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Gutenberg > Eduard Bauernfeld >

Bürgerlich und Romantisch

Eduard Bauernfeld: Bürgerlich und Romantisch - Kapitel 4
Quellenangabe
typecomedy
booktitleGesammelte Schriften Band 3
authorEduard v. Bauernfeld
firstpub1835
year1871
publisherWilhelm Braumüller
addressWien
titleBürgerlich und Romantisch
pages143-144
created20060731
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Dritter Act.

Erste Scene.

(Zimmer beim Präsidenten. Gestelle mit Blumen.)

Präsident von Stein. Baron Ringelstern. Unruh. (Letzterer mit Blumentöpfen.)

Präsident. Stell' Er die Blumen nur hieher. Hol' Er Wasser.

Unruh. Sogleich, Excellenz. (Ab.)

Präsident. Es freut mich, lieber Neffe, Sie wohl zu finden. Mit Vergnügen vernehme ich, daß Ihre Güter fast schuldenfrei sind.

Baron. Es hat mich zehnjährige Arbeit gekostet und Entbehrungen mancher Art. Meine Bauern lebten im Grunde besser als ich. Aber nun sind alle Gläubiger meines Vaters befriedigt, und ich lebe auf meinem alten, ausgebesserten Schlosse, in meinen Wäldern und Gauen, wie ein König, und verlache die Thorheiten der Welt.

Präsident. Brav! Brav! Glauben Sie mir, daß ist das Beste. Der Staatsdienst hat am Ende, wenn man es noch so hoch bringt – – (Unruh kommt zurück mit Wasser, und will gießen.)

Präsident. Halt, mein Freund, das thu' ich selbst. (Nimmt die Gießkanne. Zum Baron.) Meine alte Liebhaberei, lieber Neffe: die Blumen. Ich bin ein anderer Mensch, wenn ich hier auf dem Lande wohne. Da kenn' ich nichts als Berge und Blumen. Gleich gestern Abends hab' ich einen tüchtigen Berg bestiegen und wacker botanisirt.

Baron. Sie dürfen sich diese Erholung gönnen, Herr Onkel. Ein Mann, wie Sie, der durch eilf Monate an den Aktentisch angeschmiedet ist –

Präsident. Jawohl, angeschmiedet! Nun, ich arbeite gern. Aber hier mag ich nicht daran denken. (Zu Unruh.) Mehr Wasser! (Unruh ab.)

Präsident. Sehen Sie nur diese Ranunkeln, diese Levkojen! Welche Frische! Welche Farben! Welcher Duft!

Baron. Kostbar!

Präsident. Die Natur ist doch das Schönste! (Nimmt Unruh, der zurückkam, die Gießkanne ab.) Nur her, mein Freund! Nun ist's genug. (Unruh ab.)

Zweite Scene.

Präsident. Baron Ringelstern.

Präsident (bei den Blumen). Seid Ihr durstig? Nun wartet, ich gebe Euch zu trinken. (Gießt.)

Baron (für sich). Jetzt ist er in der rechten Stimmung. – Herr Onkel –

Präsident. Lieber Neffe –?

Baron. Ich habe eine Bitte –

Präsident. Heraus damit.

Baron. Es ist eine Angelegenheit –

Präsident. Nur nichts von Geschäften! Die gehören in die Stadt.

Baron. Aber ich komme nicht in die Stadt, und da wir hier eben zusammentreffen –

Präsident. So sprechen Sie in's Himmelsnamen. Ihnen zu Liebe will ich eine Ausnahme machen. (Stellt die Gießkanne weg.)

Baron. Sie haben eine Stelle in Ihrem Bureau zu vergeben –

Präsident. Ja, sie verlangt einen tüchtigen Juristen und einen rechtlichen Menschen.

Baron. Ich weiß einen solchen; einen wackern und ausgezeichneten jungen Mann. Er bekleidet einen Posten in der Residenz, der weder seinen Talenten, noch seinen Wünschen entspricht. Gegenwärtig ist er hier als Bade-Commissär.

Präsident. Bade-Commissär? Heißt er nicht Sittig?

Baron. Ja.

Präsident. Hm! Der Mensch gefällt mir nicht.

Baron. Kennen Sie ihn?

Präsident. Nicht von Person. Er mag Talent haben, das glaub' ich auf Ihr Wort; aber steht er nicht in einem Verhältnisse –

Baron. Mit der Tochter des Rath Zabern.

Präsident. So?

Baron. Er will heirathen, das macht ihn eben die Beförderung wünschen.

Präsident. Will heirathen, und schleppt sich mit andern Frauenzimmern öffentlich herum.

Baron. Mein Freund Sittig? Pure Verleumdung. In dem Punkt ist er völlig rein.

