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Buffalo Bill der letzte große Kundschafter

Helen Cody: Buffalo Bill der letzte große Kundschafter - Kapitel 6
Quellenangabe
typebiography
authorHelen Cody
titleBuffalo Bill der letzte große Kundschafter
publisherMeidinger's Jugendschriften Verlag G.m.b.H.
yearo.J.
translatorAlwina Vischer
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20160311
projectid2965906a
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Fünftes Kapitel: Der Expreßjunge.

Während dieser kummervollen Zeit war auch die zarte Gesundheit unserer Mutter aufs gefährlichste bedroht. Doch weit entfernt, sich von dem harten Schlage, der sie getroffen, niederwerfen zu lassen, sah sie den neuen Verhältnissen mit Fassung und Mut entgegen, da sie sich sagte, daß, wenn auch sie dahingerafft würde, ihre Kinder ohne Beschützer den Feinden preisgegeben wären, deren Bosheit dem Vater ein verfrühtes Ende bereitet hatte. Ihr unbesiegbarer Wille beherrschte die körperliche Schwäche. »Ich will nicht sterben,« sagte sie zu sich selbst, »ehe die Wohlfahrt meiner Kinder gesichert ist.« Und notwendig war sie uns, denn die Verfolgungen dauerten fort.

Kaum war die Beerdigung vorüber, als eine etwa tausend Dollars betragende ungerechtfertigte Forderung für bezogenen Hausrat und Lebensmittel gegen uns geltend gemacht wurde. Die Mutter wußte genau, daß die Forderung keine Berechtigung hatte, da stets alle Rechnungen bezahlt worden waren. Allein jene Lieferung war durch Onkel Elias vermittelt worden und der Vater hatte versäumt, sich eine Bescheinigung von ihm geben zu lassen. Kam es doch in jenen wilden, unruhigen Zeiten nicht selten vor, daß sich Bruder gegen Bruder wandte, und Onkel hielt zu seiner Partei auf Kosten der Familie seines toten Bruders.

Diese neue schmerzliche Erfahrung spornte indes die Energie und Tatkraft unserer Mutter nur noch mehr an. Wohl lasteten keine Schulden auf unserer Besitzung; durch die häufig unterbrochene, unregelmäßige Geschäftsführung unseres Vaters aber waren unsere Geldmittel äußerst karg geworden, und wenn wir diese unrechtmäßigerweise geforderten tausend Dollars wirklich bezahlen mußten, so waren wir heimatlos.

Nach langem Nachdenken kam die Mutter zu folgendem Ergebnis.

»Wenn ich bares Geld hätte, so wollte ich schon gegen die Forderung ankämpfen.«

»Kämpfe du und ich will das Geld schaffen,« erwiderte Will.

Die Mutter lächelte, Will aber fuhr fort: »Russell, Majors & Waddell müssen mir Arbeit geben. Jim Wills sagte noch neulich, daß ich ganz gut die Stellung eines Expreßboten versehen könnte. Wenn du mit mir kommst und Herrn Majors um eine kleine Beschäftigung für mich bittest, so gibt er sie mir gewiß.«

Russell, Majors Waddell hatten ein unter dem Schutze der Regierung stehendes Frachtfuhrgeschäft, dessen Sitz in Leawenworth war. Nach langem Sträuben gab die Mutter endlich Wills dringenden Bitten nach und ging mit ihm in die Stadt. Majors hatte den Vater gekannt und wollte uns gerne helfen, allein Wills Jugend war ein schwer zu besiegendes Hindernis.

»Was kann ein Knabe in deinem Alter tun?« fragte er freundlich.

»Ich kann reiten, schießen und Vieh hüten,« antwortete Will; »doch möchte ich am liebsten ein Expreßbote bei einem Ihrer Frachtzüge sein.«

»Aber das ist Arbeit für einen Mann und zudem gefährlich,« sagte Majors zögernd, »doch will ich dich gerne einen Proberitt machen lassen; kannst du dann wirklich die Arbeit eines Mannes verrichten, so sollst du auch die Bezahlung eines solchen haben.«

Wills Name wurde also in die Liste aufgenommen, worauf er ein Schriftstück zu unterzeichnen hatte, das den Charakter und die Gesinnung Majors' und seiner Geschäftsfreunde besser kennzeichnet als jede Beschreibung.

