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Buffalo Bill der letzte große Kundschafter

Helen Cody: Buffalo Bill der letzte große Kundschafter - Kapitel 12
Quellenangabe
typebiography
authorHelen Cody
titleBuffalo Bill der letzte große Kundschafter
publisherMeidinger's Jugendschriften Verlag G.m.b.H.
yearo.J.
translatorAlwina Vischer
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20160311
projectid2965906a
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Elftes Kapitel: Ein kurzer, aber erfolgreicher Zug gegen die Indianer.

Da Will zu den beurlaubten Expreßreitern gehörte, so wurde ihm, obwohl er das jüngste Mitglied der Gesellschaft war, gestattet, sich dem Zug gegen die räuberischen Indianer anzuschließen.

Der Kampf war kurz, aber heftig. Bis zum Powder River benützte die Abteilung den Indianerpfad, dann folgte man dem Laufe dieses Flusses bis etwa vierzig Meilen von dem Punkte entfernt, wo sich jetzt das alte Fort Reno erhebt. Von dort aus führte der Pfad gen Westen am Fuße des Gebirges hin und wurde von dem sogenannten »Bach der Verrückten«, einem Nebenflüßchen des Powder, durchschnitten.

Dieses Bächlein trug einstens wegen der an seinem Rande wachsenden besonderen Art Gras den Namen »Der lange Bart«. An seinem Ufer lag ein Dorf der Crowindianer, in dessen Mitte sich ein Handelsmann von halb europäischer, halb indianischer Abkunft niedergelassen hatte. Er nahm den Rothäuten die erlegten Felle ab und gab ihnen dafür bunte Glasperlen, farbigen Kattun, Schminke und wollene Decken. Es dauerte nicht lange, so hatte er sich sämtliche im Dorfe vorhandene Felle erhandelt. Nun packte er sie auf Ponies und verabschiedete sich von seinen indianischen Freunden. Diese ließen ihn nur ungern ziehen, allein er versprach ihnen, bald aus dem Lande der Bleichgesichter zurückzukehren und viele neue Dinge mitzubringen. Monate vergingen. Da eines Tages verkündigten die Vorposten der Indianer die Annäherung eines ihnen unbekannten Gegenstandes. Das ganze Dorf lief zusammen, denn noch niemals hatte man dort ein Ochsenfuhrwerk gesehen. Die Erregung erreichte ihren Höhepunkt, als sich herausstellte, daß diese seltsame Erscheinung das Eigentum des Händlers sei.

Er hatte seine Frau, eine Weiße, mitgebracht, die ebenfalls die höchste Neugierde der Indianer erregte.

Der Handelsmann baute ein Häuschen aus Holz und Steinen und stellte seine Waren zum Verkauf aus. Außerdem hatte er den ganzen Stamm mit einem Teil der mitgebrachten Perlen, Bänder und Messingringe beschenkt.

Eines Tages besuchte der oberste Häuptling den Laden. Der Handelsmann führte ihn in ein Hinterzimmer, nahm ihm das Versprechen ab, zu schweigen, und gab ihm eine dunkle Flüssigkeit zu trinken. Ein ungewohntes Glücksgefühl bemächtigte sich des Häuptlings. Er, der sonst sehr stolz und würdig aufzutreten pflegte, sang und tanzte jetzt unter dem Einfluß des seltsamen Getränks die Straßen auf und ab und verfiel schließlich in tiefen Schlaf, aus dem man ihn kaum zu erwecken vermochte. Dieses Spiel wiederholte sich Tag für Tag, bis die Indianer schließlich einen Kriegsrat zusammenriefen. Sie beschuldigten den Handelsmann, ihren Häuptling behext zu haben, und einigten sich dahin, daß sie, wenn der Sache nicht sofort Einhalt getan werde, den Störenfried ermorden würden. Ein Indianer im Kriegsschmuck wurde abgeschickt, der dem Handelsmann diese Botschaft übermitteln mußte. Dieser lachte indes nur, zog den Indianer mit sich ins Hinterzimmer, nahm ihm den Eid des Schweigens ab und gab auch ihm von der dunklen Flüssigkeit zu trinken. Gerade so lachend und singend, wie vor ihm der Häuptling, kam jetzt auch der junge Indianer auf die Straße getanzt. Aufs höchste erstaunt, scharten sich seine Gefährten um ihn und fragten nach der Ursache seiner Heiterkeit. »Geht nur zum Händler und laßt euch von dem dunklen Wasser geben,« antwortete er lallend.