Präsident. Nein, nein! Das weiß ich besser. Ich speiste gestern an der Table d'hôte, da wurde von nichts gesprochen als von Sittig, und von einem Verhältnisse mit einer jungen, abenteuernden Wittwe, mit welcher er in einer offenen Karosse spazieren fuhr.

Baron (beißt in die Lippen). Ja so! Ich weiß von der Geschichte.

Präsident. Nun also?

Baron. Der Schein ist allerdings gegen ihn, aber wer die näheren Umstände kennt, wie ich –

Präsident. Es soll mich freuen, wenn der junge Mensch besser ist als sein Ruf; aber wir Juristen durchschauen mit Einem Blicke alle Verhältnisse. Ich kenne Ihren Sittig nicht, doch ich wette, er ist ein kleiner Roué, eine Art Lovelace. Ich kann in meiner nächsten Umgebung nur unbescholtene Menschen brauchen. – Apropos, lieber Neffe! Wie steht es mit Ihrem Herzen? Haben Sie noch immer keine Lust zu heirathen?

Baron. Sie kennen meine Ansicht über diesen Punkt. Als ich jung war, war ich arm. Man trug mir verschiedene, bedeutende Partien an, ich schlug jede aus. Ich war zu stolz, und vielleicht zu klug, um meine Umstände durch eine reiche Heirath zu verbessern. Ich hatte stets die Grille, ein armes Mädchen zu nehmen. Nun sind meine Verhältnisse geordnet; ich wäre in der Lage, mit einer Frau ein Leben nach meinem Sinne zu führen, aber – ich bin alt geworden.

Präsident. Alt? Warum nicht gar! Sie sind ein Mann geworden. Sie müssen heirathen.

Baron. Und dann unsere Damen! Das ist die partie faible der Zeit. Es gibt im Grunde nur zwei Sorten: Ungebildete und Verbildete. Die einen vernähen und verwaschen ihren Geist, die Anderen tanzen und konversiren sich um ihr Gefühl. Beide Theile betrachten eine Heirath wie ein Geschäft, eine Anstellung. Sie sind im Stande, eine erste Liebe aufzugeben, wenn sich ein Epouseur meldet. Ich danke für Beides. Ich mag weder der Verlassene, noch der Erwählte sein.

Präsident. Sie sprechen einem alten Junggesellen recht zu Gehör. Aber es gibt Ausnahmen. Alles wohl überlegt, Neffe, wissen Sie, daß ich für Sie eine Partie habe?

Baron. Für mich?

Präsident. Ein Mädchen, frisch und schön wie der junge Tag, nicht arm, doch darüber können Sie jetzt wegsehen; natürlich, anmuthig, herzensgut, ohne Prätensionen, ein bischen bizarr, nicht ganz frei von romantischen Grillen – doch das wird Ihnen eben zusagen.

Baron. Die Beschreibung ist anziehend genug. Wer ist der Phönix?

Präsident. Die Tochter eines alten Freundes, ein Fräulein von Rosen.

Baron. Fräulein von Rosen?

Präsident. Sie ist hier, was mir nicht ganz recht ist. Ich wollte sie noch spät Abends besuchen, aber sie war ausgefahren.

Baron. Ausgefahren? – Wissen Sie, mit wem?

Präsident. Ich denke, mit ihrem Mädchen.

Baron. Mit keinem Mädchen, mit einem Manne –

Präsident. Herr Neffe –

Baron. Mit einem Wort: Fräulein von Rosen ist das Frauenzimmer, mit welchem Sittig spazieren fuhr.

Präsident. Ein Irrthum, lieber Neffe! Das war eine Frau von Rosen.

Baron. Frau von Rosen und Fräulein von Rosen sind Eine und dieselbe Person.

Präsident. Wie?

Baron. Ihr Schützling gab sich hier für eine Frau aus.

Präsident. Wär's möglich! Wie hab' ich mich doch in dem Mädchen getäuscht!

Baron. Sie hat romantische Grillen –

Präsident. Romanhafte wollen Sie sagen, wenn es keine schlimmeren Grillen sind.

Baron. Sie ist ein Bischen bizarr –

Präsident. Sie ist – nun warte! Dir will ich den Text lesen. Sie ist leichtsinnig, excentrisch – aber diese Handlung – ist das Mädchen verrückt worden? Die ganze Welt weiß, daß sie an mich gewiesen ist. Hm! hm! Das ist mir sehr fatal. – Nun ist meine Promenade-Zeit. Wollen Sie mich begleiten, Neffe?

Baron. Mit Vergnügen.

Präsident. Wenn ich es recht bedenke: Ihr Freund kann vielleicht die Anstellung erhalten, wenn er anders brauchbar ist.

Baron. Dafür steh' ich.

