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Dantons Tod

Georg Büchner: Dantons Tod - Kapitel 32
Quellenangabe
typedrama
booktitleDantons Tod
authorGeorg Büchner
year1995
publisherPhillip Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-006060-5
titleDantons Tod
pages1-3
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1835
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Achte Szene

Eine Straße

Lucile. Es ist doch was wie Ernst darin. Ich will einmal nachdenken. Ich fange an, so was zu begreifen.

Sterben – Sterben –! – Es darf ja alles leben, alles, die kleine Mücke da, der Vogel. Warum denn er nicht? Der Strom des Lebens müßte stocken, wenn nur der eine Tropfen verschüttet würde. Die Erde müßte eine Wunde bekommen von dem Streich.

Es regt sich alles, die Uhren gehen, die Glocken schlagen, die Leute laufen, das Wasser rinnt, und so alles weiter bis da, dahin – nein, es darf nicht geschehen, nein, ich will mich auf den Boden setzen und schreien, daß erschrocken alles stehn bleibt, alles stockt, sich nichts mehr regt. (Sie setzt sich nieder, verhüllt sich die Augen und stößt einen Schrei aus. Nach einer Pause erhebt sie sich:) Das hilft nichts, da ist noch alles wie sonst; die Häuser, die Gasse, der Wind geht, die Wolken ziehen. – Wir müssen's wohl leiden.

(Einige Weiber kommen die Gasse herunter.)

Erstes Weib. Ein hübscher Mann, der Hérault!

Zweites Weib. Wie er beim Konstitutionsfest so am Triumphbogen stand, da dacht' ich so, der muß sich gut auf der Guillotine ausnehmen, dacht' ich. Das war so 'ne Ahnung.

Drittes Weib. Ja, man muß die Leute in allen Verhältnissen sehen; es ist recht gut, daß das Sterben so öffentlich wird. (Sie geben vorbei.)

Lucile. Mein Camille! Wo soll ich dich jetzt suchen?

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