Als sie jedoch von dem seltsamen Getränke verlangten, behauptete der Handelsmann, keines zu besitzen, dann gab er ihnen einen Schluck gewöhnliches Wasser, das natürlich ohne Wirkung blieb. Als der junge Indianer dann endlich ganz zum Bewußtsein kam, befragten ihn seine Kameraden von neuem über den Grund seiner Heiterkeit und über das dunkle Wasser, worauf er sagte, er müsse wohl nicht recht bei Sinnen gewesen sein und dummes Zeug geschwatzt haben.

Von nun an waren der Häuptling und der junge Indianer täglich betrunken, was den ganzen Stamm in große Unruhe und Verwirrung versetzte. Ein zweiter Kriegsrat wurde abgehalten, wobei sich ein anderer junger Indianer erhob und sagte, daß er eine Wand im Hause des Handelsmanns durchbrochen und den Vorgang belauscht habe. Es sei Tatsache, der Händler gebe den Freunden dunkles Wasser zu trinken. Nun wurden der Mischling und die beiden Indianer vor den Kriegsrat befohlen, worauf der zweite junge Indianer seine Anklage wiederholte und hinzufügte, daß er denjenigen, der ihm nicht glaube, zum Kampfe herausfordere. Das zweite Opfer des dunklen Wassers leugnete indes auch jetzt noch die Geschichte und zieh den jungen Indianer der Lüge. Der Handelsmann aber hatte nun wohl seinen Zweck erreicht, denn er gestand alles ein. Man veranlaßte ihn, von dem Wasser herbeizuschaffen, damit die anderen es auch kosten könnten. Allein noch vor seinem Weggehen forderte der junge Indianer den, der ihn der Lüge beschuldigt hatte, zum Kampfe heraus. Dieser Krieger war aber als der beste Speerwerfer des ganzen Stammes bekannt, so daß jedermann den Tod des jungen Indianers erwartete. Das dunkle Wasser hatte jedoch bereits des Kriegers Arm gelähmt. Seine zitternde Hand versagte den Dienst, und schon beim ersten Angriff wurde ihm das Herz durchbohrt. Nun begab sich der ganze Stamm ins Haus des Händlers, wo dieser ihnen allen von dem dunklen Wasser zu trinken gab. Sie tanzten und sangen, fielen dann zu Boden und versanken in tiefen Schlaf.

Nach einigen Tagen weigerte sich der Mischling, dunkles Wasser ohne entsprechende Vergütung herzugeben, indem er sagte, daß, wenn die Indianer künftighin welches haben wollten, sie dafür bezahlen müßten. Zuerst gab er ihnen ein »Schlaftränkchen«, wie sie es nannten, für eine Büffelhaut oder ein Fell, als aber der Vorrat des dunklen Wassers zur Neige ging, wurden zwei, drei und dann mehrere Felle und Häute dafür verlangt. Endlich sagte er, daß er nur noch so viel habe, als er für seinen eigenen Bedarf brauche. Daraufhin boten ihm die Indianer sogar ihre Ponies an, bis er schließlich sämtliche Pferde und Felle des ganzen Stammes in seinem Besitz hatte.

