1918 befand ich mich auf der Flucht aus der russischen Gefangenschaft. Wir waren zu zweien; ein Feldwebel Schlicht aus Westpreußen (vom I.-R. 151) hatte sich mir angeschlossen. Die Flucht begann von der Bahnstation Sidorkowo im Gouvernement Twer an der Bahnstrecke Bologoe–Rybinsk. Als Russen verkleidet waren wir Zug um Zug mit der Bahn bis Welike-Luk gekommen, von wo aus es damals, Ende Februar, noch etwa 150 Kilometer bis zur Front waren. Die Deutschen waren über Dünaburg hinaus in Richtung Polotzk vorgestoßen. Wir bauten auf die Panik unter den russischen Soldaten und hofften, eine Lücke in der Front zu finden.

Vor Newel erschien uns die Lage nicht geheuer. Es war bitterkalt und gern wären wir eingekehrt, aber es war zu gefährlich. Schließlich quartierten wir uns in einer Teebude ein, deren Besitzer eine jüdische Familie war. Recht unheimlich wurde uns zu Mute, als wir aus den Gesprächen von den Greueln der Roten Garde hörten. Draußen jagten Hunderte von Schlitten vorbei, beladen mit Mehl, Brot und Zucker aus den Magazinen, die vor den heranrückenden Deutschen geräumt wurden. Die Jüdinnen sangen schwermütige Lieder. »Jetzt geh ich von der Welt und von meinem Kindelein und wer wird ihnen geben Brot«.

Um Newel gingen wir herum, um den Soldaten nicht in die Hände zu fallen. Es wurde Abend, und nun hatten wir in der bitteren Kälte auch nicht einmal mehr das Dach eines Güterwagens über uns. Es war zudem die dritte Nacht ohne Schlaf, der dritte Tag auch ohne warmes Essen. Trockene Füße hatten wir lange nicht mehr gehabt. Die Wege waren bei der Dunkelheit kaum noch zu sehen und die Glieder ermüdeten von Minute zu Minute. Ich schlug vor, in einem Hause um Unterkommen anzufragen. Der Feldwebel sträubte sich, aber er war selbst mehr ermüdet als ich und begann schon Schnee zu essen vor Durst. Wir schleppten unsere müden Glieder kaum noch vorwärts. Uns blieb nichts übrig – leere Häuser fanden wir nicht – als spät abends in einem kleinen Dorfe anzuklopfen. Wir treten in die Stube und – sehen uns drei Soldaten gegenüber!

Der Vormarsch der Deutschen von Dünaburg an hatte die Leute dort schon in Aufruhr versetzt. Mißtrauen hatte weiter unser spätes Kommen erregt und noch mehr mißtrauisch wurden die Leute, als wir auf ihre Frage uns als Flüchtlinge ausgaben. Es war gerade ein Erlaß von Petersburg aus ergangen, der sich gegen feindliche Spione, deutsche Agenten, Propagandisten usw. richtete. Die Russen dachten sofort an Spione und einer sprach auch das Wort aus. Ich fühlte den Boden wanken. Nach dem Erlaß sollten verdächtige Leute auf der Stelle erschossen werden. Die Soldaten besprachen sich einen Augenblick, die Frau warf sich ins Mittel: »Laßt sie gehen, wir wollen keine Schuld haben, wenn sie umkommen sollen.« Aber der eine Soldat bestand darauf, uns vor das Komitee zu stellen. Ich gab für unser Leben in dieser Stunde keinen Pfifferling mehr. Der Feldwebel meinte: »Die schießen uns glatt über den Haufen.«

Das Gerücht, daß verdächtige Männer im Dorf angekommen wären, hatte sich schnell verbreitet. Das halbe Dorf kam in dem Hause zusammen. Offen sagte ich dem Kommissar, wir seien deutsche Kriegsgefangene und seit fast drei Jahren in Gefangenschaft. Er erwiderte, das hätten wir gleich sagen müssen, nun wollten wir uns herausreden. Ich zog einige Karten hervor, die meine Adresse in deutsch und russisch trugen sowie den russischen Zensurstempel. Es waren alles Photographien von meiner Frau und dem Kinde, sowie von Vater und Mutter. Die Weiber fielen nun alle über die Bilder her und die guten Russinnen wurden derart gerührt, daß sie ihren ganzen Einfluß aufboten für uns.