Präsident. Gut! Gut! Aber es hat eine Bedingung – er muß unbescholten sein – die Spazierfahrt muß ausgeglichen werden. – Das verwetterte Mädchen! Nein, nein, sie taugt nicht für Sie! Kommen Sie! Kommen Sie!

Dritte Scene.

Vorige. Kammerdiener.

Kammerdiener. Excellenz –

Präsident. Was gibt's?

Kammerdiener. Es sind Leute draußen –

Präsident. Hab' ich nicht befohlen, Niemand vorzulassen? Ich will ungestört sein. – Wer ist es denn?

Kammerdiener. Badecommissär Sittig –

Präsident. So, so!

Kammerdiener. Und Fräulein Rosen.

Präsident. Fräulein Rosen? Was sagen Sie, Neffe? (Zum Kammerdiener.) Ich spreche Niemand. Oder – sollen warten. (Kammerdiener ab.)

Vierte Scene.

Präsident. Baron.

Präsident. Nun, was sagen Sie zu Ihrem Herrn Sittig? Er trennt sich gar nicht mehr von dem Fräulein.

Baron. Vermuthlich ein Zufall. Mein Freund glaubt mich hier zu finden, er will Ihnen seine Aufwartung machen –

Präsident. Seine Aufwartung? Wissen Sie, was er will? Ich durchschaue die ganze Sache! Er will die Rosen heirathen.

Baron. Gewiß, Onkel, Sie irren –

Präsident. Wollen Sie wetten? Auch die Rosen liebt ihn. Ich kenne das Mädchen. Der junge Mann kam ihr entgegen, voll Feuer und Leidenschaft – die Romantik hat ihr einen Streich gespielt. Sie ist in ihn verliebt. Es ist ausgemacht.

Baron. Aber lieber Onkel –

Präsident. Lassen Sie mich nur machen. Ich will zuerst den jungen Menschen auf's Korn nehmen. Ich danke für Ihre Begleitung, Neffe. Ich will den Spaziergang mit Sittig machen. Er soll an die Promenade gedenken.

Baron. Aber das Fräulein –

Präsident. Ueberlasse ich Ihnen. Warten Sie! Warten Sie! (Oeffnet die Thür.) Fräulein Rosen!

Fünfte Scene.

Vorige. Katharine von Rosen.

Katharine. Herr Präsident –

Präsident. Fräulein Rosen! Sehr überrascht, Sie hier zu sehen.

Katharine. Sie erwiesen mir gestern die Ehre – ich war ausgefahren –

Präsident. Weiß, weiß! Mit einem jungen Herrn.

Katharine. Es war Kommissär Sittig. Ein vortrefflicher junger Mann.

Präsident. So, so!

Katharine. Er hat mich auch hieher begleitet. Ich begab mich in seinen Schutz.

Präsident. Schutz?

Katharine. Ich habe Wichtiges mit Ihnen zu sprechen, Herr Präsident.

Baron (der indessen abgewendet stand, zum Präsidenten). Sie erlauben, daß ich mich entferne.

Katharine (für sich). Himmel! Der Baron!

Präsident. Bleiben Sie, lieber Neffe –

Katharine (wie oben). Sein Neffe?

Präsident. Fräulein Rosen, das ist mein Neffe, Baron Ringelstern, er wird sich ein Vergnügen daraus machen, Sie nach ihrer Wohnung zu geleiten. Erwarten Sie mich gefälligst zu Hause. Ich habe zuerst ein Wörtchen mit Herrn Sittig zu sprechen. Dann steh' ich zu Ihren Diensten.

Katharine. Herr Präsident, ich bitte nur um ein Wort –

Präsident. Später, mein Fräulein, später! – Adieu, lieber Neffe! (Leise zum Baron.) Hab' ich's errathen oder nicht? – Fräulein Rosen, auf Wiedersehen! (Ab.)

Sechste Scene.

Katharine von Rosen. Baron Ringelstern.

Katharine. Was hat der Präsident? So fremd, so förmlich war er noch nie.

Baron. Hören Sie mich ruhig an, mein Fräulein –

Katharine. Mit Ihnen soll ich sprechen? Nimmermehr!

Baron. Mein Onkel wünscht es – ich bitte darum. – Vor Allem muß ich Sie über das Vorgefallene um Vergebung bitten. Allein Sie nahmen den Scherz von gestern vielleicht zu hoch auf.

Katharine. Scherz? Es war Spott, Verhöhnung –

Baron. Gewiß nicht! Ich habe gestern den Ton verfehlt, weiter nichts. Sie schienen mir auf Witz und Scherz nicht ungern einzugehen, aber ich kann auch ernsthaft sein, wenn Sie es verlangen, ja unsere Lage verlangt es. Sind gewisse Mißverständnisse ausgeglichen, so wird sich die Heiterkeit von selbst wieder finden. – Der Präsident ist ungehalten auf Sie.

