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George Gordon Noël Byron: Cain - Kapitel 4
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typedrama
authorGeorge Byron
titleCain
publisherVerlag von Phillip Reclam jun.
seriesLord Byrons sämtliche Werke
volumeDritter Band
translatorAdolf Seubert
correctorreuters@abc.de
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Erster Act.

Erster Auftritt.

Außerhalb des Paradieses. Sonnenaufgang. Adam, Eva, Cain, Abel, Adah und Zillah mit einem Opfer beschäftigt.

Adam. Gott, ewiger, unendlicher, allweiser!
Der auf der Tiefe Wassern du aus Nacht
Mit Einem Worte Licht gemacht. – Dir Heil!
Bei Wiederkehr des Lichts! Jehovah Heil!

Eva. Gott! der du Tag gemacht, und schiedest
Den Morgen von der Nacht, die vorher eins;
Der du die Wellen trenntest von den Wellen
Und nanntest Veste, einen Theil. – Dir Heil!

Abel. Gott! der als Elemente, du bestellt:
Erd', Wasser, Luft und Feuer, und zu Tag
Und Nacht, und Welten, die von diesen Licht
Und Schatten ziehn, noch Wesen schufst, sich dran
Zu freun, zu lieben, dich und sie. – Dir Heil!

Adah. Gott! ewiger, du Vater aller Dinge!
Der du so gute, schöne Wesen schufst,
Daß man am meisten außer dir sie liebe,
Laß dich und sie mich lieben! Heil dir! Heil!

Zillah. O Gott! Der Alles liebend schuf zum Glück,
Doch auch die Schlange bei uns kriechen ließ,
Die meinen Vater aus dem Eden trieb,
Behüt' uns vor dem Uebel! Heil dir! Heil!

Adam. Warum denn schweigt mein Erstgeborner still?

Cain. Was soll ich sagen?

Adam. Beten!

Cain. Habt nicht ihr
Gebetet?

Adam. Ja! und heiß.

Cain. Und laut!! Ich hört'
Euch wol.

Adam. Auch Gott, ich hoff's.

Abel. Amen! so sei's!

Adam. Doch du, mein Erstgeborner, schweigst noch immer?

Cain. 'S ist besser so.

Adam. Warum?

Cain. Ich habe nichts
Zu bitten.

Adam. Auch zu danken nichts?

Cain. Ich? – Nein!

Adam. Lebst du denn nicht?

Cain. Muß ich nicht sterben?

Eva. Ach!
Schon fällt die böse Frucht des Baums, der uns
Verboten war!

Adam. Und wir – wir ernten sie!
O Gott, was setztest du des Wissens Baum?

Cain. Warum nicht pflücktet ihr vom Lebensbaum?
Dann konntet ihr ihm trotzen.

Adam. O mein Sohn!
Das klingt wie Schlangenworte. Schweig!

Cain. Warum?
Sie sprach ja wahr: 's war der Erkenntnißbaum,
Der Lebensbaum. Gut ist Erkenntniß, gut
Ist Leben auch. Wie wären beide bös?

Eva. Mein Sohn, du sprichst, wie ich in Sünde that,
Eh' du noch warst. Laß mich mein Elend nicht
Erneuert sehn in dir. Ich hab' bereut!
Ich will nicht schaun, wie du nun außerhalb
Des Paradieses in die Schlinge fällst,
Die deine Eltern drin so hart bestrickt.
Begnüge dich mit dem was ist. Ach Sohn!
Wenn wir's gethan, so wärst du jetzt zufrieden.

Adam. Vollbracht ist unsre Andacht, laßt uns gehn,
Ein Jeder an sein Werk, das nöthig, doch
Nicht schwer. Die Erd' ist jung und schenkt uns mild
Bei wenig Arbeit schöne Frucht.

Eva. Mein Sohn,
Sieh, wie dein Vater heiter ist, ergeben;
Thu so wie er. ( Adam und Eva ab.)

Adah. Mein Bruder, willst du nicht?

Abel. Warum auf deiner Stirne dieses Düster,
Das ja nichts helfen kann, und nur den Zorn
Des Ewigen erweckt?

Adah. Geliebter Cain!
Grollst du auch mir?

Cain. Nein, Adah, nein! – Ich möcht'
Allein ein wenig sein. – Abel, mir ist
Nicht völlig gut, doch 's wird vorübergehn;
Geh, Bruder, nur voran! Ich folge bald.
Verweilt nicht ihr auch länger, liebe Schwestern;
Nicht hart möcht' eurer Liebe ich begegnen.
Ich folge euch sogleich.

Adah. Sonst kehr' ich gern
Hierher zurück.

Abel. Der Friede Gottes sei
Mit deinem Geist, mein Bruder. ( Abel, Zillah und Adah ab.)

