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Cato oder Von dem Greisenalter

Marcus Tullius Cicero: Cato oder Von dem Greisenalter - Kapitel 5
Quellenangabe
typetractate
booktitleCato oder Von dem Greisenalter
authorRaphael Kühner
firstpub1864
year1864
publisherKrais & Hoffmann
addressStuttgart
titleCato oder Von dem Greisenalter
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IX. 27. Auch vermisse ich, jetzt wenigstens, nicht die Kräfte des Jünglings, – das war nämlich der zweite Punkt unter den Fehlern des Greisenalters – ebenso wenig, als ich in meiner Jugend die Kräfte eines Stieres oder Elephanten vermißte. Was man hat, das soll man benutzen, und was man auch thun mag, nach Maßgabe seiner Kräfte thun. Denn kann wol eine Aeußerung verächtlicher sein, als die des Krotoniaten MiloMilon aus Kroton in Unteritalien, ein berühmter Athlet von ungewöhnlicher Körperstärke (um 580 v. Chr.). Vgl. Kap. 10, 33.? Als dieser schon ein Greis war und Wettkämpfer sich auf der Rennbahn üben sah, soll er seine Arme angeschaut und weinend gesagt haben: »Ach, diese sind schon abgestorben!« Nein, nicht diese, sondern vielmehr du selbst, Schwätzer. Denn niemals bist du durch dich berühmt geworden, sondern durch deine Brust und deine Arme. Dieß kann man nicht von Sextus AeliusSextus Aelius Pätus, im J. 198 v. Chr. mit Titus Flamininus Consul. Er hatte den Beinamen Catus, d. h. klug, wegen seiner ausgezeichneten Kenntniß in der Rechtswissenschaft. Vgl. Cicer. Brut. 20, 78. de Orat. I. 45, 198. Auch gab er das sogenannte jus Aelianum heraus, d. h. eine Erklärung der bisher nur den Patriciern bekannten Rechtsformeln. sagen, nicht viele Jahre zuvor von Tiberius CoruncaniusUeber Tiberius Coruncanius s. zu Kap. 6, §. 15., nicht vor Kurzem von Publius CrassusPublius Licinius Crassus Dives, seit 212 v. Chr. Hoher Priester, im J. 204 Consul mit dem älteren Scipio Africanus. Liv. 30, 1 lobt ihn als einen durch Reichthum, Schönheit, körperliche Kraft, Beredsamkeit und Kenntniß des Rechtes ausgezeichneten Mann. Vgl. unten 14, 50. 17, 61.: Männern, welche den Bürgern Gesetze vorschrieben, und deren Staatsklugheit bis zum letzten Lebenshauche fortschritt.

28. Der Redner, fürchte ich, dürfte im Alter erschlaffen; denn sein Beruf erheischt nicht allein Geist, sondern auch eine gute Brust und Leibeskräfte. Allerdings tritt jenes Wohltönende der Stimme, ich weiß nicht wie, auch noch im Greisenalter deutlich hervor; wenigstens hab' ich es noch nicht verloren, und ihr seht meine Jahre; indeß beruht bei dem Vortrage eines Greises die Würde auf einer ruhigen und gelassenen Rede, und sehr oft verschafft sich schon allein der geschmückte und sanfte Vortrag eines beredten Greises Gehör. Und kann man selbst auch dieses nicht mehr leisten, so kann man doch einem Scipio und Lälius Vorschriften ertheilen. Denn gibt es wol etwas Erfreulicheres, als einen Greis zu sehen, der von wißbegieriger Jugend umringt ist?

29. Oder wollen wir dem Greisenalter nicht einmal die Kräfte überlassen Jünglinge zu belehren, zu unterrichten und zu jeder Berufspflicht auszurüsten? Und kann wol Etwas herrlicher sein als ein solches Geschäft? Mir erscheinen in der That Gnäus und Publius ScipioGnäus und Publius Cornelius Scipio, ein edles Brüderpaar, Heerführer der Römer im zweiten Punischen Kriege in Spanien, 212 v. Chr. in kurzer Zeit nach einander durch die List der Karthager und durch Verrath der Celtiberier getödtet, nachdem sie den Hanno und Hasdrubal am Ebro besiegt hatten. und deine beiden Großväter, Lucius AemiliusLucius Aemilius Paullus, Vater des Aemilius Macedonicus (s. zu 6. 15), leiblicher Großvater des jüngeren Scipio Africanus, erlitt in seinem zweiten Consulate (216 v. Chr.) durch die Unbesonnenheit seines Amtsgenossen, Terentius Varro, die schreckliche Niederlage der Römer bei Cannä und fand selbst den Tod. S. Livius 22, 49. und Publius AfricanusPublius Africanus, der ältere, war der Adoptivgroßvater des jüngeren Africanus. S. zu Kap. 6, §. 18., in der Umgebung edler Jünglinge beglückt, und alle Lehrmeister der edlen Wissenschaften sind für glücklich zu achten, so sehr auch ihre Körperkräfte gealtert und abgenommen haben; indeß ist selbst diese Abnahme der Kräfte öfter eine Folge von Jugendsünden als von Gebrechen des Greisenalters; denn eine wollüstige und unmäßige Jugend überliefert dem Greisenalter einen entkräfteten Körper.

30. Cyrus wenigstens erklärt bei XenophonXenoph. Cyrop. VIII. 7, 6: τουμὸν γη̃ρας ουδεπώποτε ησθόμην τη̃ς εμη̃ς νεότητος ασθενέστερον γιγνόμενον. Ueber Xenophon s. zu Kap. 17, §. 59. in der Rede, die er in hohem Alter auf dem Sterbebette hielt, er habe niemals gefühlt, daß sein Alter schwächer geworden sei, als sein Jünglingsalter gewesen wäre. Ich erinnere mich aus meiner Kindheit, daß Lucius MetellusLucius Cäcilius Metellus erfocht als Proconsul in dem ersten Punischen Kriege im J. 251 v. Chr. bei Panormus in Sicilien über den Karthagischen Feldherrn Hasdrubal einen glänzenden Sieg. Vgl. Cicer. de Rep. I. 1, 1. Im J. 243 wurde er Hoher Priester., der vier Jahre nach seinem zweiten Consulate Hoher Priester geworden war und zweiundzwanzig Jahre diesem Priesteramte vorstand, bei so guten Kräften in der letzten Zeit seines Lebens war, daß er seine Jugend nicht vermißte. Ich habe nicht nöthig von mir selbst zu sprechen, wiewol dieß der Greise Art ist und unserem Alter zugutegehalten wird.