Katharine. Und weßhalb?

Baron. Ihre Spazierfahrt mit einem jungen Manne, der als Bräutigam einer Andern bekannt ist –

Katharine. Sittig?

Baron. Allerdings. Er ist mit Rath Zabern's Tochter so gut wie verlobt.

Katharine. Davon sagte er mir kein Wort.

Baron. Der arme Mensch kam vermuthlich nicht zur Besinnung; er ist gutmüthig, dienstfertig, kann nichts abschlagen, was man mit Ernst von ihm verlangt. Nun ist der Präsident über ihn erzürnt, von dessen Gunst oder Ungunst Sittig's Beförderung abhängt; vermuthlich hat auch die Braut bereits erfahren –

Katharine. Ich will zu ihr, will sie aufklären –

Baron. Lassen Sie das mir über. Die Sache ist im Ganzen nicht so schlimm.

Katharine. Meinen Sie?

Baron. Wir sind auf dem Lande, wo die Formen der Gesellschaft nicht so strenge herrschen. Die Leute werden Glossen machen – was schadet's? Sieht man erst, daß die unmittelbar interessirten Personen bei guter Laune bleiben, so hat man keinen Grund, weiter etwas Arges zu denken –

Katharine. Die Familie des Raths! In welchem Lichte werd' ich ihr erscheinen!

Baron. Wie gesagt, lassen Sie mir über, den Knäuel zu lösen; ich bin ja an seiner Verwirrung Schuld. Auch meinem Onkel will ich Alles entdecken, ich will mich selbst bei ihm anklagen. – Und nun wiederhole ich meinen Antrag von gestern. Sie sehen, mein Fräulein, aus dem, was vorfiel, wie schwer sich eine Dame, bei allem Geist und Witz, in der Welt allein behaupten kann. Die Tugend und Sittsamkeit selbst sind vor bösen Zungen nicht sicher, wenn sie ohne Paß und männliche Begleitung reisen. Minna von Barnhelm und Sophie im Tom Jones, die tugendhaftesten Mädchen, die ich kenne, und die herrlichsten Geschöpfe einer dichterischen Phantasie, würden in der Wirklichkeit eine ziemlich zweideutige Rolle spielen, denn unsere Zeit und unsere Gesellschaft entbehrt leider aller Poesie und aller Romantik.

Katharine (nach einer Pause). Sie haben meine Lage durchschaut, Sie haben mich richtig beurtheilt. Aber wie sehr mußten Sie mich verkennen!

Baron. Seit gestern Abend nicht mehr. Aber ich sehe, was Ihnen noth thut. Erlauben Sie mir, Ihnen zu rathen. Ich bin nicht zu jung dazu, wie Sie gestern selbst bemerkten. – Der Charakter eines Mädchen verflüchtigt sich in der Freiheit; Häuslichkeit und Sorge für Andere bilden ihn erst aus. Sie stehen allein in der Welt, Sie müssen sich an eine Familie anschließen. Was sagen Sie, zum Beispiel, zu dem Hause des Raths? Es sind wackere Leute, wenn auch ein wenig prosaisch. Die Tochter ist ein sehr verständiges Mädchen; sie wird sich zu Ihrer Freundin eignen. Was halten Sie von meinem Vorschlag, Fräulein?

Katharine. Ich will Alles thun, Alles. – O die Glücklichen, die an der Hand sorgsamer Eltern heiter und sicher durch das Leben wandeln!

Baron. Der Rath kennt Sie; auf das Wort des Präsidenten nimmt er Sie gerne auf. Ich will vorläufig mit Cäcilien sprechen, die, nebenbei gesagt, das Haus regiert.

Katharine. Ich danke für Ihre Sorgfalt, Herr Baron. Sie sind sehr gütig, sehr freundlich, aber – warum bringen Sie mich nicht lieber zu Ihrer Frau?

Baron. Zu meiner Frau? Ich habe keine Frau.

Katharine. Man sagte mir doch –

Baron. Wer sagte –?

Katharine. Der Diener im Badhause –

Baron. Unruh? – Was mochte der wieder für einen Grund haben –? Nein, liebes Fräulein, ich bin kein Ehemann. Aber Sie erwarten doch auch keinen Bräutigam?

Katharine. Erinnern Sie sich nur: den Bräutigam haben Sie erfunden.

Baron. Eine tolle Laune riß mich hin. Doch nun ist Alles ausgeglichen, nicht wahr?

Katharine. Vollkommen.

Baron. Darf ich Sie jetzt nach Hause geleiten?

Katharine. Ich danke. Mein Mädchen wartet draußen. Leben Sie wohl, Herr Baron. Ich war doch recht kindisch. Wissen Sie, daß ich die Nacht aus Aerger nicht geschlafen habe? So böse war ich über Sie.