Cain. Ist das Leben?
Arbeit und Arbeit! Und warum? Nur weil
Mein Vater seinen Platz in Eden nicht
Bewahrt. Was geht das mich denn an? Ich war
Noch nicht geboren, sucht' es nicht; noch freut
Der Zustand mich, den mir Geburt gebracht.
Warum gab er dem Weib, der Schlange nach?
Und wenn er's that, warum denn leiden drob?
Was war's denn viel? Der Baum stand da: warum
Nicht auch für ihn? Wenn aber nicht, warum
So nah' ihn pflanzen und so schön? Sie, haben
Stets Eine Antwort nur: »Sein Wille war's
Und Er ist gut.« Woraus ergibt sich das?
Weil Er allmächtig, sei allgütig Er?
Ich schließ' nur nach der Frucht (und die ist herb),
Die ich für Andrer Sünden kosten muß. –
– Was ist denn das? Es sieht den Engeln gleich,
Nur ist's viel düstrer, trauriger zu schaun,
Doch scheint's von Geisterart. Was schauert mich?
Warum es mehr als jene Geister scheun,
Die mit dem Flammenschwert ich täglich schau
An jenem Thor, nach dem's mich immer zieht,
Um von den Gärten, die mein rechtlich Erb',
Im Dämmerlicht zu haschen einen Blick,
Eh' Nacht auf die verbotnen Wälle fällt,
Und auf der ew'gen Bäume hehre Wipfel,
Die die beschützten Zinnen überragen?
Wenn jene Feuerengel mich nicht schrecken,
Warum sollt' ich vor dem, der naht, erbeben? –
Doch scheint er mächt'ger als die Andern alle,
Nicht wen'ger schön und doch nicht ganz so schön,
Wie er wol war und noch könnt' sein. Der Gram
Theilt sich in ihm mit der Unsterblichkeit.
Kann etwas schmerzen außer: Mensch zu sein?
Er naht mir. ( Lucifer tritt auf.)

Lucifer. Sterblicher!

Cain. Wer bist du, Geist?

Lucifer. Ein Herr von Geistern.

Cain. Und wenn so, warum
Verläßt du sie und wandelst zu dem Staub?

Lucifer. Ich kenn' des Staubs Gedanken, fühl' für sie,
Für dich.

Cain. Kennst die Gedanken, kennst auch meine?

Lucifer. Sind's die Gedanken Aller nicht, die nur
Gedanken werth; 's ist das unsterblich Theil,
Das in euch redet.

Cain. Das unsterblich Theil?
Dies ward uns nicht entdeckt. Des Lebens Baum
Blieb uns durch meines Vaters Thorheit fern;
Und der Erkenntniß Baum ward durch die Hast
Der Mutter allzufrüh gepflückt, und Tod
Ist seine Frucht.

Lucifer. Man täuschte dich: du lebst.

Cain. Ich lebe – für den Tod. Doch wäre mir
Der Tod kein Schrecken, zuckte nicht in mir
Ein innrer Drang, ein, unbezwingbarer
Instinkt des Seins, den ich verachten möcht'
Ganz wie mich selbst, doch nicht bewält'gen kann.
So leb' ich denn. – Ich wollt', ich hat es nie!

Lucifer. Du lebst, wirst ewig leben. Wähne nicht,
Daß diese Erd', die nur dein flüchtig Kleid,
Das Dasein sei. Dies höret auf, doch du
Wirst dann nicht wen'ger sein.

Cain. Nicht weniger!
Warum nicht mehr?

Lucifer. Vielleicht du wirst was wir.

Cain. Ihr seid?

Lucifer. Unsterblich.

Cain. Und seid glücklich?

Lucifer. Wir
Sind mächtig.

Cain. Und auch glücklich?

Lucifer. Nein! Bist du's?

Cain. Wie sollt' ich? Sieh mich an!

Lucifer. Du armer Staub!
Du willst wol elend sein? du – du?!

Cain. Ich bin's.
Und was bei all der Macht, die dein, bist du?

Lucifer. Ein Geist, der das erstrebt, was Der ist, der
Dich schuf. – Ich hätte anders dich erschaffen.

Cain. Fast siehst du aus wie Gott, und –

Lucifer. Bin es nicht!
Und da ich Gott zu sein verfehlt, möcht' nichts
Ich sein, als was ich bin. Er hat gesiegt,
Er herrsche!

Cain. Wer?

Lucifer. Der deinen Vater schuf,
Die Erd' –

Cain. Und auch die Himmel und was drin,
So singt der Seraph, und so sagt mein Vater.

Luzifer. Sie singen, sagen, was sie sagen müssen,
Sonst würden sie, was ich, was du im Reich
Der Geister, Menschen sind.

Cain. Und was ist das?