Wir konnten am selben Abend nicht mehr zur Stadt gebracht werden und mußten im Dorfe übernachten. Wir wurden in einer Stube auf dem Fußboden quartiert; rings um uns schliefen drei Soldaten, ein altes Ehepaar und einige Frauen. Die Weiber gaben uns noch ein Abendessen und hatten uns ein weiches Strohbett zurecht gemacht, in dem wir so weich schliefen wie noch nie zuvor in Rußland.

Andern Morgens früh, als noch alles schlief, wachte ich auf. Ein Soldat ist aufgestanden, weckt uns, packt schnell unsere Sachen zusammen, nahm sein Gewehr und begleitet uns aus dem Hause. Der Feldwebel meinte: »Jetzt ist Schluß.« Es fiel uns kaum auf, daß nur ein Mann zur Bewachung mitging. Wir zogen aus dem Dorf hinaus. Der Morgen graute. Da hielt uns der Soldat nach einer Wanderung von einer Viertelstunde an und zu unserer grenzenlosen Ueberraschung sagte er uns etwa: »Ihr könnt nun allein gehen! Geht mit Gott, mögt Ihr Eure Angehörigen bald gesund wiederfinden. Was sollen wir Soldaten uns gegenseitig totschießen! Was habt Ihr mir getan? Was könnt Ihr dafür, daß Krieg ist.«

Ich weiß nicht, ob wir beide ein Wort dazu sagen konnten. Uns war märchenhaft zu Mute. Der Russe gab uns dann noch gute Ratschläge für die weitere Flucht, die uns vielleicht vor einer nochmaligen Festnahme bewahrten. Als besten Weg nannte er uns die zugefrorene Düna, an deren Ufer man sich leicht verstecken konnte. Außerdem riet er uns, abends recht früh in abseits liegende Häuser zu gehen und um Unterkunft zu bitten.

Drei Tage später kamen wir am Sonntag, 3. März, vor Polotzk bei den deutschen Vorposten an. Wir waren durchgekommen, gerettet von einem einfachen russischen Soldaten.

Gustav Schnittger, Fach-Redakteur, Bietigheim/Württ.

Amerikaner

Im amerikanischen Gefangenenlager von Montfaucon, Sommer 1919. Unser Kamerad S., ostpreußischer Landsturmmann, verheiratet, Vater mehrerer Kinder, war schwermütig geworden. Es fiel uns auf, daß er öfters, den Kopf gesenkt und vor sich hinbrütend, am Drahtzaun auf und ab ging. Eines Tages fehlte er beim Abzählen, als wir zum Rückmarsch ins Lager angetreten waren. Die Wachtposten fluchten und Patrouillen suchten das Gelände nach ihm ab. Vergebens. Am dritten Tage nach der Flucht gegen Mitternacht näherte sich der Torwache eine abgerissene Gestalt; es war Kamerad S., der die ganze Zeit umhergeirrt war und sich nun freiwillig und ausgehungert wieder stellte. Der Offizier vom Dienst wurde gerufen, auch ich als Dolmetscher wurde hinzugezogen, und nun glaubten wir nicht anders, als daß unseren Kameraden wegen seiner Flucht schwere Strafe treffen würde.

Der amerikanische Offizier ließ sich den Hergang schildern. Die betreffenden Posten wurden vernommen; und ich berichtete meinerseits wahrheitsgemäß, daß uns allen die seelische Depression unseres Kameraden aufgefallen sei. Darauf ermahnte der amerikanische Offizier den Sünder, in Zukunft sich nicht mehr mit Fluchtgedanken zu befassen, da die Gefangenschaft wahrscheinlich bald zu Ende gehen und er dann Frau und Kinder gesund wiedersehen würde, während ihm auf der Flucht doch allerlei zustoßen könnte. Dann gab der Offizier Anweisung, daß unserem Kameraden S., mitten in der Nacht, eine reichliche Verpflegung durch die Küche zuteil wurde, damit er wieder zu Kräften komme. Und damit war der Fall erledigt.