Baron. Nicht geschlafen? Ich Ungeheuer! Und ich war Schuld?

Katharine. Nein, nein! Ich selbst. Warum war ich so albern? Ich schäme mich. Noch Eins: die Art, wie wir mit einander bekannt wurden, bleibt ein Geheimniß. Sind Sie es zufrieden?

Baron. Liebes, vortreffliches Mädchen!

Katharine. Leben Sie wohl, leben Sie wohl. – Das Mißverständniß war doch recht komisch. Wir werden viel darüber lachen; nicht wahr? (Ab.)

Siebente Scene.

Baron Ringelstern (allein). Dann Unruh.

Baron (allein). Einziges, herrliches, himmlisches Geschöpf – – nur gemach, Herr Baron! Sie haben noch Zeit genug übrig, wenn Sie sich verlieben wollen. –Verlieben? – Bin ich's denn noch im Stande? Die Zeit des Lenzes, der Blüthen ist vorüber – wir sind beinahe im Herbste unsers Lebens. Zwar – ich besitze einen Kirschbaum in meinem Garten, der erst im September blüht, und im October Früchte trägt. Aber die Früchte schmecken auch nach October. – Und doch behaupten die Leute, der September sei der schönste Monat im Jahr. – Was helfen alle Bilder und Gleichnisse! Was ist, das ist. Jenes junge lebensvolle Mädchen, und ich mit meinen Reflexionen, meinen Ansichten, meinen Erfahrungen! – Nein, nein, es wäre Thorheit! Warum hab' ich sie nicht vor zehn Jahren kennen gelernt? Ja, auch vor fünf Jahren, vor drei, vor zwei Jahren – – ein Paar Jahre machen's am Ende nicht aus! Aber noch im vorigen Jahr war ich ein völliger romantischer Schwärmer, ja zeitweise ein Erz-Platoniker, ein Erz-Narr – – (mit Humor) und das kann ich im Nothfalle jetzt auch noch werden.

Unruh (tritt ein). Gnädiger Herr, ein Brief an Sie –

Baron. Ich kenne die Hand. Nimm ihn nur zurück. Derlei Briefe werden nicht mehr angenommen. – Unter Andern, Monsieur Unruh! Bin ich verheirathet?

Unruh. Sie? Nicht im geringsten.

Baron. Der Herr aber hat mich dafür ausgegeben.

Unruh. Ja, sehen Sie gnädiger Herr, damit hat es seine eigene Bewandtniß. Es gehört zu den Feinheiten unseres Standes, den Leuten immer dasjenige zu sagen, was sie gerne hören. Jene Dame fragte mich: »Nicht wahr, der Baron ist verheirathet?« – Auf ein solches »nicht wahr« gehört immer ein Ja.

Baron. Dabei erhält die Wahrheit häufig eine Ohrfeige.

Unruh. Wahrheit? Was ist denn wahr? Man kann Alles plausibel machen. Lesen Sie nur meine Theater-Kritiken.

Baron. Daß ich ein Narr wäre! – Bessere Dich, wenn Du kannst; übrigens – Du bist entlassen, Muley Hassan – Fiesko braucht Deine Dienste nicht mehr. Das sei Deine letzte Arbeit. (Geht ab, indem er eine Börse fallen läßt.)

Unruh (allein. Hebt die Börse auf). Geld, holdes Geld! Animae dimidium meae! Wie gerne bück' ich mich vor Dir, Du, vor dem sich die ganze Welt bückt! – Ich soll mich bessern? Wozu? – Thu', was Du willst, und es wird Dich gereuen – sagt jener persische Weltweise, und ich sage: Bereue, was Du willst, Du mußt doch das thun, was Du nicht lassen kannst. Also meine Rolle ist hier ausgespielt? Der Mohr kann gehen? Gut, ich bin Kosmopolit. Ich will mir einen andern Schauplatz aussuchen. Ein pfiffiger Kopf geht nicht zu Grunde, so lange die Narrheit in der Welt nicht ausstirbt, und es ist nicht zu befürchten, daß der jüngste Tag so bald anbricht.

»Thöricht, auf Bess'rung der Thoren zu harren,
Kinder der Thorheit, o habet die Narren
Eben zum Narren auch, wie sich's gebührt!« (Ab.)

Achte Scene.

(Bei Rath Zabern.)

Die Räthin. Cäcilie. Dann Babette.

Räthin. Fuhr mit ihm spaziren! Was sagst Du zu der Geschichte, Cäcilie?

Cäcilie. Er will mir trotzen.

Räthin. Er kam nicht zum Frühstück.

Cäcilie. Ich begreife ihn nicht.

Räthin. Ich begreife ihn. Er ist ein Mann.