Lucifer. Ein Mann, der, weil Unsterblichkeit ihn stärkt,
Dem Ew'gen wagt ins Antlitz kühn zu schaun
Und dem gewalt'gen Herrn zu sagen, daß
Sein Bös nicht gut ist. – Wenn Er uns gemacht,
Wie Er erklärt – und ich nicht weiß, noch glaube –
Doch wenn Er's that, kann Er uns nicht zerstören:
Wir sind unsterblich! Ja, Er wollt' uns so,
Um uns zu quälen. Mög' Er's! Er ist groß,
Doch glücklicher in seiner Größe nicht
Als wir in unsrem Kampf, Allgütigkeit
Schuf' Böses nicht; und hat Er's nicht gethan?
Doch sitz' Er nur auf seinem öden Thron,
Er schaffe Welten, daß die Ewigkeit
Nicht lästig sei für sein unendlich Sein
Und seine Einsamkeit, die Niemand theilt;
Er fülle Stern um Stern – Er bleibt allein!
Ein unbeschränkter, unvergänglicher
Tyrann. Könnt' Er sich selbst vernichten, 's wär'
Die größte Gnade, die Er je gewährt.
Doch herrsch' Er nur und mehr' sich selbst in Pein.
Geist fühlt und Mensch stets für einander doch;
Wir leiden Beid' und machen unsre Leiden,
Die zahllos sind, uns doch erträglicher
Durch jenes unbegrenzte Mitgefühl,
Das Alle Allen weihn. Doch Er, so arm
In seiner Höh', so ruhelos dabei,
Muß schaffen, wieder schaffen stets.

Cain Du sprichst
Von Dingen mir, die durch den Geist mir lang
Wie Traumgestalten flohn. Ich konnte, was
Ich sah, mit was ich hörte nicht vereinen.
Mein Vater, meine Mutter sprechen mir
Von Schlangen, Früchten, Bäumen, und ich seh',
Was sie die Thore ihres Eden nennen,
Durch Cherubims mit feur'gem Schwert bewacht,
Die sie und mich nicht lassen nahn. Ich fühl'
Der Arbeit Last, des Denkens stete Pein,
Seh' eine Welt um mich, in der ich nichts;
Und doch hab' das Gefühl ich oft, als könnt'
Ich alle Ding' mir unterwürfig machen!
Doch glaubte ich, so elend sei nur ich;
Mein Vater ist gezähmt, die Mutter hat
Den Geist nicht mehr, der nach Erkenntniß rang
Auf die Gefahr hin ew'gen Fluchs; mein Bruder
Ist ein gar frommer Hirtenknab', der Dem,
Auf Deß' Gebot nur gegen Schweiß die Erb'
Uns Etwas trägt, der Heerde Erstling weiht;
Die Schwester Zillah singt ihr Morgenlied
Schon vor der Vögel Chor, und meine Adah,
Mein lieb, geliebtes Weib, auch sie versteht
Den Geist nicht, der mich übermannt. Noch nie
Es jetzt fand Einen ich, der mit mir fühlte.
Auch gut! Ich schließ' mich Geistern lieber an.

Lucifer. Und wärst du nicht durch deiner Seele Art
Für die Genossenschaft gemacht, so stünd'
Ich jetzt nicht so vor dir, und eine Schlang'
Wär' gut genug – wie einst! – dich zu berücken.

Cain. Warst du's, der meine Mutter einst versucht?

Lucifer. Mit Wahrheit nur versuch' ich. War der Baum
Nicht der Erkenntnis Baum? Stand nicht der Baum
Des Lebens voller Früchte noch? War ich's,
Der ihn verbot? Der die verbotne Frucht
Vor unschuldsvollen Wesen aufgepflanzt,
Und so der Unschuld Neugier nur gereizt?
Ich hätt' zu Göttern euch gemacht; doch Er
Trieb euch hinaus, daß ihr des Lebens Frucht
Nicht äßt »und gottgleich wärt«. Sprach Er nicht so?

Cain. Er sprach's, ich hört's von denen, die im Donner
Ihn einst gehört.

Lucifer. Wer war der Satan dann?
Er, der das Leben euch nicht gönnte oder
Der Andre, der in Kenntniß, Lust und Macht
Euch leben lassen wollt'?

Cain. Ich wollt'
Sie pflückten beide, oder keine Frucht.

Lucifer. Die eine habt, die andre könnt ihr haben.

Cain. Wie das?

Lucifer. Wenn ihr im Widerstand beharrt.
Nichts kann den Geist zermalmen, wenn der Geist
Er selbst nur bleibt und Mitte aller Dinge,
Die um ihn sind. Er ist gemacht zu herrschen.

Cain. Versuchtest du einst meine Eltern?

Lucifer. Ich?
Weßhalb, du armer Staub, sollt' ich das thun?