X. 31. Seht ihr nicht, wie sich Homerus' NestorNestor, König von Pylos im Peloponnese. Die Homerischen Stellen sind Iliad. α, 260 ff. λ, 663 ff. so oft seiner Vorzüge rühmt? Denn er lebte schon im dritten MenschenalterVgl. Homer. Iliad. α, 250. Odyss. γ 245. Ein Menschenalter betrug 30 Jahre. und brauchte nicht zu befürchten, wenn er sich wahrer Vorzüge rühme, für zu anmaßend oder zu geschwätzig zu gelten. Denn es entfloß, wie Homerus sagt, seiner Zunge die Rede süßer denn Honig Hom. Iliad. α, 249: του̃ καὶ απὸ γλώσσης μέλιτος γλυκίων ρέεν αυδή.. Zu dieser Anmuth bedurfte er keiner Körperkräfte; und doch wünscht jener HeerführerAgamemnon, König von Mycenä. Die Homerische Stelle ist Il. β, 371 f.:

Αὶ γάρ, Ζευ̃ τε πάτερ καὶ ’Αθηναίη καὶ ’Άπολλον
Τοιου̃τοι δέκα μοι συμφράδμονες ει̃εν ’Αχαιω̃ν.
Griechenlands nirgends zehn Männer wie AjaxAjax, Sohn des Telamon, Königs von Salamis, nach Achilles der tapferste aller Griechen vor Troja. Il. β, 768 f.:
’Ανδρω̃ν αυ̃ μέγ' άριστος έην Τελαμώνιος Αίας,
’Όφρ' ’Αχιλεὺς μήνιεν· ο γὰρ πολὺ φέρτατος η̃εν.
, wohl aber wie Nestor zu haben; denn würde ihm dieß zu Theil, so zweifelt er nicht, daß Troja in Kurzen. fallen werde.

32. Doch ich komme auf mich zurück. Ich stehe jetzt im vierundachtzigsten Jahre. Ich wünschte allerdings ebendasselbe von mir rühmen zu können, was Cyrus von sich rühmtS. Kap. 9, § 30.; gleichwol kann ich das behaupten, wenn ich auch nicht mehr die Kräfte besitze, die ich als gemeiner Krieger im Punischen Kriege oder als Quästor in dem nämlichen Kriege oder als Consul in Hispanien besaß, oder vier Jahre später, da ich als Kriegstribun unter dem Consul Manius Acilius GlabrioManius Acilius Glabrio besiegte als Consul im J. 191 v. Chr. in den Thermopylen, einem Engpasse Thessaliens, den König von Syrien, Antiochus III. den Großen. Livius 36, 17 übrigens erzählt, daß Cato damals nicht Kriegstribun, sondern Unterfeldherr gewesen sei. bei den Thermopylen focht; so hat mich doch, wie ihr seht, das Alter nicht ganz entnervt und zu Boden gedrückt. Nicht vermißt meine Kräfte die Curie, nicht die Rednerbühne, nicht die Freunde, nicht die Schutzgenossen, nicht die Gastfreunde. Denn nie habe ich jenem alten und gepriesenen Sprüchworte beigepflichtet, welches mahnt, man müsse früh Greis werden, wenn man lange Greis sein wolleDer Sinn des Sprüchwortes ist: Man muß früh besonnen und mäßig wie ein Greis sein, wenn man lange leben will. Cato schiebt aber dem Sprüchworte einen anderen Sinn unter, nämlich: man muß früh das bequeme Leben eines Greises erstreben, wenn man lange leben will.. Ich fürwahr wollte weniger lange als vor der Zeit Greis sein. Daher hat sich noch Niemand an mich wenden wollen, für den ich zu beschäftigt gewesen wäreund aus diesem Grunde ihm meine Dienste verweigert hatte..

33. »Aber ich habe weniger Kräfte als Einer von euch Beiden.« Auch ihr habt nicht die Kräfte des Hauptmannes Titus PontiusOb dieser Titus Pontius derselbe gewesen sei, der bei Cicer. de Fin. I. 3, 9 in einem Verse des Satirikers Lucilius erwähnt wird, läßt sich nicht mit Bestimmtheit sagen.; ist nun wol dieser darum vorzüglicher? Es finde nur eine richtige Mäßigung der Kräfte statt, und es strenge sich Jeder so viel an, als er vermag; dann wird man wahrlich kein großes Verlangen nach mehr Kräften haben. Zu Olympia soll MiloS. zu Kap. 9, §. 27. Quintil. I, 9: ut Milo, quem vitulum assueverat ferre, taurum ferebat., einen lebendigen Ochsen auf den Schultern tragend, durch die Rennbahn einhergeschritten sein. Möchte man sich nun lieber diese Körperkräfte oder des PythagorasUeber Pythagoras s. zu Kap. 7, § 23. Geisteskräfte wünschen? Kurz, man gebrauche dieses Gut, so lange es da ist; wenn es nicht mehr da ist, so vermisse man es nicht, wenn sich nicht etwa Jünglinge das Knabenalter und die im Alter ein wenig Vorgerückten das Jünglingsalter zurückwünschen sollen.

Das Lebensalter hat seine bestimmte Bahn, und es gibt nur einen Weg der Natur, und zwar einen einfachen; und einem jeden Abschnitte des Lebens ist seine bestimmte Zeitigkeit zugewiesen, indem die Schwäche der Kinder, die Wildheit der Jünglinge, der Ernst des männlichen Alters und die Reife des Greisenalters etwas Naturgemäßes hat, was zu seiner Zeit benutzt werden muß. 34. Du hast, denk' ich, gehört, mein Scipio, was dein großväterlicher Gastfreund MasinissaMasinissa, König der Massulischen Numidier in Afrika; im ersten Punischen Kriege mit den Karthagern verbündet, im zweiten Punischen Kriege aber, im J. 206, von dem älteren Scipio Africanus in die Freundschaft aufgenommen, schloß er ein Bündniß mit den Römern und leistete dem jüngeren Scipio Africanus in der Schlacht bei Zama wichtige Dienste. Erst zu Anfang des dritten Punischen Krieges starb er, 90 Jahre alt. Vgl. Cicer. Somn. Scip. c. 1. Sallust. Iug. 5. Livius 29, 29 sqq. Appian. de reb. Pun. c. 106. noch heute in einem Alter von neunzig Jahren thut. Wenn er eine Reise zu Fuß angetreten hat, so besteigt er durchaus kein Pferd; wenn zu Pferde, so steigt er nicht vom Pferde ab; durch keinen Regen, durch keine Kälte läßt er sich bewegen sein Haupt zu bedecken; er besitzt eine ungemeine Trockenheitsiccitatem d. h. Festigkeit. Varro ap. Non. h. v.: Persae propter exercitationes pueriles modicas eam sunt consecuti corporis siccitatem, ut neque spuerent neque emungerentur sufflatove corpore essent, nach Xenoph. Cyrop. I, 2. 16, woraus man sieht, daß das Wort des Non. modicas ganz verkehrt hinzugesetzt ist; denn bei Xenophon steht τη̃ς μετρίας διαίτης. Cicer. Tuscul. V. 34, 99: Adde siccitatem, quae consequitur hanc continentiam in victu. des Körpers; daher verrichtet er noch alle Pflichten und Geschäfte eines Königs. So können also Uebung und Mäßigkeit auch im Greisenalter Etwas von der vormaligen Rüstigkeit bewahren.

XI. Gesetzt, es fehlen im Greisenalter die körperlichen Kräfte; so verlangt man auch keine Kräfte vom Greisenalter. Deßhalb ist unser Alter nach den Gesetzen und dem Herkommen von solchen Geschäften freiDie Römer waren nur bis zum 45sten Jahre zum Kriegsdienste verpflichtet; die älteren wurden nur zur Bewachung der Stadt verwendet; vom 60sten Jahre an waren sie nicht allein vom Kriegsdienste, sondern von jedem Staatsdienste befreit., welchen man sich ohne Kräfte nicht unterziehen kann. Und daher zwingt man uns nicht zu dem, was wir nicht vermögen, ja nicht einmal zu so viel, als wir vermögen.