Cäcilie. Es ist wahr, die Schuld war auf meiner Seite –

Räthin. Pah, Schuld! Was hast Du denn gethan? Ein Bischen geschmollt! Er aber tobte und lärmte, daß er fast den Vater aufweckte.

Babette (tritt ein). Baron Ringelstern läßt fragen, ob er die Ehre haben kann, mit dem Fräulein zu sprechen.

Cäcilie. Baron Ringelstern?

Räthin. Was führt den zu uns?

Cäcilie. Ist er hier?

Babette. Nein. Er schickte seinen Bedienten herüber.

Cäcilie. Meine Empfehlung. Ich erwarte den Herrn Baron. (Babette ab.)

Neunte Scene.

Räthin. Cäcilie.

Räthin. Begreifst Du, Cäcilie –?

Cäcilie. Mutter, Mutter –

Räthin. Was hast Du, mein Kind?

Cäcilie. Ach, August –

Räthin. Was soll's mit ihm?

Cäcilie. Ich fürchte, er liebt mich nicht mehr.

Räthin. Schwärmst Du?

Cäcilie. Er gibt mich auf, will mich verlassen.

Räthin. Was fällt Dir ein?

Cäcilie. Der Baron kann jeden Augenblick kommen – ich bitte, lassen Sie mich allein, Mama.

Räthin. Wie Du willst, liebes Kind. Aber mach' Dir keine Grillen. (Im Abgehen.) Ein abscheulicher Mensch, der Sittig! Ich will ihm kein gutes Gesicht mehr zeigen. (Ab.)

Cäcilie (allein). Er kommt nicht selbst – er sendet seinen Freund – will er mich demüthigen? Das trüg' ich ja gern! Aber nein – er will nichts mehr von mir wissen – meine Kälte, meine Laune haben ihn vertrieben.

Zehnte Scene.

Cäcilie. Baron Ringelstern.

Baron. Mein Fräulein, ein Nachbar nimmt sich die Freiheit, Sie zu besuchen.

Cäcilie. Herr Baron, es ist mir ein Vergnügen –

Baron (bei Seite). O weh! Sie macht ein saures Gesicht! Ein wenig Schmeichelei kann nicht schaden. (Zu Cäcilien.) Das Land schlägt ihnen vortrefflich an. Sie sehen aus wie die Göttin Hygieia selbst.

Cäcilie. Ich bitte –

Baron. Auch der Papa nahm sichtbar an Embonpoint zu.

Cäcilie. Herr Baron –

Baron. Auch die Mama. Ich sah sie noch gestern auf der Promenade. Die Frau verjüngt sich jedes Jahr.

Cäcilie. Ich verkenne ihre Absicht nicht, mir das Unangenehme, das Sie mir zu verkünden haben, nach und nach, und auf eine milde Art mitzutheilen. Aber ohne weitere Einleitung! Ich weiß, was Sie hieher führt.

Baron. Sie wissen –? Das ist unmöglich.

Cäcilie. Ich weiß Alles. Ihr Freund sendet Sie –

Baron. Welcher Freund?

Cäcilie. Sittig –

Baron. Keineswegs. Ich komme aus eigenem Antrieb.

Cäcilie. Sind Sie nicht von ihm beauftragt?

Baron. Auf Ehre, nein.

Cäcilie. Aber er sagte Ihnen doch –?

Baron. Und was, mein Fräulein?

Cäcilie. Daß – – soll ich es wiederholen?

Baron. Aha! Ich ahne. Ein kleiner dépit amoureux, nicht wahr? Seien Sie ohne Sorge, mein Fräulein. Sittig ist mein bester Freund, aber in solchen Dingen bleibt er verschlossen wie eine Mauer.

Cäcilie. Er klagte nicht über mich?

Baron. Im Gegentheil, er sprach erst gestern Morgens mit aller Wärme, aller Begeisterung von Ihnen.

Cäcilie. Gestern Morgens? Aber seitdem –

Baron. Fiel der Zwist vor? (Für sich.) Bravo! Meine Lehren haben schnell gefruchtet. (Zu Cäcilie.) Seitdem hab' ich ihn nicht gesprochen.

Cäcilie. Nicht? Sie hatten ja einen Spaziergang mir ihm beschlossen?

Baron. So? Das wissen Sie auch? – Er ließ mich umsonst warten; er zog eine gewisse Spazierfahrt vor.

Cäcilie. Ich habe davon gehört.

