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Bunte Reihe

Georg Bötticher: Bunte Reihe - Kapitel 12
Quellenangabe
typepoem
booktitleBunte Reihe
authorGeorg Bötticher
yearca. 1900
publisherPhilipp Reclam jun.
addressLeipzig
titleBunte Reihe
created20050314
sendergerd.bouillon
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Dialektschnurren.

Zwee Meißner Geschichten.

Von Apotheker Stannebein in Meißen erzählt.

(Sächsisch.)

In Afrika.

»Eegentlich wollt 'ch bloß nach Driest machen und da macht 'ch denn ooch hin. In Driest, meine Herrn, is es sehre scheene, so scheene – nu wie's ähm in Driest is. Wie ich da eenes Dags am Meere hinschlendre, kommt mei Freind Schubert aus Meißen vorbeigerennt. Mich sähn un auf mich zuschtärzen war Eens. ›Mensch, Stannebeen, bist du's?! Back deine Siebensachen un komm mit. Ähm fährt de Botenfrau nach Konstantinopel ab!‹ Na, die Gelegenheit war zu verfiehrerisch un ich rutsche also mit Schuberten ab. Mer mochten ä baar Dage gefahren sein, da ging's auf eemal: rrrrrrrrrr – iewersch Pflaster – mer waren da! Konstantinopel, meine Herren, is sehre scheene, so scheene – nu, wie ähm Konstantinopel is. Weil mer nu eemal dort war'n, machten mer natürlich ä kleenen Abstecher in de Wieste. Na, de Wieste is ooch sehre scheene, so scheene – nu, wie ähm de Wieste is. Un fer uns sollte de Dhur noch besondersch indressant wärn. Wie mer nämlich bei der vierten Oase links um de Ecke biegen, heern mer enn Dhebs un ä Gelächter un komm doch, weeß Knebbchen, in enne fidele Gesellschaft von Schwarzen nein, die ähm enn Elefanten auskegeln! Mei Freind Schubert, ä famoser Stecher, schmeißt zweemal den Keenig mitten raus un kriegt'n Elefanten! Aber 's wurde sei Unglick. So ä Schwarzer, der de schon anfangs enne Bieke auf Schubert hamm mochte, murkste meinen Freind noch denselwigen Abend ab. Das haw' ich ärscht nachträglich rausgekriegt, denn dän Abend tranken mir enne Kokosbowle un ich hatte enn kleenen Schwibbs un wußte viel, daß Schubert fehlte. Wie er aber 'n andern Morgen nich da war un gar nich wieder zum Vorschein kommen wollte, da merkt 'ch 'n Braten! De Bardieh war mer verekelt, ich nahm Extrabost un fuhr nach Konstantinopel un von da nach Meißen.

Schuberten hamm se hernach in enn kleenen Balmenwäldchen neben der Kegelbahn dod un dodal ausgezogen gefunden un de dortige Beheerde hat'n an de Meißner Bolezei geschickt.«

»Ja aber, Herr Stannebein, wenn der Mann tot und ausgezogen war, wie hat denn die Behörde dort ermitteln können, daß er aus Meißen war?«

»So enne eefält'ge Frage! Als Meißner hat er doch de › Kurschwerter‹ hinten drauf.«

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