35. »Aber viele Greise sind so schwach, daß sie kein Geschäft ihres Berufes oder überhaupt des Lebens verrichten können.« Aber dieß ist kein eigentlicher Fehler des Greisenalters, sondern ein gemeinsamer des Gesundheitszustandes. Wie schwach war des Publius Africanus SohnDer Sohn des älteren Scipio Africanus, der auch Publius Cornelius Scipio Africanus hieß, konnte zwar wegen schwächlicher Gesundheit die glänzende Laufbahn seines Vaters nicht verfolgen, war aber ein wissenschaftlich gebildeter Mann. Cicer. Brut. 19, 77 erwähnt von ihm kleine Reden und eine sehr angenehm (dulcissime) geschriebene Geschichte. Er nahm den Sohn des Aemilius Paullus Macedonicus, den später so berühmt gewordenen Publius Cornelius Scipio Aemilianus Africanus minor, an Kindes Statt an., der dich an Kindesstatt angenommen hat! von wie zarter oder vielmehr gar keiner Gesundheit! Wäre das nicht der Fall gewesen, so würde er ein zweites Licht des Staates geworden sein; denn zu der väterlichen Geistesgröße war bei ihm noch ein größerer Reichthum an wissenschaftlicher Bildung hinzugetreten. Was Wunder also bei Greisen, wenn sie zuweilen schwach sind, da auch Jünglinge diesem Uebel nicht entgehen können? Widerstand muß man, Lälius und Scipio, dem Greisenalter leisten und seine Gebrechen durch Achtsamkeit ausgleichen. Kämpfen muß man, wie gegen eine Krankheit, so gegen das Greisenalter. 36. Man muß Rücksicht nehmen auf seine Gesundheit, mäßige Uebungen anstellen, Speise und Trank nur in dem Maße genießen, daß die Kräfte ersetzt, aber nicht unterdrückt werden.

Aber nicht allein dem Körper muß man zu Hülfe kommen, sondern in noch höherem Grade dem Geiste und der Seele; denn auch diese erlöschen im Greisenalter, wenn man nicht, wie bei einer Lampe, Oel einträufelt. Der Körper fühlt sich durch ermüdende Uebungen beschwert; der Geist hingegen wird durch Uebung gehoben. Denn unter den Greisen, welche CäciliusUeber Cäcilius Statius s. zu Kap. 7, §. 24. Die Verse, auf die sich die Stelle bezieht, stehen im Laelius 26, 99. im Lustspiele »alberne Alte« nennt, versteht er leichtgläubige, vergeßliche, unordentliche Greise: Fehler, welche nicht dem Greisenalter überhaupt, sondern nur dem unthätigen, trägen und schläfrigen Greisenalter zukommen. Wie Muthwille, wie Sinnlichkeit mehr Jünglingen als Greisen eigen ist, doch nicht allen Jünglingen, sondern nur den nicht guten; ebenso gehört jene Albernheit des Alters, die man Aberwitz zu nennen pflegt, leichtfertigen Greisen an, nicht aber allen. 37. Vier kräftige Söhne, fünf Töchter, ein so großes Hauswesen, so große Schutzgenossenschaften verstand AppiusUeber Appius Claudius Cäcus s. zu Kap. 6, §. 16., der alt und blind war, zu beherrschen; denn er hielt seinen Geist wie einen Bogen gespannt und unterlag nicht aus Erschlaffung dem Greisenalter. Er behauptete nicht nur sein Ansehen, sondern auch die Herrschaft über die Seinigen; ihn fürchteten seine Sklaven, ihn achteten seine Kinder; Alle hatten ihn lieb; es blühte in seinem Hause noch der Vorältern Sitte und Zucht. 38. Denn das Greisenalter steht dann in Ehren, wenn es sich selbst vertheidigt, wenn es sein Recht behauptet, wenn es sich Niemandem sklavisch unterwirft, wenn es bis zum letzten Lebenshauche über die Seinigen gebietet. Denn sowie ich den Jüngling lobe, in dem sich Etwas von einem Greise findet; so lobe ich auch den Greis, in dem sich Etwas von einem Jünglinge findet, und wer hiernach strebt, kann wol dem Körper nach Greis sein, dem Geiste nach wird er es nie sein. Ich habe jetzt das siebente Buch meiner UrgeschichteUnter der Aufschrift Origines gab der ältere Cato ein Geschichtswerk heraus, worin er in sieben Büchern die Abstammung und Geschichte der Italischen Völker behandelte. Vgl. Cicer. Brut. 17, 66. 85, 294. Corn. Nep. Cat. c. 3, 4. unter Händen; ich sammele alle Urkunden des Alterthums; die Reden über alle wichtigeren Rechtshändel, die ich je vertheidigt habe, arbeite ich gerade jetzt aus; ich beschäftige mich mit dem Rechte der Auguren und der Oberpriester, sowie mit dem bürgerlichen Rechte; auch die Griechische Litteratur treibe ich fleißig, und nach Art der PythagoreerIn den sogenannten goldenen Sprüchen (χρυσα̃ έπη) des Pythagoras (s. zu 7, 23) heißt es Vers 40 bis 44:

μηδ' ύπνον μαλακροι̃σιν επ' όμμασι προσδέξασθαι
πρὶν τω̃ν ημερινω̃ν έργων τρὶς έκαστον επελθει̃ν·
πη̃ παρέβην τί δ' έρεξα; τί μοι δέον ουκ ετελέσθη;
αρξάμενος απὸ πρώτου επέξιθι καὶ μετέπειτα
δαιλὰ μὲν εκπρήξας επιπλήσσεο, χρηστὰ δὲ τέρπου.
vergegenwärtige ich mir zur Uebung des Gedächtnisses am Abende, was ich an jedem Tage gesagt, gehört und gethan habe. Das sind die Uebungen des Geistes, das die Wettkämpfe des Verstandes; in ihnen schwitzend und mich abmühend, vermisse ich nicht sonderlich die Körperkräfte. Ich vertrete meine Freunde vor Gericht, komme häufig in die Senatssitzungen, theile unaufgefordert viel und lange überdachte Gegenstände mit und vertheidige sie mit den Kräften des Geistes, nicht des Körpers. Und wäre ich auch nicht mehr im Stande dieses auszuführen, so würde ich doch auf meinem Ruhelager Unterhaltung finden, auf dem ich eben das überdächte, was ich nicht mehr ausführen könnte; daß ich es aber noch kann, ist die Wirkung meiner früheren Lebensweise. Denn wer immer in solchen Beschäftigungen und Arbeiten lebt, bemerkt nicht, wann das Alter heranschleicht. So neigt sich das Leben allgemach in GemächlichkeitDas Wortspiel sensim sine sensu haben wir durch: allgemach in Gemächlichkeit wiederzugeben gesucht. zum Greisenalter, und nicht plötzlich wird es geknickt, sondern erlischt in der Länge der Zeit.