Cain. Sie sagen ja, die Schlange war ein Geist.

Lucifer. Wer sagt's? So steht's da oben nicht bemerkt.
Der stolze Eine trügt so kleinlich nicht;
Des Menschen Furcht und Eitelkeit nur möcht'
Aufbürden einer geistigen Natur,
Was sie gefehlt. Die Schlange war die Schlange,
Nicht mehr und auch nicht wen'ger als der Mensch,
Den sie versucht. Auch sie ist Erde nur,
Doch klüger wol, da sie ihn überlistet,
Und vorher schaute, wie verhängnißvoll
Der kurzen Lust die Kenntniß werden sollt'.
Glaubst du, ich nahm von sterblichem Geschöpf
Die Maske an?

Cain. Doch war ein Dämon in
Dem Thier!

Luzifer. Es weckte ihn in denen nur,
Zu denen die gespalt'ne Zunge sprach.
Ich sage dir, die Schlange war nicht mehr
Als einfach Schlange. Frag' die Cherubim,
Die jetzo der Erkenntniß Baum bewachen.
Wenn tausend Jahre über deiner Asche
Und deines Samens Asche sind dahin,
Dann wird vielleicht in solcher Fabel Kleid
Die Welt erzählen euern Sündenfall
Und die Gestalt mir leihn, die ich veracht',
Wie Alles ich veracht', was Ihm sich beugt,
Der ja die Dinge nur erschaffen hat,
Daß sie vor Seiner Ewigkeit sich beugen.
Doch wir, die Wahrheit schaun, wir müssen sie
Aussprechen auch: Es lauschten deine Eltern
Dem Wurm und sielen drum. Was sollt' ein Geist
Versuchen sie? Lag in dem engen Kreis
Des Paradieses so was Neidenswerthes,
Daß Geister, die den Raum durchwehn –? Jedoch
Von Dingen sprech' ich dir, die stets dir fremd
Trotz dem Erkenntnißbaum.

Cain. Doch kannst du mir
Nichts nennen, was erkennenswerth, das ich
Nicht längst erkennen möcht', und habe Sinn
Dafür.

Lucifer. Und auch den Muth zu schaun?

Cain. Versuch's!

Lucifer. Wagst du's den Tod zu sehn?

Cain. Noch kam er nicht.

Lucifer. Jedoch er kommt.

Cain. Mein Vater sagt, er sei
Ein Schreckensbild und meine Mutter weint,
Wenn man ihn nennt, und Abel hebt das Aug'
Zum Himmel auf und Zillah schlägt es nieder
Und betet, seufzt – und mich sieht Adah an
Und schweigt.

Lucifer. Und du?

Cain. Unsagbare Gedanken
Versengen mir die Brust, vernehme ich
Von dem allmächt'gen Tod, der, wie es scheint,
Nicht zu vermeiden ist. Könnt' ich, ihn zwingen?
Ich rang ja schon als Knabe mit dem Leu'n,
Bis brüllend er aus meinen, Griffen floh.

Lucifer. Er ist gestaltlos und erwürgt doch Alles,
Was nur die Form von Erdenwesen trägt.

Cain. Ach für ein Wesen hielt ich ihn; wer als
Ein Wesen könnt' so Böses thun den Wesen?

Lucifer. Frag' den Vernichter!

Cain. Wen?

Lucifer. Den Schöpfer! 's ist
Dasselbe ja! Er schöpft, um zu vernichten.

Cain. Das wüßt' ich nicht, doch ahnte ich's, seit ich
Vom Tod gehört. Und weiß ich auch nicht, was
Er ist, scheint er doch fürchterlich. Oft sah
Nach ihm ich in die öde Nacht hinaus;
Und flatterten dann Riesenschatten hin
An Edens Wall, vom Schwertesblitz
Der Cherubim durchkreuzt, dann harrt ich sein,
Dann glaubt' ich, müßt' er nahn, denn mit der Furcht
Erwachte das Verlangen auch in mir,
Zu wissen, was uns so, ergreif,' – jedoch
'S kam nichts. Dann wandte ich den müden Blick
Von unsrer Heimat, vom verbotnen Eden
Nach jenen Lichtern über uns im Blauen,
Die ja so herrlich. – Trifft der Tod auch sie?

Lucifer. Vielleicht! Doch lang' nach dir erst und den Deinen.

Cain. Das freut mich, sehr. Ich machte sie nicht todt!
Sie sind so schön. – Was ist denn Tod? Ich, ahn',
Ich fühl': es ist ein schrecklich Ding; dach was,
Erkenn' ich nicht. Er ist uns zugesprochen,
Ob wir gesündigt oder nicht, als Uebel.
Worin besteht's?

Lucifer. Daß ihr zu Erde werdet.

Cain. Und werde ich Erkenntniß daraus ziehn?