Baron. Haben Sie? – Liebes Fräulein, ich komme da zufällig hinter ein Geheimniß, und kann es nicht unterlassen, die Gunst des Zufalls zu benützen. Sie hielten mich bisher für einen Störefried, für den bösen Geist Asmodi, der die Ruhe der künftigen Ehe in vorhinein bedroht; – das bin ich Alles nicht. Aber ich bin meinem Freunde August aus ganzem Herzen zugethan, ich bin älter und reifer wie er, sehe klarer über manche Verhältnisse. August hat eine tiefe Neigung für Sie gefaßt. Er sieht sein Glück nur in einer dauernden Verbindung mit Ihnen. Der Schritt, den er vor hat, ist der wichtigste in unserm bürgerlichen Leben. Der einzelne Mensch kann gut, kann zufrieden sein, Niemand hindert ihn daran. Wenn er es nicht ist, ist es seine Schuld. Aber in der Ehe gibt es keine einzelnen Menschen. Beide Theile glücklich oder unglücklich. Es gibt kein Drittes. Die Ehe tödtet entweder den Egoismus oder sie tödtet sich selbst. Darum ist sie eben das schönste menschliche Verhältniß, weil sie den Einzelnen zwingt, sich selbst zu vergessen, und sein Glück in dem Glücke des Andern zu suchen. – Sie lächeln freundlich? Darf ich weiter sprechen?

Cäcilie. Ich habe das nicht erwartet; aber man hört Ihnen gerne zu.

Baron. Wenn's im Busche rauscht, fürchtet man oft eine Schlange, und ein unschuldiger Vogel fliegt heraus. – Meine Grundsätze auf Ihr Verhältniß angewendet, behaupte ich, daß Ihr Beide vortrefflich für einander paßt, aber Keines darf die Natur des Andern verkennen. Daß Freund August Ihr Wesen vollkommen würdigt, davon bin ich überzeugt; aber Sie, liebes Fräulein – vergeben Sie meine Offenheit Sie haben unsern Freund noch nicht nach seinem ganzen Innern aufgefaßt.

Cäcilie. Hab' ich gefehlt, so war es gewiß nur die Liebe –

Baron. Die Liebe! So heißt es gewöhnlich. Man quält, man ärgert, man martert Einen, man macht sich unglücklich, man wird sich am Ende gleichgültig – aus lauter Liebe. – Die Liebe macht heiter, offen, zuversichtlich; eine lauernde, verdrießliche, argwöhnische Liebe ist gewiß nicht die rechte. Sittig ist ein edler Mensch, durchweg sittlich, ohne Falsch, denen, die er liebt, ergeben bis zum Fehlerhaften. Er hat nur einen Hauptfehler: Mangel an Thatkraft; besonders, wenn man ihm Mißtrauen zeigt. Dann wird er unschlüssig, irre an sich selbst, und ist im Stande, in Schwäche zu versinken, obschon er von Natur Kraft genug besitzt. Wie ich ihn kenne, kann er durch eine Frau zum vollkommenen Manne werden, oder er wird eben dadurch zu einem jener Dutzend-Menschen herabsinken, denen kein warmes Gefühl, kein lebendiger Gedanke das ewige Einerlei ihrer Tage erhellt. August braucht eine klare, kluge, heitere Frau, eine Frau, die ihn ein Bischen gewähren läßt, die ihm geistige Erholung vergönnt, und in ihrem Mitgenuß Vergnügen findet. Launischem Schmollen und mißtrauischen Zweifeln wüßte er nichts entgegen zu setzen; das würde seine kindliche Seele nur beunruhigen. Doch ein etwas gehaltenes Benehmen mag seiner Frau immer anstehen; sie darf ihn auch ein klein wenig leiten und regieren, aber ins Geheim, ganz verstohlen, ohne daß er's merkt; kann ihn ein Bischen anspornen – das wird nicht schaden – kann auf ihn Acht geben, daß er diese und jene wichtige Visite mache, daß er sich einen Moderock anschaffe, daß er nicht in die Hitze trinke – denn auch darin ist er wie ein Kind – kurz, sie soll und kann und wird – ganz so ein liebevolles, zärtliches, freundliches und etwas rechthaberisches Frauchen sein, wie ich es von unserer Freundin erwarte.

Cäcilie (nach einer Pause). Baron, Sie haben tief in mein Herz gegriffen –

Baron. Verzeihen Sie, wenn ich vorlaut war; aber ich bin Sittig's Freund, und möchte der Ihrige werden.

Cäcilie. Das sind Sie, von diesem Augenblick. Sie sollen nicht vergebens gesprochen haben. Ja, ich sehe meine Fehler ein –

Baron. St! Wer wird denn gleich bekennen? Und glauben Sie denn, daß er ohne Fehler ist? Nur Geduld! Die Reihe wird auch an ihn kommen. – Nach diesem Gespräch bin ich nun erst recht froh, daß ich Ihnen versichern kann: ich habe Sittig meinem Onkel empfohlen und er hat die Empfehlung gut aufgenommen. Ich glaube, er fühlt ihm eben jetzt auf den Zahn.

Cäcilie. Soll ich Ihnen denn in Allem verpflichtet sein! – Wenn nur August hier wäre!