»Ich, William F. Cody,« las er, »lege hiermit vor Gott dem Allmächtigen den feierlichen Schwur ab, während meiner Anstellung bei dem Hause Russell, Majors Waddell keine gottlosen Reden zu führen, mit keinem der Angestellten der Firma einen Streit zu beginnen, in jeder Hinsicht treu und ehrlich meine Pflicht zu erfüllen und mich stets zu bestreben, das Vertrauen meiner Arbeitgeber zu erwerben. Dazu helfe mir Gott.«

Wohl hatte Majors manch wilden Tollkopf in seinen Diensten, doch verfehlte das Gelübde seinen Eindruck nicht ganz auf die bessere Natur der Leute, denn sie alle befleißigten sich, wenn auch freilich mit ungleichem Erfolge, den gegebenen Vorschriften gemäß zu leben.

Das Herz unserer Mutter fühlte sich bei diesem Gelübde sehr erleichtert. Sie wußte, daß Will sein Wort halten würde, und sagte sich, daß ein Mann, der ein solches Versprechen von seinen Angestellten verlangt, auch deren Achtung und Vertrauen verdient.

Der Frachtzug sollte bereits am übernächsten Tage abfahren, und so hatten wir alle Hände voll zu tun, um die Vorbereitungen zu Wills zweimonatlicher Reise zu treffen.

Der Augenblick des Abschieds nahte heran – eine harte Prüfung für unsere arme vor kurzem erst des Gatten beraubte Mutter. Will versuchte sie zu trösten, doch was ihm nicht gelang, brachten wir jüngeren Schwestern zu stande, denn mit Tränen in den Augen flehten wir ihn an, doch ja gewiß davonzulaufen, sobald er einen Indianer sähe.

Vom Weinen zum Lachen ist nur ein Schritt. Der Bann war gebrochen, und begleitet von den wärmsten Glück- und Segenswünschen, ließ Will sein Lebensschifflein vom Stapel laufen. Mutig hatte er seine Fassung bewahrt, doch nur solange das Haus noch sichtbar war, dann brach auch bei ihm der Abschiedsschmerz aus. Aber die Jugend ist elastisch, vor ihm lag die weite Ebene, Mutter und Geschwistern mußte geholfen werden, und so trat er mit heiterem Gesicht vor seine Arbeitgeber.

Des Expressjungen erste Nacht im Lager

Die Lagerstätte des »Expreßjungen« in dieser Nacht war eine Decke unter einem Frachtwagen; trotzdem schlief er fest und war frisch und munter, als sich der Zug im Morgengrauen in Bewegung setzte.

Der Name Ochsenzug, den diese Transportzüge führten, kam daher, daß jeder der fünfunddreißig Wagen, die zu einem vollen Frachtzuge gehörten, von verschiedenen Joch Ochsen gezogen wurden, die ein einziger Mann, der sogenannte Bullentreiber, lenkte. Das Knallen der Peitsche dieses Kutschers klang wie ein Flintenschuß und konnte weithin gehört werden. Die Wagen glichen den gewöhnlichen Prärieschonern, nur waren sie größer und fester gebaut, für ein Belastungsgewicht von siebentausend Pfund eingerichtet und mit einer doppelten, besonders starken Plane überspannt.

Außer den Bullentreibern gab es berittene Viehhirten, die sogenannten Cowboys, die die zu transportierenden Viehherden zu bewachen hatten, sowie verschiedene sonstige Wächter und Aufseher, die unter dem Befehl eines sogenannten obersten Wagenmeisters standen, dem wieder ein Viehzugmeister und ein Hilfswagenmeister zur Seite standen. Die Leute waren in verschiedene Sektionen eingeteilt, von denen sich eine jede selbst mit Holz und Wasser zu versehen, zu kochen und ihr Geschirr aufzuwaschen hatte, während einer von den Leuten als Wache aufgestellt war. Den sogenannten Expreßboten fielen dann noch verschiedene andere Extraaufgaben zu. Die von Will bestand darin, längs des Zuges auf und ab zu reiten und den Angestellten Befehle aller Art zu übermitteln. Nichts hätte nun aber mehr nach Wills Geschmack sein können, als diese Aufgabe, denn die Ochsen gingen wie die Schnecken, und sich hinter ihren Hufen herzuplagen, wäre eine höchst langweilige Sache gewesen.