Lucifer. Ich kenn' den Tod nicht, kann nicht Antwort geben.

Cain. Es wär' kein Uebel, wär' ich stille Erde;
Ich wollt', ich wäre stets nur Staub gewesen.

Lucifer. Ein schnöder Wunsch, tief unter deinem Vater:
Er wollte doch erkennen.

Cain. Doch nicht leben!
Warum nicht griff er nach des Lebens Baum?

Lucifer. Er ward verhindert.

Cain. Unheilvoller Wahn!
Daß er zuerst nicht diese Frucht gepflückt!
Doch eh' Erkenntniß er gepflückt, wüßt' er
Vom Tode nichts. Ich weiß nicht, was es ist,
doch fürchte ich's, und fürcht', ich weiß nicht was!

Lucifer. Und ich, der Alles weiß, fürcht' nichts. Da sieh,
Was wahres Wissen ist!

Cain. Willst du mich's lehren?

Lucifer. Wenn Ein's du thuest –

Cain. Nenn's!

Lucifer. Wenn du vor mir
dich niederwirfst und bet'st als deinen Herrn
Mich an.

Cain. Du bist der Herr nicht, den mein Vater
Anbetet?

Lucifer. Nein!

Cain. Bist seines Gleichen du?

Lucifer. O nein! ich habe nichts mit ihm gemein;
Und möcht's auch nicht! Ich möcht' wol etwas drüber,
Selbst drunter sein, nur der Genosse nicht,
der Diener seiner Macht. Ich lebe abseit,
doch ich bin groß, mich beten viele an,
Und mehr noch werden's: sei der Erste du!

Cain. Ich habe mich des Vaters Gott noch nie
Gebeugt, so oft mein Bruder in mich drang,
Dem Herrn mit ihm zu opfern. Warum sollt'
Ich beugen mich vor dir?

Lucifer. Du beugtest dich
Noch nie vor Ihm?

Cain. Ich sagt's, und mußt ich's sagen?
Könnt' deine mächt'ge Kenntniß dir's nicht künden?

Lucifer. Es hat sich mancher mir gebeugt, der's Ihm
Nicht that.

Cain. Ich beug' mich Keinem.

Lucifer. Gleichwol bist
Du mein! Ihn nicht anbeten, macht dich schon
Zu meinem Eigenthum.

Cain. Nun? Und das heißt?

Lucifer. Das wirst du hier – und künftig schon erfahren.

Cain. Enthüll' mir das Geheimniß meines Seins.

Lucifer. So folge mir.

Cain. Ich muß die Erd' erst ackern,
Denn ich versprach –

Lucifer. Was?

Cain. Erstlingsfrucht zu holen.

Lucifer. Wozu?

Cain. Dem Herrn zu opfern sie mit Abel.

Lucifer. Du sagtest ja, du habst dich nie vor dem
Gebeugt, der dich erschaffen?

Cain. Ja! – Doch hat
Mich Abels ernste Bitte überwunden.
Es ist sein Opfer mehr als meins, und Adah –

Lucifer. Was hältst du inne?

Cain. Meine Schwester ist's!
Am gleichen Tag dem gleichen Leib entsprossen.
Mit Thränen hat sie das Versprechen mir
Entlockt. Eh' ich sie weinen sähe, würd'
Ich Alles thun und Jeden beten an.

Lucifer. So folg' mir dann.

Cain. Ich will's. (Adah tritt auf.)

Adah. Mein Bruder! ich
Komm' deinethalb! 's ist unsre Ruhestunde,
Du fehlest uns dabei. Zwar warst du bei
Der Arbeit nicht, doch ich versah dein Werk.
Die Frucht ist reif und glüht wie's Licht, das sie
Gereift. Komm jetzt!

Cain. Siehst du –?

Adah. Den Engel hier?
Wir sah'n schon manchen; will er unsre Stunde
Der Ruhe theilen, ist er uns willkommen.

Cain. Er ist nicht wie die Engel, die wir sah'n.

Adah. So gibt es andre noch? Doch das thut nichts!
Er ist willkommen, wie's die andern waren,
Die uns gewürdigt, unser Gast zu sein.
Wohlan!

Cain. (zu Lucifer). Du kommst?

Lucifer. Ich bitte dich, sei mein.

Cain. Ich muß mit ihm.

Adah. Willst uns verlassen?

Cain. Ja.

Adah. Auch mich?

Cain. Geliebte Adah!

Adah. Nimm mich mit.

Lucifer. Nein! sie darf nicht.

Adah. Wer bist denn du, der sich
So zwischen unsre Herzen drängt?

Cain. Er ist
Ein Gott.

Adah. Woher denn weißt du das?

Cain. Er spricht
Ganz wie ein Gott.

Adah. Das that die Schlange auch
Und log.