XII. 39. Nun folgt der dritte Tadel des Greisenalters, daß es, wie man sagt, der sinnlichen Vergnügungen entbehre. O welch ein herrliches Geschenk des Alters, wenn anders es von uns das wegnimmt, was am Jünglingsalter das Fehlerhafteste ist! Vernehmt denn, edle junge Männer, eine alte Rede des Tarentiners ArchytasArchytas aus Tarentum, ein berühmter Philosoph der Pythagoreischen Schule, Lehrer Plato's, lebte um 370 v. Chr. Er zeichnete sich nicht bloß in der Philosophie, Mathematik und Mechanik aus, sondern war auch ein tüchtiger Feldherr und vortrefflicher Mensch. S. Diog. L. 8, 79., eines vorzüglich großen und herrlichen Mannes, die mir mitgetheilt wurde, als ich in meiner Jugend mit Quintus MaximusS. zu Kap. 4, §. 10. in Tarentum war.

»Keine verderblichere Pest«, sagte er, »sei den Menschen von der Natur gegeben als die sinnliche Lust; denn die nach ihr gierig strebenden Triebe würden blindlings und zügellos angereizt sich derselben zu bemächtigen. 40. Hieraus entstehe Verrath des Vaterlandes, hieraus Umsturz der Staaten, hieraus heimliche Unterhandlungen mit den Feinden; kurz, es gebe keinen Frevel, keine Uebelthat, zu deren Ausübung die sinnlichen Begierden nicht anreizten; Unzucht aber und Ehebruch und jede derartige Schändlichkeit werde durch keine anderen Lockungen angeregt als durch die der Sinnenlust. Und der Vernunft, welche dem Menschen sei es die Natur, sei es die Gottheit als das Herrlichste verliehen habe, dieser göttlichen Gabe und diesem göttlichen Geschenke, sei Nichts so feind als die Sinnenlust. 41. Denn wo die Sinnenlust herrsche, da sei für Besonnenheit kein Raum, und überhaupt könne im Reiche der Sinnenlust die Tugend nicht bestehen. Um dieß besser begreifen zu können, fordert er auf sich einen Menschen vorzustellen, welcher von der höchsten Sinnenlust, die man genießen könne, gereizt sei. Niemandem, meint er, würde es zweifelhaft sein, daß ein Solcher, so lange er sich dieses Genusses erfreue, Nichts im Verstande überlegen, Nichts mit der Vernunft, Nichts mit den Gedanken erfassen könne. Deßhalb sei Nichts so verabscheuungswürdig und verderblich als die sinnliche Lust, insofern ja dieselbe, wenn sie sehr stark und von sehr langer Dauer sei, das ganze Licht des Geistes auslösche.«

Dieses hat Archytas vor dem Samniten Gajus PontiusGajus Pontius, Sohn des Herennius, ein tapferer Heerführer der Samniten, schloß im J. 321 v. Chr. die Römer unter den Consuln Spurius Postumius und Titus Veturius bei Caudium, einer Stadt Samniums, in den Caudinischen Pässen ein und ließ sie durch das Joch gehen. Im J. 292 wurde er gefangen genommen und enthauptet., dem Vater dessen, von dem die Consuln Spurius Postumius und Titus Veturius in der Kaudinischen Schlacht überwunden wurden, gesprochen, wie unser Gastfreund, der Tarentiner NearchusAuch Plutarch. Cat. M. c. 2. erwähnt den Nearchus als Gastfreund des Cato., der der Freundschaft mit dem Römischen Volke treu geblieben war, von älteren Leuten vernommen zu haben versicherte, da ja diesem Gespräche auch der Athener Plato beigewohnt habe, der, wie ich finde, unter dem Consulate des Lucius Camillus und Appius ClaudiusLucius Camillus und Appius Claudius waren Consuln im J. 349 v. Chr. Uebrigens ist Cicero's Angabe unrichtig. Nicht 349 v. Chr. (d. i. ein Jahr vor seinem Tode) kam Plato nach Tarentum, sondern etwa 10 Jahre früher. nach Tarentum kam.

42. Wozu dieß? Damit ihr einsehet, daß, wenn wir die Sinnenlust mit Hülfe der Vernunft und Weisheit nicht zurückweisen könnten, wir dem Greisenalter großen Dank schuldig wären, da es bewirkt, daß uns nicht nach dem gelüstet, wornach uns nicht gelüsten soll. Denn die Sinnlichkeit ist der Ueberlegung hinderlich, sie ist eine Feindin der Vernunft, sie verblendet, so zu sagen, die Augen des Verstandes und hat keinen Verkehr mit der Tugend. Ungern that ich es, daß ich des so tapferen Titus FlamininusUeber Titus Flamininus s. zu Kap. 1, §. 1. Bruder, den Lucius FlamininusLucius Flamininus war im J. 192 v. Chr. Consul., aus dem Senate stieß, sieben Jahre nach seinem Consulate; aber ich hielt es für nothwendig seine Ausschweifung zu rügen. Denn da er als ConsulConsul steht hier für Proconsul. S. Georges Lat. Lex. unter consul. in Gallien war, ließ er sich bei einem Gastmahle von einer Buhlerin erbitten Einen von denen, die, wegen eines peinlichen Verbrechens verurtheilt, in Ketten lagen, mit dem Beile zu enthauptenDer hier erwähnte Vorfall wird von Livius 39, 42 und 43 nach zwei verschiedenen Quellen verschieden erzählt, zuerst nach Cato, der ein männliches scortum den Punier Philippus, sodann nach Valerius aus Antium, einem Chronikenschreiber, der eine famosa mulier erwähnt., Er war unter dem Censoramte seines Bruders TitusTitus Quinctius Flamininus war im J. 189 Censor., der zunächst vor mir Censor gewesen war, der Ahndung entschlüpft; ich aber und FlaccusLucius Valerius Flaccus bekleidete mit Cato sowol das Consulat im J. 195 v. Chr. als auch das Censoramt im J. 184. konnten eine so schandbare und heillose Ausschweifung schlechterdings nicht ungestraft hingehen lassen, da sie mit persönlicher Schande auch die Entehrung des Amtes verband.