Nun erklärte er, ins Land der Bleichgesichter zurückkehren und sich neue Vorräte von dunklem Wasser verschaffen zu wollen. Ein Teil der Indianer war damit einverstanden, andere behaupteten, daß er sicherlich noch genügend dunkles Wasser habe und jetzt mit ihren Feinden, den Sioux, einen Handel anfangen wolle. Es war, als sei der Teufel in den ganzen Stamm gefahren. Des Händlers Laden und Vorratsräume wurden durchsucht, allein keine dunkle Flüssigkeit gefunden. »Er hat es versteckt,« schrieen nun die Indianer. Der Handelsmann solle es sofort herbeischaffen, sonst würden sie ihn töten. Das ging nun natürlich über sein Können. Wind hatte er gesät, nun erntete er Sturm. Vor den Augen seines entsetzten Weibes wurde er skalpiert und sein Körper verstümmelt. Die arme Frau versuchte zu entfliehen, ein Indianer aber schlug sie mit seinem Tomahawk, so daß sie wie tot niederfiel. Das Haus wurde in Brand gesteckt, und während dies geschah, bemerkte ein Indianerweib, daß die weiße Frau nicht tot war. Sie trug die Verwundete in ihre eigene Hütte, verband ihre Wunden und pflegte sie gesund. Allein der Geist der Unglücklichen hatte sich umnachtet; sie konnte den Anblick eines Indianers nicht mehr ertragen.

Sobald sie wieder zu gehen vermochte, lief sie davon, und als die Weiber nach ihr suchten, fanden sie die Ärmste wehklagend am Ufer des »Langen Bartes« hin und her laufen. Mit ihnen ließ sie sich wohl in ein Gespräch ein, erschien aber ein Indianer, so verbarg sie sich so lange, bis er wieder verschwunden war. Um sie vor dem Verhungern zu bewahren, brachten ihr die Weiber Nahrung in eine kleine Höhle, die sie sich zu ihrem Zufluchtsort erwählt hatte. Eines Tages stieß ein auf der Jagd befindlicher Indianer auf sie; er glaubte, sie habe sich verirrt, und wollte sie ins Dorf zurückbringen, denn wie alle Indianer hatte er eine hohe Ehrfurcht vor Irrsinnigen. Sie floh jedoch ins Gebirge und wurde niemals wieder gesehen. Das Flüßchen aber nannten die Indianer von nun an den »Bach der Verrückten«, ein Name, den er bis auf den heutigen Tag behielt.

An dieser Stelle nun – um auf meine Erzählung zurückzukommen – mußten allen Anzeichen nach nicht unbedeutende Verstärkungen zu der ursprünglichen Masse der Indianer gestoßen sein. Die Weißen befanden sich jetzt im Herzen der Indianergebiete, wo die äußerste Vorsicht beobachtet und ein scharfer Vorpostendienst unterhalten werden mußte. Als der Clear Creek, ein weiteres Nebenflüßchen des Powder, erreicht war, entdeckten sie am jenseitigen Ufer in einer Entfernung von etwa drei Meilen ein Indianerlager.

Sofort wurde Kriegsrat gehalten. Noch niemals waren die Weißen so tief in die Gebiete der Rothäute eingedrungen, und so durfte man sich nicht wundern, daß diese keine besondere Wachsamkeit beobachteten. Nicht ein einziger Kundschafter war aufgestellt.

Auf Rat des Wilden Bill wurde mit einem Angriff bis zum Anbruch der Nacht gewartet. Im Schutze der Dunkelheit sollte die Abteilung das Indianerlager überfallen und die Pferde an sich reißen.

Der Plan wurde glänzend durchgeführt. Die Zahl der Indianer übertraf zwar die der Weißen ums Dreifache. Da diese aber wie ein Sturmwind durchs Lager sausten, machten die Indianer keinen Versuch, sie zurückzuwerfen, und als sich die Rothäute allmählich von ihrer Überraschung erholten, hatten die Angreifer bereits alle Ponies weggetrieben, sowohl die gestohlenen, als auch die den Indianern gehörenden. Nach wenigen Schüssen ritten dann die Weißen unbeschädigt und unverfolgt davon.

Sie nahmen nun die Marschlinie nach Sweetwater Bridge, wo die Abteilung vier Tage später mit ihren eigenen und hundert Indianerponies anlangte.

Dieser erfolgreiche Ausfall hielt die Feindseligkeiten eine Zeitlang zurück. Die wiedergewonnenen Pferde wurden auf die betreffende Station zurückgebracht, worauf die Fuhrleute und Ponyreiter ihre unterbrochene Tätigkeit wieder aufnahmen.