Lucifer. Du irrest, Adah. War der Baum
Nicht der Erkenntniß Baum?

Adah. Ja, uns zur Pein!

Luzifer. Doch ist Erkenntniß diese Pein; sie log
Drum nicht. Wenn sie euch lockte, war's durch Wahrheit,
Und Wahrheit kann dem Wesen nach nichts sein
Als gut.

Adah. Doch was wir von ihr wissen, hat
Ein Uebel auf das andre nur gehäuft:
Verbannung, Arbeit, Furcht, ein schwer Gemüth,
Reu' über das, was war, und Hoffnung deß
– Was doch nicht kommt! – Cain! geh' nicht mit dem Geist!
Ertrag', was wir ertragen; liebe mich,
Ich liebe dich.

Lucifer. Mehr als die Mutter und
Den Vater?

Adah. Ja. – Ist das wol sündhaft?

Lucifer. Nein!
Noch nicht. Einst wird's für eure Kinder sein.

Adah. Wie? Darf mein Töchterlein nicht seinen Bruder,
Den Enoch lieben?

Lucifer. Nicht wie du den Cain.

Adam. O Gott, nicht lieben sollen sie? Aus Lieb'
Nicht Wesen, die sich wieder lieben, zeugen?
Sie sogen doch die Milch aus diesem Busen,
Und er, ihr Vater, ward im gleichen Schooß
Mit mir, zu gleicher Zeit gezeugt, getragen.
Und liebten wir uns nicht? Und haben wir,
Als unser Dasein wir gemehrt, nicht auch
Geschöpfe, die einander lieben, wie
Wir sie, gezeugt? Bei meiner Liebe, Cain!
Geh mit dem Geist nicht, er ist nicht der Unsern.

Lucifer. Ich schuf die Sünde nicht, von der ich sprach;
Und Sünde kann sie auch in euch nicht sein,
Wie sie an denen auch erscheinen mag,
Die euch ersetzen in der Sterblichkeit.

Adah. Was ist denn Sünde, die nicht Sünde ist
An sich? Kann unser Thun ein Umstand denn
In Sünd' und Tugend drehn? Wenn so, dann sind
Wir Sklaven nur –

Lucifer. Selbst höhre Wesen sinds
Als ihr, und Höhre waren's noch als sie
Und ihr, wenn sie der Unabhängigkeit,
Wiewol in Qual, den Vorzug nicht ertheilt
Vor jener milden Pein der Schmeichelei,
Dem Singsang und dem selbstischen Gebet
Zu Dem, der Alles kann, weil er allmächtig,
Und nicht aus Lieb' zu Ihm, aus Schrecken nun
Und Hoffnung auf Gewinn.

Adah. Die Allmacht muß
Allgütig sein.

Lucifer. War sie's in Eden?

Adah. Teufel!
Versuche nicht durch Schönheit mich! Du bist
Zwar schöner als die Schlange weit, doch ganz
So falsch.

Lucifer. So wahr! Frag' Eva, deine Mutter!
Ward ihr Erkenntniß nicht des Guten, Bösen?

Adah. O meine Mutter! Eine Frucht hast du,
Die deinen Kindern theurer kam als dir,
Gepflückt! Du brachtest deine Jugend doch
Im Paradiese zu, mit sel'gen Geistern
In unschuldsvollem, glücklichem Verkehr;
Wir aber, deine Kinder, unbekannt
Mit Edens Glück, sind Teufeln preisgegeben,
Die Gottes Sprache reden, und so leicht
Durch unsern eig'nen, unzufriednen Geist,
Den wißbegier'gen uns versuchen können,
Wie dich die Schlang' versucht im höchsten Glanz,
Im harmlos unbesorgten Muth des Glücks! –
Ich kann dem Wesen, das hier vor mir steht,
Nicht Antwort geben, kann's verabscheu'n nicht.
Ich schau es an mit angenehmer Furcht
Und flieh' doch nicht. In seinem Blicke ruht
Ein Reiz, der fesselt, der mein flatternd Aug'
An seines knüpft. Mein Herz schlägt schnell, er macht
Mir Angst und ziehet doch mich an, und näher,
Stets näher, Cain! – Cain, rette mich vor ihm!

Cain. Was fürchtet Adah? 's ist kein böser Geist.

Adah. Er ist nicht Gott, noch Gottes Art! Ich 'sah
Die Cherubim und Seraphim; er sieht
Nicht aus wie sie.

Cain. Es gibt noch höhre Geister,
Erzengel sind's.

Lucifer. Und höh're noch als sie.

Adah. Ja, doch nicht selige.

Lucifer. Wenn Seligkeit
In Sklaverei besteht, dann – nicht.

Adah. Ich hörte:
Der Seraph lieb' – der Cherub wiss' am meisten;
Dies muß ein Cherub sein, da er nicht liebt.