Baron. Er wird nicht lange weg bleiben. Aber nun zuletzt, weßhalb ich eigentlich kam. Ich habe eine Bitte an Sie –

Cäcilie. O, sprechen Sie –

Baron. Können Sie nicht eine Kostgängerin brauchen? Ein Mädchen aus guter Familie, wohlhabend, von allerlei Qualitäten, eine Art Mündel des Präsidenten, gegenwärtig allein und schutzlos in der Welt.

Cäcilie. Die Eltern werden sich schwer herbei lassen –

Baron. Der Papa kennt meinen Schützling bereits, er gefällt ihm.

Cäcilie. Wer ist das Mädchen?

Baron. Ein Fräulein von Rosen.

Cäcilie. Doch nicht –?

Baron. Dieselbe, die mit Sittig spazieren fuhr? Ja.

Cäcilie. Scherzen Sie?

Baron. Keineswegs. Seien Sie ganz ruhig. Die Spazierfahrt war eigentlich auf mich gemünzt. Mein Ehrenwort, das Mädchen ist unbescholten. Im Vertrauen, sie ist mir nicht ganz gleichgiltig.

Cäcilie. Wirklich? – Ich werde die Eltern zu bereden suchen.

Baron. Danke, beste Freundin, aber – es ist ein Geheimniß.

Cäcilie. Ich bin doch neugierig, wie ein Mädchen aussieht, welches Ihnen gefährlich werden kann.

Baron. Warum? Bin ich so schwer zu rühren?

Cäcilie. Oder so leicht!

Baron. Ja so!

Cäcilie. Doch man irrt vielleicht. Man hält Sie für medisant. Sie können doch warm fühlen.

Baron. Liebe Freundin, das Gefühl ist mein Gallarock; den zieh' ich nur selten an, in wichtigen Lagen, für bedeutende Personen; der Witz ist mein Surtout für die Welt.

Eilfte Scene.

Vorige. Sittig.

Cäcilie (die ihn zuerst erblickt). August –

Baron. Da ist er ja!

Sittig. Cäcilie – mein Freund – ich suchte Dich, ich vernahm, daß Du hier seist – rathe mir, hilf mir – ich bin verloren.

Cäcilie. Was ist denn geschehen?

Sittig. Ich mußte den Präsidenten begleiten; er sprach von Geschäften, es war eine Art Examen; ich weiß nicht, wie ich bestand. Plötzlich brach er ab und sagte: »Man sah Sie öffentlich mit Fräulein von Rosen; die ganze Welt hält das Mädchen für Ihre Braut; Sie müssen ihren guten Ruf wieder herstellen.« Ich stotterte eine Antwort heraus; der Präsident sah mich finster an, sagte: »Wir sprechen noch darüber« – und entließ mich.

Baron. Nun, und was weiter?

Sittig. Weiter? Nichts weiter! Ich werde dem Präsidenten schreiben. Mag die Stelle bekommen, wer will, mag das Mädchen heirathen, wer will! Was kümmert mich die ganze Sache! – Was weiter? Wie nur ein Freund so fragen kann!

Baron. Bravo! Das ist resolut, das ist männlich. Das sieht aus, wie ein Entschluß. So hab' ich's gerne. Nun will ich mit meinem Onkel sprechen. Ihr habt Euch wohl Etwas mitzutheilen? Ich lasse Euch allein. (Ab.)

Zwölfte Scene.

Cäcilie. Sittig.

Sittig (halb für sich). Wenn er doch seine Possen lassen könnte!

Cäcilie (nähert sich ihm langsam). August –

Sittig. Mein Fräulein –

Cäcilie. Haben Sie mir verziehen?

Sittig (überrascht). Cäcilie –

Cäcilie. Ich war thöricht, launisch – Ihr Freund hat mich aufgeklärt – wie Schuppen fiel's mir von den Augen, ich will mich ändern – – nein! ich will den fremden, kranken Stoff aus mir vertreiben, ich völlig sein, was ich bin.

Sittig. Cäcilie! Diese himmlische Güte! Wie konnt' ich Sie verkennen, verletzen –

Cäcilie (hält ihm die Hand an den Mund, die er küßt). Stille, mein Freund! Ich hab' es nicht besser verdient; aber Sie konnten gestern immer ein wenig leiser sprechen.

Sittig. Ach, wie bin ich mit Einem Ruck wieder glücklich, zufrieden, selig!

Cäcilie. Sind Sie das?

Sittig. Gewiß! Meine Theuerste, meine Geliebte, meine Braut!

Cäcilie. Lieber August!

Sittig. Meine liebe Braut! (Will sie umarmen.)

Cäcilie (hält ihn sanft zurück). Genug mein Freund! Gehen wir zur Mama.

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