Von der ersten Stunde an war der »Expreßjunge«, wie man ihn nannte, der Liebling sämtlicher Leute. Der Eifer, den er bezeigte, machte ihnen Spaß, und als seine Vorgesetzten bemerkten, wie er seinen ganzen Stolz darein setzte, die ihm erteilten Aufträge rasch und pünktlich auszuführen, gewann er auch deren Herzen. Eigentlich war seine Arbeit nur ein Vergnügen für ihn, denn jeden Befehl begrüßte er als angenehme Unterbrechung des einförmigen Tagmarsches – ging ihm doch nichts über einen tüchtigen Galopp auf gutem Pferde.

Die Welt von Wills Phantasie reichte bis jetzt nicht weiter, als zu dem nebligen Kreis, wo Ebene und Himmel sich ineinander verschmelzen. Umsomehr entzückte ihn nun nach vollbrachtem Tagewerk das eigenartige, fesselnde Bild des Lagers, das sich von den schwarzen Hügeln und der weiten, allmählich in tiefe Nacht sinkenden Prärie abhob. Überall war Leben und Bewegung. Die Bullentreiber machten die Gespanne los, die Cowboys pfählten das Vieh an, und etwas abseits bereiteten die Köche auf laut knisternden Feuern die Abendmahlzeit, während die riesigen Planwagen sie gleich gespenstigen Schildwachen umstanden. Verständnislos stierten Pferde und Ochsen in die Glut und fuhren erschrocken zusammen, wenn die auflodernden Flammen die Schatten um sie her verscheuchten. Förmlich unheimlich aber sahen die ums Feuer gelagerten, ganz in Leder gekleideten Bullentreiber aus, mit ihren vom Feuerschein glühend rot beleuchteten langen Bärten und schwarz und gelb gesprenkelten Gesichtern, um die die hohen Grasähren spielten.

Wunderbar, zauberhaft erschien dem »Expreßjungen« diese erste Nacht im Lager.

Doch bald mußte Will einsehen lernen, daß das Prärieleben nicht immer nur aus fröhlichem Galoppreiten und behaglichem Sichlagern an warmem Feuer unter sternbesätem Himmel besteht, sondern daß es auch sein Ungemach und seine Entbehrungen hat. Es gab Tage, wo die Ochsen ihre schwere Last noch langsamer als gewöhnlich fortschleppten, wo schwere Wolken den Himmel umdüsterten und der Sturm heulte. Tage, wo der Regen in Strömen niederrauschte, den Boden in einen Morast verwandelte und die zu überschreitenden Flüsse anschwellte; Tage, wo die Viehherden, von plötzlichem Schrecken erfaßt, davonzujagen versuchten und das Wiedereinfangen Stunden angestrengtester Arbeit verlangte. Dabei mußte die schärfste, unermüdlichste Wachsamkeit besonders bei Nacht beobachtet werden, da man keinen Augenblick vor einem Indianerüberfall sicher war.

Will teilte die Furcht seiner Gefährten vor einem solchen Angriff keineswegs. Für ihn bedeutete ein Zusammenstoß mit Indianern die Erfüllung seiner schönsten Kindheitsträume, und in Gedanken genoß er im voraus den Ruhm eines Kampfes mit der »edlen roten Rasse« nach Art der Helden in den gruseligen Indianergeschichten, die er gelesen hatte. Wie so manche andere sollte aber auch er bald erfahren, daß der wirkliche Indianer sehr verschieden ist von dem der Dichtungen.