Lucifer. Und wenn die höh're Weisheit Lieb' erstickt,
Was ist wol Der, den ihr nicht lieben könnt,
Wenn ihr ihn kennt? Da der allwissende
Cherub so wenig liebt, kann Seraph's Lieb'
Unwissenheit nur sein. Daß beides nicht
Zusammengeht, beweist der Urteilsspruch,
Der deinen Eltern für ihr Wagniß ward.
Wählt zwischen Lieb' und Wissen! denn' es bleibt
Euch keine andre Wahl. Seht, euer Vater
Hat schon gewählt: nur Furcht ist sein Gebet.

Adah. Cain wähl' die Lieb'!

Cain. Die Lieb' zu dir, Adah,
Erwähl' ich nicht; die ward mit mir geboren,
Sonst aber lieb' ich nichts.

Adah. Und unsre Eltern?

Cain. Als ob sie uns geliebt, da sie die Frucht,
Die aus dem Paradies uns trieb, gepflückt!

Adah. Wir waren noch nicht da; und wenn wir's waren,
Ist's unsre Pflicht nicht, sie zu lieben, Cain?
Und unsre Kinder, Cain?

Cain. Den kleinen Enoch,
Sein stammelnd Schwesterlein! wenn glücklich ich
Sie wüßt', könnt' ich's vergessen halb. Doch nein!
Das läßt sich nicht vergessen, durch dreitausend
Geschlechter nicht! nie wird der Mensch des Paars
Gedächtniß weihn, das in der gleichen Stunde
Des Uebels und der Menschheit Saat gesät!
Sie pflückten von des Wissens Baum, der Sünde,
Und nicht zufrieden mit der eig'nen Pein
Erzeugten sie noch mich und dich und all
Die wenigen, die sind, und all die Brut,
Die ungezählt-unzähligen Millionen
Und Myriaden, die einst werden sein,
Um Noth zu erben, die die Zeit noch häuft;
Und ich soll Vater sein von solchen Wesen!
Dein Reiz und deine, meine Lieb' und Lust,
Die frohe Stund', der süße Augenblick,
Was wir an uns und unsern Kindern lieben,
Es führt nur sie und uns durch manches Jahr
Von Sünd' und Schmerz, – vielleicht durch wen'ge nur –
Doch schmerzlich immer, mit Momenten nur
Verkümmerten Genusses hin zum – Tod!
Dem unbekannten Ding! – Mich dünkt, der Baum
Hat keineswegs, was er versprach, erfüllt.
Wenn sie gesündigt, mußten sie auch wissen,
Was wissenswerth, des Todes Räthsel selbst.
Was wissen sie? Nur daß sie elend sind!
Und das zu lehren, braucht's nicht Schlang' noch Frucht.

Adah. Ich bin nicht elend, Cain, und wenn nur du
Auch glücklich wärst –

Cain. Sei's du allein denn! Ich
Hab' nichts mit einem Glück zu schaffen, das
Mich und die Meinen niederdrückt.

Adah. Allein
Kann ich und möcht' nicht glücklich sein; jedoch
Mit Denen um uns, denk' ich, könnt' ich's sein,
Dem Tod zum Trotz, den ich nicht kenn' und der
Mich drum nicht schreckt, scheint er auch gleich nach dem,
Was ich von ihm gehört, ein Bild des Grauns.

Lucifer. Allein, sagst du, könnst du nicht glücklich sein?

Adah. Allein!! O Gott! wer kann denn glücklich sein,
Wer gut, wenn er allein? Die Einsamkeit
Erschien' mir Sünde fast, wenn ich nicht dächte,
Bald meinen, seinen Bruder, unsre Kinder
Und unsre Eltern auch zu sehn.

Lucifer. Und doch
Ist auch dein Gott allein; und ist allein
Er glücklich auch und gut?

Adah. Er ist nicht einsam:
Die Engel hat er und die Sterblichen,
Sie zu beglücken, und wird glücklich selbst,
Indem er Freude macht. Was freut denn mehr?

Lucifer. Frag' deinen Vater, der aus Eden ward
Verjagt! Frag' dessen erstgebornen Sohn!
Ja frag' dein eigen Herz: es ist nicht ruhig.

Adah. Ach nein! Und du – bist du vom Himmel?

Lucifer. Bin
Ich nicht daher, so frage Den, der all
Dies Glück – von dem du singst – erschuf! Frag den
Allmächtigen, allgüt'gen Lebensschöpfer
Nach dem Warum; denn sein Geheimniß ist's,
Das er bewahrt. Wir müssen's dulden, und
Ein Paar der Unsern leisten Widerstand,
Doch Beides, sagen seine Seraphs, sei
Umsonst; doch bleibt es des Versuches werth,
Da es drum doch nicht besser wird. Im Geist
Liegt eine Weisheit, die zum Rechten führt,
Wie euer Aug' sich an dem klaren Stern –
Dort in des Aethers Blau erhellt, der wacht
Und grüßt den Tag.