Wilhelm Knipp, kaufm. Angestellter, Frankfurt a. M.

Deutscher

Gefreiter Leopold Matt wurde 1914 eingezogen und kam zum Res.-Inf. Regt. 253 nach Rußland, wo ich bei der Erstürmung von Kowno 1915 verwundet wurde. Nachdem ich in der Heimat zusammengeflickt war, ging ich 1916 von Frankfurt a. M. aus nach Rumänien mit dem Landsturm-Batl. Bockenheim 18/54. Dort passierte mir folgendes. Ich wurde kommandiert, 21 Gefangene, 28 Pferde und 18 Gewehre nach der Stadtkommandantur Slatina zu bringen. Es war im Frühjahr 1917. Da ich die Gewehre nicht selbst tragen konnte, so mußten die Gefangenen die Gewehre umhängen. Anfangs ging's zu Fuß, doch bald war es mir zu dumm. Also auf die Pferde gesessen und nachdem wir den Weg von Negrine bis Slatina etwa 30 Kilometer zurückgelegt hatten, ritten wir stolz wie Husaren in Slavina ein.

Doch, oh weh, als ich mich meldete mit meinen Gefangenen, schnauzte man mich an und sagte: »Die Gewehre und Pferde lassen Sie da, die Gefangenen können Sie wieder mitnehmen, wir haben schon zuviel.« Kurz entschlossen zog ich wieder ab mit meinen Gefangenen.

Im nächsten Dorfe kamen einige zu mir und sagten, » Domule, acolo la mine a casa« – Herr, dort bin ich zu Hause.

Ich sagte » Repete a casa« – schnell nach Hause. Und sie waren schon verschwunden. Das wiederholte sich noch zwei Mal, und ich hatte keine Gefangenen mehr.

Nun meldete ich beim Leutnant, wie er geheißen hat, weiß ich nicht mehr: »Gefangene, Pferde und Gewehre in Slatina abgeliefert.« Es wollte niemand etwas weiteres von mir und die Gefangenen werden in ihre Heimat entkommen sein.

Wahrheitsgemäß niedergeschrieben von

Leop. Matt, Webmeister, Görwihl/Baden.

Nr. 11 494

Als englischer Kriegsgefangener erst in Le Havre, dann in Catterick (England). Alle Leiden und Entbehrungen eines Gefangenen durchgemacht. Vom freien Menschen zu Nr. 11 494 herabgesunken, wurden wir eines Tages zu Personalienaufnahmen in eine Baracke beordert. An einem Tisch ein englischer Offizier, der uns mit dem höflichsten Benehmen nach unseren Personalien fragt. »Ich danke Ihnen,« sagte er. Und mit einem wunderbar gütigen Lächeln in seinem edlen Gesicht: »Wir werden wohl bald alle nach Hause können. Auch ich werde froh sein, wieder meine Frau und meine Kinder zu sehn.« Dieses gütige Lächeln hatte uns allen unsere Entbehrungen vergessen gemacht, hatte uns gezeigt, daß wir noch Menschen waren. Was dieser Mensch mit seinen zwei Sätzen Gutes getan, hat er wohl nicht ermessen.

Paul Zieger, Kunstgewerbler, Echichens s. Morges.

Der Mantel

Aus Oesterreichs letzten Kämpfen. 27. Oktober 1918! Seit Wochen wußten wir, daß es aus war, daß Altösterreichs Ende herankam. Die Front war ohne Etappe, die Armee ohne Vaterland. Scharenweise zogen die slawischen und magyarischen Truppen ab, tiefe Lücken in das sowieso schon dünne Verteidigungssystem an der Piave reißend. Böhmen selbständig, in Ungarn Revolution, Ausrufung eines südslawischen Staates, finis Austriae! Und doch hielten wir mit zusammengebissenen Zähnen die Gräben. Vor uns die frischen britischen Sturmdivisionen, hinter uns die große Leere. Die Front hing abgelöst in der Luft. Meuterei und Aufruhr zerstörten die Etappe, schon kam keine Verpflegung, keine Munition mehr durch, wir waren von dem Divisionskommandanten abgeschnitten, aber wir hielten! Aus den ausgeleierten Geschützrohren fuhren dem Gegner die Ladungen entgegen, als er im Morgengrauen des 27. Oktober den ersten Versuch machte, bei San Dona die Piave, den Strom, zu forcieren.