Etwa zwanzig Meilen westlich von Fort Kearny wurde am Ufer eines in den Platte-River mündenden Baches Mittagsrast gemacht. Weit und breit war nichts von Indianern zu bemerken, trotzdem standen die Wachen unausgesetzt auf Posten. Manche von den Fuhrleuten waren, das Essen erwartend, unter den Wagen eingeschlafen, während Will den Köchen bei ihrer Arbeit zusah. Plötzlich ertönten Schüsse aus der Richtung eines nahegelegenen Dickichts, begleitet von johlendem Geschrei.

Will sah die drei Wachposten getroffen niederstürzen; er sah, wie die Indianer zwei Abteilungen bildeten, von denen die eine das Vieh in die Flucht jagte, die andere das Lager beschoß.

Die Fuhrleute waren lauter erfahrene Grenzläufer, die sich blitzschnell, trotz des unerwarteten Überfalls, hinter den Wagen kampfbereit aufstellten. Der oberste Wagenmeister, unterstützt von seinen beiden Unterbeamten, den Brüdern Bill und Frank McCarthy, führte das Kommando.

Eine gutgezielte Salve brachte die Indianer zum Stillstand. Sie machten kehrt und ritten, das Lager mit einem förmlichen Regen von Pfeilen überschüttend, die mehrere Leute verwundeten, davon. Nach der Ansicht eines eilig zusammengerufenen Kriegsrats erschien eine Defensivstellung hier auf offener Ebene als unhaltbar, da die Indianer den Weißen ums Zehnfache überlegen waren und zudem noch fortgesetzt Verstärkungen von Rothäuten erhielten, so daß es Will vorkam, als ob die ganze Prärie davon wimmle. Die einzig mögliche Rettung lag im Schutze des steilen Flußufers, wohin sich die sämtliche Begleitmannschaft der Wagen nun in raschem Laufe begab. Ihr gewöhnliches Kriegsgeschrei ausstoßend, machten die Indianer einen erneuten Angriff, doch schon hatten die Fuhrleute das Flußufer erreicht und unterhielten von dessen natürlichem Schutzwall aus ein heftiges Gewehrfeuer, das den Feind bald außer Schußweite trieb.

Die einzige Möglichkeit, das Fort Kearny zu erreichen, war, im Flüßchen entlang zu waten. Um den Feind in der Meinung zu lassen, das Ufer sei noch besetzt, wurde eine Salve abgefeuert und dann der schwierige Marsch angetreten.

Die Indianer durchschauten jedoch sehr bald die List, und es galt, einen weiteren Angriff abzuwehren. Das Waten durchs Wasser war ohnedies ermüdend, zudem aber mußten auch noch die Verwundeten unterstützt und eine fortgesetzte Bereitschaft gegen einen erneuten Angriff der Rothäute beobachtet werden. Selbst für einen Mann war dies ein hartes Probestück, wie viel mehr erst für einen Knaben wie Will. Doch wurde er in seiner Kaltblütigkeit und Ausdauer durch ein Wort Frank Mc Carthys ermutigt, der im Tone der Bewunderung zu ihm sagte: »Na, Billy, du hast dich gut gehalten, das lass' ich mir gefallen!«

Nachdem die Flüchtlinge einige Meilen watend zurückgelegt hatten, gelangten sie an die Mündung in den Platte-River. Die Verwundeten aber waren jetzt so erschöpft, daß man in aller Eile ein notdürftiges Floß zusammenfügen und sie darauf legen mußte, worauf einige Männer das Floß vor sich her schoben. Auch Will sollte sich in Anbetracht seiner Jugend darauf setzen, doch lehnte er es mit dem Bemerken ab, daß er schwimmen wolle, wenn der Fluß zu tief für ihn werde.

Langsam verstrichen die schweren Stunden. Obgleich die Leute, die selbst nicht wenig unter diesem harten Marsche litten, Will häufig voll Teilnahme fragten: »Wie geht's, Billy?« so äußerte er doch niemals ein Wort der Klage.