Adah. Es ist ein schöner Stern,
Ich lieb' ihn seiner Schönheit halb.

Lucifer. Warum
Nicht betest du zu ihm?

Adah. Weil unser Vater
Den Unsichtbaren einzig betet an.

Lucifer. Jedoch die Zeichen dieses Unsichtbaren
Sind ja das Lieblichste, was sichtbar ist:
Der helle Stern dort führt des Himmels Heer.

Adah. Der Vater sagt: er habe Gott gesehn,
Der ihn und unsre Mutter hat gemacht.

Lucifer. Sahst du ihn auch?

Adah. In seinen Werken ja!

Lucifer. Doch in dem Wesen?

Adah. Nein! Nur in dem Vater,
Der Gottes eignes Bildniß ist, und in
Den Engeln, die dir gleich, doch lichter sind,
Wenn auch so schön und mächtig nicht von Miene.
Sie schaun auf uns wie jener stumme Mond,
Der sonnige, ganz Licht; du aber scheinst
Wie eine hehre Nacht, wo langes weiß
Gewölk den dunkeln Purpur streift und Sterne
Die wunderbare Decke zahllos schmücken
Und thun, als seien ferne Sonnen sie:
So unzählbar, so schön und freundlich blickend,
Daß mächtig sie die Herzen ziehn empor.
Mit Thränen füllen sie das Auge mir,
So thust auch du: Unglücklich siehst du aus;
Mach' uns nicht auch so, und ich wein' um dich.

Lucifer. Ach diese Thränen! Sähst du doch das Meer
Von Thränen, das man noch vergießen wird!

Adah. Wer? Ich?

Lucifer. Nein, Alle!

Adah. Welche Alle?

Lucifer. Nun,
Die Millionen, Millionen Menschen,
Die Myriaden, Myriaden all
Der überfüllten und entleerten Erde,
Der übervollen Hölle, die den Keim
Aus deinem Schooße ziehn.

Adah. O Cain! Der Geist
Verflucht uns!

Cain. Laß ihn reden doch! Ihm folg'
Ich jetzt.

Adah. Wohin?

Lucifer. Nach einem Ort, von wo
In einer Stund' er wiederkehrt zu dir.
Doch in der Stund' wird er den Inhalt schaun
Von manchem Tag.

Adah. Wie das?

Lucifer. Schuf euer Schöpfer
Nicht diese Welt aus alten in sechs Tagen?
Und sollt' nicht ich, der bei dem Werk ihm half,
In einer Stund', was Er in vielen schuf,
Wie was in wen'gen Er zerstört, euch zeigen?

Cain. Mach fort!

Adah. Kehrt er gewiß so bald zurück?

Lucifer. Er wird's. Bei uns sind Thaten nicht geknüpft
An Zeit; wir können eine Ewigkeit
In eine Stunde drängen, und die Stunde
Zur Ewigkeit verlängern; denn wir athmen
Nicht nach der Menschen Maß. Doch dies ist ein
Geheimniß. – Cain, kommt mit!

Adah. Kehrt er zurück?

Lucifer. Ja, Weib! Von allen Sterblichen allein
Wird wiederkehren er von jenem Ort
(Der Erst' und Letzte ist er – außer Einem!),
Um jene noch erwartungsvolle Welt
Einst zu bevölkern wie erst die. Bis jetzt
Sind wenige Bewohner nur erst dort.

Adah. Und wo wohnst du?

Lucifer. Im weiten Raum! Wo sollt'
Ich denn? Da, wo dein Gott ist, deine Götter,
Da bin ich auch; mit mir getheilt ist Alles:
Das Leben wie der Tod, Zeit, Ewigkeit,
Der Himmel und die Erd', und was nicht Himmel
Noch Erd', doch derer Heim, die beide schon
Bevölkert haben oder einst es thun.
Das ist mein Reich! So daß ich seines theil',
Und noch ein Reich besitze, das nicht sein.
Wenn ich nicht wäre, was ich dir gesagt,
Könnt' hier ich stehn, da seine Engel uns
Beschaun?

Adah. Das thaten sie auch, als die Schlang'
Mit unsrer Mutter sprach.

Lucifer. Du hörtest's, Cain!
Wenn du nach Wissen dürstest, still ich dir
Den Durst; und schwatze keine Frucht dir an,
Die eines einz'gen Gutes dich beraubte,
Das der Besieger dir noch ließ. So komm!

Cain. Ich hab's versprochen, Geist! ( Lucifer und Cain ab.)

Adah ( folgt und ruft). Mein Bruder! Cain!

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