Halb erfroren, hungrig, in zerfetzten Brennesselmonturen hockten wir in den fußhoch mit Grundwasser gefüllten Gräben am Piavedamm. Ohne jede Hoffnung tat jeder nur verbissen seine seit vier Jahren gewohnte Pflicht. In Fetzen hingen die Gamaschen der Kanoniere, ausgemergelt zum Skelett die Bedienungsmannschaften. Aschgraue Gesichter unter dem zerbeulten Stahlhelm. Achtmal griffen die Engländer an, achtmal wurden sie geworfen, dann war das Ende da. Als um die Mittagsstunden abermals neue Sturmkompanien den Fluß durchfurteten, lebte von dem steirischen Jägerbataillon, das vor uns lag, kaum noch der zehnte Mann. Was noch den heißen Lauf umklammern konnte, feuerte bis zur letzten Patrone, warf die letzte Handgranate, um dann mit Sturmmesser und Kolben das Leben verzweifelt zu verteidigen, wenn auch jeder wußte, es ist umsonst. »Herr Fähnrich! Sie kommen von rechts!« Mein alter Batteriefeldwebel rief es. Durch das diesige Grau sah man die gebückten Gestalten mit den flachen Helmen vorwärtshasten. Zwei, drei vergessene Maschinengewehre ratterten los. »Mit Kartätschen, direkter Schuß!« Noch einmal fluteten sie zurück, aber nicht für lange; die feindlichen Batterien deckten uns restlos zu. Und als die Briten nochmals angriffen, warf sich die Bedienungsmannschaft mit Bajonett und Pistole den Angreifern entgegen. Ein heißer Schmerz lähmte meine rechte Schulter, ein Kolbenhieb schmetterte den Stahlhelm vom Kopfe, rote Nebel tanzten vor den Augen, zwei, drei Schüsse noch auf die heranwogenden Khakis, dann stürzte ich über meinen toten Batteriekameraden zusammen.

Wie lange ich so gelegen, weiß ich nicht. Als ich zu mir kam, waren die Tommys in der Stellung, Stöhnen ringsumher. Naßkalter Regen erkältete mich bis in's Mark, meine Bluse hing in Fetzen, der linke Arm war naß von Blut. Ich versuchte mich taumelnd aufzurichten, mit ungeheurer Schwierigkeit gelang es. Hinter dem zweiten Geschütz standen wenige Mannschaften meiner Batterie, fast alle verwundet. In meinem Kopf dröhnten Hammerschläge. Mit einer gewissen Scheu musterten uns die Briten. Ein langer Captain der Yorkshire-Füseliere – wie ich aus dem Aermelaufschlag entnahm – schritt über den zerstampften Bettungsgraben auf mich zu. »War das Ihre ganze Artillerie?« Er sprach leidlich deutsch. Mit einer kreisenden Handbewegung wies er auf unsere demontierten sechs Geschütze. Als ich stumm nickte, fuhr die behandschuhte Hand an den flachen Helm. » Glorious soldiers!«

Achtung klang aus dem Worte. Fieberschauer rüttelten mich, daß ich umgesunken wäre, wenn ich nicht Halt an der Grabenwand gefunden hätte. Der Engländer trat hilfsbereit an meine Seite, ein Blick streifte meine total zerfetzte, durchnäßte Bluse. Eiskalt pfiff der Wind von der Piaveniederung her. Mit einer raschen Bewegung zog er den langen, dicken Wollmantel aus und hängte mir denselben über die Schulter. »Sie frieren, Kamerad, nehmen Sie!« Als ich abwehren wollte, schüttelte er den Kopf und knöpfte den Mantel mir fest um die Schulter. »Ihr seid tapfere Gegner gewesen; bitte, behalten Sie den Mantel.« Ein zweiter Offizier trat hinzu und reichte mir ein Päckchen Zigaretten: »Nehmen Sie, mein Herr: Sie haben sich tapfer gehalten. Warten Sie noch wenige Minuten, gleich kommt unsere Sanitätspatrouille.« Es kam anders. In dem dichten Nebel, der sich wie ein weißes Tuch über alles legte, mußten die Engländer die Orientierung verloren haben, niemand kam. Ich mußte mit achtzehn anderen Schwerverletzten die ganze Nacht im Graben zubringen. Es fror. Hätte ich den Mantel nicht gehabt, ich hätte den nächsten Morgen nicht mehr erlebt. Der Mantel des englischen Captain hat mir das Leben gerettet.

