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Briefe von Annette von Droste-Hülshoff und Levin Schücking

Annette von Droste-Hülshoff: Briefe von Annette von Droste-Hülshoff und Levin Schücking - Kapitel 40
Quellenangabe
typeletter
booktitleBriefe von Annette von Droste-Hülshoff und Levin Schücking
authorAnnette von Droste-Hülshoff, Levin Schücking
editorTheo Schücking
yearca. 1895
publisherFr. Wilh. Grunow
addressLeipzig
titleBriefe von Annette von Droste-Hülshoff und Levin Schücking
pagesIII-XI
created20030319
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1893
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Augsburg den 26sten April 1844.

Tausend Dank, mein geliebtes Mütterchen, für Ihre Vorsorglichkeit, was Musenalmanach und Quartier angeht! Es thut mir nur immer so leid, daß Sie sich so plagen und nun trotz Ihrer Krankheit sogar sich aufgerappelt und die Verse abgeschrieben haben, – Gott Dank aber, daß Sie wieder auf und wohl sind; ich nehme das Letztere wenigstens an, der Sommer kommt so schön in's Land, und die reine, ungetrübte Luft muß Ihnen wohl thun, nicht wahr? Für die Verse danke ich noch einmal, denn sie sind sehr schön, besonders aber der »Nachtwandler«, und »Einer wie Viele«. Ich denke sie in der Ordnung, wie Sie sie angegeben haben, abdrucken zu lassen, wenn überhaupt der Musenalmanach gedruckt wird. Es scheint, daß dazu E. Geibels Name zu anrüchig bei den Poeten ist, denn bis jetzt laufen wenig Beiträge ein, und so ist die Sache immer noch precair. Lenau, der neulich einen Abend bei mir war, nannte ihn die »letzte Eule auf den Trümmern von Thron und Altar«, und nach ihm scheint man ein großes Vorurtheil gegen ihn zu haben. Nun, mündlich mehr von dem Allen.

Was ich Ihnen heute nur sagen wollte, ist, daß wir unser Kommen nicht fest auf einen Tag bestimmen können, und daß darüber das Ende der folgenden Woche kommen wird, wenn nicht Sonntag oder Montag der andern, nämlich der 5te oder 6te Mai. Montag den 29sten ziehen wir um, und das dauert doch immer einige Tage, bis wir so weit in Ordnung sind, um reisen zu können.

Natürlich dränge ich Alles, was ich kann, aber eher ließ es sich nicht thun. Gott, was haben wir uns Alles zu erzählen, vom Hundertsten ins Tausendste, zwei Jahre liegen zwischen heut und der Zeit, wo ich Sie zum letztenmal sah, und was ist darin für mich Alles passirt! Wie ist es mir schlecht und wie gut ist es mir gegangen in der Zeit! Aber ich will nicht anticipiren. – Leben Sie wohl, liebes treues Mütterchen, – also bis über ein paar Tage, wo wir per Dampfer von Lindau her in Meersburgs Thore ziehen werden!

Ihr treuester Junge.

Über die Druckfehler hab' ich mich weidlich geärgert; die zweite Hälfte des Buches werden wir zusammen in Meersburg revidiren. Bekommen Sie Bogen zugeschickt, so lassen Sie dieselben nur liegen, bis ich komme, ich will sie an Sie adressiren lassen.

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