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Detlev Freiherr von Liliencron: Bunte Beute - Kapitel 3
Quellenangabe
typepoem
booktitleBunte Beute
authorDetlev von Liliencron
firstpub1903
year1903
publisherSchuster & Loeffler
addressBerlin
titleBunte Beute
created20050419
sendergerd.bouillon
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Schnell herannahender, anschwellender und ebenso schnell ersterbender Sturmstoß.

    Klanglos schläft der Sommergarten.
Durch die Nacht, erschöpfte Tiere,
Schleppen sich die großen Wolken
In die neuen Rastquartiere.

Fern von Waldesrändern bröckelt
Leise her ein Hörnertönen.
In die Wolken kommt ein Wogen,
Durch den Garten geht ein Stöhnen.

Horrido, was schreckt die Äste?
Kronenkreiseln, Funkenflimmern!
In die Wolken kommt ein Wüten,
Durch den Garten geht ein Wimmern.

Schrilles Pfeifen, Peitschenknallen,
Halmtief biegt ein Ruck die Stämme:
Durch die Wipfel bricht der Keiler,
Hinterher die Rüdenklemme.

Vorgebeugt auf schwarzem Hengste
Seh ich meine Liebste reiten;
Gierig ihre Augen suchend
Rast mein Todfeind ihr zur Seiten.

Drohend ball ich meine Fäuste,
Schrei hinauf: Verfluchte Metze!
Höre noch das Hohngelächter,
Und verschwunden ist die Hetze.

Hohl verhallt es weit im Walde,
Schwach nun läutet fern die Meute;
Noch ein Horn, das im Vertönen
Seine blassen Echo streute.

Klanglos schläft der Sommergarten.
Durch die Nacht, erschöpfte Tiere,
Schleppen sich die großen Wolken
In die neuen Rastquartiere.

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