XIII. 43. Oft habe ich von älteren Leuten gehört, die es hinwiederum in ihrer Kindheit von Greisen gehört zu haben versicherten, Gajus FabriciusUeber Gajus Fabricius s. zu Kap. 6, §. 15. Die hier erwähnte Gesandtschaft fällt in das J. 280 v. Chr. habe sich öfters mit Verwunderung über das geäußert, was er bei seiner Gesandtschaft an den Pyrrhus von dem Thessalier CineasCineas aus Thessalien, ein Schüler des Demosthenes, Freund des Pyrrhus, ein sehr beredter und gebildeter Mann, durch dessen Beredsamkeit Pyrrhus mehr Städte erobert zu haben sich rühmte als durch die Waffen. gehört hatte, es lebe zu Athen ein MannEpikurus aus Gargettus, einem Attischen Demos, geb. 342 v. Chr. und gest. 270, Stifter der Epikureischen Schule, welche die Lust (ηδονη, voluptas) für das höchste Gut und den Schmerz für das höchste Uebel erklärte., der sich für einen Weisen ausgebeVgl. Cicer. Fin. II. 3, 7: (Epikurus), der sich allein, meines Wissens, für einen Weisen auszugeben wagt. und doch behaupte, Alles, was wir thäten, müsse auf das sinnliche Vergnügen bezogen werden. Manius Curius und Tiberius CoruncaniusUeber Manius Curius und Tiberius Coruncanius s. zu Kap. 6, §. 15.. die dieses von ihm hörten, hätten öfter gewünscht, daß sich die SamnitenDie Samniten waren Bundesgenossen der Tarentiner und des Pyrrhus. und Pyrrhus selbst davon überzeugen lassen möchten, damit sie desto leichter besiegt werden könnten, wenn sie sich den Vergnügungen hingäben. Manius Curius war ein Zeitgenosse des Publius DeciusPublius Decius Mus, Sohn des gleichnamigen Decius (s. zu 20, 75) brachte sich in seinem vierten Consulate (295 v. Chr.), dem Beispiele seines Vaters gleichen Namens, der als Consul im J. 340 v. Chr. im Kampfe mit den Latinern am Vesuve sich muthig für das Vaterland opferte, folgend, in dem Kriege mit den Samniten, Umbriern, Etruskern und Galliern im Gebiete der Stadt Sentinum in Umbrien als Opfer den unsterblichen Göttern für den Staat dar., der sich in seinem vierten Consulate fünf Jahre vor dem Consulate jenes für den Staat geopfert hatte. Es kannte ihn Fabricius, es kannte ihn Coruncanius. Diese Männer zogen sowol aus ihrem eigenen Leben als auch aus der That des eben genannten Publius Decius den Schluß, es gebe in Wahrheit etwas von Natur Schönes und Herrliches, das um seiner selbst willen begehrt werde, und nach dem die Edelsten mit Verschmähung und Verachtung der Sinnenlust trachteten.

44. Wozu nun so viele Worte über die Sinnenlust? Weil es nicht nur kein Tadel, sondern vielmehr das höchste Lob des Greisenalters ist, daß es nach keinen sinnlichen Vergnügungen großes Verlangen hat.

»Aber es entbehrt der Schmausereien, der reichlich besetzten Tafeln und der häufigen Zechgelage.« Nun, so entbehrt es auch der Trunkenheit, der Unverdaulichkeit und Schlaflosigkeit. Doch soll man dem sinnlichen Vergnügen Etwas einräumen, weil wir seinen Schmeicheleien nicht leicht widerstehen, – denn vortrefflich nennt PlatoPlat. Timaeus p. 69, D: ηδονήν, μέγιστον κακου̃ δέλεαρ. das sinnliche Vergnügen den Köder des Bösen, weil sich nämlich die Menschen durch dasselbe fangen lassen, wie die Fische; – so kann sich das Greisenalter, obwol es unmäßige Schmausereien entbehrt, doch an mäßigen Gastmählern vergnügen.. Den Gajus DuiliusGajus Duilius war der Erste, der über die Karthager bei Mylä, einer Seestadt Siciliens, im J. 260 v. Chr. einen Seesieg davon trug., des Marcus Sohn, der die Punier zuerst in einer Seeschlacht besiegt hatte, sah ich als Knabe oft in seinem Greisenalter von der Abendmahlzeit heimgehen. Er fand dabei Wohlgefallen an dem Scheine vieler Fackeln und an dem Spiele vieler Flötenbläser; und dieses hatte er sich als Privatmann ohne Anderer Vorgang herausgenommen. So viel Freiheit gab ihm sein Ruhm. 45. Doch was führe ich Andere an? Ich will auf mich selbst zurückkommen. Erstens hatte ich immer Tischgenossen bei mir. Die Tischverbrüderungen aber wurden unter meiner Quästur eingerichtet, als man den Idäischen Gottesdienst der großen MutterNach einem Ausspruche der Sibyllinischen Bücher wurde im J. 204 unter der Quästur Cato's das Bild der Göttin Cybele, ein Stein, aus Pessinus in Phrygien nach Rom gebracht. Die Cybele oder die große Mutter der Götter heißt Idäische Mutter von dem Berge Ida in Phrygien, woher ihr Kultus stammt. angenommen hatte. Ich schmauste nun mit den Tischgenossen allerdings mäßig; aber ich äußerte dabei doch noch ein jugendliches Brausen; doch mit dem Vorrücken des Alters mildern sich alle Leidenschaften. Denn das Vergnügen der Gastmähler selbst bemaß ich nicht sowol nach dem Sinnengenusse als vielmehr nach dem Zusammensein mit Freunden und den Unterhaltungen. Und treffend nannten unsere Altvordern die Tischgesellschaft von Freunden, weil sie eine Lebensvereinigung darbiete, ein Zusammenlebenconvivium; besser als die Griechen, welche sie bald ein Zusammentrinkenσυμπόσιον. bald ein Zusammenspeisenσύνδειπνον. nennen, so daß sie das, was hierbei das Geringste ist, am Meisten zu billigen scheinen.

XIV. 46. Ja wahrlich, der Genuß der Unterhaltung läßt mich auch an lang anhaltenden Gastmählerntempestivis conviviis. Die tempestiva convivia sind eigentlich solche Gastmähler, welche vor der gewöhnlichen Zeit des Mittagsmahles, nämlich vor der neunten Stunde des Tages, d. h. nach unserer Zeitrechnung vor 3 Uhr Nachmittags, begannen und dann häufig bis tief in die Nacht hingezogen wurden. Vergnügen finden, und zwar nicht allein mit meinen Altersgenossen, deren nur noch sehr Wenige am Leben sind, sondern auch mit Männern eueres Alters und namentlich mit euch; und ich weiß es dem Greisenalter großen Dank, daß es mir das Verlangen nach Unterhaltung vermehrt, das nach Trank und Speise genommen hatVgl. Plat. Rpl. I. p. 328, D: ευ̃ ίσθι, ότι έμοιγε όσον αι άλλαι αι κατὰ τὸ σω̃μα ηδοναι απομαραίνονται, τοσου̃τον αύξονται αι περὶ τοὺς λόγους επιθυμίαι τε καὶ ηδοναι..