Dr. Herbert V. Pater, Wien.

Nix Bum-bum

Es war im Herbst 1918, als ein Teil unserer Regimentskapelle in dem Hause eines Schmiedes in Sainlez (Belgien) auf dem Dachboden für einige Zeit einquartiert wurde, nicht ohne mit scheelen Blicken empfangen zu werden. Der Schmied hatte eine große Familie, darunter auch zwei erwachsene Töchter, denen wir besondere Aufmerksamkeit schenkten. Schließlich entstand ein reger familiärer Verkehr. Wohl trugen auch unsere bescheidenen Lebensmittelvorräte zu der Annäherung bei. Unser Schmied wurde immer zutraulicher, er erfreute sich an unserer Haus- und Tanzmusik, die wir zu Ehren der Damen des Hauses arrangierten, er labte sich an unseren spendierten Getränken und – erzählte uns manches, was er eigentlich dem Feinde gegenüber hätte verschweigen müssen. So erfuhren wir auch von dem, was die Gartenhecke für verborgene Schätze in sich barg, die er schon längst auf der Kommandantur hätte abliefern müssen. Wohl ließ unser Dienst-Reglement solche Geheimnisse nicht zu, aber trotzdem befleißigten wir uns alle eines großen Schweigens.

In jenen Tagen drang nun auch die Kunde von der nahen luxemburgischen Grenze zu uns, daß der Waffenstillstand abgeschlossen worden sei, und daß wir endlich wieder heimwärts dürften. Freudestrahlend kam der Schmied, fast außer Atem, mit den Worten » La Guerre finie, Nix bum-bum!«

Er hatte recht. Die Kanonen verstummten und unser Abmarschbefehl kam. Als wir uns von dem Schmied und seiner Familie verabschiedeten, gab es neben Tränen der Rührung bei Freund und Feind nur einen Wunsch: Auf Wiedersehen – au revoir!

Joh. Stimpert, Korrektor, Frankfurt a. M.

Waffenstillstand

Waffenstillstand war vereinbart. Wird es zum Frieden kommen? Diese Frage beschäftigte uns, als unser 27. bayr. Inf.-Regiment den Heimmarsch von der Schelde durch Belgien antrat. Wir wurden oft zum Bahnschutz bestimmt, verließen deshalb meistens unsere Quartiere erst kurz vor Eintreffen der feindlichen Truppen. Viele Belgier, die uns, solange wir noch in Stellung waren, freundlich behandelt hatten, waren im Benehmen uns gegenüber plötzlich verändert. Gar manches böse Schimpfwort einer zum Fanatismus geneigten Menge mußten wir über uns ergehen lassen. Hämische Gesichter tauchten hier und dort auf. Oft wurden wir zur Vorsicht gemahnt. Wir passierten das im Siegestaumel jubelnde Brüssel, zogen durch Löwen und sahen dort noch Spuren von 1914.

Eines Abends bezogen wir, kurz vor Lüttich, in einer einsamen Häusergruppe, abseits der Marschstraße, Quartier. Meine Gruppe kam in ein kleines rotes Häuschen, wie man so viele bei den belgischen Bergarbeitern sieht. Unsere Quartierwirte waren einfache Leute, Frau und Mann mittleren Alters. Den jungen Leuten meiner Gruppe, meist letzter Ersatz, waren die Granatlöcher Flanderns keine gute Kinderstube gewesen. Manch derber Witz über die Frau wurde losgelassen und mit Gelächter begleitet, ja manche verstiegen sich so weit, einen körperlichen Fehler der Frau in ihrer Gegenwart zu kritisieren.