Dieses mühselige, einen halben Tag andauernde Waten ohne Ruhepause und ohne Nahrung hatte Will nun aber doch so ermüdet, daß er allmählich ein wenig hinter seinen Gefährten zurückblieb. Der Mond kam zum Vorschein und überrieselte Bäume und Fluß mit seinem silbernen Lichte. Die schweigende, ermüdete Schar aber hatte kein Auge für die Schönheit der Landschaft.

Will mochte jetzt ungefähr zwanzig Ruten Abstand von seinen Gefährten haben, als er wie mit einem Schlage plötzlich alle Müdigkeit vergessen hatte, denn gerade über sich sah er den vom Mondlicht beleuchteten Federschmuck eines Indianerhäuptlings, der sich über das steile Ufer herunterbeugte. Unbeweglich wartete Will, bis Kopf, Schultern und Körper des Kriegers sichtbar wurden. Der Indianer schien anzunehmen, daß die ganze Schar vorübergezogen sei, und so rührte sich Will nicht eher, als bis der Wilde seinen Bogen spannte. Dann aber sagte er sich klopfenden Herzens, daß der Tod jetzt entweder einen seiner Gefährten, auf den der Indianer zielte, oder den Indianer selbst ereilen müsse.

Auch angesichts der zwingendsten Notwendigkeit ist es entsetzlich, einen Menschen mit Vorbedacht seines Lebens zu berauben. Doch Will blieb keine Zeit zum Zögern. Ein Schuß knallte, und der Indianer kollerte den Abhang herab in den Fluß. Sein letzter Aufschrei wurde von mehreren gellenden Rufen beantwortet; die Rothäute waren also ganz in der Nähe. Als Frank Mc Carthy bemerkte, daß Will fehlte, stellte er Wachen aus und lief zurück, um nach ihm zu suchen. Er fand ihn damit beschäftigt, den toten Krieger das Ufer hinaufzuziehen. Wills Hand ergreifend, rief er: »Bravo, mein Junge, du hast deinen ersten Indianer getötet und dich dabei benommen wie ein Mann!«

Will hätte gerne den Leichnam begraben. Da man ihm jedoch versicherte, daß dies nicht nur eine ungebräuchliche, sondern in diesem Augenblick auch eine ganz unmöglich auszuführende Höflichkeit sei, eilte er weiter. Als sie die wartende Schar erreichten, rief McCarthy: »Hört und staunt, der kleine Billy hat seine erste Rothaut getötet!«

Die Ankündigung wurde mit lauten Beifallsrufen aufgenommen, die Will jedoch unangenehm berührten, denn das Herz war ihm schwer, und die Freudenrufe erschienen ihm durchaus nicht angebracht.

Doch blieb nicht lange Zeit für weichmütige Gefühle. In Wut gebracht über den Tod ihres Kundschafters, machten die Indianer einen weiteren, letzten Angriff, der aber auch wie die vorhergegangenen zurückgeschlagen wurde, worauf Bill McCarthy die Führung übernahm und Frank den Zug beschloß, um fernere Kraftzersplitterung zu verhindern.

Abgemattet, mit verstörten Gesichtern langte die Schar endlich beim Morgengrauen im Fort Kearny an. Die Verwundeten wurden im Wachgebäude zurückgelassen, während die anderen unter militärischer Bedeckung zu dem zerstörten Ochsenzug zurückkehrten. Sie hofften doch wenigstens noch einen Teil davon retten zu können, allein das Vieh war entweder weggetrieben worden, oder es hatte sich einer der zahlreichen Büffelherden angeschlossen. Die Wagen samt ihrer Fracht waren verbrannt, so daß nichts anderes mehr zu tun übrigblieb, als die drei getöteten Wachposten zu begraben, deren skalpierte und verstümmelte Körper noch am gleichen Platz lagen, wo sie gefallen waren.

Hierauf trennten sich die Soldaten und Fuhrleute, erstere, um einen, allerdings ergebnislosen, Zug gegen die Räuber zu unternehmen, die letzteren, um nach Leawenworth zurückzukehren. Da diese Transportzüge nach dem Westen unter dem Schutze der Regierung standen, so wurde die Plünderung nach Washington gemeldet und der Verlust dem Geschäftshause in Leawenworth ersetzt.

* * *

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