Ergötzen nun aber Manchen auch diese Genüsse, – damit ich nicht der Sinnenlust überhaupt den Krieg anzukündigen scheine, von der vielleicht die Natur ein gewisses Maß gestattet, – so sehe ich nicht ein, daß das Greisenalter selbst für diese Genüsse gar keinen Sinn haben soll. Mich ergötzen in der That die von unseren Altvordern eingeführten Trinkmeisterwürdenmagisteria, συμποσιαρχίαι. Bei einem Schmause wurde einer der Gäste zum magister convivii (rex convivii, συμποσίαρχος) durch das Loos gewählt, der die Trinkgesetze vorschrieb. und die Unterhaltung, die nach Art unserer Altvordern bei dem Becher vom OberstenD. h. von dem, der auf dem obersten Platze des Triklinium (Speisesophas) saß. Auf jedem Triklinium waren drei Plätze, der oberste, summus, links, der mittlere, medius, und der unterste, imus, rechts. anhebt, und die kleinen träufelnden Becherrorantia, eigentlich: thauträufelnd, d. h. tropfenweise den Wein kosten lassend, im Gegensatze zu den großen Bechern, aus denen in vollen Zügen getrunken wurde., wie es im Gastmahle des XenophonXenoph. Conviv. 2, 26: Ούτω δὲ καὶ ημει̃ς ὴν μὲν αθρόον τὸ ποτὸν εγχεώμεθα, ταχὺ ημι̃ν καὶ τὰ σώματα καὶ αι γνω̃μαι σφαλου̃νται καὶ ουδὲ αναπνει̃ν, μὴ ότι λέγειν τι δυνησόμεθα· ὴν δε ημι̃ν οι παι̃δες μικραι̃ς κύλιξι επιψεκάζωσιν, ίνα καὶ εγὼ εν Γοργιείοις ρήμασιν είπω, ούτως ου βιαζόμενοι υπὸ του̃ οίνου μεθύειν, αλλ' αναπειθομενοι πρὸς τὸ παιγνιωδέστερον αφιξόμεθα: wo man Bornemann p. 82–84 vergleiche. heißt, und die Abkühlung im Sommer, sowie hinwiederum die Sonnenwärme und das Kaminfeuer. Diesen Vergnügungen pflege ich auch im Sabinischenwo Cato, wie wir zu Kap. 7, §. 24 gesehen haben, sein Landgut hatte. nachzugehen, wo ich täglich meinen Tisch mit eingeladenen Nachbarn vollzählig mache, und wir das Mahl bis tief in die Nacht, soviel wir können, unter mancherlei Gesprächen hinziehen.

47. »Aber der Kitzel der sinnlichen Genüsse ist bei den Greisen nicht mehr so groß.« Ich glaube es, aber auch nicht das Verlangen darnach. Nichts aber ist lästig, was man nicht vermißt.

Schön ist die Aeußerung des SophoklesPlat. Rpl. I. p. 329. B. C.: καὶ Σοφοκλει̃ ποτε τω̃ ποιητη̃ παρεγενόμενη ερωτωμένω υπο τινος. Πω̃ς, εφη, ω̃ Σοφόκλεις, έχεις πρὸς ταφροδίσια; έτι οι̃ος τ' ει̃ γυναικὶ συγγίγνεσθαι· καὶ ός Ευφημαι, έφη, ω̃ άνθρωπε; ασμεναίτατα μέντοι αυτὸ απέφυγον, ώσπερ λυττω̃ντα τινα καὶ αργιον δεσπότην αποφυγών.. Als ihn, schon vom Alter geschwächt, Jemand fragte, ob er noch der Liebe pflege, entgegnete er: »Das mögen die Götter verhüten! Wahrlich, ich bin davor geflohen wie vor einem rohen und rasenden Herrn.« Freilich, den nach solchen Genüssen Lüsternen ist die Entbehrung derselben vielleicht verhaßt und beschwerlich; den Gesättigten und Befriedigten aber ist die Entbehrung angenehmer als der Genuß, wiewol der nicht entbehrt, der nicht vermißt. Darum behaupte ich, dieses Nichtvermissen ist angenehmer. 48. Wenn nun das jugendliche Alter gerade diese Vergnügungen lieber genießt, so genießt es erstens, wie gesagt, nur Dinge von geringem Werthe, sodann solche, deren das Greisenalter, wenn es sie auch nicht im Ueberflusse genießt, nicht gänzlich entbehrt.

Sowie Turpio AmbiviusLucius Ambivius Turpio, ein berühmter Schauspieler, Zeitgenosse Cato's, der in den meisten Stücken des Terentius auftrat. dem einen größeren Genuß gewährt, der in der ersten Sitzreihe des Theaters zusieht, jedoch auch dem Genuß bereitet, der in der letzten zusieht; ebenso freut sich die Jugend, die die Vergnügungen in der Nähe beschaut, vielleicht mehr; aber auch das Alter, das sie aus der Ferne betrachtet, erfreut sich deren soviel, als genug ist.

49. Aber wie wichtig ist es, daß der Geist gleichsam nach überstandenen Dienstjahren der Sinnenlust, des Ehrgeizes, der Wettstreite, der Feindschaften und aller Begierden bei sich selbst ist und, wie man sagt, mit sich selbst lebt! Hat er vollends gleichsam eine Nahrung der wissenschaftlichen Beschäftigungen, so ist Nichts erfreulicher als ein von Amtsgeschäften freies Greisenalter.

Wir sahen den Gajus GallusGajus Sulpicius Gallus, 166 v. Chr. Consul, ein gelehrter und namentlich in der Astronomie bewanderter Mann. In dem Kriege mit Perseus, dem Könige von Macedonien, diente er als Kriegstribun unter Aemilius Paullus (168), sagte vor der Schlacht bei Pydna eine Mondsfinsterniß vorher und munterte die Soldaten auf dieselbe nicht als ein böses Vorzeichen anzusehen, da ihre Erscheinung auf natürlichen Gründen beruhe. S. Livius 44, 37., den Freund deines Vaters, mein Scipio, wie er, ich möchte sagen, Himmel und Erde auszumessen bemüht war. Wie oft überraschte ihn das Tageslicht, wenn er des Nachts Etwas zu verzeichnen begonnen hatte! wie oft die Nacht, wenn er des Morgens damit angefangen hatte! Welche Freude machte es ihm die Sonnen- und Mondesfinsternisse uns lange vorher zu sagen!

50. Wie steht es mit den geringfügigeren, aber doch Scharfsinn erheischenden Beschäftigungen? Wie viel Freude hatte NäviusUeber Nävius s z. Kap. 6. §. 20. an seinem Punischen Kriege. wie viel PlautusPlautus aus Sarsina in Umbrien, der geistreichste unter den Römischen Lustspieldichtern, lebte zu Rom, geb. 227 v. Chr., gest. 184. Von seinen sehr vielen Stücken haben wir nur noch zwanzig übrig, zu denen Truculentus (der Griesgram) und der Pseudolus (das Lügenmaul) gehören. an seinem Truculentus, wie viel an seinem Pseudolus! Ich sah auch noch den alten LiviusMarcus Livius Andronicus aus Tarent, ein tragischer Dichter, und zwar der erste, der um 240 v. Chr. unter dem Consulate des Gajus Claudius Cento und Publius Sempronius Tuditanus ein Schauspiel in Rom aufführte. Er war ein Freigelassener des Marcus Livius Salinator, dessen Kinder er unterrichtete. Auch übersetzte er die Odyssee in's Lateinische., der sechs Jahre vor meiner Geburt unter dem Consulate des Cento und Tuditanus ein Schauspiel aufgeführt hatte und bis zu meinem Jünglingsalter fortlebte. Was soll ich von des Publius Licinius CrassusUeber Publius Licinius Crassus s. zu Kap. 9, §. 27. Fleiße im priesterlichen und bürgerlichen Rechte sagen, oder von dem unseres Publius ScipioPublius Cornelius Scipio Nasica, mit dem Beinamen Corculum (d. h. der Weise), Sohn des Publius Cornelius Scipio Optimus, im J. 162 v. Chr. und 155 Consul, 159 Censor, seit 150 Hoher Priester, ein beredter Mann, s. Cicer. Brut. 20, 79., der erst vor wenigen Tagen Oberpriester geworden ist? Gleichwol waren alle diese Männer, die ich erwähnte, schon Greise, als wir sie diese Beschäftigungen mit brennendem Eifer treiben sahen. Den Marcus CethegusMarcus Cornelius Cethegus, im J. 204 v. Chr. mit Publius Sempronius Tuditanus Consul (s. oben Kap. 4, §. 10). Ueber ihn sagt Cicer. Brut. 15, 57 sq.: Quem vero exstet et de quo sit memoriae proditum eloquentem fuisse et ita esse habitum, primus est M. Cornelius Cethegus, cujus eloquantiae est auctor et idoneus, mea quidem sententia, Q. Ennius. Daselbst wird auch des Ennius Vers angeführt:

Flos delibatus populi Suadaeque medulla.