»Billy,« sagte Slade, der große Zuneigung zu Will gefaßt hatte, »dieser Beruf ist schwer, und du bist wirklich zu jung, um ihn auf die Dauer aushalten zu können. In Anbetracht deiner vortrefflichen Dienste will ich dich zum überzähligen Reiter ernennen. Du brauchst dann nur zu reiten, wenn Not an Mann kommt.«

Nun folgte für Will eine Zeit behaglichen Nichtstuns – Tage, wo er, ungestört auf dem Rücken liegend, den Zug der Wolken beobachten und die Schönheit des Waldes und den Zauber der Prärie auf sich einwirken lassen konnte, ohne mit fieberhafter Spannung jeden Baum und Hügel prüfen zu müssen, ob sich nicht ein ihm auflauernder Indianer dahinter versteckt halte. So kam der Winter heran und mit ihm die Erinnerung an jene Felljagd von 1860 auf 1861, wo er seinen ersten und letzten Bären erlegt hatte. Warum sollten sich diesem einen nicht noch mehrere zugesellen? Im Gebirge gab es ihrer ja in Hülle und Fülle. So ritt er denn an einem klaren Wintermorgen den am Ende des Horseshoetales gelegenen Hügeln zu. Antilopen und Hirsche tummelten sich im Tale, Rebhühner und Feldhasen wurden durch den Hufschlag seines Pferdes aufgescheucht; solch niederem Wilde aber schenkte er keine Beachtung.

Es war zwei Uhr vorüber, und noch zeigten sich, außer einigen Fährten im Schnee, keine Anzeichen eines Bären. Die scharfe Winterluft hatte Wills Appetit rege gemacht, und so schoß er ein noch vor kurzem verachtetes Feldhuhn und briet es an einem Feuer, das zu längerem Aufenthalt einlud, als ihn sich ein eifriger Bärenjäger gestatten durfte. Die Nacht brach herein, von der ersehnten Jagdbeute aber war noch immer weit und breit nichts zu sehen. Da Will sich nicht gern den Spottreden der Postleute auf der Station aussetzen wollte, so beschloß er, sich an Ort und Stelle nach einem Nachtquartier umzusehen. Bald fand er auch einen geschützten Platz in der Nähe des Ufers eines kleinen Flusses. Zwei weitere Feldhühner wurden erlegt, und schon war Will im Begriff, ein Feuer anzuzünden, als das Wiehern eines Pferdes an sein Ohr schlug. Rasch lief er zu seinem eigenen Pferde, um dessen vermutliche Antwort zu unterdrücken, sattelte es und bereitete für den Notfall alles zur Flucht vor. Hierauf griff er zur Flinte und ging auf Kundschaft aus.

Bald stieß er auf etwa zwölf oder mehr Pferde, die bei einer Krümmung des Flüßchens angepfählt waren. Stromaufwärts an einem Abhang glänzte ein Licht. Als Will sich näherte, sah er, daß es aus einer Höhle kam, und zugleich hörte er die Laute seiner eigenen Sprache. Beruhigt ging er darauf los und klopfte an die dort angebrachte Türe.

Plötzliches Schweigen, dann hastiges Flüstern und die Frage: »Wer ist da?«

»Gut Freund und Weißer,« antwortete Will.

Zögernd wurde die Tür geöffnet, und ein wenig Vertrauen erweckender Kerl forderte Will auf, einzutreten. Dieser leistete der Einladung indes nur ungern Folge, denn gegen die acht Schurkengesichter, die sich in der Höhle befanden, wäre ein Kampf schwer aufzunehmen gewesen. Zum Umkehren war es jedoch zu spät, und so blieb nichts anderes übrig, als eine kecke Miene zu zeigen und sich von seinem Verstand irgend einen Rettungsweg eingeben zu lassen. Zwei von den Männern erkannte Will als entlassene Fuhrleute von Lew Simpsons Zuge, und da er den Grund ihrer Entlassung kannte, so schloß er ganz richtig, daß er seinen Kopf in die Behausung von Roßdieben gesteckt hatte.

»Wer ist in Ihrer Begleitung?« lautete die erste Frage, und nachdem diese beantwortet war, folgte an Stelle irgend einer sonstigen Erkundigung die andere: »Wo ist Ihr Pferd?«

»Dort unten am Bache,« sagte Will.