Nach dem Abendessen – wir legten gerade unsere Tornister auf den Steinboden der Küche zum Schlafen zurecht – verließ uns die Frau, erschien gleich darauf wieder mit einigen Bund Stroh, die sie für uns auf dem Boden ausbreitete. Ihr Mann, kräftig gebaut, mit finsterem Blick, die ganze Zeit in einer Ecke, rückte seinen Stuhl zum Herd und schürte das Feuer. Wir forderten ihn durch Zeichen auf, uns zu verlassen. Doch hartnäckig, verlegen lächelnd, weigerte er sich entschieden.

Da geschah etwas Unerwartetes. Die Frau wandte sich zu uns, und im reinsten deutsch vernahmen wir von ihr folgende Worte: »Mein Mann geht nicht zu Bett, er bleibt auf und sorgt, daß es in der Küche warm bleibt«. Staunendes Schweigen. Fatal. »Madame, Sie sprechen deutsch?« »Wie Sie hören.« »Ihr Mann auch?« »Ein bißchen.« Allgemeine Verlegenheit. Wir: »Madame, was wir vorhin sagten, müssen Sie entschuldigen, es war nicht so gemeint.« Sie: »Ich bin auch nicht böse, ob Belgier oder Deutsche. Soldat ist Soldat! Gute Nacht!«

Der Mann blieb da, wie eine Statue am Ofen sitzend, von Zeit zu Zeit das Feuer schürend. Keiner wagte ihn hinauszuweisen. Heimlich machten wir eine Wache aus, dem Frieden nicht trauend. Ich übernahm die erste. Doch auch einen Soldaten übermannt die Müdigkeit in einer warmen Stube, wenn er mit dem Rücken im Stroh liegt. Es war schon früher Morgen, als ich erschreckt in die Höhe fuhr. Der Tag graute schon. Aber nichts von allem war geschehen, was wir heimlich fürchteten. Noch immer saß der Mann wachen Auges am Herd und bewachte das Feuer, damit wir einmal ein warmes Lager hatten.

Wilhelm Hauptmann, Schosser, Ludwigshafen a. Rh.

Bis auf den letzten Sou ...

Am 8. Oktober 1918 auf dem großen Rückzuge von amerikanischen Truppen verwundet und gefangen genommen, gelangte ich etwa zehn Tage später mit einem französischen Lazarettzuge von Paris nach Bordeaux. Nachts um ein Uhr kamen wir auf dem Hauptbahnhof an. Die Verwundeten wurden ausgeladen und auf ihren Tragen auf dem Bahnsteig hingestellt, um dann mit Autos in die einzelnen Lazarette befördert zu werden. Wir wenigen deutschen Verwundeten wurden etwas abseits aufgestellt. Natürlich sammelte sich um uns ein großer Teil Neugieriger. Meist französische Soldaten und Matrosen, aber auch einige Zivilisten. Von diesen Zuschauern wurden wir nicht gerade freundlich behandelt. Da damals gerade der Zusammenbruch der Westfront rapide Fortschritte machte, hielten die Franzosen es für angebracht, uns mit Ausrufen wie » Boches kaputt«, » Guillaume parti« und anderen mehr oder minder lieblichen Ausdrücken zu bedenken. Plötzlich bahnt sich ein baumlanger schwarzer Korporal durch die Herumstehenden einen Weg, drängt die weißen Franzosen zurück, holt das berühmte große Messer aus seiner Wickelgamasche, zieht ein riesiges Weißbrot aus seinem Brotbeutel, zerschneidet es und verteilte es unter uns deutschen Verwundeten. Dann aber zog er noch seinen Geldbeutel, schüttete sein ganzes Geld auf seine Hand und verteilte es unter uns bis auf den letzten Sou. Kein Franzose wagte ein Wort mehr. Dieser Neger stand mit drohender Miene bei uns, bis auch wir in die Lazarette abtransportiert wurden.

Oswald Schrenk, Schauspieler, Berlin.

Schlußstrich

Auf der Rückfahrt von Aegypten, im November 1919, lagen wir einige Tage in Gibraltar zum Kohlen. Bei strömendem Regen unterhielt ich mich mit einigen Matrosen englischer Unterseebote, die ebenfalls im Hafen lagen. Einer von ihnen, ein sehr Junger, hielt es für gut, mich immer wieder daran zu erinnern, daß wir den Krieg verloren hätten; aber ein anderer, etwas älterer Matrose, verwies ihm das, indem er zu ihm sagte: »Laß doch das; das weiß er ja!« und geschickt auf ein anderes, für mich angenehmeres Thema überlenkte.