Dann fährt Cicero fort: Πειθὼ quam vocant Graeci, cujus effector est orator, hanc Suadam appellavit Ennius, ut, quam deam in Pericli labris scripsit Eupolis sessitavisse, hujus hic medullam nostrum oratorem fuisse dixerit.

vollends, den Ennius mit Recht das Mark der Beredsamkeit nannte, mit welchem Eifer sahen wir ihn noch in seinem Greisenalter sich in der Redekunst üben! Welche Vergnügungen der Gastmähler oder der Spiele oder der Liebschaften sind nun mit diesen Vergnügungen zu vergleichen? Und diese sind wissenschaftliche Beschäftigungen, die bei einsichtigen und gut unterrichteten Männern zugleich mit dem Alter zunehmen. Ehrenwerth ist daher jener Ausspruch des Solon, den er in einem Verschen, wie ich obenS. oben Kap. 8, §. 26. erwähnte, gethan hat, er werde unter täglichem Hinzulernen alt: gewiß ein geistiges Vergnügen, das alle anderen überragt.

XV. 51. Ich komme nun zu den Freuden des Landlebens, an denen ich ein unglaublich großes Vergnügen finde. Sie werden einerseits durch kein Greisenalter gestört und scheinen mir andererseits sich am Nächsten an das Leben eines Weisen anzuschließen. Denn sie stehen mit der Erde in Rechnung, die sich niemals ihrer Herrschaft weigert und nie ohne Zins zurückgibt, was sie empfangen hat, sondern zuweilen mit geringerem, gemeiniglich aber mit größerem Ertrage. Doch mich erfreut nicht nur die Frucht, sondern auch die Triebkraft und Natur der Erde selbst. Wenn sie in ihren erweichten und aufgelockerten Schoß den ausgestreuten Samen aufgenommen hat, behält sie ihn zuerst verdeckt zurück; daher nennen wir im Lateinischen das Eggen, wodurch der Samen verdeckt wird, occatio von occaecare, verdecken, unsichtbar machenDie Ableitung des Wortes occatio Eggen, von occaecare, blind, unsichtbar machen, verdecken, ist durchaus verfehlt; occatio kommt von occare, eggen. Im Etymologisiren waren überhaupt die Alten, die Griechen sowol als die Lateiner, keine Helden. Man vergleiche nur z. B. die wunderbaren Etymologien bei Cicer. N. D. II. 26 u. 27. Uebrigens mußte die Uebersetzung der Worte: primum id occaecatum cohibent, ex quo occatio, quae hoc efficit, nominata est, sich etwas frei bewegen.. Sodann dehnt sie den durch ihren Dunst und ihre Umfassung erwärmten Samen ausNach der Lesart der Handschriften diffundit, die auch Halm beibehalten hat; die Lesart diffindit, welche sich in allen neueren Ausgaben findet, scheint eine bloße Muthmaßung zu sein. und lockt aus ihm das grasartig aufsprießende Grün, das, auf Wurzelfäden gestützt, allmälich heranwächst, sich an einem knotigen Halme emporrichtet und jetzt, gleichsam mannbar werdend, sich in Schoßbalge einschließt. Und wenn es aus diesen hervorbricht, so entfaltet es die reihenartig gebaute Frucht der Aehre und schützt sich durch einen Wall von Stacheln gegen den Biß der kleinen Vögel.

52. Was soll ich die Entstehung, das Pflanzen und Heranwachsen der Weinstöcke erwähnen? Dieß bietet, damit ihr die Erholung und den Genuß meines Alters kennen lernet, eine Unterhaltung, an der ich mich nicht genug freuen kann. Ich übergehe die Triebkraft selbst aller Erdgewächse, die aus einem so kleinen Feigen- oder Weinbeerkerne oder aus den kleinsten Samenkörnern der übrigen Früchte oder Pflanzen so große Stämme und Aeste hervorbringt. Was die Fächser, Setzlinge, Reiser, Ableger, Senker aus sich schaffen, muß es nicht Jeden mit Freude und Bewunderung erfüllen? Der Weinstock nun, der doch von Natur hinfällig ist und, wenn er nicht gestützt wird, zur Erde sinkt, umfaßt trotzdem, um sich aufzurichten, mit seinen Ranken wie mit Händen Alles, was er erreicht. Da er in mannigfaltigen sich schlängelnden Windungen fortkriecht, so beschränkt ihn die Kunst der Landbauer, indem sie ihn mit dem Messer beschneiden, da mit er nicht durch die Reiser in's Holz wachse und sich zu sehr nach allen Richtungen ausbreite. 53. So tritt zu Anfang des Frühlings an dem übrig gebliebenen Holze, gleichsam an den Gelenken der Reiser, das sogenannte Auge hervor. Aus diesem bricht die Traube hervor und entwickelt sich. Sie wächst durch den Saft der Erde und durch die Sonnenwärme, hat anfänglich einen sehr herben Geschmack, wird aber darauf, zur Reife gelangt, süß, und mit Laub bekleidet entbehrt sie einerseits nicht einer mäßigen Wärme und wehrt andererseits die zu große Sonnenhitze ab. Kann wol Etwas theils für den Genuß erfreulicher, theils für den Anblick schöner sein als sie?

Aber, wie ich vorhin bemerkte, nicht allein der Nutzen des Weinstockes, sondern auch sein Anbau und selbst seine natürliche Beschaffenheit macht mir Freude: die Reihen der Stützpfähle, die Verknüpfung der Ranken, das Anbinden und Fortpflanzen der Stöcke, die zuvor erwähnte Beschneidung der Reiser und die Einsenkung derselben.

Was soll ich die Bewässerung, das Aufgraben und Umhacken des Ackers anführen, wodurch die Erde ungleich fruchtbarer wird? Was soll ich von der Nützlichkeit der Düngung reden? 54. Ich habe darüber in dem Buche über die LandwirtschaftDas Buch führt die Aufschrift: De re rustica. geschrieben. Der gelehrte HesiodusUeber Hesiodus s. zu Kap. 7, §. 23. hat davon auch nicht ein Wort gesagt, obwol er über den Ackerbau geschrieben hat. Homerus hingegen, der, wie ich glaube, viele Menschenalter früher lebte, läßt den Laertes die Sehnsucht, die er wegen seines Sohnes empfand, dadurch lindern, daß er den Acker bebaut und düngt Odyss. ω, 226 f.:

τὸν δ' οι̃ον πατέρ ευ̃ρεν εϋκτιμένη εν αλωη̃
λιστρεύοντα φυτόν.