»Gut, mein Söhnchen, dann wollen wir hinuntergehen und es holen,« war die verbindliche Entgegnung.

»Bitte, bemühen Sie sich doch ja nicht,« antwortete Will. »Ich werde es selbst holen und mit Ihrer Erlaubnis hier oben über Nacht festbinden. Ich will meine Flinte inzwischen hier lassen.«

»Ja, gut, lassen Sie die Flinte nur hier, brauchen tun Sie sie ja doch nicht,« sagte der Anführer der Diebesbande. »Jim und ich begleiten Sie.«

Da dieses Anerbieten nicht wohl abgelehnt werden konnte, tröstete sich Will mit dem Gedanken, daß es immerhin leichter sei, zwei Männern zu entwischen als acht.

Als sie bei Wills Pferd angekommen waren, bot sich einer der Schurken aufs höflichste an, das Pferd zu führen.

»Gut,« sagte Will nachlässig. »Ich will nur die von mir erlegten Hühner mitnehmen, gehen Sie nur voran.«

Will folgte mit den Rebhühnern, während der dritte die Nachhut bildete. Als die Höhle wieder in Sicht kam, ließ Will eines der Hühner fallen und bat den ihm folgenden Mann, es aufzuheben. Während sich nun sein höflicher Hintermann danach bückte, versetzte Will ihm mit dem Pistolengriff einen betäubenden Schlag auf den Kopf. Der Vordermann wandte sich bei dem Lärm um und legte die Flinte an. Will kam ihm zuvor, schoß ihn nieder, sprang auf sein Pferd und jagte davon.

Als die sechs in der Höhle zurückgebliebenen Männer den Schuß hörten, griffen sie hastig zu den Waffen, liefen den Abhang hinab, wo sie ohne Zweifel von dem neben dem Rebhuhn niedergestürzten und inzwischen wohl wieder zur Besinnung gelangten Diebesgenossen die Einzelheiten der Flucht erfuhren und sich dann mit großem Eifer an die Verfolgung machten. Der Bergabhang war steil und holperig, so daß man zu Fuß besser vorwärts kam als zu Pferde. Will stieg somit ab, klopfte seinem Pferde zum Abschied liebevoll auf den Rücken, ließ es den Abhang hinuntergehen und versteckte sich etwas abseits hinter einer mächtigen Tanne. Die Verfolger rannten an ihm vorüber, und als sie glücklich außer Sicht waren, kletterte er den Hügel zurück und suchte zu Fuß seinen Weg nach Horseshoe. Es war eine Entfernung von fünfundzwanzig Meilen, und todmüde, mit schmerzenden Füßen langte Will endlich gegen Morgen auf der Station an.

Er weckte die Fuhrleute und erzählte sein Abenteuer, worauf Slade sofort einer Anzahl Männer befahl, sich zur Einfangung der Pferdediebe zu rüsten. Zwanzig wohlbewaffnete Fuhrleute, Ponyreiter und Rancheros ritten bei Sonnenaufgang davon, und trotz seiner Müdigkeit begleitete Will sie als Führer.

Die häßlichen Vögel aber waren ausgeflogen, das Nest öde und leer. – –

Will, der seines leichten Dienstes gar bald überdrüssig wurde, nahm nun voller Freude die ihm angebotene Stelle eines Hilfswagenmeisters unter dem Wilden Bill an, der mit der Regierung einen Vertrag zur Abholung einer Proviantkolonne in Rolla, im Staate Missouri, abgeschlossen hatte.

Mit einem Armeetrain kehrte dann Will nach dem im gleichen Staate liegenden Springfield zurück und stattete hierauf einen Besuch in der Heimat ab. Zu unserem Bedauern fiel dieser indes nur kurz aus, denn die Luft war zu sehr von Kriegslärm erfüllt, als daß Will eine lange Untätigkeit hätte ertragen können. Nur in der Arbeit Befriedigung findend, beteiligte er sich an zahlreichen, von der Regierung angeordneten Frachtzügen, bis er die Nachricht erhielt, daß die Mutter gefährlich erkrankt sei. Sofort kündigte er seine Stellung und eilte nach Hause.

* * *

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