Werner von Streit, Kaufmann, Stuttgart.

Letztes Blutvergießen

Im November des ereignisvollen Jahres 1918 hatte ich in einem Rheinstädtchen in der Nähe von Koblenz folgendes Erleben: Es waren damals rauhe Herbsttage. Formationen der deutschen Westarmee, infolge anstrengender Eilmärsche schwer ermattet, setzten über den Rhein. Man war auf dem Rückzuge. Fast auf dem Fuße folgte die nachdrängende Besatzungsarmee, und zwar Amerikaner. Erst die Quartiermacher und dann die Einquartierung. Kühl und reserviert war der Empfang und die Aufnahme. Man sah sich eben trotz Waffenstillstand noch immer als Feind an. Meine Pensionsleute bekamen nun auch einen Soldaten zugewiesen. Unser Amerikaner hielt sich meist auf seinem stets verschlossenen und verriegelten Zimmer auf; wenn er ausging, nahm er seine Waffe mit. Man hatte den Eindruck, daß er die Deutschen fürchtete und als Barbaren ansah. Man mied sich daher gegenseitig.

Nun geschah aber eines Tages etwas, das die Menschlichkeit dieses Amerikaners in's hellste Licht rückte, uns aber wegen der geübten Zurückhaltung beschämte. Ein älterer Mann aus dem Hause hatte sich schwer verletzt und einen großen Blutverlust erlitten. Es konnte ihm nach Ansicht der Aerzte nur durch eine Blutübertragung geholfen werden. Und was geschah nun? Unser Amerikaner hörte hiervon und bot sich sofort aus freien Stücken zu diesem Akt wahrer Nächstenliebe an.

Man untersuchte ihn; er war gesund und sein Blut gehörte glücklicherweise auch zur gleichen Blutgruppe. Die Transfusion konnte vorgenommen werden und der alte Mann war gerettet. Er blieb den Seinen durch die edle Handlung des Amerikaners für das Leben erhalten. Es tat uns allen leid, als er nach einigen Wochen Abschied nahm, um froh zu seiner lieben Mutter in Nord-Carolina zurückzukehren.

Willi Freisberg, Spediteur, Neuwied a. Rh.

Friedensmahl

Ich war Kriegsgefangener der Franzosen und wurde dort Dolmetscher. Am Tage des Waffenstillstands hatte ich zusammen mit einem Oberlehrer aus Rostock die Aufsicht über etwa vierzig Mann, die im Hafen von Rouen einen großen Norweger entluden. Wir ahnten noch nichts, als plötzlich alle Sirenen heulten, alle Glocken läuteten und das Franzosenvolk sich taumelnd vor Freude, fast verrückt benahm. Wo sie Deutsche trafen, brüllten sie » Guillaume kaputt«. Die Engländer des Nebenschiffs behielten ihre Ruhe.

Als guter Mensch zeigte sich der Kapitän des Norwegers, der früher oft in Bremen war. Unbemerkt von den Franzosen brachte er uns zwei zu seiner Kajüte. »Ich mag die Engländer genau so gern wie die Deutschen«, waren seine Worte, »aber ich freue mich, weil die Welt den Frieden hat und das Morden aufhört.«

Ein kleines Festessen war fertig. Wir wurden bedient. »Braune Suppe, gebratene Makrelen und Ragout«, dazu Rotwein und hinterher Benediktiner aus kleinen Portweingläsern. Dann vom Phonographen die Melodie »Deutschland, Deutschland über alles«, und zum Schluß sang mein Oberlehrer solo »O alte Burschenherrlichkeit!« Zwei schöne Stunden waren das: die erste Freiheit.

Bald lagen wir wieder im französischen Stroh, in wohlbewachten Baracken, bei grauslichen dicken Bohnen, und konnten immer noch geschenkte Zigaretten verteilen. Den alten Kapitän aber möge sein gutes Werk segnen bis in's späte Alter.

Adolf Freese, Handelsvertreter, Essen.

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