242:

η̃τοι ο μὲν κάτ' έχων κεφαλὴν φυτὸν αμφελάχεινε.

An beiden Stellen ist von Düngung keine Rede; denn λιστρεύειν heißt umgraben, αμφιλαχαίνειν umhacken. Richtiger hätte Od. ρ, 297 angeführt werden können:

εν πολλη̃ κόπρω, ή οι προπάροιθε θυράων
ημιόνων τε βοω̃ν τε άλις κέχυτ', όφρ' ὰν άγοιεν
ομω̃ες ’Οδυσση̃ος τέμενος μέγα κοπρήσοντες.
. Aber nicht allein die Saatfelder, die Wiesen, die Weingärten und Baumpflanzungen sind es, die mir die Landwirtschaft erfreulich machen, sondern auch die Gartenanlagen und die Obstgärten, dann die Viehweiden, die Bienenzucht und die Mannigfaltigkeit von allerlei Blumen. Und nicht nur das Anpflanzen macht Freude, sondern auch das Pfropfen, das die sinnreichste Erfindung des Landbaues ist.

XVI. 55. Ich könnte noch viele Annehmlichkeiten der Landwirtschaft anführen; aber schon das Gesagte ist, wie ich merke, zu lang geworden. Ihr werdet es mir aber zugute halten; denn theils habe ich mich durch die Vorliebe für die Landwirtschaft fortreißen lassen, theils ist das Alter von Natur etwas geschwätzig, damit es nicht scheine, als ob ich es von allen Fehlern freisprechen wollte.

Also in dieser Lebensweise brachte Manius CuriusUeber Manius Curius Dentatus s. zu Kap. 6, §. 15. nach seinen Triumphen über die Samniten und über den Pyrrhus die letzte Zeit seines Lebens zu; und wenn ich sein Landgut betrachte, – es liegt nicht weit von dem meinigen, – so kann ich theils die Genügsamkeit des Mannes selbst, theils die Sittenzucht damaliger Zeiten nicht genug bewundern. 56. Als einstmals Curius am Herde saß, brachten ihm die Samniten eine große Summe Goldes, wurden aber damit abgewiesen. Denn es scheine ihm, erklärte er, nicht rühmlich Gold zu besitzen, wohl aber über die zu herrschen, welche Gold besäßen. Mußte nicht eine so hohe Gesinnung das Alter erfreulich machen?

Doch ich komme auf die Landleute zurück, um mich nicht von mir selbst zu entfernen. Auf dem Lande lebten damals Senatoren, das heißt Männer aus dem Rathe der Alten. So wurde zum Beispiel dem Lucius Quinctius CincinnatusLucius Quinctius Cincinnatus war zweimal Dictator, zuerst im J. 458 v. Chr., sodann 49. In seiner ersten Dictatur befreite er den von den Aequern umzingelten Consul, Lucius Minucius Augurinus, und trug einen glänzenden Sieg über die Feinde davon, s. Livius III, 26 sqq.; das zweite Mal erhielt er die Dictatur, um die durch Spurius Mälius bedrohte Freiheit zu schützen. Spurius Mälius, ein reicher Plebejer, hatte nämlich während einer Hungersnoth Getreide aufgekauft und unentgeltlich unter das Volk vertheilt. Dadurch hatte er den Verdacht erregt, daß er nach der Königswürde strebe. Er wurde von Cincinnatus des Hochverraths angeklagt und vor Gericht geladen. Als er aber hier nicht erschien, wurde er von dem Befehlshaber der Reiterei, Gajus Servilius Ahala, ermordet. S. Livius IV, 13 sqq. Uebrigens hat Cicero diesen Vorfall fälschlich der ersten Dictatur des Cincinnatus zugewiesen; denn nur bei der ersten Ernennung zum Dictator wurde er vom Pfluge herbeigeholt., als er mit Pflügen beschäftigt war, seine Ernennung zum Dictator verkündet, und auf dieses Dictators Geheiß tödtete der Befehlshaber der Reiterei, Gajus Servilius Ahala, den nach der Königswürde trachtenden Spurius Mälius, indem er ihm vor Ausführung seines Vorhabens zuvorkam. Von ihren Landgütern wurden auch Curius und andere Greise in den Senat herbeigeholt, woher die, welche sie herbeiholten, Landbotenviatores. genannt wurden. War nun wol das Greisenalter dieser Männer beklagenswerth, die an der Bebauung des Feldes Vergnügen fanden? Nach meiner Meinung wenigstens dürfte wol kein Greisenalter glückseliger sein, und zwar nicht allein wegen des Berufes, weil der Landbau dem gesammten Menschengeschlechte heilsam ist, sondern auch wegen des erwähnten Genusses und wegen des Ueberflusses und der Fülle aller Dinge, die zur Nahrung der Menschen und auch zum Dienste der Götter gehören. So können wir uns also, weil dieß doch Manche wünschen, wieder mit der Sinnenlust aussöhnen. Denn bei einem guten und fleißigen Hausvater ist der Weinkeller, der Oelkeller, auch die Speisekammer immer gefüllt, und sein ganzes Landgut ist wohl bestellt. Es hat Ueberfluß an Schweinen, jungen Ziegen, Lämmern, Hühnern, Milch, Käse, Honig. Ferner nennen die Landleute selbst den Garten die zweite SpeckseiteD. h. der Garten gewährt ebenso, wie die Speckseite des Schweines, dem Landmanne großen Nutzen.. Mehr Würze erhalten diese Annehmlichkeiten auch durch den in müßigen Stunden vorgenommenen Vogelfang und die JagdIch lese mit Madvig (Opusc. II. p. 275 sq.) und Halm so: Conditiora facit haec supervacaneis etiam operis aucupium atque venatio. Die meisten Handschriften und Ausgaben lesen: supervacanei etiam operis..

57. Was soll ich von dem Grün der Wiesen oder von den Reihen der Bäume oder von der Schönheit der Wein- und Oelgärten weitläufig reden? Ich will mich kurz fassen. Nichts kann weder für den Nutzen ergiebiger noch für den Anblick reizender sein als gut angebautes Feldland, und an seinem Genusse hindert uns das Greisenalter durchaus nicht, ja es ladet vielmehr dazu ein und lockt an. Denn wo kann sich dieses Alter im Sonnenschein oder am Feuer besser erwärmen, oder hinwiederum im Schatten oder im Wasser eine gesündere Abkühlung genießen? Für sich mögen daher die jungen Leute ihre Waffen, für sich ihre Rosse, für sich die Speere, für sich die KeuleDie Keule statt des Schwertes zur Uebung. Veget. Milit. 2, 11: clavas ligneas pro gladiis tironibus dabant eoque modo exercebantur ad palos. und den Ball, für sich das Schwimmen und Laufen behalten; uns Greisen mögen sie von ihren vielen Spielen nur das Knöchel- und Würfelspiel übrig lassen, und selbst von diesen beiden nach ihrem Belieben nur eines, weil das Greisenalter auch ohne diese glücklich sein kann.

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